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Elchi130
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Essen

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Insgesamt 458 Bewertungen
Bewertung vom 06.11.2021
Kant und der sechste Winter / Kommissar Kant Bd.1
Häußler, Marcel

Kant und der sechste Winter / Kommissar Kant Bd.1


sehr gut

Guter Auftakt für Kant und sein Team

Kommissar Kant wird am zweiten Weihnachtsfeiertag zu einem Einsatz gerufen. Ein Mann ist überfahren und anschließend erwürgt worden. Kant und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Für Kant kommt dieser Fall zu einer ungünstigen Zeit, denn seine Tochter, die Mitten in der Pubertät steckt, ist gerade bei ihm eingezogen. Die beiden sind noch dabei, sich einander anzunähern und ein Gespür für das gemeinsame Zusammenleben zu finden.

Das Buch startet fesselnd und diese Spannung bleibt der Geschichte bis zum Schluss erhalten. Die Hauptfiguren, nämlich Kant und sein Team, werden nach und nach so eingeführt, dass ich mir von allen ein Bild machen kann. Nun hoffe ich darauf, dass sie in den nächsten Bänden mehr Tiefe erhalten, sodass ich nicht mehr von ihnen lassen kann.

Doch auch die anderen Figuren nehmen allmählich stärker Gestalt an, sodass sich langsam in mir ein Bild möglicher Motive zusammensetzen konnte. Für Kant beginnt ein Rennen gegen die Zeit, denn er muss weitere Morde verhindern, die Motive des Täters ermitteln und den richtigen Täter finden. Der Autor lässt seine Informationen immer im genau richtigen Maß einsickern. Dadurch habe ich das Vergnügen, über Motive und Täter zu spekulieren. Obwohl es Hinweise zu dem Täter gibt, bin ich trotzdem nicht auf die Person gekommen. Das hat mir sehr gut gefallen. Zudem legt der Autor, Marcel Häußler, ein paar Finten aus, die zusätzlich noch einmal Dramatik in die Handlung bringen.

Für Abwechslung sorgen zudem mehrere Erzählstränge. Wir begegnen dem Täter, ohne ein klares Bild von ihm zu erhalten. Er bleibt ein Schatten und ein Rätsel, welches es zu lösen gilt. Dann verfolgen wir die Ermittlungen von Kant und seinem Team. Wir bekommen zudem teilweise Einblicke in die Gedankenwelt und das Leben der Ermittler. Schließlich ist da noch Melanie, bei der erst sukzessive klar wird, was sie mit der Geschichte zu tun hat. Die Einblicke in ihr Leben steigern den Nervenkitzel und halten meine Erregung auf einem hohen Niveau.

Das Buch „Kant und der sechste Winter“ ist ein spannender erster Fall. Es punktet mit einer interessanten Story und Ermittlern, über die man mehr erfahren möchte. Gerne warte ich auf weitere Bände um Hauptkommissar Kant. Ich wünsche mir, dass mir die Ermittler durch mehr Tiefe und Einblicke in ihre Persönlichkeit, ans Herz wachsen und jeder neue Fall ein bisschen ist, als würde ich nach Hause kommen.

Bewertung vom 06.11.2021
Die Früchte, die man erntet / Sebastian Bergman Bd.7
Hjorth, Michael;Rosenfeldt, Hans

Die Früchte, die man erntet / Sebastian Bergman Bd.7


gut

Ich bin enttäuscht

In der Kleinstadt Karlshamn in Schweden treibt ein Heckenschütze sein Unwesen. Da die Ermittler vor Ort überfordert sind, bitten sie die Reichsmordkommission um Unterstützung. Für Vanja Lithner ist dies die erste Ermittlung als Leiterin dieser Kommission. Sie steht unter enormen Erfolgsdruck, zumal es alle paar Tage einen neuen Toten gibt. Ihr Teamkollege und bester Freund Billy kämpft derweil mit seinen eigenen Dämonen. Seitdem er im Dienst zwei Menschen erschossen hat, hat er Gefallen am Töten gefunden. Da seine Frau My schwanger ist, hat er sich geschworen, diesen Drang zu unterdrücken. Doch kann er wirklich mit dem Töten aufhören?

„Die Früchte, die man erntet“ ist der siebte Teil der Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman. Da immer wieder Bezug auf die persönlichen Situationen der Ermittler in der Vergangenheit genommen wird, kann es sinnvoll sein, die Krimireihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich habe mich sehr auf diesen Band der Autoren Hjorth & Rosenfeldt gefreut, denn ich war so gespannt, wie die Kollegen von Billy von seinen Aktivitäten erfahren und wie sie ihn zur Strecke bringen. Dabei habe ich auf tolle Einfälle der Autoren gehofft. Leider wurde ich enttäuscht.

Im Buch „Die Früchte, die man erntet“ werden zwei Verbrechen gelöst. Die erste Hälfte des Buches befasst sich mit der Aufklärung der Mordserie eines Heckenschützen. Wobei die Autoren sehr früh verraten, um wen es sich bei dem Täter handelt. Das hat mir sehr viel Spannung genommen. Zwar konnten so die Hintergründe der Tat einfacher erklärt werden, doch mein Hauptspaß am Lesen von Krimis ist auf der Strecke geblieben, nämlich das Raten, wer der Täter ist.

In der zweiten Hälfte des Buches geht es dann um Billy, der Teil der Reichsmordkommission ist. Als Leserin war mir aus den vorherigen Teilen bekannt, dass Billy gerne Menschen tötet. Nun wollte ich unbedingt wissen, wie Sebastian Bergman ihn zur Strecke bringt. Leider fand ich die Ermittlungen hierzu sehr unspektakulär. Dazu kommt, dass ich das Ende des Buches als sehr abgehackt empfunden habe. Ich denke, aus diesem Erzählstrang hätte man viel mehr machen können.

Insgesamt wirkt das Buch auf mich, als ob die Autoren zwei kurze, voneinander unabhängige Krimis geschrieben und diese dann in einem Buch als einen Krimi veröffentlichen haben, weil sich das besser verkauft.

Der Erzählstil war, wie immer, sehr gut und routiniert. Dadurch ist es mir leicht gefallen, dass Buch zügig zu lesen. Aber ein guter Schreibstil ist leider nicht alles. Auch der Inhalt muss stimmen und das war hier nicht der Fall. Daher bin ich enttäuscht von diesem Buch.

Bewertung vom 02.11.2021
Das Zeitalter der Drachen
Nuyen, Jenny-Mai

Das Zeitalter der Drachen


sehr gut

Was ich schon immer über Drachen wissen wollte

Drachen machen Jagd auf Menschen, die von Geisterschatten befallen sind. Als Nireka an ihnen erkrankt, geht sie weg aus ihrem Heimatort, um die Bewohner von Ydras Horn vor dem Drachenangriff zu schützen. Dabei begegnet sie dem Drachen Aylen. Aylen hat sich von einer Hexe in einen Drachen verwandelt, um die Welt vor den Angriffen der Drachen zu schützen. Gemeinsam begeben sich Nireka und Aylen auf die Mission, die Völker der Menschen, Elfen und Zwerge vor den Drachen zu behüten.

Es dauerte ein wenig, bis ich in die Geschichte eingetaucht war. Das lag vor allem daran, dass man zu Beginn in die Erzählung geschubst wird, ohne das Geschehen einordnen zu können. Erst nach und nach setzt ein Begreifen der Zusammenhänge ein. Ein weiterer Grund war, dass das Erzähltempo gemächlich ist und es etwas dauert, bis die Erzählfäden zusammenlaufen.

Mir hat die Fantasie der Autorin ungemein gefallen. Wir erfahren z.B., wie die Drachen entstanden sind. Sehr schön fand ich auch die Darstellung, dass es kein Gleichgewicht zwischen den Drachen und den anderen Völkern gibt. Entweder die Drachen werden unterdrückt und ausgebeutet oder die Drachen herrschen und unterdrücken die anderen Völker und beuten diese aus. Nireka sucht nun nach einem Weg, um die Herrschaft der Drachen zu beenden. Genauso, wie Aylen einst einen Weg suchte, um die Unterdrückung der Drachen abzuschaffen. Die Geschehnisse musste ich zwangsläufig immer wieder mit politischen Systemen und Regimen vergleichen. Die Autorin hat sehr gut herausgearbeitet, wie hier trotz guter Motive nur eine Umkehrung der Verhältnisse entsteht.

Die Autorin Jenny-Mai Nuyen erzählt parallel beide Geschichten. Das finde ich sehr spannend. In Rückblenden erfahren wir, wie das Zeitalter der Drachen eingeläutet wurde, in dem wir Aylens Lebensweg begleiten. Gleichzeitig erleben wir in der Gegenwart, wie die Drachen die Welt beherrschen und Nireka nach einem Weg sucht, dies zu beenden. Ich war zum Ende hin immer gespannter, ob Aylen und Nireka gemeinsam einen Weg finden, wie ein friedvolles Nebeneinander stattfinden kann.

„Das Zeitalter der Drachen“ ist ein Buch, das mir sehr viel Spaß bereitet hat. Die Autorin hat mir einige wichtige Fragen zum Leben der Drachen beantwortet, wie ich sie bislang in keinem anderen Buch gefunden habe. Das habe ich sehr spannend gefunden. Teilweise hätte die Geschichte ein höheres Tempo vertragen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und mich mit neuen Ideen überrascht.

Bewertung vom 02.11.2021
Nightsky Full Of Promise / Berlin Night Bd.1
Jayawanth, Mounia

Nightsky Full Of Promise / Berlin Night Bd.1


sehr gut

Achterbahn der Gefühle

In der Nacht der Abifeiern begegnen sich Sydney und Luke in einer Berliner Diskothek. Sie verabreden, sich in einem Jahr an genau derselben Stelle wiederzutreffen. Doch Luke ist nicht da. Fünf Jahre lang geht Sydney immer wieder in dieser Nacht zum Ort ihres Kennenlernens zurück. Luke taucht jedoch nicht auf. Als Sydney die Hoffnung aufgegeben hat, begegnet ihr Luke unverhofft in einer Kneipe. Sie spricht ihn an, doch er erkennt sie nicht. Für Sydney bricht eine Welt zusammen. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, wird Luke ihr neuer Arbeitskollege in dem Cafe, in dem Sydney neben ihrem Studium jobbt.

Die erste Nacht, als Sydney und Luke sich kennenlernen, ist magisch. Und obwohl ich als Leserin schon bald erfahre, dass diese Nacht nicht so romantisch gewesen ist, wie es den Anschein hatte, bin ich sofort von der Geschichte gefangen. Die beiden Protagonisten haben umgehend mein Herz erobert. Doch leider bleibt das nicht so.

Nachdem die beiden Hauptfiguren sich nach fünf Jahren wiederbegegnen, ist mir Luke zu Beginn sehr unsympathisch. Er wirkt auf mich sehr oberflächlich und jammert mir zu viel darüber, dass alle anderen sein Leben versauen. Doch Luke schafft es, sich meine Sympathie auf jeder Seite ein wenig mehr zurückzuerobern. Er ist einfach lieb, aufmerksam und versucht, seinen Platz im Leben zu finden.

Bei Sydney ist es genau andersherum. Zu Beginn der Haupthandlung kann ich noch mit ihr fühlen. Doch schnell ist sie mir zu abhängig von den Meinungen ihrer Freundinnen und ihrer Oma. Sie ist mir zu unsicher, hat zu wenig Vertrauen in ihre eigenen Wünsche, Meinungen und Träume. Im Laufe des Buches wird ihr Verhalten immer anstrengender. Sie benimmt sich nicht wie eine junge Frau, sondern wie ein Backfisch von 14 Jahren. Sie ist die Meisterin des Stammelns, des leeren Kopfes und der fehlenden Worte. Immer, wenn Stärke und ein Eintreten für sich selbst notwendig gewesen wären, stammelt und verstummt sie. Das hat mich unglaublich wütend gemacht.

Die beiden WG-Mitbewohnerinnen und besten Freundinnen von Sydney sind mir in der ersten Hälfte des Buches zu bestimmend. Sie sagen Sydney, was diese in Bezug auf Luke zu tun bzw. zu lassen hat. Genauso wie ihre Oma. Es ist selbstverständlich nicht verkehrt, einer anderen Person einen Ratschlag zu erteilen. Dieser sollte jedoch nur ein Vorschlag, eine andere Sichtweise oder eine Anregung sein und nicht eine zu befolgende Lebensweisheit. Denn jeder Mensch muss die Entscheidungen für sein Leben selbst treffen. Im Laufe des Buches machen die drei Personen dann genau das. Sie sagen Sydney nicht mehr, was sie zu tun oder zu lassen hat, sondern unterstützen sie darin, ihre eigene Entscheidung zu treffen.

Sehr schön fand ich die Atmosphäre des Buches. Besonders das Cafe, in dem Luke und Sydney arbeiten, wird so schön beschrieben, dass ich mir wünsche, es gäbe dieses in meinem Wohnort. Auch das Betriebsklima in dem Cafe klingt so toll, dass ich gerne dort anfangen möchte.

Die Szenen, in denen Luke und Sydney sich näherkommen bzw. sich nahe sind, finde ich wunderschön. Sie passen in diesen Momenten sehr gut zueinander und tun sich auch gut. Leider gibt es davon viel zu wenig in diesem Buch. Die Geschichte hätte noch mehr von diesen Momenten vertragen können, die Balsam für meine Seele sind.

Bewertung vom 25.10.2021
Blut und Feuer / Liber bellorum Bd.1
Moram, Warda

Blut und Feuer / Liber bellorum Bd.1


gut

War mir inhaltlich zu wenig

Die beiden Brüder Kyle und Raven ziehen durchs Land, ohne irgendwo länger zu bleiben. Eines Tages überqueren sie die Grenze ins verbotene Nachbarland. Dort müssen sie feststellen, dass es ein Land voller Magie und Magier gibt, genannt die vereinigten Nationen der Allianz…

Da ich Bücher über Magie und Magier liebe, war ich sehr gespannt auf den ersten Teil von „Liber Bellorum“ von Warda Moram. Sehr originell fand ich, dass sie uns direkt zu Beginn mit Kyle eine Figur liefert, die lügt, schändet, mordet. Da er eine der beiden Hauptfiguren und der Bruder der zweiten Hauptperson ist, war ich sehr angetan von diesem Anfang.

Insgesamt ist mir in dem Buch jedoch zu wenig passiert. Die Idee ist gut, der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. Zudem gibt es ein paar tolle Szenen. Insgesamt lässt sich das Buch jedoch mit 5-7 Sätzen hinreichend zusammenfassen. Es fehlten einfach Kapitel, in denen etwas Ereignisreiches geschieht. Die Handlung plätscherte nach meiner Ansicht meistens einfach dahin.

Erst zum Schluss kam Spannung in die Geschichte. Die Ereignisse zum Ende kamen jedoch nicht überraschend. Für mich ist das gesamte Buch genau auf diesen Abschluss der Ereignisse hinausgelaufen.
Die Welt der Magie und die verschiedenen Magier mit ihrem unterschiedlichen Können war sehr interessant. Die Ideen der Autorin haben mit in dieser Hinsicht sehr gut gefallen und waren unterhaltsam.

Insgesamt habe ich mir von dem Buch jedoch mehr Spannung versprochen, daher bin ich enttäuscht von dem Buch.

Bewertung vom 24.10.2021
Pacific Crest Trail Killer
Piskulla, Christian

Pacific Crest Trail Killer


sehr gut

Spannender Thriller, jedoch zu detailliert

Mark Stetson ist ein ehemaliger Polizist und war die letzten 8 Jahre bei der Militärpolizei. Bevor er sich zurück in den USA ein neues Leben aufbaut, will er den 4.300 km langen Pacific Crest Trail (PCT) erwandern. Doch kaum ist er unterwegs, landet er Mitten in einer Mordermittlung. Ein Killer ermordet Frauen, die alleine auf dem PCT unterwegs sind. Das FBI will ihn mit der Hilfe von Mark Stetson stoppen.

Der Erzählstil des Autors Christian Piskulla ist gut und extrem mitreißend. Er hält die Spannung über weite Teile des Buches auf einem sehr hohen Niveau. Den Figuren, wie z. B. Mark Stetson oder die Mitarbeiter des FBI, fühle ich mich sehr schnell Nahe, denn ihre Charaktere werden gut herausgearbeitet.

Der Autor nutzt mehrere Erzählebenen. Zum einen begleiten wir die Hauptfigur Mark Stetson auf seiner Wanderung und bei seiner Ermittlung. Wir erfahren seine Gedanken, bekommen einen Einblick in sein Können, erleben seine Zweifel und vieles mehr. Ebenso erleben wir, wie der Täter lebt, seine Taten plant, nehmen Anteil an seinen Überlegungen. Dazu lernen wir das Team des FBI kennen. Wir erfahren etwas über ihr Miteinander, das Privatleben einzelner Ermittler, ihre Sorgen und Nöte. Das ist sehr abwechslungsreich und sorgt dafür, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe.

Allerdings geht der Autor oftmals viel zu sehr ins Detail. So wird z.B. zu Beginn des Buches ein Motelzimmer in allen Einzelheiten beschrieben. Das war mir viel zu ausführlich. Dazu kommt, dass er immer wieder Nebenhandlungen einfügt, die das Buch aufblähen, für die Geschichte jedoch nicht notwendig gewesen wären. Beispielsweise, indem er uns wissen lässt, was mit den Angehörigen der Opfer geschieht, nachdem sie den geliebten Menschen beerdigt haben.

Meiner Ansicht nach hat das Buch das Zeug zum Bestseller. Dafür müsste es jedoch überarbeitet und um etwa 150 Seiten gekürzt werden. Der Autor verfügt über ein umfangreiches Wissen, an dem er uns in diesem Buch teilhaben lassen wollte. Allerdings denke ich, dass er sein Wissen besser auf zwei Bücher und damit zwei Geschichten aufgeteilt hätte. Oder eine schlankere Form dieses Thrillers und einen Reisebericht über seine Erlebnisse auf dem Trail geschrieben hätte.

Sehr gut hat mir das Nachwort des Autors gefallen. Dieses ist informativ, bietet Links, um die Themen des Buches zu vertiefen und verdeutlicht noch einmal, worum es Christian Piskulla in diesem Buch gegangen ist.

Den Autor werde ich im Blick behalten, hoffe jedoch, dass er lernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.10.2021
Drachenprinz / Flame & Arrow Bd.1 (MP3-Download)
Grauer, Sandra

Drachenprinz / Flame & Arrow Bd.1 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Die Geschichte hat genau meinen Geschmack getroffen

In unserer Welt gibt es neben den Menschen auch Fae, Drachen und Hexen. Als die Fae den Drachen ein Ultimatum stellen, steht die Welt vor einem Krieg zwischen diesen beiden Völkern. Es scheint so, als ob die Fae alles tun, damit es zum Krieg kommt und die Drachen möchten diesen um jeden Preis verhindern. Als der Drachenkönig seinen Sohn aufs Trinity-College nach Dublin schickt, um ihn in Sicherheit zu bringen, entsendet die Königin der Fae ihre beste Kriegerin Kailey, damit sie das Vertrauen des Prinzen gewinnt…

Zuerst einmal gefällt mir das Setting des Buches sehr gut. Wir erleben eine Young Adult Atmosphäre am College. Es geht um Annäherung, Anziehung zwischen den Geschlechtern. Sehr schnell wird klar, dass es zwischen der Fae Kailey und dem Drachenprinzen knistert. Sie verspüren eine Anziehung zueinander, obwohl sie Feinde sein sollten. Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten hat mir sehr gut gefallen.

Aber auch die Welt der Fae und die Welt der Drachen war für mich sehr spannend. Immer wieder habe ich versucht, die Motivation der Völker, aber auch der einzelnen Figuren zu durchschauen. Wer ist gut, wer ist böse, wer spielt ein falsches Spiel, wer ist Verräter, wer Freund, wer Feind? Tausend Fragen, die bei mir für Spannung gesorgt haben.

Zudem habe ich die Handlung als sehr abwechslungsreich empfunden. Es gab typische Teenagerszenen, mehrere Kampfszenen, interessante Gespräche, aber auch Szenen, in denen es um Freundschaft oder um Politik ging.

Als sehr positiv ist mir zu Beginn des Hörbuches aufgefallen, dass mit Vanida Karun eine Sprecherin gewählt wurde, die anders ist, als ich es erwartet habe. Bücher aus dem Jugendfantasybereich werden oft von Sprecherinnen gesprochen, die eine sehr hohe, oft fast piepsige Stimme haben. Vanida Karun hat jedoch eine sehr angenehme, eher tiefere Stimme. Sie hat mich sehr gut durch die Geschichte getragen. Auch die Art und Weise, wie sie das Buch spricht, habe ich jederzeit als genau richtig empfunden, sodass ich mich komplett dem Genuss der Erzählung widmen konnte.

Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Dilogie und auch auf die Sprecherin, die das Buch zu einem besonderen und angenehmen Erlebnis für mich gemacht hat.

Bewertung vom 08.10.2021
Was man bei Licht nicht sehen kann / Vergissmeinnicht Bd.1
Gier, Kerstin

Was man bei Licht nicht sehen kann / Vergissmeinnicht Bd.1


sehr gut

Das Warten hat sich gelohnt

Nachdem Quinn durch einen Zusammenstoß mit einem Auto fast gestorben wäre, ist nichts mehr, wie es vorher war. Plötzlich sieht er Gesichter in Blumen, kann Menschen oder Gegenstände, die weit entfernt sind, sehen wie durch eine Lupe und auch sein Gehör wird immer besser. Er entdeckt eine ganz neue Welt neben unserer Welt. Mit seinen Freunden kann er darüber nicht reden, die finden ihn sowieso schon seltsam seit seinem Unfall. Doch zum Glück gibt es Matilda. Matilda, die aus einer streng gläubigen Familie stammt, in der alle Mädchen gleich aussehen und der er schon als Kind mit Vorliebe Streiche gespielt hat. Doch auf einmal ist auch mit Matilda alles anders…

Ehrlich gesagt, fällt es mir verdammt schwer, „Vergissmeinnicht – Was man bei Licht sehen kann“, den ersten Teil der neuen Trilogie von Kerstin Gier, zu bewerten. Was schreibe ich über das neue Fantasybuch einer Autorin, die nach meiner Meinung mit ihrer ersten Fantasytrilogie, der Edelsteinreihe, bereits ein Meisterstück abgeliefert hat!?

Quinn und Matilda sind tolle Figuren, die mir als Leserin schnell ans Herz gewachsen sind. Sie sind einfach perfekt miteinander. Matilda, die kein Blatt vor den Mund nimmt und meistens einfach sagt, was sie denkt und damit oft den Nagel auf den Kopf trifft. Quinn, der zu Beginn ein arroganter Mädchenschwarm ist, plötzlich ganz neue Seiten an sich entdeckt und schnell merkt, wie toll Matilda ist. Diese beiden Hauptfiguren werden durch viele Nebenfiguren ergänzt, die alle eine ganz eigene Persönlichkeit haben – im Guten wie im Schlechten.

Sehr gut gefallen hat mir zudem der Saum, die Fantasywelt, die neben unserer Erde existiert. Diese weist viele tolle Fantasyfiguren auf und ich würde sie gerne einmal erkunden.

Der Schreibstil ist, wie immer bei Kerstin Gier, gelungen. Ich mag ihren Humor, der ungemein unterhaltsam und oft urkomisch ist. Immer wieder habe ich leise in mich hineingekichert oder auch laut aufgelacht. Diesen Erzählstil weiß ich sehr zu schätzen. Dazu kommen tolle Ideen und immer wieder Wendungen, die ich nicht vorhergesehen habe. Und doch habe ich mit diesem Buch auch das bekommen, was ich erwartet habe, nämlich eine zuckersüße Liebesgeschichte.

Das Warten auf dieses Buch hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn es nicht an die Edelsteintrilogie heranreicht. Dennoch warte ich nun sehr ungeduldig auf die weiteren Bände von Vergissmeinnicht.

Bewertung vom 08.10.2021
Götterfeuer (MP3-Download)
Kappler, Julian

Götterfeuer (MP3-Download)


ausgezeichnet

Rasante Abenteuer, die Spaß machen

Unsere drei Helden Gero, Esme und Derio machen sich wieder auf die Suche nach den Steinen der Götter. Während die drei in Talunis nach dem nächsten Stein suchen, versuchen die Schwarzmagier mit Hilfe von Dämonen an die Steine zu gelangen, die Esme, Derio und Gero bereits gefunden haben. Bei einem Angriff der Schwarzmagier auf unsere Helden, kommt ihnen Shylandra, die Auftragsmörderin des Kaisers, zur Hilfe. Derweil befindet sich der legendäre Sandfuchs auf der Flucht und findet in einem der Tempel der zehn Götter Zuflucht…

Nachdem mir der erste Teil „Götterpfade“ der Tetralogie „Die Steine der Götter“ von Julian Kappler als Hörbuch sehr gut gefallen hat, habe ich mich auf Teil zwei „Götterfeuer“ sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht.

In Band 2 geraten die Gefährten wieder in ein Abenteuer nach dem anderen. Wir erleben viele spannende Szenen. Wurden in Band 1 die Gefahren oft schnell und unkompliziert gemeistert, so gibt es im zweiten Teil schwierigere Verwicklungen, gefährlichere Angriffe und größere Abenteuer zu bestehen. Dadurch wird das Hörbuch an keiner Stelle langweilig. Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass auch der Sandfuchs weiter eine Rolle in der Geschichte spielt und dass mit der Auftragsmörderin Shylandra eine weitere spannende und geheimnisvolle Figur die Bühne betreten hat. Die Stellen, an denen der Rat der Grauen aufgetaucht ist, lassen mich als Leserin darüber rätseln, welche Rolle dieser Rat bei der Jagd auf die Steine einnimmt. Insgesamt bietet das Buch eine spannende Geschichte.

Zudem hat mir der humorvolle Erzählstil des Autors sehr viel Spaß bereitet und mich gut unterhalten. Ich mag es einfach, wenn abenteuerliche Fantasy mit einem großen Schuss Humor serviert wird.

Zu etwas Besonderem wird dieses Hörbuch durch den Sprecher Max Hoffmann. Er macht das Geschehen durch seine Lesung so lebendig, dass ich am liebsten das gesamte Hörbuch an einem Stück hören möchte. Max Hoffmann wirkt, als hätte ihm das Lesen von „Götterfeuer“ viel Spaß bereitet. Er bringt die humorvollen Stellen gekonnt rüber und lässt uns die Abenteuer fast live erleben. Für mich gehört er zu meinen Top Five der männlichen Sprecher und ich freue mich jetzt schon darauf, von ihm den dritten Teil der Tetralogie zu hören.