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Furbaby_Mom

Bewertungen

Insgesamt 510 Bewertungen
Bewertung vom 26.10.2025
In the Shadows we wait / Redveil Bd.1
Gold, Alessia

In the Shadows we wait / Redveil Bd.1


sehr gut

Unterhaltsam, mystisch, spicy

Schon allein die Gestaltung dieses Buches hat mich total angesprochen - das edel schimmernde Metallic-Rot, die goldene Schrift, der geheimnisvoll dunkle Farbschnitt mit den Silhouetten schwarzer Vögel … alles wirkt, als würde es direkt aus dem Nebel des mystischen Örtchens Surnova auftauchen. Und speziell die Raben sind ein Detail, das noch bedeutungsvoller wird, sobald man die Geschichte kennt.



Ich lese nur selten Dark Romance oder Dark Fantasy - eigentlich so gut wie nie -, aber der Klappentext dieses Buches hat mich sofort in seinen Bann gezogen und mich dermaßen neugierig gemacht, dass ich nicht daran vorbeikam. Eine geheimnisvolle Legende, ein rumänisches Dorf, das seine Schatten nicht loswird, eine junge Frau, die sich auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft begibt, jede Menge Geheimnisse und Gefahren … All das klang nach einer düster-romantischen Geschichte voller Mythen und Magie. Und genau das bekommt man hier auch: ein atmosphärisches, stellenweise richtig intensives Leseerlebnis.



Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven (Xara, Dorian und Juraj), was ich sehr gelungen fand. Besonders Xaras Kapitel haben mir gefallen, weil sie ihre Verunsicherung, ihre Sehnsucht und ihre wachsende Faszination so greifbar machten. Auch wenn ich einige ihrer Entscheidungen mit einem Stirnrunzeln verfolgt habe (- mal im Ernst: ich steige doch nicht zu zwei fremden Männern ins Auto … im Ausland … nur weil sie mir versichern, dass sie ohnehin nicht auf Mädels stehen - die romantischen Interessen schließen doch keine kriminellen Beweggründe aus, ahhh … da habe ich einfach zu viel True Crime intus! -), konnte ich sie irgendwo, irgendwie nachvollziehen. Immerhin ist Xara plötzlich mit zwei (heißen) Männern konfrontiert (nicht jene von der Mitfahrgelegenheit, wohlgemerkt), die nicht nur behaupten, sie wiedererkannt zu haben, sondern sie mal eben mit einer jahrhundertealten Liebe in Verbindung bringen. Ihren Wunsch, mehr über ihre biologische Herkunft erfahren zu wollen (unabhängig von den verstörenden Träumen) und ihre Neugier konnte ich jedenfalls absolut verstehen. Nicht umsonst boomen heutzutage Websites, bei denen Menschen mittels DNA-Einsendung mehr über ihre Herkunftsgeschichte lernen wollen; im Grunde interessiert uns doch alle die elementare Frage 'Wo komme ich her?'

Der Einstieg verlief also wirklich rundum spannend und genauso catchy, wie ich es mir erhofft hatte.



Dorian war mir persönlich etwas zu gebieterisch, zu unnahbar (- ja, schon klar, ein Herrscher muss über eine gewisse Dominanz verfügen, aber dennoch -), wohingegen Juraj mit seinem Verständnis und seiner geheimnisvollen Ruhe deutlich sympathischer wirkte. Ich bin ehrlich gespannt, welchen Weg die Autorin hier noch einschlagen wird, gerade gegen Ende deuten sich einige Wendungen an, die definitiv Lust auf Band 2 machen.



Was mich besonders beeindruckt hat, war die Atmosphäre: Alessia Gold versteht es, dieses Gefühl von uralter Dunkelheit, Legenden und mittelalterlichen Vibes perfekt einzufangen. Die Wälder, das Dorf, das Lichterfest … das Setting wirkt definitiv unheimlich und faszinierend zugleich.



Sehr cooles Extra: Das Glossar im Anhang und die Twilight-Referenzen - ich musste so auflachen bei der Frage "Ist das jetzt Dr. Cullen?"



Alles in allem: Ein solider Auftakt. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es im zweiten Band weitergehen wird - "Until the Light destroys" erscheint im Januar 2026.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine außergewöhnliche Leseerfahrung - düster, seeeehr sinnlich, geheimnisvoll und ganz anders als das, was ich sonst lese. Klare Empfehlung für alle Vampir-Fans und Dark-Romance-Leser:innen.

Bewertung vom 21.10.2025
The Penguin Paradox
Milán, Greta

The Penguin Paradox


sehr gut

*** Setting-Liebe!! ***

Was für ein besonderes Buch!


Schon vom bloßen Anblick war ich hin und weg! Die wunderschöne Gestaltung mit den zarten Rosé- und Blautönen, die perfekt mit dem glitzernden Weiß der Antarktis harmonieren, ist einfach ein Traum, ebenso die kleinen Glitzerelemente, die sich auf den Seiten der Kapitelanfänge angedeutet wiederholen - und vom Farbschnitt fange ich gar nicht erst an … Kurzum: Das Werk ist ein absoluter Eyecatcher!


Doch auch inhaltlich hat mich diese cozy NA-Romance aus der Feder von Greta Milán absolut verzaubert.


Das Setting ist der Wahnsinn! Eine Liebesgeschichte mitten im Eis, quasi am Ende der Welt. Im Fokus: eine Gruppe unglaublich sympathischer Menschen auf der "White Star"-Station, die gemeinsam ihrer Forschungsarbeit nachgehen. Das war für mich etwas ganz Neues und ein unglaublich atmosphärisches Leseerlebnis. Ich mochte die gesamte Crew total, diese ruhige, familiäre Dynamik in der Abgeschiedenheit … das passte alles perfekt zusammen, ich fühlte mich automatisch wie ein Mitglied des Teams.


Was mich besonders beeindruckt hat, war die gelungene Balance zwischen Wissenschaft und Gefühl. Ich selbst bin - leider - kein Naturwissenschaftsprofi … nicht mangels Interesse, aber Sprachen, Musik und Historisches sind eher mein Terrain. Greta Milán hat den Forschungsaspekt jedoch so zugänglich und lebendig beschrieben, dass ich mit jeder Seite mehr über Pinguine lernen wollte. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich diese faszinierenden Tiere jetzt nochmal mit ganz anderen Augen sehe (und zukünftig wohl immer ein bisschen an dieses Buch denken werde, wenn ich einen Pinguin sehe).


Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Emerie und Beckett erzählt, wobei ER mir von Anfang an deutlich näher war als SIE. Mit Emerie bin ich erst nach und nach warm geworden; sie ist nicht unfreundlich, allerdings recht tough, ehrgeizig, etwas verschlossen (wenn auch aus gutem bzw. traurigem Grund). Nur in puncto Kochen fühlte ich direkt mit ihr (- habe es tatsächlich auch schon mal geschafft, Reis anbrennen zu lassen *hüstel*). Beckett hingegen war für mich sofort ein Highlight - ein echter Good Guy, loyal, klug, aufmerksam, hilfsbereit, auf attraktive Weise selbstbewusst … einfach rundum liebenswert. Ich hab es geliebt, Emerie dabei zuzusehen, wie ihre Vorurteile ihm gegenüber nach und nach dahinschmolzen.


Ein weiterer Pluspunkt für mich war die Tatsache, dass die Gebärdensprache in die Handlung integriert worden ist, und zwar auf komplett natürliche und feinfühlige Art und Weise.


Der angenehm-einladende, bildreiche Schreibstil der Autorin sorgte dafür, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte - nicht nur, weil ich (im Gegensatz zu Em) Romanzen liebe, sondern weil sich die Story einfach so gut anfühlte und mich wunderbar unterhalten hat.


Fazit:
Eine süße, berührende Geschichte über Vorurteile und Vertrauen, zweite Chancen und die Magie, die entstehen kann, wenn zwei Menschen sich wirklich sehen - eingebettet in ein interessantes, kreatives Setting. Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 29.09.2025
Stachel und Stunk
Wind, Juli

Stachel und Stunk


weniger gut

*** Leider nichts für uns ***

In letzter Zeit haben mein kleiner Spatz und ich so viele wundervolle Kinderbücher für uns entdeckt - ich freue mich über sein wachsendes Interesse an Büchern und genieße es so sehr, als Erwachsene nochmal all die entzückenden Kinderbuchillustrationen bestaunen zu dürfen.

With that being said: Die fröhlich-niedlichen Zeichnungen des vorliegenden Werkes waren es auch (- zusammen mit der Grundidee, Akzeptanz, Inklusion und Selbstwertgefühl unter Kindern zu stärken, was ich eine enorm wichtige & wertvolle Message finde -), die dafür sorgten, dass ich zumindest ein paar warme Worte für dieses Buch finden kann. Denn inhaltlich … einfach nein. Es bricht mir das Herz, etwas Negatives über ein optisch so putziges Buch sagen zu müssen, aber … das war wirklich gar nichts für uns.

Frau Bär war in ihrer Rolle als Pädagogin dermaßen inkompetent, dass ich beim Vorlesen heilfroh war über die Tatsache, dass dieser Punkt nur mich als Erwachsene störte. Mein Kleiner war derweil begeistert von den zahlreichen Furz-und-Pups-Ausdrücken.

Für Stunk konnte ich mich überhaupt nicht erwärmen - seine durchwegs stichelnde, grundlos gemeine, regelrecht herablassende Art verhagelte mir ordentlich die Laune. Reaktion der Erzieherin: Null.

Ja, gegen Ende wird spontan Freundschaft geschlossen, doch auch dann gibt es noch eine recht unschöne Aussage, die a) in meinen Augen recht grenzwertig einzuordnen ist, speziell im Hinblick auf das doch sehr junge Alter der Figuren sowie der Zielgruppe, und b) sich leider einreiht in den zuvor entstandenen Eindruck, dass Hänseleien und Beschämungen dort scheinbar zur Normalität gehören.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Geschmackssache. Unser Fall war es nicht, und "voll komisch" auch nicht, trotz der wirklich lieben Zeichnungen. Aus diesem Grund kann ich leider keine Empfehlung aussprechen, das wäre nicht fair - dafür gibt es einfach zu viele andere rundum gelungene Kinderbücher, die kein unangenehmes Gefühl beim Vorlesen hinterlassen.

Bewertung vom 29.09.2025
Mein erstes Vorlese-Fühlbuch - Bist du eine Katze?
Orso, Kathrin Lena

Mein erstes Vorlese-Fühlbuch - Bist du eine Katze?


ausgezeichnet

*** Absolut entzückend! ***

Da wir mit "Bist du ein Hase?" bereits ein ähnliches Werk zuhause haben, welches wir sehr lieben und immer wieder gerne anschauen, konnten wir auch dem vorliegenden Exemplar nicht widerstehen - zu entzückend sind die farbenfrohen Tierillustrationen!

Natürlich stellen die an die jeweiligen Tiere befestigten Fühlelemente aus unterschiedlichem Stoffgewebe das eigentliche Highlight dieses goldigen Büchleins dar, und mein kleiner Spatz untersucht sie auch stets neugierig, dennoch kann ich insbesondere die liebevoll gestalteten Zeichnungen nicht genug loben. I mean … die meisten Kinderbücher sind niedlich, so soll es ja auch sein, doch dieses Werk bzw. diese Buchreihe gehört wahrlich zu den ganz besonders bezaubernden Exemplaren.

Die stabile Seitendicke eignet sich perfekt für kleine Hände. Auch die kurzen Reime, in denen die kindgerechten Frage-Antwort-Texte verfasst worden sind, gefallen uns richtig super. Mein Kleiner ist nun schon weitaus älter als 18+ Monate, freut sich jedoch immer riesig, Bücher dieser schönen Bilderbuchreihe zu erforschen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein zuckersüßer Vorlesespaß! Klare Empfehlung!!

Bewertung vom 29.09.2025
183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch
Frattini, Stéphane;Manceau, Édouard

183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch


ausgezeichnet

*** A ton of fun! ***

Tierfreunde und Wimmelbuch-Fans aufgepasst! Neben den titelgebenden Pinguinen erwarten euch in diesem schönen Familienbuch, das mich direkt angelacht hat, auch Krokodile, Kühe & Co.

Detaillierte Suchaufgaben zu den niedlich gestalteten, farbenfrohen Abbildungen sorgen für jede Menge Spaß, nicht nur bei den Kleinen. Egal, ob man sich gerne in den Zeichnungen verliert und die einzelnen Feinheiten bewundert oder über die humorvollen Formulierungen schmunzelt - es steckt so viel Liebe im Detail.

Um es abwechslungsreich zu halten, variieren die Schwierigkeitslevel, außerdem punktet das hübsche Hardcover-Büchlein mit zahlreichen interessanten Fakten. - Wusstet ihr, dass die Zunge eines Blauwals so viel wiegt wie ein kleiner Elefant? Oder dass es weltweit nur etwa 600.000 Flamingos gibt - die bei einem Gewicht von durchschnittlich 3kg in ihrer Gesamtheit als Tierart etwa 2.000 Tonnen schwer sind? - "Gerade einmal so viel wie vier große Flugzeuge mitsamt Passagieren." Ich feiere ja Facts und bildreiche Vergleiche dieser Art total!

Mein liebstes Zitat befand sich übrigens auf der Seite der klitzekleinen Tierchen:
"Wenn Verliebte sich küssen, wandern 80 Millionen Bakterien von einem Mund in den anderen. Aber kein Grund, „Igitt!“ zu sagen, denn tonnenweise Liebe auszutauschen, ist der beste Weg, um leichten Herzens zu leben!" Wahre Worte!

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Spaßig und lehrreich zugleich, so soll es sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Wimmelbüchern mit reinem Illustrationsfokus geht es hier um mehr als 'nur' die Bildersuche. Mein einziges 'Manko':
Für meinen Geschmack hätte das Werk gerne noch ein paar Seiten mehr haben können.

Bewertung vom 26.09.2025
Downhill Dreams
Schojer, Nadine

Downhill Dreams


ausgezeichnet

Wundervolle, kreative NA-Sportsromance

Was für ein Buch! - Keine 08/15-New-Adult-Romance, sondern eine Hommage an den Mountainbike-Sport, an das Leben zwischen Adrenalin und Verantwortung, zwischen alten Wunden und neuer Hoffnung.



Ich kann euch gleich vorab sagen: Wenn ihr schon denkt, die wunderschöne Gestaltung ist ein Traum, dann wartet nur ab, bis ihr den Inhalt kennt! Wow, wow, wow!



Mit "Downhill Dreams" hat sich Nadine Schojer direkt in die Liga von Bianca Iosivoni & Co. geschrieben. Ich habe jede einzelne Seite genossen und war absolut angetan von der kreativen, frischen Umsetzung, die sich ganz klar von vielen vergleichbaren Büchern dieses Genres abhebt. ( …wobei die Story an sich aufgrund ihrer Thematik bereits dermaßen außergewöhnlich ist, dass sie unlike all the rest ist.)



Die Leidenschaft der Autorin war für mich in jeder Beschreibung, jedem Training, jedem Wettkampf, jedem Tritt in die Pedale spürbar. Nadine Schojer brennt für diesen Sport, deshalb wirken ihre Formulierungen nie gekünstelt. Im Gegenteil, man merkt einfach, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Ich selbst würde mich niemals (!) einen Berg auf zwei Rädern hinunterstürzen, aber durch Levis und Josies Perspektiven konnte ich zumindest literarisch mitfiebern, und das mit jeder Faser.



Die Autorin erzählt mit ganz viel Herz und einer klaren Stimme; ihren rundum angenehmen Schreibstil würde ich als authentisch, dynamisch und sehr gefühlvoll beschreiben.



Auch zwischenmenschlich hat mich die Geschichte sofort abgeholt: Die Chemistry zwischen Josie und Levi ist von der ersten Begegnung an greifbar - ihre Begegnung im Fahrradgeschäft: Köstlich! Ihre Annäherung ist geprägt von der perfekten Mischung aus Spannung, Zurückhaltung und Emotion. Besonders gut gefallen hat mir das verbotene Element, das die Liebesgeschichte mit einem realistischen Konflikt auflädt. - Nicht überzogen, sondern nachvollziehbar und glaubwürdig. (Mal ehrlich: Wie oft passiert es in anderen Liebesromanen, dass kurz vor knapp einfach i r g e n d e i n Drama konstruiert wird, um die Story aufzupeppen oder dass die Gründe für den Forbidden-Love-Aspekt dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirken, dass man sich denkt: 'Ach, bitte … * Augenroll *')



Welcher Punkt unbedingt auch ein Lob verdient: die Ausgestaltung der Nebenfiguren. Sie wurden nicht als bloßes Beiwerk geschrieben, sondern mit spürbar viel Sorgfalt und Facettenreichtum gezeichnet. Besonders die Beziehung zwischen Josie und ihrem Vater fand ich bewegend und authentisch; ihre Gespräche haben mich tief berührt. Und dann ist da noch Riley: Statt sie als klischeehafte "Rivalin" zu inszenieren, erleben wir sie in mitunter verletzlichen, ehrlichen Momenten, die zeigen, dass Liebe nie nur schwarz oder weiß ist - … dass es eben nicht nur die gute Hauptfigur und die zickige Nebenbuhlerin gibt. I love it!! Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich das gefeiert habe. Riley ist ein Mensch mit realen Gefühlen, und speziell in einer Szene habe ich mich mit ihr sehr verbunden gefühlt. Insgeheim hoffe ich, dass sie eines Tages vielleicht eine eigene Geschichte bekommen wird. Verdient hätte sie es auf jeden Fall und ich würde mich riesig, riesig darüber freuen!



Ein weiteres Highlight für mich war das Setting. Zum einen die Wahl der Schauplätze und zum anderen der Location-Wechsel im Laufe der Handlung: vom ländlich-heimeligen, bodenständigen Garmisch-Partenkirchen hinüber ins sonnige Kalifornien - ein Kontrast, der sich auch atmosphärisch stark im Text widerspiegelt und den Figuren zusätzliche Tiefe verleiht, da die jeweilige Umgebung sich natürlich auf ihre charakterliche Entwicklung auswirkt.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Dieser wunderbar geschriebene, emotional packende New-Adult-Roman hat mich wirklich komplett begeistert! Ich freue mich jetzt schon sehr auf weitere Geschichten der Autorin (- ihre zuvor veröffentlichte Trilogie "Die Telefonistinnen" wandert direkt auf meine Wunschliste)!

Bewertung vom 30.08.2025
Love Sick
Duncan, Deidra

Love Sick


ausgezeichnet

Einfach nur WOW. - Dieses Buch hat mich komplett umgehauen und wird ohne Frage eines meiner absoluten Jahreshighlights bleiben! Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so restlos begeistert, so mitgerissen - und das, obwohl ich um Krankenhaus-Romane (und -TV-Serien) normalerweise einen großen Bogen mache (da mich die individuellen Patientenschicksale immer zu sehr mitnehmen). Hier jedoch passte einfach alles!!


Die Dynamik zwischen Grace (Sapphire) und Julian? Off the charts! Ihre Chemistry sprüht von der ersten Begegnung an und entwickelt eine solche Intensität, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst mit im Raum zu stehen. Was mir besonders gefallen hat: Sie reden miteinander. Nicht dieses klassische Aneinander-vorbeilaufen, sondern echte, offene, ehrliche Kommunikation – gerade im entscheidenden Moment, als es dramatisch wird. Das hat mir so viel gegeben und die Geschichte für mich auf ein ganz neues Level gehoben.


Ein weiteres Highlight: der Krankenhausalltag. Diesbezüglich merkt man sofort, dass die Autorin vom Fach ist (= sie arbeitet selbst als Ärztin in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe). Die Beschreibungen sind realistisch, authentisch, voller Leben – und trotzdem nie zu viel oder überfordernd. Diese perfekte Balance zwischen Fachterminologie und Lesefluss hat mich einfach nur begeistert. Man taucht ein in die Welt der Assistenzärzte, spürt den Druck, die Verantwortung, den Stress, aber auch die Leidenschaft, die Liebe zum Beruf. Und das ohne jemals das Gefühl zu haben, als Laie in einem Fachjournal gelandet zu sein.


Auch die Themen Mental Health und der Umgang mit Gerüchten, Druck und unfairen Vorurteilen wurden unglaublich stark umgesetzt. Grace' Weg, wie sie sich behauptet, wie sie wächst und gleichzeitig verletzlich bleibt, war für mich wahnsinnig nachvollziehbar und berührend. Besonders großartig fand ich, dass ein gewisser Konflikt nicht auf kitschige Art einfach "weggezaubert", sondern so realistisch gelöst worden ist, wie es auch im wirklichen Leben geschehen wäre. - Habe ich total gefeiert!


Ehrlich, die Seiten sind nur so dahin geflogen! Ich habe jede Minute mit diesem Buch geliebt, habe mit den Figuren gelitten und mitgefiebert - und war am Ende einfach nur hin und weg. Ich kann kaum fassen, dass es sich bei diesem Leseträumchen tatsächlich um ein Debüt handelt - für mich ist schon jetzt klar: Ich will ALLES von dieser Autorin lesen, was noch kommt. Merkt euch den Namen Deidra Duncan.


Fazit: Die perfekte Mischung aus prickelnder Romantik, mitreißendem Kliniksetting, authentischer Tiefe und wundervollen Charakteren, die man einfach nur lieben muss. Klare Leseempfehlung für alle Fans von Liebesromanen mit Krankenhaus-Vibes à la Grey's Anatomy!

Bewertung vom 24.08.2025
Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
Bullatschek, Sybille

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen


gut

*** Okay-ish, für meinen Geschmack zu überzeichnet ***

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) TV-Quizshow steht.



Schon der ulkige Titel und das kunterbunte Comic-Cover machten sofort neugierig, und als jemand, der mit dem 'Glücksrad' aufgewachsen ist, musste ich das Buch natürlich lesen.



Erzählt wird aus der Perspektive von Altenpflegerin Sybille, die spontan ihre Senioren aus dem Haus Sonnenuntergang bei der neuen »Ü80-Show« anmeldet - ohne Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten zu halten. Begründung: "[…] Der wär wahrscheinlich erst im Quadrat und dann mir an die Gurgel gesprungen. Schließlich predigt er uns seit mittlerweile anderthalb Jahren erfolglos, dass wir eine »Business Company im Health-and-Care-Sektor« sind, und da haben wir in einer TV-Sendung seiner Ansicht nach reichlich wenig zu suchen. Er kommt vom Marketing, und nichts ist ihm heiliger als der gute Ruf unseres Heims. (Welcher gute Ruf? Hahaha!)" - Fair enough.



Die Senioren sind voller Energie, das Personal steckt mitten im Chaos, und Sybille stolpert von einer verrückten Szene in die nächste. Zwischendurch lockern kleine Lebensweisheiten das Ganze auf.



Was erwartet euch:



❏ eine Geschichte, die vom liebenswerten schwäbischen Dialekt lebt, den ich unheimlich gerne lese

❏ jede Menge Situationskomik

❏ bewusst überzeichneten Figuren



So herrlich schräg manche Szenen auch waren, der Humor war für meinen Geschmack einen Hauch zu klamaukig und oftmals stark plakativ. Wer genau das liebt, wird hier sicherlich bestens unterhalten - bei mir blieb es leider bei einem okay-ish. Ich lache einfach herzhafter über die feinsinnigen Wortspiele einer Renate Bergmann als über schrille Comedy-Szenen, was natürlich unter Geschmackssache fällt. Zudem gab es einige Längen, die mich beim Lesen ein bisschen ausgebremst haben, ehe die eigentliche TV-Show endlich beginnt.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Ein lockerer, kurzweiliger Roman mit viel Dialekt, Komik und skurrilen Figuren. Wer Lust auf eine leicht überdrehte Heimkomödie mit Quizshow-Flair hat, wird hier sicher seine Freude finden. Für mich war es - trotz persönlicher Glücksrad-Sentimentalität - nicht ganz das Richtige, daher vergebe ich freundliche 3 Sterne.

Bewertung vom 20.08.2025
Ihr habt es gut, ihr habt ja mich / Online-Omi Bd.21
Bergmann, Renate

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich / Online-Omi Bd.21


sehr gut

Wie immer: absolut wunderbar!

Ich habe schon sämtliche Bände der gleichermaßen cleveren wie entzückenden Online-Omi gelesen und würde 'Oma Nate' am liebsten höchstpersönlich adoptieren!

Auch in Band 21 beweist sie wieder einmal, dass sie Herz, Humor und jede Menge klaren Menschenverstand hat. Hinter dem Pseudonym steckt übrigens Erfolgsautor Torsten Rohde - den ich an dieser Stelle offiziell darum bitte, dass Renate mindestens ein stolzes Alter von 100 Jahren oder mehr erreichen muss, denn ohne sie geht es nicht!

Als alte Berliner Pflanze (halb Berlin, halb Brandenburg) hat mich der sympathische Dialekt der knuffig-patenten Omi direkt an meine Spreewald-Heimat erinnert. Was soll ich euch sagen … jedes Renate-Buch fühlt sich wie ein gemütlicher Plausch mit einer lang vertrauten Freundin an - und tut meiner Seele einfach gut.

Ihre Tipps fürs Dorfleben habe ich ebenso geliebt wie die Beobachtungen zum Unterschied von Ost- und West - absolut on point, da musste ich beim Lesen so schmunzeln:

"An den kleinen Marktplätzen in den Dörfern erkennt man übrigens bis heute den Unterschied zwischen Osten und Westen. (…) Mit der Straßenumbenennerei haben sie es ja, davon kann ich auch ein Lied singen. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die Menschen, derer gedacht wird und die man wertschätzt. Manchmal fällt es einem ja direkt ins Auge, dass der Geehrte nicht mehr in die Zeit passt und dass umgetauft werden sollte. […]"

Renates spontaner Wahlkampf in Spreeweide ist ein echtes Lesevergnügen - immer voll authentisch und lebendig, stets mit einem Augenzwinkern erzählt und manchmal auch mit einem kleinen Hauch Melancholie.

Mein Lieblingszitat dieses Mal:

"Man soll immer sagen, was man denkt, und wenn man das Herz auf dem rechten Fleck hat, denkt man auch meist gute Sachen. Und wofür hat man ein Herz, wenn man nicht drauf hört, frage ich Sie."

Das ist nicht nur typisch Bergmann, sondern auch ein Lebensmotto, das ich mir am liebsten sofort in großen Lettern an den Kühlschrank pinnen möchte.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Auch wenn andere Online-Omi-Bücher (wie z.B. meine Highlights "Das ist ja wohl die Krönung", "Fertig ist die Laube" oder "Man muss sich nur trauen") mir inhaltlich mehr zusagen das Thema Politik/Wahlkampf, war es wieder einmal ein wunderbar gelungenes Werk - warmherzig, liebenswert, voller Situationskomik und mit viel Herz geschrieben. Besonders das relativ offene Ende überraschte mich und verstärkte meine Neugier auf den nächsten Band. Klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 19.07.2025
A Mountain Between Us
Krawiec, Jenni

A Mountain Between Us


sehr gut

Bei diesem Buch-Schätzchen muss ich eins vorwegnehmen: Ja, die gesamte Aufmachung ist ein absoluter Traum - dieser Eyecatcher verdient schon allein aus optischen Gründen einen ganz besonderen Platz im Bücherregal. ABER: Auch inhaltlich punktet der Debütroman der sympathischen Jenni Krawiec auf sämtlichen Ebenen.


I mean ...

* das Thema Bergrettung - so spannend! (Ich kann mich nicht erinnern, je einen Roman darüber gelesen zu haben, dabei sollte diese ehrenwerte Tätigkeit so viel mehr öffentliche Wertschätzung erhalten. Bravo!)

* das traumhafte Setting = ein süßes Alpenstädtchen namens Everstein - herrliche cozy Small-Town-Vibes!

* eine zarte Second-Chance-Romanze, die sich nach und nach entfaltet und ungemein authentisch wirkt

* Lexi = Vics beste Freundin - eine Nebenfigur mit Potential für einen eigenen Roman, verdient hätte sie es. (Und wo wir schon beim Thema Nebenfiguren sind: Das gesamte Team der Bergrettung ist eine eingeschworene Gemeinschaft, Stichwort 'Found Family'.)

* Hunde, Hunde, Hunde - was braucht mein Hundemama-Herz mehr als kuschelige Fellnasen, die sich durch die Geschichte wuseln?! (Allen voran natürlich Cooper!)

* eine interessante Familien-Dynamik, die voller Überraschungen steckt (... wobei dieses Wort beinahe zu positiv klingt, daher sage ich lieber: Macht euch auf ein paar krasse Twists und Ohaaaaa-Momente gefasst.)

* trotz Einbindung wichtiger, schwerer Themen wie Verlust und Trauer(bewältigung) entsteht kein Gefühl der Negativität.


Was die beiden Hauptfiguren betrifft (aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird): Ja, sie waren mir an sich sympathisch, doch Samu war mir definitiv näher und lieber als Vic. Überhaupt lässt sich festhalten, dass bei diesem Werk tatsächlich nicht die Love Story, sondern das gesamte Drumherum mein Highlight geworden ist.


Fazit: Definitiv nicht der klassische 08/15-New-Adult-Roman (wobei ich auch für diese Art von Roman ganz viel Liebe hege), sondern mal was ganz Neues. Das Thema Bergrettung fand ich so faszinierend, darüber hätte ich gerne noch viel mehr gelesen. Vielleicht ergibt sich ja doch eine Rückkehr nach Everstein, sollte die Autorin sich zu einem zweiten Band überreden lassen ...? Fingers crossed, ich würde mich freuen.