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Meggie
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Mertesheim
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Bewertungen

Insgesamt 1205 Bewertungen
Bewertung vom 11.10.2020
Pocket Escape Book (Escape Room, Escape Game)
Trenti, Nicolas

Pocket Escape Book (Escape Room, Escape Game)


ausgezeichnet

Ein in Venedig entdecktes Pergament liefert die nötigen Hinweise auf den versteckten Tempel von Wen Sé. Dieser liegt in Südost-Asien und soll angeblich einen Diamanten mit außergewöhnlichen Kräften versteckt halten.

Wenn man das Buch aufschlägt, wird man zur Doktorin für Geschichte und Kultur der Antike, Dr. Elisa Jane Gody und reist gerade per Wasserflugzeug nach Kambodscha. Nach der Landung folgt man den Spuren aus dem Pergament und findet tatsächlich den vergessenen Tempel. Kaum betritt man diesen, kommt es wie es kommen muss: das steinerne Tor verschließt sich und man ist gefangen. Und nun hat man 60 Minuten Zeit, die Rätsel zu lösen, um aus dem Tempel mit dem dort versteckten Diamanten zu entkommen.

Kein leichtes Unterfangen.

Anhand von Bildern und Texten muss man sich nun von Rätsel zu Rätsel hangeln, wobei es anfangs natürlich noch etwas leichter ist. Je mehr Rätsel man löst, umso mehr muss man kombinieren und den Kopf anstrengen.

Das Buch ist so aufgebaut, dass in den Bildern Buchstaben-Paare abgebildet sind. Wenn man z. B. etwas untersuchen möchte, nimmt man UN (für untersuchen) und ein abgebildetes Buchstaben Paar, z. B. SE für Seil. Dies ergibt dann UNSE (Untersuche Seil).
Man blättert nun an das Ende des Buches, sucht die entsprechenden Buchstaben-Kombi und erhält nun einen weiteren Hinweis oder eine Lösung.
Aber man kann nicht nur untersuchen, sondern auch bewegen (BW), öffnen (OF) oder sich - falls man nicht weiter weiß, einen Hinweis (HW) geben lassen.

Mir persönlich war die Blätterei zu umständlich und ich habe den QR-Code im Buch genutzt, um online mit dem Handy die Buchstaben-Kombi eingeben zu können. So hat man gleich die Hinweise, Lösungen und weiteren Rätsel parat, ohne lange zu suchen.

Gegen Ende des Buches hatte ich etwas Mühe, die richtigen Kombis herauszufinden und musste auch mehrmals um die Ecke denken. Aber ohne Handy wäre ich aufgeschmissen gewesen, weil mich die Blätterei eher verwirrt und abgelenkt hat.

Das Thema an sich fand ich sehr spannend. Ein versteckter Tempel mitten in Kambodscha, der mit Fallen gespickt ist und einen großen Schatz enthält.

Die Rätsel waren teilweise sehr anspruchsvoll, eine gute Kombinationsgabe ist gefragt.
Das Handy braucht man nur, um die Buchstaben-Kombis einzugeben. Ansonsten muss man nicht googeln, weil alles durch logisches Denken erreicht werden kann.

Ich habe etwas mehr als die vorgegebenen 60 Minuten gebraucht.

Meggies Fussnote:
Ein geheimnisvoller Rätselspaß.

Bewertung vom 11.10.2020
Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache

Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache


ausgezeichnet

Wer Deutsch lernen muss, weiß, dass wir eine schwere Sprache haben. Denn sie ist gespickt von Fallen, Kuriositäten, Skurrilitäten und vor allem einer komplizierten Rechtschreibung.
Trotzdem mag ich unsere Sprache sehr. Gerade weil sie viele Überraschungen bereit hält.

Im Duden Verlag ist nun ein kleines Büchlein erschienen. Das „Kleine Kuriositäten-Kabinett der deutschen Sprache“ führt einem vor Augen, was genau denn diese Kuriositäten sind.

Dabei zeigt es nicht nur die unschönen Seiten der deutschen Sprache, sondern auch die schönen, die vielfältigen und die besonderen. Es gab vieles, bei dem ich schmunzeln musste. Aber auch überlegen. Und zwar, wie ich es geschrieben hätte. Ich dachte, dass ich eigentlich einen großen Wortschatz habe und auch weiß, wie man Wörter schreibt, aber ich wurde eines besseren belehrt. Es gibt so einiges, dass ich nicht weiß und durch dieses kleine Büchlein habe ich dazulernen dürfen und werde bestimmt einiges darin anwenden können.

Die Kuriositäten fangen an mit unserem Wortschatz. Hier wird erklärt, dass wir 300.000 bis 500.000 Wörter (in der Grundform) kennen. Ein Durchschnittssprecher benutzt davon aber nur 12.000 bis 16.000. Verstanden wird jedoch das fünffache.

Das schönste deutsche Wort wurde 2004 gewählt. Habseligkeiten steht auf Platz 1, wobei mir persönlich Platz Nr. 5 ja besser gefällt (Rhabarbermarmelade). Und wusstet Ihr, dass es nur fünf Wörter gibt, die auf -nf enden (wobei fünf ja schon eines davon ist)?

Das längste deutsche Wort hat 68 Buchstaben und 46 % der Wörter sind feminin. Für das Wort Fremdwort gibt es kein Fremdwort und „Umlaut" wurde in vielen anderen Ländern von uns übernommen.

Bayrisch ist auf Platz 1 der beliebtesten Dialekte, gleichzeitig aber auch auf Platz 2 der unbeliebtesten.
Blümerant, bauchpinseln und Lichtspielhaus sind bedroht und verschwinden schon fast aus unserem Wortschatz. Dafür haben wir neue wie Handy, denglisch oder liken.

Ein englisches Mädchen hat 26 (!) Vornamen, die alle mit einem Buchstaben des Alphabets anfangen. Sie heißt kurz Alphabet Pepper. Und aus dem Musikbereich Heavy Metal hat sich der sog. „röck döt“ eingebürgert (Motörhead, Mötley Crüe).

Doch nicht nur diese Kuriositäten werden in dem Buch vorgestellt, sondern auch die Unwörter der letzten Jahre, Statistiken über verwendete Buchstaben in unserem Sprachschatz. Welche Wörter aus dem deutschen in anderen Ländern verwendet werden, welche wir aus anderen Ländern verwenden, welche Sprachen am meisten gesprochen werden, Deklinationen, Süddeutsch vs. Hochdeutsch und vieles, vieles mehr.

Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, nicht nur, weil ich etwas lernen konnte, sondern auch gerade wegen der Kuriositäten, der Irrungen und Wirkungen und der Komplexität unsere Sprache.

Dabei ist das Buch so aufgebaut, dass pro Thema höchstens zwei Seiten genutzt werden. So lässt sich sehr viel unterbringen. Die knallige Farbe des Buches fällt gleich ins Auge. Diese setzt sich auch im Inneren fort. Alle Besonderheiten werden in dem Orange-Rot kenntlich gemacht. Außerdem ist der Text mal schräg, mal rund, mal durcheinander oder mal auf dem Kopf geschrieben. Auch dies macht Laune beim Lesen.

Meggies Fussnote:
Deutsche Sprache, schwere Sprache, schöne Sprache.

Bewertung vom 11.10.2020
Pepper-Man
Bruce, Camilla

Pepper-Man


gut

Ich habe schon so einiges Gutes über diese Buch gehört, aber auch, dass es nicht einfach ist, dass es von Dunklem handelt, dass es schockiert und nachdenklich macht.
So ließ ich mir Zeit beim Lesen, versuchte, das Dunkle zu ergründen und herauszufinden, was genau die Autorin erzählen möchte.

Was zu Anfang nach einer Fantasy-Story aussieht, weil die junge Cassie als einzige ihren "eingebildeten" Freund Pepper-Man, eine Feen-Mann, sehen kann und mit ihm ihr Leben teilt, wendet sich im Laufe der Geschichte zu einer tragischen Story über ein kaputtes kleines Leben. Cassie - welcher etwas zugestoßen ist, was immer wieder kurz eingeworfen wird, aber nie bestätigt - zieht sich in ihre eigene Welt zurück. Die Feen geben ihr Halt, sind ihr Freund und Eltern zugleich, beschützen sie und zeigen ihr, was es heißt, ein Kind des Waldes zu sein.

Während Cassie sich mit zunehmendem Alter weiter in ihre Fantasie-Welt verstrickt, zerfällt ihre Familie immer weiter. Da kein Zusammenhalt vorhanden ist, jedes Familienmitglied Einzelkämpfer bleiben muss, verlieren sie sich und fallen in einen Abgrund. Cassie am Tiefsten, geschützt jedoch von ihrem Freund Pepper-Man, der sie immer wieder rausholt und ihr zeigt, dass das Leben eigentlich lebenswert ist.

Wer unbedarft an dieses Buch herangeht, wird schockiert sein, worum es eigentlich geht. Ich habe jetzt schon mehrmals gehört, dass eine Trigger-Warnung für Bücher gewünscht wird. Ich fand dies eigentlich immer unnötig, weil der Klappentext die Aufgabe hat, kurz zu erwähnen, worum es eigentlich geht. Hier wird dies jedoch nicht gemacht. Der Glaube an eine Fantasy-Story wird groß gehalten. Es geht jedoch um so viel mehr.
An erster Stelle geht es um den Missbrauch von Kindern, es kommen jedoch noch weitere "Schicksale" hinzu, welche gerade mit dem Missbrauch einhergehen. Kaputte Leben, gebrochene Kinder und später im Erwachsenenalter unfähig ein Leben aufzubauen, weil die Vergangenheit einem immer wieder einholt.

So auch Cassie, die sich in ihre Fantasie-Welt rettet, um ein sorgenfreies Leben führen zu können.

Die Autorin beschreibt sehr eindringlich, wie Cassies Welt aussieht, immer wieder unterbrochen von Cassies Therapeuten, der versucht, ihr zu helfen und von Cassies Mutter, die mir von Anfang an so unsympathisch war, dass ich am Liebsten gar nicht weitergelesen hätte.

Auch wenn ich teilweise Mühe hatte, der wirren Story zu folgen und mir aus den vielen wenigen Informationen herausfiltern musste, was genau geschah, gelingt es mir nicht wirklich. Die Charaktere blieben sehr blass, mit Ausnahme der Feen. Diese werden eingehend beschrieben, erhalten Tiefe und spielen große Rollen. Reale Menschen - mit Ausnahme des Therapeuten - werden meist am Rande erwähnt und sind in meine Augen zweitrangig.

Erst am Ende gibt es einen großen Knall und es wird klar, nein klarer, was die Autorin einem sagen möchte, auch wenn einige Fragen offen bleiben.

Wer genau jedoch Pepper-Man ist und warum er gerade in Cassies Leben erschienen ist, wird nicht gelöst. Hier muss man die Fantasie spielen lassen.

Auch wenn es ein schweres Thema ist, das behandelt wird und auch wenn die Autorin eine ungewöhnliche Idee umgesetzt hat und auch, wenn der Schreibstil flüssig war und teilweise so packend, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen, war ich letztendlich enttäuscht. Eigentlich kann ich gar nicht richtig in Worte fassen, wieso genau, da ich oben nur das Positive herausgehoben habe. Trotzdem fehlte mir viel. Mehr Aufklärung, mehr Auflösung, mehr Tiefe gerade bei Cassie und ihrem Bruder. Mehr Informationen, mehr Realität, um letztendlich die Geschichte richtig verstehen zu können.

Meggies Fussnote:
Feenhafter Ausflug nach Norwegen.

Bewertung vom 24.09.2020
Stille Wasser sind auch nass (eBook, ePUB)
Roth, Mila

Stille Wasser sind auch nass (eBook, ePUB)


sehr gut

Janna ist nun endgültig im Institut als feste Mitarbeiterin angestellt und muss sich nun mit den Gepflogenheiten der Arbeit vertraut machen. Außerdem muss sie zusammen mit Markus das Büro einrichten, ein tägliches Training mit Melanie absolvieren und den Spagat zwischen angehender Agentin und ihrer Familie meistern.
Doch ein neuer Auftrag wirft gleich alles über den Haufen. Zusammen mit Markus wird sie eingeteilt, den Personenschutz für die Wissenschaftlerin Nadine Hochstaden zu übersehen. Die Wissenschaftlerin ist jedoch etwas eigen und plötzlich findet sich Janna mit ihr über Umwege im Wald wieder, wo sie von einem Fremden verfolgt werden, der es auf die geheimen Regierungsprojekte abgesehen haben, in die die Wissenschaftlerin involviert ist. Können Janna und Markus verhindern, dass Nadine Hochstaden entführt wird und die brisanten Projekte nicht in falsche Hände geraten?

Wer die erste Staffel abgeschlossen hat, weiß, dass Markus wieder unter den Lebenden weilt und er nun zusammen mit Janna ein Team bildet, welches hochbrisante Aufträge erhält.

So auch, dass beiden den Personenschutz für eine Wissenschaftlerin übernehmen müssen, die an geheimen Regierungsprojekten teilnimmt. Was zuerst als "lahmer" Job von Markus und Janna abgetan wird, entwickelt sich dann jedoch zu einer rasanten Verfolgungsjagd durch die Stadt.

Gerade Janna, die in meinen Augen eigentlich nur richtig handelt, wird dabei jedoch wieder in Probleme hineingezogen, aus denen sie sich aber erstaunlicherweise selbst wieder herausholen kann. Man merkt deutlich, dass sie gerade aus der letzten Zeit sehr viel gelernt hat.

Markus und Janna merken beide, dass ihre Gefühle immer noch vorhanden sind und es gibt einige Situationen, in denen sie kurz davor sind, über den anderen herzufallen, sich aber trotzdem zügeln können. Wie lange das jedoch noch gut geht, kann ich nicht sagen.

Die Story rund um die Wissenschaftlerin Nadine Hochstaden ist spannend gehalten und rückt gegen Ende auch sehr in den Mittelpunkt.

Der packende Schreibstil macht es wieder unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen und am Ende will man wieder nur eins: weiterlesen. Deswegen freue ich mich auf den nächsten Teil mit den "Agenten mit Herz" Janna und Markus.

Besonders fallen die Cover der Reihe auf. Diese sind neu gestaltet und passen in meinen Augen perfekt zu der Reihe.

Meggies Fussnote:

Der Auftakt zur zweiten Staffel der Reihe überzeugt in ganzer Linie.

Bewertung vom 24.09.2020
Wilde Hexen / Hex Files Bd.2 (eBook, ePUB)
Harper, Helen

Wilde Hexen / Hex Files Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ivy Wilde - eigentlich zu faul, um sich für irgendetwas außer Fernsehen begeistern zu können - wird gerade für ihre Lieblingssendung "Verwünscht" als Undercover-Agentin angeheuert. Die Arkade Akademie braucht sie, um zusammen mit Adeptus Exemptus Raphael Winter verdeckt zu ermitteln. Ein Mord am Set muss aufgeklärt werden. Zwar glaubt Winter, dass eine Hexe dahintersteckt, doch kann dies nicht bewiesen werden. So muss Ivy als Set-Runner eingeschleust werden, um herauszufinden, was genau passiert ist. Als es zu einem weiteren Mord kommt, steigt Ivy plötzlich auf und wird als Kandidatin bei "Verwünscht" eingestellt. Und könnte nun plötzlich auch auf der Liste des Mörders stehen.

Schon den ersten Teil der Reihe fand ich herrlich erfrischend, weil mir Ivy mit ihrem losen Mundwerk und ihrem Hang in Fettnäpfchen zu treten einfach nur unheimlich gut gefällt.
Eben weil sie kein Blatt vor den Mund nimmt, hilft ihr dies dabei, sich in der Welt des Fernsehens sehr gut zurecht zu finden und entsprechend auch bei den richtigen Leuten aufzufallen.

Ivy muss sich nicht nur mit nervigen Möchtegern-Schauspielern, Regisseuren und Produzenten herumärgern, auch Zombies und Mörder, die es auf Mitwirkende am Fernseh-Set abgesehen haben, machen ihr das Leben schwer. und natürlich der attraktive Adeptus Winter, der mit seinen schönen Augen immer wieder ihre Gedanken vernebelt.

Doch Ivy wäre nicht Ivy wenn sie trotzdem einen Weg finden würde, sich durch alles durchzumogeln und mit ihrer ungewöhnlichen Aufklärungs-Methoden dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Unterstützt wird sie dabei ja von Raphael Winter, zu dem sie eine bislang etwas komplizierte Beziehung hat. Die beiden schleicht umeinander, aber keiner gibt zu, dass er den anderen mag. Es werden Andeutungen gemacht, aber sie kommen nicht in die Gänge. Zumindest nicht so, wie am Ende des ersten Buches. Ivy jedoch gibt nicht auf und fängt an, die Initiative zu ergreifen. Winter allerdings überrascht mich dann. Sein Verhalten fängt an sich zu verändern. Ob negativ oder positiv kann ich nicht verraten.

Auf jeden Fall hatte ich wieder sehr viel Spaß bei Lesen. Ivy ist eine quirlige, ehrliche und vor allem sympathische Hexe, die mit ihrer Art so einiges bewirken kann. Ich hoffe, dass dies weiterhin so bleibt und freue mich auf den dritten Teil der Reihe.

Meggies Fussnote:
Herrlich kompliziert, herrlich magisch, herrlich ehrlich.

Bewertung vom 24.09.2020
Spiegel & Schatten / Die Meisterin Bd.2
Heitz, Markus

Spiegel & Schatten / Die Meisterin Bd.2


ausgezeichnet

Kaum konnte sich Geneve Cornelius von ihrem letzten Abenteuer erholen, da wird sie mit dem Mord an der jungen Wicca Willow Tree konfrontiert. Der Cover der Wicca beauftragt Geneve mit der Auflösung. Dabei stößt Geneve auf eine geheimnisvolle Spiegelscherbe. Zusammen mit ihrem Freund Alessandro Bugatti versucht sie den Mord aufzuklären und wird immer weiter in die Geheimnisse eines übermächtigen Gegners gezogen.
Geneve merkt jedoch, dass Alessandro ihr etwas verschweigt und fragt sich zu Recht, ob sie ihm noch trauen kann. Doch sie braucht ihn, um die Schattenwesen, die sie verfolgen, aufzuhalten.

Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der Reihe des Erfolgsautors gefreut und muss am Ende sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Gleich zu Anfang wird durch den rätselhaften Mord an der jungen Wicca Willow Tree Spannung aufgebaut. Sie trägt einen geheimnisvollen Gegenstand bei sich, der dann in die Hände von Geneve gelangt. Zusammen mit dem Italiener Alessandro Bugatti untersucht sie die Vorfälle.

Mit der Familie Bugatti verbindet Geneve eine Fehde, die von Geneve und Alessandro jedoch beendet werden soll. Dies führt jedoch auch dazu, dass Geneve anfängt, an Alessandro zu zweifeln, auch wenn er ihr im ersten Teil eine große Hilfe war und sie beide sich auch zueinander hingezogen fühlen.

Dieses ungute Gefühl zieht sich durch das ganze Buch, wenn wir von den Geschehnissen in der Gegenwart lesen.

Gleichzeitig gibt es jedoch auch Rückblicke in Geneves Vergangenheit. Begleitet von den Worten ihrer toten Mutter Cathrine wird erklärt, was genau sich in der Vergangenheit zugetragen hat. Immer wieder unterbrochen von interessanten, teils heiteren, teils grausamen Auszügen über das Amt des Scharfrichters.

Diese Informationen über die Henkerdynastie wertet das ganze Buch auf. Geschickt werden Fiktion und Wahrheit miteinander verbunden. Neben einer spannenden Geschichte wird man immer wieder mit kleinen Infos versorgt.

Auch tauchen Figuren aus anderen Büchern des Autors auf. So erleben wir den Bestatter Konstantin Korff (aus dem Roman "Oneiros"), der für die Beerdigung der ermordeten Wicca zuständig ist. Aber auch Eric von Kastell (aus der Reihe "Pakt der Dunkelheit" wird erwähnt, wobei ich das Gefühl habe, dass wir von ihm im dritten Teil noch mehr hören werden.

Geneve kommt kaum zur Ruhe, ist sie sich ja nicht sicher, ob Alessandro ein verkehrtes Spiel spielt. Auch ist es der Zeitdruck, der auf ihr lastet, ebenso auch die Geheimnisse, die sie hüten muss.
So bekommt man nur kleine Atempausen, wenn die Geschichte in die Vergangenheit hüpft, denn hier wird die Story langsam aufgebaut und erst gegen Ende zeigt sich, warum diese Rückblicke eingebaut wurden.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und packend. Schnell ist man gefangen von der Geschichte und legt am Ende das Buch mit Bedauern weg. Im Frühjahr 2021 geht es jedoch weiter mit dem Abschluss der Trilogie. Ich freue mich darauf, herauszufinden, wie es mit Geneve (und auch Alessandro) weitergeht.

Meggies Fussnote:
Der Meister schreibt "Die Meisterin" meisterhaft.

Bewertung vom 13.09.2020
Die verlorene Kolonie / Artemis Fowl Bd.5
Colfer, Eoin

Die verlorene Kolonie / Artemis Fowl Bd.5


ausgezeichnet

Artemis´ neuester Streich ist es, zu berechnen, wann sich ein Dimensionsloch öffnet und einen Dämon zum Vorschein kommt. Laut seinen Vorhersagen ist es nämlich so, dass die aus der Zeit gerissene Insel Hybris wieder auf die Erde gezogen wird und dann - sobald eine Horde Dämonen auftaucht - ein Chaos ausbrechen wird.
Doch nicht nur Artemis ist auf dieses Phänomen gestoßen, auch Minerva Paradizo, ebenfalls ihres Zeichens minderjähriges Genie, hat es auf einen Dämon und den Nobelpreis abgesehen.
Kann Artemis seine unterirdischen Freunde und die Erde retten oder wird sich für alle Menschen das Weltbild ändern?

Ein toller fünfter Teil, der eigentlich als Trilogie geplanten Reihe um den intelligenten Artemis Fowl und seine unterirdischen Freunde. Es erwartet einem wieder eine fesselnde und spannende Geschichte.

Natürlich bekommt Artemis Hilfe durch seine Freundin Holly Short und die Unterirdischen, die schon mehrmals zusammen Abenteuer erlebt haben.

Diesmal kommt ein neuer Charakter hinzu. Ein Knirps namens Nummer Eins. Dämonen sind eigentlich böse, aber Nummer Eins kann einfach nicht böse sein, so sehr er sich auch anstrengt So macht er sich Sorgen, ob denn alles mit ihm stimmt. Denn normalerweise müsste er schon gekrampft haben und von einem Knirpsdasein in den Körper eines Dämonen wechseln.

.Der Autor hat viel Witz in das Buch eingebracht, bedingt durch den etwas schusseligen, naiven aber liebenswerten Knirps Nummer Eins. Aber auch die neu vorgestellte Gegenspielerin Minvera bringt Schwung in die Geschichte. Denn Artemis - mittlerweile ja 14 Jahre alt - merkt, dass Mädchen gar nicht so nervig sind, wie er immer dachte.

Da sich ja vieles um das Thema "Zeit" dreht, ist klar, dass eine Zeitreise auch mit eingebaut wird. Diese wird jedoch - im Gegensatz zu vielen anderen Büchern - nicht schwer oder rätselhaft erklärt, sondern anschaulich und nachvollziehbar.

Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und am Ende erwartet einem dann noch eine Überraschung, die in den kommenden Bänden für weitere Komplikationen sorgen wird.

Meggies Fussnote:
Zeitreisen mal anders.

Bewertung vom 13.09.2020
Der Schwarze Novize / Taberna Libraria Bd.3
Eliott, Dana S.

Der Schwarze Novize / Taberna Libraria Bd.3


sehr gut

Die Vorweihnachtszeit beginnt. Doch Corrie und Silvana können diese gar nicht genießen. Denn sie müssen immer noch das nächste magische Buch finden und damit dem bösen Magier Lamassar zuvorkommen.
Die Ereignisse fangen an sich zu überschlagen, vor allem auch, da es einen Verräter in den eigenen Reihen gibt. Corrie und Silvana sehen sich unvermittelt mit unendlichen vielen Problemen umgeben und wissen nicht, wie sie alles lösen sollen.

Ich finde es sehr faszinierend, wieviel Tiefe das Autorinnen-Duo ihren Charakteren verleiht. Alle Figuren werden eingehend behandelt und man merkt genau, dass jeder auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt. Die Autorinnen geben alles und erzählen eine vielschichtige und intensive Geschichte, die voller Magie steckt.

Durch den sehr flüssigen Schreibstil fliegt man durch die Geschichte und erlebt Abenteuer der Extra-Klasse.

Ich hatte hohe Erwartungen an den dritten Teil, welche auch vollkommen erfüllt wurden. Es waren zwar kleine Längen vorhanden, doch gaben diese Zeit, sich von den ganzen neuen Begebenheiten zu erholen.

Silvana und Corrie sind mir sehr ans Herz gewachsen. Sie versuchen mit den ihnen gegebenen Mitteln immer wieder, ihre Freunde zu unterstützen, zu schützen und vor allem endlich einen Weg zu finden, gegen Lamassar vorzugehen.

Mir ist vor allem aufgefallen, dass alles etwas erwachsener vorgeht. Die düstere Aura von Lamassar färbt etwas auf die Geschichte ab und so ergibt sich ein spannendes Abenteuer mit vielen kleinen Lichtpunkten, auf die zugesteuert werden kann. Doch muss natürlich noch etwas für den nächsten Teil aufgehoben werden und so ist alles noch nicht da, wo es letztendlich sein soll.

Corrie, Silvana und ihre Freunde sind jedoch einen großen Schritt weitergekommen. Was ich auch sehr stark finde ist, dass die beiden Freundinnen immer das Gute sehen und auch versuchen, das Gute aus jedem herauszuholen.

Ich freue mich jetzt auf den nächsten Teil der Reihe und bin gespannt, welche neuen Abenteuer Silvana, Corrie und die anderen durchleben müssen, um sich endlich gegen den finsteren Lamassar zu behaupten.

Ich würde so gerne einmal die Buchhandlung in Port Dogalaan besuchen, um dort durch die Bücher zu stöbern und vor allem auch die Mitarbeiter kennenzulernen.

Meggies Fussnote:
Der Kampf geht weiter!

Bewertung vom 13.09.2020
Der Ahorn und das rote Land
Baites, Mina

Der Ahorn und das rote Land


ausgezeichnet

Berlin, 1910: Konflikte in der Politik und ein drohender Krieg fordern die Familie Breitenbach dazu auf, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Pläne werden geschmiedet, doch dann macht ein Unfall Isas alles zunichte. Doch die Breitenbachs wären nicht die Breitenbachs, wenn sie mit Zusammenhalt und dem Mut, Neues zu beginnen, nicht schon so viele Schicksalsschläge bewältigt hätten. Während in Berlin alles neu geregelt werden muss, kommt in Colorado der andere Zweig der Familie gerade so über die Runden. Denn auch hier wird ihnen das Leben nicht leicht gemacht.

Was für ein wunderschönes Wiederlesen mit der Familie Breitenbach, die ich schon seit dem ersten Band "Der weiße Ahorn" und dem Nachfolger "Der Ahorn im Sturm" begleitet habe.

Diesmal befinden wir uns im Jahr 1910 und befassen uns näher mit Isa, Caroline und Felix in Berlin sowie Chesmu, der in Colorado zusammen mit Julia in einem Reservat lebt.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der vier Personen erzählt, so dass wir immer wieder andere Einblicke erhalten. Dabei lässt die Autorin aber nicht aus dem Auge, dass es auch weitere Familienmitglieder gibt.

Die Familie Breitenbach ist mir sehr ans Herz gewachsen, da sie eine Familie mit viel Zusammenhalt ist. Sie unterstützen sich gegenseitig, helfen, wo es geht und haben stets eins im Sinn: ihre Firma Schuherzeugung Breitenbach & Sohn zu leiten, ein guter Arbeitgeber zu sein und vor allem das Wohl der Menschen.

Die Autorin hat eine unvergleichliche Art, ihre Geschichte zu erzählen. Sie bemüht sich, jeden zu Wort kommen zu lassen, so dass kein Charakter im Hintergrund bleibt.

Sie vermittelt die Freuden und Sorgen der Personen, zeigt aber gleichzeitig auch auf, wie schnell das sorgenfreie Leben in eines umschlägt, dessen Zukunft ungewiss ist.

Da wir uns im Jahr 1910 befinden, ist der Erste Weltkrieg nicht mehr weit entfernt. D. h. der drohende Schatten des Krieges kreist wie ein Geier über den Köpfen der Familie.

Während in Berlin alle betroffen sind, ist es in Colorado eher die Ungewissheit, die an dem auf der amerikanischen Seite lebenden Teil der Familie nagt. Rosa, die als junge Frau nach Colorado ging, lebt mittlerweile auf einer Farm mit ihrem Ehemann Wendelin und kümmert sich um ihre Obstbäume und die Breitenbach School, die sie gegründet hat.

Ihre Tochter Julia ist mit Chesmu verheiratet, der den Núui-ci angehört. Eingesperrt im Reservat machen die beiden zusammen mit ihrem Sohn Sam das Beste aus der Lage, kämpfen jedoch für bessere Bedingungen und die Gleichstellung der Ureinwohner.

Die Autorin schafft es geschickt, zwischen Colorado und Berlin eine Brücke zu schlagen. Auch wenn tausende Kilometer die Familienmitglieder trennen, sind sie trotzdem stark verbunden und teilen jedes Geheimnis. Sie telefonieren regelmäßig und schreiben sich Briefe.

Als es zu den kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, ist die Sorge in Amerika natürlich sehr groß.

Die Familie wird auch noch von einem großen Schicksalsschlag heimgesucht, der gerade Isa betrifft. Doch auch hier zeigt sich wieder, wie groß der Zusammenhalt ist.

Die Saga ist noch nicht abgeschlossen. Es wird einen weiteren Band geben. Muss es auch, den der dritte Teil hört fast abrupt auf. Es bleiben sehr viele Fragen offen und man giert förmlich nach weiteren Informationen.

Ich freue mich auf jeden Fall über einen weiteren Teil der Saga und bin gespannt, mit welchen Ideen die Autorin dann aufwartet.

Meggies Fussnote:
Eine Familie wie Pech und Schwefel.