Robert W. Chambers ist im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt geblieben, in den USA spielt er aber in der phantastischen Literatur in einer Liga mit E. A. Poe und Ambrose Bierce. Seine 1895 erstmals erschienene Sammlung von Kurzgeschichten wurde dort unzählige Male wieder aufgelegt und
beeinflusste maßgeblich einige Titanen der Horrorliteratur, wie H. P. Lovecraft. Der „König in Gelb“ oder…mehrRobert W. Chambers ist im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt geblieben, in den USA spielt er aber in der phantastischen Literatur in einer Liga mit E. A. Poe und Ambrose Bierce. Seine 1895 erstmals erschienene Sammlung von Kurzgeschichten wurde dort unzählige Male wieder aufgelegt und beeinflusste maßgeblich einige Titanen der Horrorliteratur, wie H. P. Lovecraft. Der „König in Gelb“ oder das „Gelbe Zeichen“ taucht bis heute immer wieder als Chiffre für das Unheimliche in Filmen und Büchern auf, erfunden hat sie Chambers.
Die ersten vier Erzählungen sind durch das fiktive Theaterstück „Der König in Gelb“ miteinander verbunden, das jeden Menschen, der das verbotene Buch liest (das Stück wurde niemals aufgeführt), in den Wahnsinn treibt. Diese Idee verwendet z. B. abgewandelt der japanische Horrorfilm „The Ring“, woran man ableiten kann, wie ideenreich Chambers in seinem Metier war. Seine Kurzgeschichten stecken voller innovativer und unheimlicher Einfälle, und wie es später auch bei H. P. Lovecraft der Fall war, kann Chambers die unterschwellige, nicht fassbare Bedrohung auch atmosphärisch packend schildern. Allerdings ist er, wie Lovecraft, kein wirklich versierter Schriftsteller, seinem Stil fehlt dafür Eigenständigkeit, Eleganz und intellektueller Hintergrund. Chambers war reiner Autodidakt und hatte das Privileg, aufgrund seiner vermögenden Familie niemals von seiner Arbeit leben zu müssen. Den Erfolg des „König in Gelb“ konnte er auch nicht wiederholen und so verlegte er sich später auf seichte Gesellschaftsromane.
Interessant sind seine Kurzgeschichten vor allem durch den Einfluss, den sie auf andere hatten und immer noch haben. Ob das nun die HBO-Serie „True Detectives“ oder „Game of Thrones“ ist, Anklänge an Elemente aus Chambers Geschichten findet man an vielen Stellen, wenn man danach sucht.