Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Christiane
Wohnort: 
Bremen
Über mich: 
Ich liebe Lesen!!!

Bewertungen

Insgesamt 472 Bewertungen
Bewertung vom 26.01.2023
Verlorene Herzen auf Blackrish Castle (Träume von Irland)
Weiß, Josefine

Verlorene Herzen auf Blackrish Castle (Träume von Irland)


sehr gut

Ein Jahr Irland! Die Künstlerin Vicky kann es kaum glauben. Es hat geklappt! Endlich weg! Alles hinter sich lassen. Nur noch Koffer packen und dann los. Ein Jahr nach dem Tod ihrer Schwester plagen Vicky immer noch Schuldgefühle. Die ersehnte Auszeit kommt ihr da gerade recht.

Gerade angekommen trifft sie am Strand auf einen Verletzten, der nach einer Kopfverletzung seine Erinnerungen verloren hat und beginnt sich um ihn zu kümmern. Schon bald verlieben die zwei sich ineinander bis ein Geheimnis an das Licht kommt, das ihre Beziehung in Frage stellt.

Den Roman Verlorene Herzen auf Blackrish Castel, Träume von Irland hat Josefine Weiss am 26. Januar 2023 gemeinsam mit dem Verlag Feuerwerke herausgebracht. Das idyllische Cover versetzt mich augenblicklich in Reisestimmung. Es passt hervorragend zum Genre und zur Erzählung.

Mit modernen Worten, einem flüssigen und bildhaften Schreibstil gelingt es der Autorin Josefine Weiss, meinen Geist mit nur wenigen Sätzen in ihren Bann zu ziehen. So folge ich der lebendigen Künstlerin Vicky nach Irland. Vicky hat sich gleich zu Beginn einen Platz in meinem Herzen erobert. Ich mochte sie auf Anhieb. Die Autorin hat sie und ihre weiteren Haupt- und Nebenfiguren unterschiedlich intensiv beschrieben, was inhaltlich gut zur Geschichte passt. Die meisten von ihnen mag ich. Neben Vicky schlägt mein Herz für Matteo und es macht Spaß, den Erzählungen in der Künstler-WG zu folgen.

Hervorzuheben sind die wunderbaren und atmosphärischen Beschreibungen von Irland. Sie machen mir Lust, selbst einmal dorthin zu Reisen. Das Schöne an diesem Roman von Josefine Weiss ist, dass sie von normalen Menschen und ihren Erlebnissen schreibt und das diese Geschichte so oder so ähnlich durchaus hätte stattfinden können.

Mit diesem Buch habe ich viele unterhaltsame und entspannende Lesestunden verbracht. Mir hat es viel Spaß gemacht. Verlorene Herzen auf Blackrish Castel, Träume von Irland empfehle ich gerne allen Lesern, die Lust auf eine wunderbare Reise nach Irland haben.

Bewertung vom 25.01.2023
Männer, Mord und Remmidemmi
Stiglmeier, Alexandra

Männer, Mord und Remmidemmi


ausgezeichnet

Elli Fuchs verkauft Klodeckel und ist eigentlich auf Männersuche. Sie wäre gerne Kriminalerin geworden, doch mit einer Fünf im Turnen hat das nicht geklappt. An einem ganz normalen Tag entdeckt sie eine Leiche. Auf einem Wannensockel. Eingetütet in einen Futtermittelsack. Elli lässt nicht locker und beginnt zu ermitteln. Sie stößt auf ein mysteriöses Geheimnis und eine tragische Geschichte. Ganz nebenbei ist da noch der Fasching in Engelsried, die Männersuche, ihr Ex-Ehemann und ihre Kinder...
Den Kriminalroman Männer, Mord und Remmidemmi hat Alexandra Stiglmeier am 22. September 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Es ist der erste Band mit der Ermittlerin Elli Fuchs.
Mit nur wenigen Sätzen hat die Autorin Alexandra Stiglmeier meinen Geist eingefangen und mich an die Seite von Elli Fuchs platziert. Einmal mit dem Lesen begonnen, ist es mir schwer gefallen, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Es ist einfach urkomisch!
Das Besondere an diesem Regionalkrimi sind die schrägen Charaktere, ein Kaff namens Engelsried und eine ordentliche Portion Lokalkolorit. Alles ist sorgfältig aufeinander abgestimmt, so dass ein kleines Kunstwert entsteht, das auf jederzeit auf einer Bühne aufgeführt werden könnte.
Die Haupt- und Nebenpersonen sind entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich fein gezeichnet. Sie agieren jederzeit nachvollziehbar, das lässt sie lebendig werden. Beim Lesen fühlt es sich an, als wäre ich live dabei. So entstehen Figuren, die eigentlich jeder kennt. Sie sind sorgfältig überzeichnet und beim Lesen hatte ich zu jeder Zeit eine klare Vorstellungen von ihnen. Oft bin ich aus dem Lachen nicht wieder herausgekommen.
Als Norddeutsche habe ich mich gefühlt, als sei ich in Bayern. Diese Erzählung ist im Dialekt geschrieben und für mich locker verständlich. Am Ende findet sich ein kleiner Sprachführer für den Fall, das ein Leser Nachhilfe benötigt.
Der eigentliche Krimi startet früh mit dem Auffinden der Leiche und zieht sich sauber durch das Buch. Am Ende sind meine Fragen geklärt und während ich diese Rezension schreibe freue ich mich auf neue Erlebnisse von und einen neuen Mordfall für Elli Fuchs.
Alexandra Stiglmeier hat mit Männer, Mord und Remmidemmi einen humorvollen und spannenden Krimi aus Bayern auf den Büchermarkt gebracht, der einfach urkomisch ist. Gerne empfehle ich diese Erzählung allen denen weiter, die auch bei einem Krimi gerne mal lachen mögen.

Bewertung vom 14.01.2023
Beinahe vegan
Kintrup, Martin

Beinahe vegan


sehr gut

Das Kochbuch Beinahe Vegan, 90% pflanzlich, 100% nachhaltig hat Martin Kintrup am 5. Januar 2023 gemeinsam mit dem ZS Verlag herausgebracht. Das klare Cover mit den leuchtenden Farben hat mich magisch angezogen. Die leckeren Gemüsebilder machen Lust auf Kochen und das halbe Ei zeigt die Reduzierung der tierischen Lebensmittel an. Gleichzeitig zeigt es: mich erwartet kein reines veganes Kochbuch.
Damit fällt dieses Kochbuch voll in mein Beuteschema. Seit einiger Zeit bin ich in der regionalen und vegetarischen Küche unterwegs und beschäftige mich mit der Frage, wie der Anteil an tierischen Produkten geschickt reduziert werden kann. Natürlich soll es trotzdem schmecken. Der Autor startet mit einer lesenswerten Einführung in sein Kochkonzept, die mich durchaus zum Schmunzeln gebracht hat. Das Buch ist thematisch nach den Mahlzeiten gegliedert: Frühstück, Brotaufstriche, Salate und Bowls, Pasta, Suppen und Eintöpfe, Herzhaftes, Ofengerichte und Süßes. Am Ende findet sich ein hilfreiches Register zum Suchen.
Mit diesem spannenden Kochbuch habe ich viele interessante Stunden verbracht. Mir hat es viel Spaß gemacht, Rezepte auszuwählen und zu kochen. In den meisten Fällen gelang mir das kinderleicht, denn zu jedem Rezept gibt es eine hilfreiche Anleitung. Die meisten Rezepte sind ansprechend fotografiert und meine nachgekochten Resultate sahen den Fotos im Kochbuch sehr ähnlich. Geschmacklich waren sie alle super und haben es in meinem Bekanntenkreis auf Anhieb in die Top-Ten der beliebtesten Gerichte geschafft. Manchmal hätte ich mir weniger Zucker gewünscht, z. B. bei den gebackenen Haferflocken aus dem Frühstücksbereich. Das passe ich noch für mich an. Viele Rezepte beinhalten den Butten: So wird´s vegan oder Vorschläge für geschmackliche Abwandlungen. Das fand ich super.
Sehr gut gefallen haben mir die Tipps vom Autor zum Umgang mit verschiedenen Produkten z. B. Hirse und Brokkoli. Gewünscht hätte ich mir noch den Zusatz, dass Zucchini und Kürbis im rohen Zustand vor dem Einsatz in der Küche durch den Koch probiert werden sollten und dass Auberginen nur gekocht zum Verzehr geeignet sind. Überrascht war ich durch die Vielfalt der angebotenen Rezeptideen aus aller Welt und der angewendeten Gewürzen (z. B. Sternanis oder Kreuzkümmel). Erstaunt hat mich der Autor mit einer guten Portion Pragmatismus. So finde ich in den Rezepten durchaus den Einsatz von fertiger Bio-Tomatensoße oder Kichererbsen aus der Dose. Auch vegane Lebensmittel z. B. veganes Hackfleisch oder Mandeldrinks kommen zum Einsatz. Während ein Mandeldrink durchaus in mein Beuteschema passt, klingt veganes Hack für mich jetzt nicht so lecker.
Martin Kintrup zeigt mit seinem Kochbuch Beinahe Vegan, 90% Pflanzlich, 100% Nachhaltig, einen spannenden und interessanten Weg in eine nachhaltigere Ernährung auf, die sich geschmacklich sehen lassen kann. Dies ist ein Kochbuch, das sich lohnt.

Bewertung vom 11.01.2023
Blüte der Zeit
Weiß, Sabine

Blüte der Zeit


ausgezeichnet

Es ist das Jahr 1672. Krieg droht. Der junge Landschaftsgärtner Max flieht mit seiner Mutter und seinem Bruder aus den Niederlanden nach Brandenburg-Preußen. Dort setzt Kurfürst Friedrich Wilhelm nach dem 30-jährigen Krieg alles daran, sein Land wieder aufzubauen. Es entstehen imposante Schlosser und bezaubernde Gärten. Max hat einen ausgezeichneten Sinn für Pflanzen und deren Bedürfnisse. Gartengestaltung ist sein Leben und er hat einen ausgeprägten Sinn für die Zusammenstellung von Pflanzen. Doch es naht ein neuer Krieg, der ganz Europe in Mitleidenschaft zeihen wird...

Den historischen Roman Blüte der Zeit hat Sabine Weiß am 23. Dezember 2022 gemeinsam mit dem Verlag lübbe herausgebracht. Das Cover ist traumhaft schön und passt hervorragend zum Roman und zum Genre. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Mit ihrem flüssigen und bildhaften Schreibstil ist es Sabine Weiß in nur wenigen Sätzen gelungen, meinen Geist einzufangen. Es macht Spaß, ihren detaillierten Beschreibungen der Landschaften, der Gärten und den Erlebnissen ihrer Protagonisten zu folgen. Von den 560 Seiten habe ich jede einzelne Seite unterhaltsam gefunden. Spannende Passagen wechseln sich mit ruhigeren Szenen ab und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Schnell habe ich mich an der Seite von Max eingefunden, den ich auf Anhieb mochte. Charakterlich und fachlich hat er mich in jeder Hinsicht überzeugt. Sehr spannend fand ich die Passagen über die Ananas, die Zitrusfrüchte und Agnes Block, die ich in dieser Geschichte kennengelernt habe.
Ihre Haupt- und Nebenfiguren sind ausführlich und ausreichend genug beschrieben und handeln in ihren Persönlichkeiten nachvollziehbar und logisch. Sie werden beim Lesen lebendig.
Das Besondere an einem historischen Roman von Sabine Weiß ist, das sie eine exzellente Mischung zwischen Geschichte und fiktive Erzählung findet. Dabei sind ihre Erzählungen so spannend, dass ich beim Lesen gar nicht merke, dass ich gerade ganz nebenbei einen erstklassigen Geschichtsunterricht bekomme.
Sabine Weiß hat mit einer erstklassigen Mischung aus Liebe, Wissen und Geschichte einen ausgewogenen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich viele unterhaltsame Lesestunden verbracht habe. Sehr gerne empfehle ich diesen Roman uneingeschränkt weiter.

Bewertung vom 04.01.2023
Das Geheimnis der klingenden Messer
Brühl, Regine

Das Geheimnis der klingenden Messer


sehr gut

Bei traditionellen “Radscheewen” wird die Buchhändlerin Inga mit einem gruseligen Mord konfrontiert. Mit diesem Mord beginnt eine kuriose Mordserie, die Inga gemeinsam mit dem Polizeibeamten Christopher auf den Grund gehen will. Bei ihren Nachforschungen erlebt Inga merkwürdige Dinge. Sie erlebt Szenen aus dem 17. Jahrhundert, als wäre sie live dabei. Sie bekommt Einblicke in das Leben einer kräuterkundigen Hebamme und fragt sich, was das Ganze mit ihrem Leben zu tun hat. Und dann ist da auch noch Christopher, der ihr Leben mehr beeinflusst als ihr lieb ist.
Den Roman Das Geheimnis der klingenden Messer hat Regine Brühl am 25. November 2022 gemeinsam mit dem Rhein-Mosel-Verlag herausgebracht. Das Cover wirkt auf mich wie ein Gemälde, dass mich in das Buch zieht. Es passt hervorragend zu der Geschichte und macht mich neugierig. Es ist der 2. Band mit der Buchhändlerin Inga und dem Polizeibeamten Christopher. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Ungewöhnlich wie das Cover für einen Kriminalroman, so ungewöhnlich ist auch diese Geschichte. Ich tue mich schwer, ein Genre für ihn zu finden und würde es eher als einen spannenden, fiktiven historischen Roman mit einem Krimi-Anteil bezeichnen. Hervorzuheben ist der ungewöhnlich lockere und flüssige Schreibstil von Regine Brühl, auf den ich durch ihren Liebesroman Kreideherzen aufmerksam geworden bin, den sie gemeinsam mit Stephan Falk herausgebracht hat. Es ist exakt dieser Schreibstil, der mich an der Seite von Inga über 252 Seiten in ihre Geschichte zieht. Gemeinsam mit ihr erlebe ich das 17. Jahrhundert und bekomme Einblicke in die Kunst der Malerei, die Musik und in die Arbeit einer kräuterkundigen Hebamme.
Durchweg habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Je mehr ich in dieser Erzählung gelesen habe, desto neugieriger wurde ich auf den nächsten Ausflug von Inga in das 17. Jahrhundert. Der Kriminalfall ist am Ende schlüssig gelöst.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form. Die einzelnen und eher kurzen Kapitel tragen eine Überschrift, welche Person gerade von ihren Erlebnissen berichtet. Daher ist aufmerksames Lesen gefragt. Am besten hat mir Johanna gefallen, sie war am Feinsten gezeichnet.
Regine Brühl hat mit Das Geheimnis der klingenden Messer eine kurzweilige Geschichte auf den Büchermarkt gebracht, mit der ich einige unterhaltsame Lesestunden ab vom Alltag verbracht habe. Sie hat mich an Outlander erinnert. Wer diese Serie mag, kommt hier auf seine Kosten.

Bewertung vom 30.12.2022
Töchter des Glücks / Bodensee Saga Bd.2 (eBook, ePUB)
Nikolai, Maria

Töchter des Glücks / Bodensee Saga Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Es ist das Jahr 1918. Lilly kann es kaum abwarten. Frisch verheiratet mit Arno, dem Erben eines angesehenen Stuttgarter Seifenimperiums verlässt sie hoffnungsvoll den Gutshof der Eltern. Doch es kommt anders. Arno wird als vermisst gemeldet und für Lilly bricht eine Welt zusammen. Sie nimmt ihren ganzen Mut zusammen und übernimmt Verantwortung für das Unternehmen ihres Mannes, entwickelt eine eigene Kosmetiklinie und träumt von einer besseren Zukunft. Bis Felix Benthien vor ihr steht. Felix bringt Lilly derart durcheinander, dass sie nicht mehr ein noch aus weiß. Lilly muss eine Entscheidung treffen, denn sie ist sich sicher: Diese Liebe darf nicht sein...
Den Roman Töchter des Glücks hat Maria Nikolai am 13. Oktober 2022 gemeinsam mit dem Verlag Penguin herausgebracht. Das Cover machte einen edlen und wertigen Eindruck auf mich. Es wirkt winterlich. Auf den ersten Blick erkenne ich, dass im Mittelpunkt eine Frau steht. An ihrer Kleidung sehe ich: Wir sind in einem historischen Roman. Die verschneite Winterlandschaft mit dem zugefrorenen See und der winterlich hochwertig gekleideten Frau wirkt harmonisch auf mich. Die Rottöne ziehe meine Aufmerksamkeit auf sich. Das gilt für das Kleid, den Aufkleber und den Namen der Autorin. Es handelt sich um den 2. Band der Bodensee-Saga. Er ist ohne Vorkenntnisse gut lesbar.
Mit modernen Worten und in einem fast melodischen Schreibstil hat Maria Nikolai meinen Geist mit nur wenigen Sätzen in ihren Bann gezogen. Es macht Spaß ihren Worten zu folgen. Ihre Beschreibungen von Orten, Landschaften, Personen und Handlungen sind angenehm zu lesen. Ich konnte mir alles gut vorstellen. So bin ich gemeinsam mit Lilly in ihre Geschichte eingetaucht. Lilly mochte ich gleich. Es ist eine echte Lesefreude ihr und ihren Erlebnissen durch ca. 606 Seiten zu folgen.
Maria Nikolai ist es gelungen, diese zu jeder Zeit spannend zu gestalten. Ruhigere Erzählpassagen wechseln sich in angenehmen Abständen mit spannenderen Erzählpassagen ab. Gegen Ende glänzt die Autorin mit einer von mir unerwarteten Wendung. Einmal mit dieser Geschichte begonnen, ist es mir schwergefallen, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weiter geht.
Die Haupt- und Nebenfiguren sind sorgfältig beschrieben. Im Laufe der Handlung gewinnen sie immer mehr an Konturen und Feinzeichnung. Sie handeln in jeder beschriebenen Situation nachvollziehbar, das lässt sie lebendig werden.
Mit diesem Buch habe ich viele unterhaltsame und entspannende Lesestunden verbracht. Mir hat es viel Spaß gemacht. Töchter des Glücks, Die Bodensee-Saga, empfehle ich gerne uneingeschränkt weiter. Es ist eine echte Lesefreude.

Bewertung vom 23.12.2022
Commissario Conti und der Tote im See
Ávila de Borba, Carlos

Commissario Conti und der Tote im See


sehr gut

Eine Familie genießt ihren Urlaub in vollen Zügen. Sie macht einen Bootsauflug. Doch dann das: Unter der Wasseroberfläche treibt ein Toter! Schnell ist klar, es handelt sich um den Ranger aus Tignale, der im Naturpark Gardasena arbeitet. Zeitgleich wird am Brenner ein Transporter kontrolliert, der illegal eine riesige Trüffelmenge nach München liefern soll. Luca Conti glaubt an eine mögliche Verbindung zwischen beiden Vorkommnissen und startet auf eigene Faust die Ermittlungen...
Den Kriminalroman Commissario Conti und der Tote im See hat Carlos Ávila de Borba am 13. Juli 2022 gemeinsam mit dem Verlag Gmeiner herausgebracht. Das wunderschöne Cover macht unverzüglich Lust auf eine Reise an den Gardasee.
Ermitteln wo andere Urlaub machen. Was gibt es für ein Krimiherz erholsameres, als an trüben und dunklen Tagen eine Reise an den Gardasee zu wagen? Das habe ich gedacht und habe zugegriffen. Schnell habe ich mich in den flüssigen und bildhaften Schreibstil des Autors eingelesen. Zügig fand ich mich an der Seite von Luca wieder und habe ihn bei seinen Ermittlungen begleitet.
Von Beginn an bis zum Ende hat es mir viel Lesespaß gemacht, diesen Krimi zu Lesen. Ich habe ihn zu jeder Zeit als unterhaltsam empfunden. Spannende Stellen wechseln sich mit ruhigeren Passagen ab und ich fühle ich, als sei ich direkt am Gardasee. Die Landschaft ist wunderbar beschrieben und der Autor findet das richtige Maß.
Luca, seinen Hund Rotti, seine Oma und Antonella mochte ich gleich. Sie waren mir sympathisch. Luca muss noch ein paar Dinge lernen, er war mir manchmal ein wenig zu sehr alleine unterwegs. Carlos Ávila de Borba hat seine Figuren nachvollziehbar aufgebaut. Ich denke sie werden mit dem nächsten Band noch feiner gezeichnet.
Der Krimi selbst ist logisch aufgebaut. Die Ermittlungen sind nachvollziehbar und am Ende sind meine Fragen beantwortet. Mir hat dieser Krimi viele spannende Lesestunden ab vom Alltag beschert und ich freue mich auf den nächsten Band.
Carlos Ávila de Borba hat mit Commissario Conti und der Tote im See einen sehr unterhaltsamen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht. Er lässt den Leser miträtseln, mitfiebern und schmunzeln. Wer Lust auf ein paar Lesestunden am Gardasee hat, kommt hier auf seine Kosten.

Bewertung vom 16.12.2022
Kreideherz
Brühl, Regine;Falk, Stephan

Kreideherz


ausgezeichnet

Im August 1986 erleben Juliana und Markus die wohl unbeschwerteste Zeit ihres Lebens. Es sind große Ferien in der Eifel und lange Tage wechseln sich mit erlebnisreichen Tagen ab. Im Verbund mit ihren Cliquen erleben sie Fahrten mit dem Mofa, Ausflüge in die Umgebung, Eckenknutschen, Karneval und Alkohol, die Musik und noch viele andere spannende Geschichten...
Den Roman Kreideherz haben Regine Brühl und Stephan Falk am 29. September 2022 gemeinsam mit dem Eifeler Literaturverlag herausgebracht. Sein wunderschönes Cover lässt mich schmunzeln und versetzt mich in die 80-er Jahre.
Als ich dieses Buch gesehen habe, da habe ich gleich zugegriffen. 1986 war ich 16 Jahre alt. An die 80-er Jahre kann ich mich noch bestens erinnern und somit war ich neugierig auf die Geschichte von Juliana und Markus. Das Autorenduo schreibt abwechselnd aus der Sicht der beiden. Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt, die als Überschrift einen Popsong tragen, der inhaltlich zu der Geschichte passt. Am Ende des Buches findet sich eine komplette Playlist. Das Werk eignet sich mit seinen 272 Seiten sehr gut um zwischendurch mal ein paar Seiten zu lesen und ebenso zum Lesen an einem Stück.
Der Schreibstil der Autoren ist bildhaft und flüssig. Ich konnte mir alles gut vorstellen. Mit modernen Worten führen Regine Brühl und Stephan Falk den Leser an der Seite von Juliana und Markus mit munteren Geschichten durch die 80-er Jahre. Sehr gut gefallen mir die Beschreibungen der Landschaften in der Eifel und die Erlebnisse der beiden. Kaum habe ich mit dem Buch begonnen, da konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht.
Juliana und Markus mochte ich gleich. Ihre Persönlichkeiten sind sauber ausgebildet. Beim Lesen lerne ich sie gut kennen. Sie reagieren in jedem Fall innerhalb ihrer Persönlichkeiten nachvollziehbar, wenn auch nicht immer richtig. Doch wer macht schon immer alles richtig? Beide lieben das Leben und die Liebe. Dem Autorenduo gelingt es in diesem Werk eine zauberhafte Spannung aufzubauen, die den Leser durch das Buch trägt und perfekt den Zeitgeist der 80-er Jahre transportiert.
Das Autorenduo Regine Brühl und Stephan Falk haben mit dem Liebesroman Kreideherz einen unterhaltsamen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht. Gerne empfehle ich ihn all denen Lesern weiter, die Lust auf ein paar Lesestunden haben, in denen die 80-er Jahre lebendig werden.

Bewertung vom 08.12.2022
Wen die Specht holt
Eckstein, Yvette

Wen die Specht holt


sehr gut

Kommissar Johann Kranzfelder seufzt. Er hat sich auf besinnliche Feiertage und ein Festessen gefreut. Da wird die Leiche des Bürgermeisters auf dem Marktplatz entdeckt und schon ist es vorbei mit der Ruhe für die das Dorf Holzwiesenreuth in der Oberpfalz doch so bekannt ist. Zusammen mit seiner Kollegin Klara Stern beginnt er zu ermitteln. Die Messnerin hingegen ist sich sicher: Den Bürgermeister hat die Specht geholt!
Den Kriminalroman Wen die Specht holt hat Yvette Eckstein am 20. Oktober 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Cover passt gut zum emons-Verlag und zum Genre. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
In diese Erzählung habe ich einen leichten Einstieg gefunden. Der lockere und leichte Schreibstil der Autorin hat es mir leicht gemacht. Ich konnte mir alles gut vorstellen. Bevor ich mit dem Krimi gestartet bin, habe ich mir den titelgebenden Brauch genauer angesehen. Er ist gut umgesetzt. Yvette Eckstein hat einen freundlichen Humor und so habe ich häufig beim Lesen geschmunzelt.
Kommissar Johan Kranzfelder habe ich bereits kennengelernt und seine Familie dazu. Mir gefallen sie alle. Den Kranzfelder mag ich, er ist mir sympathisch. Nett finde ich, dass sich immer mal wieder ein paar Brocken Dialekt in die Geschichte mischen. Sie erinnern mich daran, dass ich mich in der Oberpfalz befinde. Aus meiner Sicht passt das Maß zwischen dem Privatleben von Kranzfelder und Ermittlungsarbeit.

Der Krimistrang startet spannend mit einem Prolog, der mich neugierig macht. Zügig präsentiert die Autorin den ersten Toten. Der Ermittlungsarbeit und der späteren Aufklärung konnte ich gut folgen. Meine Fragen sind beantwortet. Leider finden sich im 3. Abschnitt drei heftige Szenen, die aus meiner Sicht grenzwertig sind. Mein Lesegenuss wird dadurch etwas gemindert und ich wünsche mir für den nächsten Teil etwas mehr Milde in diesem erstaunlich gelungenen Debüt.

Mit diesem Buch habe ich ein paar unterhaltsame Stunden weit weg vom Alltag verbracht. Yvette Eckstein hat mit Wen die Specht holt einen gelungenen Regionalkrimi aus der Oberpfalz auf den Büchermarkt gebracht, der sich mit einem alten Brauch beschäftigt und den ich sehr gerne für nicht zu zarte Gemüter weiterempfehle.

Bewertung vom 08.12.2022
Winterträume in den Fallbury Hills (Herzklopfen in Schottland)
Holmgren, Hanna

Winterträume in den Fallbury Hills (Herzklopfen in Schottland)


gut

Grace und ihre Freundinnen vereinbaren einen Pakt: Ein Jahr lang wollen sie auf Männer verzichten. Schließlich verfügen sie über ausreichend schlechte Erfahrungen. Doch dann kommt ausgerechnet in der romantischen Vorweihnachtszeit der neue Arzt Noah in das Dorf geschneit und Grace verliebt sich Hals über Kopf in den sympathischen Mann. Alles ist gut, bis ein unschönes Ereignis alles in Frage stellt...
Den Roman Winterträume in den Fallbury Hills hat Hanna Holmgren gemeinsam mit dem Feuerwerke Verlag am 8.12.2022 herausgebracht. Das Cover ist passend zum Genre und zum Roman gestaltet und macht Lust auf ein paar erholsamen Lesestunden.
Von Hanna Holmgren habe ich schon einige Erzählungen gelesen. Bisher haben sie mich alle sehr gut unterhalten. Hervorzuheben sind ihre wunderbaren Beschreibungen der Landschaft und ihre lebendigen Protagonisten.
So bin ich auch in dieses Werk gestartet und es lief alles sehr gut. Beim Lesen habe ich mich entspannt und fühlte mich in Fallbury Hills pudelwohl. Grace und die Mädchen mochte ich gleich. In Noah hätte ich mich auch verliebt. Bis zu dem Zeitpunkt, wo das unschöne Ereignis Noah Steine in den Weg wirft. Meiner Meinung nach übertreibt die Autorin von dieser Stelle an. Sie führt einen neuen Protagonisten ein, der nicht mit guten Absichten kommt und schon einmal im Dorf gesehen wurde. Diese Geschichte um diesen Protagonisten ist mir persönlich zu überdreht. Hier mischt die Autorin eine Prise Krimi in ihren Wohlfühlroman und wird dem Genre Wohlfühlroman nicht mehr gerecht. Mir wäre eine schlichtere Geschichte sehr viel lieber gewesen, sie hätte sich eher an dem echten Leben orientiert. Leider habe ich hier meinen Lesespaß verloren und die letzten Seiten wurden dann ein wenig lang. Das finde ich sehr schade, denn ich bin mir sicher, dass die Autorin das besser kann.
Hanna Holmgren hat mit ihrer Erzählung zu viel gewollt. Diesen Genre Mix zwischen Wohlfühlroman und Kriminalfall möchte ich nicht weiterempfehlen.