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gerdys_buecher.reich

Bewertungen

Insgesamt 63 Bewertungen
Bewertung vom 02.10.2025
Halt in der Brandung
Albers, Maria

Halt in der Brandung


ausgezeichnet

Halt in der Brandung

Autorin: Maria Albers
Verlag: Francke 2025
Print: 368 Seiten
Perspektive: Erzähler
Band: 1/? Aufbruch nach Afrika
5/5 Sternen


Ich weiß nicht, woran es liegt, doch Bücher, die von einer Schifffahrt auf einem Segelschiff handeln, mit 1–2 überstandenen Stürmen, Kapitänen, Matrosen und Kombüsen, faszinieren mich einfach und schaffen es echt auf die Liste meiner Lieblingsbücher. Eine ganz tolle Geschichte, die ich von Herzen weiterempfehle.

Inhalt:
Ohne Geld, dafür mit einem hoch verschuldeten Landgut, steht Emilie von Eichenstedt vor den Scherben ihres Lebens. Zufällig erfährt sie, dass ihr verschwundener Bruder als Letztes in Kapstadt war, und macht sich auf den Weg, um ihn nach Hause zu holen.
Unterwegs auf einem Missionsschiff trifft sie auf eine interessante Gruppe von Männern und muss sich mit dem Glauben an Gott auseinandersetzen. Was sie vom Schiff mitnimmt und ob sie ihren Bruder finden kann, der ihr altes Leben retten soll, lest ihr selbst.

Über die Protas:
Emilie kennt nur ihren privilegierten Lebensstandard und ist davon überzeugt, diesen auch zurückerlangen zu können. Dafür ist sie bereit, auch schwere Schritte zu tun und Dinge in Angriff zu nehmen, die sie sonst niemals für möglich gehalten hätte. Ob ihr Bruder überhaupt bereit ist, sich ihren Wünschen zu beugen und ihr zu folgen, bedenkt sie gar nicht, denn in ihrer Vorstellung kann nur ein Leben in der oberen Gesellschaftsschicht gut sein. Ihre Entwicklung, Sinnesänderung, Charakterbildung und ihr Glaubenswandel sind greifbar und absolut realistisch. Ich bin gerne an ihrer Seite gelaufen, hab zwar manchmal den Kopf über sie geschüttelt und Mitleid mit ihr empfunden, denn sie konnte ja nichts für ihre Unwissenheit und Ignoranz. Doch als sie den Durchbruch schaffte erkannte, was wirklich Glück und Freude bringt, hätte ich sie am liebsten gepackt und wäre mit ihr im Kreis herumgehüpft.
Conrad – joa. Den würde ich vermutlich genauso wenig aus den Augen lassen wie Emilie. Ich fand ihn sehr beeindruckend, wenn manchmal auch etwas ungeschickt im Umgang mit ihr, doch immer aufrichtig und ehrlich. Seine Ängste, die er durch Ablehnung erfahren hat, machen ihn zu einem Charakter, der so existieren würde, und erklären sein Handeln. Selbst jemand, der sich Gott im Dienst verpflichtet hat, ist nicht fehlerfrei und perfekt oder gar ohne Zweifel und Sorgen. Doch der Umgang damit macht den Unterschied. Er ist darum bemüht, das Wohlergehen und die Bedürfnisse der anderen über seine eigenen Wünsche zu stellen, ist bereit, zurückzustecken, und leidet lieber, als dass er Dinge einfordert.
Auch die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet und bis auf ganz wenige, würde ich alle gerne mal im echten Leben treffen.

Das mochte ich:
- Die Schiffsreise. Hach, ich bin gerne auf Segelschiffen unterwegs – also so in meiner Phantasie.
- Die Charakterentwicklungen der Protagonisten sind authentisch und nachvollziehbar.
- Spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen.
- Es gab Szenen zum Lachen und Weinen. Meine Gefühle wurden ganz schön durcheinandergewirbelt.
- Wie sich die Beweggründe und die Motivation veränderten, die Emilie zum Handeln trieben.

Besonders gut fand ich:
Die „Zufälle“, die Emilie und Conrad wieder zusammenführten.

Das habe ich für mich mitgenommen:
Gott lässt uns in unserem Leben durch Herausforderungen gehen, um uns zu formen und zu verändern. Denn manches Mal bedarf es einer Korrektur unserer Sichtweise auf Dinge im Leben oder aber eines neuen Aufbruchs im Glauben. Doch egal, wie schlimm die Stürme um uns herum toben, es gibt einen, der der Fels (oder der Halt) in der Brandung ist. Wenn wir uns an ihn halten, werden wir nicht untergehen.

Fazit:
Diese Geschichte ist wie ein wilder Ritt auf stürmischer See, bei dem man am Ende aber doch sicher im Hafen ankommt.

Bewertung vom 01.10.2025
Der Weg der Frauen / Das Pensionat an der Mosel Bd.3
Pierre, Marie

Der Weg der Frauen / Das Pensionat an der Mosel Bd.3


ausgezeichnet

Autorin: Marie Pierre
Verlag: Heyne 2025
Print: 560 Seiten
Perspektive: Erzähler
Band: 3/3 Das Pensionat an der Mosel
5/5 Sternen

Inhalt:
Pauline Martin kämpft auch in diesem Schuljahr mit vielen Herausforderungen: Eine Schülerin, die verhaftet und dann von ihren Eltern schändlich behandelt wird. Ein Ex-Verlobter, der ihr aufs Neue den Hof macht, und der Hauptmann, der sich plötzlich aus ihrem Leben zurückzieht. Nebenher erleben auch die anderen Protagonisten noch einige Höhen und Tiefen.
Über die Protagonisten :
Pauline und Erich sind mir einfach ans Herz gewachsen. Sie sind sich auch in diesem Teil der Geschichte treu geblieben, verändern sich, ecken an, verletzen, vergeben und lernen dazu.
Sophie, die Schülerin, ist ein sehr interessanter Charakter, und anhand ihrer Geschichte lernt man viel über die Stellung der Frauen zur Zeit der Belle Époque und auch über die schlimmen Methoden der Eltern und Ärzte, um sich rebellische Töchter gefügig und gesellschaftskonform zu machen.
Das mochte ich :
Ruhiger Schreibstil, der aber vermag, mit in die Geschichte hineinzunehmen.
Blick auf die Herausforderungen, schönen und unschönen Seiten der Geschichte auch beim Lesen von Romanen kann man dazulernen.
Rivalitätskampf unter den Männern

das habe ich für mich mitgenommen :
Für das Richtige einzustehen ist keine leichte Sache, oftmals ein langwieriger und auch unschöner Kampf, und doch ist sie es wert, wenn dadurch Veränderung hervorgebracht wird.

Fazit:
Mit Der Weg der Frauen endet die Geschichte des Pensionats an der Mosel. Schwer habe ich mich von den Frauen und Männern lösen können. Gerne wüsste ich, wie es ihnen in den bevorstehenden Jahren ergangen wäre. Und doch war ich am Ende glücklich und versöhnt mit dem Ausgang. Eine wirklich tolle Reihe, die ich jedem empfehlen möchte.

Bewertung vom 22.09.2025
Freu dich mit dem kleinen Igel auf Weihnachten
Butler, M Christina

Freu dich mit dem kleinen Igel auf Weihnachten


ausgezeichnet

Inhalt:
Der kleine Igel und seine Freunde freuen sich schon sehr auf Weihnachten. Damit die Zeit nicht so langsam vorangeht, machen sie viele tolle Sachen zusammen, und die kleinen Leser ab ca. 3 Jahren dürfen sich dabei beteiligen.

Das mochte ich:
- Wundervolle Illustrationen, wie schon aus anderen Kleine Igel Büchern gewohnt. Ich liebe ihn einfach!
- Tolle Puzzle, Spiele, Malseiten etc. laden zum Schauen, Staunen, Denken, Basteln, Backen usw. weiter ein und versüßen und verkürzen damit die Wartezeit auf Weihnachten.
-Die Geschichte dreht sich um Freundschaft und zeigt auf, wie schön es ist, Zeit mit Freunden zu verbringen.
- Tolle Qualität. Sticker, heraustrennbare Figuren, Schilder etc. sind auf dickem Karton gedruckt und versprechen Langlebigkeit.
-Mehr als 24 Aufgaben ermöglichen eine freie Einteilung. Man kann auch mal mehr als eine Seite am Tag bearbeiten, als Adventskalenderbuch kann man früher oder später anfangen.

Das mochte ich nicht so:
Die wahre Botschaft von Weihnachten wurde nicht vermittelt. Der Hauptaspekt liegt auf der Gemütlichkeit und gemeinsamer Zeit mit Freunden.

Fazit:
Ein tolles Kinderbuch, das zum Aktivwerden einlädt und den Kindern die Vorfreude auf Weihnachten versüßt. Gleichzeitig lädt es dazu ein, sich bewusst Zeit mit dem Kind zu nehmen, wenn man sich an die Aufgaben macht, zur Ruhe zu kommen, sich auszutauschen und sich auf Weihnachten zu besinnen.
Ein tolles Buch, das sich toll als z. B. Nikolausgeschenk eignet.

Bewertung vom 16.09.2025
Mensch, bitte wenden
Hong, Jimmy

Mensch, bitte wenden


ausgezeichnet

Mensch, bitte wenden.
Ein Plädoyer für Auszeiten und ein bewusstes Leben


Autor: Jimmy Hong
Verlag: Edition Wortschatz
Print: 178 Seiten
4,5/5 Sternen


„Wenn Weisheit per Definition angewandte Erkenntnis ist, stellt sich die Frage: Besitzen wir tiefgreifende Weisheit oder bleiben wir lediglich bei bloßen Erkenntnissen stehen?“ (S. 131)


Inhalt:
In einer Welt, in der schneller, höher, weiter alles ist, was zählt, lädt uns der Autor dazu ein, einen Schritt raus aus der Hektik zu machen, uns nach innen zu wenden, achtsam zu werden und uns neu auszurichten. Auf Gott. Auf die Dinge, die wirklich zählen und Wert haben.
In drei Teilen gegliedert, nimmt uns das Buch auf der Reise des Autors und seiner Familie mit. Als Prediger ist Jimmy oft und viel unterwegs. Es gibt immer ein nächstes Projekt, eine nächste Predigt, noch einen Gottesdienst etc., und er erkennt, dass man im Leben oftmals funktioniert, sich dabei aber mehr und mehr von der eigenen Persönlichkeit entfernt oder gar von Gott, für den man vielleicht sogar vollzeitlich im Dienst ist.
Im ersten Teil erörtert der Autor, warum wir manchmal umkehren müssen, um voranzukommen. Teil zwei zeigt einen neuen Weg, Menschsein zu leben. Diese Teile umfassen neun Stationen aus seinem Leben, besonders auch seinem einjährigen Sabbatical.
Teil drei befasst sich mit der Schlacht im Alltag und blickt auch ehrlich auf das Leben, ein Jahr später. Was wurde wirklich so sehr verinnerlicht, dass es nun Teil des Lebens geworden ist, und was klappt vielleicht schon wieder nicht mehr?


Das mochte ich:
-Jimmy schreibt ehrlich. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts. Versagen gehört zum Leben dazu und auch ein Pastor ist nicht perfekt.
-Der Schreibstil war erzählend. Ein feiner Humor durchzog die vielen Erzählungen und Berichte und brachte mich manches Mal zum Schmunzeln.
-Alle Tipps sind alltagsnah und wirklich für jeden umzusetzen, und dafür braucht es nicht unbedingt eine einjährige Auszeit im Ausland. So wird z. B. ein Micro-Sabbatical eingeführt und mit praktischen Übungen bereitgestellt, das dabei helfen kann, sich 2 × am Tag wieder bewusst auf Gott auszurichten. Hierfür wird als Grundlage die Lectio divina verwendet.
-Am Ende jedes Kapitels gibt es eine „Ausfahrt zum Wenden“. Das sind Fragen, Anregungen oder Gedanken. Diese laden zum Nachdenken ein und fordern dazu auf, Dinge anzugehen.


Besonders gut fand ich:
Das Buch klingt auf den ersten Blick nach einem Ratgeber zur Selbstoptimierung und gerade durch Begriffe wie Achtsamkeit, Reise nach Innen, etc. könnte man das meinen, doch macht der Autor klar, dass es ihm um mehr geht: „Die Kombination aus theologischer Reflexion und den Erkenntnissen über die Selbstwahrnehmung bereichert meine Suche – nach mir selbst und schließlich auch nach Gott. Es gibt keine tiefe Gotteserkenntnis ohne eine tiefe Selbsterkenntnis, und keine tiefe Selbsterkenntnis ohne eine tiefe Gotteserkenntnis. Sowohl Gott als auch wir selbst sind am besten in der Beziehung zueinander zu erkennen.“ (S. 74)


Das habe ich für mich mitgenommen:
Es ist unglaublich wichtig, dass wir uns an den Rhythmus halten, den unser Schöpfer, für uns gedacht hat. Wir können funktionieren und jahrelang schaffen und rennen, doch irgendwann brennen wir aus und dann kann es zu spät sein. Wir brauchen echte Freiheit, Ruhe und Erholung und die Möglichkeit, mit Gott in Verbindung zu sein.


Das mochte ich nicht so:
Die ganzen Bezüge auf frühchristliche (katholische) Praktiken, haben mich zunächst etwas verwirrt, da ich es bei ihm nicht erwartet hatte, glaube jedoch, dass diese dazu beitragen und dabei helfen können, im Gebet z. B. konzentrierter zu bleiben, da man einem gleichbleibenden Ablauf folgt.
Bei allem gilt: Prüft alles, das Gute behaltet.


Fazit:
Jimmy Hong hat mich mit seinem Buch angesprochen und dazu ermutigt, mehr darauf zu achten, den Sabbat zu halten. Wenn auch nicht als ausgedehnte Auszeit, doch als kurze Pausen in der Hektik des Alltags mit Rückbesinnung auf den, der mir echte Ruhe schenken kann und Weisheit bei allen Dingen, sodass ich nicht als „Maschine“ durch die Tage rase, sondern nach dem Ausschau halte, was wirklich wichtig ist.
Ein Buch, das zwar schnell gelesen, jedoch nur langsam gelebt werden kann. Doch ich bin überzeugt, dass es wert ist, beachtet und umgesetzt zu werden.

Bewertung vom 15.09.2025
Eine verführerische Nacht in Bath
Beck, Dina

Eine verführerische Nacht in Bath


ausgezeichnet

Eine verführerische Nacht in Bath
✒️Autorin: Dina Beck
📚Verlag: SP
📖eBook: 135 Seiten
👀Perspektive: Erzähler
#️⃣Band: Teil von Der letzte Ball der Saison
⭐️: 4,5/5 Sternen

Na, das war mal eine andere Art von Regency-Geschichte!
🔍 𝗜𝗻𝗵𝗮𝗹𝘁:
Josephine Casterleigh ist auf einem Ball. Auch wenn ihre Mutter nicht viel davon hält, ist sie doch der Meinung, es gibt Spannenderes und Wichtigeres auf der Welt als Vergnügen und Tanz, möchte Josephine an diesem Abend nichts anderes tun, als mit Männern zu flirten und zu tanzen und sich dabei als jemand Mysteriöses auszugeben, denn mit der Maske wird sie nicht erkannt.
Doch dann findet sie nicht nur Zeichen und Rätsel, sondern auch einen mysteriösen Mann, der verzweifelt darauf bedacht ist, diese zu finden und zu lösen. Josephines Entdeckergeist wird geweckt und mit ihrem großen Wissen über alte Kulturen, ist sie die Hilfe, die er benötigt. Eine spannende, teils auch schon düster-gefährliche Nacht liegt vor den beiden.
🧑🏻👱🏼‍♀️Ü𝗯𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗣𝗿𝗼𝘁𝗮𝘀:
Die Protagonisten sind interessant und sympathisch. Gerade Josephine passt nicht in das Bild einer vornehmen, kultivierten jungen Frau der damaligen Gesellschaft und fasziniert gerade dadurch.
Ash – der Fremde versucht verzweifelt, auf die Spur seines unbekannten Erzeugers zu gelangen, und begibt sich deshalb auf die Suche. Der Beitritt in einen mysteriösen Zirkel, der sich nachts und heimlich trifft, scheint die letzte Möglichkeit zu sein.
❤️ 𝗗𝗮𝘀 𝗺𝗼𝗰𝗵𝘁𝗲 𝗶𝗰𝗵:
✅Spannende „Schnitzeljagd“
✅Ein anderer Blick auf Bath. Dadurch hebt sich die Geschichte von anderen Regencystorys ab.
✅Wunderschöne Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels.


💬𝗗𝗮𝘀 𝗺𝗼𝗰𝗵𝘁𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘀𝗼:
❎Die Szenen mit dem Zirkel empfand ich teils als sehr düster bis hin zu gruselig, was aber natürlich der Sinn und Zweck einer Gothic-Geschichte ist.

🎯 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭:
Diese Novelle ist kein typischer Regency-Roman. Er zeigt eine andere Seite Baths und die dunklen Machenschaften eines exklusiven Geheimzirkels.
Die Romanze zwischen Josephine und Ash ist nicht der Mittelpunkt, doch deutlich spürbar und schön zu lesen. Besonders das Ende war wieder mal herrlich komisch und lässt mich auf eine Fortführung hoffen.
Ich würde die Novelle als eine Mischung aus Jane-Austen- und Schauerroman einstufen und empfehle sie gerade Liebhabern dieser Literaturgattung.

Bewertung vom 27.08.2025
Elli: Verschwörung im Reitstall
Vaßen, Ariane

Elli: Verschwörung im Reitstall


sehr gut

Inhalt:
Elli ist mit ihrem Hengst Sky bei einem wichtigen Reitturnier, doch im entscheidenden Moment ist ihre Trainerin Frida abgelenkt. Elli ist daraufhin alarmiert, denn was sind das für Männer, mit denen Frida da streitet? Mit ihren Freunden begibt sie sich auf die Suche und entdeckt immer mehr Erschreckendes, bis hin zu dem Punkt, wo sie wirklich in Gefahr gerät…

Über die Protas:
Die vier Freunde Elli, Carla, Kim und Leo sind in der 8. Klasse und die Pubertät lässt grüßen. Stimmungsschwankungen, Geheimnisse, Neid, Gefühle…alles wird intensiver – so wie es im wahren Leben ist.
Elli ist diejenige, die gläubig ist und immer wieder mit Jesus redet. Ihre Freunde belächeln sie mittlerweile auch nicht mehr dafür. Und sie erlebt immer wieder, dass Gott ihre Gebete erhört und im richtigen Moment die richtige Hilfe schickt.
Carla ist am Anfang schwer zu durchschauen und kam teils ungerecht Elli gegenüber rüber. Doch im Laufe der Geschichte klärten sich die Hintergründe für ihr Verhalten und sie hat auch dazugelernt.
Kim ist für mich immer noch die personifizierte Drei !!! Dektektivin! Allzeit bereit mit allem ausgestattet, was man benötigen könnte, vorrausschauend und schlau, denkt sie mit. Genauso wie auch ihr verfressener Bruder Leo.

Das mochte ich:
-Dass eine andere Person aus der Clique nun im Mittelpunkt steht, auch wenn sie um diesen Stand am Anfang etwas kämpfen muss.
- Einblick in die Welt der Pferde.
- Zeigt auf, dass es bei Streit wichtig ist, das Gespräch zu suchen und ehrlich miteinander zu kommunizieren, um Dinge aus der Welt schaffen zu können.
- Zeigt die Lebensrealität und Gefühle der Teenies.
- Ermutigt dazu in schwierigen Situationen nicht zu verzweifeln, sondern sich an Gott zu wenden und sein Eingreifen auch zu erwarten.

Besonders gut fand ich:
Die mehrfache Erwähnung, dass Leo immer nur ans Essen denkt. Lebensrealität eines 14-Jährigen. Kann ich unterschreiben :-P

Das mochte ich nicht so:
Ich mochte Nichts nicht. Da ich jedoch einfach nicht die Zielgruppe bin, empfand ich manches natürlich etwas nervig, überzogen oder unlogisch. Doch das tut der Geschichte keinen Abbruch. Meine Tochter (Zielgruppe!) ist schon sehr gespannt und ich bin mir sicher, sie wird das Buch genau so mögen, wie Band 1.

Fazit:
Ariane Vaßen hat mit Elli, einen tollen Folgeband geschrieben. Der Kriminalfall war spannend bis zum Schluss, es gab einige überraschende Wendungen und wichtige Lektionen bezüglich Freundschaft, Glaube, Streit, Versöhnung und noch vielem mehr.
Eine tolle Empfehlung für Mädels und mMn auch Jungs ab ca. 12 Jahren, die Kinderkrimis mögen.

Bewertung vom 27.08.2025
Der kleine Ritter Zartbitter
Herr, Christina

Der kleine Ritter Zartbitter


sehr gut

Inhalt:
Der kleine Ritter Zartbitter soll beim Turnier mitmachen und gewinnen. Denn ansonsten wird er kein Ritter. Da ist sein Vater sehr deutlich. Doch Ritter Zartbitter mag keine Turniere. Lieber schaut er nach einer kleinen Raupe, die mitten auf dem Weg liegt, als zu kämpfen. Dafür wird er zum Gespött der Leute und bringt seinen Vater zur Weißglut.
Um herauszufinden, ob ein richtiger Ritter in ihm steckt, macht er sich mit seinem Pony auf den Weg. Unterwegs begegnet er Menschen und Tieren. Versorgt und verarztet und verscheucht sogar Diebe. Egal, wo er hinkommt, die Menschen sind von ihm begeistert. Bestärkt, dass er doch ein richtiger Ritter sei, zieht er wieder zurück ins Schloss, nur um abermals zu erleben, dass sein Vater nur aufs Äußere schaut. Doch seine neuen Freunde, bis hin zum König Gutherz, verteidigen ihn. Denn einen echten Ritter macht nicht seine Rüstung aus, sondern sein gutes Herz.

Über die Protas:
Der kleine Ritter Zartbitter passt nicht in die Vorstellung seines Vaters von einem Ritter, deshalb muss er ausziehen und herausfinden, ob er überhaupt zu einem taugt.
Der Vater ist sehr voreingenommen und hat kein Verständnis für einen „weichen“ Jungen. Ein echter Ritter muss kämpfen und nicht barmherzige Taten tun.

Das mochte ich:
- Schöne Bilder mit lustigen Ergänzungen zu Gedanken, Gefühlen etc.
- Wichtige Grundbotschaft: Ein gutes Herz, Freundlichkeit, Güte, Hilfsbereitschaft, das sind die Dinge, auf die es ankommt, nicht auf meine äußere Erscheinung.
- Die Geschichte zeigt, dass es in Ordnung ist, nicht in ein vorgefertigtes Rollenbild zu passen.


Fazit:
Ein schönes Kinderbuch, das mir sehr gefallen hat. Die Bilder laden zum Schauen, Staunen und Schmunzeln ein. Es gibt viel zu entdecken und zu lernen, und ich glaube, dass jeder Leser oder kleiner Zuhörer etwas Gutes für sich daraus mitnehmen kann.

Bewertung vom 28.07.2025
Und plötzlich sind sie alt
Döring, Dorothee

Und plötzlich sind sie alt


sehr gut

Inhalt:
Die Autorin, die als Sterbebegleiterin tätig ist, führt in diesem Ratgeber in acht gut gegliederten Kapiteln durch das Thema: Wie wir unsere alternden Eltern bis zum Ende begleiten können. Mit vielen Beispielen, Tipps und Beiträgen Betroffener, begleitet sie den Leser durch die Herausforderungen, Hürden und auch Chancen der Pflege der eigenen Eltern, macht aufmerksam auf die Dinge, die im Auge behalten werden müssen, ermutigt zur Aussprache, Verständnis und Vergebung und fordert auch dazu auf, an sich selbst zu denken, um sich und die eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren.

Das mochte ich:
- Klare Gliederung. Viele Themen wurden angesprochen, wenn auch nicht alle gleich tiefgründig behandelt.
- Ehrlich: Die Autorin tabuisiert nicht, sondern zeigt durch Beispiele auf, welche Schwierigkeiten sich in dieser neuen Lebenssituation ergeben können. Dabei betrifft das nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch die Geschwister etc.
-Tipps: Viele hilfreiche Tipps. Worauf muss man achten, was muss vorbereitet und besprochen und welche Themen müssen angegangen werden, um ein harmonisches und friedliches Miteinander schaffen zu können, auch wenn sich die Rollen umgekehrt haben.
- Ermutigt hinter die Schwierigkeiten zu blicken, denn es ist weder für Eltern noch Kinder leicht, wenn sich die Rollen umkehren und viele Fehler und Erlebnisse der Vergangenheit können noch aufbrechen.

Das habe ich für mich mitgenommen:
Auch wenn wir meinen das Thema herausschieben zu können, ist dem nicht so. Eltern werden älter. Autonomieverlust, Demenz, andere Krankheiten können das Leben gehörig auf den Kopf stellen. Doch wir müssen nicht unvorbereitet sein, sondern können schon rechtzeitig die Weichen stellen, damit auch die letzten Jahre der Eltern freudig und würdevoll gelebt werden können.

Fazit:
Ein Ratgeber, der mMn nicht nur für pflegende Personen geeignet ist, sondern jeden, der seine Eltern noch hat.
Eine Lese- und Kaufempfehlung von mir, denn dieses Buch parat zu haben, schadet auf keinen Fall!

Bewertung vom 21.07.2025
Beflügelt von Sehnsucht
Sommer, Debora

Beflügelt von Sehnsucht


ausgezeichnet

Inhalt:
Sehnsucht – ein Thema, das uns alle betrifft. Die Autorin nimmt uns mit in das Thema, lädt ein, einen biblischen Blick auf die Sehnsucht zu werfen, woher sie kommt und warum wir sie verspüren. Ehrliche Texte zeigen auch die Spannungen und Herausforderungen im Leben auf, die durch Sehnsucht entstehen können, laden gleichzeitig aber auch dazu ein, sich ehrlich mit dem Thema auseinanderzusetzen, die Dinge vor Gott zu legen und mit ihm durchs Leben zu gehen.


S.31:
„Wenn wir eine Sehnsucht verspüren, die durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass wir für eine andere Welt gemacht wurden.“ C.S. Lewis


Das mochte ich:
- Atmosphärische Bilder, die zum Betrachten und Nachdenken einladen
- Die Texte drücken die Sehnsucht spürbar aus, das Sehnen war für mich richtiggehend greifbar.
- Es gab keine klischeehaften Antworten auf schwierige Fragen. Manches ist schwer und schmerzhaft und manche Sehnsucht erfüllt sich nicht, und das wird hier auch nicht beschönigt. Und doch schenken die Texte Hoffnung, laden ein zu Gottvertrauen.


Das habe ich für mich mitgenommen:
-Unerfüllte Sehnsüchte sind schwer auszuhalten und auch wenn manche glauben, dass alle menschlichen Sehnsüchte durch die Beziehung mit Jesus gestillt werden, ist es oftmals nicht so. Wir leben in einer Spannung. Die Sehnsüchte lösen sich nicht einfach auf, doch mit Jesus lerne ich ihnen reifer zu begegnen, mit dem Wissen, dass meine Sehnsüchte erst im Himmel vollständig gestillt sein werden. Jesus weiß, um alles und lädt uns ein, ehrlich alles vor ihm auszubreiten, mit ihm über unsere Wünsche zu sprechen. Seine Liebe gibt uns den Raum dafür und die Ehrlichkeit öffnet Türen.
-Schmerz ist schwer auszuhalten, doch wenn wir uns durch ihn hindurch begeben, können wir Jesus tiefer begegnen, die Beziehung vertiefen und erleben, dass, selbst wenn wir keine klaren Antworten bekommen, unser Vertrauen wächst und wir in der Lage sind auch Fragen auszuhalten, ohne Antworten auf sie. Gott verändert uns gerade durch den Schmerz.
-Sehnsucht ist die Brücke hin zu Gott


Fazit:
Die Autorin fordert auf, ehrlich über unsere Sehnsüchte nachzudenken und diese vor Gott zu formulieren, aber auch zu schauen, in welche Richtung diese Sehnsüchte uns treiben möchten. Denn sie geben auch Hinweis darauf, wohin es für uns gehen kann, und mit Gott als unserem Leitstern ist es möglich, die größten Visionen zu verwirklichen.
Ein absolut empfehlenswertes Büchlein, das sich super auch zum Verschenken eignet und sich toll als Deko im Regal macht!

Bewertung vom 17.07.2025
Eine unmögliche Braut
Hedlund, Jody

Eine unmögliche Braut


ausgezeichnet

Inhalt:
Finola Shanahan hat es bisher erfolgreich geschafft, jeden Heiratskandidaten zu vergraulen, der ihr vorgesetzt wurde, denn sie möchte nicht heiraten.
Jede Woche ist sie mit den Schwestern der Barmherzigkeit unterwegs und hilft den Bedürftigen in der Stadt, bis eines Tages ihr Weg sich auf dramatische Weise mit dem des Helden der Stadt kreuzt. Sankt Riley fesselt immer wieder ihren Blick und der Sturkopf wird ihr dann auch noch als ihr letzter Heiratskandidat präsentiert. Finola weiß nicht mehr, was sie tun soll. Nonne zu werden, war doch schon immer ihr Wunsch gewesen!

Über die Protas:
Riley möchte nach einer schlechten ersten Ehe nicht mehr heiraten. Getrieben von Schuldgefühlen stürzt er sich immer und immer wieder in lebensgefährliche Situationen, um andere zu retten.
Finola hat gute Absichten und tut viel Gutes, doch die zugrundeliegende Motivation für ihr Handeln wird von Schuldgefühlen getrieben. In der Geschichte begleiten wir sie auf ihrer Reise zur Vergebung.
Family Shanahan – vom angepassten Mäuschen bis zum schwarzen Schaf sind alle da.

Das mochte ich:
- Lockeren Schreibstil
- Kurze Kapitel, die mich durchs Buch haben springen lassen
- Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse in St.Louis
- Den Umgang der Familie miteinander. Hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und dem Bestreben, das Beste fürs Kind zu wollen, die Wünsche dessen zu berücksichtigen, ist herausfordernd und doch hat besonders der Vater da in meinen Augen wundervoll agiert.

Besonders gut fand ich:
Bellamy McKenna – den Heiratsvermittler.

Das mochte ich nicht so:
Mehrfache Betonung der Schönheit Finolas und der Heldenhaftigkeit Rileys. Ich war geblendet von Schönheit und dem Heiligenschein ;-)

Fazit:
Eine turbulente Geschichte gespickt mit vielen humorvollen Szenen. Ich habe gelacht. Manches Mal die Menschen bemitleidet, mir an den Kopf geschlagen, als die Protas nicht blickten, was eigentlich mit ihnen los ist und mein Herz ist gebrochen darüber, wie sehr Finola sich nach Vergebung sehnte, alles dafür tat, um diese zu erlangen, wieder würdig zu werden und doch keinen Frieden finden konnten.
Es hat mir Freude gemacht, mit Bellamy, dem Heiratsvermittler, das Paar zu verkuppeln, auf manch riskante – oder gar schon manipulative List – zurückzugreifen, um den beiden die Augen zu öffnen.
Doch besonders schön fand ich, wie die Protagonisten erlebten, dass Vergebung leicht zu finden ist. Niemandem verwehrt wird, wenn man Gott darum bittet, und dass die Selbstvergebung ein wichtiger Punkt ist, um zu Freiheit und Freude zu gelangen.
Ich bin sehr gespannt, wie es im nächsten Buch weitergehen und wie Bellamy die nächste Herausforderung meistern wird. Ich bin mir sicher, auch da wird es einige Lachtränen für mich geben.

Eine klare Leseempfehlung von mir!