Gleich zu Beginn des Filmes Mitten ins Herz - Ein Song für Dich, Originaltitel übrigens schlichtweg Music and Lyrics, wird der Zuschauer 20 Jahre in die Vergangenheit katapultiert, indem wir durch ein fiktives Musikvideo der fiktiven Gruppe "PoP" mit dem Titel "PoP! Goes My Heart" eingeleitet
werden. Mittendrin singt und tanzt Hugh Grant höchstpersönlich mit Fönwelle, Schulterpolstern und…mehrGleich zu Beginn des Filmes Mitten ins Herz - Ein Song für Dich, Originaltitel übrigens schlichtweg Music and Lyrics, wird der Zuschauer 20 Jahre in die Vergangenheit katapultiert, indem wir durch ein fiktives Musikvideo der fiktiven Gruppe "PoP" mit dem Titel "PoP! Goes My Heart" eingeleitet werden. Mittendrin singt und tanzt Hugh Grant höchstpersönlich mit Fönwelle, Schulterpolstern und Hüftschwüngen zu Synthie-Pop, der den Fuß im Takt gleich schon einmal mitwippen läßt. Das Video ist witzig im typischen Stil der 80er gemacht, läßt kein Klischee der Zeit aus und man könnte meinen, es lief in den 80ern wirklich auf MTV. Ähnlichkeiten zu damaligen anderen Pop-Größen sind da natürlich reine Absicht.
In der Realität der Gegenwart ist der Ruhm von Alex Fletcher allerdings verblaßt. Zum Gelderwerb singt man vor einer Meute wild gewordener, ebenfalls in die Jahre gekommener zumeist weiblicher Fans in der erschreckend trostlosen Kulisse eines Freizeitparks oder auch mal auf Klassentreffen-Partys. Mit seinem bereits erwähnten Hüftschwung beglückt er zwar immer noch eine ganze Reihe jung gebliebener Mittdreißigerinnen, doch bei Übertreibung spürt er es doch gleich mal im Kreuz. Zu diesen Fans gehört auch Sophies Schwester Rhonda (Kristen Johnson), ein leicht hysterisch-überdehter Hardcore-Fan von Alex.
Obwohl natürlich der Film ansich und die Story im Grunde doch recht vorhersehbar ist und man über ein Happy-End natürlich nicht drum rum kommt, sind es so kleine Szenen und Momente, die einen doch hin und wieder überraschen. Als Beispiel die Szene, in der Alex und Sophie auf einem Hubschrauber-Landeplatz Cora ihren fertigen Song "Way Back Into Love" zum anhören überreichen. Diese legt die CD in ihren portablen CD-Player ein und setzt einen Kopfhörer auf. Da herrscht erstmal ungewöhnlich minutenlange Ruhe auf der Leinwand, während Cora mit geschlossenen Augen sich das Ding anhört und Alex und Sophie total nervös auf eine Reaktion warten. Da dachte ich mir, die sagt bestimmt gleich im Zicken-Stil, das Teil sei grottig oder so. Ich war von der Reaktion dann doch leicht überrascht und Cora ist gar nicht zickig, nur leicht esotherisch-gaga. Der Running Gag durchweg für mich ist, wenn Sophie immer ihr Zeugs gedankenverloren und plappernd auf Alex' Flügel ablegt und er dabei jedes Mal einen panikartigen Blick aufsetzt und dezent einschreitet, damit das Teil auch ja keine Kratzer abkriegt. Mehr will ich jetzt aber zur Handlung nicht verraten.
Hugh Grant und Drew Barrymore geben auf der Leinwand ein höchst sympathisches Duo ab, das mit Witz, Charme und Selbstironie agiert und es schlichtweg Spaß macht, ihnen dabei zuzuschauen. Die beiden versprühen Unmengen von Humor. Allein Grant hat man die schlagfertigsten Dialoge zugeschanzt, die wie ein Feuerwerk durchweg im Film wunderbar zünden. Dabei wirft er diese Pointen so beiläufig und in jeder Situation passend hin, daß man über ein Schmunzeln, Kichern oder gar herzhaftes Lachen nicht umhin kommt. Barrymore komplettiert das mit ihren sympathisch-schrulligen Macken. Ehrlich, so viel hab ich in einem Film lange nicht mehr gelacht. Hinzu kommen noch die ganzen Seitenhiebe und Namen der guten, alten 80er, die eben wohl nur Leute aus meiner Generation richtig verstehen. Aber auch für das Jungvolk wird gesorgt, wenn allein schon Cora auftaucht und halb nackt mit zig ablenkenden Tänzern ihre (Bühnen-)Auftritte absolviert. Eye-Candy halt. Und auch hier gibt es Seitenhiebe auf die heutige Musikindustrie und diverser Comeback- oder Retro-Shows. Beide Schauspieler singen ihre Texte übrigens selbst. Zudem gibt es praktisch in diversen kurzen Szenen einen Epilog. Daher sitzen bleiben und den Abspann genießen.
Mitten ins Herz - Ein Song für Dich ist als Liebeskomödie natürlich eine leichte Kost und hat ein etwas arg kitschiges Happy-End, verströmt aber jene witzige Leichtigkeit, welche es dem Zuschauer ermöglicht, sich entspannt in den Sessel zu lehnen und den Film einfach zu genießen. Spaß pur