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Fürth

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Insgesamt 41 Bewertungen
Bewertung vom 19.01.2026
Jetzt gerade ist alles gut
Schäfer, Stephan

Jetzt gerade ist alles gut


sehr gut

Dein Leben ist jetzt
Eine kleine aber feine Geschichte über einen Mann, der aus einer Kleinigkeit heraus merkt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Ein kleiner Schnitt im Finger, der zu einer Sepsis führt und plötzlich ist alles anders im Leben des Ich-Erzählers. Er wird gesund und wird zum Momentensammler, Momente, die ihm früher unbedeutsam auf dem Weg lagen und die er jetzt mit der Erfahrung plötzlich mit anderen Augen sieht und zu schätzen weiß.
Das Buch ist nicht dick, die Geschichte nicht lang, aber sie prägt sich ein und man beginnt - wenn man sich darauf einlässt - die kleinen Momente wert zu schätzen und sie nicht mehr für selbstverständlich zu nehmen.
Stephan Schäfer erzählt die Geschichte ruhig und unaufgeregt, leise und so geht man langsam mit dem Ich-Erzähler seinen Weg. Jetzt gerade ist alles gut - und das verdient es wert geachtet zu werden.

Bewertung vom 19.01.2026
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
Ridzén, Lisa

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen


ausgezeichnet

Großartig geschrieben
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein großartig geschriebenes Buch über das Altwerden und das Abschiednehmen. Man erlebt die letzten Lebensmonate von Bo mit, der mit 89 alleine mit seinem Hund in seinem kleinen Häuschen in Mittelschweden lebt. Er wird von Pflegerinnen und Pflegern eines Pflegedienstes unterstützt, die ihre Beobachtungen und Informationen für die Übergabe in ein Heft schreiben und auf den Küchentisch legen. Mehrmals in der Woche besucht ihm auch sein Sohn Hans.
Bos Frau lebt seit einiger Zeit in einem Heim für Demenzkranke. In dem Roman erzählt Bo in Gedanken seiner Frau, was er erlebt, was er fühlt, was er träumt und erinnert sie an gemeinsame Erlebnisse von früher. Unterbrochen werden diese Gedanken immer wieder von den kurzen Einträgen aus Sicht der Pflegenden und des Sohnes in dem Pflegejournal.

Das Leben von Bo ist an sich nicht ungewöhnlich für einen Mann seiner Generation. Und trotzdem ist die Art, wie der Rückblick stattfindet sehr bewegend. Es ist kein leichtes Buch und gleichzeitig habe ich es mit einem inneren Frieden aus der Hand gelegt.

Bewertung vom 19.01.2026
Alexander
Schirach, Ferdinand von

Alexander


ausgezeichnet

Demokratie für Kinder erklärt
Demokratiebildung fängt schon ganz früh an. In dem Buch von Ferdinand von Schirach werden Kinder an die Hand genommen und gehen mit dem Jungen Alexander auf die Suche nach guten Gesetzen, die einem friedlichen Zusammenleben aller in der antiken Stadt Kaliste dienen. Alexander hat auf seiner Reise unterschiedliche Begegnungen, die ihm gewollt oder ungewollt zu verschiedenen Einsichten verhelfen.
Ich war begeistert, wie kindgerecht und klug formuliert Ferdinand von Schirach sein erstes Kinderbuch erzählt. Die Kinder werden auf Augenhöhe und nicht von oben herab behandelt und sie dürfen sich ihre eigenen Gedanken machen.
Die Bilder des Autors fügen sich hervorragend ein. Es sind keine vielfarbigen Illustrationen, vielmehr kleine Skizzen wie in ein Reisetagebuch.
Ich kann mir gut vorstellen, das Buch schon Kindern im Grundschulalter vorzulesen, um mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.

Bewertung vom 29.11.2025
Maris Märchen
Dietz, Shari;Dietz, André

Maris Märchen


ausgezeichnet

Unverkrampfte Gesprächsanlässe mit einem Augenzwinkern
Ich habe das Buch in meiner Klasse vorgelesen. Die Kinder kennen auch Kinder mit Handicap, da, wir in einem inklusives Musikprojekt gemeinsamen Unterricht haben. Und sie lieben diese Stunden in der Woche. Das Buch hat mit den umerzählten Märchen dann für gute Gespräche gesorgt und die Kinder immer wieder zum Nachdenken angeregt. Ganz nebenbei hatten die Kinder danach auch große Freude Märchen zu verfremden und neu zu erzählen. Ein Kind hat seine Gedanken im Morgenkreis so zusammengefasst: Es ist gut anders zu sein und irgendwie ist doch jeder ein bisschen anders - zum Glück. Die Kinder wollten gleich mehr über Mari wissen und wir haben "Ich bin Mari" ein anderes Kinderbuch von André und Shari Dietz auch noch gelesen.

Mir selbst hat das Buch auch viel Spaß beim Lesen gemacht und mir hat es in seiner ganzen Aufmachung gut gefallen.

Bewertung vom 19.10.2025
Geniale Frauen, geniale Forschung
Durkin, Frances;Löwenberg, Ute

Geniale Frauen, geniale Forschung


ausgezeichnet

Motivierend
Es gibt inzwischen einfach toll aufgemachte Kindersachbücher und das Buch "Geniale Frauen, geniale Forschung" gehört eindeutig dazu. Es werden 20 Frauen vorgestellt, die alle etwas großes entdeckt oder erforscht haben. Die Geschichten sind chronologisch geordnet und beginnen vor 3000 Jahren mit Tapputi Belatekallim im alten Mesopotamien und enden mit noch lebenden Forscherinnen unserer Zeit. Frauen, ohne die die Welt eine andere wäre. Manche sind bekannt, andere sind überraschend. Die Lebensbilder und die wissenschaftlichen Hintergründe sind kindgerecht erzählt und erklärt und sehr modern und ansprechend gestaltet und illustriert. Auf jeder Seite gibt es noch Ideen zum Mitmachen, die Kinder zum Forschen und Fragen einladen.
Ein motivierendes, inspirierendes und Mut machendes Buch nicht nur für Mädchen!

Bewertung vom 05.10.2025
Freier Kopf statt Mental Load
Pierbattisti-Spira, Sara;Wick, Katharina

Freier Kopf statt Mental Load


gut

Eine Ansammlung von bekannten Methoden
Ich war sehr gespannt darauf, das Buch zu lesen und wurde dann leider sehr enttäuscht. Zum einen war mir alles zu sehr darauf aus, was man als Frau mit Kindern im Familienalltag und Beruf alles meistern muss. Das ist ohne Frage so, jedoch betrifft "Mental Load" ja auch andere. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass in dem Buch viele bekannte Schlagworte, Autoren, Methoden, Tipps und Strategien aneinandergereiht werden und kaum etwas Neues dabei ist. Es wird das Sender-Empfänger-Modell von Schulz von Thun ebenso herangezogen wie die Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg, die Eisenhower-Matrix zur Priorisierung von Tätigkeiten, das Pareto-Prinzip am Beispiel des Hausputzes erklärt und - ganz aktuell - das Ikai-Modell für ein erfülltes Leben empfohlen. Auch andere Schlagworte wie Bullet journaling, Achtsamkeit und Selbstfürsorge werden natürlich nicht vergessen. Alles ist hübsch übersichtlich dargestellt, das muss man den Autorinnen lassen, trotzdem erscheint es mir wie ein Aufguss von einem der vielen Ratgeberbücher.

Bewertung vom 05.10.2025
Weihnachten in Applemore
Lucas, Rachael

Weihnachten in Applemore


sehr gut

Ein netter Roman zur Weihnachtszeit
Das Buch liest sich leicht- auch außerhalb der Weihnachtszeit. Obwohl ich allerdings schon zwei andere Bücher der Applemore - Reihe gelesen habe, ist mir wieder aufgefallen, dass es wahnsinnig viele handelnde Personen gibt. Wenn man noch keinen Band der Reihe kennt - oder es schon länger her ist, dass man einen gelesen hat - ist es etwas holprig, in die Geschichte rein zu kommen. Wenn aber die Anfangshürden überwunden sind, kann man es sich entspannt auf dem Sofa bequem machen und wird von der Geschichte rund um Polly, Harry und all die anderen aus Applemore nett unterhalten.
Die Handlung lässt sich schnell zusammenfassen. Polly und Harry müssen spontan und schnell eine Hochzeit im Hotel organisieren und das, obwohl eigentlich die Renovierungsarbeiten vor Ort schon bald beginnen sollen. Und es ist nicht irgendeine Hochzeit, sondern die einer bekannten Influencerin ...

Bewertung vom 23.09.2025
Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer
Hennig, Markus

Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer


ausgezeichnet

Ein sehr lustiges Buch zum Vorlesen
Auf Markus Hennig hat die Kinderbuchwelt scheinbar gewartet. Die Sekundenochs sind schon sehr witzig und jetzt kommt mit Willi Waschbär Wunderquatsch gleich noch ein Vorlesebuch hinterher. Und es begeistert sowohl mich als Vorleserin als auch Erstklässler beim Zuhören!
Das Buch ist in sieben wunderbare Quatschgeschichten aufgeteilt, die von mindestens ebenso wunderbaren Illustrationen untermalt werden. Die Kinder hatten eine große Freude, die Bilder im Anschluss an das Vorlesen immer wieder genau zu betrachten und alles mögliche darin zu entdecken. Nach jeder Geschichte gibt es eine Doppelseite auf der ein Lieblingsort von Willi vorgestellt wird. Auch bei diesen Beschreibungen zeigt sich wieder die Kreativität und Phantasie des Autors und die Liebe zu absurden Ideen. Ich dachte am Anfang, dass manches zu überzogen quatschig ist, aber die Kinder lieben es. Und sie schaffen es deswegen auch recht gut, bei den zum Vorlesen langen Kapiteln zuzuhören.

Bewertung vom 23.09.2025
Die Sekundenochs
Hennig, Markus

Die Sekundenochs


ausgezeichnet

Sehr witzig
Ein Hoch auf das Trödeln... Ein sehr witziges Buch über die Begegnung von dem kleinen Mädchen Smilla und Tjörge, einem echten "Sekundenoch". Während Smilla ständig Stress von den Eltern bekommt, dass sie sich beeilen soll, braucht Tjörge das Trödeln quasi als Lebenselexir. Besonders witzig sind Tjörges Trödeltipps für Smilla: "Du ziehst die rechte Socke an, dann schneidest du eine Stunde Grimassen und dann erst ziehst du die linke Socke an." oder "Du kannst dein Eis länger genießen, wenn du es mit einem superwinzigen Löffel isst." Irgendwann muss Smilla Tjörge aber wieder in die Welt unter der Erde (wo die Sekundenochs leben) verabschieden. Zum Glück ist es kein Abschied für immer und viel gelernt hat Smilla ja außerdem schon.

Das Buch macht einfach Spaß! Der Text ist gut geschrieben, die Bilder - teilweise wie im Comic mit Sprechblasen - sind witzig gezeichnet und man kann sehr viel auf den Seiten entdecken. Als besonderes Plus gibt es das Coverbild noch als großes Poster quasi als Schutzumschlag um das Buch.

Bewertung vom 23.09.2025
Spät am Tag
Vego, Kristin

Spät am Tag


sehr gut

Wie viele kleine Erinnerungsfäden
Es ist kein Buch, das man mal eben so in einem Rutsch durch liest. Man muss ich darauf einlassen. Es ist ein Buch, das mit Ruhe gelesen werden will und das einlädt, in den einzelnen Sätzen und Bildern zu verweilen.
Die Handlung ist schnell erzählt. Man liest die Geschichte von Johanne, die - um dem Leben in der Stadt zu entkommen und in Ruhe ihren Roman zu schreiben - ein Zimmer bei Mikael auf dem Land mietet. Die beiden werden ein Liebespaar und so lebt sie mit ihm, seiner Tochter und teilweise auch seiner Ex-Frau zusammen. Jahre später, Mikael ist tot, schaut sie auf das gemeinsame Leben und Erleben zurück und verarbeitet so ihre Trauer.
Dieser Rückblick ist wie einzelne, lose Fäden an Erinnerungen. Man weiß oft nicht genau, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Ein loses Aneinanderreihen von Gedanken, Gefühlen, Stimmungen, Erlebnissen. Manchmal verwirrend, manchmal löst es sich im Nachhinein auf, warum gerade diese Episoden aufeinander folgen. Eben wie Gedanken, die kommen und gehen. Man wird mitgenommen auf Johannes Nachsinnen und Sich-erinnern. Und wenn man sich darauf einlässt, bekommt man sehr stimmungsvoll erzählte Bilder vor die Augen gemalt.
Ein entschleunigendes, leises, wunderschönes Herbstbuch.