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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 26.08.2018
Drachenerwachen / Drachen Bd.1
Zinck, Valija

Drachenerwachen / Drachen Bd.1


ausgezeichnet

"Drachenerwachen" ist ein gelungener erster Band einer Kinderbuchreihe. Abenteuerlich und voller Spannung ist es für die Zielgruppe junger Leser_innen bestens geeignet. Da ich das E-Book gelesen habe, entgehen mir natürlich die farbigen Illustrationen, die ich dennoch auch ohne Farbe wahrgenommen habe. Sie werten das Buch optisch definitiv auf. Als absolut gelungen empfand ich die Veränderung der Frau Tossilo, die zunächst als mürrische Alte erscheint, die sich ihr Leben durch Kaffeefahrten gestaltet und Kinder überhaupt nichts abgewinnen kann. Sie wirkt sehr unnahbar, was sich ändert, als sie ihren Koffer am Flughafen vertauscht und ein Drachenei im fremden Koffer findet, welches sie versehentlich ausbrütet. Der Drache, den sie anfänglich Kurtchen nennt, ist nun auf sie geprägt und in Frau Tossilo wird sogleich Mutterliebe erweckt. Die Nachbarskinder kommen dem Drachen in der Wohnung unter ihnen rasch auf die Spur und zu dritt sorgen sie nun für den kleinen Drachen, der rasend schnell zu wachsen scheint. Aus Kurtchen wird Kurmo und verlangt nicht nur viel vegetarisches Essen, sondern verspürt auch das Verlangen des Fliegens. Johann erscheint wie ein Computergenie, denn durch das "raumen" ermöglicht er Kurmo zu fliegen und die Welt zu entdecken. Es könnte alles so schön sein, wenn da nicht böse Menschen wären, die den Drachen zu ihren Zwecken benutzen möchten. Da hilft es auch nicht, zu behaupten, der vertauschte Koffer wäre nicht in den Händen von Frau Tossilo gelandet. Das Abenteuer beginnt letztendlich mit der Entführung von Frau Tossilo und zeigt rasch die hohe Bedeutung des Drachens auf, den man für andere Ziele und Zwecke nutzen möchte und dieses würde Kurmo definitiv einschränken in seinem Bewegungs - und Freiheitsdrang. Johann und Janka eilen zur Rettung und durch den Einsatz von Köpfchen und Drachenliebe kann Frau Tossilo entfliehen, damit ist das Abenteuer aber nicht zuende, sondern beginnt erst noch. Das zweite große Drachenabenteuer wird im Frühjahr 2019 erscheinen und ich bin sehr gespannt, wie es gelingen wird, einen riesigen Drachen vor der Menschheit zu verstecken und die Verfolger abzuhängen.
Protagonisten und Story konnten wirklich überzeugen. Anfänglich ist Frau Tossilo sehr mürrisch und unnahbar, was sich im weiteren Verlauf der Story komplett wandeln kann. Sie agiert wie eine Mutter und will ihr "Junges" lediglich verteidigen und ähnelt dabei einer Löwenmutter, was sie um einiges sympathischer wirken lässt. Die Geschwister Johann und Janka sind in ihrer Persönlichkeit sehr unterschiedlich, dennoch ergänzen sich die beiden hervorragend. Es ist ein sehr gelungenes Kinderbuch, welches ich ein klein wenig gespoilert habe, da ich denke, dass eher Eltern diese Rezension lesen werden, um ein ideales Buch für ihr Kind zu finden. Für mich als Mutter ist es eindeutig, dass ich dieses Kinderbuch weiterempfehlen kann, da es alles aufweist, was ein gutes Kinderbuch braucht. Es kommt komplett ohne Gewalt aus, denn die Entführer können auch auf andere Art und Weise überlistet werden, was natürlich nicht wirklich funktionieren würde, aber in dieser Story absolut passend erscheint. Eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 25.08.2018
Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9
Carter, Chris

Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9


ausgezeichnet

"Blutrausch - Er muss töten" ist der neunte Band einer Thrillerreihe und ein weiteres Highlight des Autors. Chris Carter schreibt brutal und dennoch genial. Ich empfehle, die Bände der Reihe nach zu lesen, da es wichtig ist, Hunter und Garcia in ihrer Arbeit kennen zu lernen. Sie agieren als Team und dennoch ist es oft Hunter der die Weichen stellt, um einen Fall zu lösen. Hier ist es ein Künstler, zumindest scheint es so, der seine Opfer drapiert als wären sie ein Kunstwerk. Interessant hierbei ist, dass die Opfer keinen qualvollen Tod sterben, sondern vieles post mortem geschieht, was dem Horror dennoch nicht weniger erscheinen lässt. Deutlich wird schnell, dass es sich um einen Psychopathen handelt, der den Leichen auf Latein auf den Rücken Sätze wie "Schönheit liegt im Auge des Betrachters" einritzt. Eine sehr kranke Seele, wenn man endlich erkennt, wer der Täter ist und was er bezweckt. Deutlich wird, dass es oftmals die Kindheit ist, die prägt und auch hier macht es mich wütend. Verständnis für die Taten bekomme ich dennoch nicht, auch wenn manches Verhalten anerzogen scheint. Für mich kam echtes Grauen ins Spiel als Heather, die Tochter der FBI Agentin Fisher involviert wird. Ich war kurz davor, das Buch abzubrechen, da meine Angst rasch emporschnellte. Es endet letztendlich anders als erwartet und für mich ist klar, dass ich "Die stille Bestie" erneut lesen muss, denn der Cliffhanger ist wirklich übel. Für mich ist klar, dass der zehnte Band der Reihe absolut herausragend wird und ich hoffe, es vergeht nicht wieder so viel Zeit bis zum Erscheinungstermin. Die letzten Sätze des Thrillers machen neugierig und lassen ein absolut ungutes Gefühl zurück.
Ich vergebe eine Leseempfehlung an alle Thrillerfans. Auch wenn dieser Band hier und da von Wiederholungen lebt, büßt es keinesfalls an Spannung ein. Ich war erneut fasziniert, wie Chris Carter es schaffte mit meinen Ängsten zu spielen und welches Grauen er vermitteln konnte. Der erste Mord wird sozusagen live übertragen und geben einen Einblick darauf, was im weiteren Verlauf des Thrillers geschehen könnte. Der Mord an Linda Parker ist sehr blutig, was auch den Titel erklären könnte. Im Englischen heißt der Thriller "An Evil Mind", was mir fast schon sinniger erscheint, da Blutrausch tatsächlich nur am Mord Linda Parker zu erkennen ist. Es stellt sich letztendlich rasch heraus, dass es sich hierbei nicht um den ersten Mord handelt und durch die Parallelen schaltet sich auch das FBI ein und Hunter und Garcia sollen lediglich unterstützen. Die Zusammenarbeit gelingt nicht fehlerlos, daher wird an dieser Stelle Spannung aufgebaut, denn es zeigt sich rasch, wer die Fäden in den Händen hält, um die Mordserie aufzuklären. Hunter ist erneut in seinem Element und dieses ist erneut faszinierend dargestellt. Für mich sind die Hunter und Garcia Thriller eindeutig Spitzenklasse, wobei dieser Band ein wenig schwächelt. Fast alles vorhanden, was ein guter Thriller braucht, daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits und eine gewisse Vorfreude auf den Jubiläumsband, der die kleinen Mängel von "Blutrausch - Er muss töten" sicherlich ausbügeln kann.

Bewertung vom 25.08.2018
Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose
Lukach, Mark

Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose


ausgezeichnet

Ehrlich und schonungslos wird hier sehr authentisch über eine bipolare Störung berichtet, die Mark Lukach am eigenen Leib erfahren muss. Die Zweifel, die Ängste und die Macht der Erkrankung werden deutlich. Da ich in meiner Ausbildung psychische Erkrankung nur kurz angeschnitten serviert bekommen habe, war es für mich äußerst lehrreich. Die Nebenwirkungen der meisten Medikamente und die emotionale Sicht der Betroffenen und deren Angehörigen lässt mich nicht unberührt. Ich empfand das Buch als sehr wertvoll, da es mir aufzeigt, dass es auch mich täglich treffen kann, dass ich in eine Depression rutschen kann. Völlig authentisch wird hier von Schizophrenie und auch Suizidgedanken berichtet, die wir in unserem guten, vollkommenen Leben nicht an uns heranlassen wollen, da es ja nur die anderen betrifft. Es ist nicht nachgewiesen, warum Giulia urplötzlich an einer Psychose erkrankt. Fakt ist, dass sie Unterstützung durch ihren Ehemann und ihrer Familie erhält. Dies habe ich als äußerst wertvoll empfunden, denn anstatt Giulia fallen zu lassen, bringt ihr Mann jede Menge Steine ins Rollen, auch wenn die Liebe mitunter leidet und das Geld knapp wird. Es ist ein Kampf, den sie nicht alleine ausfechten muss. Es beeindruckt sehr, da Mark Lukach an seinen Gedanken und Emotionen teilhaben lässt. Geschrieben ist die Biographie komplett aus der Sicht des Ehemanns, wobei Einblicke in den Klinikalltag weniger angeschnitten werden, sondern nur das Erleben der Psychose eines Angehörigen, was sehr beeindruckt, da vieles einfach nur ausgehalten werden muss. Als ein Kind in die Story involviert wird, empfand ich den nächsten Schub als noch intensiver, denn nun muss Mark Lukach Entscheidungen treffen, die das Kindeswohl betreffen Es ist nicht so, dass der Sohn gefährdet ist durch seine Mutter, aber dennoch erfolgt nun eine erneute Einweisung in die Klinik und dieses geschieht auf freiwilliger Basis. Der erste Klinikaufenthalt geschah durch Zwang und erschien zunächst als wenig hilfreich, da Giulia keineswegs mitarbeitete und Hilfe ablehnte. Bedingt durch meinen Beruf war "Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" für mich sehr interessant dargestellt, denn man sieht nur die Diagnose, aber nie den Rattenschwanz, die eine Psychose mit sich bringt und sicherlich auch viel weniger das Empfinden der Angehörigen. Ich habe vieles neu entdeckt, auch wenn eine Psychose bei jedem Menschen anders abläuft, konnte ich nachempfinden, wie hart die Erkrankung auch für die betroffene Familie ist und verständlicherweise sind nicht alle Ehemänner oder Ehefrauen stark genug, dieses auszuhalten. Mein Respekt an Mark Lukach, das er erträgt und trägt. Den Halt den er seiner Frau in einem Schub gibt und dabei sehr fürsorglich und stark erscheint, empfinde ich als sehr bemerkenswert. Für mich eine sehr eindrückliche Biographie, die ich gerne weiterempfehlen möchte an Leser/-innen die sich für das Krankheitsbild interessieren oder selbst betroffen sind. Vielleicht kann es hilfreich sein an den Stellen, wo das Weitermachen schwer erscheint? Ich empfand diese schonungslose und ehrliche Darstellung als sehr gelungen. Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.08.2018
Die Braut
Terpstra, Anita

Die Braut


sehr gut

Voller Intrigen und Lügen
"Die Braut" ist ein atmosphärisch düsteres Buch, welches gleich zu Beginn zur Höchstform aufläuft. Auch wenn klar ist, welche Absichten die Protagonistin hegt, erschlägt mich ihre Souveränität bei der Ausführung ihres Planes. Mackenzie lässt sich wenig in die Karten schauen, was ihre Vergangenheit betrifft, aber hin und wieder fügen sich dennoch Gedanken ein, die dazu führen, sich ein eigenes Bild zu erschaffen über ihre Person und ihre Vergangenheit. Letztendlich fügt sich dieses Bild nahtlos in die Story ein. Einen Gefangenen zu heiraten, der in der Todeszelle sitzt, ist dramatisch und wirkt auch auf mich als Leserin zunächst makaber und völlig verrückt. Matt beteuert seine Unschuld. Kann man ihm Wirklich Vertrauen schenken? Mackenzie scheint dieses zu tun und stößt dabei auf Unverständnis und Hass der Mitbewohner des Ortes in denen sie lebt. Man kann es ihnen nicht verdenken, denn haben sie doch durch die Entführungen Menschen verloren, die sie lieben. Welches Grauen steckt da im Detail verborgen?
Die Handlung nimmt ab Mitte des Buches sehr rasch an Fahrt an. Auch, wenn für mich kein Überraschungsmoment vorhanden war, da ich irgendwann Mackenzies Pläne durchschaut habe, konnte mich deren Skrupellosigkeit dennoch mehr als fesseln. Unblutig, aber voller Spannung erwarte ich ein geniales Finale, welches ich auch erhielt.
Rosie und Vicky, zwei der entführten Frauen teilen ihre Gedanken und Empfindungen mit und machen somit ihr Grauen und ihre großen Ängste deutlich. Es gibt kein Entkommen und die täglichen Demütigungen werden bewusst dargestellt, um aufzuzeigen, um was es letztendlich geht. Eine Trophäensammlung von Frauen, die eingesperrt und am Limit ihrer Kräfte missbraucht und gedemütigt werden. Matt ist der Entführung überführt und verweigert alle Aussage. Könnten die Frauen noch leben?
Ich mochte die Handlung, die mich von der ersten Seite an faszinieren konnte. Ich empfand Mackenzie als sehr naiv und musste meine Meinung irgendwann ändern, da sie eine Wandlung durchlebt, die ich niemals so erwartet hätte. Erstaunlich ist, welche Brutalität in Menschen steckt, wenn sie auf Wahrheitsfindung gehen. Eine Leseempfehlung an diesen Psychothriller, der auch mit meinen eigenen persönlichen Ängsten spielen konnte und gerade im letzten Drittel der Handlung komplett überzeugte.

Bewertung vom 22.08.2018
Vier.Zwei.Eins.
Kelly, Erin

Vier.Zwei.Eins.


sehr gut

"Vier.Zwei.Eins" ist ein Roman, der etwas länger benötigt, um rasante Spannung aufnehmen zu können. Vorerst plätschert das Geschehen vor sich hin und verwirrt den Leser / die Leserin eher als zu begeistern. Meine doch recht hohe Erwartungshaltung wurde erst im letzten Teil des Buches erfüllt.

Die ersten drei Abschnitte sind eine Einleitung in die Lüge, die auch im Klappentext und dem Cover erwähnt wird. Sobald zu erkennen ist, wo Betrug und Lüge stattgefunden haben, konnte ich die Story als relativ gelungen ansehen, zuvor war ich eher zum Durchhalten motiviert, da ich selten ein Buch abbreche. Es hat sich letztendlich gelohnt und meine zuvor eher durchwachsene Meinung dazu anleiten können, "Vier.Zwei.Eins" zu einer **** Sterne Rezension zu verhelfen.

Es bestätigt sich wieder einmal mehr "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" oder auch "Lügen haben kurze Beine", denn jede kleinste Lüge / Notlüge zieht einen riesigen Rattenschwanz hinter sich her, was die Protagonisten des Buches schmerzlich erfahren müssen. Dieses ist der rote Faden der Story und entlädt ich zum Abschluss der Story mit einer mächtigen Überraschung, denn nichts bleibt, wie es zuvor den Anschein hat und eine Lüge wird von einer anderen sehr bedeutenden Lüge abgelöst.

Zum Ende hin baut die Autorin mächtige Spannungsmomente auf, die zuvor sehr vernachlässigt worden sind. Vom Cover her erwartete ich eher einen Thriller, da die Farben doch sehr düster gewählt wurden. Letztendlich bestätigt sich mein erster Eindruck, denn der Showdown am Ende ist wirklich sehr gelungen und einem Thriller würdig. Als Leserin bin ich von der Wendung fasziniert und musste manche Meinungen zu Personen ändern. Der erste Eindruck trügt definitiv und Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden. Vielleicht wird es auch nie wieder wie vorher sein?
Das Schicksal von Beth nimmt einen großen Teil der Story ein und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Situation und Gerichtsverhandlung sind sehr authentisch beschrieben und hinterlassen einen negativen Beigeschmack. Keine Frau sollte dieses ertragen müssen.
Eine Lüge, die Menschen entzweit und das Ende anders aussehen lässt als vermutet. Eine gelungene Wendung, die für mich nicht vorhersehbar war. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.08.2018
Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1
James, Vic

Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1


sehr gut

"Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern" ist ein geschickt gewobener erster Band einer Buchreihen. Es verwirrt zunächst, da einige Personen an der Handlung beteiligt sind und auch der Handlungsstrang sehr komplex ist. Es wird eine gewisse Spannung aufbaut, die allerdings auch viele Fragen hinterlässt, um Sklavenarbeit und Geschick zu unterscheiden. Der Ebenbürtige ist von Sklaverei befreit und der Gewöhnliche dazu verpflichtet. Was aber ist Geschick? Es war zunächst ein Ratespiel, wobei sich dann langsam herauskristallisiert, dass es sich hierbei um Magie handelt. Die Magie ist mitunter so stark, dass sie kaum unter Kontrolle zu halten ist. Dies erzeugt eine gewisse Spannung und Ungewissheit, die darauf vorbereitet, was sich letztendlich ereignet, um die Macht der Ebenbürtigen zu erkennen.

Eine Familie wird getrennt und muss unabhängig voneinander Sklavendienst verrichten. Jake kommt nach Millmoore, was anfänglich um einiges härter erscheint als das Schicksal, welches seine Familienmitglieder trifft. Er arbeitet hart und schließt sich einer Gruppe an, die das Leben innerhalb des Lagers verbessern wollen und natürlich auch aufrütteln wollen, damit der Sklavendienst abgeschafft wird. Angeblich gibt es in den Reihen der Ebenbürtigen Gegner des Sklavendienstes, aber wem kann man trauen? Jake muss am eigenen Leib erfahren, dass er lediglich benutzt wird und es scheint keine Hoffnung auf eine Familienzusammenführung zu geben. Eine Zusammenführung die erhalten bleibt, ohne wieder auseinandergerissen zu werden.

Die Grundidee des Debüts ist sehr gelungen, wobei mir vieles zu oberflächlich geblieben ist und ich mir wünsche, dass im zweiten Band der Buchreihe mehr Offenheit herrschen wird. Vieles wird angerissen und bleibt dennoch im Dunkeln. So ganz zufrieden hat mich diese Vorgehensweise der Autorin nicht gemacht, da ich hier und da doch gerne einen Blick hinter die Kulissen riskiert hätte, um Verständnisfragen meinerseits zu klären. So bleibe ich mit einem großen Fragezeichen zurück, was manche Personen betrifft und es obliegt meiner Interpretation Sympathiepunkte zu vergeben. Insgesamt konnte ich mich dennoch auf die Story einlassen und empfand den ersten band lediglich als Einführung in die komplexe Handlung. Der zweite Band muss jetzt aber ganz gewaltig knallen, um Begeisterungsstürme in mir hervorzurufen. Neugierig bin ich definitiv, da das Ende ganz vieles verspricht und ich mich gerne auf einen weiteren Teil der Buchreihe einlassen würde. Gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.08.2018
Zwischen uns ein ganzes Leben
Levensohn, Melanie

Zwischen uns ein ganzes Leben


ausgezeichnet

"Zwischen uns ein ganzes Leben" erzählt eine berührende Story über drei Frauen, deren Schicksale gekonnt miteinander verwoben werden. Der rote Faden ist eine erblühende Liebe, die vom Krieg überschattet ist. Eine junge Frau muss aufgrund ihres Glaubens Entbehrungen und auch Hass erfahren, da sie als Jüdin ihrer Daseinsberechtigung als Mensch enthoben wird. Da ich durch eine Studienfahrt nach Krakau auch Ausschwitz besucht habe, steht mir das Grauen, welches dieser Besuch in mir ausgelöst hat noch deutlich vor Augen. Auch wenn Ausschwitz nur einen kleinen Bestandteil der Story ausmacht, verspürte ich regelrecht Beklemmungen, wenn ich von Deportation und anderen Gräueltaten las. Die Suche nach Judith gestaltet sich als schwer und es scheint, als wäre sie keine Überlebende des Horrors, der ebenfalls in Frankreich stattfand. Die Schönheit, die Paris normalerweise ausstrahlt, wird überschattet von Angst, da niemand genau weiß, wieso und weshalb Menschen aussortiert und selektiert werden sollen. Die Reinigung beginnt und betrifft auch Judith und Christian, die durch Hass voneinander getrennt werden. Es ist bezeichnend und die Autorin webt die Story sehr authentisch. Sie fügt eine Halbschwester hinzu, die ihrem Vater auf dem Sterbebett versprochen hat, sich auf die Suche nach Judith zu machen. Hinzu kommt eine junge Frau, die in gewaltigen Beziehungsproblemen steckt und sich dennoch Jacobinas Wunsch beugt und sich in die Suche nach Judith regelrecht hineinkniet. Es gibt viele wunderbare Wendungen, die mich zu Tränen rührten. Auch wenn es kein wirkliches Happy End gibt, so ist das Drama der Story so bewegend, dass es große Nachwirkungen auf mich hat. Es ist eine Lebensgeschichte, die genauso hätte stattfinden können. Der Krieg hat Menschen zerstört, Familien zerrissen und echten Hass geschürt. Menschen starben aufgrund ihres Andersseins und es bewegt mich gestern wie heute sehr.

"Zwischen uns ein ganzes Leben" ist sowohl Liebesgeschichte, sowie Drama. Es ist eine Story, die mir sehr gefallen hat. Ich bin komplett überzeugt von der Authentizität der gewobenen Story. Ich flog förmlich durch die Seiten, um endlich eine Auflösung über Judiths und Christians Schicksal zu erhalten. Das Ende ist schmerzlich und beinhaltet einen großen Wahrheitsgehalt. Es vermittelt eine innere große Stärke trotz erfahrenen Grauens. Ein klein wenig Kitsch am Ende vermittelt Hoffnung und Neubeginn. Insgesamt ein wunderbares Buch, welchem ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Eines meiner Highlights 2018. Vielen Dank dafür. Es wird noch einige Zeit Nachwirkungen haben.

Bewertung vom 15.08.2018
Vox
Dalcher, Christina

Vox


ausgezeichnet

"Vox" beinhaltet eine Story, die sich in kein Genre einordnen lässt, da es Dystopie, Thriller und auch Roman miteinander vereint. Zudem macht es mich wütend, wie Frauen behandelt werden, da sie komplett in ihren Rechten beschnitten werden. Bitter war für mich zudem, dass die Autorin sich biblischen Versen bedient hat, die darauf hinzielen sollen, dass Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen. Dieses ist schon lange hinfällig, da die Verse im Kontext gelesen eine völlig andere Bedeutung haben. Nun sei es drum, die gewobene Story ist dennoch absolut gelungen und auch wenn mich das Handeln der Männer, Geistlichen und anderen Staatsoberhäuptern wirklich sauer gemacht hat, ist es keine Utopie, da in vielen Ländern der Welt Frauen in ihren Rechten beschnitten werden. Sie sind dazu da, den Haushalt zu führen und Kinder zu gebären. Ihre Stellung ist demütig und gehorsam zu nennen. Dieses als Aufhänger zu nutzen empfand ich als sehr gut und auch wenn es mich oftmals wütend gemacht hat zu lesen, dass selbst die Einschränkung der Worte genutzt werden, um Frauen ruhig zu stellen, war "Vox" insgesamt sehr gelungen. Es sind ja nicht nur die Frauen die bestraft werden, sondern auch Ehebrecher (hier aber nur die Frauen!) und Homosexuelle. Es soll eine "reine" Welt erschaffen werden. Wer "andersgläubig" ist und sich nicht zu den "Reinen" zählen lässt, wird ausgesondert, regelrecht selektiert. So ganz unbekannt ist dieses nicht, denn diesen Fanatismus hatten wir vor einigen Jahrzehnten innerhalb unseres Landes zu verbuchen, in denen Millionen von Andersgläubigen und Andersdenkende den Tod fanden. Für mich war es letztendlich ein Lesen zwischen den Zeilen, denn die Bestrafung eines jungen Mädchens, in der ihr die Haare abrasiert werden und sie öffentlich gedemütigt und angeprangert wird für ihre Verfehlung war für mich absolut schockierend.


Wie kann man sich aus den Fängen dieser Ungerechtigkeiten befreien? Gibt es Möglichkeiten und wie werden diese aussehen? Ist Flucht die Einzige Möglichkeit? Aber wie kann dies sein ohne Geld, Konto oder Pass? Frauen werden sozusagen entmündigt und das macht mich regelrecht wütend. Der Mann ist das Familienoberhaupt und die Frau hat sich zu beugen. Nicht einmal ein normales Kaffetrinken mit einer Freundin ist möglich, da nicht mehr als Hundert Worte gesprochen werden können. Selbst Gespräche mit den Kindern müssen dem Mann überlassen werden und selbst nonverbale Kommunikation ist unter Strafe gestellt. In "Vox" wird eine Welt erschaffen, die mich entsetzt und dennoch musste ich mich dieser Fiktion stellen mit der Hoffnung auf Veränderung. Diese tritt irgendwann ein und lässt mich leicht schadenfroh werden, denn die Grube die man(n) gegraben hat, ist tief und hat letztendlich wenig Erbarmen des Lesers / der Leserin für die Mächtigen dieser erschaffenen Welt. es ist doch klar, dass im Untergrund nach Lösungen gesucht wird. Männer die ihre Frauen lieben, können und dürfen nicht zulassen, dass ihre weiblichen Kinder und ihre Frauen behandelt werden wie Dreck. Es kommt zu einem Eklat, der Veränderungen hervorrufen kann, auch wenn es dabei zu Verlusten kommt. Ein echter Showdown, der überzeugt.

Ich vergebe eine Leseempfehlung an ein Buch, welches wütend macht, aber auch begeistert. ich war gefesselt, abgestoßen und dennoch fasziniert. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat ist sehr Frauenfeindlich, aber da es immer wieder Menschen gibt, die sich gegen das vorgeschriebene System wiedersetzen, ist "Vox" auch ein Buch der Hoffnung, wenngleich dieses erst im späteren Verlauf der Handlung sichtbar wird. Absolut gelungen!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.08.2018
Die beste meiner Welten
Mastai, Elan

Die beste meiner Welten


sehr gut

"Die beste meiner Welten" ist sehr wissenschaftlich belegt, was mitunter den Lesefluss etwas gestört hat, ansonsten ist es eine solide Story, die amüsante Momente aufweist und durch die direkte Ansprache an den Leser so wirkt, als wäre der Roman nur für mich geschrieben worden. Ich habe es als sehr persönlich wahrgenommen und mir oftmals die Frage gestellt, wie es wäre, wenn ich die Zeit ändern könnte, um Dinge zu verändern? Tom / John, der Protagonist dieses Romans ist nicht immer sympathisch, da er egoistisch wirkt und oftmals wenig liebenswert. Es dauert lange, bis man mit ihm warm wird und dann folgen wieder Begebenheiten oder Aussagen, die mich dazu verleiten würden, ihm ganz gewaltig in den Hintern zu treten, um ihn zur Vernunft zu bringen. Ein Antiheld sozusagen, dem echtes Potential fehlt, wobei dieses natürlich für den Roman enorm wichtig ist, damit das Ende auf den Leser einwirken kann. Das Ende reißt meine geteilte Meinung noch einmal so richtig rum, da die Botschaft wirklich wertschätzend ist, wobei dieses dem Roman bis dahin gefehlt hat. Tom / John plätschert vor sich hin und weiß mit seinem neuen Leben nichts anzufangen. Sich auf Zeitreisen zu begeben kann halt auch gefährlich sein. Man befindet sich in einer anderen Zeit, trägt einen anderen Namen und wird komplett als verrückt gehalten. So wirkt Tom / John tatsächlich, denn die intensiven Selbstzweifel und Selbstgespräche werden auf Mitmenschen und Leser übertragen.

Ich brauchte einige Seiten, um mich auf den Roman einzulassen. Die direkte Anrede ist manchmal überfordernd und irritierend, ist aber ausschlaggebend für die Story. Es benötigte meinerseits eine leichte Anlaufzeit. Im Gesamteindruck hat der Autor mich dennoch überzeugt, denn diese Zeitreise ist definitiv anders, da der Protagonist seine innere Haltung ändert, was dann letztendlich doch begeistert. Da, wo ich mich zuvor leicht langweilte kommt dann doch noch etwas wie Spannung oder auch Emotionalität auf. Eine Leseempfehlung an ein Buch, welches anders war als erwartet, dadurch aber nicht schlechter, sondern geistreich und letztendlich auch wortgewandt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.