Was kommt dabei heraus, wenn der Leiter eines renommierten Meinungsforschungsinsituts darüber schreibt „Wie Deutschland tickt“? Meinem Eindruck nach ein Buch, das viel mehr enthält als nur Zahlen und Statistiken, und sich wirklich zu lesen lohnt.
„Wie Deutschland tickt“ ist gegliedert in 3 Teile:
Meinungsforschung, Meinungsbildung und Meinungsfreiheit. Eingerahmt wird dieser Hauptteil von einem…mehrWas kommt dabei heraus, wenn der Leiter eines renommierten Meinungsforschungsinsituts darüber schreibt „Wie Deutschland tickt“? Meinem Eindruck nach ein Buch, das viel mehr enthält als nur Zahlen und Statistiken, und sich wirklich zu lesen lohnt.
„Wie Deutschland tickt“ ist gegliedert in 3 Teile: Meinungsforschung, Meinungsbildung und Meinungsfreiheit. Eingerahmt wird dieser Hauptteil von einem Vorwort und einem Nachwort bzw. Plädoyer mit dem Titel „Mehr Mut zum Meinungsstreit“. Das Cover ist ein echter Hingucker – ein kräftiges Gelb, mit einem ausgestanzten Deutschland auf dem Titel und auf der Seite dahinter eine weiße Uhr auf schwarzem Grund. Catchy, genauso, wie es sein muss.
Darüber hinaus enthält das Buch viele bunte Grafiken, die die vielen Zahlen und Gegenüberstellungen verdeutlichen und den Text auflockern. Das ist auch wirklich nötig, denn das Kapitel 1.4 „Wie die Deutschen ticken“ erstreckt sich über mehr als 130 Seiten und ist bisweilen etwas trocken, obwohl darauf geachtet wurde, abwechslungsreiche Formulierungen zu verwenden. Doch es lohnt sich, durchzuhalten, denn die Einordnung der Zahlen ist das eigentlich Spannende. Mir hat sehr gut gefallen, wie viele Entwicklungen und Prägungen der deutschen Gesellschaft geschichtlich eingeordnet werden, ohne dabei in eine Bewertung zu gehen.
Überhaupt: Seine eigene Meinung bringt Hermann Binkert meinem Empfinden nach sehr dosiert in das Buch ein, bekennt sich dabei aber klar zu seinem christlichen Glauben und einem eher konservativen Profil. „Nach meiner festen Überzeugung ist Meinungsbildung noch wichtiger als Meinungsforschung“, sagt der Autor an einer Stelle, und das nimmt man ihm nach dem Lesen dieses Buches ab. Sehr gut gefallen hat mir, wie Binkert den Bereich „Wissenschaft“ und „die Kirchen“ für die Meinungsbildung einordnet. Und auch sein Plädoyer am Ende des Buches empfand ich als sehr wertvoll, denn er macht zum einen Mut zur eigenen Meinung und gleichzeitig auch zum Kontakt mit Andersdenkenden.
Mir wurde durch „Wie Deutschland tickt“ die Wichtigkeit und der Wert von Umfragen unter den Wahlberechtigten neu deutlich und bewusst. Es ist ein Buch für politisch interessierte Menschen, für politisch Aktive und auch für Entscheidungsträger im Allgemeinen. Ich wünsche ihm weite Verbreitung.