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Wie geschaffen für die traurig-bittere Geschichte von Toto, einem Zwitterwesen, das Mitte der 60er-Jahre im grauen Sozialismus aufwächst und dann den Kapitalismus als hässlich, brutal und kalt erfährt. Eine geniale Schöpfung der Autorin, weil es ein so lichtes Wesen nicht gibt, das „über den Dingen zu schweben scheint, die aus dieser Welt einen widerlichen Ort machen“. Aber an diesem reinen Menschen, der sich erst entscheidet ein Mann zu sein, bevor er später als Frau zu leben beginnt, demonstriert Sibylle Berg ihre geballte Abscheu gegenüber unserer Welt. Sie durchstreift mit Toto die Jahrzehnte bis ins Jahr 2030, findet für alle gewesenen Zeitabschnitte griffige Diagnosen, aber nie einen Trost. Man muss nicht derselben Ansichten sein und wird sich trotzdem an der scharfzüngigen literarischen Qualität erfreuen und vor allem an Wöhlers melodischer Sprechkunst.
© BÜCHERmagazin, Martin Maria Schwarz (mms)









