Der Auftrag zur "Transfiguration" muss für Raffael (1483-1520) eine besondere Herausforderung gewesen sein. Raffael trat in einen künstlerischen Wettstreit ("paragone") mit den wichtigsten Künstlern der römischen Hochrenaissance und erkundete mit dem Altarbild exemplarisch die Wirkungsästhetik der bildenden Kunst. Dass er dabei gezielt das Medium der Farbe einsetzte, um Aufgabe und Möglichkeit der Gattung Malerei zu thematisieren, wird in der vorliegender Publikation erstmals untersucht. Raffael kritisierte das "sfumato" Leonardos. Er hinterfragte das skulpturale Malereiverständnis Michelangelos. Er überbot die ornamentale Farbgebung Sebastianos del Piombo. Und er eröffnete einen demonstrativen Wettstreit mit den Forderungen der antiken und zeitgenössischen Kunsttheorie. Die anschauliche Rekonstruktion des Wettstreits, die anhand der Gemälde und der schriftlich überlieferten Quellen geleistet wird, stellt einen zentralen Beitrag zur Geschichte der Farbe dar und liefert zugleich einen lebendigen Einblick in die Kunst der römischen Hochrenaissance.
Im Mittelpunkt dieser koloritgeschichtlichen Studie von Andreas Henning steht Raffaels berühmtes Gemälde "Transfiguration". Der Künstler thematisiert hier wie in keinem anderen Werk Aufgabe und Wirkung der Malerei. Darüber hinaus ist es ein anschauliches Manifest seines Farbbegriffs.
Im Mittelpunkt dieser koloritgeschichtlichen Studie von Andreas Henning steht Raffaels berühmtes Gemälde "Transfiguration". Der Künstler thematisiert hier wie in keinem anderen Werk Aufgabe und Wirkung der Malerei. Darüber hinaus ist es ein anschauliches Manifest seines Farbbegriffs.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Einen strengen Blick wirft Christine Tauber auf diese kunstgeschichtliche Dissertation Andreas Hennings über Raffaels Gemälde der Transfiguration Christi. Der Autor suche die "Transfiguration" in die künstlerische Konkurrenzsituation im Rom der Hochrenaissance einzuordnen, wobei er die Farbigkeit des Bildes als dezidiertes Argument im Paragone, dem Wettstreit der Künste, vor allem zwischen Raffael und Michelangelo, geltend mache. Für Tauber eine "nicht wirklich überraschende Ausrichtung" der Arbeit. Dennoch scheint ihr Hennings Deutung des Gemäldes als hochprogrammatisches Bild durchaus gelungen. Die Stärke der Arbeit sieht sie in den Farbanalysen des Autors. Hier findet sie auch die "wenigen Stellen" des Textes, "die sich flüssig und elegant lesen lassen". Das "große Manko" dieser Arbeit besteht für sie nämlich in ihrer "nur sehr rudimentären Beherrschung der deutschen Sprache". Dass beim renommierten Deutschen Kunstverlag hier niemand lektorierend eingegriffen hat, hält sie für "wirklich unbegreiflich"
© Perlentaucher Medien GmbH
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