Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
waldfee1112
Wohnort: 
Straubenhardt

Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 04.03.2025
Vor hundert Sommern
Fuchs, Katharina

Vor hundert Sommern


ausgezeichnet

Vier Frauen lernen wir in diesem Roman kennen. Da ist Lena, Anfang 20, frischgebackene Studentin in Berlin, ihre Mutter Anja, 53jährig und deren Mutter Elisabeth, mit 94 Jahren gerade ins Altenheim umgezogen. Dann ist da noch Clara, die Tante von Elisabeth, die in Berlin in den 1930iger Jahren Inhaberin eines Hundesalons ist. In einem Erzählstrang erfährt man, wie Lena, die sehr zurückgezogen lebt, sich schwer tut mit sozialen Kontakten. Erfahrungen mit Mobbing und Ausgrenzung haben sie geprägt. Ihre Mutter Anja, um die es in einem weiteren Erzählstrang geht, macht sich sowohl um ihre Tochter Lena wie auch um ihre Mutter Elisabeth, die sich im Heim nicht wohlfühlt, viele Sorgen. Im dritten Erzählstrang erfährt man von Clara im Berlin der 1920iger bis in die Mitte der 1930iger Jahre.
Der stark auflebende Antisemitismus in Deutschland nach dem Massaker vom 7. Oktober ist sowohl für Anja, wie auch für Lena ein Thema, das beiden persönlich nahe geht. Für Clara und Elisabeth hat der damalige Judenhass in den1930iger Jahren lebensverändernde Folgen, die bis ins Heute reichen. Katharina Fuchs hat sehr gut recherchiert und Geschehnisse von damals und heute realistisch dargestellt. Ich finde es mutig, dass der Antisemitismus der heutigen Zeit einen Platz im Roman findet.
Das Buch liest sich leicht, da der Schreibstil flüssig ist und die Personen lebensnah und einfühlsam beschrieben sind. Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 06.02.2025
Die Wege, die wir wählen
Austin, Lynn

Die Wege, die wir wählen


ausgezeichnet

Das neue Buch von Lynn Austin mit dem ansprechenden, schön gestalteten Cover hat mich gleich angesprochen. New York im Jahr 1898 -drei Frauen, Großmutter Junietta, ihre Schwiegertocher Sylvia und ihre Enkelin Adelaide Stanhope leben in einem riesigen Haus in einer gehobenen Wohngegend mit vielen Dienstboten. Der Familie mangelt es nicht an Geld und Sylvia liebt, Gastgeberin von rauschenden Festen zu sein. Als A.B. Stanhope, ihr Mann plötzlich stirbt und das Testament eröffnet wird, erleben die drei Frauen eine böse Überraschung. Außer dem Haus bleibt ihnen nicht viel. Allerdings haben Junietta und Sylvia ganz verschiedene Ansichten, was Reichtum und Wohlstand für sie bedeutet. Adelaide, die nicht viel Selbstvertrauen hat, ist zwischen den beiden hin- und hergerissen. Im Laufe des Romans lernt man die Geschichten von Junietta und Sylvia kennen und versteht, warum beide so handeln. Man erfährt von Verletzungen, tragischen Verlusten und Vergebung von Schuld. Lynn Austin gelingt es wunderbar, die Charaktere so zu schildern, dass man in die Geschichte eintauchen kann. Wie immer erzählt sie mit viel Feingefühl und geistlicher Weisheit. Die christlichen Aspekte des Buches sind nicht aufdringlich oder aufgesetzt, sondern hilfreich, mutmachend und zum Nachdenken anregend in die Geschichte eingeflochten. Es war wieder ein besonderes Lesevergnügen, diesen Roman von Lynn Austin zu lesen. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.