Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
sabisteb
Wohnort: 
Freiburg

Bewertungen

Insgesamt 1375 Bewertungen
Bewertung vom 11.09.2012
Underworld: Evolution

Underworld: Evolution


sehr gut

Nach den Vorkommnissen in Budapest, bei denen Michael Corvin zu einem Werwolf-Vampir-Hybrid wurde, befinden sich Michael und seine geliebte Todeshändlerin Selene immer noch auf der Flucht vor Marcus, einem Vampirfürsten. Marcus wurde als Unfall vorzeitig geweckt als Blut in sein Grab tropfte. Nun müssten die frisch Verliebten nicht nur um ihr Leben kämpfen, Michael muss parallel auch noch lernen, was einen Vampir ausmacht.

Dieser Film ist die Fortsetzung zu Underworld und schließt an diesen nahtlos an. Es gibt zwar einen Vorspann, der erklärt aber Selenes Vergangenheit und hilft einem nicht in die Handlung dieses Filmes einzusteigen. Ich würde daher dringend davon abraten diesen Film zu schauen, wenn man den ersten Teil nicht kennt, denn die Mythologie dieser Fortsetzung ist für sich allein schon verwirrend genug ohne, dass einem noch die Informationen des ersten Teils fehlen.
Ein Vampir Actionfilm und ansprechende Mythologie, das findet man selten. Man gibt sich Mühe hier eine neue Welt zu schaffen, die jedoch so verwickelt und verstrickt ist, dass 90 Minuten definitiv zu wenig sind, um diese Beziehungsgeflechte wirklich zu durchschauen und zu verstehen und beim ersten Mal schauen wird man sich auch nicht verstehen. Das ist dann doch ein wenig zu viel des Guten. Chefvampir Markus hat nämlich einen Bruder, den Chefwerwolf William, der von Viktor (Selenes Ziehvater aus Teil 1, Vampirchef, wenn Markus schläft) gefangen gehalten wird. Klar will Marcus seinen Bruder befreien, dazu braucht er jedoch einen mechanischen (!) Schlüssel, von dem jeweils Selene und Alexander Corvinus (Marcus Pappa) einen Teil haben. Warum er nicht einen neuen Schlüssel machen lässt ist mir an dieser Stelle schleierhaft. Uralte Mechanik dürfte heutzutage doch einfach zu knacken sein. Naja, Corvinus, der Pappa von Marcus und Viktor ist von dem verhalten seiner Zöglinge nicht angetan. Sie erschufen eine Hybridrasse, verbreiteten Chaos und er durfte hinter ihnen aufräumen, daher hat er seinen Wolfsjungen weggesperrt. Soviel zur Mythologie. Verwirrend, selbst wenn man es mehrfach liest? Wie soll man das bei einem Mal schauen erfassen? Das hätte man besser strukturieren sollen, anders, besser, ausführlicher erklären sollen. Hier scheitert eine wirklich gute mythologische Idee, an handwerklich schlechter Erzählkunst, weil man sich nicht entscheiden konnte zwischen Actionfilm und wirklicher Handlung und so kommt beides zu kurz.

Bewertung vom 10.09.2012
Tess of The D'Urbervilles

Tess of The D'Urbervilles


sehr gut

1891 veröffentlichte der englische Schriftstellers Thomas Hardy diesen Roman, der unter seinen Zeitgenossen eher gemischt aufgenommen wurde, wohl weil es für damalige Verhältnisse eher freizügig zuging bzw. einfach realistisch beschrieben wurde, wie es eben in der Welt zugeht, damals und auch heute. Die sechzehnjährige Tess Durbeyfield kommt aus einer kinderreichen Familie. Um das Einkommens der Familie aufzubessern nimmt Tess eine Stellung im Hause D’Urberville an. Alec D’Urberville vergewaltigt Tess. Sie verlässt ihre Anstellung, aber es ist zu spät, sie ist bereits schwanger, eine große Schande, die ihr Leben von nun an überschatten wird. Der kleine Junge jedoch stirbt und weil Tess es daheim nicht aushält sucht sie sich einen neuen Job. Diesmal als Melkmagd. Auf dem Hof lernt der Pfarrerssohn Angel Clare was man braucht, um ein guter Gutsherr zu werden. Angel ist der Schwarm aller Mägde, aber er will nur eine: Tess. Kann er sie auch mit ihrer belasteten Vergangenheit lieben?

Normalerweise fangen Kurzserien eher stark an und lassen dann gegen Schluss nach. Hier ist es gerade anders herum. Der Anfang ist eher schwach wird besser, lässt wieder nach und nimmt geegn Schluss noch mal Fahrt auf. David Blair hetzt durch die Jugendepisode daheim und lässt so die Motivation aus, warum Tess diese Stellung überhaupt annimmt, nämlich, weil das Familienpferd durch ihre Schuld zu Tode kam und die Familie nun kein Einkommen mehr hat. Sie will genug Geld verdienen, um ein neues Pferd zu kaufen. Es wird zwar am Rande erwähnt, dass ihr Vater nun ein neues Pferd hat, aber damit hat es sich auch schon.
Auch später immer wieder ganze Zeitabschnitte in Tess Leben so episodenhaft erzählt, dass diesen teils der logische Zusammenhang fehlt und man sie kaum versteht, wenn man das Buch nicht gelesen hat, so z. Bsp. was es mit den versteckten Schuhen auf sich hat, die Angels Brüder finden. Was machte Tess mit dem Geld das Angel ihr gab? Im Buch geht es zum Großteil für die Reparatur des Daches des Familienheims drauf, hier fragt man sich, warum sie arbeitet, wenn Angel ihr doch Geld gab. Natürlich muss noch ein wenig mit Bettszenen gewürzt werden, die im Buch nur angedeutet werden, das nicht im Mindesten so frivol ist, wie die Zeitgenossen es empfanden. Dafür fehlen einige wirklich starke Stellen, wie die sterbenden Fasane im Gebüsch fehlen, dafür hat man die Jäger erfunden.
Die Besetzung ist sehr gut getroffen, obwohl ich Alec deutlich attraktiver als Angel finde und nicht verstehen kann, was Tess an diesem Milchgesicht findet. Tess quietschige Synchronstimme nervte mich streckenweise deutlich, aber man gewöhnt sich daran.

Fazit: Prinzipiell sehr nahe am Buch, man hätte aber lieber noch eine Episode mehr investieren sollen, um die durch die Kürzungen entstehenden logischen Lücken zu füllen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.09.2012
Jane Eyre - 2 Disc DVD

Jane Eyre - 2 Disc DVD


sehr gut

Jane Eyre wächst als Waisenkind bei reichen Verwandten auf. Es ist eine freudlose Kindheit, denn Jane ist altklug und damit kann ihre Tante, nicht viel anfangen. Sie verachtet und hasst Jane, was auf Gegenseitigkeit beruht. So sind beide Seiten froh, als Jane nach einer größeren Eskalation Gateshead verlässt und nach Lowood ins Internat kommt und nach acht Jahren Schulzeit selber Lehrerin wird. Aber schon bald wird ihr dieses einseitige Leben öde, sie will mehr, sie braucht einen Tapetenwechsel und annonciert, dass sie eine Stellung als Gouvernante sucht. Sie tritt eine Stellung als Gouvernante bei einem unehelichen französisches Mädchen auf Thornfield Hall an, was ihr jedoch auch bald sehr eintönig wird, bis sie Mr. Rochester, den Herren des Hauses kennenlernt, der ein düsteres Geheimnis hütet.

Der Roman erschien 1847 unter dem Pseudonym Currer Bell und hieß auf Deutsch zunächst „Die Waise von Lowood“. Erzählt wird die klischeehafte, vorhersehbare Geschichte der Gouvernante Jane Eyre und die Autorin bemüht alle damals gängigen Klischees aufs Beste.
Zunächst ist da das arme Waisenkind, das von seinen reichen Verwandten schlecht behandelt wird und auf ein düsteres Internat geschickt wird. Diese Kindheit wird in dieser Serie mit gerade mal 15 Minuten abgehandelt. Kennt man das Buch nicht, wird kaum klar, warum Jane von ihrer Tante so gehasst wird, auch, was im Internat passiert und warum ihre beste Freundin stirbt, all das kann man ohne Kenntnis des Buches nicht erfassen. Nicht nur das, die Jugendepisoden wirken unmotiviert, unzusammenhängend aneinandergereiht und Schwupps ist sie Lehrerin. Bessies Rolle, ihre Beziehung zu Jane wird komplett gestrichen.
Für Thornfield Hall, den Traum der Gouvernante mal ihren Herren zu heiraten, nimmt man sich dann ausführlich Zeit. Janes Flucht jedoch (jede Liebe muss durch ein Jammertal, wenn sie die wahre Liebe ist) wird wieder nur in zusammenhanglosen Episoden, teils in Rückblenden, die man ohne Kenntnis des Buches nur schwer verstehen kann, erzählt und verfälscht, denn sie hat sich von Edward (im Buch) definitiv nicht verabschiedet. Janes (erotische) Träume, Erinnerungen an Edward im vierten Teil sind ein Zugeständnis an den modernen Zuschauer und komplett deplatziert, die hätte man streichen sollen und durch fehlende Handlungsstränge ersetzen sollen. Auch das Auffinden ihrer Cousinen, das Leben mit diesen, wird so dermaßen im Schnelldurchlauf durchgehechelt, dass man die Zusammenhänge nur schwer erfassen kann (die hier teils ohnehin verfälscht sind), falls man das Buch nicht kennen sollte.
Was sollte das Familienfoto/Portrait am Schluss denn? Soll der Maler all diese Figuren schnell mal in 5 Minuten malen? Da werden einige Schicksale und was aus den unterschiedlichen Protagonisten wurde in einem Bild zusammengefasst, hätte man sich sparen sollen und lieber nur Janes und Edwards Zukunft in einem schönen Familienbild zeigen sollen.
Die Besetzung ist soweit gut und passend, die deutsche Synchronisation in den Hautrollen ebenfalls sehr gut, nur einige Nebenrollen sind so grauenvoll synchronisiert, so steif, leblos und abgelesen, dass sie regelrecht unangenehm auffallen.

Fazit: Soweit nahe am Buch, aber teilweise derartig episodenhaft angedeutete Handlungen, dass man diese ohne Kenntnis des Buches weder zuordnen noch wirklich erfassen kann.

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.09.2012
Lost City Raiders

Lost City Raiders


weniger gut

Mit Mythologie gegen die Klimaerwärmung

2048 hat die Klimaerwärmung zum Abschmelzen der Polkappen geführt und 70% der Landmasse geflutet, im Ozean herrschen mutierte Killerwesen. John Kubiak und seine beiden Adoptivsöhne Jack und Thomas verdienen ihre Geld mit der Bergung in den Fluten versunkener Wertgegenstände, teils im Auftrag der Besitzer, teils als Raubtaucher. Da bekommen sie einen brisanten Auftrag vom Vatikan. Sie sollen ein ominöses Zepter des Sobek suchen, dass die Meeresfluten kontrollieren kann. Dabei haben sie Konkurrenz von einem fiesem Immobilienhai, der die Flut noch weiter steigen lassen will, um den Profit mit seinen schwimmenden Wohnungen in die Höhe zu treiben und die überfluteten Landmassen billig zu kaufen, bevor der das Wasser wieder sinken lässt.

Zum einen ist die Idee nun wahrlich nicht neu. Ich kenne diese Bergungstauchergeschichte aus irgendeinen Anime aus den 90er Jahren dessen Name mir nicht mehr einfällt. Die Story ist so unlogisch, dass es schon weh tut. Natürlich glauben die Amis nicht an die Klimaerwärmung, das verbieten schon die Ölmultis, und so verwundert es nicht, dass hier eine magisch mythologische Lösung propagiert wird, die wohl ein Teil der Amerikaner sogar glauben wird. Was jedoch unlogisch ist, ist, dass die katholische Kirche daran glaubt, dass ein heidnischer Gegenstand, der einem anderen Gott diente, funktionieren könnte. Damit geben sie doch zu, dass es Sobek gibt, ihren eigenen Gott aber nicht, denn der hat die Flut nicht in den Griff bekommen. Überhaupt, welches Land hat mal eben dem Vatikan Land abgetreten, damit er sich auf dem immer enger werdenden Landmassen gemütlich ausbreiten kann? Wer würde freiwillig in so einer Situation auch nur einen Quadratmeter hergeben?

Zusätzlich kann auch die Umsetzung dieses vor Klischees strotzenden, dünnen Geschichtchens nichts reißen. Die Kulissen sind billig, die Schauspieler OK, nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Die Kulissen wirken teils wie Pappmaschee, teils wie Kulissen aus Disneyland. Die Popliedchen des Soundtracks sind grauenvoll. Die Spezialeffekte wirken wie in einer RTL oder Sat 1 Eigenproduktion. Keine Ahnung, warum Disney so einen Schrott produziert und damit seinen Namen riskiert, aber mit denen geht es ja schon länger abwärts.

Fazit: Zeitverschwendung.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.09.2012
Der Mann ohne Gesicht, 1 Audio-CD
Sayers, Dorothy L.

Der Mann ohne Gesicht, 1 Audio-CD


gut

Auf einer Zugfahrt erzählen die Mitreisenden Lord Peter Wimsey von einem ungewöhlichen Mord in East Felpham. Am Strand wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Er trug Badekleidung, wurde erwürgt und sein Gesicht mit Schnitten unkenntlich gemacht. Ein Auto oder die Kleidung des Ermordeten wurde nicht gefunden. Der Mörder hat keine Spuren hinterlassen bzw. wurden diese von der Flut zerstört. Lord Peter entwickelt eine ganz andere Theorie als Inspektor Parker von Scotland Yard. Verschmähten Liebhaber oder Rache nach jahrelange Demütigung?

Auch diese 49 minütige Koproduktion des MDR/SWR/SFB-ORB aus dem Jahr 2002 ist sehr minimalistisch. Ein Hörspiel ohne Geräuschkulisse, also eher eine Vertonte Lesung mit verschiedenen Sprechern, wobei sich erneut der Fall, ähnlich wie beim Gisbert Haefs Triumvirat, in einem Gespräch entwickelt und auch fast nur in Gesprächen gelöst wird. Einige der Sprecher in kleinen Nebenrollen sind schlecht, anders kann man es nicht sagen. Steif, abgelesen, unecht. Die Hauptrollen hingegen sind sehr gut besetzt.
Minimalistisch ist das Hörspiel nicht nur in Hinsicht auf die Umsetzung, sondern auch, was die Handlung angeht. Der Fall ist jedoch so gut konstruiert, und so ... abstrus ist nicht ganz das richtige Wort, menschliche Leidenschaften können schon seltsame Formen und Ausbrüche annehmen - dass das Anhören doch Spaß macht und es nicht langweilig wird. Man kann miträtseln, alle Hinweise sind da, der Täter ist schnell klar, nur das Motiv, das muss Lord Peter entschlüsseln.

Fazit: Einerseits guter, unterhaltsamer Fall, andererseits teils schlechte Sprecher und keinerlei Geräuschkulisse. Kein Hörspiel, keine Lesung, irgendwas dazwischen.

Bewertung vom 06.09.2012
Die Braut des Prinzen

Die Braut des Prinzen


ausgezeichnet

Im Königreich Florin lebt Butterblume auf einem Bauernhof. Sie liebt vor allem zwei Dinge, zu reiten und den Stallburschen Westley zu quälen, bis, ja bis sie ihre Liebe zu diesem Stallburschen erkennt. Westley der Stallbursche jedoch liebt sie schon lange, eigentlich schon immer und als Butterblume seine Gefühle endlich erwidert beschließt er zu verreisen, um reich zu werden, um eine gemeinsames Leben für sie beide aufzubauen und stirbt.
Butterblume ist am Boden zerstört, aber da sie so schön ist, beschließt Prinz Humperdick sie zu heiraten. Butterblume willigt widerwillig ein, doch als Butterblume entführt wird kommt es doch ganz anders.

Es gibt Filme, denen gegenüber kann man nicht objektiv sein. Die liebt man und Liebe macht bekanntlich blind. So ist es auch mit diesem Film. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn schon gesehen habe und jedes Mal zaubert er einem ein Lächeln ins Gesicht. Gut, der Humor ist speziell, diese Art von Persiflage muss man mögen, denn erzieht alles durch den Kakao, aber liebevoll. Irgendwie ein wenig wie Pratchett. Der Humor ist bissig, ironisch und bezieht den Leser im Buch direkt mit ein, im Film den Zuschauer, über die Szene mit dem kleinen Jungen, der die Geschichte von seinem Großvater vorgelesen bekommt. Der Zuschauer wird zum kleinen Jungen. Als Kind habe ich genau wie der kleine Junge gedacht (OK, bei diesem Film denke ich immer noch wie der kleine Junge und eigentlich auch bei anderen schmalzigen Liebesfilmen), eine Mischung aus bähhh, die Küssen schon wieder, nerv, und ich will aber wissen, wie es weitergeht.
Ich kenne auch das Buch, und, natürlich ist es besser, anders besser als der Film. Wie in allen Verfilmungen fehlt der Erzähler und der hat die bissigsten Passagen im Buch. Auch wurde Butterblumes/Buttercups Rolle verändert, denn die Buttercup im Buch hasst es sich zu waschen und einigt sich mit Humpderdick auf eine Ehe ohne Liebe mit Zeugung eines Thronfolgers.
Die Hauptszenen und Elemente des Buches bleiben aber erhalten, wohl auch, weil der Autor selber das Screneplay geschrieben hat. Die Besetzung ist für mich perfekt. Wohl auch, weil ich den Film zuerst mehrfach gesehen habe und erst dann das Buch, viele Jahre später, gelesen habe und Wesley immer der Schnuckelige Wesley aus dem Film war.

Fazit: Ein Klassiker, irgendwie.