Jahre zwischen Hund und Wolf von Henning Ahrens ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe. Sein Buch Mitgift wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert, was mich nicht überrascht. Jahre zwischen Hund und Wolf hat mir sehr gut gefallen.
Hardy ist Comiczeichner. Er kommt
ursprünglich aus Kiel, lebt aber seit einigen Jahren in einem kleinen Dorf in der Normandie. Seine Freundin…mehrJahre zwischen Hund und Wolf von Henning Ahrens ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe. Sein Buch Mitgift wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert, was mich nicht überrascht. Jahre zwischen Hund und Wolf hat mir sehr gut gefallen.
Hardy ist Comiczeichner. Er kommt ursprünglich aus Kiel, lebt aber seit einigen Jahren in einem kleinen Dorf in der Normandie. Seine Freundin Aîné betreibt den örtlichen Blumenladen.
Zwei Ereignisse erschüttern Hardys ruhiges Leben, erstens: Er findet am Strand die Erkennungsmarke eines deutschen Soldaten. Sein Freund Vincent, der capitaine de police, findet die Enkeltochter des in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs gefallenen deutschen Soldaten. Gisela Krause reist in die Normandie, um sich persönlich bei Hardy zu bedanken.
Das zweite wichtige Ereignis ist die Traueranzeige einer Frau, deren Name ihm nichts sagt. Neugierig reist er nach Kiel, um an der Trauerfeier teilzunehmen. Es stellt sich heraus, dass er den betagten Golden Retriever Brahma geerbt hatte. Er nimmt den Hundesenior mit in die Normandie, wo er ihm einen schönen Lebensabend beschert.
Wir begleiten Hardy in seinem Alltag als Comiczeichner. Er arbeitet am 12. Band einer Fantasy-Reihe, würde aber viel lieber eine Graphic Novel über die Zeit der deutschen Besatzung in der Normandie schreiben. Dafür befragt er den betagten Veteranen Jean-Jacques: „Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie zu den neuen deutschen Nazi-Wölfen im Schafspelz zählen. Übrigens erschreckend, aber was uns Franzosen betrifft, so haben wir nichts vergessen, und wir werden nie vergessen. Wir bleiben wachsam, Monsieur.“ In der Normandie wird jährlich der D-Day groß gefeiert, der Tag, an dem die Alliierten am Strand gelandet und Frankreich befreit haben. Im ganzen Départment finden sich Gedenk- und Erinnerungsstätten an die meist kanadischen und britischen Befreier.
Sehr berührt hat mich die Beziehung zwischen Hardy und seinem Hund. Als Hundehalterin ist mir bei der gemütlichen Zweisamkeit der beiden das Herz aufgegangen. Sehr gelacht habe ich darüber, wie die Dorfbewohner*innen es geschafft haben, Gisela Krause zu vertreiben.
Auch das Setting Normandie und das Dorf Saint-Lazare-sur-Terrette haben es mir angetan, mich teils berührt und teils zum Lachen gebracht. Der Roman endet mit der Feier zu Hardys 60. Geburtstag, zu der auch seine Tochter Lou aus London und sein Schulfreund Peter aus Frankfurt anreisen, mit dem er nach dem Abitur zum ersten Mal die Normandie bereist hatte.
Alles in allem ein sehr gelungener Normandie-Roman, den ich gerne weiterempfehle.