Studentenunruhen, Mitbestimmungsgesetz, Kohlekrise, Verjährungsfrage oder die Wahlerfolge der NPD: Die sechziger Jahre gelten als Umbruchphase in der Geschichte der jungen Bundesrepublik. Den Kulminationspunkt dieser Entwicklung bildet die Regierungszeit der ersten Großen Koalition. Am Ende des innen- wie außenpolitisch ereignisreichen Jahrzehnts wird die SPD erstmals den Bundeskanzler stellen. Die Protokolle der SPD-Bundestagsfraktion gewähren Einblick in den Entstehungsprozess wegweisender Gesetzesprojekte wie Notstandsgesetzgebung, Finanzverfassungs- oder Strafrechtsreform wie auch in die Funktionsmechanismen der Großen Koalition. Für die Geschichte der SPD auf ihrem Weg von der Opposition zur Regierungspartei sind sie eine unverzichtbare Quelle.
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Dass die Ära Kiesinger nicht mehr unterschätzt, sondern inzwischen in einer Vielzahl von Arbeiten gewürdigt wird, macht diesen Band für Günter Buchstab noch längst nicht überflüssig. Seinen Nutzwert erkennt er nicht in der Aufdeckung neuer Tatbestände, sondern in den gebotenen Einsichten in Organisation, Willensbildung und Gruppenarithmetik der SPD-Fraktion. Ferner dienen ihm die Sitzungsprotokolle als hervorragendes Anschauungsmaterial dafür, wie sich die Fraktion unter Kiesinger von der Opposition in die Regierung verwandelte und wie der parlamentarische Arbeitsalltag aussah. Betreffend die ebenfalls im Band enthaltenen Redebeiträge von Brandt, Schmidt oder Wehner hätte er sich eine beherztere redaktionelle Arbeit gewünscht. Der ein oder andere Hörfehler und manch "sinnentstellende Interpunktion" wäre ihm erspart geblieben.
© Perlentaucher Medien GmbH
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