BenutzerTop-Rezensenten Übersicht
Bewertungen
Insgesamt 1270 Bewertungen| Bewertung vom 12.04.2018 | ||
|
"Nicht weg und nicht da" ist ein weiteres Buch aus der Feder der Autorin Anne Freytag, welches ich sehr zu schätzen lernte. Es ist einerseits ein Buch über massives Trauern, aber auch ein Buch, welches über Neuanfänge berichten, die das Herz bewegen. Das Buch beinhaltet sehr viel Traurigkeit, dennoch eröffnet es uns als Leser_innen die Möglichkeiten des Abschied nehmen, den Rückzug aus der Gesellschaft und die Zeit, die es braucht, Wunden heilen zu lassen. es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und das, was Luise erlebt ist hart und schonungslos dargestellt. Allerdings nicht so hart, dass es junge Leser_innen überfordert. Luises Bruder ist schwer manisch und seine dunklen Episoden mitunter schwer zu ertragen, dennoch ist er es, der Luise hilft ihren Weg ins Leben zu finden. Er wählt dazu eine außergewöhnliche Möglichkeit, die mich anfangs ein klein wenig gruselte. Trotzdem ist es für Luises Heilungsprozess sehr hilfreich. Natürlich ist auch Jacob einer der Auslöser, der Luises Welt auf den Kopf stellt, allerdings auf positive, schöne Weise. |
|
| Bewertung vom 04.04.2018 | ||
|
"Libellenschwestern" ist eine aufregende Reise in die Vergangenheit. Eine Vergangenheit voller Verbrechen, die ich aufgrund der Buchbeschreibung nicht erwartet hätte. Es hat mich tief bewegt und die Wahrheit dahinter hat mich sehr erschreckt über die Skrupellosigkeit der Menschen, wobei auch im Heute noch viele Menschen sich menschenunwürdig verhalten und damit durchkommen. Auch hier wird nicht angeklagt, sondern verschleiert. Gerade die Rückblicke an den Fluss waren das, was den Roman lesenswert machen konnte. Die Vergangenheit von Rill und ihrer Familie geht sehr nah und wirkt auch jetzt noch nach. 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. |
|
| Bewertung vom 31.03.2018 | ||
|
"Der Zopf" ist ein Roman, den ich kaum aus den Händen legen konnte, da ich ab der ersten Seite wie gefesselt war. Gerade Smitas Story ging mir sehr nah. Es macht mich sehr wütend ihr Leben als Frau in Indien zu verfolgen. In die niedrigste Kaste geboren ist sie wertlos. Mich hat es umgehauen. Natürlich weiß ich, dass Frauen geschlagen und gedemütigt werden, aber es zu lesen war wirklich hart. Smita hält an ihrem Glauben fest und ist Vishnu treu, egal wie tief sie fällt. Es ist äußerst schmerzhaft über Vergewaltigungen und Tötungen von Frauen zu lesen. Smita bricht aus, um ihrer Tochter ein besseres Leben fern ab von Fäkalien zu bieten und das Abenteuer, in welchem sie sich befindet bringt sie Guilia und Sarah näher. Der Roman hat meine hohen Erwartungen noch übertroffen und kaum angefangen, war das eBook auch schon beendet, da meine Neugier mich meinen alltäglichen Pflichten entband. Das Haus ist weiterhin dreckig, aber das Buch gelesen, welches ein einschneidendes Erlebnis war. Für mich ist es mein erstes wirkliches Highlight 2018. |
|
| Bewertung vom 24.03.2018 | ||
|
Gertrude grenzenlos (MP3-Download) "Gertrude grenzenlos" ist ein Hörbuch, dessen Geschichte selbst Mauern überwindet. Mir hat es sehr gut gefallen und ich bin als Kind des Westens mit vielen Begebenheiten der DDR nicht vertraut. Ich bin also immer noch lernfähig, wobei ich auch sehr großes Interesse daran habe mich mit der DDR zu befassen. Leider muss ich gestehen, dass mir längst nicht alles gefällt was ich gehört habe, denn ein Misstrauen jedem Menschen gegenüber zu haben, ob er mich verrät oder lediglich beobachtet empfand ich beängstigend. Ich bin begeistert, dass Ina sich nicht abschrecken lässt und Gertrude weiterhin als Freundin betrachtet, auch wenn die Steine die ihr in den Weg geräumt werden regelrechte Felsbrocken sind. Mit einem Mädchen befreundet zu sein, dessen Eltern Feinde des Staates sind, ist höchst brisant. Zur Kirche gehen sie auch und das macht sie zu Aussätzigen in einem Staat, der alles unter Kontrolle haben will. Wer sich dagegen auflehnt, wird zum Feind. Das Hörbuch übermittelt nur kurze Fragmente dieses Systems, aber ich empfand einiges doch als sehr eindrücklich, regelrecht befremdlich. Der Autorin ist es gelungen die Freundschaft von Ina und Gertrude hervorzuheben und dennoch auch geschichtliches in die Story hineinzuweben. Es ist ihr geglückt das Geschehen umzukehren in ein liebevolles Miteinander, ob mit Mauer oder ohne. Die Sprecherin Natalia Belitski ist für das Hörbuch angemessen ausgewählt. Ihre Stimme erscheint passend und erzählt nachdrücklich die Geschichte eines Staates, die in diesem Fall die komplette Familie Gertrudes in den Fokus nimmt und dabei mehr schadet als nützt. Eigentlich sind es Verbote, die sich aussetzen müssen, denn durch den Ausreiseantrag haben sie sich alle Rechte verdorben. |
|
| Bewertung vom 24.03.2018 | ||
|
Das Kinderbuch "Die Sockenfresser" ist für junge Leser und Leserinnen ab 8 Jahren bestens geeignet, um herauszufinden, dass es nicht die Waschmaschine ist die unsere Socken verschwinden lässt, sondern Sockenfresser dahinterstecken, die sich von unseren Socken nähren. Für uns sind die Sockenfresser unsichtbar, es sei denn sie geben sich zu erkennen. Zwischen Kicher und seinem Vermieter, der lange nichts von seinen Mitbewohnern wusste, entpuppt sich tatsächlich eine ungewöhnliche Freundschaft. Zumindest hilft es beiden aus ihrer Einsamkeit. Kicher wurde von seinen Eltern verlassen für eine Mission in Afrika und Herr von seiner großen Liebe, die auch in Afrika weilt. Kicher macht in dieser Story eine große Verwandlung durch, denn er entwickelt sich zu einem zähen Burschen, der sich dem Untergrund stellen muss, um das Schlimmste zu verhindern. 0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. |
|
| Bewertung vom 24.03.2018 | ||
|
Der Zorn der Gerechten / Scythe Bd.2 "Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist ein gelungener zweiter Band einer Trilogie die mich sehr faszinierte. Ich genoss die erzeugte Spannung, die gleich zu Beginn spürbar ist. Citra, die sich nun Scythe Anastasia nennt begeht ihre Nachlese barmherzig, wenn man es so nennen kann, während Scythe Luzifer (Rowan) wie ein Racheengel fungiert. Es ist mitunter sehr schockierend, wie hier mit Leben und Tod gespielt wird, aber dennoch ist es genau dieses, was einem Sog gleichkommt. Ich mochte den zweiten Band fast schon ein klein wenig mehr als "Scythe - Die Hüter des Todes", da die Spannung manchmal einfach unerträglich ist und die Story viele Überraschungen zu bieten hat. Grausam und barbarisch bleibt es dennoch, wobei kein Unterschied zum ersten Band festzustellen ist. Ich kann also nicht von einem Wohlfühlbuch sprechen, sondern von einer faszinierenden Anderswelt, die auch beängstigt. Der Schreibstil und die ausgedachte Welt des Autors ist gut durchdacht und der Tod zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch ohne zu erschlagen. Wunderbar eingewoben sind die Widerlinge und die Tonisten, die der Story noch mehr Eigentümlichkeit vermitteln. Nachdem ich das buch beendet habe war ich zunächst schockiert über den fiesen Cliffhanger und dann von der Tatsache, dass der letzte Band noch sehr lange auf sich warten lässt. Das ist das Problem an Trilogie und der Grund warum ich mich ganz selten darauf einlasse, denn ein Weiterlesen ist zumindest hier erst 2019 oder noch später möglich. Die Story hatte mich so gepackt, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte. |
|
| Bewertung vom 24.03.2018 | ||
|
"Dumplin" ist ein außergewöhnliches Jugendbuch, welches mir sehr zugesagt hat. Es zeigt auf, dass wir Menschen uns oft sehr oberflächlich verhalten und dabei innere Werte außer Acht lassen. Anhand von Dumplin (Übersetzt "Knödel") zeigt sich ganz deutlich, wie schwer junge Mädchen es haben, die leicht übergewichtig sind oder eben auch sehr übergewichtig sind. Dies fängt direkt bei dem Klammottenkauf an und hört damit auf, dass diese Mädchen bei einem Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb eigentlich hätten ausgeschlossen werden müssen. Wer aber legt fest was Schönheit ist? Es ist unsere Gesellschaft, die Menschen mit Übergewicht nicht als Schön wahrnehmen und das sollte nachdenklich stimmen.Mir gefällt der leise Unterton in "Dumplin - Go Big or go Home", denn es zeigt ganz deutlich auf, wie wenig wertschätzend Dumplin mit sich selbst umgeht, da sie täglich durch ihre Mutter geprägt wurde. Diese war selbst übergewichtig und erhält ihr Gewicht nur durch Selbstgeißelung durch übermäßigen Sport und Verzicht. Ich musste direkt an diverse TV Formate denken in denen auch nur die weiterkommen oder ein Foto erhalten, die fast schon mager zu nennen sind und mir daher auch nicht attraktiv erscheinen, wobei ich anmerken möchte, dass ich damit nicht die jungen Mädchen meine die von Natur aus schlank sind, sondern lediglich die, die einem Schönheitsideal unterliegen. Diese jungen Frauen sind zum teil nur auf ihr Aussehen zu beschränken, denn besonders liebenswert erscheint es mir nicht. Mir schmeckt es einfach viel zu gut, als dass ich darauf bedacht bin auf alles zu verzichten, was eine höhere Kalorienzahl hat.Dumplins Mutter hat natürlich durch ihre eigenen Erfahrungen ein Weltbild, bzw. eine Weltanschauung um sich errichtet, in der ihre Tochter eigentlich nicht passt. Es macht mich regelrecht sauer, denn der Umgang, den sie mit Willowdean pflegt nervt und ist auch oft sehr herablassend. Natürlich ist die Tatsache seine Schwester durch einen Herzinfarkt zu verlieren schmerzhaft, dennoch ist es wichtig seine Tochter zu lieben und nicht beherrschen, bzw. beeinflussen zu wollen. Dumplins Mama ist selbst Schönheitskönigin des Miss Teen Blue Sonnet - Schönheitswettbewerb und sitzt nun im Komitee seit vielen Jahren. Sie ist es, die Dumplin am meisten Steine in den Weg wirft, diese aber nicht ins Stolpern bringt. |
|
| Bewertung vom 19.03.2018 | ||
|
"Summer Girls" kann den erzeugten Spannungsbogen des Beginns komplett erhalten und macht nicht nur fassungslos, sondern zeigt auch auf, inwieweit Menschen durch ihre Kindheit geprägt werden. Der Mörder der jungen Mädchen ist mir als Leserin schnell bekannt und ich fühlte mitunter auch Mitleid mit ihm, denn die Psychose die sich hier entwickelt ist anerzogen, bzw. durch das Verhalten anderer ihm nahe stehenden Menschen entstanden. Es dient jetzt nicht als Entschuldigung für grausame Taten, sondern lediglich dazu sich bewusst zu machen welche Auswirkungen unser eigenes Verhalten auf andere Menschen haben könnte. Hier ist eine zutiefst verletzte Seele zu entdecken, die krank gemacht wurde und im Töten endlich Bestätigung und Liebe findet. Es entsetzt mich zutiefst. |
|
| Bewertung vom 17.03.2018 | ||
|
"Ein langer Weg nach Hause" ist ein Roman, der sich fast ausschließlich mit der Faszination Musik beschäftigt. Ein Medium, mit dem ich mich gerne erreichen lasse, da es mein Herz bewegt. Die Parallelen zum Gleichnis des verlorenen Sohnes zog ich direkt nachdem ich mich mit dem Klappentext beschäftigte. Meine Vermutung sah ich mehrfach bestätigt und gerade die Schlussworte des Autors waren es, die mich sehr ansprachen. In diesem Roman wird es anders aufgerollt als innerhalb des biblischen Gleichnis, aber die Liebe des Vaters wird dennoch deutlich hervorgehoben. Ein Vater lässt seinen Sohn ziehen und dieser fällt auch sehr tief, dennoch könnte er, wenn er wollte in die Arme des Vaters zurück. Mich hat diese tiefe Liebe sehr beeindruckt, denn Cooper ist regelrecht aufsässig und dennoch wird er geliebt. Wie oft entfernen wir uns gedanklich von unserem Vaterhaus und sind doch immer wieder Willkommen? Cooper ist sehr talentiert und gerät an Menschen, die ihm nicht immer wohlgesonnen sind. Er verliert einiges in seinem Leben und es ist ein harter Kampf den er sich stellen muss, um sein eigenes Handeln und Denken zu begreifen. Sein Vater hat ihn mehr geprägt, als es anfänglich den Anschein hatte. Als Sohn eines Wanderpredigers kommt er dem Glauben schon im Kindesalter sehr nah und wie es so oft ist, lehnt er sich auf. Gegen seinen Vater, gegen Gott, aber beide haben ihn sehr beeinflusst, was dann leider erst recht spät zum Tragen kommt, als Cooper sich tiefe Narben zuzieht, die nicht nur äußerlich zu erkennen sind. Seine Gabe bleibt und findet anderweitig Verwendung. Es ist nicht nur das Showbiz, welches hart mit seinem Talent umgeht und ihn an seine Grenzen bringt, sondern auch das eigene versagen, welches nachdenklich stimmt. "Ein langer Weg nach Hause" ist für mich ein Roman, der nachwirkt und mir ganz viel Wärme gab. Ich mochte die eingeflochtene Liebesgeschichte und eben auch den Bezug zum Verlorenen Sohn, eine Geschichte, die mir immer wieder zu Herzen geht. Oft gehört, mehrfach darüber in unterschiedlichen Versionen gelesen und doch immer wieder Neu. Leider gab es aber auch kurze Fragmente, die mich nicht begeistern konnten, diese überwogen aber nicht, sondern hinterließen nur ein komisches Gefühl während des Lesens. Im Gesamtpakt empfand ich "Ein langer Weg nach Hause"als wunderbar zu Lesen und herzerwärmend, sodass ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Innerhalb einer Leserunde gelesen, waren die Gedanken der anderen Leser_innen sehr wertvoll für mich. Vielen Dank dafür. |
|








