Von Autorin Petina Gappah stammen unter anderem der Roman „Die Farben des Nachtfalters“ und die Erzählungen „Die Schuldigen von Rotten Row“. In ihrem zweiten Roman „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“ nimmt eine Expedition eine ungeahnte Wendung.
„Seit ihrer Jugend ist Petina Gappah von der
Geschichte um David Livingstone besessen - dem berühmten schottischen Missionar und Afrikaforscher, der…mehrVon Autorin Petina Gappah stammen unter anderem der Roman „Die Farben des Nachtfalters“ und die Erzählungen „Die Schuldigen von Rotten Row“. In ihrem zweiten Roman „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“ nimmt eine Expedition eine ungeahnte Wendung.
„Seit ihrer Jugend ist Petina Gappah von der Geschichte um David Livingstone besessen - dem berühmten schottischen Missionar und Afrikaforscher, der sich des großen geografischen Rätsels seiner Zeit verschrieben hatte, der Entdeckung der Nilquellen. Aus Faszination wurde ein Roman: Als Livingstone 1873 auf der Suche stirbt, will seine treue Gefolgschaft seinen Leichnam in seine Heimat zurückbringen. So machen sich 69 Gefährten auf den wagemutigen Weg, ihn quer durch Afrika zu tragen, angeführt von einer jungen Frau - Halima, Livingstones scharfzüngiger Köchin.“
Der Prolog stimmt auf eine abenteuerliche Geschichte ein. David Livingstone, von seinen Reisegefährten Bwana Daudi genannt, wird sein Ziel nie erreichen. Der Roman stützt sich auf zwei Perspektiven. Sehr unterhaltsam sind Halimas Erinnerungen an den Doktor und die Ereignisse. Die eigenwillige, kluge und scharfzüngige Köchin weiß sich zu wehren, Dinge anzusprechen und zu lenken. Sie lässt sich auch von ihrem Mann Amoda kaum aufhalten. Der Einstieg zur Geschichte wirkt feierlich, wenn auch dramatisch. David Livingstone hat Sklaven gerettet und sie aufgenommen, stand aber auch oft genug den kaltblütigen Sklavenhändlern hilflos gegenüber. Er bildet das Zentrum der Geschichte. Mit seinem Tod stehen seine Begleiter vor einer Herausforderung. Was ist zu tun? Die nachfolgende Reise mit dem Leichnam wird aus Sicht des angehenden Missionars Jacob Wainwright erzählt. Er versucht alles, so viele Menschen wie möglich zum Christentum zu bekehren, gerät aber an seine Grenzen. Gegensätzlicher können zwei Reiseberichterstatter nicht sein. Jacob leidet an religiöser Selbstüberschätzung. Das macht ihn fast sympathisch. Seine stoische, arrogante Art lässt Halimas Mut und Direktheit vermissen. Rätselhaft bleibt ein Außenseiter. Welchen Plan verfolgt er? Oder will er nur Zwietracht säen? Mysteriöse Vorkommnisse häufen sich. Die Auflösung überrascht nicht. Bewundernswert sind die Recherchen, die für diesen Roman nötig waren und die jahrelange Arbeit. Herausgekommen ist ein Abenteuer, das durch Jacobs Tagebuch zeitweise etwas langatmig und überkandidelt wirkt, aber durch Halima und eine paar andere Nebenfiguren, Frauen wie Männer, gewinnt.
Der Titel hat etwas Melancholisches und beschreibt das Schicksalhafte und die Hoffnung aufs Glück. „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“ befasst sich nicht nur mit einer riskanten und gefährlichen Expedition sondern auch mit dem Thema „Sklaverei“. Der Wunsch nach Freiheit berührt. Die Fragen zu offenen Schicksalen werden am Ende geklärt. Eine Namensverwechslung fällt auf, ansonsten eine runde Geschichte mit Entdecker-Flair und vielen Herausforderungen.