Wieviel wir mit den uns entwicklungsgeschichtlich nahestehenden Tierarten gemeinsam haben, ist inzwischen allgemein bekannt. Doch es gibt auch wesentliche Unterschiede. Einer davon: Wir Menschen haben einen merkwürdigen Drang zu gewinnen nur um des Gewinnens willen. Kein Tier käme je auf den Gedanken, einen Wettlauf nur zu diesem Zweck zu machen, ohne direkten Vorteil für Nahrung, Fortpflanzung oder Lebensraum. Jede Ratte gibt das Spiel am Futterautomaten auf, wenn die Erfolgsaussichten zu niedrig sind. Den spielenden Menschen reizt oft gerade dies und fesselt ihn manchmal bis zur Sucht. Der Drang, zunächst zweckfrei Erste/r, Beste/r, Schönste/r oder Größte/r zu sein, ist offenbar nur den Menschen zu eigen. Die evolutionsbiologische Antwort auf dieses Phänomen ist verblüffend: Spiel und Sport sind die natürliche Fortsetzung der biologischen Evolution. Der international renommierte Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf zeigt Entstehung und Folgen dieses Phänomens und vermittelt grundl egend neue Einsichten hierzu wie auch zu unserem Umgang miteinander.
"Eines der originellsten Bücher der letzten Zeit." 'Frankfurter Rundschau'
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Bernd Eilert lässt kein gutes Haar an diesem Buch. Für ihn ist es ein Paradebeispiel dafür, dass deutsche Wissenschaftler nicht nur komplizierte Gedankengänge umständlich ausdrücken, sondern - wie in diesem Fall - auch einfache Überlegungen unnötig kompliziert formulieren. Gleichzeitig findet Eilert, dass der Autor zu viel Rücksicht auf "begriffsstutzige" Leser nimmt, wodurch er alle anderen langweilt. Weiterer Kritikpunkt sind die vielen Klammern und Anführungszeichen im Text, wofür Eilert einige Beispiele anführt und auch selbst einen Teil seiner Rezension in diesem Stil verfasst, um seinen Vorwurf besonders anschaulich zu machen. Auch in inhaltlicher Hinsicht zeigt sich Eilert unzufrieden: Immer wieder werde der Leser vertröstet mit Anmerkungen wie 'Doch davon im nächsten Kapitel mehr' oder ähnlichem. Und Reichholfs Ausflüge in poetische Beschreibungen können nach Ansicht des Rezensenten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Autor kaum zu "halbwegs schlüssigen Folgerungen" kommt.
© Perlentaucher Medien GmbH
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