Man muss sich der bitteren Realität stellen, dass Portugals Aufstieg vom maritimen Giganten zur schwindenden Nation kein heldenhafter Bogen ist, sondern ein Pfad der Selbsttäuschung, geprägt von imperiale Gier, die Reichtümer hortete, während sie Völker knechtete und Kulturen auslöschte. "Geschichte Portugals: Vom Imperium zur modernen Nation" entlarvt die verherrlichende Legende der Entdecker, indem es die dunklen Schattenseiten der Reconquista und der Großen Entdeckungen beleuchtet - jene Raubzüge, die unter dem Banner des Kreuzes Sklavenmärkte füllten und Gewürzinseln in Blut tränkten. Weit entfernt von romantisierter Seefahrerromantik unterstreichen diese Kapitel die Hybris der Krone, die kulturelle Blüten in Goa und Brasilien säte, doch ihre Früchte durch Ausbeutung vergiftete und letztlich den eigenen Niedergang einläutete.In diese Chronik eingewoben liegen die Anklagen des Verschweigens: die Avis-Dynastie, die Reconquista als heiligen Kreuzzug stilisierte, um Landraub zu rechtfertigen; die Kolonialreiche unter Manuel I., wo Goldflüsse aus Afrika die Inquisition nährten; und die Übergänge zur Moderne, gezeichnet von der Diktatur Salazars, die imperiale Träume in autoritären Albträumen verlängerte. Keine Huldigung an die Sieger der Geschichte, die portugiesische Überlegenheit als gottgegeben pries; stattdessen eine nüchterne Abrechnung, wie militärische Triumphe wie die Schlacht von Alcácer Quibir eine Metropole wie Lissabon zu einer Reliktstätte machten, deren kulturelles Erbe - Fado und Azulejos - im Schatten unterdrückter Aufstände blüht. Kritiker könnten dies als anti-portugiesisch abtun, doch die Quellen zeugen von einem Kontinuum der Unterdrückung, in dem Nationenbildung oft auf den Trümmern kolonialer Gier errichtet wurde.Im Kontext der postkolonialen Abrechnungen Europas 2025, warum den Mythos vom unschuldigen Imperium aufrechterhalten, wenn Portugals Geschichte Mahnmale für imperiale Torheit birgt?
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