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Kristina_AL

Bewertungen

Insgesamt 107 Bewertungen
Bewertung vom 04.02.2025
Unmöglicher Abschied
Kang, Han

Unmöglicher Abschied


sehr gut

Die Künstlerin Inseon kontaktiert eines Tages ihre Freundin Gyeongha und bittet sie, zu ihrem Haus auf der Insel Jeju zu fahren. Inseon liegt verletzt im Krankenhaus in Seoul, und ohne die Hilfe von Inseon würde ihr kleiner weißer Vogel dort verhungern.

Also macht Gyeongha sich auf den Weg und kämpft sich durch einen verheerenden Schneesturm zum Haus ihrer Freundin. Dort findet sie nicht nur den Vogel, sondern auch die Arbeit, mit der Inseon vor ihrem Unfall beschäftigt war: die Erinnerungen ihrer Mutter an ein sehr dunkles Kapitel koreanischer Geschichte.



Für mich ist „Unmöglicher Abschied“ ein Buch der Gegensätze. Eine wunderschön poetische Sprache trifft auf großes Leid und unfassbare Brutalität. Äußerst bildhaften, detaillierten Beschreibungen folgen nebulöse Sequenzen, bei denen man nicht genau sagen, was real ist und was nicht. Mit ihrer Sprache hat mich Han Kang regelrecht verzaubert, Gyeonghas Weg durch den Schnee zu Inseons Haus ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben.

Über die Gräuel, die sich nach dem zweiten Weltkrieg auf der koreanischen Insel Jeju abgespielt haben zu lesen, ist allerdings schwer auszuhalten. Auch insgesamt strahlt dieser Roman für mich soviel Bedrückendes aus, dass es mir nicht leicht fiel, ihn bis zum Ende zu lesen.

Fazit

„Unmöglicher Abschied“ ist thematisch und literarisch eine Herausforderung, für die es vielleicht den richtigen Zeitpunkt braucht, um sich damit auseinanderzusetzen.

Bewertung vom 04.02.2025
Kronsnest
Knöppler, Florian

Kronsnest


ausgezeichnet

Mit seinem Cover, das einem Landschaftsgemälde nachempfunden ist, kommt „Kronsnest“ zunächst eher schlicht daher. Auch der Inhalt, das Leben auf dem Land in den 1920er Jahren, lässt erst einmal nicht erahnen, welche Kraft sich im Innern verbirgt.

Hannes wird schon früh in die Arbeit auf dem elterlichen Hof in Schleswig Holstein miteinbezogen. Doch es sind nicht die körperlichen Aufgaben, die es ihm schwer machen, sondern die unberechenbaren Wutanfälle seines Vaters. Schweigsam erträgt Hannes die Demütigungen, flüchtet sich stattdessen in Bücher oder in Gedanken an Mara, ein Mädchen aus dem Dorf, das ihn mit ihrer besonderen Art so fasziniert.

Florian Knöppler zeichnet ein detailliertes Bild einer Dorfgemeinschaft in all ihrer Zerrissenheit aufgrund politischer Ereignisse, aber auch in der Gemeinschaft, die es so vielleicht nur auf dem Land gibt.

Durch feine Figurenzeichnung und eine starke Sprache gelingt es dem Autor eine Atmosphäre zu erzeugen, die wirklich begeistert. Hannes sitzt mit Mutter und Vater am Tisch, man schweigt, dann fallen ein paar Worte, es wird wieder geschwiegen. Und doch sind so viele Emotionen zu spüren, die man mit vielen Worten nicht besser hätte ausdrücken können.

Hannes Entwicklung zu verfolgen ist mal spannend, mal herzzerreißend und einfach immer intensiv.

Mit Aktionen der Landvolkbewegung werden auch politische Geschehnisse in die Geschichte eingebunden, die großen Einfluss auf die Beziehung der Charaktere zueinander haben.

„Kronsnest“ ist Florian Knöpplers Debütroman, der mit „Habichtsland“ bereits seine Fortsetzung bekommen hat.



Fazit

Dieses Buch ist so bereichernd, dass ich es wirklich jedem nur empfehlen kann.

Bewertung vom 21.01.2025
Vielleicht hat das Leben Besseres vor
Gesthuysen, Anne

Vielleicht hat das Leben Besseres vor


gut

In der kleinen Gemeinde Alpen am Niederrhein steht das Spargelfest an. Die Freude darauf wird allerdings getrübt, als Raffaella, ein Mädchen, das seit einem Unfall geistig behindert ist, bewusstlos aufgefunden wird. Keiner weiß, ob es ein Unfall war oder ein Verbrechen, das Mädchen liegt jedenfalls im Koma. Der Pastorin Anna geht der Fall sehr zu Herzen, zumal es auch noch Familienangelegenheiten gibt, die ihr Kopfzerbrechen bereiten.



Das war mein erstes Buch der Autorin und irgendwie hatte ich mir wohl etwas anderes vorgestellt bzw. einfach mehr erwartet.Ein bisschen Krimi und Dramatik, ein wenig Humor und Familiengeschichte; von all dem gibt Anne Gesthuysen hier eine Prise dazu, was mal mehr mal weniger unterhaltsam ist.

Das Schicksal der kleinen Raffaela ist tragisch und die Rückblicke, in denen der Umgang der Familie mit der neuen Lebenssituation geschildert werden, berühren tatsächlich sehr. Der „Kriminalfall“ in der Gegenwart ist auch gar nicht schlecht gelungen, da man bis zum Schluss rätselt, was passiert sein könnte.

Ansonsten lässt sich der Roman leicht lesen, bietet für meinen Geschmack aber auch nicht mehr als wirklich leichte Unterhaltung. Die Pastorin Anna konnte mich zum Beispiel kaum überzeugen, genauso wie ihr Freund und Ermittler Volker.

Die Dorfgemeinschaft ist schön politisch korrekt zusammengewürfelt und auch das Thema Diskriminierung darf natürlich nicht fehlen. Die Diskussion der Dorfbewohner hierzu fand ich allerdings ziemlich realistisch dargestellt.

Fazit

Wer auf der Suche nach leichter Lektüre ist, die aber ein durchaus ernstes Thema behandelt, ist hier sicher gut aufgehoben.

Bewertung vom 21.01.2025
Ginsterburg
Frank, Arno

Ginsterburg


sehr gut

Der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen; er zeigt die Entwicklung verschiedenster Charaktere von 1935, über die Kriegsjahre hinweg bis zum Kriegsende 1945.

In drei Abschnitten lässt Arno Frank den kleinen Ort Ginsterburg exemplarisch für viele deutsche Dorfgemeinschaften diese dunklen Jahre durchleben. Wie immer gibt es auch in Ginsterburg Menschen, die sich die Situation zunutze machen, finanziell profitieren oder ihre gesellschaftliche Stellung aufpolieren. Dem gegenüber stehen andere, die den Veränderungen entweder vordergründig gleichgültig gegenüber stehen oder ängstlich die Augen vor allem verschließen.

Während zum Beispiel die Buchhändlerin Merle, die dem Nationalsozialismus nichts abgewinnen kann, hilflos akzeptieren muss, dass ihr Sohn Lothar, der nichts anderes im Kopf hat als Fliegen zu lernen, in der Gemeinschaft der Hitlerjugend völlig aufgeht, schwingt sich Blumengroßhändler Gürckel zu neuen politischen Höhen hinauf.



Arno Frank ist es wirklich sehr gut gelungen, ein Gesellschaftsporträt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges zu entwerfen und mit seiner sehr besonderen Schreibweise zu überzeugen. Diese führt allerdings auch dazu, dass der Roman nicht nur anspruchsvoll zu lesen ist, sondern zum Teil auch anstrengend wird, da die Szenen und Perspektiven wild hin und her springen, was bei der hohen Anzahl an Protagonisten schon einiges an Konzentration verlangt.

Ein Personenverzeichnis wäre hier sehr hilfreich gewesen.

In meinen Augen hat Arno Frank ein Händchen dafür, auch einmal länger an einer Stelle zu verharren und diese auszukosten; Situationen bildhaft zu beschreiben, sodass man sie quasi fühlen kann.

Was mir bei „Seemann vom Siebener“ so sehr gefallen hatte, dass es zu einem meiner Buchhighlights geworden ist, habe ich in diesem Roman etwas vermisst. Zwar gibt es Passagen, die ich erzählerisch wunderbar fand, die in der Fülle der Ereignisse und Personen aber für meinen Geschmack zu sehr untergegangen sind.

Alles in allem ist „Ginsterburg“ ein sehr guter historischer Roman, den ich gerne gelesen habe.

Bewertung vom 21.01.2025
Die Schanze (eBook, ePUB)
Menz, Lars

Die Schanze (eBook, ePUB)


sehr gut

In seinem ersten Thriller beschert Lars Menz seiner Protagonistin Ellen ein unheimliches Willkommensgeschenk. Nach vielen Jahren kehrt die Ärztin in ihr Heimatdorf zurück, um dort eine Praxis zu übernehmen. Nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend wollte sie eigentlich nie wieder zurück, doch nicht nur ihre Schwester Saskia, die immer noch hier lebt, glaubt, dass es an der Zeit ist, sich dem Ganzen zu stellen. Doch kaum ist Ellen angekommen, wird die Leiche eines Mannes gefunden, der für sie wahrhaftig kein Unbekannter ist. Er schwebt hoch oben an der Skisprungschanze an einem Seil.



Mich hat Lars Menz mit seinem Debüt wirklich gut unterhalten, schon nach kurzer Zeit hatte ich das Buch beendet. Die Charaktere im Buch sind alle ziemlich authentisch, vor allem der ehemalige Polizist Haußer und sein Hund Connor haben mir gut gefallen.

Der Roman beginnt mit einem Mord, danach werden erst einmal die Charaktere eingeführt und die Hintergründe beleuchtet. Dieser Aufbau gefällt mir meistens gut und auch hier fand ich das Vorgehen gelungen.

Die Spannung hält sich zwar in Grenzen, zieht aber gegen Ende nochmal an.

Hier geht es nicht um atemlose Action, sondern unter anderem um das Verhalten einiger Verantwortlicher, die eine sowieso schon schreckliche Tat in der Vergangenheit noch viel grausamer gemacht haben.

Fazit

Ein gelungenes Thrillerdebüt

Bewertung vom 09.01.2025
Das Haus der Bücher und Schatten
Meyer, Kai

Das Haus der Bücher und Schatten


sehr gut

Auf zwei verschiedenen Zeitebenen lässt uns der Bestsellerautor in eine Welt voller Geheimnisse, Eigennutz und Verschwörungen eintauchen, in der Bücher eine tragende Rolle spielen.



Im Jahr 1913 reist die Lektorin Paula zusammen mit ihrem Lebensfährten ins winterliche Livland, um den berühmten Autor Aschenbrand zu treffen, den sie betreut. Dieser wohnt in einer komplett abgelegenen Villa, und was anfangs noch inspirierend und idyllisch wirkt, wird bald zum Albtraum. Im Jahr 1933 befinden wir uns in Leipzig, wo Kommissar Cornelius Frey den Selbstmord eines Mädchen verhindert, nur um am nächsten Tag den Mord an ihr und einem seiner Kollegen beobachten zu müssen.



Wieder einmal schafft es Kai Meyer zwei spannende Erzählstränge lange Zeit nebeneinander herlaufen zu lassen, um sie irgendwann geschickt miteinander zu verknüpfen.

Mir persönlich haben die Geschehnisse im einsamen Livland besonders gut gefallen. Die große Villa voller Bücher und fast ohne Bewohner hat schon eine besondere Ausstrahlung.

Auch die Handlung in Leipzig hat mich zunächst sehr gefesselt, die Ausflüge in den Bereich der Geisterbeschwörung hätte es jedoch nicht unbedingt gebraucht.

Dies ist ja bereits das dritte Buch des Autors, das im graphischen Viertel in Leipzig spielt und wieder einmal kommt die besondere Atmosphäre dieses Ortes, an dem sich alles um das gedruckte Wort dreht, sehr schön rüber. Die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten und die Zensur machen jedoch auch vor diesem Ort nicht Halt.

Wie immer liest sich auch dieser Roman von Kai Meyer hervorragend, thematisch war er mir allerdings etwas zu überladen. Einige Nebenhandlungen haben wenig zum Spannungsaufbau beigetragen, sondern eher für Verwirrung gesorgt. Im Nachhinein wirkt manches einfach zu konstruiert.

Fazit

Ein spannender und atmosphärisch dichter historischer Roman.

Bewertung vom 09.01.2025
Die Tochter der Drachenkrone
Qunaj, Sabrina

Die Tochter der Drachenkrone


sehr gut

In „Die Tochter der Drachenkrone“ erzählt die Autorin Sabrina Qunaj sehr anschaulich vom Leben der walisischen Fürstentochter Gwenllian. Als ihr Vater Anfang des 12. Jahrhunderts stirbt, stehen sich Gwenllians Brüder Gruffyd und Maelgwyn unversöhnlich gegenüber und sie muss sich für eine Seite entscheiden. Es sind unruhige Zeiten in Wales, ständig ist das Volk Übergriffen ausgesetzt. Alles, was Gwenllian tut hat den Hintergrund ihre Heimat zu schützen und zu erhalten, weshalb sie auch in die Zweckehe mit einem Krieger des walisischen Fürsten Llewelyn einwilligt. Doch schon bald spürt Gwenllian, dass ihr Zukünftiger deutlich mehr sein könnte als ein Verbündeter gegen die Feinde.



Das äußerst ansprechende Cover dieses historischen Romans und das eher ungewöhnliche Setting hatten mich neugierig gemacht. Über die politischen Verhältnisse und die Lebensumstände im mittelalterlichen Wales zu lesen hat mir viele schöne Lesestunden verschafft, auch weil die Autorin diese Zeit mit ihrer schönen Schreibweise sehr gut aufleben lässt.

Die vielen Charaktere, deren Namen für uns doch sehr fremd klingen, machen es anfangs nicht leicht, den Überblick zu behalten, doch ein Personenregister und ein Stammbaum am Ende des Buches erleichtern den Einstieg sehr.

Wie so oft in der Geschichte sind es neben tapferen Kämpfern mutige Frauen, die die Geschicke eines Volkes mitprägen. Gwenllian trägt mit ihren Entscheidungen dazu bei, ihr Volk zu verteidigen, was mir sehr imponiert hat.



Ich bin ein großer Fan historischer Romane mit vielen Seiten, doch hier hätte man vielleicht auf einige zu ausschweifende Details verzichten können, dann wäre es für mich ein perfektes Leseerlebnis geworden.



Fazit

Ein wirklich lesenswerter historischer Roman mit interessanten Charakteren, der vielleicht die ein oder andere Kürzung ganz gut vertragen hätte.

Bewertung vom 22.12.2024
Tödlicher Winter / Paul Schwartzmüller ermittelt Bd.2
Werrelmann, Lioba

Tödlicher Winter / Paul Schwartzmüller ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

In „Tödlicher Winter“ lässt die Autorin Lioba Werrelmann ihren eigenwilligen Protagonisten Paul nach Rumänien zurückkehren, an den Ort, an dem er seine Kindheit verbracht und sich im Jahr zuvor schwer verliebt hat.
War der erste Band noch im sommerlichen Siebenbürgen angesiedelt, begleiten wir Paul diesmal in sein tief verschneites rumänisches Heimatdorf, in dem einiges passiert zu sein scheint, nach seiner Rückkehr nach Deutschland.
Eigentlich ist Paul nach Siebenbürgen zurückgekehrt, um Maia wiederzusehen, in die er sich Hals über Kopf verliebt hatte. Doch als er an ihre Tür klopft, öffnet ihm ein anderer Mann und Paul muss erfahren, dass Maia in der Zwischenzeit geheiratet hat. Und würde nicht allein das reichen, um Paul in die Verzweiflung zu treiben, wird Maias Mann kurze Zeit später tot im Wald aufgefunden. Der Verdächtige - Paul.

Wieder einmal ist es der Autorin gelungen, mich komplett mitzunehmen in die für mich so unbekannte Welt der siebenbürgischen Landbewohner. Sehr angetan war ich wieder von der gemütlichen Herzlichkeit und den geselligen Runden, bei denen viele lokale Speisen serviert werden.
Paul schafft es erneut, sich in die unmöglichsten Situationen hineinzumanövrieren, aus denen er oft nur mithilfe anderer oder mit mehr Glück als Verstand herauskommt.
Genau das macht ihn für mich so sympathisch, auch wenn sein Verhalten einen manchmal in den Wahnsinn treibt.
Richtig schön winterlich ist die Stimmung diesmal. Klirrend kalt mit viel Schnee geht es mitten in die Karpaten hinein, ein wunderschönes und mystisches Szenario.
Der Kriminalfall, in den Paul verwickelt wird, passt sehr gut zum Setting, ist nicht zu blutrünstig, sondern genau richtig für entspannte und trotzdem spannende Lesestunden.

Fazit
Ein Siebenbürgen-Krimi, der mich wieder einmal bestens unterhalten hat. Ich freue mich schon auf weitere Fälle für Paul Schwartzmüller.

Bewertung vom 05.12.2024
Kiss the Right Bride
Hartig, Daniela

Kiss the Right Bride


sehr gut

June führt zusammen mit ihren Freundinnen eine ziemlich erfolgreiche Hochzeitsagentur, in der sie selbst für die Hochzeitstorten zuständig ist.

Als eines Tages ein besonders lukrativer Auftrag für eine Winterhochzeit hereinkommt, ahnt June noch nicht, dass dieser ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Denn der zukünftige Bräutigam ist kein Unbekannter. Ryder, Junes bester Freund aus Jugendzeiten, der ihr schon einmal die schlimmste Zeit ihres Lebens beschert hat, wird bald vor den Altar treten.



Eine romantische Lektüre im winterlichen New York zur Vorweihnachtszeit fand ich sehr verlockend und dieser Roman hat mich auch tatsächlich gut unterhalten.

Die Handlung wird abwechselnd aus Junes und aus Ryders Perspektive erzählt, hinzu kommt noch der ein oder andere Rückblick, der die tiefe Freundschaft der beiden schön beleuchtet.

Ryder hat mich persönlich zwar mit seiner „Ich schaff das einfach nicht“ Mentalität nach einiger Zeit etwas genervt, aber June scheint sein wiederholtes Wegducken vor schwierigen Situationen gut zu verkraften.

Die Nebencharaktere wie Junes Freundinnen und Ryders bester Kumpel Demon fand ich sehr gelungen, von ihnen wird man bestimmt noch in den Folgebänden lesen.

„Kiss the right bride“ ist eine wirklich kurzweilige Lektüre, romantisch und humorvoll sorgt sie für gemütliche Lesestunden.

Zum Ende hin wird allerdings alles ziemlich übereilt und etwas flach abgewickelt, da hätte ich mir ein sanfteres Ausklingen gewünscht.



Fazit

Ein stimmungsvoller Roman, um es sich in der kalten Jahreszeit einfach mal gemütlich zu machen und den Alltag außen vor zu lassen.

Bewertung vom 05.12.2024
Roter Sommer
Harbour, Berna Gonzalez

Roter Sommer


sehr gut

Spaniens Hauptstadt brodelt. Die Fußballweltmeisterschaft 2010 hält ganz Spanien in Atem, alle stehen fest hinter „La Furia Roja“ und fiebern dem nächsten Spiel entgegen. Doch kurz vor Beginn des Viertelfinales wird Comisaria Maria Ruiz zu einem Madrider Stadtpark gerufen. In einem See hat man hier die Leiche eines Jugendlichen gefunden, dessen markantes Tattoo die Ermittler zu einer katholischen Schule führt.

Was dort vor sich geht erschüttert selbst hartgesottene Ermittler.



„Roter Sommer“ von der spanischen Autorin Berna González Harbour ist der erste Band einer vor einigen Jahren in Spanien erschienenen Krimireihe, die nun vom Pendragonverlag herausgebracht wurde.

Schon nach den ersten Seiten wird klar, dass dies kein Krimi ist, den man nebenher lesen kann. Dazu ist nicht nur das Thema zu bedrückend, sondern die vielen Charaktere und plötzlichen Perspektivwechsel erfordern einiges an Aufmerksamkeit.

Hat man sich erstmal daran gewöhnt, kann man sich ganz der Handlung widmen, die aufwühlt und entsetzt, obwohl Missbrauch in der katholischen Kirche leider nichts Neues ist.

Die Autorin hat diese ohnehin schon erschreckende Thematik in einen absolut fesselnden Kriminalfall gepackt , der es in sich hat. Vieles bleibt lange Zeit undurchsichtig und steigert so die Spannung mehr und mehr. Völlig sprachlos liest man über die Scheinheiligkeit der Geistlichen, die wirklich glauben, sich ausschließlich vor Gott verantworten zu müssen.

Sehr authentisch dargestellt fand ich auch die Bedeutung des Glaubens im Alltag bzw. in der Familie. Hier wird an mancher Stelle tatsächlich noch weggeschaut, da nicht sein kann, was nicht sein darf.

Vor allem die Hauptfiguren des Romans sind sehr interessant, die eigenwillige Maria Ruiz und der Journalist Luna, der sich mit manch fragwürdigen Aktionen Informationen beschafft.

Allerdings fand ich den Krimi sprachlich manchmal schwierig;immer wieder wirken einige Sätze etwas hölzern, was ich aber mal der Übersetzung zuschreiben würde. Dadurch sind leider auch die Charaktere für mich etwas auf Distanz geblieben, von denen ich aber gern mehr lesen würde.





Fazit

Ein wirklich spannender Krimi, der mich bis auf die sprachlichen Unstimmigkeiten komplett überzeugt hat.

Den vierten Band dieser Reihe gibt es mit „Goyas Ungeheuer“ schon, die anderen beiden folgen hoffentlich noch.