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Isabell

Bewertungen

Insgesamt 46 Bewertungen
Bewertung vom 07.09.2025
Zeitensturm / Blankenese - Zwei Familien Bd.3
Grünig, Michaela

Zeitensturm / Blankenese - Zwei Familien Bd.3


ausgezeichnet

Der dritte Teil, rund um die Hamburger Familie Casparius und ihrer Mitglieder, spielt im Zeitrahmen von 1968- 1989. Ein besondere Fokus liegt dieses Mal auf den Töchter bzw. Enkeltöchtern von John und Leni, Ulrike geb. 1945 und Sabine geb. 1953. Erstere möchte Journalistin werden und sympathisiert mit den Studentenbewegungen, letztere fühlt sich nach dem Tod der Großeltern quasi unsichtbar, ungeliebt und alleingelassen.
Am Anfang des Romans befindet sich ein Personenregister, wobei nicht alle Personen für den dritten Teil von Bedeutung sind, jedoch man einen besseren Überblick über die familiären Verstrickungen bekommt und eine Erinnerungshilfe an die vorangegangenen ersten beiden Teile.
Desweiteren spielt die Familie von Kurt, einem weiteren Verwandten der Familie eine große Rolle, da dieser für die Bundesanwaltschaft tätig ist.
Die Autorin Michaela Grünig hat es wieder mal geschafft ein Stück Zeitgeschichte, wobei ein Schwerpunkt die RAF bildet, sehr lebendig werden zu lassen anhand der Familie Casparius und ihrem Umfeld. Sie flechtet sehr viele Themen, die in der Gesellschaft der damaligen Zeit und teilweise auch heute eine Rolle spielen , in ihrem Roman zusammen. Es geht viel um Politik, um sehr unterschiedliche Erziehungsmethoden, um die Rolle der Frau, um Traumata aus dem Krieg, um unterschiedliche Lebensformen und die Liebe, um Krankheit, Tod, Suizid, Mord,Abschied, Neubeginn....
Der Roman hat mich oft ganz heftig schlucken lassen, denn er hat mich sehr oft sehr bewegt und berührt. Es ist definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte ,und auch die Figuren, entwickeln sich oft ganz anders als ich zu Beginn glaubte zu erahnen.
Fünf Sterne und ich empfehle alle drei Teile zu lesen.

Bewertung vom 06.09.2025
Das Flüstern der Marsch
Keweritsch, Katja

Das Flüstern der Marsch


ausgezeichnet

Eindrucksvolle Geschichte aus einem Geflecht von Familienkonstellationen

Mona reist zum 80. Geburtstag ihres Großvaters Karl in das Dorf im Marschland, wo ihre Mutter mit ihren Zwillingsbrüdern aufgewachsen ist und wo auch sie häufiger ihre Ferien verbracht hat. Als sie dort ankommt, ist ihre Oma Annemie verschwunden und ihren Opa scheint dies nicht besonders zu irritieren. Nachdem sie die Oma länger als einen Tag verschwunden ist, wird von Stefan, dem erwachsenen Sohn, der mit seiner vierköpfigen Familie in der Nähe wohnt, die Polizei informiert, Gefunden wird sie nicht und Befragungen ergeben ebenfalls nicht. Dies geschieht im Mai 2024 und der Roman wird wechselweise aus der Sicht von Mona 2024 sowie von einer Frau namens Freya in den 90zigern und der Gegenwart, Janne, der Schwiegertochter 2024 und Annemie in den 60zigern und Gegenwart erzählt. Genau dies macht die Faszination des Romans aus, wo ich stückchenweise etwas aus dem Leben der Frauen erfahre, wobei das Verschwinden der Großmutter in der Gegenwart scheinbar nur Mona wirklich zu interessieren zu scheint. Was hat es mit dem Babyfoto im Portemonnaie der Großmutter auf sich? Je mehr ich aus dem Leben der einzelnen Frauen erfahre, desto mehr reime ich mir das große Ganze zusammen und trotzdem bin ich am Ende schockiert. Es kommen viele Geheimnisse ans Licht - oft leider viel zu spät- und ich sehe, wie sehr die Vergangenheit, Erziehung, Liebe oder auch nicht, traumatische Erlebnisse, Geheimnisse .... direkt und indirekt einen Einfluss auf die nächste Generation haben.
Mich hat diese Geschichte sehr berührt und trotz aller traurigen Ereignisse an einigen Stellen auch zum Schmunzeln gebracht, wenn Mona mit ihrem Kinder- und Jugendfreund sich an gemeinsame Erlebnisse erinnert. Interessant an dieser Stelle auch, wie sehr man sich in seiner Erinnerung täuschen kann.

Bewertung vom 31.08.2025
Die Sekundenochs
Hennig, Markus

Die Sekundenochs


ausgezeichnet

Köstliches Bilderbuch für jung und alt
"Die Sekundenochs" ist ein Bilderbuch der besonderen Art, denn es spricht jung und alt an und obwohl ich mit dem Titel erst mal nichts anfangen konnte, so sprach mich die äußere Gestaltung des Buches so sehr an, dass ich es in die Hand nehmen musste und ich kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus, als ich die Seiten durchblättere und las worum es geht. Es geht um ein kleines Völkchen "Die Sekundenochs", was, unterhalb und unentdeckt von uns Menschen, unter der Erde lebt. Sie müssen gar nichts tun bzw. sie müssen nur trödeln, was ganz im Gegensatz dazu steht, was oberhalb der Erde stattfindet ,nämlich viele Dinge erledigen und immer schnell. So geht es dem Menschenkind Smilla, die gerade zur Schule gekommen ist und nun gar keine Zeit mehr hat irgenwie herumzutrödeln, überall hört sie nur, dass sie etwas machen muss und sich beeilen muss.
Dann treffen unverhofft Tjörge - ein Kind der Sekundenochs - und Smilla aufeinander und nehmen Einblick in die Welt der anderen.
Die gesamte Story ist mit wundervollem Text versehen, den Kinder und Erwachsene sicherlich oft ganz anders lesen bzw unterschiedlich aufnehmen werden und das macht einen großen Pluspunkt der Story aus. Außerdem besticht das Buch durch supertolle Bilder.
Empfohlen wird das Buch ab drei Jahren, aber dann muss das Kind in meinen Augen schon sehr fit sein, denn ich würde es eher ab fünf Jahren empfehlen. Das Kind, dem ich es vorgelesen habe, ist gerade wie Smilla in die Schule gekommen und merkt gerade wie die Zeit für manche Dinge wie das Trödeln weniger geworden ist. Super toll, dürfte das Buch sich aber auch für gemeinsames (Kind und Erwachsener) Lesen eignen oder für fitte Kinder zum Selberlesen. Es ist ein Lesespaß für die ganze Familie und Erwachsene dürften sich fragen, ob es nicht auch mal ganz sinnvoll ist zu trödeln oder mal nichts zu tun.
" Trödeln ist das Gegenteil von Langeweile! Mit Trödeln kann ich schöne Momente verlängern und Blödes weiter wegschieben." (Zitat von Tjörge, dem Sekundenochskind)

In diesem Sinne auf jeden Fall fünf Sterne für ein geniales Lesevergnügen!

Bewertung vom 17.08.2025
Huhu und Momo - Für dich trau ich mich!
Halls, Smriti

Huhu und Momo - Für dich trau ich mich!


gut

Das Bilderbuch hat ein wunderschönes auch haptisch ansprechendes Cover und Erwachsene wie Kind haben sofort große Lust auf das Buch bekommen. Die Geschichte ist die der ängstlichen, kleinen Eule Huhu, die am liebsten zu Hause ist. Ihr Zuhause wird auf mehreren Doppelseiten inklusive Bett, Küche, gemütlichen Sessel wunderschön dargestellt. Ich finde es immer sehr ansprechend, wenn Tiere auf diese Art vermenschlich werden. Ihr Freund Momo, die Maus ist gerne bei Huhu, aber auch sehr gerne draußen, um etwas zu entdecken, was Huhu für sich selber ablehnt, da sie es zu gefährlich findet. Eines Tages wartet Huhu vergeblich auf Momo und beschließt dann nach ihm draußen zu suchen. Ihr gelingt es Momo vor dem Fuchs zu retten. Die "Moral" von der Geschichte ist, dass sie jetzt beide mehr draußen in der Welt unterwegs sind. Das Ende ist für mich nicht stimmig, denn Huhu hat ja recht behalten, dass die Welt draußen gefährlich ist. Diese Botschaft wollten die Autorinnen aber natürlich nicht vermitteln, sondern es ging ihnen um Freundschaft und auch Mut, seinem Freund zu helfen.
Neben den wunderschönen, großflächigen Illustrationen verfügt die Story über kurze Texte, die teilweise gereimt sind. Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt und eventuell kommt es deswegen zu teilweise holprigen Stellen sowie Wortwahl.
Insgesamt möchte ich jedoch drei Sterne vergeben, da die Ilustrationen sehr gelungen und ansprechend sind.

Bewertung vom 17.08.2025
Meine Mutter
Flitner, Bettina

Meine Mutter


gut

Eigentlich mag ich Familiengeschichten, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und dem Leben danach befassen, weil sie mir helfen die Menschen damals besser zu verstehen und auch, was sie an ihre Kinder/Enkelkinder übertragen. Hier sprach mich die Information, dass es sich um einen Roman, der sich aufgrund von Briefen, Dokumenten, Erzählungen mit der Famiiengeschichte der Autorin befasst und diese ihn aus der Ich-Perspektive geschrieben hat, an. Den Einstieg in die Story fand ich ungewöhnlich, aber sehr gelungen, da auch Humor oder Zynismus trotz der Tragik durchschimmerte und ich deswegen auch einen Roman erwartet habe, der mir aufgrund der Frage nach dem Sparbuch, was auf die vor vierzig Jahren verstorbene Mutter ausgestellt war, auf sich hatte. Bettina Flitner ist nach Niederschlesien, dem Geburtsort ihrer Mutter gereist und hatte viele Unterlagen im Gepäckt.
Dann wird es von Seite zu Seite für mich wirrer, denn es gibt sehr viele Personen und Ereignisse, viele Tode insbesondere auch Suizide, sowie das Familienleben zur damaligen Zeit im Sanatorium, was der Urgroßvater gegründet hat. Die Informationen überfluteteten mich und ich wusste auch nicht, was in Briefen etc gestanden hat. Sehr merkwürdig ist auch der Aufenthalt der Autorin dort, denn ihre Gastgeberin lässt sie aus privaten Gründen alleine zurück. Die vielen Puzzleteile, die ich versuchte zusammenzustecken, gaben für mich einzelne kleine Bilder, aber einen Bezug zur Ich-Erzählerin und ihrer Familie konnte ich nicht aufbauen. Mir fehlte auf jeden Fall eine Personenübersicht sowie Geburtsdaten, so dass ich während des Lesens hätte zurückblättern können, um alles besser einzuordnen. Für mich blieben viele Fragen offen und am besten hat mir noch das Cover sowie die Ausstattung des Buches mit dem Lesebändchen gefallen. Schade, aber für mich reicht es nur für drei Sterne.

Bewertung vom 16.08.2025
Was du siehst
Maaß, Laura

Was du siehst


ausgezeichnet

Der Roman "Was du siehst" von Laura Maaß hat mich verzaubert und berührt, aufgrund der Geschichte an sich, aber insbesondere durch den Schreibstil, den ich als besonders durch Wortwahl, Verwendung sprachlicher Stilmittel, die Dialoge und die Art der Beschreibung empfunden habe. Der Roman erzählt die Geschichte von Ruth, die 1967 als sehr junge Frau schwanger aus Ost-Berlin in ein Dorf in Mecklenburg zieht. Dort wächst ihre Tochter Jule gemeinsam mit dem Sohn Andi von Hannah auf, in der Ruth eine gute Freundin findet. Andi kommt in seiner introvertierten und sehr sensiblen Art sehr nach seinem Vater Heinrich, der viel Ruhe und Ordnung braucht, und dessen Ehefrau Hannah schon seit Kindertagen auch seine Vertraute und Freundin ist. Die Geschichte von Jule und Andi ähnelt zunächst der von Andis Eltern bis durch einen Zufall Jule etwas über ihre Herkunft erfährt, dass sie nach Mauerfall sich auf die Suche macht.
Die Geschichte wechselt ständig zwischen den Zeiten von 1967 bis 2010, was mir einen sehr intensiven Einblick in das Leben von Andi, Jule aber auch Heinrich, Hannah, Frieda, Arthur(Ruths Onkel) sowie in das Leben an sich zur damaligen Zeit. Ich konnte mich immer gut einfinden, da stets Zeitangaben zu Beginn der Kapitel, wenn diese sich änderte, vorhanden waren. Die Atmosphäre sowie die Umgebung oder das Geschehen wird gleich zu Kapitelbeginn mit der Überschrift einer Farbe zugordnet. Farben spielen in Juiles und Andis Leben eine große Rolle und gebne dem Roman zusätzlich Struktur.
Die ersten zwei Drittel des Romans haben mich völlig "berauscht" und ich war in dieser Welt versunken. Der Roman glänzte für mich mit vielen Kleinigkeiten, die ein großes Ganzes ergaben. Das letzte Drittel des Romans habe ich persönlich als schwächer, zäher und holpriger empfunden, da es viele Karten und Briefe enthielt. Irgendwie passte für mich dieser Teil nicht mehr so recht bzw. hatte ich das Gefühl, so etwas ähnliches schon ein paar Mal gelesen zu haben. Das Ende hat mich überrollt, aber leider ist das Leben kein "Wunschkonzert".
Insgesamt jedoch durch so viele großartige "Szenen 4,5 aufgerundet 5 Sterne.

Bewertung vom 10.08.2025
Die Verlorene
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Sehr bewegende Familiengeschichte

Der Roman "Die Verlorene" schildert eine bewegende Familiengeschichte, die einmal zur Zeit des zweiten Weltkrieges im damaligen Schlesien spielt und dann in der Gegenwart 2019 in Frankfurt. In Frankfurt leben die 93jährige Änne sowie ihre Tochter Ellen und die erwachsene Enkeltochter Laura. Als Änne nach einem Sturz ins Krankenhaus eingeliefert wird, findet Laura Unterlagen im Haus der Großmutter, die viele Fragen aufwerfen. So kommt es, dass Laura sich auf Spurensuche in den Geburtsort ihrer Großmutter begibt, in der Hoffnung Anworten zu bekommen. Parallel dazu wird immer Stückchenweise aus der Vergangenheit erzählt und ich habe als Leserin einen Wissensvorsprung zu Laura, die zwar vieles entdeckt, aber das damalige Leben von Änne und ihrem Leben auf dem Gutshof mit ihrer Familie, nur ich in vielen Einzelheiten und mit Emotionen erzählt bekomme. Es kommt mir so vor als wäre ich bei Änne und ihrer Familie und deswegen bin ich auch emotional tief bewegt.
Einiges, was geschieht habe ich, was die Vergangenheit betrifft, kommen sehen, aber das Ende, wobei vieles aufgeklärt wird, traf mich völlig unvorbereitet, ebenso wie Ellen und Laura. Den Erzählstrang, der in der Vergangenheit spielt habe ich als "stärker" oder für mich interessanter wahrgenommen. Wie das, was Laura und ihre Mutter am Ende erfahren, sich auf die weitere Leben der beiden Frauen auswirken wird, das bleibt offen und berührt mich sehr. Gedanklich bin ich in mehrere der Frauen geschlüpft, immer mit der Frage, wie wäre ich gewesen und was hätten die Geschehnisse mit mir gemacht oder was hätte ich getan.
Ein sehr berührendes und sehr persönliches Stück Zeitgeschichte, was die Autorin hier niedergeschrieben hat.
Fünf Sterne

Bewertung vom 29.07.2025
Der Garten der kleinen Wunder
Koelle-Wolken, Patricia

Der Garten der kleinen Wunder


ausgezeichnet

Besonders bezauberndernder Roman mit viel Lebensweisheit

Dieser Roman hat mich aufgrund seines Titels angesprochen, da ich selber meinen Garten liebe. In der Geschichte geht es um besondere Menschen wie u.a.Wille, die ihren geliebten Garten aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr selbst versorgen konnte und so an einen damals jungen Mann geraten ist, der bei ihr Unterschlupf fand und sie, sowie den Garten, versorgte, ebenso wie sie Toja als Mädchen kennenlernte. Toja und Bär, so der Spitzname des Mannes, fanden beide bei Wille einen Ort, der ihnen Ruhe, Liebe und Sicherheit bot. In der Gegenwart des Romans, wobei immer wieder an die längst verstorbene Wille erinnert wird, leben Toja und Bär in dem Haus mit dem wunderbaren natürlichen Garten mit Kunstwerken. Eines Tages steht am Zaun des Garten Vica, die 14jährige neue Nachbarin, die Toja sehr an sich damals erinnert. Was Wille damals für Bär und Toja getan hat, das geben die beiden nun an Vica und ihren Vater weiter. Sie hören zu, stellen kluge Fragen, geben Hinweise, unterstützen und so kommt es, dass sich das Leben aller ändert. Es enstehen Freundschaften.
Der Roman gibt, so wie ich finde, auf sehr unaufdringliche und indirekte Weise, Tipps wie man selbst mit sich, mit anderen und mit seinem Leben umgehen kann. Man kann ihn aber auch nur zur Entspannung lesen, denn die Gartenarbeit, die im Roman immer wieder zum Zuge kommt, beruhigt ebenso wie der Garten an sich. Ganz nebenbei erfahre ich einiges über hochsensible Menschen bzw. was es für ihr Leben und das Leben mit ihnen bedeutet. Außerdem sind mir die Protagonisten sehr ans Herz gewachsen. Es ist interessant zu lesen, wie ihr Leben sich entwickelt.
Dieser Roman, der ruhig und aufgeregt im Erzählstil daherkommt, spricht alle meine Sinne an. Ich rieche, sehe und höre den Garten, schmecke das Essen etc.
Die Geschichte hat mir äußerst gut gefallen - leicht und locker, doch so fein- und tiefsinnig zwischendurch mit amüsanten Zwischentönen. Ich habe sehr viel über das Leben gelernt.
Fünf Sterne, wobei ich sehr gerne viel mehr vergeben würde. Ein Lesehighlight!

Bewertung vom 28.07.2025
Gefährliche Aussicht
Dubois, Julie

Gefährliche Aussicht


ausgezeichnet

Unbedingt lesen1

Im beschaulichen Périgord, wo die Kommissarin Marie Mercier neben ihrer Großtante wohnt, kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, denn die hochschwangere Patricia ist aus dem Dachfenster gefallen und zu Tode gekommen. Schnell steht fest, dass es sich nicht um einen Unfall handelt und da kommt die Frage auf, wer hat Interesse bzw. ein Motiv. Täter und Motive scheinen vielfältig zu sein und so verfolgt Marie gemeinsam mit ihrem Kollegen Richard zahllreichen Hinweisen.Zwischendurch spielt das Privatleben von Marie sowie ihrer Familie eine große Rolle.

Ich kenne alle Krimis der Reihe und somit fiel mir der Einstieg in die Story sehr leicht, denn es war quasi ein "Nachhauskommen". Ich habe die Protagonisten - menschliche sowie tierische - sehr lieb gewonnen und mag den Schreibstil der Autorin sehr. Besonders gefällt mir das Flair, was immer sehr gut herüberkommt und neben den privaten Geschichten, das Kochen sowie den Genuss desselbigen. Der Fall als solches bzw. die Auflösung desselbigen hat mir aufgrund der besonnenen Art der Kommissiarin und des Kommissars und das, was sie alles zu Tage kommt, sehr gut gefallen. Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung über die Täterschaft.

Fünf Sterne für einen sehr gelungenen Krimi, der mit Spannung, Kulinarik, Charme und humorvollen Zwischentönen daherkommt.

Bewertung vom 27.07.2025
Wilder Honig
Lewis, Caryl

Wilder Honig


ausgezeichnet

Berührende Geschichte

Das Cover des Buches gefällt mir aufgrund seiner "melancholisch" schönen wirkenden Farbgestaltung sehr und ich bekenne mich als Naturliebhaberin. Der Titel deutet auf Honig hin und aufgrund der rückwärtigen kurzen Info auf dem Buchumschlag, in dem u.a. die Schlagworte "Obstgarten, drei Frauen, elf Brief und Liebe " fallen, habe ich das Buch gelesen.
Mich hat der leise Erzälstil sofort in seinen Bann gezogen und die Geschichte schwenkt von der Gegenwart, in der Hannahs Mann gerade gestorben ist und wie Hannas Leben und das der beiden Frauen, die zu ihrer "Familie" gehören weitergeht, in die Vergangenheit, die in der Zeit vom Kennenlernen zwischen Hanna und ihrem Mann John sowie ihrem Eheleben spielt. Eingeflochten in die Story sind die elf Briefe von John an seine Frau Hannah, in der das Leben und die Ehe zwischen ihnen mit dem Leben seiner Bienen vergleicht.
Mich hat das Leben des Paares aber auch das jetzige Leben von Hanna, Sadie und Meghan sehr berührt. Alle spüren ein Scheitern ihres bisherigen Lebens und sind enttäuscht, doch zusammen oder gegenseitig, schaffen sie es in ein selbstbestimmtes Leben zurückzufinden unter anderem mit Hilfe des Obstgartens und der Bienenvölker.
Intensive, berührende Geschichte - fünf Sterne!