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Benutzername: 
millis.books
Wohnort: 
Karlsruhe

Bewertungen

Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Eisnebel
Marshall, Kate Alice

Eisnebel


gut

Bereits zu Beginn wirft uns die Autorin in ein Winterwunderland mit klirrender Kälte und hohen Schnee. Weil ich so eine Atmosphäre liebe, fiel mir der Einsteig auch leicht. Mit Theodora lernen wir zum ersten Mal die wohlhabende Familie ihres Freundes kennen. Ich sag nur: Geld, Geld, Geld. Gleichzeitig ist Theo stets darum bemüht, ihre eigenen Geheimnisse zu bewahren. Dieser Eiertanz um ihre Geheimnisse sind ganz unterhaltsam, allerdings waren die Figuren total schlecht greifbar - mal abgesehen davon, dass sie das perfekte Klischee einer wohlhabenden ätzenden Familie ohne Emotionen verkörpern.

Auch die Spannung blieb für mich immer wieder im Schnee stecken und kam nur mit Mühe hinterher. Ein paar kleine Twists gab es aber, die mich auch überrascht haben. Auch mochte ich das Setting und die Atmosphäre total. Zum Schluss nimmt die Erzählungen noch ordentlich an Fahrt auf - was ich gut fand, manches hab ich dann aber nicht mehr so durchblickt.

Das Buch hat mir für den Winter mit Kulisse und Atmosphäre super gefallen, Figuren und Story bleiben aber etwas unscheinbar. Kann man aber machen!

Bewertung vom 30.12.2025
The Woman in Suite 11
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


weniger gut

Das Luxushotel in der Schweiz ist wohl die Chance auf einen Neuanfang für Lo. Allerdings stecken dahinter nicht die Absichten, die sie vermutet. Das zeigt sich auch recht schnell bei ihrer Ankunft, da sie viele Gesichter aus der Vergangenheit wiederkennt und darüber nicht gerade begeistert ist. Die Geschichte von Band 1 wird dementsprechend noch mal aufgewärmt. Und das für meinen Geschmack leider viel zu lange. Die Geschichte tröpfelt und tröpfelt…zwar landen wir irgendwann wieder in der Gegenwart, aber auch hier passiert gefühlt nichts oder halt einfach viel zu wenig. Die Figuren bleiben leider sehr oberflächlich, viele Handlungen erscheinen unlogisch, Spannung ist für mich an einer Stelle mal kurz aufgekommen aber das wars leider schon. Das Gähnen muss man sich hier schon sehr stark verkneifen. Eigentlich schade, weil Ruth Ware hier trotzdem zeigt, dass sie Schreiben kann: total flüssig und bildstark. Inhaltlich hats mir aber nicht gefallen. Das war viel zu wenig für einen spannenden rasanten Thriller und hat mich leider eher enttäuscht.

Bewertung vom 27.12.2025
Er kennt deine Angst
Freud, Emily

Er kennt deine Angst


sehr gut

on der grundsätzlichen Idee scheint diese Geschichte nichts Neues zu sein, trotzdem hat mich das Leben von Lauren und vor allem das Verhältnis zu ihrem Partner sehr interessiert. Und ja, was soll ich sagen, dieses Verhältnis ist ganz und gar nicht gesund, andere würde auch sagen: Renn Mädel. Leider sieht das Lauren gar nicht und gerät immer mehr in die psychologischen Spielchen ihres Partners.

Und ja, es war während des Lesens oft harter Tobak, weil ich Paul gerne die ganze Zeit eine reingehauen hätte. Trotzdem hat mich die Hoffnung auf ein Aufwachen von Lauren die ganze Zeit zum Weiterlesen bewegt. Auch die Atmosphäre hat perfekt gepasst, denn die Geschichte spielt in einem Haus mit gläsernen Fassaden in einem abgelegenen Waldstück – abgeschottet, düster und beklemmend. Die kurzen Begegnungen mit den Einheimischen sind ebenso mysteriös und werfen viele Fragen auf.

Besonders gefallen hat mir hier aber die abwechselnde Einbindung der zweiten Zeitebene in der Vergangenheit, bei der wir Einiges über Pauls Vergangenheit erfahren. Manchmal waren es mir etwas zu viele Wiederholungen, das hätte man vielleicht noch kürzen können, ansonsten top – wenn man dieses Trope abkann.

Bewertung vom 08.12.2025
Local Woman Missing - Du wirst sie nicht finden
Kubica, Mary

Local Woman Missing - Du wirst sie nicht finden


ausgezeichnet

as erste Buch „She’s Not Sorry“ von Mary Kubica hat mir bereits sehr gut gefallen; auch hier hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht. Als die junge Delilah 11 Jahre später zurückkehrt, gerät die gesamte Vorstadt aus dem Gleichgewicht. Aus verschiedenen Perspektiven erleben wir die Gefühle und Reaktionen der Figuren seit ihrer Rückkehr. Diese wechselnden Blickwinkel fand ich großartig: Jede Stimme war präzise gezeichnet und hat die Spannung konsequent hochgehalten, sodass ich immer wissen wollte, welche Ereignisse zu den Ergebnissen in der Gegenwart geführt haben.

Besonders mochte ich die Perspektive des Bruders Leo, die zusätzlich eine kindliche Sichtweise einbringt. Auch der zeitliche Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist sehr gelungen und ermöglicht immer wieder eindringliche Einblicke in die Ereignisse von damals. Dazu sind die Kapitel eingängig, aber kurz und knackig.

Insgesamt ist die Geschichte in einen starken erzählerischen Rahmen eingebettet und klug konstruiert. Zudem wird das Thema Machtverhältnisse in der Geburtshilfe in die Handlung verwoben – stellenweise schwer auszuhalten, aber zugleich enorm wertvoll. Das Täter-Miträtseln war durchgehend sehr intensiv und die Autorin hat mich auf eine völlig falsche Fährte gelockt. Entsprechend überraschend war ich vom Ende.

Sehr vielschichtiger Thriller – mit den Perspektiven, dem Zeitwechsel aber auch mit der Einbettung von sensiblen gesellschaftlichen Themen –, der am Schluss ein tolles Gesamtbild ergibt. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, klare Empfehlung!

Bewertung vom 05.12.2025
Seventeen Years Later
Pomare, J P

Seventeen Years Later


ausgezeichnet

Wir werden sofort in den Fall geschubst: Sitzt Bill zu Recht im Knast oder hat sich das System ordentlich vergriffen? Dieser rote Faden zieht sich durch die Geschichte. Wir glauben zu wissen, wie die Sache ausgeht – aber wie es zu dem Massaker an der reichen Familie kam, bleibt das große Fragezeichen. Die Rückblenden zeigen uns den jungen Bill und liefern die entscheidenden Insiderinfos. Parallel dazu wühlt Podcasterin Sloane in der Gegenwart in der Wahrheit. Beide Zeitebenen öffnen weitere Perspektiven zu Figuren und mein Gott: Jede Perspektive sitzt. Nicht nur, dass die Charaktere sehr glaubhaft ausgearbeitet wurden, jedes Kapitel legt eine neue falsche Spur, jede Stimme bringt eine andere psychologische Schattierung rein. Ich war durchgehend verunsichert und habe meine Meinung über Bill gefühlt jede Seite umgeworfen.

Der Schluss überrascht so wie die ganze Geschichte. Emotional war ich auch sehr dabei, sodass ich auf den letzten Seiten mindestens eine Träne vergießen musste.

WOW. Ein Thriller, der so klug mit den Perspektiven spielt und neben Spannung und Wendungen auch endlich mal wieder auf gesellschaftlicher Ebene abliefert: mit Fragen nach dem Justizsystem, nach Rassismus und der Schuld. Packend, relevant, und genial erzählt. Das zählt auf jeden Fall zu meinen Jahreshighlights.

Bewertung vom 24.11.2025
Das Internat
Richell, Hannah

Das Internat


sehr gut

Gut, dass ich nie auf ein Internat musste – und nach dieser Geschichte bin ich mir sicher: In diesem hätte ich mich bestimmt nicht wohl gefühlt. Geheimnisse, Intrigen und ein Mord, der alles ins Chaos stürzt – ne danke. Aber von Außen betrachtet fand ichs dann doch ganz unterhaltsam.

Die Figuren im Internat und drum herum stolpern in eine Geschichte, die mit einem Mord beginnt und sich dann wie ein Spinnennetz aus ausbreitet. Nicht nur ein Leben wird hier auf den Kopf gestellt, sondern gleich mehrere. Die Gefühle und Gedanken der Figuren erleben wir durch die unterschiedlichen Perspektiven mit. Das sorgte immer für eine gute Abwechslung und hat mir super gefallen. Der flüssige Schreibstil sorgt zusätzlich dafür, dass man schnell durchkommt. Durch kleine Wendungen setzte die Autorin immer wieder unterschiedliche Fährten – langweilig wird’s nicht, aber so eine richtige Spannung ist auch nicht aufgekommen. Insgesamt hätte die Atmosphäre für meinen Geschmack auch noch düsterer sein können. Das Setting mit dem unheimlichen Wald hat mir trotzdem gefallen.

Gut, dass ich nie auf ein Internat musste – und nach dieser Geschichte bin ich mir sicher: In diesem hätte ich mich bestimmt nicht wohl gefühlt. Geheimnisse, Intrigen und ein Mord, der alles ins Chaos stürzt – ne danke. Aber von Außen betrachtet fand ichs dann doch ganz unterhaltsam.

Die Figuren im Internat und drum herum stolpern in eine Geschichte, die mit einem Mord beginnt und sich dann wie ein Spinnennetz aus ausbreitet. Nicht nur ein Leben wird hier auf den Kopf gestellt, sondern gleich mehrere. Die Gefühle und Gedanken der Figuren erleben wir durch die unterschiedlichen Perspektiven mit. Das sorgte immer für eine gute Abwechslung und hat mir super gefallen. Der flüssige Schreibstil sorgt zusätzlich dafür, dass man schnell durchkommt. Durch kleine Wendungen setzte die Autorin immer wieder unterschiedliche Fährten – langweilig wird’s nicht, aber so eine richtige Spannung ist auch nicht aufgekommen. Insgesamt hätte die Atmosphäre für meinen Geschmack auch noch düsterer sein können. Das Setting mit dem unheimlichen Wald hat mir trotzdem gefallen.

Hochspannung und Gänsehaut sind hier eher fehl am Platz. Gepunktet wird aber mit einem Internat mit vielen Geheimnissen auf den Fluren, einem guten Lesefluss und strukturiertem Perspektivenwechsel. Wer Lust auf ein Drama mit Thriller-Anklängen im, kann zugreifen. Mir hats gut gefallen.

Bewertung vom 11.11.2025
Knochenkälte / David Hunter Bd.7
Beckett, Simon

Knochenkälte / David Hunter Bd.7


ausgezeichnet

Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind, als der 7. Teil angekündigt wurde. Kein Wunder – David Hunter hab ich mit 12 Jahren kennengelernt. Er ist für mich nicht irgendeine Figur, sondern die Figur, die mich seit Jahren begleitet.

Große Erwartungen an die Story hatte ich gar nicht – ich wollte einfach nur David wiedersehen (klingt wie eine Romance-Geschichte). Aber schon die ersten Seiten haben mich positiv überrascht: Beckett startet wie gewohnt mit ruhigem Schreibstil, aber gleichzeitig passiert schon einiges. Keine großen Knalleffekte, sondern viele kleine, feine Details, die mich sofort wieder reingezogen haben. Vor allem die Atmosphäre (bitte lest dieses Buch im Winter!!!) mit dem abgeschnittenen Dorf, der klirrenden Kälte und den komischen Bewohnern gibt der Geschichte einfach den perfekten Rahmen.

Am besten hat mir wieder gefallen, dass Beckett nicht übertreibt: Kein unnötiges Drama, sondern ein klarer, ruhiger Stil, der genau die Spannung erzeugt, die ich liebe. Das findet man bei den heutigen modernen Thrillern nur noch selten. Früher hat sich Beckett gerne in pathologischen Details verloren. Hier ist er aber eher zurückhaltend. Dafür steht David als Mensch mehr im Mittelpunkt – und das hat mir richtig gut gefallen.

Bewertung vom 10.11.2025
Halloweenkind
Engels, Lars

Halloweenkind


gut

Was haben wir hier bitte für ein tolles Cover? Sorry aber allein das Cover war für mich ein Muss, das Buch unbedingt im Herbst zu lesen. In die Geschichte bin ich ganz gut gekommen, auch wenn durch die vielen Figuren alles sehr oberflächlich ist. Trotzdem hab ich die Storyline schnell und gut verstanden. Das erste Drittel hat mir auch insgesamt super gefallen, dann wurde es irgendwie langsam zäh – vor allem wegen der vielen Figuren. Das war wieder ein gedanklicher Kraftakt, die alle unterscheiden zu können. Auch kam die Atmosphäre beim Ermitteln der Freunde, die bei so einer Geschichte herrschen sollte, leider nicht rüber. Die Auflösung fand ich ok, hat jetzt aber auch keine Gefühle von mir getroffen.

Bewertung vom 04.11.2025
Der Nachbar
Fitzek, Sebastian

Der Nachbar


sehr gut

Auch wenn Sebastian Fitzek mich in der Vergangenheit nicht mehr komplett überzeugt konnte – irgendwie gehört Fitzek für mich einfach zum Herbst wie Janosch und Mailo aufs Sofa. Besonders gefreut hab ich mich dieses Mal über die Widmung im Buch – die ist wirklich was Besonderes.

Den Titel „Der Nachbar“ mag ich sehr, denn ich persönlich hab schon einige nachbarschaftliche Thriller-Momente erlebt und hätte da locker ein paar Ideen beisteuern können. In die Geschichte von Fitzek starten wir genauso rasant, wie ich auf den Balkon, wenn der Nachbar wieder nervt.

Mit Sarah als Hauptfigur gibt es Kapitel für Kapitel Fitzek pur: Cliffhanger über Cliffhanger, falsche Fährten, Nervenkitzel und ein Buch, das man nicht zuklappen will. Unterlegt mit dem lockeren und eingängigen Schreibstil bin ich in den ersten zwei Dritteln quasi durchgeflogen. Hin und wieder gab es aber ein paar inhaltliche fragliche Momente, damit konnte ich aber umgehen.

Beim Ende hat Fitzek mal wieder seinen typischen „Was zur Hölle passiert hier gerade?“-Move gebracht. Alles ging so schnell, war irgendwie wirr und ich musste die Sätze teilweise zweimal lesen. Leider verliefen für mich viele starke Nebenstränge ins Leere und ich fand es wieder zu konstruiert – das Problem, das ich schon bei seinen letzten Büchern hatte.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.11.2025
All Hallows Eve
Penning, Michael

All Hallows Eve


sehr gut

Wir begleiten Alice und Abigail durch eine rabenschwarze Halloween-Nacht in Salem – und die hat’s in sich. Hexen stehen hier ganz klar im Rampenlicht, und zwar nicht die mit Besen und Spitzhut, sondern die mit echten, tragischen Geschichten.

Der Einstieg war für mich etwas holprig - das lag vor allem an dem historischen Setting, in das ich erstmal reinfinden musste. Aber als das geklappt hat, konnte mich die Geschichte durchaus catchen.

Die Geschichte ist nicht nur unheimlich und an vielen Stellen makaber, sondern greift auch einige Aspekte der Hexenverfolgung auf sowie die damit einhergehenden tragischen Schicksale der Frauen und Kinder. Zudem fand ich das Setting mit der düsterem Dorf Salem, dem angrenzenden Wald und dem Friedhof rundherum sehr gelungen. An manchen Stellen gab es für mich ein paar unglückliche Längen, das ist aber schon alles an Kritik.