Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Mel.E
Wohnort: 
L.
Über mich: 
Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 12.04.2018
Nicht weg und nicht da
Freytag, Anne

Nicht weg und nicht da


ausgezeichnet

"Nicht weg und nicht da" ist ein weiteres Buch aus der Feder der Autorin Anne Freytag, welches ich sehr zu schätzen lernte. Es ist einerseits ein Buch über massives Trauern, aber auch ein Buch, welches über Neuanfänge berichten, die das Herz bewegen. Das Buch beinhaltet sehr viel Traurigkeit, dennoch eröffnet es uns als Leser_innen die Möglichkeiten des Abschied nehmen, den Rückzug aus der Gesellschaft und die Zeit, die es braucht, Wunden heilen zu lassen. es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und das, was Luise erlebt ist hart und schonungslos dargestellt. Allerdings nicht so hart, dass es junge Leser_innen überfordert. Luises Bruder ist schwer manisch und seine dunklen Episoden mitunter schwer zu ertragen, dennoch ist er es, der Luise hilft ihren Weg ins Leben zu finden. Er wählt dazu eine außergewöhnliche Möglichkeit, die mich anfangs ein klein wenig gruselte. Trotzdem ist es für Luises Heilungsprozess sehr hilfreich. Natürlich ist auch Jacob einer der Auslöser, der Luises Welt auf den Kopf stellt, allerdings auf positive, schöne Weise.
Mir hat sehr gefallen, wie Anne Freytag die Leben von Jacob und Luise gekonnt miteinander vermischt. Ich nehme ihr ab, dass es ihr nicht leicht gefallen ist, zwei Personen zu erschaffen, die schwer traumatisiert sind. Auch Jacob trägt sein Päckchen und muss lernen aufzustehen und weiterzumachen, auch wenn es wehtut. Er hat seine Wege gefunden, Luise wird ihre Wege finden müssen.
Insgesamt ist dieser Roman wirklich lesenswert, obwohl ich ihn nicht weiterempfehlen würde an jemanden, der gerade einen schweren Verlust erlitten hat, womöglich durch Suizid, das wäre vielleicht fatal und schmerzlich. Trotzdem müssen solche Bücher geschrieben werden, damit aufgezeigt wird, dass auch nach großem Schmerz, dem Leben eine Chance gegeben werden muss. Ich wünsche allen Menschen an ihrer Seite, die unterstützen und stärken und die tiefe Trauer auffangen können. Luise ist anfangs alleine, da ihre Mutter es einfach nicht schafft sich um ihre Tochter zu kümmern. Sie wirkt dadurch eiskalt, aber dieses ändert sich im weiteren Verlauf der Story, was dann auch verständlich wird.

Sehr gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 04.04.2018
Libellenschwestern
Wingate, Lisa

Libellenschwestern


ausgezeichnet

"Libellenschwestern" ist eine aufregende Reise in die Vergangenheit. Eine Vergangenheit voller Verbrechen, die ich aufgrund der Buchbeschreibung nicht erwartet hätte. Es hat mich tief bewegt und die Wahrheit dahinter hat mich sehr erschreckt über die Skrupellosigkeit der Menschen, wobei auch im Heute noch viele Menschen sich menschenunwürdig verhalten und damit durchkommen. Auch hier wird nicht angeklagt, sondern verschleiert. Gerade die Rückblicke an den Fluss waren das, was den Roman lesenswert machen konnte. Die Vergangenheit von Rill und ihrer Familie geht sehr nah und wirkt auch jetzt noch nach.
Der Roman wird in zwei Erzählperspektiven wiedergegeben und auch wenn ich Avery Stafford als Protagonistin sehr schätzte, war es Rill deren Geschichte mich faszinierte. Ich hoffte auf ein Happy End. Dem guten Ausgang eines Dramas. Ich wurde letztendlich zufriedengestellt und dennoch war mir der Schmerz des Verlassen werden, dem Verbrechen, welches an Kindern ausgeübt wurde, deutlich bewusst. Wer entscheidet darüber, wer als Eltern geeignet ist und wer nicht? Wer nutzt Kinder, um sich die Taschen mit Geld zu füllen? Es ist erbärmlich und sind Tatsachen, die wir gerne verdrängen. Der Mensch ist egoistisch und verhält sich mitunter wenig liebenswert. Es erstaunt mich immer wieder, wie weit ein Mensch gehen kann, um zu lügen und zu betrügen. Eine gute Erziehung hängt definitiv nicht vom Konto der Eltern ab, sondern davon, ob ein Kind geliebt wird oder eben auch nicht. Für Rill sind ihre Eltern zwar arm, aber sie geben ihren Kindern Nestwärme, Umarmungen. Lieder und Liebe. Verwahrlost sieht anders aus.
Als Avery erkennt, dass ihre Großmutter irgendwie eine Verbindung zu May Crandall hat, macht sie sich auf die Suche danach. Ihre Großmutter ist ihr da wenig behilflich, da sie an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erkrankt ist. Das Aufdecken der Wahrheit bringt ihre komplette Familie durcheinander, aber das ist, was Avery so sympathisch macht, denn sie setzt sich über alles hinweg, was ihren Eltern heilig ist: Der gute Ruf.
Das Geheimnis des Libellenarmbandes ist aussagekräftig und Wegweiser, um gewisse Dramen aufzudecken, aber eben auch dafür, Averys eigenes Leben zu überdenken und neue Wege einzuschlagen. Die Oberflächlichkeit des Moments vergeht und für Avery ist rückblickend ein Neuanfang möglich. Manchmal muss man sich distanzieren von dem, was zuvor das Leben bestimmt hat, um offen zu sein für Wahrheit und Liebe.
Eien absolute Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch, welches nicht nur durch das sehr bezaubernde Cover glänzen konnte!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.03.2018
Der Zopf
Colombani, Laëtitia

Der Zopf


ausgezeichnet

"Der Zopf" ist ein Roman, den ich kaum aus den Händen legen konnte, da ich ab der ersten Seite wie gefesselt war. Gerade Smitas Story ging mir sehr nah. Es macht mich sehr wütend ihr Leben als Frau in Indien zu verfolgen. In die niedrigste Kaste geboren ist sie wertlos. Mich hat es umgehauen. Natürlich weiß ich, dass Frauen geschlagen und gedemütigt werden, aber es zu lesen war wirklich hart. Smita hält an ihrem Glauben fest und ist Vishnu treu, egal wie tief sie fällt. Es ist äußerst schmerzhaft über Vergewaltigungen und Tötungen von Frauen zu lesen. Smita bricht aus, um ihrer Tochter ein besseres Leben fern ab von Fäkalien zu bieten und das Abenteuer, in welchem sie sich befindet bringt sie Guilia und Sarah näher. Der Roman hat meine hohen Erwartungen noch übertroffen und kaum angefangen, war das eBook auch schon beendet, da meine Neugier mich meinen alltäglichen Pflichten entband. Das Haus ist weiterhin dreckig, aber das Buch gelesen, welches ein einschneidendes Erlebnis war. Für mich ist es mein erstes wirkliches Highlight 2018.

Die Autorin hat es geschafft einen wunderbaren Zopf zu flechten, der drei Frauen miteinander verbinden konnte. Alle drei erzählen ihre einzigartige Geschichte, um zum Ende hin eine Perücke zu ergeben, die einer gebrochenen Frau neuen Lebensmut schenkt. Ich werde nicht weiter darauf eingehen, da es sonst die Spannung und Vorfreude auf das Buch nehmen würde. "Der Zopf" ist es wert gelesen zu werden.

Die drei Protagonisten sind starke Persönlichkeiten, die sich ihren Weg ins Leben erkämpfen. Die eine arbeitet hart und vergisst dabei, was wirklich zählt im Leben. Erst als sie erkennt, in welch einem Umfeld sie lebt, kommt sie zur Besinnung. Endlich kann sie dem Haifischbecken entkommen und ihren Kindern die Mutter sein, die diese verdienen. Manchmal muss man tief fallen, bevor man sein Leben ändert. Letztendlich wird sie eine Amazone. Die andere ist Kloputzerin, arm und verachtet von den höheren Kasten. Sie stürzt sich in ein gefährliches Abenteuer und auch wenn ich nicht weiß, ob sie es schafft ein besseres Leben zu beginnen, hinterlässt das Ende ein sehr gute Gefühl. Die andere Frau besitzt ebenfalls eine gewisse Stärke. Nachdem klar ist, dass die Firma ihres Vaters bankrott ist, setzt sie alles daran das Familienunternehmen zu retten, auch wenn sie dabei ungewöhnliche Wege gehen muss. Hilfreich ist ihr ihr Geliebter, der sicherlich nicht in das Bild passen wird, welches ihren Eltern vorschwebte.

Von mir eine absolute Leseempfehlung für einen Roman, der sicherlich noch lange nachklingen wird!

Bewertung vom 24.03.2018
Gertrude grenzenlos (MP3-Download)
Burger, Judith

Gertrude grenzenlos (MP3-Download)


ausgezeichnet

"Gertrude grenzenlos" ist ein Hörbuch, dessen Geschichte selbst Mauern überwindet. Mir hat es sehr gut gefallen und ich bin als Kind des Westens mit vielen Begebenheiten der DDR nicht vertraut. Ich bin also immer noch lernfähig, wobei ich auch sehr großes Interesse daran habe mich mit der DDR zu befassen. Leider muss ich gestehen, dass mir längst nicht alles gefällt was ich gehört habe, denn ein Misstrauen jedem Menschen gegenüber zu haben, ob er mich verrät oder lediglich beobachtet empfand ich beängstigend. Ich bin begeistert, dass Ina sich nicht abschrecken lässt und Gertrude weiterhin als Freundin betrachtet, auch wenn die Steine die ihr in den Weg geräumt werden regelrechte Felsbrocken sind. Mit einem Mädchen befreundet zu sein, dessen Eltern Feinde des Staates sind, ist höchst brisant. Zur Kirche gehen sie auch und das macht sie zu Aussätzigen in einem Staat, der alles unter Kontrolle haben will. Wer sich dagegen auflehnt, wird zum Feind. Das Hörbuch übermittelt nur kurze Fragmente dieses Systems, aber ich empfand einiges doch als sehr eindrücklich, regelrecht befremdlich. Der Autorin ist es gelungen die Freundschaft von Ina und Gertrude hervorzuheben und dennoch auch geschichtliches in die Story hineinzuweben. Es ist ihr geglückt das Geschehen umzukehren in ein liebevolles Miteinander, ob mit Mauer oder ohne. Die Sprecherin Natalia Belitski ist für das Hörbuch angemessen ausgewählt. Ihre Stimme erscheint passend und erzählt nachdrücklich die Geschichte eines Staates, die in diesem Fall die komplette Familie Gertrudes in den Fokus nimmt und dabei mehr schadet als nützt. Eigentlich sind es Verbote, die sich aussetzen müssen, denn durch den Ausreiseantrag haben sie sich alle Rechte verdorben.

Ich empfand das Hörbuch als sehr gelungen, da es die Problematik in den 70er Jahren innerhalb der DDR zwar unverblümt, aber direkt auf Kinder abgestimmt, erzählen kann. Der Fokus liegt auf der besonderen Freundschaft von Ina und Gertrude. Ina ergreift Partei für ihre Freundin vielfach und wird daher selbst gebrandmarkt von Nachbarn, Lehrerin und anderen. Selbst Inas Mutter ist anfangs gegen die Freundschaft der zwei Mädchen und verbietet Ina den Umgang mit Gertrude. Dies geht schnell nach hinten los und Inas Mutter überdenkt ihr festgeschriebenes Leben und lehnt sich auch auf gegen das System, was sie tatsächlich zum Ende hin als ungerecht empfindet.

Von mir eine absolute Hörempfehlung für "Gertrude grenzenlos". Ich empfand die Ausarbeitung der kompletten Story, die Protagonisten und auch die Wiedergabe der Sprecherin mehr als herausragend. Ein Lerneffekt ist definitiv vorhanden und das Gefühl von Dankbarkeit Freundschaften ohne Mauern erleben zu dürfen. Prädikat besonders wertvoll! Der Zielgruppe junger Hörer und Hörerinnen komplett angemessen.

Bewertung vom 24.03.2018
Die Sockenfresser
Srut, Pavel

Die Sockenfresser


ausgezeichnet

Das Kinderbuch "Die Sockenfresser" ist für junge Leser und Leserinnen ab 8 Jahren bestens geeignet, um herauszufinden, dass es nicht die Waschmaschine ist die unsere Socken verschwinden lässt, sondern Sockenfresser dahinterstecken, die sich von unseren Socken nähren. Für uns sind die Sockenfresser unsichtbar, es sei denn sie geben sich zu erkennen. Zwischen Kicher und seinem Vermieter, der lange nichts von seinen Mitbewohnern wusste, entpuppt sich tatsächlich eine ungewöhnliche Freundschaft. Zumindest hilft es beiden aus ihrer Einsamkeit. Kicher wurde von seinen Eltern verlassen für eine Mission in Afrika und Herr von seiner großen Liebe, die auch in Afrika weilt. Kicher macht in dieser Story eine große Verwandlung durch, denn er entwickelt sich zu einem zähen Burschen, der sich dem Untergrund stellen muss, um das Schlimmste zu verhindern.
Mir hat besonders gefallen, dass Kicher seine Schüchternheit verliert und sich Gefahren stellt, die alle Sockenfresser der Stadt schaden würde. Es gibt nämlich wie im echten Leben auch Bösewichte unter den Sockenfressern. Machtübernahme und Komplotte geben dem Roman die nötige Würze um auch die junge Leserschar zu begeistern. Natürlich ist auch die amüsante Sprache, die kurzen knackigen Kapitel ein Anreiz für mich das Buch weiterzuempfehlen. Es ist direkt an die junge Leserschar angepasst und dient mit seinen vielen bunten Illustrationen dazu, dass Buch farbenfroher und ansprechender zu gestalten.
Ich fand die Story nicht nur sehr niedlich, sondern war auch von dem ganzen Abenteuer rund um Socken wirklich fasziniert. Professor Krausekopf setzt sich schon lange mit dem Leben der Sockenfresser auseinander. Schlimm nur, dass er seine Erkenntnisse nicht beweisen kann, da Sockenfresser sich nicht fotografieren lassen und von uns Menschen einfach nicht wahrgenommen werden. Ich bin versucht alle unsere Bilder auf links zu drehen, um hinter ihnen nachzusehen, ob sie Schlupflöcher für Sockenfresser sein könnten, da natürlich auch in unserem Haushalt Socken fehlen und niemand weiß, wohin diese verschwunden sind. Sockenfresser sind also möglich oder sind es tatsächlich Sockenmonster in der Waschmaschine? Ich bin tatsächlich verunsichert ☺ Es ist eine Story, die sich zu lesen lohnte. Gerne eine Leseempfehlung!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.03.2018
Der Zorn der Gerechten / Scythe Bd.2
Shusterman, Neal

Der Zorn der Gerechten / Scythe Bd.2


ausgezeichnet

"Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist ein gelungener zweiter Band einer Trilogie die mich sehr faszinierte. Ich genoss die erzeugte Spannung, die gleich zu Beginn spürbar ist. Citra, die sich nun Scythe Anastasia nennt begeht ihre Nachlese barmherzig, wenn man es so nennen kann, während Scythe Luzifer (Rowan) wie ein Racheengel fungiert. Es ist mitunter sehr schockierend, wie hier mit Leben und Tod gespielt wird, aber dennoch ist es genau dieses, was einem Sog gleichkommt. Ich mochte den zweiten Band fast schon ein klein wenig mehr als "Scythe - Die Hüter des Todes", da die Spannung manchmal einfach unerträglich ist und die Story viele Überraschungen zu bieten hat. Grausam und barbarisch bleibt es dennoch, wobei kein Unterschied zum ersten Band festzustellen ist. Ich kann also nicht von einem Wohlfühlbuch sprechen, sondern von einer faszinierenden Anderswelt, die auch beängstigt. Der Schreibstil und die ausgedachte Welt des Autors ist gut durchdacht und der Tod zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch ohne zu erschlagen. Wunderbar eingewoben sind die Widerlinge und die Tonisten, die der Story noch mehr Eigentümlichkeit vermitteln. Nachdem ich das buch beendet habe war ich zunächst schockiert über den fiesen Cliffhanger und dann von der Tatsache, dass der letzte Band noch sehr lange auf sich warten lässt. Das ist das Problem an Trilogie und der Grund warum ich mich ganz selten darauf einlasse, denn ein Weiterlesen ist zumindest hier erst 2019 oder noch später möglich. Die Story hatte mich so gepackt, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte.
In "Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist der Tod durch Nachlesen ein ständiger Begleiter und vielleicht ist es nicht unvernünftig sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander zu setzen? Auf jeden Fall ist ein besonnenes Nachlesen um einiges schöner zu lesen als brutales Töten um seine Macht zu demonstrieren? Es geschieht einiges, was sich nicht vorhersehen lässt und damit hat mich der Autor für sich gewinnen können. Ich war fassungslos und hätte niemals damit gerechnet, dass die Dinge sich so bewegen wie sie es letztendlich tun. Manche Scythe aus Band 1 habe ich nicht vermisst und dennoch musste ich ihnen wiederbegegnen. Sympathieträger werden sie dennoch nie sein, denn eine Veränderung ist nicht wahrnehmbar. Es gibt einige Geheimnisse die aufgedeckt werden, aber noch nicht zum Zuge gekommen sind, was heißt, es gibt für Band 3 noch einiges zu klären.
Spannend sind die Gedanken des Thunderhead, der immer wieder zu Wort kommt und dennoch wirkt als wären ihm die Hände gebunden. Manchmal wünschte ich er würde eingreifen und nicht nur den Posten des Beobachters übernehmen. Im ersten Band sind es die Tagebucheinträge der Scythe die faszinieren, in "Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist es der Thunderhead der teilhaben lässt an der geschaffenen Welt.
Protagonisten sind wunderbar gezeichnet und als Leserin fühlt man einfach mit. Besonders Grayson bin ich wohlgesonnen und erhoffe mir noch mehr von ihm zu lesen. Eine gute alte Bekannte werde ich in Band 3 sehr vermissen, aber Citra und Rowan werden das Scythtum zu einem guten Ende führen da bin ich mir fast sicher. Leider wird meine Geduld weiterzulesen auf eine harte Probe gestellt, aber ich bin zuversichtlich, dass sich alles zu meiner vollsten Zufriedenheit klären wird.

Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 24.03.2018
DUMPLIN'
Murphy, Julie

DUMPLIN'


ausgezeichnet

"Dumplin" ist ein außergewöhnliches Jugendbuch, welches mir sehr zugesagt hat. Es zeigt auf, dass wir Menschen uns oft sehr oberflächlich verhalten und dabei innere Werte außer Acht lassen. Anhand von Dumplin (Übersetzt "Knödel") zeigt sich ganz deutlich, wie schwer junge Mädchen es haben, die leicht übergewichtig sind oder eben auch sehr übergewichtig sind. Dies fängt direkt bei dem Klammottenkauf an und hört damit auf, dass diese Mädchen bei einem Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb eigentlich hätten ausgeschlossen werden müssen. Wer aber legt fest was Schönheit ist? Es ist unsere Gesellschaft, die Menschen mit Übergewicht nicht als Schön wahrnehmen und das sollte nachdenklich stimmen.Mir gefällt der leise Unterton in "Dumplin - Go Big or go Home", denn es zeigt ganz deutlich auf, wie wenig wertschätzend Dumplin mit sich selbst umgeht, da sie täglich durch ihre Mutter geprägt wurde. Diese war selbst übergewichtig und erhält ihr Gewicht nur durch Selbstgeißelung durch übermäßigen Sport und Verzicht. Ich musste direkt an diverse TV Formate denken in denen auch nur die weiterkommen oder ein Foto erhalten, die fast schon mager zu nennen sind und mir daher auch nicht attraktiv erscheinen, wobei ich anmerken möchte, dass ich damit nicht die jungen Mädchen meine die von Natur aus schlank sind, sondern lediglich die, die einem Schönheitsideal unterliegen. Diese jungen Frauen sind zum teil nur auf ihr Aussehen zu beschränken, denn besonders liebenswert erscheint es mir nicht. Mir schmeckt es einfach viel zu gut, als dass ich darauf bedacht bin auf alles zu verzichten, was eine höhere Kalorienzahl hat.Dumplins Mutter hat natürlich durch ihre eigenen Erfahrungen ein Weltbild, bzw. eine Weltanschauung um sich errichtet, in der ihre Tochter eigentlich nicht passt. Es macht mich regelrecht sauer, denn der Umgang, den sie mit Willowdean pflegt nervt und ist auch oft sehr herablassend. Natürlich ist die Tatsache seine Schwester durch einen Herzinfarkt zu verlieren schmerzhaft, dennoch ist es wichtig seine Tochter zu lieben und nicht beherrschen, bzw. beeinflussen zu wollen. Dumplins Mama ist selbst Schönheitskönigin des Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb und sitzt nun im Komitee seit vielen Jahren. Sie ist es, die Dumplin am meisten Steine in den Weg wirft, diese aber nicht ins Stolpern bringt.
Willowdean ist stärker als sie selbst glaubt und entwickelt sich zu einer echten Schönheit. Dies geschieht tatsächlich nicht durch Abnehmen, sondern daran, dass sie kämpft. Kämpft dafür gesehen zu werden. Endlich wahrgenommen zu werden als echte Schönheit, die lediglich ein paar Pfunde zu viel hat. Na und? Sie ist mir sehr sympathisch, obwohl ihre Selbstzweifel mitunter so weit gehen, dass sie nicht wahrnimmt, dass sie auch mit Speckröllchen geliebt werden kann. Fast verpasst sie so ihre erste große Liebe.

Ellen ihre beste Freundin nimmt irgendwann Abstand und lässt sich von anderen so sehr beeinflussen, dass die jahrelange Freundschaft von Willowdean und ihr zerstört scheint. Letztendlich scharrt Willowdean nun andere Personen um sich für die sie eine Vorbildfunktion übernimmt.

"Dumplin"ist ein Roman, der sich zu lesen lohnte. Innere Werte zählen tatsächlich vielfach und nicht das, was direkt vor Augen ist. Wir Menschen haben noch so viel zu lernen. Vielleicht benötigt es solch einen Roman, welcher der Auffassung ist, sich selbst schätzen zu lernen mit all den kleinen und großen Defiziten die nicht dem Schönheitsideal der Gesellschaft entsprechen? Absolute Leseempfehlun

Bewertung vom 19.03.2018
Summer Girls
Berkouwer, Jobien

Summer Girls


ausgezeichnet

"Summer Girls" kann den erzeugten Spannungsbogen des Beginns komplett erhalten und macht nicht nur fassungslos, sondern zeigt auch auf, inwieweit Menschen durch ihre Kindheit geprägt werden. Der Mörder der jungen Mädchen ist mir als Leserin schnell bekannt und ich fühlte mitunter auch Mitleid mit ihm, denn die Psychose die sich hier entwickelt ist anerzogen, bzw. durch das Verhalten anderer ihm nahe stehenden Menschen entstanden. Es dient jetzt nicht als Entschuldigung für grausame Taten, sondern lediglich dazu sich bewusst zu machen welche Auswirkungen unser eigenes Verhalten auf andere Menschen haben könnte. Hier ist eine zutiefst verletzte Seele zu entdecken, die krank gemacht wurde und im Töten endlich Bestätigung und Liebe findet. Es entsetzt mich zutiefst.

Interessant ist zu sehen, wie die Profilerin Lot van Dijk arbeitet. Sie versetzt sich in das Täterprofil hinein und auch wenn sie mehrfach belächelt und nicht ernst genommen wird in ihrem Wirken, ist sie es die die Knoten lösen kann. Sie bleibt empathisch und gibt "Summer Girls" dadurch eine gewisse Wärme in all dem Schrecken und Ängsten die unwillkürlich entstehen. Für Eltern ist es ein Grauen nicht zu wissen, ob es ihr eigenes Kind ist, welches ermordet aufgefunden wird. Lot van Dijk bleibt menschlich in all den Ermittlungen und hat ihre eigene Professionalität entwickeln können. Als Profilerin ist sie definitiv herausragend. Ich erhoffe mir tatsächlich noch weitere Thriller mit Lot van Dijk als Ermittlerin. Es war sehr spannend in ihre Gedankenwelt einzutauchen.

Der Thriller ist auf mehreren Ebenen zu lesen, denn es entwickelt sich zwar schnell ein Sog der Spannung, aber dieses ist die Folge des Eintauchen in die Gedanken des Mörders. Indem wir in seine Gedankenwelt eintauchen gibt es ein erschreckendes Erkennen über sein Handeln und Wirken. Wie schon erwähnt, hat niemand das Recht einem Menschen das Leben zu nehmen, dennoch ist es eine Auswirkung seiner Kindheit. Ich war tatsächlich fassungslos über die Lieblosigkeit von Mitmenschen und Familie.Es ist mir immer noch unverständlich, dass Menschen vergessen was die Würde eines Anderen ist und sich grausam verhalten dürfen ohne Strafe.

"Summer Girls" ist grandios geschrieben, macht nachdenklich und erzeugt einen hohen Spannungsbogen, der sich fast komplett wie ein roter Faden durch die Seiten zog. Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung, da mir bis auf wenige Protagonisten die meisten doch sehr sympathisch waren und ich mir weitere Thriller in dieser Form vorstellen könnte.


★★★★★ (4,5 Sterne)

Bewertung vom 17.03.2018
Ein langer Weg nach Hause
Martin, Charles

Ein langer Weg nach Hause


ausgezeichnet

"Ein langer Weg nach Hause" ist ein Roman, der sich fast ausschließlich mit der Faszination Musik beschäftigt. Ein Medium, mit dem ich mich gerne erreichen lasse, da es mein Herz bewegt. Die Parallelen zum Gleichnis des verlorenen Sohnes zog ich direkt nachdem ich mich mit dem Klappentext beschäftigte. Meine Vermutung sah ich mehrfach bestätigt und gerade die Schlussworte des Autors waren es, die mich sehr ansprachen. In diesem Roman wird es anders aufgerollt als innerhalb des biblischen Gleichnis, aber die Liebe des Vaters wird dennoch deutlich hervorgehoben. Ein Vater lässt seinen Sohn ziehen und dieser fällt auch sehr tief, dennoch könnte er, wenn er wollte in die Arme des Vaters zurück. Mich hat diese tiefe Liebe sehr beeindruckt, denn Cooper ist regelrecht aufsässig und dennoch wird er geliebt. Wie oft entfernen wir uns gedanklich von unserem Vaterhaus und sind doch immer wieder Willkommen? Cooper ist sehr talentiert und gerät an Menschen, die ihm nicht immer wohlgesonnen sind. Er verliert einiges in seinem Leben und es ist ein harter Kampf den er sich stellen muss, um sein eigenes Handeln und Denken zu begreifen. Sein Vater hat ihn mehr geprägt, als es anfänglich den Anschein hatte. Als Sohn eines Wanderpredigers kommt er dem Glauben schon im Kindesalter sehr nah und wie es so oft ist, lehnt er sich auf. Gegen seinen Vater, gegen Gott, aber beide haben ihn sehr beeinflusst, was dann leider erst recht spät zum Tragen kommt, als Cooper sich tiefe Narben zuzieht, die nicht nur äußerlich zu erkennen sind. Seine Gabe bleibt und findet anderweitig Verwendung. Es ist nicht nur das Showbiz, welches hart mit seinem Talent umgeht und ihn an seine Grenzen bringt, sondern auch das eigene versagen, welches nachdenklich stimmt. "Ein langer Weg nach Hause" ist für mich ein Roman, der nachwirkt und mir ganz viel Wärme gab. Ich mochte die eingeflochtene Liebesgeschichte und eben auch den Bezug zum Verlorenen Sohn, eine Geschichte, die mir immer wieder zu Herzen geht. Oft gehört, mehrfach darüber in unterschiedlichen Versionen gelesen und doch immer wieder Neu. Leider gab es aber auch kurze Fragmente, die mich nicht begeistern konnten, diese überwogen aber nicht, sondern hinterließen nur ein komisches Gefühl während des Lesens. Im Gesamtpakt empfand ich "Ein langer Weg nach Hause"als wunderbar zu Lesen und herzerwärmend, sodass ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Innerhalb einer Leserunde gelesen, waren die Gedanken der anderen Leser_innen sehr wertvoll für mich. Vielen Dank dafür.

★★★★★ (4,5 Sterne)