Autor im Porträt

Toptitel von Henri Bergson

Materie und Gedächtnis (eBook, ePUB)



eBook, ePUB
"Materie und Gedächtnis" (Französisch: "Matière et mémoire", 1896) ist ein Buch des französischen Philosophen Henri Bergson. Sein Untertitel lautet "Essai sur la relation du corps à l'esprit" (Abhandlung über die Beziehung zwischen Körper und Geist). Das Werk stellt eine Analyse der klassischen philosophischen Probleme bezüglich dieser Beziehung dar. Innerhalb dieses Rahmens dient die Analyse des Gedächtnisses dazu, das Problem zu klären. "Materie und Gedächtnis" wurde als Reaktion auf das 1881 erschienene Buch "Les maladies de la mémoire" von Théodule Ribot geschrieben. Ribot behauptete, dass die Erkenntnisse der Hirnforschung bewiesen, dass das Gedächtnis in einem bestimmten Teil des Nervensystems angesiedelt sei, nämlich im Gehirn, und dass es daher materieller Natur sei. Bergson war gegen diese Reduktion von Geist auf Materie. Er vertrat eine klare antireduktionistische Position und vertrat die Auffassung, dass das Gedächtnis eine zutiefst spirituelle Natur hat und das Gehirn dem Bedürfnis dient, das gegenwärtige Handeln zu orientieren, indem es relevante Erinnerungen einfügt. Da das Gehirn also praktischer Natur ist, neigen bestimmte Läsionen dazu, diese praktische Funktion zu stören, ohne jedoch die Erinnerung als solche zu löschen. Die Erinnerungen sind stattdessen einfach nicht 'inkarniert' und können ihren Zweck nicht erfüllen.…mehr

 

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Zeit und Freiheit



Broschiertes Buch
In seiner 1889 veröffentlichten Dissertationsschrift Essai sur les données immédiates de la conscience (deutsche Erstausgabe 1911) unternimmt Bergson den Versuch, die Problematik von Freiheit und Determinismus auf eine grundlegend neue Basis zu stellen. Dabei legt er bereits in dieser frühen Schrift den Grundstein für sein in den folgenden Werken ausgebautes komplexes Begriffsgeflecht. Die Grundthese lautet: Das Freiheitsproblem ergibt sich aus einem Missverständnis des Zeitbegriffs, aus der Vermischung des Zeitlichen mit dem Räumlichen. Dies belegt Bergson in drei Schritten, die mit einer Analyse der Bewusstseinszustände im ersten Kapitel beginnen. Ausgehend von der Unterscheidung zwischen Reiz und Empfindung und in Auseinandersetzung mit den physikalischen und psychologischen Theorien seiner Zeit zeigt Bergson, dass zwar der Reiz, nicht aber die Empfindung einer quantitativen Messung unterworfen werden kann. Das dem Bewusstsein unmittelbar Gegebene ist also nicht quantitativ abstufbar, sondern divergiert rein qualitativ. Damit eröffnet sich ein neuer Zugang zur psycho-physischen Einheit des Ich, zugleich aber auch ein ganz neuer Begriff der Zeit. Das zweite Kapitel begründet die für Bergson grundlegende Differenzierung zwischen der messbaren Zeit und der Dauer (durée): Die messbare Zeit ist nach ihm ein »Bastardbegriff«, ein Hybridgebilde aus Dauer und Raum. Wenn Zeit analog dem Raum gedacht wird, gleichen die Bewusstseinszustände materiellen Gegenständen und lassen sich in ein kausal-deterministisches Schema pressen. Der naturwissenschaftlichen Zeitauffassung setzt Bergson die Dauer des Bewusstseins entgegen, die (so die Argumentation im dritten Kapitel) erst die Freiheit als Grund unserer psychischen Akte erschließt. Der Band bringt die für das Verständnis von Bergsons Philosophie unverzichtbare Abhandlung in der ersten deutschen Neuübersetzung seit über 100 Jahren.…mehr

 

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Henri Bergson

Henri Bergson (* Paris 1859, † Paris 1941) war einer der einflussreichsten französischen Philosophen seiner Zeit. Er entstammte einer jüdischen Familie, war Sohn eines polnischen Vaters und einer englischen Mutter. Seine frühe Kindheit verbrachte Bergson in London, später studierte er Philosophie in Paris. Von 1900 bis 1924 hatte er eine Professur am Collège de France und wurde 1914 in die Académie française aufgenommen. Für die stilistische Brillanz seiner erkenntnistheoretischen Schriften wie zum Beispiel "Schöpferische Entwicklung" oder "Die beiden Quellen der Moral und der Religion" erhielt Henri Bergson 1928 den Literaturnobelpreis für das Jahr 1927. Sein Werk "Das Lachen" war ein Meilenstein der modernen Komiktheorie und ist bis heute eine der hellsichtigsten ästhetischen Reflexionen zum Thema.