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Elchi130
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Essen

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Insgesamt 458 Bewertungen
Bewertung vom 12.12.2021
Der Schwur der Jagdlinge / Feuerblut Bd.1 (1 MP3-CD)
Fowler, Aisling

Der Schwur der Jagdlinge / Feuerblut Bd.1 (1 MP3-CD)


ausgezeichnet

Ich will mehr!

Zwölf lässt sich bei der Loge vom Jagdling zur Jägerin ausbilden. Dabei glänzt sie während der Ausbildung durch ihre Kampfkunst. Allerdings lassen ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu wünschen übrig. Als die Loge überfallen und die Mitschülerin Sieben entführt wird, begibt sich Zwölf auf das Abenteuer, Sieben zu befreien. Nach und nach trifft sie auf Hund, den Wächter der Loge, sowie auf Fünf und Sechs, die ebenfalls nach Sieben suchen. Sie schließen sich zusammen, um Sieben wiederzufinden…

Zu Beginn der Geschichte „Feuerblut – Der Schwur der Jagdlinge“ von Aisling Fowler fiel es mir schwer, die verstockte und sture Zwölf, die mit anderen Menschen nichts zu tun haben will, in mein Herz zu schließen. Ihre Streitereien mit Fünf sind gerade so an der Grenze. Noch ein wenig mehr und sie hätten mich genervt. Auch mit Sieben will Zwölf nichts zu tun haben. Sieben ist, genauso wie sie, eine Außenseiterin und versucht immer wieder Kontakt zu Zwölf aufzubauen. Als Sieben entführt wird, kann Zwölf Sieben jedoch nicht den Kobolden überlassen. Dieses Szenario fand ich sehr gut und überzeugend aufgebaut. Man merkt, dass Zwölf doch Kontakt zu Personen innerhalb der Loge aufgebaut hat, obwohl sie genau dies verhindern wollte.

Genauso, wie die Jagdlinge samt Wächter aufeinandertreffen und sich einander nach und nach annähern, geht es mir als Leserin auch. Immer mehr schleichen sich die Gefährten in mein Herz und ich beginne mit ihnen zu fiebern und zu leiden. Beim Lesen der Geschichte ist mir nicht einmal langweilig geworden. Das liegt daran, dass die Gruppe von einem Abenteuer ins nächste gerät. Sie begegnen vielen gefährlichen Fantasiewesen auf ihrer Reise und geraten laufend in Gefahr. Das hat die Geschichte sehr kurzweilig gemacht. Besonders gut gefallen hat mir zudem, dass das Buch zum Ende hin eine überraschende Wendung nimmt, die das sowieso schon hohe Tempo noch einmal steigen lässt.

„Feuerblut – Der Schwur der Jagdlinge“ ist ein tolles Buch und ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

Das Hörbuch besticht durch seinen Sprecher. Gelesen wird das Buch von Rainer Strecker, bekannt als Sprecher für Cornelia Funke. Zu Beginn war ich skeptisch, ob mir Rainer Strecker als Sprecher gefallen wird. Bei der Reckless-Reihe von Cornelia Funke empfinde ich ihn oft als hölzern. Doch bei dem Buch von Aisling Fowler hat er mich schnell überzeugt. Er hat den einzelnen Figuren Leben eingehaucht und hat die Actionszenen lebendig gesprochen. Mir fällt kein anderer Sprecher ein, der die Aufgabe besser hätte übernehmen können. Ich finde es positiv, dass das Buch nicht von einer Sprecherin gelesen wird, da diese eher das Genre der Romantik-Fantasy besetzen. Ein Sprecher mit einer zu jugendlichen Stimme hätte dem Hörbuch nicht das notwendige Standing verleihen können. Daher ist Rainer Strecker für mich genau die richtige Wahl.

Bewertung vom 05.12.2021
Meeressarg / Fabian Risk Bd.6
Ahnhem, Stefan

Meeressarg / Fabian Risk Bd.6


sehr gut

Typischer Ahnhem

Dunja Hougard will Kim Sleizner endlich zu Fall bringen. Doch der Polizeichef von Kopenhagen scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Aber auch er hätte nichts lieber, als Dunja endlich in seinen Fängen. Für Fabian Risk bricht derweil eine Welt ein. Wieder einmal bringt er seine Familie gegen sich auf, denn er kann erst Ruhe geben, wenn er seine Ermittlungen abgeschlossen hat. Dafür muss auch er sich nach Kopenhagen begeben.

Sehr lange habe ich schon darauf gewartet, dass das Duell zwischen Dunja Hougard und Kim Sleizner startet. In diesem Band „Meeressarg“ ist es endlich soweit. Und natürlich hoffte ich darauf, dass der Autor Stefan Ahnhem, Dunja als Siegerin aus der Geschichte hervorgehen lässt.

Das Buch startet sehr spannend. Die Geschichte wird über mehrere Erzählstränge geschildert. Dunja Hougard ist endlich soweit. Sie kann ihren Plan in die Tat umsetzen, sich an ihrem Feind Kim Sleizner zu rächen. Als Leserin kann ich ihr Vorgehen mitverfolgen und erlebe ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.

Währenddessen muss Fabian Risk einen weiteren Schicksalsschlag wegstecken. Doch er wäre nicht Fabian Risk, wenn er sich nicht in die Aufklärung der Tat festbeißen würde. Es hat mir auch in diesem Teil wieder sehr zugesetzt, zu sehen, wie Fabian in seiner Familie schon wieder gegen Windmühlen kämpfen muss und wie er stets auf verlorenem Posten steht.

Als in Kopenhagen ein Auto mit zwei Toten aus dem Meer gezogen wird, beginnt die Mordkommission zu ermitteln. Der neue Teamleiter Hesk setzt alles daran, die Tat schnell aufzuklären. Hier hat mir besonders die Entwicklung von Hesk und später des gesamten Teams sehr gefallen. Wirken sie zu Beginn eher wie Lemminge, die stets machen, was der Polizeichef Kim Sleizner will, entwickeln sie in der weiteren Erzählung einen eigenen Willen und auch das Können, um ein Verbrechen aufzuklären.

Die ersten 300 Seiten hat mich das Buch völlig in seinen Bann gezogen. Ich fand es spannend, habe mitgerätselt, mitgefiebert und mitgelitten. Doch dann, als die meisten Fragen geklärt waren, setzt das Buch zu einem sehr langen Showdown an. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich immer mal wieder ändert, wer die Katze und wer die Maus ist. Doch insgesamt habe ich das Buch ab da eher langatmig und zäh gefunden. Der Autor schafft es zwar noch, mit kleinen Überraschungen aufzuwarten, aber die Spannung der ersten Hälfte habe ich nicht mehr gefunden.

Was mich zum Teil gestört hat, waren die Brutalität und die blutreichen Beschreibungen. Hier hätte ich mir mehr Zurückhaltung gewünscht. Die Kämpfe und Überfälle hätte man auch mit weniger Blut, Ekel erzeugenden Szenen und Gewalt beschreiben können.

Ganz deutlich konnte ich im 6. Teil der Fabian-Risk-Reihe die Handschrift von Stefan Ahnhem wiederfinden. Das betrifft sowohl den Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Aber auch im Handlungsaufbau und in den Wendungen ist der Autor ganz deutlich zu erkennen

Fazit: ich habe bekommen, was ich erwartet habe. Es wäre jedoch besser gegangen.

Bewertung vom 29.11.2021
Late Night / Unter Haien Bd.1
Welling, Nora

Late Night / Unter Haien Bd.1


sehr gut

Nora Welling schreibt einfach toll

Der erfolgreiche Selfmade-Millionär Ruben Stephanski ist Teil der TV-Show Unter Haien. Hier suchen Jungunternehmer nach Investoren, die sie und ihre Ideen beim Unternehmensstart unterstützen. Die junge Programmiererin Louisa hat ein Programm entwickelt, das Autisten die Kommunikation erleichtern soll. Ruben ist sowohl von der Idee als auch von Louisa überzeugt und bietet ihr an, ein Jahr lang ihr Mentor zu sein. Obwohl beide versuchen, ihre geschäftliche Professionalität zu wahren, kommen sie sich doch unweigerlich näher…

Nora Welling gelingt auch in ihrem neuen Buch „Late Night – Unter Haien“ wieder der Spagat zwischen einer schönen Liebesgeschichte und der Vermittlung tiefgründiger, ernster Themen. Sie zeigt uns, welchen Preis Workaholics für den Ruhm und den Erfolge zahlen können. Wir können sehen, wie unterschiedlich die Kommunikation von Menschen aus dem Autismusspektrum und aus dem Bereich der Neurotypiker ist. Zudem dürfen wir an einer Liebesgeschichte teilhaben, die nicht in dem Bereich der Märchen fällt, sondern sich an der Realität orientiert.

Sehr gut gelungen ist auch die Darstellung von Louisa. Ist sie zu Beginn noch unerfahren und unsicher auf dem Parkett der Arbeitswelt, findet sie nach und nach in ihre Rolle hinein und lernt es, selbstbewusst aufzutreten und für sich und ihr Produkt einzustehen, indem sie anderen klare Grenzen setzt.

Der Schreibstil der Autorin ist einnehmend, sowohl für die Geschichte als auch für die Figuren. Es macht Spaß, sich in der beschriebenen Welt zu verlieren, was an den tollen Einfällen der Autorin liegt. So schafft sie es, aus einem hektischen und anstrengenden Büroalltag durch innovative Ideen und spielerische Elemente einen Platz zu erschaffen, an dem ich als Leserin sehr gerne meiner Arbeit nachgehen würde. Die Ideen, wie unser Leben nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet werden könnte, haben mir ebenfalls super gefallen.

Das Besondere an den Büchern der Autorin ist, dass sie versucht, uns eine Geschichte zu erzählen, die sich an der Wirklichkeit orientiert. Dadurch schafft sie persönliche Nähe zu den Figuren. Diese Figuren haben zudem mit realen Problemen zu kämpfen, die auch in unserem Leben auftreten könnten. In diesem Buch haben diese Schwierigkeiten, mit denen die Protagonisten zu kämpfen hatten, jedoch so viel Raum eingenommen, dass mir die Liebesgeschichte zu sehr in den Hintergrund getreten ist. Zudem hätte mir eine Sexszene genügt. Dafür hätte ich lieber noch eine Szene gelesen, in der die Verbundenheit, Nähe und Gefühle der beiden Liebenden verdeutlicht worden wären.

Fazit: Alles im Allem eine schöne Geschichte, die ernste Themen behandelt, tolle Ideen aufweist. Für mich hätte lediglich die Liebesgeschichte noch weiter im Vordergrund stehen dürfen.

Bewertung vom 28.11.2021
In ewiger Freundschaft / Oliver von Bodenstein Bd.10
Neuhaus, Nele

In ewiger Freundschaft / Oliver von Bodenstein Bd.10


ausgezeichnet

Hat alles, was ich mir von einem guten Krimi wünsche

Die neuesten Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein in die Verlagswelt. Heike Wersch, war bis vor kurzem Programmleiterin beim Traditionsverlag Winterscheid. Doch nach ihrer fristlosen Kündigung teilt sie gegen ihren früheren Arbeitgeber und einen ihrer erfolgreichsten Schriftsteller aus. Als sie spurlos verschwindet, beginnen Sander, Bodenstein und das Team zu ermitteln und müssen bald feststellen, dass sie in ein Wespennest gestochen haben…

Für mich ist „In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus einer der besten Kriminalromane, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Das Privatleben von Oliver Bodenstein gestaltet sich immer schwieriger und nimmt einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit in Anspruch. Die privaten Probleme des Kommissars fand ich jedoch genauso spannend, wie den Kriminalfall, den uns die Autorin präsentiert.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Ermittlungen im Verlagswesen stattfinden und ich als Leserin einen kleinen Einblick in die Welt von Schriftstellern, Literaturagenten und Verlagen erhalten habe. Hier Mäuschen zu spielen fand ich genauso spaßig, wie die Anspielungen auf die Krimis von Pias Exmann, Dr. Henning Kirchhoff, der nach seinem großen Erfolg „Eine unbeliebte Frau“ vor der Veröffentlichung seines zweiten Buches steht.

Doch losgelassen hat mich das Buch nicht mehr, weil die Autorin uns viele Verdächtige und mindestens ebenso viele Fährten präsentiert. Dabei erscheint jede Figur, die Heike Wersch kannte, verdächtig und alle Beteiligten scheinen ein gutes Motiv zu haben, sich an ihr zu rächen. Wir dringen nach und nach immer tiefer in die Verwicklungen des Verlages und das Netz der langjährigen Freundschaften von Heike Wersch ein. Schnell wird klar, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Durch raffinierte Winkelzüge treibt die Autorin die Handlung immer weiter vorwärts und hält somit ein stets hohes Niveau der Spannung. Ein Weglegen des Buches wurde mir dadurch unmöglich gemacht.

Besonders die Verbindung zu den Ereignissen in der Vergangenheit war faszinierend. Die Auflösung der Rätsel hat mir sehr gut gefallen und zeigte noch einmal die Verstrickungen der Figuren untereinander.

Fazit: Unbedingt lesen!

Bewertung vom 20.11.2021
The Sky in your Eyes (MP3-Download)
Mohn, Kira

The Sky in your Eyes (MP3-Download)


gut

Die weibliche Hauptfigur war sehr anstrengend

Nachdem ihre erste Beziehung gescheitert ist, zieht Elin wieder bei ihren Eltern ein. Sie ist am Boden zerstört, weil ihr Expartner Daniel ihr Selbstwertgefühl konsequent zerstört hat. Denn Elin ist dicker als der Durchschnitt und die Diskriminierung lauert an jeder Ecke. Als sie bei einem Kochkurs Jon kennenlernt, steckt sie zwischen dem Wunsch nach Liebe und der Angst vor einer erneuten Zurückweisung fest.

Bereits seit der Leuchtturm-Trilogie liebe ich die Bücher von Kira Mohn. Sie verbindet gefühlvolle Liebesgeschichten mit Traumorten und gesellschaftlich wichtigen Themen. Auch hier war ich zu Beginn des Hörbuches sehr angetan von den Themen. Wir erleben Elins Selbstzweifel und ihre verzerrte Selbstsicht aus ihren Gedanken. In diese Gedankenwelt lässt uns Kira Mohn tief blicken. Das ist sehr gut und wichtig. Elin kann ihren Körper nicht so akzeptieren, wie er ist. Sie schämt sich, dass sie dick ist und einfach nicht dem Ideal entsprechen kann, das sie für perfekt hält. In ihren Gedankengängen konnte ich mich sehr gut wiederfinden. Ich denke, gerade Frauen kämpfen oft mit dem Gefühl, nicht zu genügen, nicht gut genug, nicht liebenswert zu sein. Diese Gefühlswelt hat die Autorin gut getroffen und perfekt herausgearbeitet. Typisch war auch, dass Elin die verletzenden Aussagen ihres Umfeldes wie einen Schwamm aufsaugt, den Fehler stets bei sich sucht, anstatt den Fehler beim Gegenüber zu suchen. Denn, was jemand über dich sagt, sagt mehr über den anderen als über dich aus.

Manchmal ist es mir aufgrund des Hörbuches schwer gefallen, herauszufinden, was Elin nur gedacht und was sie ihrem Gegenüber laut gesagt hat. Da jedes Gespräch mit anderen Menschen umgeben war von ihren Gedanken. Gewünscht habe ich mir oft, dass sie ihre Umwelt an ihren Gedanken teilhaben lässt. Gerade Jon ist für mich ganz klar ein Held, denn er lässt sich von Elins Schweigen und nicht ausgesprochenen Gedanken nicht vertreiben. Ich hätte das Handtuch geworfen angesichts der widersprüchlichen Handlungen Elins und ihrer verstockten Art. Das war dann auch im Verlauf der Geschichte immer mehr mein Problem mit dem Buch. Elin steckt in Grübelschleifen fest, redet sich alles und jeden schlecht, redet jedoch nicht mit ihren Mitmenschen über ihre Gedanken, Erfahrungen und Probleme. Das Verhalten von Elin habe ich als so extrem empfunden, dass ich mehrfach überlegt habe, die Geschichte abzubrechen. Es war einfach unerträglich für mich.

Meiner Ansicht nach hat die Autorin es mit der Nabelschau zu weit getrieben. Die innere Zerrissenheit, die fehlende Selbstliebe und die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, sind mir als Leserin schnell klar gewesen. Von der Autorin ständig darauf aufmerksam gemacht zu werden, hat mir einfach die Freude an der Geschichte genommen.

Gerettet hat für mich „The sky in your eyes“ eindeutig Jon. Er war einfach fantastisch, voller Empathie, Verständnis und positiven Gefühlen. Die Szenen, die die Stunden des Kochkurses beschrieben haben, waren wundervoll und haben mir sehr viel Spaß bereitet.

Die Sprecherin Dagmar Bittner kenne und liebe ich bereits aus anderen Hörbüchern. Sie war, wie üblich, auch bei diesem Hörbuch toll. Ich mag ihre Art zu lesen und den Figuren Leben einzuhauchen. Für mich ist sie immer eine gute Wahl und ich freue mich stets, wenn ich sehe, dass sie ein Hörbuch liest. Da greife ich dann gerne zu.

Bewertung vom 20.11.2021
Die Schönheit des Himmels
Biasini, Sarah

Die Schönheit des Himmels


weniger gut

Ich verstehe nicht, warum die Autorin daraus ein Buch gemacht hat

Sarah Biasini, die ihre berühmte Mutter, Romy Schneider, im Alter von 4 Jahren verloren hat, erwartet nun ihr erstes Kind. Dabei beschäftigt sie sich mit ihrer Rolle als Tochter und der als Mutter. Um ihrer Tochter etwas zu hinterlassen, fängt sie an, diese Gedanken für ihre Tochter aufzuschreiben.

Ich war sehr gespannt darauf, wie es ist, als Tochter eines Stars aufzuwachsen. Besonders neugierig war ich darauf, zu erfahren, was macht es mit dem Mädchen und später der Frau, wenn diese berühmt Mutter früh gestorben ist und die eigenen Erinnerungen kaum vorhanden sind. Doch schnell habe ich gemerkt, dass ich hierauf nur wenige Antworten erhalten werde. Oft muss ich eher zwischen den Zeilen lesen.

Sarah Biasini leidet darunter, dass alle Welt sie auf ihre Mutter anspricht. Jeder Mensch scheint eine ganz eigene Beziehung zu Romy Schneider zu haben und ihr diese mitteilen zu wollen. Nur sie, die Tochter, hat kaum Bezüge zur berühmten Mutter. Als Spätgebärende wird die Autorin schwanger und setzt sich daraufhin mit ihrer verstorbenen Mutter, ihrer Großmutter, die sie aufgezogen und geliebt hat wie eine Mutter und mit ihrer eigenen Rolle als Mutter auseinander. Das macht sie in Texten an ihre erst ungeborene und nun kleine Tochter. Diese Texte, die sich lesen wie Tagebucheinträge hat sie nun veröffentlicht. Doch warum tut sie dies, wenn sie doch gerade darunter leidet, dass sie in der Öffentlichkeit ständig auf ihre Mutter angesprochen wird? Warum tut sie dieses Schicksal auch ihrer Tochter an, indem sie die intimen Gedanken für ihre Tochter mit der ganzen Welt teilt? Das ist für mich vollkommen unverständlich. Was verspricht sie sich davon?

Doch genauso stelle ich mir die Frage, warum veröffentlicht ein Verlag diese Tagebucheinträge bzw. Briefe an die Tochter? Als Grund kann ich mir nur vorstellen, dass sich das Buch der Tochter einer berühmten Schauspielerin gut verkaufen lässt, egal, um was es geht. Auf dem Buchrücken gibt es auch sofort den Hinweis, dass Sarah Biasini die Tochter von Romy Schneider ist. Genau das hat ja auch mein Interesse an dem Buch geweckt. Ich wollte einfach wissen, wie es ist, im Schatten einer so bekannten Frau aufzuwachsen oder im Verlust dieser Berühmtheit groß zu werden.

Das Buch bietet tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Autorin. Diese sind meiner Ansicht nach für Verlage nur interessant, weil die Autorin eine berühmte Mutter hat. Von keinem Ottonormalbürger würden solche Schriften das Interesse eines Verlages erwecken. Für mich war das Buch leider kaum interessant, meine Erwartungen wurden nicht erfüllt, meine Neugierde nicht gestillt. Das Buch kann man nach meiner Ansicht getrost ungelesen in der Buchhandlung liegen lassen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.11.2021
Dance into my World / Move District Bd.1 (MP3-Download)
Haase, Maren Vivien

Dance into my World / Move District Bd.1 (MP3-Download)


gut

Leider nur Durchschnitt

Jade flieht aus der Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist, nach New York, um dort noch einmal neu anzufangen. Um sich über Wasser zu halten, jobbt sie in einem Cafe, indem sie ihre Kollegin Olivia kennenlernt, die schnell zu einer guten Freundin wird. Olivia ist Tänzerin und verbringt jede freie Minute im Move-District-Studio, wo sie auch Tanzunterricht erteilt. Nach anfänglichem Zögern begleitet Jade sie und wird schnell süchtig nach den Tanzkursen. Hier begegnet sie Austin. Doch kann sie ihm trauen, nachdem, was sie in ihrer Heimatstadt erlebt hat?

Ich mag Liebesgeschichten, die in der Welt der Kunst spielen und „Dance into my world“ von Maren Vivian Haase hörte sich von der Kurzbeschreibung her sehr vielversprechend an. Doch leider war ich in weiten Teilen von der Protagonistin genervt.

Jade ist ein einziger Komplex. Sie zweifelt an sich, ihrem Können, ihrem Leben und allem, woran man zweifeln kann. Leider bleibt ihr das mangelnde Selbstvertrauen bis zum Schluss des Buches erhalten. Zudem wiederholt sie in Gedanken gebetsmühlenartig, dass ihr in ihrer Heimat etwas Schlimmes passiert ist, sie früher anders war usw. Normalerweise stören mich Wiederholungen nicht sonderlich. Aber in diesem Buch wird das Mittel wirklich übertrieben. Es steigert nicht die Neugierde oder Spannung, sondern nervt und sorgt dafür, dass mein Interesse an dem „Was ist denn passiert“ erlahmt.

Zudem füllt die Autorin die Seiten mit einer endlosen Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten. Alle Räume, die betreten werden, müssen bis ins kleinste Detail beschrieben werden, ebenso wie die alltäglichen Dinge, die jeder Mensch täglich verrichtet, z. B. Tee trinken, Pizza essen. Auch an den uninteressanten Gedankensprüngen ihrer weiblichen Hauptfigur haben wir Anteil und erfahren genau, was sie zu ihren Haaren meint, was an ihnen stimmt und was nicht.

Gerettet hat das Buch für mich die wirklich süße Liebesgeschichte und der männliche Protagonist. Austin ist einfach Zucker und tut der Geschichte unglaublich gut. Genau solche Typen braucht das Land. Auch als Paar sind die beiden einfach toll und das Knistern ist bei mir angekommen.

An die Sprecherin Funda Vanroy musste ich mich erst gewöhnen. Gerade zu Beginn des Hörbuchs betont sie die einzelnen Wörter überdeutlich. Im weiteren Verlauf ist mir das nicht mehr aufgefallen. Allerdings kann ich nicht sagen, ob sie sich zu Beginn einfach einlesen musste oder ob ich mich an ihre Art gewöhnt hatte. Im weiteren Verlauf war sie okay für mich, jedoch auch nichts Besonderes.

Da mich die Liebesgeschichte überzeugen konnte, werde ich auch die nächsten beiden Teile lesen. Besonders auf die Geschichte von Olivia und Dax bin ich sehr gespannt.

Bewertung vom 18.11.2021
Der Anschlag auf Dulgath (Riyria-Chroniken, Bd. 3)
Sullivan, Michael J.

Der Anschlag auf Dulgath (Riyria-Chroniken, Bd. 3)


sehr gut

Hat mich nicht so begeistert wie die anderen Bände

Der dritte Band der Riyria Chroniken führt Royce und Hadrian aus dem Norden ganz in den Süden des Reiches. Auf die Gräfin Nysa Dulgath sind bereits drei Attentate verübt worden. Riyria werden nun angeheuert, um weitere Anschläge zu verhindern, indem sie vorhersagen, wie diese am besten durchzuführen sind…

Ich liebe die Riyria Bände für ihren leichten, humorvollen Schreibstil. Sie lassen sich mit einer Leichtigkeit lesen, dass ich immer den Eindruck habe, geradezu durch die Seiten zu fliegen und dabei jede Menge Spaß zu haben. Und genau das fehlte mir in dem neuen Buch „Der Anschlag auf Dulgath“ von Michael J. Sullivan. Ich habe den Schlagabtausch zwischen Royce und Hadrian vermisst. Dieser war zwar teilweise vorhanden, allerdings fand ich ihn nicht so lustig wie sonst.

Die Geschichte startet gemächlicher. Es gibt eine längere Einführung in den Landesteil, den die beiden Meisterdiebe bereisen. Wir lernen die Menschen vor Ort erst ausführlich kennen, bevor die Erzählung an Tempo aufnimmt. Mir fehlte es einfach an Spannung, stattdessen erlebe ich eine Ernsthaftigkeit, die ich nicht erwartet habe.

Intrigen werden aufgebaut, die mich als Leserin jedoch nicht überraschen, sondern genau meinen Erwartungen entsprechen. Deshalb fehlte mir auch hier die Spannung. Zudem hat der Autor mehr Fantasieelemente in das Buch eingebaut, als ich es bisher von ihm kannte. Obwohl die Riyria Serien dem Fantasie-Genre zuzuzählen sind, habe ich die Entwicklungen hier allerdings als zu dick aufgetragen empfunden.

Durch das Buch habe ich wieder viel über die beiden Hauptfiguren erfahren, was ich noch nicht wusste. Die Riyria Chroniken sind als Prequel zu der Riyria Reihe angelegt. Wir haben erfahren, wie sich Royce und Hadrian kennengelernt haben, wie Riyria entstanden ist, wer sich in wen verliebt hat usw. Dadurch erhalten wir viele Hintergrundinformationen zu der Hauptreihe. Das ist unglaublich toll und macht sehr viel Spaß – und genau das habe ich auch in diesem Band wieder sehr genossen.

Fazit: Auch wenn mich der dritte Band der Riyria Chroniken nicht so begeistern konnte, wie die anderen Bücher aus der Riyria Welt, ist es trotzdem ein gutes Buch und für Fans von Hadrian und Royce ein Muss.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.11.2021
Nico - Die Sängerin der Nacht / Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe Bd.19
Roth, Mari

Nico - Die Sängerin der Nacht / Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe Bd.19


gut

Schnell und gut zu lesen

Die Autorin Mari Roth widmet sich im Roman „Nico – Die Sängerin der Nacht“ dem Leben von Christa Päffgen, Künstlername Nico. Nico, 1938 geboren, wird in den 50er/60er Jahren das erste Supermodel Deutschlands. Sie geht nach Paris, um international bekannt zu werden. Als ihr das Modeln keinen Spaß mehr macht, will sie in New York Sängerin werden.

Der Schreibstil sorgte dafür, dass ich das Buch gut lesen konnte und auch schnell durch die Seiten geflogen bin. Die Autorin hat es geschafft, dass ich immer wissen wollte, was als Nächstes passiert und wie das Leben von Nico weitergeht. Das ist nach meiner Ansicht eine Leistung, denn Christa Päffgen bzw. Nico war mir von Anfang an nicht sonderlich sympathisch und im Laufe des Buches konnte ich immer weniger mit ihr anfangen.

Als Kind in Nazideutschland zeigt sie empathische Züge, als sie z.B. einem jüdischen Kind in einem Bahnwagon einen Apfel durch die Stäbe reicht. Als sie nach dem Krieg mit ihrer Mutter nach Berlin zurückkehrt, wird meine Distanz als Leserin zu ihr immer größer. Sie träumt davon, etwas Besonderes zu sein und verfolgt diesen Traum mit sehr viel Naivität. So steigt sie z.B. zu Männern ins Auto, die ihr vollkommen unbekannt sind. Doch sie hat Glück, wird entdeckt, kann ihren Traum leben.

Doch der weitere Lebensweg kommt mir selten bewusst gewählt oder geplant vor. Ihre Naivität und fehlende Bildung werden immer wieder deutlich. Sie führt ein Leben mit ständig wechselnden Liebhabern, dem Konsum jeglicher Art von Drogen, die ihr angeboten werden, und ohne Plan oder Struktur.

Sie lebt die Kunstfigur Nico, wirkt dabei innen hohl, rennt dem äußeren Schein nach. Auch ihre Beziehungen wirken sehr oberflächlich – zu den Männern, mit denen sie Affären hat sowieso, aber auch bei Menschen, die sie Freunde nennt, konnte ich keine Tiefe finden. Wiederholt wird sie im Buch als die schönste Frau der Welt bezeichnet und als Aushängeschild für die berühmtesten Männer der Welt zur Schau gestellt.

Ob Christa Päffgen tatsächlich ein oberflächlicher, nur an sich selbst denkender Mensch gewesen ist, kann ich nach der Lektüre des Buches nicht beurteilen. Sie wirkt in dem Roman „Nico – Die Sängerin der Nacht“ so. Es kann natürlich auch sein, dass die Autorin es nicht geschafft hat, dem Menschen Christa Päffgen mehr als oberflächliches Leben einzuhauchen.

Fazit: Ich habe das Buch mit Interesse gelesen und viel im Internet gesurft, um mir die Leben der Menschen anzuschauen, die ihren Weg kreuzten. Eine Hommage an den Star Nico ist das Buch jedoch nicht, denn sie erscheint mir als Leserin unsympathisch. Dieser Eindruck steigert sich im Laufe der Geschichte noch, sodass ich den früheren Wirbel um ihre Person nicht verstehen kann.

Bewertung vom 06.11.2021
Ohne festen Boden
Pätzold, Rike

Ohne festen Boden


sehr gut

Mehr Sach- als Selbsthilfebuch

Die Autorin hat mit ihrem Buch „Ohne festen Boden – Wie wir mit Ungewissheit besser umgehen und warum wir sie brauchen“ ein Buch geschrieben, das sich mit spannenden Themen auseinandersetzt. Sie zeigt uns, warum mehr Ungewissheit für mehr Auswahl im Leben und dadurch für ein interessanteres Leben sorgt. Sie zeigt uns, dass es die absolute Sicherheit nicht gibt und das Leben nur bis zu einem gewissen Grad planbar ist – und warum das gut so ist.

Das Buch bietet viele Fußnoten und Literaturhinweise. Im Laufe des Buches sind immer mehr Bücher auf meiner Wunschliste gelandet, die ich unbedingt lesen möchte. Zum einen, um das Thema von Rike Pätzold zu vertiefen, aber auch, um neue Eindrücke zu gewinnen, noch mehr über die angeschnittenen Themen zu lernen und dadurch hoffentlich auf weitere spannende Literatur zu stoßen. Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem so durchgängig mit Quellenangaben gearbeitet wurde. Das hat mich begeistert.

Der Inhalt von „Ohne festen Boden“ hat mir sehr viele Denkanstöße geliefert und hat mich neugierig auf die vielen Themen des Buches gemacht. Oft lebt man sein Leben einfach, ohne sich großartig Gedanken über das „Wie“ zu machen. Dieses Buch regt dazu an, die Art und Weise, wie wir leben zu durchleuchten.

Unter dem Titel des Buches habe ich mir ein Selbsthilfebuch vorgestellt. Schnell habe ich jedoch festgestellt, dass es ein Sachbuch ist, das eher anstupsen will als konkrete Hilfe anzubieten. Die Autorin liefert jedoch viele Beispiele aus ihrem Leben und ihrer Segeltour um die Welt, um uns ihre Thesen zu verdeutlichen. Das lockert das Lesen sehr auf und vermittelt Nähe zum eigenen Leben.

Ein gelungenes Sachbuch, das mir die Chance zu Veränderungen in meinem Leben bietet, gute Hintergrundinformationen liefert und mich auf weitere Literatur zur Vertiefung der Themen aufmerksam macht.