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seschat
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Bewertungen

Insgesamt 954 Bewertungen
Bewertung vom 01.08.2021
Tote Tanten plaudern nicht
Nentwich, Vera

Tote Tanten plaudern nicht


ausgezeichnet

Ich bin ein großer Fan von Vera Nentwichs Cosy-Crime-Reihe rund um die Privatdetektivin Sabine Hagen. Der neueste Fall ist genauso spannend und originell wie seine Vorgänger.

Die ehemalige Steuerfachangestellte Sabine, genannt Biene, muss dieses Mal gleich zwei Morde im Provinznest Grefrath auflösen und hat dazu noch private Querelen mit On-Off-Polizisten-Freund Jochen. Doch Biene steht ihre Frau und lässt sich nicht verbiegen, auch nicht von der neuen allzu perfekten Assistentin Cassandra. Mit Unterstützung ihrer herzensguten Oma Trudi und ihres einflussreichen Latino-Geschäftspartners Jago kommt sie den gewaltbereiten Verbrechern auf die Spur.

Ich habe Nentwichs flüssig geschriebenes Werk wieder mit Freude gelesen. Es brauchte nicht einmal 2 Tage und ich hatte die 290 Buchseiten durch. Der Humor kam dabei nicht zu kurz. Die abwechslungsreiche Krimihandlung wartete mit allerlei falschen Fährten auf. Die einzelnen Charaktere wurden derart authentisch gestaltet, dass man sich sofort im niederrheinischen Dorf zuhause fühlte. Zudem erreichte die Spannungskurve, und das macht m. E. ein gutes Buch aus, gegen Buchende ihren Höhepunkt. Das harmonische Happyend rundete die Story stimmig ab.

FAZIT
Wieder ein rundum gelungener Krimi mit Ermittlerin Biene Hagen, der Lust auf weitere Fälle macht.

Bewertung vom 25.07.2021
Krass
Heine, Matthias

Krass


ausgezeichnet

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen.

In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören.

Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an.

Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt.

FAZIT
Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache.

Bewertung vom 20.07.2021
Ich stärke meine Selbstheilungskräfte
Reumann, Friederike

Ich stärke meine Selbstheilungskräfte


sehr gut

Seine Selbstheilungskräfte anzuregen bzw. zu stärken, ist in unser hektischen Zeit wichtiger denn je. Gleichwohl ist damit Achtsamkeit verbunden und nicht jeder kann und will diese aufbringen. Vieles können mir ohne Arzt und Chemie aus uns selbst herausheilen, man muss nur wissen wie.

Physiotherapeutin und Osteopathin Friederike Reumann stellt in ihrem Büchlein nützliche Übungen für die sog. vier Körpersysteme/Körpersäulen (Fließsystem, Muskel-Skelett-System, Organe und Craniosakralsystem) vor, welche sich ohne großen Aufwand leicht nachturnen lassen. Die kurzen Begleittexte zu den einzelnen "Körpersystemen" fand ich extrem aufschlussreich. Diesbezüglich gefiel mir der häufige Rückgriff auf Erkenntnisse aus der TCM und Osteopathie.

FAZIT

Jeder kann seine Selbstheilungskräfte jederzeit aktivieren. Schon ein paar kleine Übungen bringen alles wieder in Fluss und damit die Körperenergie zurück.

Bewertung vom 20.07.2021
Ein Zwergmammut verschenkt man nicht / Nur mal schnell Bd.4
Krüger, Knut

Ein Zwergmammut verschenkt man nicht / Nur mal schnell Bd.4


ausgezeichnet

Bei diesem Kinderbuch von Knut Krüger fand ich das Cover derart putzig, dass ich die Geschichte rund um das Zwergmammut Norbert einfach lesen musste.

Worum geht's?
Seit der elfjährige Münchener Henry das Mammut zufällig beim Spielen im Wald entdeckt hat, lebt es bei Henrys Familie. Mit seiner Oma reist Henry samt Norbert nun nach Kreta. Auf der griechischen Insel lebten nämlich einst Norberts Vorfahren. Der griechische König Konstantin II. möchte Norbert gar auf der Insel auswildern, aber Henry ist anderer Meinung und erlebt auf der Mittelmeerinsel allerhand Abenteuer mit seinem tierischen Begleiter.

Meinung
Knut Krüger erzählt seine Geschichte kindgerecht und ungemein witzig. Der Erzähler Henry und Mammut Norbert bilden ein eingespieltes Team, obschon das Zwergmammut oftmals seinen eigenen Kopf hat und verrückt nach Zitronen ist. Neben den üblichen Urlaubserlebnissen (baden, Sightseeing) treffen beide während ihrer Reise u.a. den griechischen König, das kluge Mädchen Aliki und auf ältere Zwergmammuts. Mir hat besonders gefallen, dass der Autor innerhalb seiner Beschreibungen auch Kretas Geschichte und Kultur (Knossos, griechische Mythen) mit eingebunden hat und das alles andere als langweilig ausgefallen ist. Die 107 Seiten des Kinderbuches hatte ich schnell durchgelesen. Der Sprachstil wurde gut auf die Zielgruppe (Kinder ab 8 Jahre) zugeschnitten und enthielt darüber hinaus auch ein paar englische sowie neugriechische Sätze. Die witzigen Illustrationen haben den Text bestens ergänzt.

Fazit
Ein wirklich schön gestaltetes Kinderbuch, das mit einer lustigen wie interessanten Story aufwartet und Lust auf Urlaub macht.

Bewertung vom 18.07.2021
Die Methode AfD
Bauer, Katja;Fiedler, Maria

Die Methode AfD


sehr gut

Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) ist für die Medien und viele Teile der Gesellschaft ein rotes Tuch. Seit ihrer Gründung 2013 polarisiert sie stark und hat bereits einige Führungswechsel durchlebt. Die einstige Partei der Professoren und Eurokritiker sympathisiert seit geraumer Zeit stark mit dem sog. rechten/nationalistischen Flügel. Im Bundestag weiß sich die Oppositionspartei durch geschulte Redner und Provokationen bestens zu inszenieren.

Die Autorinnen blicken sehr sachlich auf die Partei und setzt sich nach einer ausführlichen Betrachtung der Parteigeschichte kritisch mit den Methoden der Partei auseinander. Letztere reichen von gezielten Provokationen über die Einnahme der Opferrolle bis hin zu ausgeklügelter Social-Media-Präsenz.

Mir hat der objektive Blickwinkel des Buchs sehr gefallen, weil hier einmal nicht fortlaufend mit dem erhobenen Zeigefinger argumentiert wird, wenn es um die demokratisch gewählte Bundespartei AfD geht. Auf diese Weise kann sich jeder Leser selbst ein Bild über die Partei und deren Instrumente machen.

Nichtsdestotrotz hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle eine prägnantere und weniger ausschweifende Argumentation von Bauer und Fiedler gewünscht. Dadurch wäre das Buch auch für den Laien lesbarer und interessanter gewesen.

FAZIT
Als Gesamtschau auf die Partei AfD durchaus interessant, obgleich etwas zu wissenschaftlich/weitschweifig verfasst.

Bewertung vom 18.07.2021
Die Schüßler-Salze (eBook, ePUB)
Emmrich, Peter; Hartlieb, Benjamin

Die Schüßler-Salze (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ich mache es kurz. Ich stehe nicht wirklich auf Chemie, wenn es um Arzneimittel geht und habe recht brüchige Knochen. Auf Rat einer guten Freundin kam ich auf Schüßler Salz Nr. 2 (Calcium phosphoricum D6), das meine Knochen und Zähne widerstandsfähiger macht. Manche mögen die Wirksamkeit dieser potenzierten Mineralsalze nach Dr. med. Schüßler (1821-1898) anzweifeln, aber ich bin da ganz bei Hippokrates' Spruch "Wer heilt, hat Recht".

Nun zum vorliegenden Buch. Darin stellen die beiden Autoren kurz den Erfinder der homöopathischen Wunderwaffen Wilhelm Heinrich Schüßler vor und gehen danach einzeln auf die bis heute entwickelten Mineralsalze (27 Salze) ein. Auf Schüßler gehen die sog. 12 Basissalze zurück. Der ausgebildete Wund- und Geburtsarzt wurde von führenden Medizinern seiner Zeit für sein biochemisches Therapiekonzept oft belächelt, ist aber bis heute in aller Munde.

Nach der Lektüre des luziden Büchleins bin ich bestens im Bilde, wenn es um die Thematik "Schüßler Salze" geht. Ich habe das 145-seitige Werk (E-Book) mit Interesse gelesen und kann es nur jedem empfehlen, der nach einer Einführung Ausschau hält und sich schnell und schnörkellos über Schüßler Salze informieren möchte.

Mich haben neben den aufschlussreichen Beschreibungen der einzelnen Salze vor allem die kurzen Ausführungen zur Vita von Dr. Schüßler neugierig gemacht. Daher kann ich es mir gut vorstellen, bald seine Biografie aus der Feder von Peter Emmrich zu lesen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.07.2021
Der Aufbruch / Keeper of the Lost Cities Bd.1
Messenger, Shannon

Der Aufbruch / Keeper of the Lost Cities Bd.1


ausgezeichnet

Der Auftaktband von Shannon Messengers Jugendfantasybuchreihe "Keeper of the Lost Cities" ist in den USA schon lang ein Bestseller und wurde nun endlich ins Deutsche übersetzt. Obschon ich dieses Genre nicht so häufig lese, hat mich die Geschichte um die 12-jährige Sophie Foster ab der ersten Seite fasziniert und nicht mehr losgelassen.

Hauptprotagonistin Sophie ist ein hochintelligentes junges Mädchen, das von der normalen Welt oft überfordert ist, weil es oft Stimmen hört und andere Menschen lesen kann. Als sie eines Tages von Elfen in deren Welt gelockt wird, erkennt sie ihre wahre Bestimmung als Telepathin und lebt fortan in Eternalia und besucht die dortige Eliteschule. Als wäre das nicht schon aufregend genug, versucht auch noch eine unheilvolle Macht sie mithilfe von willkürlichen Brandstiftungen zurück auf die Erde zu locken und den Menschen zu helfen.

Shannon Messenger erzählt Sophies Geschichte sehr anschaulich, witzig und vor allem spannend. Sie schafft es, die 385 Buchseiten (E-Book) mit Leben zu füllen. Sophie Foster ist der sympathische Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Sie durchlebt innerhalb des Plots fortwährend emotionale Tiefschläge, begegnet diesen aber mit Stärke und viel Intuition. Unter den Elfen findet sie Freunde, einen Schwarm und hilfreiche Mentoren. Ich habe Sophie gern auf ihren Weg der Erkenntnis begleitet und konnte dabei das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Mit den einzelnen Charakteren und fantastischen Welten (Eternalia, Atlantis...) kam ich auf Anhieb zurecht und fühlte mich dabei ein ums andere Mal an die Bücher von Rick Riordian erinnert. Messengers erster Reihenband "Der Aufbruch" hatte ebensolche Pageturner-Qualitäten und las sich dementsprechend flüssig. Wenn ich könnte, würde ich sofort die im Oktober erscheinende Fortsetzung mit dem Titel "Das Exil" lesen. Doch bis dahin heißt es warten oder ins englische Original wechseln.

Bewertung vom 04.07.2021
Total planlos verliebt
Gercke, Martina

Total planlos verliebt


ausgezeichnet

INHALT
Die erfolgreiche Galeristin Hallie Greenwood ist es leid, dass ihre Mutter nichts unversucht lässt, sie zu verkuppeln. Zum Geburtstag ihrer ausgeflippten Tante Lucy dreht Hallie den Spieß einfach um und lacht sich mit dem charmanten Scheidungsanwalt Ryan Maxwell einen Freund auf Zeit an. Ob Hallies verdammt gerissener Plan aufgehen wird?

MEINUNG
Ich habe mich herrlich über Martina Gerckes ungemein witzige Liebesgeschichte amüsiert. Denn was als Notlösung gedacht gewesen ist, entpuppt sich für Hallie als Glücksfall. Der attraktive Ryan bringt sie ganz schön aus dem Konzept und wickelt ihre Familie in Windeseile um den kleinen Finger. Doch die Mittdreißigerin ist hin und her gerissen zwischen ihrem gewohnten Singledasein und Ryans überzeugenden Auftritten als ihr Freund. Die witzigen Kabbeleien zwischen den beiden Hauptcharakteren - Hallie und Ryan - waren mein Highlight. In diesem Zusammenhang fand ich es wieder klasse, dass die Autorin den Leser in beider Seelenleben blicken ließ, indem sie beide kapitelweise zu Wort kamen. Auch Hallies schrullig-direkte Familie ist eine Lektüre wert. Natürlich kam die Romantik bei allem Humor nicht zu kurz, allerdings ohne allzu kitschig zu wirken. Spannend fand ich zudem, wie gekonnt Gercke Charaktere aus vorangegangenen Romanen rund um die sog. Portobello Girls in die Story eingeflochten hat. Hier sind Kenner der Buchreihe echt im Vorteil. Neben den Hauptfiguren konnte mich vor allem Hallies naseweiser Neffe Charly innerhalb der Handlung erheitern.

FAZIT
Alles in allem wieder ein gelungener Roman aus der Feder von Martina Gercke, der den Alltag für ein paar Stunden vergessen lässt und dabei ungemein erheiternd sowie romantisch ist. Frauen werden die Geschichte lieben.

Bewertung vom 27.06.2021
Der Schatz von Bellapais / Sofia Perikles Bd.2
Kostas, Yanis

Der Schatz von Bellapais / Sofia Perikles Bd.2


ausgezeichnet

Die Krimireihe rund um die junge griechische Polizistin Sofia Perikles konnte mich von Anfang an durch ihre spannenden Charaktere und die wunderschöne Kulisse Zyperns begeistern. Der zweite Fall aus der Feder von Yanis Kostas aka Alexander Oetker war ebenso unterhaltsam wie der Auftaktband. Wer auf Cosy Crime und viel griechisches Lokalkolorit steht, der wird diese Erzählungen lieben. Schon das ungewöhnliche Polizistenduo aus junger intelligenter Polizistenschülerin und knurrigem, in die Jahre gekommenen Dorfpolizisten mit Alkoholproblem ist eine Lektüre wert. Die Wortwechsel zwischen der toughen Sofia und ihrem Einsiedlerkollegen habe ich wieder mit Freude gelesen. Gleichwohl stand dieses Mal Sofias privates Glück auf der Kippe, weil sie zwischen zwei Männern steht, aber die Hochzeit mit ihrem Verlobten aus reichem englischen Hause kurz bevor steht. Daneben kommt der Leser einem Kunstraub auf die Spur, welcher bis ins Jahr 1974 zurückreicht und die damaligen Kämpfe zwischen Türken und Griechen um die Inselhoheit näher beleuchtet. Die Geschichte der Inselteilung nahm innerhalb des Plots viel Raum, so dass für die eigentliche Krimihandlung weniger Zeilen übrig blieben, was mich aber an keiner Stelle gestört hat. Im Gegenteil, ich mag es, wenn man auf diese Weise mehr über die Kultur und Menschen erfährt. Das Ende fand ich richtig klasse und ich habe mich mit Sofia mitgefreut. Bleibt nur die Frage: Wird es einen dritten Fall für und mit der wagemutigen Ermittlerin Sofia Perikles geben? Ich hoffe, ja...