In der Hill Cove Boarding School werden Schülerinnen vermisst, doch niemand scheint etwas dagegen zu unternehmen. Aurelia, die seit ihrer Kindheit in der Schule für magische Wesen lebt, versucht also, den Fall zusammen mit Cal, Eleanor und Nate zu lösen.
“Wenn man schlechte Gefühle verdrängt,
gibt man ihnen den Raum, unbemerkt zu wachsen. Und sobald sie dann zurückkommen, sind sie oft so…mehrIn der Hill Cove Boarding School werden Schülerinnen vermisst, doch niemand scheint etwas dagegen zu unternehmen. Aurelia, die seit ihrer Kindheit in der Schule für magische Wesen lebt, versucht also, den Fall zusammen mit Cal, Eleanor und Nate zu lösen.
“Wenn man schlechte Gefühle verdrängt, gibt man ihnen den Raum, unbemerkt zu wachsen. Und sobald sie dann zurückkommen, sind sie oft so gewaltig, dass man unter ihrer Masse erstickt.” -Iva
Mit diesem Buch wurde ich nicht so richtig warm. Erst am Ende hat sich die Autorin so präsentiert, wie ich sie kenne, und so spannend und actiongeladen der Schluss auch war, reicht es nicht aus, dem Buch eine sehr gute Bewertung zu geben. Das Cover ist zusammen mit der Buchgestaltung wirklich schön geworden und die Karte der Insel ist ein nettes Extra. Der Schreibstil wiederum war ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil manche Szenen gezwungen in die Länge gezogen wurden und an anderen der Inhalt fehlt. Auch merkt man, dass die Autorin Worte bzw. kurze Sätze sehr gerne wiederholt, sodass wir ein und dasselbe oftmals dreimal lesen, als würde es den Effekt steigern (was übrigens nicht passiert ist, es hat genervt).
Ansonsten findet man sich in der Fantasy-Welt der Nachtwesen gut zurecht und das Worldbuilding, das bis hierhin fast nur die Insel umfasst, ist gut gelungen und es hat Spaß gemacht, über die geheimnisvolle Academy auf der Insel zu lesen. Auch wenn ich mich frage, warum ein Kloster gewählt wurde, was der Glaube für eine Rolle in dieser Welt hat und wofür der Countdown, der über den Kapiteln steht und die Tage runterzählt, steht? Bis zum Ende gibt es viele unbeantwortete Fragen, was natürlich dafür sorgt, dass wir den zweiten Band lesen wollen, aber es war teilweise auch nervig, wie wenig Infos uns Lesern gegeben werden. Trotzdem mochte ich die Idee des Buches mit den Faries, die sich verwandeln können, und den Nicht-Faeries, die andersartige Magie besitzen, und dem großen Krieg, der unterschwellig die Welt bedroht. Die paar Magie-Szenen hatten es auch in sich, doch besonders in der ersten Hälfte fehlte genau diese und das ist in einem Fantasy-Roman schade. Denn es wurde leider nicht geschickt umgesetzt.
Mit Aurelia kam ich von vornherein gar nicht klar. Ich hatte schon sehr lange keine Protagonistin mehr, mit der ich so gar nicht mitfühlen kann und die so flach und charakterlos ist. Sie ist die ganze Zeit depri und trauert um ihre Vergangenheit und ihre Zukunft, da sie keine Freunde hat und immer allein ist. Zwar kann ich die Hintergründe irgendwie verstehen, aber nicht nachvollziehen, denn die Beziehung zu mir fehlte komplett. Dadurch konnte ich ihre Handlungen und ihre Beweggründe genauso wenig nachvollziehen, wodurch die ersten zwei Drittel des Buches gefühlt ewig gebraucht haben. Auris Magie kam erst zum Ende richtig zum Vorschein und selbst wenn die Szene und wie sie dargestellt wurde solide ist, kann sie alles davor nicht ausradieren.
Das Zweite, was mich unfassbar genervt hat, war die Liebesstory. Ja, man weiß schon beim Lesen des Klappentextes, dass wir eine Romantasy-Geschichte haben und ich persönlich mag eine gut geschriebene Liebesgeschichte, aber das hier war sie nicht. Nate ist der klischeehafte, mysteriöse und dunkle Junge, der Auris erst im Stich lässt, dann so tut, als wären seine Geheimnisse das Ende der Welt und anschließend seinen ach so tief versteckten Gefühlen folgt, als hätten wir es nicht von der ersten Seite an erwartet. Die Gespräche zwischen ihnen waren mal authentisch und mal wirklich dumm, was man Jugendlichen nicht absprechen kann. Doch das Problem ist, dass ihre Liebe auf den Ereignissen der Vergangenheit beruht, von denen wir nur kleine Ausschnitte zu sehen bekommen, während in der Gegenwart keine Chemie zwischen ihnen ist. Dadurch wirkt die Liebe unecht und ich kann die Gefühle nicht verstehen, was sehr schade ist und sehr viel von der ansonsten guten Story ruiniert, weil Auri und Nate viel Raum einnehmen.
Andere Personen, wie zum Beispiel Auris Bruder, der süß ist und den man ins Herz schließen muss, Eleanor, die viel verbirgt, oder das Personal der Schule, hinter dem mehr steckt, als man glaubt, haben mich überzeugt und waren der Grund, aus dem ich weitergelesen habe. Schließlich ist der Plot mit den verschwundenen Schülern, der unheimlichen Vergangenheit der Insel und Auris einzigartiger Magie durchaus lesenswert und man wollte gerne die ungelösten Fälle lösen. Zwar waren sich die Charaktere oft selbst im Weg und als Leser hat man sie gefühlt angeschrien, endlich mal Fortschritte zu machen und echte Untersuchungen anzustellen, aber im Großen und Ganzen hat es Potenzial. Es ist übersät mit Klischees, aber für Einsteiger in die Fantasy-Welt und jüngere Leser ist das Buch aus diesem Grund empfehlenswert.
Insgesamt bin ich dem Buch gegenüber neutral eingestellt, weil es genauso viel Positives wie Negatives zu berichten gibt!