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Lena

Bewertungen

Insgesamt 91 Bewertungen
Bewertung vom 28.11.2025
This isn't happiness
Newnham, Mary

This isn't happiness


ausgezeichnet

Amy und Josh sind schon ewig ein Paar, da ist logisch, das der nächste Schritt die Hochzeit ist. Jedoch hat diese auch nach 2 Jahren noch nicht stattgefunden, so dass Joshs (übergriffige) Familie die Verantwortung übernimmt und eine Hochzeit in wenigen Wochen organisieren.

Dieser Zeitdruck bringt Amy dazu, die ganze Beziehung zu überdenken und sie kommt immer mehr zu dem Schluss… sie sind zu verschieden.

Ich hatte einen schlimmen Bookhangover nach diesem Roman. Er ist lustig, er ist nachdenklich und er rüttelt uns wach! Er zeigt uns, dass wir uns auch mal wehren müssen, vor allem wenn es um so persönliche Dinge wie eine Hochzeit geht. Er zeigt uns, dass wir sehr wohl sagen dürfen, wenn uns etwas in der Beziehung fehlt und dass wir unser eigenes Ding durchziehen dürfen, natürlich nur wenn niemand ernsthaft dabei verletzt wird.

Leute, kauft dieses Buch, ihr werdet es sicherlich lieben!

Bewertung vom 27.11.2025
Der Äthiopier
Bartel, Dorrit

Der Äthiopier


ausgezeichnet

Fayissa wird in jungen Jahren seiner Familie in der Savanne entrissen. Er muss seine Mutter, seine geschwister und seinen zahmen Geparden Butschu verlassen, um ein neues und besseres Leben zu bekommen. Als ich das gelesen habe, musste ich schon schlucken. Ist es denn ein besseres Leben, wenn man so früh so traumatisch aus seiner Familie gerissen wird? Die Erziehung der Nonnen fand ich fragwürdig, die Strafen brutal. Gut, dass sie immerhin für eine Vertrauensperson gesorgt haben.


Auch nach der Schule geht es nun für Adane, der auch seinen Namen aufgeben musste, holprig weiter. Ich bin entsetzt, was damals alles in Äthiopien geschah und wie wenig darüber bekannt ist. Wie im Buch geschrieben - über Äthiopien beziehungsweise dem ganzen afrikanischen Kontinent wird nicht viel in Europa berichtet.

adane / Fayissa hatte ein aufregendes und entbehrungsreiches Leben, das mich einiges gelehrt hat. Hauptsächlich Dankbarkeit für die Stabilität und den Überfluss den wir hier haben. Er macht eine gute Sache mit seinem Bildungsprogramm und ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute und Frieden.

Bewertung vom 09.11.2025
9 Jahre Wahn
Stehfest, Eric

9 Jahre Wahn


sehr gut

9 Jahre Wahn - das ist definitiv kein Buch für zwischendurch. Es hält uns schonungslos den Spiegel vor und zeigt, welche Abgründe in unseren Seelen lauern können.


erics Leidensweg habe ich schon in 9 Tage wach gelesen, ich glaube er ist ein sehr, sehr starker Mensch. Dass 10 Jahre Crystal Meth und seine Vergangenheit in einer paranoiden Schizophrenie enden überrascht mich ehrlich gesagt nicht. So etwas geht nicht spurlos an einem Menschen vorbei. Ich finde dieses Buch ist wahnsinnig wichtig, um dieses Krankheitsbild kennenzulernen und vielleicht auch zu erkennen und dem Menschen nicht den Rücken kehren. Den sie brauchen uns noch um ein vielfaches mehr, als ein psychisch gesunder Mensch. Wir brauchen ein Bewusstsein für psychische Erkrankungen.

Die Geschichte von Andreas hat mich sehr mitgenommen.

Das Buch hat mir gut gefallen, jedoch ist mir der Schreibstil und die wechselnden Schriftarten etwas schwer gefallen. Aber es passt sehr zum Thema das Buches! Man muss sich definitiv Zeit nehmen!

Bewertung vom 22.10.2025
Adama
Tidhar, Lavie

Adama


ausgezeichnet

Schonungslose Geschichte

Im Zentrum dieses Romans steht Ruth, eine Ungarin, die sich vor der zusamentribung der ungarischen Juden nach Palästina aufmacht um dort ein neues Leben zu beginnen. Ebenfalls im Zentrum steht der Kibbuz Trashim, Ort der Hoffnung und des Todes.

Ich bin sprachlos nach dieser Lektüre zurückgeblieben. Es ist so verdammt unfair, wenn Menschen andere Menschen töten und vertreiben dies als „Säuberung“ darstellen und so eiskalt vorgingen wie im Jahr 1948. diesen Schmerz zu vergessen, wird wohl das größte Thema im Nahostkonflikt bleiben. Ich kann immer noch kaum fassen, dass trotz all der Gräueltaten immer noch Israel als Verteidiger angesehen wird. Am meisten erschreckt mich, dass die meisten Zionisten nicht du gequälten Juden waren, sondern auch Menschen, die schon immer Seite an Seite mit den Arabern gelebt haben.

Am beeindruckendsten fand ich Shosh - sie hat die Gräuel in Auschwitz überlebt, hat ihrem Denunzianten verziehen und konnte der ganzen Gewalt den Rücken kehren.

Ein epischer Roman, der mich sehr beeindruckt und traurig gemacht hat.

Bewertung vom 05.10.2025
Mainblüte
Sandberg, Lou

Mainblüte


ausgezeichnet

Tyra nimmt sich in einer eisigen Macjt das Leben. Weil sie nicht mehr kann, sie ist gefangen in ihrem Körper und findet keinen Ausweg aus dem Druck der Außenwelt. Denn Tyra ist ein Trans-Mädchen und das in einem Milieu, in dem Andersartigkeit viel zu oft zu Mobbing und Ausschluss führt.


dies ist kein gewöhnlicher Krimi, vielmehr geht es um ein gesellschaftliches Problem. Das Thema Trans wühlt die Menschheit auf, nicht zu letzt auch durch Menschen, die trans missbrauchen um im Mittelpunkt zu stehen oder um anderen zu schaden. Es ist eine Schande, dass Trans so oft ins lächerliche gezogen wird, denn es ist für transmenschen eine starke Belastung, wenn sie nicht ernst genommen wird. Ich finde dieser Roman arbeitet das wahnsinnig gut aus. Es passt einfach alles, auch die Konflikte um Tyras Geschichte sind unheimlich gut verflochten. Es ist ein toller Roman!

Bewertung vom 03.10.2025
One On One
Harrow, Jamie

One On One


ausgezeichnet

Annie kehrt nach einigen Jahren an ihre Universität zurück, mit einem flauen Bauchgefühl. Leider läuft es in ihrer Karriere nur mäßig, daher fühlt sie sich gezwungen, diesen Schritt zu tun. Doch dort trifft sie auf Ben, ihren ehemals besten Freund und muss sich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen.

One on One, eigentlich ein Basketball-Spielzug, ist ein unfassbar einfühlsamer Roman über den harten Alltag des College-Basketballs. Den auch hier herrscht ein unglaublicher Druck, schließlich wollen die Sportler irgendwann alles in der NBA erreichen. Doch auch die Mitarbeiter müssen einiges an Druck aushalten und so manch ein Trainer nutzt seine Macht aus.
Dies wird hier zart aber doch einprägsam beschrieben, eingebettet in eine schöne Slow burn Liebesgeschichte. Eigentlich bin ich nicht so der Spice Fan, hier ist er nur wenig vorhanden und auch nicht unangenehm! Große Empfehlung!

Bewertung vom 27.09.2025
Die Frau der Stunde
Specht, Heike

Die Frau der Stunde


ausgezeichnet

Mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass unsere erste (!!) Außenministerin Anna-Lena Baerbock war… im Jahr 2021! Das zeigt uns doch auch wieder, wie wichtig solche Romane sind, wie aufrüttelnd sie sein können.

Die Hauptcharacktere im Roman, Catharina, Suzanne und Azadeh haben mich sehr beeindruckt. Jede ist auf ihre Weise eine wahnsinnig starke Frau. Wobei Azadeh sich meiner Meinung nach zu sehr in den Mittelpunkt stellt, die hat ihrer Freundin Catharina kaum einmal gratuliert. Und feiern beste Freundinnen solche Erfolge nicht auch zusammen? Aber dennoch, sie ist eine starke Persönlichkeit und bestimmt dennoch eine gute Freundin.

Die Politik gehört in die Hände von alle. Geschlechter, alle sollten gleich abgehört werden. Man merkt heutzutage umso mehr, dass diese Gleichberechtigung leider immer noch nicht stattfindet.

Zum Roman kann ich nur sagen… Weltklasse! Ich wünschte, wir würden noch mehr über Catharinas weiteren Weg erfahren. Ich würde mich sehr freuen.

Bewertung vom 19.09.2025
Es könnte so einfach sein
Handorf, Anne

Es könnte so einfach sein


gut

Vera Albach ist eine gefeierte Autorin aus Münster und auf dem Weg in die Rente. Auf der Agenda steht noch ein letztes Buch und auch ein bisschen die Aufarbeitung der Vergangenheit. Sie erzählt ihrer Nichte von den wahren Umständen zum Tod ihres Vaters und löst damit einen großen Streit aus, der sie zum nachdenken bewegt.


„Es könnte so einfach sein“ als kreative Frau, doch Vera hat es in den 70ern leider ganz und gar nicht einfach. Erst 20 Jahre nach dem Beginn ihrer Beliebtheit, schafft sie es sich aus dem Schatten ihres männlichen Pseudonyms zu befreien. Irgendwie kam mir aber dieser Vorgang nicht sehr realistisch vor, allein die Folgen kamen mir zu gut vor. An sich fand ich Vera sympathisch und nett, aber sie hat auch ganz seltsame Anwandlungen und sie kommt mir auch ein bisschen zu egozentrisch vor. Ihr Mann muss auf jeden Fall einiges mitmachen .


Auf jeden Fall fand ich es sehr eindrücklich dargestellt, wie Frauen damals gestellt waren, nämlich ganz weit unten - sie sollten arbeiten mussten dafür aber eine Erlaubnis ihres männlichen Vormunds haben. Dinge, über die wir heute den Lg schütteln, dabei ist das gar nicht mal so lange her.


Der Roman hat mir gut gefalle , hätte aber zum Thema Emanzipation ein bisschen mehr Biss haben können.

Bewertung vom 21.08.2025
Die Freiheit so weit / Emma und Elias Bd.2
Kern, Theresa

Die Freiheit so weit / Emma und Elias Bd.2


sehr gut

Die Freiheit so weit ist der Abschluss der Dilogie über Emma und Elias.


nach einem schweren Ungall erwacht Emma im Krankenhaus, sie erinnert sich an ihren Unfall nicht. Da sie wichtige Gespräche in Deutschland wahrnehmen muss, muss sie leider zurück fliegen, bevor Elias erwacht. Sie kämpft schwer mit sich, und als er erwacht wird es nicht einfacher.

Auch die Frauen Marie und Susanne müssen sich durch ihr Leben kämpfen, ihre Geschichten faszinieren mich sehr.


Die Geschichte über Emma und Elias hat mich sehr berührt, eine schöne , schlüssige Liebesgeschichte ohne viel Tamtam und doch so wirklich.

Ihre verknüpfte Vergangenheit hat mir mehr als einmal eine Gänsehaut eingejagt, das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts war nicht einfach für kaum jemanden. Doch die beiden Frauen trifft es besonders schwer, dabei können sie über sich hinauswachsen und finden noch ihr Glück.

Ein toller Roman mit vielen interessanten Themen bei denen man noch einiges lernen kann.

Bewertung vom 06.08.2025
Der Barmann des Ritz
Collin, Philippe

Der Barmann des Ritz


ausgezeichnet

Frank Meier ist der bekannteste Barmann Europas. Einst einer Bauerjunge aus Tirol macht er sich einen Namen in New York und kehrt schließlich zurück nach Europa, genauer gesagt nach Paris. Dort führt er die berühmte Bar des Grand Hotel Ritz. Als die deutschen Paris besetzen, bewegt er sich zwischen den Fronten, elegant und doch voller Geheimnisse.

Es muss furchtbar gewesen sein, damals als sich die Welt bekriegte. Einerseits wollte man nicht einfach kapitulieren, doch sterben war für die wenigsten eine Option. Frank hat seinen Platz zwischen den Fronten gefunden und er hat seinen Teil für Frankreich beigesteuert, zwar leise aber dennoch hat er etwas getan. Auch die Einblicke in die deutsche Führubgsriege in Frankreich hat mich sehr fasziniert, es gab doch genug Zweifel am Vorgehen Hitlers. Aber leider kamen diese zu spät und die Offiziere haben grausame Dinge getan, man denke nur an die Razzia im Marais. Am schlimmsten fand ich die Ungerechtigkeit - die Leute im Hotel Ritz hatten alles, die Pariser mussten hungern und sterben. Aber am Ende hat der Krieg auch kein Erbarmen mehr mit der Borgeiose.

Besonders beeindruckend und erschütternd waren die kurzen Beschreibungen mit Bildern zu den Protagonisten. Bei Carl Stülpnagel habe ich Gänsehaut bekommen - ins Leben zurückgeholt um dann grausam exekutiert zu werden.