Drei Gemälde werden über Nacht in der altehrwürdigen Eremitage in St. Petersburg gegen wertlose Kopien ausgetauscht. Eigentlich handelt es sich dabei auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Kunstraub, doch Sie vermuten mehr dahinter. Eine Geheimorganisation steht im Verdacht, seit Jahrhunderten - auch unter Einsatz von tödlicher Gewalt - Kunstwerke verschwinden zu lassen, die den Engel des Todes zeigen. - Warum? Finden Sie es heraus - in der Rolle von Lara und Max gilt es den Machenschaften der Sekte "Ikuinen Nukkuja" ein Ende zu setzen und sich dabei auch nicht vom Engel des Todes höchstpersönlich aufhalten zu lassen - Gänsehaut garantiert!
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Menschen äußerst empfänglich für Verschwörungstheorien sind. Mondlandung? Nur inszeniert! John F. Kennedy? Vom CIA ermordet! Tod der RAF-Führungsmitglieder? In der Nacht von Stammheim durch den deutschen Staatsschutz exekutiert! Zu zahlreichen Ereignissen, die eine große Anzahl von Menschen emotionalisieren, gibt es die entsprechende Verschwörungstheorie.
Dieses Interesse findet seinen Niederschlag ebenfalls in unzähligen Unterhaltungsmedien, vom Buch über den Film bis zum PC-Spiel, die sich des Themas Verschwörung bedienen. Hier reiht sich auch das Mystery-Adventure Memento Mori ein, das wir für euch getestet haben
Geheimakte 3?
Machen wir mal einen kleinen Test. Welches Adventure suchen wir? Ein geheimer Orden, dessen Mitglieder in Mönchskutten gekleidet sind, ein Hauptprotagonist namens Max, eine russische, rothaarige Zicke! Ha, wer hat da Geheimakte gerufen? Tatsächlich handelt es sich hier aber um Memento Mori, dass sich anscheinend ein wenig von eben jenem erfolgreichen Adventure hat inspirieren lassen. Doch der Reihe nach...
Das Abenteuer beginnt scheinbar harmlos mit einer Sicherheitspanne in der Eremitage von St.Petersburg. Mitten in der Nacht fielen sämtliche Alarmanlagen und Kameras in dem bedeutenden russischen Kunstmuseum aus. Der äußere Sicherheitsring blieb jedoch intakt. Zudem wurde anscheinend nichts gestohlen. Da jedoch ganz offensichtlich jemand das Sicherheitssystem manipuliert hat, wird der für die Sicherheit verantwortliche Oberst Ostankovic misstrauisch und sucht den Kontakt zu seiner ehemaligen Mitarbeiterin und jetzigen Interpol-Ermittlerin Lara Svetlova. Da dem Oberst sehr an seinem Ansehen gelegen ist (O-Ton: Der Präsident will mir eine Medaille verleihen!) und etwas unter Druck steht, bittet er daher auch nicht um Laras Hilfe, sondern schenkt ihr gleich reinen Wein ein. Entweder sie hilft ihm oder er zerstört ihre Karriere. Zudem soll Lara den Franzosen Max Durand kontaktieren, mit dem die junge Polizistin eines gemeinsam hat. Ostankovic hat auch ihn in der Hand und stellt den ehemaligen Kunstfälscher vor die Wahl: Knast oder Kooperation! Da Max die Entscheidung zunächst recht einfach erscheint, macht er sich zusammen mit Lara daran, die Vorkommnisse in der St.Petersburger Eremitage zu untersuchen. Dabei kommen sie einem geheimen Orden (ja, genau, die in den Mönchskutten) auf die Spur, der bedeutende Kunstwerke gegen Fälschungen austauscht und auch vor Mord nicht zurückschreckt.
Mit dem Kunstfälscher und der Polizistin unterwegs
Gesteuert werden Max und Lara aus der 3rd-Person-Perspektive. Per Linksklick auf die Maus wandern der Kunstfälscher und die Polizistin durch die Szenen, ein Doppelklick macht ihnen Beine. Auf Wunsch lassen sich Szenen meistens (es gibt auch Aussetzer) sofort durch einen Doppelklick auf einen mit einem grünen Pfeil markierten Bildschirmausgang verlassen.
Bei interessanten Gegenständen oder Personen verwandelt sich der Cursor in ein interaktionsabhängiges Symbol wie beispielsweise eine Hand für das Aufnehmen von Objekten. Gibt es mehr als eine Möglichkeit, mit einem Gegenstand zu interagieren, ist das Symbol halbiert. Per Linksklick lässt sich dann die links angezeigte Aktion und dementsprechend per Rechtsklick die rechts angezeigte ausführen. Objekte landen, nachdem sie kurz auf dem Bildschirm eingeblendet werden, im Inventar, das sich durch das Scrollen der Maus an den oberen Bildschirmrand öffnen lässt. Hier hat sich auch gleich ein kleines Problem eingeschlichen. Bisweilen öffnet sich das Inventar beim Versuch, etwa einen Ausgang am oberen Bildschirmrand anzuklicken, ein wenig zu schnell, so dass Lara bzw. Max erst noch ein paar Schritte in die entsprechende Richtung bewegt werden müssen.
Auf die Betrachtungsweise kommt es an
Die Kombinationsrätsel wurden gut in die Story eingebettet und sind zumeist recht schnell gelöst, das sich der Schwierigkeitsgrad in Grenzen hält. Möchte man zwei Objekte miteinander kombinieren, werden diese entweder rot oder grün eingefärbt. Dies zeigt an, ob eine Kombination grundsätzlich möglich ist oder nicht. Grundsätzlich deshalb, weil immer wieder einmal Situationen vorkommen, in denen die Kombination von zwei Objekten zwar richtig, aber von den Entwicklern nicht für diesen Zeitpunkt vorgesehen ist. Das bedeutet, dass sich der Spieler bisweilen an eine gewissen Reihenfolge beim Rätseln halten muss, obwohl eine andere Aktion wie beispielsweise das Ausleihen eines Schlüssels im jeweiligen Moment mindestens genauso logisch erscheint. Wer einmal gar nicht weiter weiß, muss nicht verzagen und kann statt dessen auf die Hotspot-Anzeige zurückgreifen. Mit der Tabulator-Taste lassen sich wichtige (roter Kreis) und der Spielatmosphäre dienliche (grauer Kreis) Objekte anzeigen. Die letzteren sind für das Fortkommen im Spiel nicht erforderlich und sollen vielmehr für Spieltiefe sorgen.
Ein interessantes Feature ist, dass bestimmte Gegenstände in einer Detailansicht von allen Seiten betrachtet werden können und dies gekonnt in die Knobeleien eingebaut wurde. Daher erscheint es immer ratsam, aufgesammelte Objekte im Inventar noch einmal genauer zu untersuchen. Darüber hinaus gehören Handy und PC zu den liebsten Kommunikationsmitteln von Lara und Max, weshalb sie ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gameplays sind. Zumeist erschöpft sich der Rätselanteil aber darin, zum richtigen Zeitpunkt einen bestimmte E-Mail zu schreiben oder jemanden anzurufen. Durch stupides Ausprobieren lassen sich die Dialogrätsel lösen, da Max und Lara nach einer falschen Antwort eine neue Chance erhalten. Anders als in vielen Adventures wird in Memento Mori keine Dialogzeile ausgewählt, sondern lediglich die Art der Reaktion ausgewählt: positiv, negativ und fragend. Da dies teilweise unter Zeitdruck geschieht und Einfluss auf das Ende des Spiels hat, wirkt dieses Feature sehr motivierend und erfrischend anders.
Alles hat ein Ende, nur Memento Mori nicht
Zwar wird die düstere und spannende Geschichte mitsamt ihren ansatzweise vielschichtigen Charakteren dramaturgisch gut erzählt. Dennoch ist das Geheimnis um die verschwundenen Kunstwerke schließlich erstaunlich unspektakulär und der Spieler bleibt mit ein paar Falten auf der Stirn und dem Gedanken Was? Und dafür der ganze Aufwand? zurück. Ob sich Abenteurer angesichts der etwas enttäuschenden Auflösung der Story nochmals an das Adventure wagen und einen neuen Anlauf nehmen, um eines der acht verschiedenen Enden zu sehen, ist daher zumindest fraglich.
Diese Enden unterscheiden sich ohnehin nur insofern, als dass Entscheidungen und Reaktionen auf Fragen und Situationen während des Spiels Auswirkungen auf die Zukunft der beiden spielbaren Hauptcharaktere Max und Lara haben. Einen neuen Abspann wird der Spieler nicht sehen, sondern lediglich einen anderen Off-Kommentar über die zukünftigen Ereignisse aus dem Leben der Hauptprotagonisten hören.
Herrliche 3D-Pracht
Die grafische Präsentation ist insgesamt gelungen. Transportiert wird die Geschichte u.a. durch ausgezeichnete 3D-Zwischensequenzen und Cutscenes. Zudem vermittelt die dynamische Kamera Film-Atmosphäre, wenngleich der jeweilige Blickwinkel nicht immer vorteilhaft erscheint. Die 3D-Umgebungsgrafik sieht sehr schön aus. Insbesondere die schicken Licht- und Schatteneffekte sorgen für eine atmosphärische Optik. Zahlreiche Animationen von Autos über Fußgänger bis zu Vögeln runden das positive Bild ab. Prima ist auch, dass Aktionen wie etwa das Klettern auf eine Kiste oder das Aufnehmen eines Gegenstands grafisch glaubhaft dargestellt werden. Auch in Adventures jüngerer Zeit ist man hier leider anderes gewohnt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass bei Aktionen, die die Kamera nicht erfasst, ein Extra-Fenster geöffnet und das Geschehen herangezoomt wird.
Auch die Bewegungen und Animationen der Charaktere können gefallen. Allerdings nicht ausnahmslos, da die etwas ausdruckslosen Gesichter und deren schwache Mimik negativ auffallen. Ebenso bemerkt man, dass hier und da ein wenig mehr Texturen nicht geschadet hätten.
Nicht ganz so überzeugend präsentiert sich die akustische Seite von Memento Mori. Die Sprecher sind ordentlich bis gut, aber auch nicht mehr. Einzig die Synchronstimme von Max ist hier eine positive Ausnahme. Bei Lara ist die Sprecherin insofern gut gewählt, als dass die Stimme exakt zu ihrem nervigen Charakter passt. Es sei dahingestellt, ob hier Absicht oder Zufall dahinter stecken. Als ein echter Atmosphäre-Killer erweist sich in jedem Fall die Tatsache, dass die Schlüsselfigur des Spiels nicht mit einem besseren Sprecher besetzt worden ist. Doch auch andere Stimmen sind bisweilen so unpassend, dass sie der Atmosphäre des Spiels eher abträglich sind. Dies kommt beispielsweise vor, wenn eine erwachsene Frau mit verstellt hoher Stimme die Rolle eines Kindes spricht oder nur zu deutlich ist, dass die Rolle eines alten Mannes von einem Sprecher mittleren Alters schlecht imitiert wird.
Der Soundtrack ist generell sehr atmosphärisch. Melancholische Klavierstücke wechseln sich mit schnellen, bedrohlichen Sounds ab. Allerdings ist der Einsatz dieser verschiedenen Musikelemente nicht immer gelungen, so dass in einer völlig harmlosen Situation bisweilen völlig unpassendende Sounds aus den Lautsprechern dröhnen.
Fazit: Bezüglich der Story wagt Entwickler Centauri Production nicht viel Neues. Parallelen zu Geheimakte 2 sowie anderen Spielen und Filmen sind nur zu deutlich. Gute Storyelemente zu kopieren ist keineswegs verwerflich, wenn die Umsetzung stimmt. Das schafft Memento Mori auch weitgehend. Gepaart mit der schönen 3D-Grafik, den herrlichen Zwischensequenzen, den cineastischen Kameraperspektiven sowie den eher einfachen Rätseln will Memento Mori in erster Linie eine spannende und düstere Geschichte erzählen. Dies schafft das Mystery-Adventure auch über weite Strecken. Dennoch stört neben der insgesamt nur durchschnittlichen Vertonung der Haupt- und Nebencharaktere die etwas enttäuschende Auflösung der Story.
Insgesamt ist Memento Mori jedoch ein gutes Mystery-Adventure, in das sich Abenteurer guten Gewissens für rund zehn bis zwölf Stunden stürzen können.
Wertung: 84 von 100 Punkten
(Stephan Petersen/GameCaptain.de)
Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-BesprechungDieses Interesse findet seinen Niederschlag ebenfalls in unzähligen Unterhaltungsmedien, vom Buch über den Film bis zum PC-Spiel, die sich des Themas Verschwörung bedienen. Hier reiht sich auch das Mystery-Adventure Memento Mori ein, das wir für euch getestet haben
Geheimakte 3?
Machen wir mal einen kleinen Test. Welches Adventure suchen wir? Ein geheimer Orden, dessen Mitglieder in Mönchskutten gekleidet sind, ein Hauptprotagonist namens Max, eine russische, rothaarige Zicke! Ha, wer hat da Geheimakte gerufen? Tatsächlich handelt es sich hier aber um Memento Mori, dass sich anscheinend ein wenig von eben jenem erfolgreichen Adventure hat inspirieren lassen. Doch der Reihe nach...
Das Abenteuer beginnt scheinbar harmlos mit einer Sicherheitspanne in der Eremitage von St.Petersburg. Mitten in der Nacht fielen sämtliche Alarmanlagen und Kameras in dem bedeutenden russischen Kunstmuseum aus. Der äußere Sicherheitsring blieb jedoch intakt. Zudem wurde anscheinend nichts gestohlen. Da jedoch ganz offensichtlich jemand das Sicherheitssystem manipuliert hat, wird der für die Sicherheit verantwortliche Oberst Ostankovic misstrauisch und sucht den Kontakt zu seiner ehemaligen Mitarbeiterin und jetzigen Interpol-Ermittlerin Lara Svetlova. Da dem Oberst sehr an seinem Ansehen gelegen ist (O-Ton: Der Präsident will mir eine Medaille verleihen!) und etwas unter Druck steht, bittet er daher auch nicht um Laras Hilfe, sondern schenkt ihr gleich reinen Wein ein. Entweder sie hilft ihm oder er zerstört ihre Karriere. Zudem soll Lara den Franzosen Max Durand kontaktieren, mit dem die junge Polizistin eines gemeinsam hat. Ostankovic hat auch ihn in der Hand und stellt den ehemaligen Kunstfälscher vor die Wahl: Knast oder Kooperation! Da Max die Entscheidung zunächst recht einfach erscheint, macht er sich zusammen mit Lara daran, die Vorkommnisse in der St.Petersburger Eremitage zu untersuchen. Dabei kommen sie einem geheimen Orden (ja, genau, die in den Mönchskutten) auf die Spur, der bedeutende Kunstwerke gegen Fälschungen austauscht und auch vor Mord nicht zurückschreckt.
Mit dem Kunstfälscher und der Polizistin unterwegs
Gesteuert werden Max und Lara aus der 3rd-Person-Perspektive. Per Linksklick auf die Maus wandern der Kunstfälscher und die Polizistin durch die Szenen, ein Doppelklick macht ihnen Beine. Auf Wunsch lassen sich Szenen meistens (es gibt auch Aussetzer) sofort durch einen Doppelklick auf einen mit einem grünen Pfeil markierten Bildschirmausgang verlassen.
Bei interessanten Gegenständen oder Personen verwandelt sich der Cursor in ein interaktionsabhängiges Symbol wie beispielsweise eine Hand für das Aufnehmen von Objekten. Gibt es mehr als eine Möglichkeit, mit einem Gegenstand zu interagieren, ist das Symbol halbiert. Per Linksklick lässt sich dann die links angezeigte Aktion und dementsprechend per Rechtsklick die rechts angezeigte ausführen. Objekte landen, nachdem sie kurz auf dem Bildschirm eingeblendet werden, im Inventar, das sich durch das Scrollen der Maus an den oberen Bildschirmrand öffnen lässt. Hier hat sich auch gleich ein kleines Problem eingeschlichen. Bisweilen öffnet sich das Inventar beim Versuch, etwa einen Ausgang am oberen Bildschirmrand anzuklicken, ein wenig zu schnell, so dass Lara bzw. Max erst noch ein paar Schritte in die entsprechende Richtung bewegt werden müssen.
Auf die Betrachtungsweise kommt es an
Die Kombinationsrätsel wurden gut in die Story eingebettet und sind zumeist recht schnell gelöst, das sich der Schwierigkeitsgrad in Grenzen hält. Möchte man zwei Objekte miteinander kombinieren, werden diese entweder rot oder grün eingefärbt. Dies zeigt an, ob eine Kombination grundsätzlich möglich ist oder nicht. Grundsätzlich deshalb, weil immer wieder einmal Situationen vorkommen, in denen die Kombination von zwei Objekten zwar richtig, aber von den Entwicklern nicht für diesen Zeitpunkt vorgesehen ist. Das bedeutet, dass sich der Spieler bisweilen an eine gewissen Reihenfolge beim Rätseln halten muss, obwohl eine andere Aktion wie beispielsweise das Ausleihen eines Schlüssels im jeweiligen Moment mindestens genauso logisch erscheint. Wer einmal gar nicht weiter weiß, muss nicht verzagen und kann statt dessen auf die Hotspot-Anzeige zurückgreifen. Mit der Tabulator-Taste lassen sich wichtige (roter Kreis) und der Spielatmosphäre dienliche (grauer Kreis) Objekte anzeigen. Die letzteren sind für das Fortkommen im Spiel nicht erforderlich und sollen vielmehr für Spieltiefe sorgen.
Ein interessantes Feature ist, dass bestimmte Gegenstände in einer Detailansicht von allen Seiten betrachtet werden können und dies gekonnt in die Knobeleien eingebaut wurde. Daher erscheint es immer ratsam, aufgesammelte Objekte im Inventar noch einmal genauer zu untersuchen. Darüber hinaus gehören Handy und PC zu den liebsten Kommunikationsmitteln von Lara und Max, weshalb sie ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gameplays sind. Zumeist erschöpft sich der Rätselanteil aber darin, zum richtigen Zeitpunkt einen bestimmte E-Mail zu schreiben oder jemanden anzurufen. Durch stupides Ausprobieren lassen sich die Dialogrätsel lösen, da Max und Lara nach einer falschen Antwort eine neue Chance erhalten. Anders als in vielen Adventures wird in Memento Mori keine Dialogzeile ausgewählt, sondern lediglich die Art der Reaktion ausgewählt: positiv, negativ und fragend. Da dies teilweise unter Zeitdruck geschieht und Einfluss auf das Ende des Spiels hat, wirkt dieses Feature sehr motivierend und erfrischend anders.
Alles hat ein Ende, nur Memento Mori nicht
Zwar wird die düstere und spannende Geschichte mitsamt ihren ansatzweise vielschichtigen Charakteren dramaturgisch gut erzählt. Dennoch ist das Geheimnis um die verschwundenen Kunstwerke schließlich erstaunlich unspektakulär und der Spieler bleibt mit ein paar Falten auf der Stirn und dem Gedanken Was? Und dafür der ganze Aufwand? zurück. Ob sich Abenteurer angesichts der etwas enttäuschenden Auflösung der Story nochmals an das Adventure wagen und einen neuen Anlauf nehmen, um eines der acht verschiedenen Enden zu sehen, ist daher zumindest fraglich.
Diese Enden unterscheiden sich ohnehin nur insofern, als dass Entscheidungen und Reaktionen auf Fragen und Situationen während des Spiels Auswirkungen auf die Zukunft der beiden spielbaren Hauptcharaktere Max und Lara haben. Einen neuen Abspann wird der Spieler nicht sehen, sondern lediglich einen anderen Off-Kommentar über die zukünftigen Ereignisse aus dem Leben der Hauptprotagonisten hören.
Herrliche 3D-Pracht
Die grafische Präsentation ist insgesamt gelungen. Transportiert wird die Geschichte u.a. durch ausgezeichnete 3D-Zwischensequenzen und Cutscenes. Zudem vermittelt die dynamische Kamera Film-Atmosphäre, wenngleich der jeweilige Blickwinkel nicht immer vorteilhaft erscheint. Die 3D-Umgebungsgrafik sieht sehr schön aus. Insbesondere die schicken Licht- und Schatteneffekte sorgen für eine atmosphärische Optik. Zahlreiche Animationen von Autos über Fußgänger bis zu Vögeln runden das positive Bild ab. Prima ist auch, dass Aktionen wie etwa das Klettern auf eine Kiste oder das Aufnehmen eines Gegenstands grafisch glaubhaft dargestellt werden. Auch in Adventures jüngerer Zeit ist man hier leider anderes gewohnt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass bei Aktionen, die die Kamera nicht erfasst, ein Extra-Fenster geöffnet und das Geschehen herangezoomt wird.
Auch die Bewegungen und Animationen der Charaktere können gefallen. Allerdings nicht ausnahmslos, da die etwas ausdruckslosen Gesichter und deren schwache Mimik negativ auffallen. Ebenso bemerkt man, dass hier und da ein wenig mehr Texturen nicht geschadet hätten.
Nicht ganz so überzeugend präsentiert sich die akustische Seite von Memento Mori. Die Sprecher sind ordentlich bis gut, aber auch nicht mehr. Einzig die Synchronstimme von Max ist hier eine positive Ausnahme. Bei Lara ist die Sprecherin insofern gut gewählt, als dass die Stimme exakt zu ihrem nervigen Charakter passt. Es sei dahingestellt, ob hier Absicht oder Zufall dahinter stecken. Als ein echter Atmosphäre-Killer erweist sich in jedem Fall die Tatsache, dass die Schlüsselfigur des Spiels nicht mit einem besseren Sprecher besetzt worden ist. Doch auch andere Stimmen sind bisweilen so unpassend, dass sie der Atmosphäre des Spiels eher abträglich sind. Dies kommt beispielsweise vor, wenn eine erwachsene Frau mit verstellt hoher Stimme die Rolle eines Kindes spricht oder nur zu deutlich ist, dass die Rolle eines alten Mannes von einem Sprecher mittleren Alters schlecht imitiert wird.
Der Soundtrack ist generell sehr atmosphärisch. Melancholische Klavierstücke wechseln sich mit schnellen, bedrohlichen Sounds ab. Allerdings ist der Einsatz dieser verschiedenen Musikelemente nicht immer gelungen, so dass in einer völlig harmlosen Situation bisweilen völlig unpassendende Sounds aus den Lautsprechern dröhnen.
Fazit: Bezüglich der Story wagt Entwickler Centauri Production nicht viel Neues. Parallelen zu Geheimakte 2 sowie anderen Spielen und Filmen sind nur zu deutlich. Gute Storyelemente zu kopieren ist keineswegs verwerflich, wenn die Umsetzung stimmt. Das schafft Memento Mori auch weitgehend. Gepaart mit der schönen 3D-Grafik, den herrlichen Zwischensequenzen, den cineastischen Kameraperspektiven sowie den eher einfachen Rätseln will Memento Mori in erster Linie eine spannende und düstere Geschichte erzählen. Dies schafft das Mystery-Adventure auch über weite Strecken. Dennoch stört neben der insgesamt nur durchschnittlichen Vertonung der Haupt- und Nebencharaktere die etwas enttäuschende Auflösung der Story.
Insgesamt ist Memento Mori jedoch ein gutes Mystery-Adventure, in das sich Abenteurer guten Gewissens für rund zehn bis zwölf Stunden stürzen können.
Wertung: 84 von 100 Punkten
(Stephan Petersen/GameCaptain.de)