Der Führungsexperte Reinhard K. Sprenger hat mit seinen Bestsellern Mythos Motivation, Das Prinzip Selbstverantwortung und Aufstand des Individuums die Führungsetagen der Unternehmen aufgerüttelt. In seinem neuen Buch dringt er nun bis auf den Grund vor: Worauf muss Führung basieren? Was macht Führung und damit ein Unternehmen wirklich erfolgreich?
Er beschreibt die Essenz moderner Führung und konzentriert sie in einem Begriff: Vertrauen. Das klingt überraschend einfach, dennoch steht für Manager einiges auf dem Spiel. Wer Vertrauen zum zentralen Führungsprinzip erklärt, muss Macht abgeben, auf Kontrolle verzichten und - vielleicht am schmerzlichsten - bereit sein, sich von seinen Mitarbeitern abwählen zu lassen. Doch es gibt zu gegenseitigem Vertrauen keine Alternative. Nur wer Vertrauen als Führungsinstrument einsetzt, fördert die entscheidenden Wettbewerbsvorteile: Kostenminimierung, Schnelligkeit, Innovation.
Er beschreibt die Essenz moderner Führung und konzentriert sie in einem Begriff: Vertrauen. Das klingt überraschend einfach, dennoch steht für Manager einiges auf dem Spiel. Wer Vertrauen zum zentralen Führungsprinzip erklärt, muss Macht abgeben, auf Kontrolle verzichten und - vielleicht am schmerzlichsten - bereit sein, sich von seinen Mitarbeitern abwählen zu lassen. Doch es gibt zu gegenseitigem Vertrauen keine Alternative. Nur wer Vertrauen als Führungsinstrument einsetzt, fördert die entscheidenden Wettbewerbsvorteile: Kostenminimierung, Schnelligkeit, Innovation.
Umdenken ist gefordert
Es ist durchaus als mutig zu bezeichnen, wenn der Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger seinen neuen Management-Ratgeber Vertrauen führt nennt. Denn in einer Zeit, in der beispielsweise in den USA Unternehmen wie Enron oder WorldCom wegen Bilanzfälschung in die Schlagzeilen gerieten und schließlich in die Insolvenz gingen, will es schon einiges heißen, den Wert "Vertrauen" in den Mittelpunkt der Unternehmensführung zu rücken. Ist Kontrolle nicht besser? Nein, antwortet Sprenger und erläutert mit viel Herzblut, warum es sich durchaus auszahlt, Vertrauen zum Erfolgsfaktor zu machen.
Misstrauen vergiftet das Klima
Bereits auf der ersten Seite von Vertrauen führt stellt Sprenger seine zentrale Thesen auf: "Vertrauen ist sicherer als jede Sicherungsmaßnahme. Vertrauen kontrolliert effektiver als jedes Kontrollsystem. Vertrauen schafft mehr Werte als jedes wertsteigernde Managementkonzept." Im Folgenden macht Sprenger klar, wie er Vertrauen definiert, nämlich als starke Haltung und bewusste Entscheidung. Eben dies macht einen guten Manager bzw. reifen Menschen aus: Selbstverständlich müsse man im Geschäftsleben, und nicht nur dort, auch Rückschläge einstecken, aber dennoch vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Da kann man nur zustimmen. Ebenso wie bei den folgenden Thesen: Ein vertrauensvolles Klima macht die Arbeit angenehmer, fördert den Wissensaustausch, motiviert die Mitarbeiter, gibt Raum für Kreativität und Innovation und spart Kosten, weil kein bürokratischer Wasserkopf mit komplexen Kontrollmechanismen nötig ist. Globalisierte, schnelle Märkte, flexible Arbeitsstrukturen und virtuelle Organisationsformen bedürften außerdem geradezu des Vertrauens. Wirklich belegen kann Sprenger diese "Tatsachen" nicht, aber fraglos sind sie sympathischer als die inzwischen zahlreichen Anleitungen zum Mobbing, die die Ratgeber-Literatur bereichern. Die abschließenden Tipps zum Vertrauenserwerb ("geradlinig sein", "Fehler zugeben", "echt sein") runden diesen ungewöhnlichen Management-Ratgeber ab. Und so hat der Autor selbst, der zuletzt drei Bestseller hintereinander vorgelegt hat, das in ihn gesetzte Vertrauen wieder einmal nicht enttäuscht.
(Eva Hepper, literaturtest.de)
Es ist durchaus als mutig zu bezeichnen, wenn der Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger seinen neuen Management-Ratgeber Vertrauen führt nennt. Denn in einer Zeit, in der beispielsweise in den USA Unternehmen wie Enron oder WorldCom wegen Bilanzfälschung in die Schlagzeilen gerieten und schließlich in die Insolvenz gingen, will es schon einiges heißen, den Wert "Vertrauen" in den Mittelpunkt der Unternehmensführung zu rücken. Ist Kontrolle nicht besser? Nein, antwortet Sprenger und erläutert mit viel Herzblut, warum es sich durchaus auszahlt, Vertrauen zum Erfolgsfaktor zu machen.
Misstrauen vergiftet das Klima
Bereits auf der ersten Seite von Vertrauen führt stellt Sprenger seine zentrale Thesen auf: "Vertrauen ist sicherer als jede Sicherungsmaßnahme. Vertrauen kontrolliert effektiver als jedes Kontrollsystem. Vertrauen schafft mehr Werte als jedes wertsteigernde Managementkonzept." Im Folgenden macht Sprenger klar, wie er Vertrauen definiert, nämlich als starke Haltung und bewusste Entscheidung. Eben dies macht einen guten Manager bzw. reifen Menschen aus: Selbstverständlich müsse man im Geschäftsleben, und nicht nur dort, auch Rückschläge einstecken, aber dennoch vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Da kann man nur zustimmen. Ebenso wie bei den folgenden Thesen: Ein vertrauensvolles Klima macht die Arbeit angenehmer, fördert den Wissensaustausch, motiviert die Mitarbeiter, gibt Raum für Kreativität und Innovation und spart Kosten, weil kein bürokratischer Wasserkopf mit komplexen Kontrollmechanismen nötig ist. Globalisierte, schnelle Märkte, flexible Arbeitsstrukturen und virtuelle Organisationsformen bedürften außerdem geradezu des Vertrauens. Wirklich belegen kann Sprenger diese "Tatsachen" nicht, aber fraglos sind sie sympathischer als die inzwischen zahlreichen Anleitungen zum Mobbing, die die Ratgeber-Literatur bereichern. Die abschließenden Tipps zum Vertrauenserwerb ("geradlinig sein", "Fehler zugeben", "echt sein") runden diesen ungewöhnlichen Management-Ratgeber ab. Und so hat der Autor selbst, der zuletzt drei Bestseller hintereinander vorgelegt hat, das in ihn gesetzte Vertrauen wieder einmal nicht enttäuscht.
(Eva Hepper, literaturtest.de)
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Gegen den "Managerzeitgeist", so Timon Beyes, hat der Autor immer schon angeschrieben. Jetzt, wo es vor allem an Vertrauen mangelt, schreibt er also über Vertrauen. Er hält es für eine wichtige Produktivkraft, nicht in der Form allerdings, wie es den Mitarbeitern implizit abgesprochen wird, also per Motivationsschulung, sondern - ganz unromantisch - aus "purem Egoismus", das heißt der Einsicht, der Homo Oekonomikus verhalte sich per se "nutzenmaximierend". Selten gibt es in der deutschen Managerliteratur so "griffig und locker" Formuliertes, meint Beyes, ärgert sich aber über Schlampigkeit bei den Quellenangaben und hätte sich außerdem "eine Prise Niklas Luhmann", also mehr Sozialtheorie gewünscht.
© Perlentaucher Medien GmbH
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Mehr Vertrauen
"Amüsant und kurzweilig geschrieben."
(Börsen-Zeitung, 21.12.2007)
"Amüsant und kurzweilig geschrieben."
(Börsen-Zeitung, 21.12.2007)
