Erinnerungen an die eigen Jugend
Wir begleiten Siegfrid „Sigi“ Niedermayr seit er zehn Jahre alt ist und in die erste Klasse des Gymnasium kommt. Nun, in diesem 4. Band ist er 16 Jahre alt und seine Welt ist steter Veränderung unterworfen. Das einzige, das sich nicht ändert sind seine Liebe zu
Büchern und gutes Essen, das er sich nun selbst kochen kann, obwohl er deswegen von seinem Vater…mehrErinnerungen an die eigen Jugend
Wir begleiten Siegfrid „Sigi“ Niedermayr seit er zehn Jahre alt ist und in die erste Klasse des Gymnasium kommt. Nun, in diesem 4. Band ist er 16 Jahre alt und seine Welt ist steter Veränderung unterworfen. Das einzige, das sich nicht ändert sind seine Liebe zu Büchern und gutes Essen, das er sich nun selbst kochen kann, obwohl er deswegen von seinem Vater gehänselt wird.
Wie schon in den Vorgängern erinnert sich der erwachsene Sigi beim Digitalisieren der zahlreichen Dias aus seiner Kindheit und Jugend, die er beim Ausräumen des Hauses seiner verstorbenen Mutter, entdeckt hat.
So führt er uns an bei der Betrachtung der Fotos in seine Welt von damals zurück. Eine Welt, die sich um die Schule, Mädchen und schicke Klamotten (beides beinahe unerreichbar) sowie das Erwachsenwerden in einem oberösterreichischen Dorf dreht. Es gibt kaum Unterhaltung und für Vergnügungen außerhalb fehlt Sigi das Geld. Deshalb zieht sich Sigi mit seiner Stereoanlage, die er sich von seinem Lohn aus dem Ferialjob gekauft hat, in sein Zimmer unter der Dachschräge zurück und hört die Rockmusik der 1970er. Statt wie früher Karl May liest er nun Peter Handke und Perry Rhodan. Der erste Bartflaum sprießt wie die Pickel und Sigi beginnt abzunehmen.
Sigi entwickelt sich zu einem selbstbewussten Schüler (mit durchwachsenem Noten), der seinen Mund noch nicht halten kann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Schließlich wird er zum Klassensprecher gewählt und findet sich in einer undankbaren Situation wieder.
Doch nicht alles geht glatt in seinem jungen Leben: Die Eltern trennen sich, nachdem der Vater betrunken einen Autounfall verursacht hat und nicht Sigis Mutter auf der Beifahrerseite gesessen ist. Auch seine geliebte Großmutter wird von Woche zu Woche vergesslicher. Mit der häuslichen Situation ist Sigi ziemlich überfordert. Da tritt mit Tante Irmgard endlich eine Person in seine Welt, die ihn und seine Sorgen ernst nimmt und ihm einige gute Ratschläge (bezüglich Frauen) mit auf seinen weiteren Lebensweg geben kann. Ob er sich daran hält, werden wir hoffentlich in einem nächste Band lesen können.
Meine Meinung:
Wie schon bei den Vorgängern erzählt Autor Herbert Dutzler die Episoden aus Sigis (und vermutlich seiner eigenen) Jugend mit ein wenig Augenzwinkern.
Für alle jene, die die rund um 1960 geboren sind, ist dieses Buch eine Reminiszenz an die eigene Jugend: Nachprüfung in der Schule, Liebeskummer, (Hard)Rock hören sowie erste Jeans und Glockenhosen, inklusive. Einige werden sich vermutlich mit Abscheu an das Brummen des Schädels nach übermäßigem Konsum von Bier oder Wein und dem Rauchen erinnern.
Jetzt eben, beim Rezension schreiben, habe ich Deep Purple (Made in Japan, Machine Head) sowie Black Sabbath und Uriah Heep gehört.
Fazit:
Gerne bin ich mit Sigi wieder in die 1970er-Jahre eingetaucht, auch, wenn die eine oder andere Erinnerung für mich persönlich nicht so angenehm gewesen ist (verpatzte Nachprüfung in Französisch und sitzenbleiben). Aber, das ist eine andere Geschichte. Für die von Sigi gibt es jedenfalls 5 Sterne.