»Es gehört zu den Aufgaben des Schriftstellers, die eigenen Leute auf ihre Verirrungen aufmerksam zu machen. Ich möchte sozusagen vor der eigenen Tür kehren.«
Im aktuellen Klima der einfachen Wahrheiten hat Abdelwahab Meddeb, einer der führenden Kenner und Kritiker des Islam, ein Grundlagenbuch geschrieben. Auf der Suche nach den tieferen Ursachen des Fundamentalismus spürt er sachkundig, mit genauer Kenntnis der Überlieferung, der alten Tradition der Toleranz im Islam nach und analysiert heutige Probleme in der muslimischen Welt. In seinem mutigen und leidenschaftlichen Plädoyer gegen die Selbstzerstörung der islamischen Zivilisation und ihre Ausgrenzung durch den Westen setzt Meddeb auf einen humanistischen, toleranten Islam, der sich der Herausforderung der Aufklärung stellt.
Im aktuellen Klima der einfachen Wahrheiten hat Abdelwahab Meddeb, einer der führenden Kenner und Kritiker des Islam, ein Grundlagenbuch geschrieben. Auf der Suche nach den tieferen Ursachen des Fundamentalismus spürt er sachkundig, mit genauer Kenntnis der Überlieferung, der alten Tradition der Toleranz im Islam nach und analysiert heutige Probleme in der muslimischen Welt. In seinem mutigen und leidenschaftlichen Plädoyer gegen die Selbstzerstörung der islamischen Zivilisation und ihre Ausgrenzung durch den Westen setzt Meddeb auf einen humanistischen, toleranten Islam, der sich der Herausforderung der Aufklärung stellt.
»Pflichtlektüre für jeden, der in ein muslimisches Land reisen will - oder auch nicht!« Abenteuer und Reisen
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
"Joseph Hanimann erblickt in Abdelwahab Meddebs von Hans und Beate Thill "vorbildlich" übersetztem Buch "Die Krankheit des Islam" eine kulturgeschichtlich weit ausholende, "besonnene" Studie, die hilfreich in die Mitte des polemischen Spannungsraums zwischen islamischer Gottesfuchtelei und westlicher Kulturkriegsobsession trete. Hanimann lobt insbesondere, dass Meddebs Buch mit seinen zahlreichen Resümees und Zitaten dem westlichen Leser ein Panorama der neueren innerislamischen Debatte zwischen Bagdad und Kairo eröffnet, die sonst weitgehend nur auf arabisch zugänglich ist. Wie der Rezensent ausführt, setzt Meddeb den Rückfall des Islam nicht bereits im Mittelalter an. Entscheidend scheine ihm vielmehr, dass die islamische Kultur auf den großen Sprung der abendländischen Aufklärung nicht reagiert hat. Der im neunzehnten Jahrhundert einsetzenden Modernisierung in den islamischen Ländern trat daher nach Meddeb zugleich eine zunehmende Fixierung auf das eigene Brauchtum entgegen, hält Haniman fest. Er hebt hervor, dass Meddeb im "Wahhabismus" des achtzehnten Jahrhundert die Wurzeln des heutigen islamischen Fundamentalismus freilegt, aber auch den Anteil des Westens an dieser Entwicklung nicht übersieht. Dass er dabei der Versuchung widersteht, die "islamische Krankheit" mit der westlichen aufzurechnen, macht für Hanimann die Stärke von Meddebs "engagiert geschriebenem" und "immer lehrreichen" Buches aus.
© Perlentaucher Medien GmbH"
© Perlentaucher Medien GmbH"
Glanz und Elend
Wenn der Fanatismus die Krankheit des Katholizismus (Voltaire) und der Nazismus die deutsche Krankheit (Thomas Mann) ist, dann ist im Fundamentalismus zweifellos die islamische Krankheit zu sehen, schreibt der in Tunesien geborene Autor, Hochschullehrer und Essayist Meddeb. Er rechnet in seinem mutigen Buch schonungslos mit dem islamischen Fundamentalismus ab.
Anamnese
Für die Kluft zwischen dem alten und dem heutigen Islam gebraucht er das Bild vom einstigen Glanz und heutigen Elend. Bis in die Zeiten des Barock und der Klassik war die islamische Zivilisation, vor allem in Wissenschaft, technischer Entwicklung und den Künsten, den Europäern ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Zur entscheidenden Zäsur wurde die französische Revolution. Der erste Schritt zur Heilung der islamischen Krankheit in der Gegenwart müsse die ´Wiedergewinnung des Sinns der Heiligen Schrift sein... mit dem heutigen kritischen Bewusstsein´. Und dieses Bewusstsein sollte sich mit der Rechtsprechung und mit dem Bildungssystem beschäftigen, um beide Bereiche vom Fundamentalismus zu befreien.
Therapie
Die Serie von Terrorakten mit dem entsetzlichen Höhepunkt am 11. September 2001 begann für Meddeb 1979 mit dem Sturz des Schahs und dem Triumph Khomeinis im Iran sowie dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Sie stärkten die fundamentalistischen Bewegungen und halfen, ihre Ideologie zu verbreiten. Politisch, wirtschaftlich und moralisch, wenn nötig militärisch, müsse nun der Westen reagieren. Aufgabe der USA sei es, für eine vernünftige und gerechte Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina zu sorgen, zudem sollte Washington seine Beziehungen zum Verbündeten Saudi-Arabien an die Pflichten von Freiheit und Demokratie knüpfen. Meddebs beeindruckende Analyse kommt ganz ohne den erhobenen Zeigefinger vieler westlicher ´Islamexperten´ aus.
(Mathias Voigt, literaturtest.de)
"Sein tiefgründiger philosophisch-historischer Essay ist ein Fest des Denkens, in dem sich verwirklicht, wovon Goethe träumte: Weltliteratur. Für einen solchen Mann ist der radikale Islamismus zuallererst eine geistige Krankheit, eine Sinnesverwirrung. Sein Beitrag zur Therapie: eine Geschichte des fundamentalistischen Denkens, die dies Denken Schritt für Schritt widerlegt. Das fasziniert - und lässt die wunderbare Kunst der theologischen Disputation, des Kalâm, aufs Schönste wieder aufleben; Meddeb kommt nicht umsonst aus einem Haus von Schriftgelehrten." (Ludwig Ammann, Neue Zürcher Zeitung, 16. Oktober 2002)
Wenn der Fanatismus die Krankheit des Katholizismus (Voltaire) und der Nazismus die deutsche Krankheit (Thomas Mann) ist, dann ist im Fundamentalismus zweifellos die islamische Krankheit zu sehen, schreibt der in Tunesien geborene Autor, Hochschullehrer und Essayist Meddeb. Er rechnet in seinem mutigen Buch schonungslos mit dem islamischen Fundamentalismus ab.
Anamnese
Für die Kluft zwischen dem alten und dem heutigen Islam gebraucht er das Bild vom einstigen Glanz und heutigen Elend. Bis in die Zeiten des Barock und der Klassik war die islamische Zivilisation, vor allem in Wissenschaft, technischer Entwicklung und den Künsten, den Europäern ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Zur entscheidenden Zäsur wurde die französische Revolution. Der erste Schritt zur Heilung der islamischen Krankheit in der Gegenwart müsse die ´Wiedergewinnung des Sinns der Heiligen Schrift sein... mit dem heutigen kritischen Bewusstsein´. Und dieses Bewusstsein sollte sich mit der Rechtsprechung und mit dem Bildungssystem beschäftigen, um beide Bereiche vom Fundamentalismus zu befreien.
Therapie
Die Serie von Terrorakten mit dem entsetzlichen Höhepunkt am 11. September 2001 begann für Meddeb 1979 mit dem Sturz des Schahs und dem Triumph Khomeinis im Iran sowie dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Sie stärkten die fundamentalistischen Bewegungen und halfen, ihre Ideologie zu verbreiten. Politisch, wirtschaftlich und moralisch, wenn nötig militärisch, müsse nun der Westen reagieren. Aufgabe der USA sei es, für eine vernünftige und gerechte Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina zu sorgen, zudem sollte Washington seine Beziehungen zum Verbündeten Saudi-Arabien an die Pflichten von Freiheit und Demokratie knüpfen. Meddebs beeindruckende Analyse kommt ganz ohne den erhobenen Zeigefinger vieler westlicher ´Islamexperten´ aus.
(Mathias Voigt, literaturtest.de)
"Sein tiefgründiger philosophisch-historischer Essay ist ein Fest des Denkens, in dem sich verwirklicht, wovon Goethe träumte: Weltliteratur. Für einen solchen Mann ist der radikale Islamismus zuallererst eine geistige Krankheit, eine Sinnesverwirrung. Sein Beitrag zur Therapie: eine Geschichte des fundamentalistischen Denkens, die dies Denken Schritt für Schritt widerlegt. Das fasziniert - und lässt die wunderbare Kunst der theologischen Disputation, des Kalâm, aufs Schönste wieder aufleben; Meddeb kommt nicht umsonst aus einem Haus von Schriftgelehrten." (Ludwig Ammann, Neue Zürcher Zeitung, 16. Oktober 2002)







