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Benutzername: 
Christina P.
Wohnort: 
Hamburg

Bewertungen

Insgesamt 1156 Bewertungen
Bewertung vom 03.01.2023
Roxy
Shusterman, Neal;Shusterman, Jarrod

Roxy


sehr gut

Toxische Liebe zu Drogen
Dieser Roman bietet eine aussergewöhnliche Perspektive: Hier kommen diverse Drogen als eigene Charaktere zu Wort, bieten Einblick in ihre Welt, ihre Bedürfnisse und wie sie die Menschen auf ihre eigene Party locken. Und als zwei Drogen, Addison und Roxy, eine Wette abschließen, beginnt die Spirale sich für die Geschwister Ivy und Isaac gefährlich zu drehen.
Tatsächlich empfand ich es als sehr bewegend, wie die Leben der beiden sich jeweils ins Gegenteil verschoben. War Ivy bisher diejenige, die sich auf Drogenparties rumtrieb, von denen Vorzeigeschüler Isaac sie mühsam abholen musste, bekommt sie dank Addisson ihr ADHS in den Griff und kehrt den Drogen nach und nach den Rücken. Zugleich gerät ihr Bruder durch ein Versehen an Schmerzmittel Roxy, welche ihn nach und nach immer weiter lockt, ihn verführt, Versprechungen macht und gegen ihre günstigeren Familienmitglieder der Drogen verteidigt.
Der Roman ist dank der personifizierten Drogen, welche primär aufs Verführen aus sind, aussergewöhnlich zu lesen. Zugleich auch sehr bewegend bietet das Buch die Möglichkeit, sich mit Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie deren Anzeichen und Folgen auseinander zu setzen, was insbesondere für Jugendliche ein wichtiges Thema sein kann.
Ein definitiv origineller Ansatz, dieses Thema unterhaltsam zu verpacken. Die Übersicht der Drogenfamilien sowie deren Charakternamen im Print-Buch bzw. online ist beim Lesen ganz hilfreich. Teilweise empfand ich es als etwas langatmig. Einen Hinweis für direkt oder indirekt Betroffene am Ende des Romans, wo man Hilfe bekommt, habe ich beim Lesen des e-book leider vermisst.

Bewertung vom 03.01.2023
Das Chalet
Ware, Ruth

Das Chalet


weniger gut

Anstrengend und zu schnell durchschaubar
Die Idee ist nicht neu: Eine Gruppe Menschen abgetrennt von der Aussenwelt und eine Person darunter ist bereit zu morden. Hier ist es ein kleines Social Media Start-up, welches sich eine Auszeit in einem Luxus-Chalet in den französichen Alpen gebucht hat, um neben Skifahren über die Zukunft der Firma zu beratschlagen. Ebenso vor Ort zwei Angestellte, um die Gäste zu bewirtschaften.
Geschickt bietet die Autorin schnell mehrere Verdächtige, welche jeweils ein Motiv gehabt haben könnten. Doch bei den Gelegenheiten wird es schon schwieriger, wie und wann hätte es jemand ausführen können, wer käme in Frage? Und dennoch konnte mich der Roman diesmal nicht überzeugen. Das ging gleich zu Beginn los mit den viel zuvielen Personen, die allesamt gleichzeitig hinzukamen und die es mir zunächst schwierig machten, den Überblick zu behalten. Ebenso empfand ich das fiktive Tätigkeitsfeld des Start-up, welches angeblich zu einem millionenschweren Erfolg geführt haben soll, ziemlich an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig.
Präsentiert wird das Ganze aus zwei Erzählperspektiven, einer Angestellten des Chalet sowie einer Frau unter den Gästen, welche die meiste Zeit nichts Interessanteres liefern konnte als nervöses Rumgezuppel an ihrer Kleidung, Fingerknacken, Selbstmitleid, von allem Kopfschmerzen bekommen, den Mund nicht aufkriegen oder einfach davonlaufen. Diese äusserst subjektive Perspektive war unerträglich anstregend zu lesen und von vornherein zu verräterisch. Doch auch die anderen Gäste waren anstrengend, versnobt, cholerisch, arrogant, streitlustig, nur um mal einiges zu nennen. Sympathisch waren lediglich die beiden Chalet-Angestellten, so wie auch nur die Kapitel der Angestellten wirklich angenehm zu lesen waren. Ebenso war mir schnell klar, wer hinter allem steckt, stecken muss, die Hinweise waren zu offensichtlich, der Fall neben all den nervigen Charakteren nicht verzwickt genug. Und das reicht mir nicht, um wirklich Spaß an einem Thriller zu haben. Das kann die Autorin besser.

Bewertung vom 03.01.2023
Was ich euch verschweige
Lodge, Gytha

Was ich euch verschweige


sehr gut

Perfide und etwas kontruiert
DCI Jonah Sheens vierter Fall hat es in sich: Eine Jugendliche betritt blutüberströmt ein Gartenlokal. Sie und ihre Schwester gelten seit einigen Tagen als vermisst, doch bevor das Mädchen etwas zum Verbleib ihrer Schwester sagen möchte, hat sie Jonah eine Geschichte zu erzählen. Und je mehr sie erzählt, desto unsicherer ist Jonahs Team: Ist das Mädchen Täter oder Opfer? Zugleich läuft ihnen bald die Zeit davon.
Der Fall gestaltet sich als perfide und unüberschaubar, es gibt diverse Wendungen. Vor allem die anfängliche Gefühlskälte des Mädchens macht es zunächst schwierig, Vermutungen anzustellen. Auch diesmal gefiel mir, wie professionell das Ermittlerteam zusammenarbeitet, auch wenn die Polizisten nicht immer einer Meinung waren. Gleichzeitig gestaltet die Autorin die Privatleben der Ermittler weiterhin als Nebensache, die zwar immer wieder mal durchscheint, aber nicht vom eigentlichen Fall ablenkt.
Auch wenn der Fall äußerst verzwickt und lange spannend ist, empfand ich ihn diesmal als etwas zu kontruiert, insbesondere die Auflösung. Dem Team um DCI Sheens werd ich allerdings weiterhin folgen. Eine Vorkenntnis der bisherigen Bände ist übrigens nicht zwingend notwendig.

Bewertung vom 03.01.2023
Die Wissenschaft von Mittelerde

Die Wissenschaft von Mittelerde


ausgezeichnet

Anspruchsvoll und vielfältig
In diesem Buch haben Personen unterschiedlicher Fachrichtungen Tolkiens Welt Mittelerde unter verschiedenen Gesichtspunkten wissenschaftlich betrachtet und ihre Überlegungen dazu angestellt. Entsprechend vielfältig gestaltet sich dieses Sachbuch, ebenso schwankt der Schreibstil von AutorIn zu AutorIn.
Ich bin mir sicher, dass jede Person für sich die eigenen Lieblingsthemen finden wird, während andere Themen vielleicht weniger interessant oder komplizierter zu verstehen sein könnten. Daher ist es auch schwierig, das Buch komplett objektiv zu bewerten, da ich natürlich andere Themen des Buches präferiere als vielleicht andere LeserInnen.

Neben einer großen Karte der Welt gleich zu Beginn erwarten einen sechs Themenschwerpunkte, zu denen jeweils mehrere Fachleute Beiträge bieten:
1. Der Aufbau der eigenen Welt (über Tolkien, Wirtschaft, Politik, Philosphie u.a.)
2. Verankerung in Raum und Zeit (Archäologie, Historisches, Linguistik u.a.)
3. Ein komplexes Umfeld (Landschaften, Geologie, Klima)
4. Großartige Lebenswelten (Pflanzen, Mineralien, Bergbau, der Eine Ring)
5. Erstaunliche Charaktere (biologische und medizinische Betrachtungen, Evolution)
6. Ein fantastisches Bestiarium (Tiere und Fabelwesen)

Ich empfand die Beiträge als äusserst unterhaltsam, und, je nach eigenem Interesse, auch ziemlich faszinierend. Manche Beiträge sind etwas fachspezifischer in der Ausdrucksweise, davon einige m. E. nicht immer einfach zu verstehen, andere eher populärwissenschaftlich und damit verständlicher formuliert. Zwischendurch gibt es diverse Zeichnungen zu Tolkiens Welt sowie Graphiken und Abbildungen zu den Themenbereichen. Die Autorinnen und Autoren sind im Anhang mit ihren jeweiligen Fachbereichen sowie einer kurzen Vorstellung aufgelistet. Je nach Interesse zum immer mal wieder drin Stöbern gut geeignet.

Bewertung vom 03.01.2023
Das Geheimnis der Hexen / Atelier of Witch Hat Bd.1
Shirahama, Kamome

Das Geheimnis der Hexen / Atelier of Witch Hat Bd.1


ausgezeichnet

Wunderschön gezeichnetes magisches Abenteuer
Seit der Begegnung mit einem maskierten Zauberer in ihrer Kindheit träumt Coco davon, selbst Magie wirken zu können. Stattdessen hilft sie ihrer Mutter in der Schneiderei. Durch einen Zufall wird Zauberer Quiffrey auf Coco aufmerksam und will sie nach einem tragischen Ereignis fortan gemeinsam mit anderen Schülerinnen in seinem Atelier unterrichten. Doch nicht nur magischer Lehrstoff, Prüfungen und eine neidische Mitschülerin bestimmen fortan Cocos Leben, auch der maskierte Zauberer verfolgt weiterhin seine Ziele.
Ein sehr unterhaltsamer und schnell spannend werdender Einstieg in die Reihe um Hexen und Zauberer. Die Panels sind detailreich gezeichnet, die Story entwickelt sich vielfältig und dynamisch. Einblicke in die Welt der Magie am Ende des Bandes runden das ganze auf interessante Weise ab. Macht definitiv Lust, die Reihe weiterzulesen.

Bewertung vom 03.01.2023
Die letzte Party / Ffion Morgan Bd.1
Mackintosh, Clare

Die letzte Party / Ffion Morgan Bd.1


ausgezeichnet

Vielschichtiger Mordfall an der walisisch-englischen Grenze
Zum alljährlichen Neujahrsschwimmen im Mirror Lake hat die walisische Ermittlerin Ffion Morgan es es diesmal nicht geschafft: Zu dem Zeitpunkt hat sie noch versucht, sich unbemerkt aus der Wohnung ihres Silvester-One-Night-Stand zu schleichen. Viel verpasst hat sie allerdings nicht, denn das Schwimmen wurde wegen eines Leichenfundes abgeblasen. Da das Opfer zwar auf der walisischen Seite des Sees gefunden, zuvor aber vermutlich auf englischer Seite gefeiert hat, wird Ffion ein britischer Ermittler zur Seite gestellt. Nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Engländer gestaltet sich zunächst als Herausforderung, auch die Suche nach Täter und Motiv. Denn schnell wird die Liste der Verdächtigen unüberschaubar.
Ffion Morgan und Leo Brady ergeben ein sehr unterhaltsames Ermittlerduo. Während sie tough und zielgerichtet ist, übernimmt er zunächst die passive Rolle im Team. Mit der Zeit erhält man durch viele Rückblenden und Perspektivenwechsel einen stetig wachsenden Einblick in Ffions walisisches Heimatdorf sowie das auf englischer Seite liegende Resort The Shore.
Die letzte Party ist ein Krimi, bei dem es sich hervorragend miträtseln lässt. Nicht wenige Charaktere haben etwas zu verbergen, viele hätten ein Motiv zum Mord gehabt. Zudem ist Ffions forsche Art herrlich erfrischend und selbst sie gerät zwischendurch ins Visier. Absolute Lese-Empfehlung!

Bewertung vom 03.01.2023
Die Prophezeiung der Iliana
Neise, Tanja

Die Prophezeiung der Iliana


sehr gut

Junge Frau verändert die Welt der Magie
Ada lebt mit ihrem Vater in einer Welt, in der die Magie in den Händen der Männer mächtiger Clans liegt, während die Unterdrückung der Frau auch in diesem Bereich keine Grenzen kennt. Plötzlich interessieren sich zwei verfeindete Clans für Ada, deren magisches Erbe größer ist, als irgendwer bisher auch nur geahnt hat. Die ahnungslose Ada gerät zunächst zwischen die Fronten, bevor sie die wahre Bedeutung erkennt, welche sich hinter der mysteriösen Prophezeiung der Iliana verbirgt, einer früheren Magierin. Von da an beginnt sie, die Geschichte der Magie neu zu schreiben.
Der erste Band der Dilogie beginnt gemächlich, nimmt jedoch schnell an Fahrt auf. Erzählerin Ada ist eine willensstarke, sympathische junge Frau, wirkt jedoch zunächst in manchen Dingen etwas lebensfremd und leichtgläubig. Dies ändert sich zum Glück, je mehr sie Einblick in die Welt der Magie und deren Hintergründe erhält. Von da an machte mir der Roman mehr Spaß. Ein wenig Romance ist natürlich auch dabei, während Ada ihre magischen Kräfte entwickelt. Manche Widersacher waren mir etwas zu stereotyp gezeichnet, ebenso fiel Ada einige Male ins Rollenklischee zurück. Insgesamt entwickelte die Story aber mit der Zeit eine gelungene Dynamik, Überraschungen inklusive, die mich davon überzeugt hat, auch den zweiten Band lesen zu wollen.

Bewertung vom 03.01.2023
Vilma zählt die Liebe rückwärts
Skretting, Gudrun

Vilma zählt die Liebe rückwärts


gut

Charakterentwicklung einer misanthropen Person
Wer skurrile Charaktere und schräge Handlung mag, könnte an diesem Buch seine Freude haben. Mit ihren 35 Jahren verbringt Vilma ihre Zeit in Oslo mit Klavierstunden für mehr oder weniger begabte Kinder und zynischen Bemerkungen. Sie lebt allein, fühlt sich aber nicht einsam, vermeidet es sogar absichtlich, Menschen an sich heran zu lassen. Sie mag andere Menschen schlichtweg nicht. Mit der Übergabe eines Stapels Briefe, dessen kürzlich verstorbener Adressant behauptet, ihr unbekannter Vater zu sein, schleicht sich für Vilma unbemerkt ein Wendepunkt in ihr Leben, der für so manchen Trubel sorgt.
Zugegeben, obwohl mir Vilmas trockene Sichtweise anfangs zusagte, empfand ich sie schnell als unerträglich egozentrisch und intolerant. Zumal ihr Handeln stellenweise wirklich fragwürdig war. Etwas kompensieren konnten dies einige weitere Charaktere, unter denen sich auch der mutmaßliche Vater befindet, dessen Leben in Rückblenden erzählt wird. Was für mich letztlich auch der interessantere Teil des Romans war, während Vilmas Kapitel zu oft bestätigten, wie unsympathisch sie mir war. Andere mögen da vielleicht drüber lachen können, mich hat es auf Dauer nicht überzeugt. Dafür war Vilmas Charakterentwicklung sehr interessant zu verfolgen.

Bewertung vom 24.12.2022
Amissa. Die Überlebenden / Kantzius Bd.3
Kodiak, Frank

Amissa. Die Überlebenden / Kantzius Bd.3


ausgezeichnet

Genialer Abschluss der Thriller-Trilogie
In letzten Band der Amissa-Trilogie werden sämtliche Rätsel um die Amissa-Organisation und den Verbindungen zum Menschenhandel gelöst. Rica Kantzius bekommt weiterhin Hilfe von einigen wenigen Vertrauten, während es bei der Polizei weitere Verräter zu geben scheint.
Auch diesmal führt der Autor die Leser in verschiedene Länder, bietet unterschiedliche Perspektiven und verbindet mehrere, zunächst einzelne Handlungsstränge zu einem roten Faden zusammen. Als Erinnerungshilfe an die Handlung der vorherigen Bände sind vom Autor einige erklärende Details mit eingebaut, ohne die Handlung unnötig zu strecken. Insgesamt wirkt auch der dritte Roman sehr realistisch, teilweise knallhart und mit einem gleichbleibend hohen Spannungsbogen.
Mir hat die Auflösung der Trilogie gut gefallen, der Unterhaltungswert ist extrem hoch und alles wirkt in sich stimmig. Die Kenntnis der vorherigen beiden Bände wäre entsprechend empfehlendwert.

Bewertung vom 11.12.2022
Das Vermächtnis / Keeper of the Lost Cities Bd.8
Messenger, Shannon

Das Vermächtnis / Keeper of the Lost Cities Bd.8


gut

Unerträgliche Längen, viel Geschwafel, wenig Handlung
Nachdem Tam aus dem Lager der Neverseen eine Warnung an Sophie weiterleiten kann sind sich alle zunächst uneins, wie sie weiter gegen die Neverseen und Lady Giselas Pläne bezüglich Keefes Vermächtnis umgehen wollen. Doch auch Sophies magische Fähigkeiten geraten erneut in den Fokus, insbesondere bei der Frage, ob sie diese womöglich von ihren biologischen Eltern geerbt haben könnte.
So spannend das Abenteuer auch ist - diesmal hat die Autorin das Ganze wirklich zu sehr in die Länge gezogen. Allen voran Sophies Besorgnis, sie könne ohne Angabe ihrer biologischen Eltern nicht bei der Heiratsvermittlung auf irgendwelchen Empfehlungslisten auftauchen. Dieser Stempel, sie sei unvermittelbar, wird über einen unerträglich langen Zeitraum thematisiert, dass es irgendwann nur noch nervt. Warum muss sich eine junges Mädchen jetzt schon Gedanken darum machen, mit welchem Kerl sie die nächsten Jahrhunderte verheiratet sein wird? Zumal sie meint, das Ganze nur Fitz zuliebe durchzuziehen. Ihrem Freund, bei deren Zusammentreffen wirklich nullkommagarkeine Romantik spürbar ist. Was selbst andere Charaktere bemerken, allen voran Ogerprinzessin Ro. Tatsächlich wirkt es eher wie ein prüdes: kein Kuss ohne verbindliche Heiratszusage. Aber Sophie benötigt tatsäch bis zum Ende des Bandes, um zu kapieren, dass es eben NICHT die Aufgabe eines Mädchens ist, einem Typen wirklich alles recht zu machen, nur weil der das so erwartet. Hätte sie diese toughe Einstellung bereits von Beginn an gezeigt, was mir deutlich sympathischer gewesen wär, hätte ein gutes Drittel des Romans eingespart und die Handlung gestrafft werden können. Desweiteren geht es primär um Sophies und Keefes magische Elfenfähigkeiten, Tams Entführung sowie ein weiteres Zusammentreffen mit den Neverseen.
Auch stilistisch hat mich die Autorin diesmal häufig enttäuscht. Neben unerträglich vielen eloquenten Fehltritten wie Äh, Ähm, Okaaaaaaay, super-irgendwas und Sätzen-die-sich-aus-mehreren-Worten-mit-Bindestrich-zu-regelrechten-Bandwürmern-verlängern wird der Roman immer umgangssprachlicher und die Charaktere tendieren zum Schwafeln. Als würd man Teenagern bei ihren Pausengesprächen zuhören. Fürchterlich. Ebenfalls nehm ich der Autorin nicht ab, wie dämlich sie die Erwachsenen teilweise darstellt. So bezweifle ich doch sehr, dass eine mehrere Jahrhundert alte Elfin wegen jeder Kleinigkeit errötet wie ein verschämter Teenager. Ebenso missfiel mir, dass Teenager-Elfen ohne Lebenserfahrung mal meinen, sie wüssten alles besser als die Erwachsenen und müssten blindlings drauflospreschen.
Zum Ende hin gibt es natürlich - endlich - spannende Momente mit überraschenden Wendungen. Cliffhanger inklusive, der aber über lange Zeit vorhersehbar ist. Ansonsten, wie bereits erwähnt, viel zu viele Längen und ein fürchterlicher Ausdrucksstil.