Die bewegende Geschichte von Frauen, die nach Zwangsarbeit und Todesmarsch ihre Befreiung durch die Alliierten erleben.Westfalen, April 1945. Unweit der holländischen Grenze werden 800 Frauen nach der ein Jahr dauernden Zwangsarbeit unter Todesangst durchs Deutsche Reich getrieben. Ostwärts, in Richtung Bergen-Belsen. Immer nachts, um vor den heranrückenden Alliierten nicht entdeckt zu werden. Nach langem Irrgang auf Landstraßen setzen sich ihre Bewacher aus Furcht vor den Amerikanern ab. Dass sie nun frei sind, ist für die Frauen kaum fassbar. Sie sind ausgehungert, halb erfroren. Als US-Lieutenant Sever erfährt, dass Lulu, eine der Frauen, deutsch und englisch spricht, bittet er sie, zwischen ihm und den gefangen genommenen Deutschen - zahlreiche SS-Männer und -Frauen - zu dolmetschen. Jenen, die ihr und ihren Mithäftlingen so viel Leid zugefügt haben, in dieser Funktion zu begegnen, wird für Lulu bald unerträglich. Die einzigartige Schilderung der ersten 24 Stunden in Freiheitöffnet den Blick ins Innerste dieser Frauen.
Perlentaucher-Notiz zur Dlf-Rezension
Teréz Rudnóy ist Holocaustüberlebende und hat einen der ersten Romane über diese Erfahrungen geschrieben, weiß Rezensent Jörg Plath, nun ist das Buch auch auf Deutsch verfügbar. Auch wenn der literarische Wert vor dem Erzählten zurücktreten muss, findet Plath das Buch eindrücklich: 800 Zwangsarbeiterinnen aus einem KZ müssen sich in den letzten Kriegstagen auf einen Todesmarsch begeben, etliche von ihnen sterben. Plötzlich werden sie von den alliierten Truppen befreit und stehen vor der Frage, wie sie mit den Nazis verfahren sollen - für Plath eine interessante Reflexion "über Recht und Rache". Da kann er auch darüber hinwegsehen, dass das Buch "stellenweise unbeholfen" wirkt.
© Perlentaucher Medien GmbH
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»Rudnóy gelingt es, sowohl die Angst der Getriebenen als auch die Auflösung der von den Deutschen erzwungenen Ordnung aufzuzeigen.« (Birgit Schmidt, Junge World, 30. Oktober 2025) »Der 78 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung erstmals in deutscher Übersetzung vorliegende Roman ist jedoch keine Autobiografie, sondern - und das ist eine seiner Stärken - er lässt die persönlichen Erfahrungen der Autorin in einen literarischen Text einfließen.« (Wilhelm von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 11.10.2025)







