Smart Power was heißt Macht in unserer Zeit? Die Koordinaten der Macht haben sich seit dem Ende des Kalten Krieges dramatisch verschoben: Künftig zählen nicht mehr nur militärische Stärke, sondern auch neue Technologien und der intelligente Umgang mit politischen Interessen und Kulturen. Mit diesem Buch liefert Joseph Nye überraschende Antworten auf wichtige Fragen der Geopolitik und der Mittel, mit denen sich strategische Vorteile erringen lassen. Was bedeutet es, im globalen Informationszeitalter des 21. Jahrhunderts Macht auszuüben? Aus welchen Ressourcen wird sich Macht künftig speisen? Die herkömmliche Auffassung besagt, dass sich derjenige Staat mit der größten Militärgewalt durchsetzt. Im Informationszeitalter könnte es jedoch durchaus sein, dass jene Staaten (oder auch nicht-staatlichen Organisationen) am meisten erreichen, die auf andere, »weichere« und dabei klügere Strategien setzen. Joseph Nye behandelt Themen, die im Zentrum aktueller weltpolitischer Debatten stehen und die um den von ihm geprägten Begriff der »Smart Power« kreisen. Seine anschauliche Darstellung hilft, eines der wichtigsten Grundprinzipien der Gegenwart näher zu verstehen, und bietet zugleich wertvolle Einsichten in die Kunst der politischen Strategie.
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Offenbar mit Interesse und Gewinn hat der hier rezensieren Herfried Münkler das neue Buch des amerikanischen Politikberaters Joseph Nye gelesen, der darin seine Analysen der Macht weiter verfolgt. Wie Münkler darstellt, habe Nye mit seinem Gegenüberstellung von "Soft Power" und "Hard Power" nie die Entscheidung für eine der beiden forcieren wollen. Nye gehe es um den intelligenten Einsatz von beiden, was er dann "Smart Power" nenne. Den USA bescheinigt Nye, davon so viel zu haben, dass es für eine Vormachtstellung mindestens bis Mitte des 21. Jahrhunderts reicht. China dagegen könne es sich gar nicht leisten, auf harte, militärische Macht zu setzen, referiert Münkler Nyes Überlegungen, da es sofort seine asiatischen Nachbarn verprellen würden, also an Soft Power verlieren würde. Was Nye über Europas Strategiefähigkeit sagt, hat den Rezensenten allerdings erschüttert.
© Perlentaucher Medien GmbH
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