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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 05.08.2018
Undying - Das Vermächtnis
Spooner, Meagan;Kaufman, Amie

Undying - Das Vermächtnis


sehr gut

"Undying - Das Vermächtnis" erzählt eine recht außergewöhnliche Story über den Planeten Gaia. Dort sind Schätze vorhanden, die noch nicht entdeckt und geplündert worden sind. Die Gefahr, die es beinhaltet den Schatz zu bergen ist erkannt, aber nicht ernst genommen worden. Stattdessen wirft man den Unruhestifter ins Gefängnis, was dazu führt, dass sich dessen Sohn auf die Reise macht, um die Weste seines Vaters reinzuwaschen. Jules ist ein sehr schlaues Köpfchen und gemeinsam mit Amelia gelingt ihnen mehr, als anderen zuvor. Gaia ist gefährlich und die Rätsel tödlich, wenn sie nicht richtig gelöst sind. Indiana Jones in Space, absolut gelungen, auch wenn Science Fiction nicht meine bevorzugte Genre ist, flog ich förmlich durch das E-Book und war regelrecht fasziniert von dieser erschaffenen Welt.



Abenteuerlich und oftmals brutal eröffnet "Undying - Das Vermächtnis" den Auftakt eines Zweireihers. Mir kam das Ende des ersten Bandes sehr abrupt, denn meine Neugier war sehr groß, denn mich interessierte sehr, welche Gefahren für die Erde nun entfesselt wurden. Gaias Bewohner erscheinen klug und ihrer Zeit voraus, daher ist nun alles möglich und die Neugier des Lesers, der Leserin geschürt. Ist das Erbe der Untoten wirklich Rettung oder doch eher Fluch?



Faszinierend ist, wie schnell sich Amelia und Jules einander annähern, wobei dieses natürlich vorhersehbar war. Sie ergänzen sich in der Lösung der Rätsel und dem Überleben. Diese beiden doch sehr unterschiedliche Protagonisten sind wunderbar gezeichnet und Amelias Plan scheint auch vorerst aufzugehen, denn sie hat eine eigene innere Mission zu erledigen, die mehrfach zu scheitern droht. Persönliche Problem in dieses Abenteuer zu verpflanzen macht den Roman menschlicher, ansonsten wäre es mir zu wenig emotional geworden. Abenteuerlich reicht mitunter einfach nicht aus, wenn Protagonisten zu blass erscheinen würden. In "Undying - Das Vermächtnis" ist es genau angemessen. Auch die emotionale Ebene ist abgedeckt und glaubhaft dargestellt, auch wenn die erschaffene Welt mitunter wenig glaubwürdig erscheint und mitunter auch überfordert. Dieser starre Kampf nach Lösungen zu suchen und die Erkenntnis der Gefahr gegenüber, die auf Gaia lauert ist interessant dargestellt und wirkten auf mich äußerst positiv, wobei ich manche Situationen als zu brutal empfunden habe. Letztendlich entwickelt es sich zu einem Überlebenskampf.



Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an diesen äußerst faszinierenden Science Fiction Roman, der durch viele interessante Begebenheiten nicht langweilig wurde. Meine Neugier auf den zweiten Band ist definitiv erwacht.

Bewertung vom 31.07.2018
Der Schatten
Raabe, Melanie

Der Schatten


ausgezeichnet

Suggestion Deluxe

Da mir "Die Falle" und auch "Die Wahrheit" der Autorin sehr zusagten, war ich natürlich höchst erfreut über die Zusage des Bloggerportals den neusten Thriller lesen zu dürfen. Dieser stand auch nicht lange im Regal, da ich sehr neugierig darauf war, was der Feder der Autorin entsprungen ist. Meine Begeisterung versuche ich nun in Worte zu fassen, da ich auch dieses Mal sehr fasziniert von der Wandlung der Story war, die für mich völlig unvorhersehbar war. Ich habe schon lange nicht mehr einen Thriller gelesen, dessen Ende ich mir schnell möglichst herbeigesehnt habe. Ich flog förmlich durch die Seiten, um die Wahrheit der Suggestion zu erkennen, denn darum geht es letztendlich. Viele Zufälle oder Begebenheiten führen dazu, dass Norah sich vor dem 11. Februar fürchtet, denn es ist ihr vorausgesagt, dass sie an diesem Tag am Prater einen Menschen ermorden wird. Was unglaublich klingt zieht sich nun wie ein roter Faden durch die Story und es ist nicht erkennbar, wer hier die Fäden in den Händen hält. Irgendwann ist Norah so voller Hass, dass es nur logisch erscheint, dass sie Arthur Grimm töten wird. Es war für mich äußerst spannend zu sehen, wie leicht wir Menschen beeinflusst werden können und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Ich fand die Grundidee und auch die sich langsam aufbauende Spannung ideal für meinen Lesefluss. Der Strudel der Manipulation in dem sich Norah befindet ist gigantisch und sehr beklemmend. Es zeigt sich, dass Norah mit ihrer Vergangenheit nicht abgeschlossen hat und der Mord an Arthur Grimm einer Erlösung gleich kommen soll. Die Grundstimmung ist und bleibt bis zum Ende düster, dennoch ist das Ende wirklich genial, da ich mit einem anderen Ausgang gerechnet hätte. Brutaler und wenig menschenwürdig, aber es ändert sich alles und für einige Menschen wird damit Heilung der Seelenqualen offenbar. Man nehme einen von sich komplett überzeugten Menschen, der scheinbar nur sich selbst liebt, andere um den Finger wickelt und damit dafür sorgt, dass jemand anderes kurz davor ist durchzudrehen. Dies ergibt einen Thriller der mich wirklich von der ersten Seite begeistern konnte und daher eine Leseempfehlung wert ist. Für mich war alles ausgewogen und nahezu perfekt. Vielen Dank dafür!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2018
Anna Forster erinnert sich an die Liebe
Hepworth, Sally

Anna Forster erinnert sich an die Liebe


ausgezeichnet

"Anna Forster erinnert sich an die Liebe" ist ein Roman, der Alzheimer Demenz in den Fokus rückt, dabei aber nicht erdrückt, sondern auf liebevolle Art und Weise die verschiedenen Stadien der Erkrankung benennt und um eine Liebesgeschichte webt. Ich empfinde den Titel des Buches als sehr passend ausgewählt.
In verschiedenen Perspektiven und diversen Rückblenden wird das Leben von Anna, dem jungen Mann und auch Eve und ihrer Tochter Clementine berichtet. Eve hat alles verloren und steht vor einem großen Scherbenhaufen. Um ihre Tochter weiterhin zu versorgen, bewirbt sie sich in der Wohneinrichtung, in der Anna lebt. Anna hat Eve gleich zu Beginn um Hilfe gebeten und damit einiges losgetreten, denn Eve ist eine sehr empathische Person, an der das Leben der Bewohner nicht spurlos vorüber geht. Vielleicht ist es auch ihr eigenes Erleben, welches sie dahin führt ein Helfersyndrom zu entwickeln? Das schwere Päckchen welches Eve zu tragen hat, könnte mutlos machen, aber Eve schafft es eine Wende in ihrem Leben zu erreichen, auch wenn es den Verlust ihres vorherigen Reichtums, ihres Mannes, zum Teil ihrer Würde und ihres Freundeskreis betrifft. Sie hat viel verloren, aber sie gibt nicht kampflos auf, lässt sich demütigen,um ihrer Tochter das gewohnte Umfeld beibehalten zu lassen. Clementine bietet selbst eine große Angriffsfläche für Mobbing und Ausgrenzung. Es ist ein hartes Schicksal, welches verarbeitet werden muss und die Wahrheit über ihren Vater erdrückend, aber dieses starke furchtlose Mädchen lässt sich nicht entwürdigen, sondern schafft es, sich für mich zu meinem Lieblingscharakter des Romans zu entfalten. Clementine wertet das Buch definitiv auf.
Warum aber "Anna Forster erinnert sich an die Liebe"? Warum ein Roman, der Alzheimer Demenz in den Vordergrund rückt? Vielleicht, um uns dahin gehend zu sensibilisieren, dass es auch Fälle der Erkrankung gibt, die vor dem 65 Lebensjahr beginnt und eine junge Frau aus ihrer gewohnten Umgebung und ihren Fähigkeiten reißen kann? Ich finde es als sehr gelungen mich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und zu erkennen, wie viel Potential und viele Momente des Erkennens vorhanden sind, bevor die Erkrankung Überhand nimmt. Die Wünsche des erkrankten Menschen sollten bestehen bleiben und nicht um Sorge um das Wohlergehen beschnitten werden. Natürlich bekommen wir ein Verständnis für Jacks Verhalten (Annas Zwillingsbruder), dennoch übernimmt er einfach zu viel Kontrolle, was bedeutet, dass er Anna nicht zu Wort kommen lässt und dadurch ihre Bedürfnisse nicht wahrnimmt. Eve ist es, die für Annas Wohlbefinden sorgt, was mich sehr beeindruckt. Auch wenn diese um ihren Job besorgt ist, nimmt sie Anna wahr und erkennt Dinge, die für andere zunächst unerkannt bleiben. Es zeigt sich, dass auch wenn das Gedächtnis nachlässt, die Liebe, das Gefühl von Geborgenheit bestehen bleibt. Liebe drückt sich nicht nur im sexuellen Bereich aus, sondern auch in einer Umarmung, einer Berührung oder die bloße Anwesenheit des geliebten Menschen.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an diesen besonders warmherzigen Roman, der mich berühren konnte und authentisch die Lebensgeschichten verschiedener Personen miteinander verknüpft hat.

Bewertung vom 31.07.2018
Sommer in Bloomsbury / Bloomsbury Bd.2
Darling, Annie

Sommer in Bloomsbury / Bloomsbury Bd.2


sehr gut

Während im ersten Band der Bloomsbury - Reihe das Überleben des Buchladens Booksends im Vordergrund steht, übernimmt im zweiten Band Verity das Kommando und durch ihren sehr interessanten Charakter macht es einfach Spaß in diese außergewöhnliche Liebesgeschichte einzutauchen. Ich konnte wunderbar entspannen und komplett in die Story eintauchen. Die Idee sich einen Freund zu erfinden, um nicht genervt zu werden (beinhaltet diverse Verkupplungsversuche von Freunden und Schwestern) und über seinen Singlestatus definiert zu werden ist sehr eigentümlich, was aber komplett zu Verity passt. Sie hat sehr viele Macken, die sie interessant machen, was zum einen an ihrer Erziehung als Pfarrerstochter zugrunde liegt, aber auch eine Autismus Spektrum Störung nachweisen lassen könnte. Dies ist aber reine Spekulation von mir und nicht erwiesen. Vielleicht liegt der Rückzug auch nur an ihrer sehr großen lauten Familie? Es ist wie es ist und Verity macht sich dadurch Besonders und Liebenswert. Sie, die normalerweise nur ihren Kater erträgt, kann sich auf Johnny einlassen, den sie ganz spontan als ihren neuen Freund ausgibt. Es kommt zu diversen Verwicklungen, denn dieser kann und will seine alte erste große Liebe nicht vergessen. Es ist wie eine Abhängigkeit, die durchbrochen werden muss, damit Johnny endlich für eine andere Frau offen sein kann. Womöglich ist es Verity? Die Verflossene ist regelrecht unangenehm und ich mag es ehrlich gesagt in Romanen, wenn auch negative, unsympathische Menschen ihren großen Auftritt haben. Immer nur nett ist auch im wahren Leben nur Utopie. Ich empfand den Roman als sehr gelungen und gerade am Strand in der Hitze war er genau die richtige Lektüre. Sehr gerne eine Leseempfehlung! Ich hoffe es gibt noch die eine oder andere Fortsetzung, da im Booksends wahnsinnig interessante menschen arbeiten deren Liebesgeschichten noch erzählt werden können. Ich wäre als Leserin definitiv gewonnen, denn es hat unglaublich Spaß gemacht Verity kennen zu lernen, ihre Eigentümlichkeiten zu verstehen und auch Posy und Sebastian wieder zu treffen. Insgesamt wirklich gelungen.

Bewertung vom 30.07.2018
Helle Tage, helle Nächte
Baier, Hiltrud

Helle Tage, helle Nächte


sehr gut

"Helle Tage, helle Nächte" erzählt die Lebensgeschichte zweier Frauen, die doch recht außergewöhnlich ist. Mir gefielen die ruhigen Töne sehr, denn der Roman wirkt trotz schwerer Schicksalsschläge nicht überladend. Es ist unterschwellig ein Roman, der sehr viel Trauer beinhaltet und ein Lügengespinst, welches erzählt werden muss, um Heilung zu finden oder die auch die Gewissheit in Frieden sterben zu können. Auch wenn der Roman sehr vorhersehbar ist, hat mich dieses nicht gestört. Ich hegte die Hoffnung auf ein angemessenes schönes Ende und fand dieses letztendlich auch. Auch dann, wenn klar wird, dass Anna ihre Krebserkrankung nicht überwinden kann. Überwinden kann sie hingegen ihre Lebenslügen und darauf baut der Roman letztendlich auf.

Ich empfand die Story rund um eine wundersame Liebesgeschichte sehr gelungen und harmonisch erzählt. Da die Erzählperspektiven sich abwechseln, baut sich auch ein gewisses Maß an Spannung auf, die sich durch den Roman zieht und dafür sorgt Anna und Frederike näher kennen zu lernen. "Helle Tage, helle Nächte" besticht durch seine leisen Töne und bescherte mir daher eine gelungene Urlaubslektüre, die angenehm zu lesen war und mich auch nachdenklich stimmte. Wie würde es mir ergehen, wenn ich die Diagnose Krebs erhalte? Gibt es auch in meinem Leben Dinge die ich noch klären muss? Anna hadert mit sich und dennoch trifft sie die Entscheidungen ihre Lebenslüge aufzudecken.

Die Geschichte der Samen und deren ungewöhnliche Lebensweisen empfand ich als sehr gelungen und für die Story sehr bereichernd. Lappland ist detailliert dargestellt und strahlt eine gewisse Macht und Schönheit aus, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da für mich "Helle Tage, helle Nächte" eine sehr gelungene Lektüre war, die ich als doch sehr außergewöhnlich und schön empfand. Für mich war es stimmig und ich konnte mich sehr gut auf Anna und Frederike einlassen.

Bewertung vom 29.07.2018
Der kleine Laden in Bloomsbury / Bloomsbury Bd.1
Darling, Annie

Der kleine Laden in Bloomsbury / Bloomsbury Bd.1


sehr gut

"Der kleine Laden in Bloomsbury" eignet sich hervorragend um abzuschalten. Eine sich entwickelnde Liebesgeschichte und die Macht der Bücher geben hier den Ton an und vermitteln ein ganz besonderes Wohlgefühl. Ich konnte mich sehr gut auf die Story einlassen, obwohl sie mit dem Tod beginnt, endet sie in einem Neuanfang und einer Liebesgeschichte, die nicht sofort offensichtlich ist, denn eigentlich sind Posy und Sebastian unterschiedlich wie Tag und Nacht. Offensichtlich ist, dass Posy immer noch um ihre Eltern trauert und als sie ihr Erbe antritt nach und nach lernt loszulassen. Ihre Vorhaben werden durch extreme Zukunftsängste begleitet und die Fürsorge um ihren jüngeren Bruder machen ihr das Leben nicht einfacher. Hier tritt Thriller gegen Liebesroman an und letztendlich gewinnt das stärkere Genre, natürlich nicht, ohne zuvor für einige Auseinandersetzungen zu sorgen.
Ein warmherzig gestaltetes Cover rundet die Story ab und sorgt schon gleich beim Betrachten für echte Wohlfühlaugenblicke. Ich freute mich auf das Lesen und nachdem ich den ersten Band der Reihe beendet hatte, stürzte ich mich sogleich in das nächste Abenteuer, welches rund um Verity gestrickt wurde. In "Der kleine Laden in Bloomsbury" begegnen uns einige sehr interessante Personen, wobei ich hoffe, dass auch sie ihre Geschichten erzählen können und es sich nicht nur auf Posy und Verity beschränkt. Es ist herrlich, da sie einfach skurril und interessant sind und dennoch Menschen wie Du und Ich. Posy wirkt mitunter zwar etwas naiv, kann aber im weiteren Verlauf der Story eine charakterliche Veränderung verbuchen. Sie hat eine innere Stärke, die sich leider nicht immer zeigt und sie dadurch manchmal in komische Situationen bringt, aus denen sie sich nicht so leicht befreien kann. Der Roman lebt von seinen Charakteren, den Büchern, die immer wieder einfließen und mir nicht unbekannt sind und der Liebe zum Detail.

Letztendlich ist "Der kleine Laden in Bloomsbury" eine Reise ins Booksend und konnte mich sehr begeistern. Der Schreibstil ist einfach und die Seiten fliegen förmlich vorbei. Als Urlaubslektüre also bestens geeignet und eine Leseempfehlung wert.

★★★★

Bewertung vom 29.07.2018
Nur um dich lächeln zu sehen
Lord, Emery

Nur um dich lächeln zu sehen


sehr gut

Vorsicht Spoiler!

An „nur um dich lächeln zu sehen“ beeindruckt die Tiefe der Emotionen, die sich komplett durch die Seiten des Buches ziehen konnten. Es ist mehr als nur ein Jugendbuch, denn es deckt einige psychische Erkrankungen auf, wobei eine bipolare Störung den größten Teil der Story ausmacht. Es ist nicht sofort als solche erkennbar, denn Viv wirkt zunächst als äußerst lebensfroh und als Mensch, die einfach sehr kreativ ist und dabei Jonah aus seiner Trauer holt. Jonah trägt sein eigenes Päckchen und wird ruch Viv abgelenkt und fndet somit in das Leben zurück. Die Autorin begibt sich auf ungewöhnliche Fährten, die mich letztendlich begeistern, da eben auch zwischen den Zeilen einiges zu lesen war, um dann mit einem großen Knall Vivs eigene Probleme mit sich und ihrer Person erkennbar zu machen.
Was mich mir nicht erschließt ist der gewählte Titel des Buch, denn obwohl Viv alles daran setzt Jonah aus seiner Trauer und Fürsorge um seine jüngeren Geschwister herauszuholen, um ihm letztendlich wieder lächeln zu sehen, ist es mir zu oberflächlich gewählt. Dies tat meinem Lesefluss keinen Abbruch, da es lediglich nachdenklich stimmte. Das Cover hingegen empfand ich als sehr ansprechend, da es Lebensfreude vermittelt, die oftmals während des Lesens zu spüren war.
Die Liebesgeschichte zwischen Jonah und Viv ist außergewöhnlich und gewinnt immer mehr an Bedeutung, je mehr man sich in die Story hineingewagt hat. Es lohnt sich definitiv sich auf die Story einzulassen. Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung für einen Jugendroman, der für die angegebene Zielgruppe äußert interessant dargestellt wurde und durch die verschiedenen psychischen Erkrankungen, die uns begegnen nachdenklich stimmt. Es ist ein klein wenig Aufklärung vorhanden und zeigt auf, dass eine Depression z.B. oftmals einen Auslöser hat und es sinnig ist, sich Hilfe zu holen. Ebenso suizidales und manisches Verhalten unbedingt beobachtet werden muss, um einzuschreiten und eventuell professionelle Hilfe benötigt.

Bewertung vom 28.07.2018
Hyde
Wagner, Antje

Hyde


sehr gut

"Hyde" ist ein Jugendroman, der nicht sofort offensichtlich ist. Viele Wege führen zum Ziel und verwirren vermehrt. Die Autorin hat es geschafft eine Story zu weben, die die Psyche der Leserschar verletzlich macht. Gerade zum Ende, der Auflösung hin, stockte mir vermehrt der Atem vor Grauen. Dr. Jekyll und Mr. Hyde empfinde ich als sehr gut ausgesucht für einen Rezensionstitel, da die Story eben genauso erscheint. Hyde, das Zuhause von Katrina ist vollends zerstört und in Rückblenden, die mitunter wie eingefügt wirken, lässt sich das Erleben von Katrina nachvollziehen. Es geschieht langsam aber stetig. Was mich bis zuletzt verwirrt ist das Tragen des Tuches vor dem Gesicht. Entweder habe ich es überlesen oder es ist für mich als Leserin eine Interpretationssache. Die Grundstimmung ist düster und von Rache geprägt, wobei nicht eindeutig erklärt wird, zumindest zu Beginn, warum Katrina eine Liste mit Namen mit sich führt. Das Grauen, welches vorerst unerkannt bleibt, herrscht vor und lässt nur erahnen, was auf mich als Leserin zukommt. Letztendlich ist es ein Verbrechen, welches mich zutiefst bewegt.
Katrina ist 18 und auf der Walz. Handwerklich ist sie sehr begabt und bestreitet ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit. Vorerst bleiben Erlebnisse unausgesprochen, um sich irgendwann wie ein Schwall zu offenbaren. Ich empfand es als sehr hart, sich bewusst zu sein, dass man ungeliebt und ein Klotz am Bein ist. Antje Wagner verpackt dieses in Abenteuer, paranormales und einem leichten Grusel, der mich ab der ersten Seite begleitet hat. Der Spannungsaufbau geschieht nahtlos und erfordert dennoch ein klein wenig Geduld des Lesers, da die Story erst an Fahrt aufnehmen muss, um begreiflich zu werden. Ich fühlte mich letztendlich emotional sehr herausgefordert, da ich als Erwachsene das Buch natürlich mit anderen Augen und Gefühlen gelesen habe, als es die gewünschte Zielgruppe junger Leser_innen ab 15 Jahren vermutlich lesen wird. Dennoch ist es gerade für junge Leser_innen bestens geeignet, da es zwar schmerzlich ist, Katrinas Weg zu verfolgen, aber dennoch auch tröstlich, das Versöhnung stattfindet, wobei dieses zur inneren Genesung der Protagonistin beitragen kann. Für Katrina ist es ein Neuanfang, der aufzeigt, dass man Vergangenes hinter sich lassen kann, um wieder frei atmen zu können.

"Hyde" hat mir außerordentlich gut gefallen. De Story hinterlässt definitiv Spuren und wer sich darauf einlässt, wird einen Jugendroman lesen, der viele Facetten an Emotionen darbietet, ohne dabei zu überfordern. Die Autorin nutzt ihr Potential, um eine Story zu schreiben, die wirklich unter die Haut gegangen ist. Ich bin sehr begeistert und möchte "Hyde" daher unbedingt eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Eine Story, die zunächst verwirrt und doch ein Ende findet, welches überzeugen konnte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.07.2018
Denn er trägt dich
Lucado, Max

Denn er trägt dich


ausgezeichnet

"Geliebtes Kind, nie ließ ich dich allein, schon gar nicht in Zeiten der Angst und Not"

Als ich "Denn er trägt dich - Hoffnung in stürmischen Zeiten" las, war ich gedanklich mehrfach bei dem Gedicht "Spuren im Sand", daher nutze ich ein kurzes Zitat daraus als Überschrift meiner Rezension. Ebenso wie das Gedicht, beeindruckte mich auch das Buch von Max Lucado. Man spürt seinen großen Glauben und warum sollte ich nicht davon profitieren wollen? Worte treffen mitten in das Herz und erschüttern oftmals auch. In "Denn er trägt dich - Hoffnung in stürmischen Zeiten" lese ich von Josef, der durch sein Leben sehr deutlich macht, dass es sich lohnt an Gott zu glauben und wer ausharrt großen Lohn empfängt. Josef wird verraten, verkauft und muss durch eine Intrige ins Gefängnis. Gott hat Großes mit ihm vor und auch wenn es für Josef nicht ersichtlich ist, wie viel Wert sein Leben hat, führt er ihn dahin, nicht nur Ägypten vor dem Hungertod zu bewahren, Nein, er sorgt auch für Versöhnung unter den Brüdern des Stammes Israel. Eine beeindruckende Geschichte, die auch auf mich übertragen werden kann. Zudem lesen wir von wahren Begebenheiten, in denen Menschen großes Leid wie Verlust oder auch Krankheit erleben müssen und dennoch erfahren dürfen, Gott ist da und hat mich nicht verlassen. Es tröstet und gibt Zuversicht darauf, selbst dunkle Täler überstehen zu können an Gottes geliebter Hand. Meine Sorgen und Nöte erschienen mir daraufhin nichtig und klein und ich schämte mich tatsächlich ein klein wenig darüber, dass ich mir oft den Kopf darüber zerbreche, wie mein Tag morgen sein wird, aber Gott selbst trifft die Aussage: "All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!" 1. Petrus 5,7. Jemanden dieses zuzurufen, der in einer Krise steckt, wird vielleicht nicht gleich trösten, aber für mich ist es enorm wichtig, die Gewissheit zu haben, dass ich getragen werde, egal wie tief ich falle und dieses tröstet mich ungemein. Ermutigende Bibelverse runden die Story rund um Josef und die Schicksale andere Menschen von denen wir lesen ab und ergeben daher ein wunderbares Buch der Ermutigung, welches ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Bewertung vom 11.07.2018
Das Meisterwerk
Rivers, Francine

Das Meisterwerk


ausgezeichnet

Francine Rivers gehört definitiv zu meinen Lieblingsautorinnen der christlichen Buchszene. Bis auf wenige Ausnahmen stehen ihre Bücher in meinem Regel und mitunter werden sie erneut gelesen. Manchmal auch mehr als ein oder zweimal. Ihre Worte prägen sich tief ein und sind sehr wertvoll in einen Roman eingearbeitet. So auch in "Das Meisterwerk". Ein Roman mit vielen Ecken und Kanten wie wir Menschen. Hier treffen wir auf zwei geschundene Seelen, die sich verletzten und dennoch zusammengehören. Für die Leserschar wird sich schnell herauskristallisieren, dass Roman und Grace ein Paar werden. Zumindest ist die Hoffnung da, auch wenn nicht klar ist, wie die Autorin es schaffen wird, dass die beiden sich vergeben, bzw. Roman sein Leben ändert. Die Erfahrung in der Kindheit sind ein Hindernis, um sich zu öffnen. Während die Eine ein sehr einprägsames Erlebnis hat (Verlust der Eltern / Engelserscheinung) und auf der Suche nach Liebe ist, hält der Andere sich mit Gefühlen zurück, um Verletzungen zu entgehen. Nach und nach entwirrt Francine Rivers den Knoten und bringt ihn zum Platzen. Es ist wunderbar und natürlich oftmals dick aufgetragen, dennoch schreibt sie sich erneut in mein Herz. Im Nachwort erzählt sie frei heraus, warum sie sich für diese Story entschieden hat und was sie dazu bewogen hat, ganz offen über den Himmel und auch die Hölle zu schreiben. Die Erklärungen sind sehr hilfreich und geben Einblicke in das Denken Gottes über uns Menschen.
In "Das Meisterwerk" erschafft Francine Rivers künstlerisch eine Nahtoderfahrung, die letztendlich zum Umdenken bewegt und dazu führt, dass eine Seele heilen kann. Natürlich sind hier einige Personen mitbeteiligt, denn Schmerz muss oftmals ausgesprochen werden, damit Wunden heilen können.
Die Flügel auf dem Cover erklären sich von selbst, wenn man innerhalb der Handlung voranschreitet. Der Klappentext spricht eindeutig von Kunst und dieses begegnet uns auch vielfach. Das größte Kunstwerk, das Meisterwerk sind wir. Dieses muss mir immer wieder vor Augen geführt werden, wenn ich in meinem wenig vorhandenen Selbstwertgefühl einknicke und mich wertlos fühle. Gott hat auch in mir ein Meisterwerk erschaffen und mir damit wieder einmal gezeigt, dass Wunden heilen können und es oftmals auch wichtig ist, sich selbst zu vergeben, da Gott es schon so lange getan hat. Alles Belastende darf vor seinen Thron. Grace hat dies schon lange vor Roman begriffen und zieht sich daher vor diesem zurück, sozusagen als Selbstschutz. Ehrlich gesagt empfand ich diesen Rückzug als sehr vorbildlich. Es zeigt Größe und Stärke.

Gelesen habe ich einen Roman, der von einem Meisterwerk spricht und dieses vielfach deutet. Ich flog förmlich durch die Seiten, denn ich hatte einfach das Bedürfnis mich einem Ende zu näher, welches auch meine Sehnsüchte nach inneren Frieden zufrieden stellt. Auch ich bin eine geschundene Seele und konnte mich mehrfach mit Grace und Roman identifizieren. Gott erneuert mich täglich und muss mich auch daran erinnern, was es ihn gekostet hat mich zu retten. Als eines seiner Meisterwerke bin ich wunderbar gemacht. Roman hat die Gabe dieses auch künstlerisch darzustellen und das Bild, was er malt, entstand auch vor meinem inneren Auge Francine Rivers hat es erneut geschafft mich zu überzeugen und wachzurütteln. Außerdem liegt der Fokus darauf, meine Erinnerungen daran zu wecken, welchen großen Wert ich für Gott habe.
Vielen Dank dafür.