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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 11.03.2018
40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer
Göpfert, Sandro

40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer


ausgezeichnet

Viele Menschen, die sich nicht mit dem Glauben auseinandersetzen, kennen Dietrich Bonhoeffers Werk "Von guten Mächten wunderbar geborgen" und kennen aber den Mann nicht, er hinter diesen Worten steht. Für mich war es ein Erkennen darüber, welch großen Glauben und tiefe Überzeugungen von Bonhoeffer ausgehen. "40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer" bietet sich für die Fastenzeit geradezu an, denn viele Dinge werden greifbar und geben Frieden in dieser oftmals chaotischen Zeit. Nicht alles kann ich für mich und mein Leben übernehmen, aber es stimmt definitiv nachdenklich und ich kann mich einigen Gedanken Bonhoeffers nicht entziehen. Jeden Tag einen Abschnitt lesen und mich dabei selbst zu reflektieren gab mir in vielen Themenbereichen eine tiefe Ruhe und tatsächlich auch inneren Frieden. In einer Leserunde ausgetauscht, die vom Verlag initiiert wurde, wurde ich in meinen Gedanken zum Buch entweder bestärkt oder komplett auf andere Wege geführt, die ich gerne zu gehen bereit bin. ich empfand die Worte Bonhoffers, gepaart mit passenden Bibelversen anregend und konnte mich komplett darauf einlassen. Manches lässt sich schwer erschließen und bedarf einem intensiveren Studium der Worte, dennoch ist es auf das "Heute" sehr gut übertragbar. Für mich ist Bonhoeffer ein Mann des Glaubens, den ich schon zuvor kannte, nun aber noch wertschätzender betrachte. "40 Tage mit Dietrich Bonhoeffer" ist für mich ein Buch voller Erkenntnisse, einer großen Reife und Stärke und die Weisheit eines Mannes betreffend, der Gott kennt und dies zu benennen weiß. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, welches in die Fastenzeit sehr gut passt und mich meinem Herrn noch ein Stück näher bringen konnte. Vielen Dank dafür!

Bewertung vom 10.03.2018
Weil ich weiß, wer ich bin!
Mason, Babbie

Weil ich weiß, wer ich bin!


ausgezeichnet

"Weil ich weiß, wer ich bin!" beinhaltet 30 wunderbare Wahrheiten über die Beziehung Gottes zu seinen Menschen. Er hat vieles für mich bereitgestellt, was mir wieder in mein Gedächtnis gerufen wurde. Oft werden wir für unseren Glauben müde belächelt, aber für mich ist es eine Hoffnung, die mich durch mein Leben trägt. Die 30 Wahrheiten, die Babbie Mason zusammengestellt sind wohltuend und gaben mir in einer für mich sehr stressigen Zeit Energie und Lebensfreude zurück. Ich weiß, dass der König der Könige mich getragen hat und ich eine Königstochter bin. Eine Tochter des Königs, dass muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, um es sinnbildlich begreifen zu können.
Letzte Woche Sonntag wurde über das Entstehen des bekannten Liedes "Ich bin entschieden zu folgen Jesus" berichtet und mir ging es durch Mark und Bein, denn ich hatte mich zuvor schon mit dem Liedtext beschäftigt, da es in "Ich weiß, wer ich bin!" erwähnt wird und seitdem ich es das erste Mal gesungen, bzw. gehört habe zu meinen absoluten Lieblingsliedern gehört. Wer dieses Lied mit dem Herzen singt, weiß, wie nachhaltig der Text ist und es berührte mich zutiefst, als ich erfuhr, mit welch einem Glauben dieser Text zustande gekommen ist. Nachzulesen HIER: https://www.soulsaver.de/blog/so-dramatisch-war-die-entstehung-des-bekannten/
Im englischsprachigen Raum heißt das Lied "I have decided". "Niemals zurück, niemals zurück!" "No turning back, no turning back!" Welch ein Trost. Die Gospelsängerin tritt mehrfach im Buch in Erscheinung, da Babbie Mason auch persönliche Erfahrungen ihres Glaubens mitteilt. Es ermutigt, tröstet und gibt sehr viel Kraft darüber zu lesen, wie wichtig ich für Gott bin und was es ihn gekostet hat mich zu retten.
Auch die Aufmachung ist wunderschön. Die Goldprägungen lassen das Buch sehr edel wirken. Manche Aussagen sind sehr groß geschrieben, damit sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Dadurch schrieb sich vieles direkt in mein Herz. Die Punkte des Covers finden sich auch im Buch wieder und es wirkt warm und dennoch belebend. "Ich weiß, wer ich bin!" ist lebensbejahend, daher möchte ich auch sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen. Mir hat das Buch sehr gut getan und ich denke jede andere Tochter des Königs wird erkennen, wie wertschätzend und liebevoll der König von uns Frauen spricht. ★★★★★

Bewertung vom 09.03.2018
Für immer ist die längste Zeit
Fabiaschi, Abby

Für immer ist die längste Zeit


sehr gut

"Für immer ist die längste Zeit" ist ein Roman der Trauer beinhaltet, aber auch die Rückkehr in das Leben ohne Mutter oder Ehefrau. Erzählt wird in mehreren Perspektiven, was dem Roman sehr viel an Authentizität geben konnte. Trotzdem konnte es mich nicht komplett überzeugen. Ich kann nicht benennen, was es genau ist, aber durch Klappentext und diverse Werbungen zu dem Roman habe ich eine andere Erwartungshaltung übernommen. Letztendlich fühlte ich mich in meinen Vermutungen bestätigt, denn Maddy hat Selbstmord verübt und so ganz glaubwürdig erschien mir dies von Anfang an nicht, da Maddy mir als zu normal erscheint, als mit dem Leben zu hadern. Für ihre Familie bedeutet dies sich mit sehr vielen Schuldgefühlen zu plagen, die natürlich entstehen, da man sich mit dem WARUM? plagt. Für Eve und Brady ist Madelines Tod ein großer Schock, den es zu verarbeiten gilt, mitunter ist auch professionelle Hilfe notwendig, um loslassen zu können. Die neu entstandene Vater - Tochter - Beziehung hat einige Startschwierigkeiten, die sich im weiteren Verlauf der Story immer wieder neu finden muss, um sich letztendlich verstärken zu können.
Mir hat die Charakterisierung der Person Rory sehr gefallen und wie sie letztendlich selbst sagt, ist es als hätte Maddy sie geschickt, um sich als Freundin für Eve und auch für Brady zu beweisen. Maddy stupst ihre Familie immer wieder in die eine oder andere Richtung, indem sie ihnen Gedanken einflüstert. Gedanken, die sich so anfühlen, als wäre Maddy direkt neben ihnen. Es hat schon etwas sehr paranormales, aber ich habe schon öfter gehört, dass man sich Verstorbenen immer noch sehr nah fühlt. Im Porträt der Autorin findet sich der Gedanke der Verarbeitung von Trauer und das liest sich in vielen Worten. Weise Worte, die mir sehr gefallen haben. Sehr schön empfand ich auch das Tagebuch, welches Maddys Leben näher beleuchtet und Eve und Brady einige Fragen beantwortet. Wirklich unglücklich schien sie nicht zu sein und dennoch entschied sie sich für den Freitod?
Leider bin ich nicht gänzlich überzeugt, da ich die Story hier und da einfach zu lang und blass empfand. Schreibstil und Charakterisierungen sind als hochwertig anzusehen. Die Story insgesamt hat mich leider nicht komplett überzeugt, daher vergebe ich ★★★★ Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung. Die Entscheidung sich dem Roman zu widmen sollte jedem selbst überlassen werden, denn Lesegeschmack ist definitiv unterschiedlich.

Bewertung vom 08.03.2018
ONE OF US IS LYING / ONE OF US Bd.1
McManus, Karen M.

ONE OF US IS LYING / ONE OF US Bd.1


ausgezeichnet

"One of us is lying" konnte mich ab der ersten Seite komplett überzeugen. Es wird ein Spannungsbogen erzeugt, der sich komplett wie ein roter Faden durch die Story zieht. Am Ende war ich tatsächlich nicht überrascht darüber, den wahren Hintergrund von Simons Tod zu ergründen. Alle machen sich verdächtig, da jede/r von Simon bloß gestellt worden wäre, wenn er nicht zu Tode gekommen wäre. Wer ist also sein Mörder? Der Dealer? Der Sportstar? Die Schönheitskönigin oder vielleicht das Superhirn? Die fünf Schüler der Bayview High könnten unterschiedlicher nicht sein und durch eine Intrige sind sie dazu verdammt miteinander nachzusitzen und machen sich dadurch verdächtig Simon ermordet zu haben. Nicht nur, dass man nun damit klar kommen muss zu sehen, wie jemand stirbt, Nein, man wird tatsächlich verdächtigt für den Tod verantwortlich zu sein. Es startet gleich rasant und beschreibt bis zum bitteren Ende, wie Simon vergeblich versucht Luft zu bekommen. Sehr dramatisch und ohne Schnörkel bietet uns die Autorin einen echten Todeskampf. Simon ist allerdings kein Sympathieträger, denn es stellt sich heraus, dass er jede Menge Menschen durch seine App psychisch hätte in den Abgrund stürzen lassen. Je mehr die Autorin seinen Charakter offenbart, umso weniger mochte ich ihn. Ob ich ihm allerdings den Tod gewünscht hätte lasse ich dahin gestellt.

Der Autorin gelingt es die Story zu dramatisieren und so aufzubauen, dass man sich nur noch eine Lösung wünscht. Für die vier Schüler bricht eine Zeit an, in der sie zusammenarbeiten müssen und die Unterschiede des Einzelnen werden schnell klar, dennoch führt der Mord sie zusammen. Es wird nicht gegeneinander agiert und Schuldzuweisungen ausgesprochen, sondern sie bilden nach und nach eine verschworene Gemeinschaft, um sich gegenseitig zu retten. Mir hat gefallen, wie sich die Menschen verändern, denn zu Beginn sind sie alle Einzelkämpfer und vielleicht auch nicht unbedingt Sympathieträger. Gerade Addys Verwandlung ist grandios, denn sie kann sich endlich befreien von Bevormundung und dem Recht selbst zu Denken und zu Handeln. Dies alles geschieht langsam und gibt den Personen genügend Raum zu einer Weiterentwicklung.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für ein typisches Highschoolbuch voller Dramen und erfüllten Klischees, dennoch empfand ich die Story gelungen. Mir hat zugesagt, dass ich eine sehr hohe Spannung wahrnehmen konnte, die gleich zu Beginn zu spüren war.

Bewertung vom 03.03.2018
Das Mädchen, das den Mond trank
Barnhill, Kelly

Das Mädchen, das den Mond trank


ausgezeichnet

"Das Mädchen, das den Mond trank" ist zum ersten ein doch recht außergewöhnlicher Titel, der mir zwar nicht unbedingt ansprechend erschien, aber sinnbildlich für das Geschehen im Hörbuch stehen wird. Zum zweiten mochte ich das Cover auf Anhieb und auch der Klappentext erschien mir sehr ansprechend. Das Hörbuch ist definitiv magisch und konnte mich in den fünf Stunden Hördauer wirklich begeistern. Luna, die Protagonistin trägt einen Namen, der äußerst passend erscheint, denn beinhaltet er doch ebenso "Mond". Auch die Papiervögel, die das Cover zieren sind sehr wichtig für die Story, wenn sie als solche natürlich nicht gleich zu erkennen sind. Dennoch sind sie im Geschehen eindrücklich. Sie sind der Hilferuf einer Mutter, die ihr Kind als Opfer darbringen soll. Jedes Jahr muss das jüngste Kind der Hexe zum Schutz der Stadt geopfert werden. So war es immer und so soll es auch immer bleiben, denn die Trauer der Familien, die durch das Opfer entsteht schwebt wie eine große finstere Wolke über der Stadt. Eine Hexe gibt es tatsächlich, aber diese gibt allen Sternenkindern, so werden sie genannt ein neues, gutes Zuhause. Als sie Luna findet, nimmt sie sich selbst ihrer an und aus Luna entwickelt sich selbst ein magisches Wesen, welches ihre Magie nicht unter Kontrolle hat.



"Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt. Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie. Das weiß jeder."



Luna wächst mit einem Sumpfmonster und einem Drachen auf, die dieser Geschichte noch mehr Magie verleihen können. Wie erhofft entwickelt sich alles irgendwann zum Guten, auch wenn einige traurige Szenen das Schöne leicht überschatten. Manchmal ist es gut, sich wehren zu wollen und nicht alles einfach so hinzunehmen. Für Antain entwickelt sich die Story in die Richtung, dass er seinen Sohn opfern soll und durch das Erleben mit der "Verrückten im Turm", hat er am eigenen Leib erfahren, wie sehr Trauer Menschen verändern kann. Er sucht einen Ausweg und es könnte auch einen geben, wenn das Protektorat zustimmen würde die Hexe unschädlich zu machen. Es gibt viel zu viele Stimmen dagegen und Antain muss nun alleine kämpfen, um seinen Sohn zu retten.



Emotional und äußerst spannend webt die Autorin eine Story, die mich letztendlich sehr begeistert. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren empfand ich als angemessen, da mitunter ein leichter Grusel erspürbar war, der jünger Hörer_innen definitiv überfordern wird. Es ist ab Beginn ein Abschiednehmen und hat daher auch einige traurige Fragmente, die ich für Kinder nicht unbedingt empfehlen würde, da sie sich mit dem Abschied nehmen eines lieben Menschen noch früh genug auseinander setzen müssen. Hier wäre dann das Einfühlvermögen der Eltern angemessen, um Fragen zu beantworten, die vielleicht entstehen könnten. Es ist aber nicht nur der Verlust, sondern auch das Protektorat in Frage zu stellen, die ihre Macht benutzen wollen, um die Trauer der Familien zu erhalten. Die Trauerwolke selbst nimmt einen großen Stellenwert ein und könnte auch hier überfordern. Im Gesamtpaket ist die Story aber nicht nur traurig, sondern hat auch sehr viele wunderbare magische Momente, die "Das Mädchen, das den Mond trank" wirklich zu einem Hörgenuss macht, was natürlich auch dem Sprecher Simon Jäger zuschulden kommt.



Gerne vergebe ich eine Hörempfehlung an "Das Mädchen, das den Mond trank" und kann es bis auf einige kleine Bedenken an eine junge Hörerschar weiterempfehlen.

Bewertung vom 25.02.2018
Was bleibt, sind wir
Santopolo, Jill

Was bleibt, sind wir


sehr gut

"Was bleibt, sind wir" erzählt die Geschichte einer Liebe, bei der die Frage tatsächlich bestehen bliebt, "Was wäre wenn?" Auch wenn ich wenig Sympathie für die beiden Protagonisten Gabe und Lucy aufbauen konnte, beinhaltet der Roman viele Facetten von Emotionen, die mich letztendlich begeistern konnten. Ich erhoffte mir ein Happy End, denn das Gefühlschaos, was sich immerzu aufbaut, ist wirklich unerträglich und manchmal auch sehr ermüdend. Sowohl Gabe, als auch Lucy bauen sich ein eigenes Leben auf, fern voneinander und sind doch immerzu miteinander verbunden. Immer wenn sich Gabe meldet, sei es per E-Mail oder SMS, löst sich in Lucy ein Knoten, der sich immer wieder neu entwickelt, sobald der Kontakt abbricht. Immer wieder bringt Gabe Lucy aus der Fassung und es ist immer wieder ein Neubeginn, ein Loslassen, zumindest der Versuch dessen, denn gerade Lucy ist diejenige, die scheinbar zuviel liebt. Es ist niemals verwerflich zuviel zu lieben, aber für Lucy ist es fast schon zerstörerisch, denn sie kann sich nicht auf ihre Ehe einlassen und die Mutterschaft trägt auch nicht zum Vergessen bei. Wer sagt: "Die Zeit heilt alle Wunden", wird hier schnell entdecken, dass es sich nicht bewahrheiten wird. Gabe ist immer präsent und manchmal macht er mich wütend, da er sich immer dann meldet, wenn Lucy zur Ruhe gekommen ist. Lucy ist immer wieder hin und her gerissen und wird scheinbar niemals ihren Frieden finden, zumindest hat es den Anschein. Erst das Ende des Buches wird dahin zielen Lucy endlich die verdiente Ruhe zu finden, die eine verlorene Liebe in ihr ausgelöst hat. Mein Happy End habe ich diesbezüglich bekommen, aber ob es mich wirklich zufrieden gestellt hat?
Ich empfand Gabe als egoistisch und sich immer wieder so in Lucys Leben drängend, dass ich ihn einfach nicht mögen konnte. Er wirkte auf mich suspekt und nur auf sich bedacht. Wie hätte ich Sympathie für ihn empfinden können? Lucy wirkt auf mich ruhelos und unerfüllt, wobei sie einen Mann an ihrer Seite hat, der zwar nicht perfekt ist, aber ihre Erwartung ist oft auch viel zu hoch gestochen, sodass sie das Schöne in ihrer Beziehung und späteren Ehe nicht sehen kann.
Ich kann nicht sagen, ob mir der Roman besser gefallen hätte, wenn Gabe seine berufliche Zukunft anders gestaltet hätte und seine Liebe zu Lucy erhalten geblieben wäre. So empfand ich den Verlust für Lucy einfach zu dramatisch, da es sich einfach ein leben lang hinziehen wird. Sie stellt Vergleiche an und bezieht Gabe einfach zu sehr in ihr Leben ein, sodass sie sich unmöglich auf anderes so konzentrieren kann, wie es verdient wäre. Ihr Lebensglück scheitert an diesen Vergleichen und daher wirkt dies für mich tatsächlich oberflächlich und mitunter auch unglaubwürdig. Vielleicht, weil ich es selbst so nie erlebt habe und daher nicht nachempfinden kann? Natürlich hatte ich auch schon Liebeskummer, aber nie so gewaltig, dass es mein zukünftiges Leben derart überschatten kann.

Am Ende bleibt tatsächlich die Frage bestehen: ""Was wäre wenn?" und lässt mich leider ein klein wenig unbefriedigt zurück. Ich werde daher nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen, da ich in "Was bleibt, sind wir" zuviel Drama empfand und das schöne, positive einer Liebesgeschichte für mich an vielen Stellen auf der Strecke geblieben ist.

★★★★ (3,5)

Bewertung vom 24.02.2018
Solange unsere Herzen schlagen
Macgregor, Virginia

Solange unsere Herzen schlagen


sehr gut

Wenn man mal außer Acht lässt, dass es mir unbegreiflich ist seine Kinder zu verlassen und ein Leben ohne sie zu gestalten, ist "Solange unsere Herzen schlagen" ein wirklich gelungener Roman. Norahs Verhalten habe ich bis zuletzt nicht verstanden und konnte ihr auch tatsächlich wenig Sympathie entgegenbringen. Vielleicht liegt es daran, dass meine Kinder für mich wertvoll sind und ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen kann? Für mich wirkt Norah daher sehr egoistisch und da sie nun nach sechs Jahren an ihr altes Leben anknüpfen will für mich ehrlich gesagt wie eine Frechheit. Das, was geheilt ist, wird aufgebrochen und lässt den Roman daher wie ein Drama wirken.

Es sind nicht nur die Kinder die nun mutterlos sind, sondern auch ein Ehemann, der sich nun zum Vater entwickeln muss. Wenn man die Vergangenheit mit einbezieht, die immer wieder eingestreut wird, wird man schnell erkennen, dass Adam durch Alkohol benebelt weder ein guter Vater, noch ein guter Ehemann war. Ist dies ein Grund verlassen zu werden? Fay, Norahs beste Freudin springt wie immer ein und rettet das, was zu retten gilt. Sie baut aus einer kaputten Familie eine Familie auf die funktioniert. Das sie ihr Herz dabei verschenkt sollte man nicht außer Acht lassen, denn nun ist Norah wieder am Start und Adam verwirrt. Wem gehört sein Herz? Und wer wird am Ende Teil dieser Familie bleiben? Mich macht traurig, dass Adam wirklich Zweifel in sich trägt und seine Gefühle nicht ausspricht. Dies verletzt und gibt wenig Hoffnung auf ein Happy End für alle Personen.

Auch wenn ich mich wenig mit den Protagonisten des Buches identifizieren konnte, bekam ich ein Verständnis für sie und konnte nachempfinden was bedrückt oder eben auch erfreut. Leider ist Freude wenig im Roman anzutreffen, was dem Lesefluss aber nicht geschadet hat. Ein echtes Familiendrama, welches emotional wirklich sehr gut widerspiegeln kann, was in dem Zeitraum des Verschwinden geschehen ist und auch das wiedergeben kann, was in der Gegenwart geschieht. Durch die verschiedenen Perspektiven ist man sehr nah dran an den Personen.

Ich möchte gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich bestens unterhalten gefühlt habe und "Solange unsere Herzen schlagen" fast in einem Rutsch gelesen habe. Auch wenn mir das Verständnis für Norah fehlt, sind es andere die mein Herz gewinnen konnten. Willa ist einmalig und wirklich liebenswert. Ihre Persönlichkeit wertet den Roman definitiv auf. Letztendlich gut erzählt, sehr bewegend und manchmal auch überfordernd, dennoch ein Roman mit einer gewissen Qualität, den es zu lesen lohnte.

Bewertung vom 11.02.2018
Das Mädchen im blauen Mantel
Hesse, Monica

Das Mädchen im blauen Mantel


ausgezeichnet

Achte auf deine Worte ...........
"Das Mädchen im blauen Mantel" erzählt eine schockierende Geschichte, die mir sehr nahe ging. Der Klappentext verrät schon eine ganze Menge, dennoch passiert noch so vieles mehr, was sich nicht mit wenigen Worten beschreiben lässt. Mir war bewusst, dass auch in den Niederlanden Juden verfolgt wurden und es entsetzt mich zutiefst herauszufinden, zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind. Nachdem ich im letzten Jahr Ausschwitz besucht habe ging las ich das Buch mit noch mehr Emotionen. Letztendlich geht es in "Das Mädchen im blauen Mantel" um den Kampf ums Überleben und der Verdeutlichung dessen, dass sich viele Menschen gegen die Machtübernahme der Deutschen auflehnen. Manchmal sind es Studentengruppen im Untergrund, manchmal sind es einfache Familien, die Menschen bei sich aufnehmen, um sie zu verstecken. Manchmal sind es deine Nachbarn die dich verraten und dich auffliegen lassen. Dir ist bewusst, dass du dein Leben verwirkst, wenn du andere zu schützen versuchst und dennoch sind es einige, die sich dennoch dazu entscheiden. Nun verschwindet aber ein junges Mädchen und wird gesucht, dabei bleibt kein Stein auf dem anderen und als Leserin bin ich mitten im Kriegsgeschehen und dennoch lebt das Buch auch von Hoffnung, denn die Menschen, die sich um andere sorgen gab es tatsächlich. Es war gefährlich und dennoch kommt Nächstenliebe ins Spiel und nimmt einen großen Teil des Buches ein. Mir hat dies sehr zugesagt, denn es deckt das Böse zum kleinen Teil zu und zeigt auf, dass es vielen eben nicht egal war, was in ihrer Stadt geschieht. Warum verschwinden Menschen und was geschieht in den sogenannten Arbeitslagern? Der Autorin gelingt es historische Fakten in ein abenteuerliches Buch zu verwandeln, um dabei auch Emotionen wie Wut und Trauer hochkochen zu lassen, wobei natürlich auch wie schon erwähnt auch Nächstenliebe einen großen Teil der Story einnimmt, denn viele Menschen (vor allem Kinder / Säuglinge) können auch gerettet werden. Dies kann aber auch nur dann geschehen, wenn andere dazu bereit sind sich aufzuopfern und sich selbst in Gefahrenzonen zu begeben.
Hanneke, die Protagonistin im Jugendbuch ist anfangs sehr blauäugig und wirkt naiv. Sie muss sich selbst verändern und das geschieht allmählich. Sie selbst fühlt sich schuldig am Tod ihres Freundes Bas und diese Trauer gibt ihr den Mut sich auf die Suche nach dem Mädchen im blauen Mantel zu begeben. Es ist scheinbar eine Wiedergutmachung. Ein Leben gegeben und ein anderes zu retten versuchen? Was letztendlich utopisch klingt, gibt dem Roman dennoch ein klein wenig Wärme unter all dem Schrecken der vergangenen Zeit, denn für ein Mädchen nimmt dies eine positive Wende, was alleine durch einen Verrat zu verantworten ist.

Ich möchte "Das Mädchen im blauen Mantel" gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da ich die historischen Fakten gelungen dargestellt fand und einem Kinder - und Jugendbuch absolut angemessen. Es ist wichtig, dass wir vergangenes nicht zudecken, sondern auch ganz offen damit umgehen. Leider ist es eine wahre Geschichte, verpackt in eine Story, die zwar hier und da absolut fiktiv wirkt, aber eben auch viele Wahrheiten beinhaltet. Ich möchte, dass sich meine Kinder damit auseinandersetzen und ebenso wie ich mit Wut und Trauer reagieren.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.02.2018
Die Farben der Erinnerung
Vosseler, Nicole C.

Die Farben der Erinnerung


ausgezeichnet

In "Die Farben der Erinnerung" werden mehrere Erzählstränge gekonnt miteinander verwoben. Dieses erzeugt eine gewisse Spannung und eine hohe Erwartungshaltung an mich als Leserin. Gemma die Protagonistin erscheint anfänglich etwas blass und kann sich im weiteren Verlauf so weiterentwickeln, dass sie zur Sympathieträgerin wird. Ich gestehe, dass mich das Ende des Romans sehr schockiert hat, denn die Wahrheiten die Gemma aufdeckt sind sehr verletzend und wirken auf mich geradezu abscheulich. Ich kann kein Verständnis aufbringen sein Kind gewissen Lügen auszusetzen und zu hoffen Vergebung zu bekommen. Ich fand es hart erzählt und knacke auch nach einigen Tagen immer noch daran, wie ich dieses bewerten soll. Diese Lüge zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und ist nicht offensichtlich genug und wirkt daher letztendlich sehr überraschend.
"Die Farben der Erinnerung" brilliert durch einen wunderbaren Schreibstil, der keine Langeweile aufkommen lässt, auch wenn ich lange nicht wusste, weshalb so viele unterschiedliche Perspektiven genutzt werden. Sie dienen dazu mich ratlos zu machen, Rätsel aufzudecken und letztendlich dem Roman einen faszinierenden Unterton zu vermitteln. Letztendlich kann ich nur mit großer Begeisterung eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich überrascht und übermannt von Emotionen einem Roman hingegeben habe, der ganz anders war als ich vermutete als Klappentext oder Cover vermittelt haben. Ich empfand das Ende als hochdramatisch und kann dies kaum in Worte fassen. Auch wenn das Ende mir nicht gefallen will, so ist es doch das, was Gemma sucht: Die Wahrheit. Ob sie tatsächlich glücklich ist sie aufgedeckt zu haben? "Die Farben der Erinnerung" ist ein sehr intensives Buch, welches keine schnöde Liebesgeschichte erzählt und daher ein Lesen lohnenswert macht.

Bewertung vom 01.02.2018
Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10
Läckberg, Camilla

Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10


ausgezeichnet

"Die Eishexe" ist der 10. Band der Falck - Hedström - Krimis und auch dieser hat mich wieder einmal begeistern können. Camilla Läckberg nimmt uns erneut mit in den Ort Fjällbäcka und vermischt einige brisante Themen miteinander. Ich gestehe, das manche Begebenheiten mir das Lesen wirklich verdunkeln konnten. Zum einen ist es der Fremdenhass, der auch in Schweden spürbar ist und zum anderen ist es der Mord an einem Kind, der mich wirklich erschüttert hat. Es beginnt gleich sehr rasant und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende der Story erhalten.
Der Titel ist gelungen gewählt, auch wenn nicht sofort ersichtlich ist, wer oder was mit "Die Eishexe" gemeint sein könnte. Vielleicht sind es die Begebenheiten in der Vergangenheit als Hexenverfolgungen an der Tagesordnung waren? Oder sind es die Begebenheiten in der Gegenwart als Menschen kühl wie Eis wirken? Manche Menschen lassen sich nicht offen in die Karten schauen und bleiben lange ein Rätsel für die Leserschar? Dies ist einer der Gründe, warum ich bestens unterhalten gefühlt habe. Camilla Läckberg hat Personen hinzugefügt, zusätzlich zu den alten Bekannten der Krimireihe und hat daher einige Überraschungsmomente schaffen können. Es ist als würde man alte Freunde treffen. Viele dieser "alten" Bekannten machen positiv auf sich aufmerksam, während anderen Fehler unterlaufen, die nicht rückgängig gemacht werden können und es für mich als Leserin ein klein wenig Fremdschämen beinhalten konnte.
Im Verlauf der Story keimen einige Verdachtsmomente auf, die sich immer wieder zerschlagen und letztendlich eine ganz andere Auflösung des aktuellen Falls bieten. Ein Mord an einem Kind ist grausam und nicht nachvollziehbar. Eine Flüchtlingsunterkunft anzuzünden ist makaber und mir ein Gräuel. Ich war mehrfach fassungslos über die Wut und den Wahnsinn der Menschen. Alles miteinander verwoben, gemeinsam mit den Emotionen die mich während des Lesens überkamen ist "Die Eishexe" empfand ich als sehr gelungen. Die Einblicke in die Zeit der Hexenverfolgungen empfand ich als sehr gelungen gewählt, da es sich auch mit unserer heutigen Zeit verknüpfen lässt. Neid und Hass sind immer noch anzutreffen und die Blindheit mancher Menschen gleichbleibend mit Ereignissen der Vergangenheit. Es trifft mich, da es viele Wahrheiten beinhaltet.
Mein gewählter Titel "Verflucht" passt optimal zum Krimi, da Camilla Läckberg die Wahrheiten hinter dieser Story im Epilog erklärt. Das Wortspiel "Eishexe" ist lediglich wie in einem Nebensatz zusammengefasst und könnte schnell überlesen werden, wirkt dadurch aber noch treffender in Bezugnahme auf den Inhalt der Story.

Gerne möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen, da auch der zehnte Krimi der Autorin rund um Fjällbacka mich wirklich mitgerissen hat. Dieses Mal fand ich ihn sehr emotional und es gab auch Stellen, bzw. Begebenheiten die mich regelrecht überforderten und fast dazu geführt haben, dass ich das Lesen einige Tage unterbrechen wollte. Mobbing ist ebenfalls ein großes Thema, welches mich wirklich geschockt hat. Mehr noch die Oberflächlichkeit der Menschen Schaden zufügen ohne sich der Konsequenzen im Leben der Geschädigten bewusst zu sein und ihr Leben weiterhin gestalten, als wäre nie etwas geschehen. Was dann geschieht wirkt etwas aufgesetzt und konstruiert, dennoch passt es optimal in die Story, auch wenn die Schuldfrage damit niemals geklärt sein wird. Ein Buch voller Überraschungen, vieler Nebenhandlungen und dennoch einem roten Faden, der irgendwann ersichtlich wird und überzeugte.