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Ich bin seit 2012 Bloggerin und Ihr findet mich auf instagram unter: katisbuecherwelt

Bewertungen

Insgesamt 340 Bewertungen
Bewertung vom 25.06.2018
Erbin des Lichts / Silberschwingen Bd.1
Bold, Emily

Erbin des Lichts / Silberschwingen Bd.1


sehr gut

Auf die neue Dilogie habe ich sehnsüchtig gewartet. Ich durfte bereits einige Titel von Emily Bold lesen und war gespannt darauf, wie ihre erste Romantasy-Jugendbuch-Reihe bei mir einschlagen würde. Auch dieses Mal hat sie mich nicht enttäuscht.

Thorn scheint ein ganz normales Leben zu führen. Sie geht zur Schule, treibt Sport in einem Staffellauf-Team und trifft sich mit Freunden. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag verändert sich etwas. Sie wird von starken Schmerzen im Rücken übermannt und seltsame Dinge passieren. Riley, ein Mitschüler, stellt sich und seine Freunde als "Shades" vor. Sie seien Mischwesen und beobachten Thorn bereits ihr ganzes Leben, zum Schutz vor den Silberschwingen. Das Thorn kein normaler Mensch sein soll, wirft sie aus der Bahn, und schon bald, muss sie zugeben, dass an Rileys Aussage etwas wahres dran sein muss.
Der Clan der Silberschwingen erfährt von der Existenz von Thorn und der Sohn des Oberhauptes Lucien ist auf der Suche nach ihr - um sie zu töten.

Emily Bold hat mich Wiedermals mit ihrem einzigartigen Schreibstil verzaubert. Ich konnte schnell ins Buch eintauchen, durch ihre lockere, moderne Sprache und der faszinierenden Art & Weise Emotionen und das Umfeld zu beschreiben. Es entstanden Bilder und Szenen in meinem Kopf, die lebendig wurden.
Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie Emily Bold durch neuartige Wortwahlen und Umschreibungen, einzigartige Szenarien erschafft.

Die Geschichte wurde in zwei Sichtweisen von Thorn und Lucien in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich erhielt dadurch einen näheren Bezug zu den Charakteren und die Ansichten der Beiden verständlich beschrieben.

Thorn ist mir ans Herz gewachsen, obwohl ich sie in einigen Punkten naiv empfand und nicht verstand, warum sie gerade so handelt und nicht anders. Sie war wechselhaft und der Teenager in ihr kam immer wieder zum Vorschein, wobei sie manchmal erwachsener erschien.
Riley ist ein Beschützer- und bester Freund-Typ, den ich interessant fand. Lucien dagegen ist attraktiv und hat eine düstere Ausstrahlung. Die Mischung seiner Eigenarten macht ihn gefährlich anziehend.

Die Emotionen der Protagonisten konnten mir gut vermittelt werden. Besonders Thorn`s Schmerz und Zerrissenheit ging mir nahe.
Die Spannung baute sich nach einer kleinen Einführung, in das Leben unserer Protas und der Silberschwingen, langsam auf. Die Liebesgeschichte stand dabei im Vordergrund und ich hätte mir ein wenig mehr Nervenkitzel und Action erhofft. Es gab aggressive und brutale Szenen, die ich so nicht erwartet hätte, und der Story eine düstere Atmosphäre verlieh. Ich fieberte mit Thorn, Riley und Lucien bis zum Ende mit, und wurde mit einem vermuteten Cliffhänger zurückgelassen, der mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

Parallel zum Buch habe ich das Hörbuch gehört. Die Sprecherin Vanida Karun hat mir dabei gut gefallen, wogegen der Sprecher Oliver E. Schönfeld mich zum Wahnsinn getrieben hat, wenn er Thorn sprach. Die pipsige Stimme passte nicht zu ihr und ich fand es irritierend. Zudem fand ich beim Selbstlesen besser ins Buch und konnte Bilder in meinen Gedanken lebendig werden lassen.

Der Finalband wird im Juli 2018 erscheinen und ich bin gespannt, was für ein Ende diese Reihe nehmen wird.

Fazit:
"Silberschwingen - Erbin des Lichts" ist ein gelungener Auftakt einer Dilogie von Emily Bold. Mit London als Kulisse und einem faszinierenden Schreibstil konnte mich diese Story mitreißen und verschaffte mir ein Kopfkinoerlebnis. Eine düstere und spannende Liebesgeschichte, die Lust auf mehr macht. ~ moderner Schreibstil ~ magische und fantastische Augenblicke ~ spannend und mitfiebernd bis zur letzten Seite.

Bewertung vom 29.03.2018
Ich bin anders, na und! / Perlinchen Bd.1
Ochsenknecht, Natascha

Ich bin anders, na und! / Perlinchen Bd.1


sehr gut

Die Autorin Natascha Ochsenknecht ist mir durch die Medien und zu guter Letzt aus dem Dschungelcamp 2018 bekannt. Als ich erfahren habe, dass sie ein Kinderbuch herausbringt, war ich brennend interessiert und wollte es unbedingt lesen.

Perlinchen ist ein Marienkäfermädchen aus Käferhausen. Sie unterscheidet sich mit ihren pinken Flügeln von den anderen Käferkindern, die sie unter einem roten Umhang mit schwarzen Punkten versteckt. Sie befürchtet nicht akzeptiert zu werden, wenn ihre Andersartigkeit herauskommen sollte wie bei Jimi Blaupunkt. Denn Jimi ist ebenfalls anders und schon bald der beste Käferfreund von Perlinchen. Wie lange kann das Käfermädchen ihre pinken Flügel verbergen?

Die Geschichte um Perlinchen hat mein Herz erweichen lassen. Es zeigt, das Andersartig zu sein, nichts Schlimmes ist. Jeder Mensch ist Besonderes, auch wenn er nicht dem Standard entspricht. Das Äußere ist nur eine Hülle, durch die man hindurchschauen muss, um den Glanz dahinter zu entdecken.

Das Buch lädt zum Vor- und Lesen ein. Die Illustrationen haben mich verzaubert und es gibt auf jeder Seite etwas zu entdecken.
Perlinchen ist total niedlich, und ich finde, dass sie einen leichten Steampunk-Style besitzt durch ihrer Fliegerbrille.

Die Story ist direkt und kurzlebig, allerdings mit einer nachhaltigen Botschaft. Ich hätte mir ein wenig mehr Abenteuer gewünscht, um mehr Spannung und Abwechslung ins Geschehen zu bekommen.

Fazit:
In "Perlinchen" erzählt Natascha Ochsenknecht in kindgerechter Sprache, das jeder einzigartig ist, egal wie er aussieht. Kinder, die sich ausgegrenzt fühlen, lernen sich wieder zu lieben oder so zu akzeptieren, wie man ist. ~ wundervolle Illustrationen ~ ab einem Alter von 4 - 6 Jahren ~ nachhaltige Botschaft inklusive.

Bewertung vom 26.02.2018
Der Weihnachtswald
Schwarzhuber, Angelika

Der Weihnachtswald


ausgezeichnet

Zum Buch:
Das Buchcover ist traumhaft schön. Ich habe es immer wieder während des Lesens betrachtet. Die Gestaltung versetzte mich in Winterstimmung und ich kuschelte mich in meine warme Kuscheldecke. Auf der Vorderseite und am Buchrücken glänzt der Schriftzug goldfarben. Kleine Weihnachtskugeln setzen die Kapitelzahlen in Szene.

Meine Meinung:
Bereits mit „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ konnte mich die Autorin Angelika Schwarzhuber begeistert. Doch mit „Der Weihnachtswald“ übertraf sie sich und verzauberte mich erneut mit ihrem Wintermärchen.

Eva, eine alleinstehende Anwältin, reist wie jedes Jahr zu Weihnachten zu ihrer Großmutter Anna. Sie besitzt ein stattliches Anwesen, umringt von einem selbst angelegten Wald aus früheren Weihnachtsbäumen. Was Eva nicht weiß, ist, dass das Gut in Gefahr schwebt. Die Bank will es für viel Geld verkaufen, wenn ihre Oma den offenen Kredit nicht schnellstmöglich bezahlt.
Des Weiteren trifft Eva auf ihren Jugendfreund Philipp und dem Waisenmädchen Antonie, der sie vehement versucht, aus dem Weg zu gehen. Das kleine Mädchen spürt, dass sie von Eva nicht akzeptiert wird und flüchtet Richtung Waisenhaus - in die Kälte. Draußen stürmt es und Eva und Philipp machen sich auf die Suche. Als Eva stürzt und ihr schwarz vor Augen wird geschiet etwas. Plötzlich beruhigt sich das Wetter und sie finden sich in der Vergangenheit wieder.
Kann Eva es schaffen, das Haus und die Erinnerungen daran retten und in die Gegenwart zurückzufinden?

Ich bin froh, dass ich das Buch direkt nach dem Kauf gelesen und es nicht aufgeschoben habe. Nach nur wenigen Seiten tauchte ich in das Wintermärchen ein und konnte es kaum aus der Hand legen. Jede freie Minute dachte ich an die Geschichte und las darin.

Der Schreibstil ist flüssig und die Seiten flogen nur so an mir vorbei. Die Kulissen sind bildhaft beschrieben und der weihnachtliche Zauber erreichte mich schlagartig. Obwohl die Schriftstellerin detailreich beschreibt, wirkt es nicht überladen, sondern hat mich um so mehr begeistert.

Die Charaktere sind realistisch dargestellt und entwickeln sich im Laufe der Erzählung weiter. So habe ich Eva als zielstrebige Karrierefrau kennengelernt, die mit der Last ihrer Vergangenheut zu kämpfen hat, und sich mit der Zeit immer mehr öffnete. Philipp und die Großmutter Anne mochte ich auf Anhieb, ebenso die kleine Antonie, die mir oftmals leid tat. Am liebsten hätte ich sie fest in den Arm genommen, als sie Probleme mit den anderen Kindern in der Vergangenheit bekommt.

Der Verlauf der Story ist spannend zu lesen. Hier und da gab es vorhersehbare Handlungen, die mich nicht weiter störten. Denn die Autorin überraschte mich mit einigen Wendungen. Das Ende war toll, aber stimmte mich wehmütig, weil ich mich von lieb gewonnenen Protagonisten und einer wunderbaren Atmosphäre trennen musste.

Fazit:
"Der Weihnachtswald" von Angelika Schwarzhuber handelt von einer Reise durch die Vergangenheit, in der die Familie, die Reise nach sich selbst und die Liebe eine wichtige Rolle spielen. Ein bezauberndes Weihnachts-/Wintermärchen, was man gelesen haben sollte. Eine magische Leseempfehlung! ~ Zeitreise ~ gefühlvoll ~ fesselt bis zur letzten Seite

Bewertung vom 16.02.2018
verliebt, versohlt, versklavt - wenn Strenge not (gut) tut   Erotischer SM-Roman (eBook, ePUB)
Pré, Corinne du

verliebt, versohlt, versklavt - wenn Strenge not (gut) tut Erotischer SM-Roman (eBook, ePUB)


gut

In "Verliebt, Versohlt, Versklavt" schreibt die Schriftstellerin Corinne du Prè über ihre eigenen Phantasien und erzählt über Begegnungen durch Dritte. Schon sehr früh entdeckt sie ihre Affinität zu BDSM und lebt sie eher passiv aus.

Yvonne ist Arzthelferin und bewirbt sich bei Frau Dr. Helga Harte. Sie bekommt die Stelle, doch ihre Chefin erfährt, dass sie ihren Lebenslauf manipuliert hat. Das Lügengerüst bleibt nicht unbestraft. Yvonne zieht bei Helga ein und wird ihre Sklavin, die sie züchtigt bis aufs Äußerste, und mit Zuneigungen belohnt.
Yvonne wird kontrolliert, gedemütigt und erniedrigt. Als sie erneut zu lügen beginnt und ihre Freundin anstiftet sie zu decken, verändert sich schlagartig alles.

Ich war erstaunt, als ich las, dass die Autorin über ihre eigenen Phantasien und von Erzählungen Dritter berichtet. Das finde ich bemerkenswert und gewagt. Selten bekommt man als Leser die Information, dass der Verfasser des Buches seine Neigungen und Vorlieben öffentlich preisgibt und diese auslebt.

Corinne du Prè schreibt den Leser direkt an und berichtet, wie sie zu der Geschichte gekommen ist. Danach gehts in der dritten Person weiter, was mich vom Geschehen stark distanziert hat. Ich konnte mich nicht in die Story einfühlen und einen tieferen Einblick bekommen.
Die Dialoge klingen abgehackt und ähneln einer elektronischen Vorlesestimme, ohne Emotionen. Das waren die Szenen, die ich nicht gern las und den Lesefluss ins Stocken brachten.

Die SM-Praktiken werden unverblümt beschrieben und vollzogen, wobei überwiegend Züchtigungsfolterungen durch Spanking und Kliniksex-Methoden zum Einsatz kommen.
Ich war neugierig auf die verschiedenen Rollenspiele und Züchtigungen, trotzdem langweilten sie mich mit der Zeit, weil nichts Neues passierte. Es folgten immer wieder dieselben Spanking Handhabungen. Etwas mehr Abwechslung wäre toll gewesen.

Fazit:
In "Verliebt, Versohlt, Versklavt" berichtet die Autorin Corinne du Pré von ihren eigenen SM-Phantasien und erzählt von Begegnungen dritter Personen. Ein hemmungsloser Roman über Züchtigung und Zuneigung, der mich, nach der Hälfte des Buches durch wiederkehrenden ähnlichen Szenen, langweilte. ~ zu wenig Abwechslung ~ distanzierter Schreibstil ~ nette SM-Story für zwischendurch.

Bewertung vom 01.02.2018
Voller Hingabe / Diamonds for Love Bd.1
Hagen, Layla

Voller Hingabe / Diamonds for Love Bd.1


ausgezeichnet

Mit "Diamonds for Love - Voller Hingabe" katapultierte sich die Schriftstellerin Layla Hagen in mein Herz. Nach wenigen gelesenen Seiten war ich der Geschichte verfallen und sehnte mich nach mehr!

Bisher hatte Sebastian der CEO der Schmuckfabrik Bennett Enterprises kein großes Glück bei Frauen. Sie alle wollten nur sein Bankkonto oder den Ruhm.
Für die neue Schmuckkollektion heuert Sebastian die Marketingreferentin Ava an. Sie soll im Team für frischen Wind sorgen und die bevorstehende Präsentation planen. Womit er nicht gerechnet hatte, ist, dass Ava seinen Alltag gewaltig auf den Kopf stellen würde. Ein Workaholic lernt, wieder zu leben und zu fühlen ...

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und es fiel mir leicht in die Geschichte einzutauchen. Den Charakteren kam ich sehr nahe, dadurch, dass es in der Ich-Perspektive im Wechsel zwischen Ava und Sebastian geschrieben wurde. Ich fühlte ihre Sehnsüchte und Ängste.

Zu Beginn fand ich es eigenartig, dass die Charaktere trotz des Chefs & Angestellten Verhältnisses direkt vertraut miteinander umgingen, anstatt distanziert und geschäftlich. Mit der Zeit verstand ich,weshalb es so war, und es störte nicht mehr.
Mit jeder weiteren Szene verliebte ich mich immer weiter in die Geschichte und den verschiedenen Charakteren. Die Bennetts Familie ist groß und voller Zusammenhalt, was mich beeindruckt hat.
Sebastian und Ava sind mir beide vertraut gewesen und ich fühlte mit ihnen bis zur letzten Seite mit. Ava suchte immer die Schuld bei sich und durch ihre Unsicherheit geriet sie in verzwickte Situationen, die mich zum Schmunzeln brachten. Sebastian kann ein harter Geschäftsmann sein, aber ebenso warmherzig und sexy. Ein Traummann, wie er im Buche steht.

Der Verlauf der Story ist gradlinig und ohne große Dramen, die ich auch nicht vermisst habe. Die erotischen Szenen empfand ich prickelnd und stilvoll beschrieben. Die Romantik kam dabei nicht zu kurz und so entlockte mir die Autorin Layla Hagen oftmals ein Lächeln und Räuspern.
Zwischendurch blieb mein Herz an einigen Stellen stehen, wo ich dachte: "Jetzt ist alles aus", nur um anschließend wieder wild zu schlagen.

Schweren Herzens, aber glücklich musste ich mich am Ende verabschieden. Zu gern hätte ich mich weiterhin stundenlang mit ihnen beschäftigt. Am 01.03.2018 gehts weiter im 2. Band "Verlockene Nähe" mit den Nebencharakteren Logan und Nadine.

Fazit:
In "Diamonds for Love - Voller Hingabe" erzählt Layla Hagen eine erotische Liebesgeschichte über zwei Menschen, die an die wahre Liebe kaum noch glauben. Eine Story,die mich im Sturm eroberte! ~ romantisch & sexy ~ gefühlvoll ~ Herzklopfen garantiert!

Bewertung vom 30.10.2017
Immer diese Herzscheiße
Rademacher, Nana

Immer diese Herzscheiße


gut

"Immer diese Herzscheiße" von Nana Rademacher habe ich im Rahmen einer Leserunde mit Autorenbegleitung gelesen, was mir viel Spaß machte. Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch - vielleicht sogar zu hohe.

Sarah ist 15 Jahre und kommt aus dem Stuttgarter Hallschlag, einer Gegend, in der keiner leben möchte. Als Sarah von ihrem Lehrer Hr. Straubmann beim dealen erwischt wird, stellt er sie vor die Wahl: Entweder kontaktiert er ihre Großeltern, oder aber, sie nimmt an einem Theaterprojekt teil. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als den Vorschlag anzunehmen, und daraufhin ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie beginnt gefallen an der Gruppe und an Paul zu finden, was ihren alten Freunden überhaupt nicht passt. Schafft Sarah den Absprung in ein besseres Dasein mit Zukunft oder versinkt sie im kriminellen Sumpf?

Diese Geschichte wollte ich unbedingt lesen und konnte es kaum erwarten, bis ich anfangen durfte. Nach einiger Zeit merkte ich, dass es mir zwar gut gefällt, aber etwas Entscheidendes fehlte, um mich zu begeistern.
Der Schreibstil von Nana Rademacher ist gut zu lesen, und beinhaltet viele Dialogie zwischen den Charakteren im jugendlichen Slang. Diese waren teilweise etwas holprig und lasen sich wie in einem Drehbuch.
Im Text fand ich Wörter, Sätze oder Dialoge, die mit großen und fettgedruckten Buchstaben geschrieben waren. Bis zum Ende des Buches war mir nicht ganz klar, weshalb die Buchstaben an den besagten Stellen so gedruckt wurden.

Die Protagonistin Sarah ist rebellisch und ignorierte Anweisungen von Erwachsenen. Sie lässt sich durch ihre Freundin Dixi zu kriminellen Handlungen mitreißen und findet nur schwer aus diesem Sumpf heraus. Es war interessant zu verfolgen, wie sich Sarah im Verlauf der Geschichte weiterentwickelt und andere Charaktere auf der Strecke bleiben. 
Ihre familiäre Situation wurde angedeutet, was mir zu wenig war. Ich hätte mir in diesem Punkt etwas mehr Tiefe gewünscht, um Sarahs Gedankenwelt besser verstehen zu können. 
Die Großeltern waren liebevoll beschrieben und sie taten mir oftmals leid, wie sie von ihrer Enkelin behandelt wurden. 

Interessant fand ich das Theaterprojekt, wovon ich einige Male im privaten Umfeld etwas hörte, und wie Nana Rademacher es in die Story einbaute. Es zeigt, wie Teenager aus schwierigen Lebenssituationen durch solche Gruppenteam-Aktionen herausgeholt werden können. Es war eine Chance die hier, Prota Sarah ergriffen hat, auch wenn sie sich erst dagegen sträubte. 

Vermisst habe ich die Liebesgeschichte, die ich anhand des Klappentextes erwartet habe. Eine zarte Schwärmerei und winzige Funken sprühten, aber die Emotionen erreichten mich nicht. Genauso war es mit der Spannung, die ich nicht greifen konnte, und die Handlungen vorhersehbar waren. Der besondere Kick hat mir gefehlt. 

Das Ende war für mich zufriedenstellend und in einem Punkt berührte mich Sarah, als sie von ihrer Mutter sprach. An dieser Stelle tat sie mir unendlich leid. Schade das einige Fragen offen blieben und nicht klar hervorgeht, was aus den anderen Charakteren geworden ist.

Fazit:
In "Immer diese Herzscheiße" von Nana Rademacher geht es um den Teenager Sarah, die in falsche Kreise geraten ist, und ihren Tag mit Diebstählen und Dealen verbringt. Ein soziales Theaterprojekt, versucht sie, auf den richtigen Weg zu leiten. Ein interessantes und aktuelles Thema, was zu Diskussionen einlädt. ~ jugendlicher Schreibstil ~ humorvoll ~ vorhersehbar und kaum Tiefe in der Familiengeschichte ~

Bewertung vom 17.10.2017
Bevor ich jetzt gehe
Kalanithi, Paul

Bevor ich jetzt gehe


weniger gut

Die Geschichte "Bevor ich jetzt gehe" von Paul Kalanithi wurde in den Medien hoch gelobt, wodurch ich neugierig wurde. Ich wollte wissen, was sich zwischen den zwei Buchdeckeln verbirgt. Doch schnell merkte ich, dass meine Erwartungen daran, nicht erfüllt werden konnten.

Es fällt mir schwer, diese Bewertung abzugeben, weil Paul Kalanithi nicht mehr lebt und es seine Geschichte ist, die er als Vermächtnis an seine Tochter geschrieben hat. Er kann meine Meinung niemals lesen, weshalb ich so über sein Buch denke. Trotzdem möchte ich als außenstehende Leserin erklären, warum mir seine Erzählung nicht gefallen hat.

Paul Kalanithi berichtet wie er Arzt wurde und über seine Patienten, die er behandelt hat. Und dies mehr als ausführlich und selbstlobend. Immer wieder erzählt er, was er Gutes vollbracht hat. Wenn etwas schief gelaufen ist, war das einfach so, und nicht der Rede wert. Er stellte den Beruf des Neurochirurgen auf die höchste Stufe der Karriereleiter und das ihm "sogesehen" alle Türen für die besten Jobs offenstanden. Mit der Zeit wurde er durch seinen ständigen Eigenlob unsympathisch, was mir gleichzeitig leidtat.

Ab der Hälfte des Buches ging es etwas mehr um seine Erkrankung und der Krankenhausaufenthalte. Hier dachte ich, lerne ich endlich den Paul kennen, was er fühlt, denkt und wie er mit der Situation umgeht. Aber auch das wurde nur leicht angeschnitten, und es war mir unmöglich, den Schriftsteller kennenzulernen, außer das ich wusste, dass er ein hervorragender Chirurg war.

Erst das Nachwort seiner Frau Lucy Kalanithi, und dem Vorwort von Abraham Verghese, verhalfen mir, Paul, näher kennenzulernen. Lucy und Abraham lobten ihn ebenfalls in hohen Tönen - Paul erschien mir einfach fehlerlos. Gerne hätte ich gelesen, was er nicht gut konnte, worin er gescheitert ist, was ihn viel authentischer und sympathischer hätte wirken lassen.
Als Vermächtnis an seine Familie finde ich das Buch passend, doch für eine weltweite Veröffentlichung, ist es aus meiner Sicht nicht geeignet.

Fazit:
In "Bevor ich jetzt gehe" von Paul Kalanithi erzählt der Schriftsteller über seinen Beruf als Neurochirurg und über seine Krebserkrankung, wobei seine Arbeit als Arzt und seine Patienten im Vordergrund stehen.
~ emotionslos ~ langwierige Berichterstattung von Behandlungen an Patienten ~ kein Tiefgang ~ als privates Vermächtnis besser aufgehoben.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.10.2017
Todesdomina
Fuchs, Pamela

Todesdomina


schlecht

"Todesdomina" wurde mir vom Verlag ans Herz gelegt und ich war sofort daran interessiert. Wahre Geschichten lese ich gerne und ich war gespannt zu erfahren, was damals passierte und wie der Werdegang des gerichtlichen Verfahrens ablief.

Pamela F. geriet in die Schlagzeilen, als einer ihrer Kunden darauf bestand, seine Lust mit Atemreduktion hervorrufen zu wollen und anschließend dabei verstarb.
Die Autorin berichtet darüber, wie sie in das Milieu gerutscht ist und beschreibt genau, die Vorlieben ihrer Kunden. Ich schüttelte in vielen Fällen den Kopf, weil es für mich unbegreiflich war, was für Fantasien manche Männer haben und auf was für Ideen diese kommen, um ihre Lust zu befriedigen. Manche Handlungen fand ich extrem ekelhaft und kaum vorstellbar. Trotz alledem war es interessant zu lesen, was hinter den Köpfen der Männer vorgeht.

Geärgert habe ich mich einige Male über Pamela Fuchs, wie sie erzählte, dass sie keine Menschen mag die Lügen. Und nur wenige Seiten später berichtet sie von einem Erlebnis, wie sie ihre Kundschaft selbst belügt und das nicht nur einmal. Das widerspricht sich! Ich kann doch nicht sagen, dass ich Lügner nicht leiden kann, wenn ich selbst Lügengeschichten erfinde!

Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig und umgangssprachlich geschrieben, was den Lesefluss an vielen Stellen stockte. Viele wirre Sätze verleiteten mich immer wieder, diese mehrfach zu lesen, um den Sinn darin zu verstehen. Gleichwohl zog das Buch meine Aufmerksamkeit an und ich habe es fast in einem durchgelesen. Ich wollte unbedingt wissen, ob nicht doch mehr Informationen preisgegeben werden.

Das Verfahren, um den Unfalltod des Freiers, wurde nur vage angeschnitten und kaum der Rede wert, was ich schade fand. Denn genau diese Thematik fand ich an der ganzen Story interessant und hatte erwartet, dass mehr als nur Kopien der Staatsanwaltschaft zu lesen sind. Von dem Opfer gibt es sogar ein abgebildetes Foto aus der Rückenansicht mit dem Strick um den Hals. Das fand ich grenzwertig und weiß nicht, ob es nicht gegen die Würde des Toten spricht und Respektlos gegenüber seiner Familie ist. Ich fand es geschmacklos!

Am Ende des Buches sind viele Bilder von Pamela Fuchs auf hochwertigen Papier bedruckt, wo mir die Beschreibungen gefehlt haben. Zwar gibt es Unterteilungen von "Das Kind", "Das Mädchen", "Die Lässige", "Die Lady", "Die Domina", "Die Freizügige" und "Die Venus", aber in welchem Zusammenhang die Fotos entstanden, oder wer die anderen Personen sind, wurde nicht angegeben. Ich fand die vielen Bilder nicht schlecht, doch fand ich die Verbindung zum Buch überhaupt nicht. Ich hatte das Empfinden, dass die Modelbilder zur reinen Werbemaßnahme gedacht waren.

Fazit:
In "Todesdomina" von Pamela Fuchs erzählt die Autorin über ihr eigenes Schicksal, in dem ein Kunde bei einer Atemreduktion zur Steigerung seiner Lust verstarb. Widersprüchliche Aussagen ~ stockender Lesefluss ~ viele erotische Modelbilder ~ kaum Einblicke in das gerichtliche Verfahren

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.