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Mel.E
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L.
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 07.11.2017
Weihnachten mit dir
Johnson, Debbie

Weihnachten mit dir


sehr gut

Gerade zur Weihnachtszeit wird vielen Menschen die Einsamkeit bewusst und für Becca in "Weihnachten mit dir" ist Weihnachten mit viel Schmerz und Leid verbunden. Sie hat Beziehungsängste und versucht bis zu einem bestimmten Punkt ihre Sorgen mit Drogen, Alkohol und auch Männern zu vergessen. Es wird erst spät offensichtlich, warum Becca sich zu einer regelrechten Weihnachtshasserin entwickelt. Da gleich zu Beginn einige Episoden vergangener Weihnachtsfeste eingeblendet werden, wirkt Becca ersteinmal zickig und wenig liebenswert, was sich erst im weiteren Verlauf der Story ändert, sobald die traurige Wahrheit herauskommt. Manchmal sind es schlimme Erlebnisse, die wir nicht verarbeiten und die doch immer wieder hervorbrechen. Ich fand es sehr gelungen, dass sich "Weihnachten mit dir" nicht nur mit Liebe und Leidenschaft beschäftigt, sondern auch in die Tiefe geht. Für Becca hält sich ein Weihnachtswunder bereit, was mir letztendlich den Roman noch mehr versüßte. Ich finde die Vorweihnachtszeit wunderschön und Romane, die in der Weihnachtszeit spielen sind fast schon ein Muss. Romantisch, schön und auf die Weihnachtszeit einstimmend. "Weihnachten mit dir" erzählt schon im Klappentext einiges und dennoch wird nur angedeutet, was mir sehr gefallen hat, denn so konnte ich mich überraschen lassen und kannte noch nicht die ganze Story. Ich mochte sowohl Protagonistin, aber eben auch die vielen Randfiguren, die "Weihnachten mit dir" belebten und einen ganz eigenen Zauber bereithielten. Becca wird sich definitiv verlieben und da es sich hier um einen Liebesroman handelt, ist dies auch kein Geheimnis. Eine Liebesgeschichte, die sich nach und nach entwickelt, wo zuvor eher Ablehnung dem Surferboy gegenüber bestand. Die alten Wunden brechen hervor, sind aber nicht überladend, sondern dienen nur für das Verständnis. Niemand kann sich dem Zauber der Weihnacht entziehen und manchmal entsteht dann auch Bleibendes, was das Herz des Lesers erreichen kann.

Für mich war "Weihnachten mit dir" ein Entfliehen aus dem Alltag und das Loslassen meiner eigenen kleinen Probleme. Becca konnte mich letztendlich begeistern und der Story ein klein wenig Tiefgang bescheren. manchmal sind Dinge nicht sofort offensichtlich und es braucht seine Zeit zu heilen. Irgendwann wendet sich das Blatt und vielleicht ist auch für Becca ein Neuanfang möglich? Drogen, Alkohol und Männergeschichten hat sie schon eine ganze Weile abgelegt. Was sie nun noch braucht ist ein offenes Herz und die Gewissheit Vertrauen zu können.

Gerne eine Leseempfehlung für "Weihnachten mit dir". Für mich ein Roman, der half abzuschalten und die trüben Tage des Herbstes ein klein wenig farbenfroher machen konnte.

Bewertung vom 05.11.2017
Stunk unterm Weihnachtsbaum / Stinktier & Co Bd.3
Bertram, Rüdiger

Stunk unterm Weihnachtsbaum / Stinktier & Co Bd.3


ausgezeichnet

Stinkige liebenswerte Weihnachten
Der Autor Rüdiger Bertram ist mir sehr sympathisch, da er auf liebevolle und wertschätzende Art und Weise Kinderbücher schreibt, die durch zahlreiche Illustrationen aufgepeppt werden, um so auch Lesemuffel an das Buch zu bekommen. In "Stinktier & Co - Stunk unterm Weihnachtsbaum" konnte ich auch wieder eine runde Story erfahren, die junge Leser/-innen begeistern wird. Ich habe oft geschmunzelt, denn Dieter das Stinktier ist einfach herrlich beschrieben und wäre mir oberpeinlich, wenn es mein Begleittier wäre. Jetzt mal im Ernst. Ein Stinktier? Wo es doch auch so herrliche Tiere gibt wie Adler, Einhörner oder auch Eulen. Zora ist mitunter auch ganz schön angenervt, denn nicht nur das Dieter stinkt, er ist auch stinkefaul und lässt sich zwischendurch auch gerne mal tragen anstatt selbst zu laufen. Ich fand die Grundidee super, denn der Wunsch nach einem Tier ist oftmals tief in Kinderherzen vergraben und wurde in "Stinktier & Co - Stunk unterm Weihnachtsbaum" gekonnt umgesetzt.

Für mich war es das erste Buch rund um Dieter und Zora, aber sicherlich nicht das letzte, denn ich mochte die Story sehr, die ganz für sich alleine stand ohne Vorwissen der beiden anderen Stinktier Bände zu haben. Hier und da gab es schon kleine Einblicke in die Bücher, aber es war dennoch verständlich und regte nur meine Neugier an. Die Chefin war auch im zweiten Band der Reihe "Stinktier & Co - Stunk in der Geisterbahn" präsent und wird immer wieder erwähnt, denn scheinbar hat sie auch dieses Mal die Hände im Spiel, wobei Dieters Stinkbomben nun sicherlich eher zu ertragen sind als zuvor. Passend zur Weihnachtszeit riechen sie nämlich nach frischen Plätzchen und Tannenzweigen. Ein Geruch, der mir echte Weihnachtsstimmung beschert, daher passt dieses Buch ideal in die Voweihnachtszeit, die ja nun nicht allzuweit entfernt ist und wer noch ein ideales Geschenk für junge Leser/-innen ab 8 Jahren sucht, würde sicherlich mit "Stinktier & Co - Stunk unterm Weihnachtsbaum" ein absolut gelungenes Geschenk machen können. Cover und Titel empfinde ich als sehr ansprechend und auch Schriftgröße und die knackigen, kurzen Kapitel angemessen für junge Leser /- innen. Ein Buch, welches eine ganz besondere Atmosphäre schafft und dies auf ganz amüsante Art und Weise. Ernste, traurige Themen finden ihren Platz, um dann durch Situationskomik wieder abzulenken. Im Gesamtpaket bin ich sehr zufrieden und kann "Stinktier & Co - Stunk unterm Weihnachtsbaum" definitiv eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen ohne Wenn und Aber!

Bewertung vom 31.10.2017
Und wenn die Welt verbrennt
Scheler, Ulla

Und wenn die Welt verbrennt


ausgezeichnet

Für mich ist das beschriebene Feuer im Buch als Metapher anzusehen, denn es brennt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart der Protagonisten. Es ist gut gewählt, denn Feuer ist mächtig und stark. Es kann zerstören, aber wenn man die Liebe miteinbezieht, auch da wie ein verzehrendes Feuer sein.

Lange war nicht eindeutig, warum Alisa sich komisch verhält und was der Auslöser dafür hätte sein können. Sie lässt sich relativ schnell auf Felix ein, bleibt aber geheimnisvoll. Cover und Klappentext sind gut gewählt und zeigen auf, dass "Und wenn die Welt verbrennt" nicht einfach zu lesen sein wird. Es ist herausfordernd, wie die überwiegend rote Farbe des Covers. Mich konnte der Roman sehr berührt und ich habe immer noch ein ungutes Gefühl im Bauch, da man die Story nicht einfach verdrängen kann. Was oberflächlich beginnt, geht immer mehr in die Tiefe und hinterlässt mich sprachlos, denn das Erleben von Adrian und Alisa ist sehr intensiv. Die Vergangenheit grausam und nicht so schnell abzulegen. Es sei denn man verdrängt, da man sich schuldig fühlt, aber irgendwann bricht auch dieses hervor und es kommen tragische Wahrheiten ans Licht die dazu führen Alisa zu verstehen. Ihr Verhalten ist eigentümlich und erst im Nachhinein begreiflich. Felix wird herausgefordert seine Liebe zu Alisa immer wieder neu zu hinterfragen und auch anzuzweifeln. Warum hat Alisa den Kontakt zu Adrian abgebrochen?

Auch Felix trägt sein Päckchen, denn er steht im Schatten seines älteren Bruders, der nicht verstehen kann, warum sich Felix auf das Malen konzentriert und sich nicht einem normalen Brotjob, bzw einem Studium widmen kann. Als er auf Alisa trifft, ist sie die erste, die sein Talent anerkennt. Felix sieht Alisa so, wie sie wirklich ist und vielleicht ist es das, was ihnen beiden Halt und Stärke gibt? Alisas Erleben stellt die junge Liebe vor große Herausforderungen.

Die Kapitel sind oft recht kurz und die Story wird abwechselnd von Alisa und Felix erzählt. Dies erzeugt eine gewisse Spannung, da die Wahrnehmungen und Empfindungen der beiden Protagonisten sehr unterschiedlich sind. Bis zum Ende hin habe ich allerdings nicht herausgefunden, wer der kleine Käfer ist, den Alisa immer wieder anspricht. Sie denkt und redet oft in Rätseln, was die Story belebt und ungewöhnlich machen konnte.

Die Grundstimmung im Roman ist oft traurig und dies ändert sich auch nicht, denn das Aufdecken der Vergangenheit Alisas legt sich wie ein Schatten auf die Story, die eigentlich auch eine Liebesgeschichte hätte sein können, aber eine ganz andere Wende nimmt. Tiefgründig und manchmal auch überfordernd, ist "Und wenn die Welt verbrennt" definitiv ein Roman, den ich ohne Wenn und Aber weiterempfehlen möchte. Die Autorin schreibt sehr bildlich und ich hatte vieles vor Augen, gerade die Zeichnungen rund um Felix sind lebendig. Die ausgezeichnete Ausarbeitung der Charaktere ist gelungen und geben Einblicke in die menschliche Psyche, was lange nachwirken wird und dem Roman die Oberflächlichkeit nehmen konnte. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

★★★★★

Bewertung vom 29.10.2017
Angstmörder / Nicholas Meller Bd.1
Stassen, Lorenz

Angstmörder / Nicholas Meller Bd.1


ausgezeichnet

Morden, um den Schmerz auszumerzen

"Angstmörder" zeigt relativ rasch die menschlichen Abgründe auf und hinterließ dadurch ein Gefühl zurück, welches regelrecht unheimlich erschien. Die Vergangenheit eines Menschen kann verändern und führt oft dazu, dass ein Mensch ungewöhnliche Wege geht, um Rache zu nehmen für das, was in seinem Leben unrecht war. Es fasziniert mich auf der einen Seite, stößt mich auf der anderen Seite wiederum komplett ab. Verständnis habe ich nicht wirklich, aber manche Einblicke in die Vergangenheit haften definitiv. Dem Autor gelang es gleich zu Beginn Spannung aufzubauen, die sich fast komplett durch die Seiten ziehen konnte. Ein roter Faden ist erkennbar und besonders gelungen empfand ich die Protagonisten, die doch relativ ungewöhnlich sind. Nina ist als Mensch mit Behinderung eine Figur, die ich zu schätzen lernte, denn sie ist es, die Nicolas Meller auf die richtigen Fährten führt. Natürlich baut der Autor eine Liebesgeschichte ein, die zwar passt, aber manchmal etwas zu viel Raum einnahm, da der Fall irgendwann geklärt scheint und sich die beiden Liebenden immer noch nicht gefunden haben. Die Profile der Frauen, die ermordet werden, bzw. im Fokus des Angstmörders stehen, empfand ich als sehr gelungen. Die Kapitel des Thrillers sind kurz und dennoch aussagekräftig. Der Schreibstil des Autors wirkte eindeutig und klar. Insgesamt konnte ich mich wunderbar auf die Story einlassen und kann auf einige spannende Lesestunden zurück blicken. Da auch der Täter mich an seiner Gedankenwelt teilhaben ließ, kam definitiv keine Langweile auf und ich konnte die weitere Entwicklung, den Plan zu morden aus einem ganz anderen Entwicklung betrachten. Im Gesamtpaket kann "Angstmörder" durch seine Protagonisten glänzen, auch wenn nicht alle sofort Sympathieträger sind. Nicolas, der russische Wurzeln hat, belebt den Thriller durch seine Kontakte zur Unterwelt und bekommt den einen oder anderen wichtigen Hinweis. Am Ende ist er ein Held, dem der Ruhm allerdings nicht alleine gebührt, denn vieles floss zusammen, um den "Angstmörder"zu überführen. Letztendlich wurden mir einige Überraschungen geboten, die die Spannung aufrecht erhalten konnten.Ich möchte gerne eine Lesempfehlung aussprechen für einen Thriller, der mir wirklich gut gefallen hat. Er bot mir ausreichend Spannung, um ihn fast in einem Zug lesen zu wollen, da ich die Story als sehr gelungen empfand und gerade die Vergangenheit des "Angstmörder" mir als so unglaublich erschien, dass ich mich manchmal frage, warum wir Menschen uns gegenseitig verletzen müssen und dadurch fast schon schuldig werden an anderen. Gerade Mütter sind diejenigen, die ihre Kinder wertschätzen sollten und nicht verletzen. Mir geht es oft nah, da es mir so unglaubwürdig erscheint. Dem Autor ist ein hervorragender Plot gelungen, der überzeugen konnte. Gerne mehr!

Bewertung vom 27.10.2017
Kleine Stadt der großen Träume
Backman, Fredrik

Kleine Stadt der großen Träume


ausgezeichnet

Rasant wie im Eishockey - Kampfgeist und Loyalität
Björnstad ist eine Eishockeystadt und alles lebt und strebt nach dem großen Erfolg. Die Einführung in die Story ist ein klein wenig mühsam und durch die vielen beschriebenen Personen am Anfang sehr schweirig zu lesen. Ich vermisste das gute Gefühl, welches mich in den vorherigen Büchern des Autors komplett begleitet hat. Als bekennender Ove Fan war meine Erwartung sehr hoch und die ersten 100 Seiten lang war ich doch sehr enttäuscht, da sich der erhoffte Wohlfühleffekt nicht einstellen wollte. Dieses Gefühl verflog dann ab Seite 218, denn ab da nimmt die Story an Fahrt auf und das Blatt wendet sich. Eishockey steht zwar immer noch im Mittelpunkt, aber die Story entwickelt sich nun komplett anders und lässt mich fast schon erstarren. Frederick Backmann ist es letztendlich doch noch gelungen mich zu überzeugen. Ich war überrascht, denn nichts ließ sich vorher erahnen, obwohl immer wieder kleine Nebensätze eingestreut wurden, dass sich die Atmosphäre der Stadt verändern wird. Freundschaften werden zerbrechen und ein Sturm die Stadt ereilen. Wie dies letztendlich aussieht ist unvorhersehbar und sehr gelungen dargestellt, denn nun geht es darum Mensch zu bleiben und sich nicht auf Lügen und Betrug einzulassen. Urplötzlich werden aus Menschen Feinde und dies ist komplett nachvollziehbar, denn es gilt sich auf die richtige Seite zu stellen. Ist Eishockey nun immer noch das allerwichtigste in Björnstadt oder gilt es die Wahrheit herauszufinden und sich für Verluste zu entscheiden? Ist es der Sieg im Eishockey, der die Menschen in Bjönstadt vorantreibt oder ist es Geld, was die Stadt letztendlich regiert? Manche Menschen möchte man kräftig durchschütteln, andere am liebsten in den Arm nehmen und trösten. Andere sind in ihrer Trauer gefangen und können letztendlich Ängste ablegen und sich zu Kämpfernaturen entwickeln, während andere sich zurückziehen und ihre eigenen inneren Kämpfe durchleben. Was letztendlich zählt ist Freundschaft und Loyalität. Dies konnte mich sehr beeindrucken und gab mir einen positiven Abschluss eines grausamen Erlebens innerhalb einer Sportgemeinschaft. Menschen müssen ein NEIN akzeptieren und sich nicht einfach nehmen, wonach ihnen beliebt, denn dies beinhaltet lediglich tiefen Schmerz und eine große Abscheu seitens der Leserschar.

Im Gesamtpaket ist "Kleine Stadt der großen Träume" ein ganz wunderbares Buch, welchem ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Auch wenn ich den Einstieg als sehr mühsam empfand, konnte sich die Story soweit entwickeln, dass ich wirklich begeistert bin. Durch die Thematik stellt sich natürlich kein wirklicher Wohlfühleffekt ein, hinterlässt aber dennoch ein Gefühl von Zufriedenheit, da es hier und da doch kleine Siege geben wird, die nicht unbedingt mit Eishockey zu tun haben. Die vielen beschriebenen Personen innerhalb der Story ergeben nach und nach ein Ganzes und vereint sie miteinander, wenn es auch zwischenzeitlich zerstreut und entzweit. Wer Feind oder Freund ist zeigt sich ganz deutlich und gibt dem Roman daher eine ganz eigene Aussagekraft die mich letztendlich überzeugte.

4,5 Sterne

Bewertung vom 25.10.2017
Ich soll nicht lügen
Naughton, Sarah J.

Ich soll nicht lügen


sehr gut

"Ich darf nicht lügen" ist ein sehr gelungener Roman, der viele spannende Facetten hat, aber mit einem Psychothriller leider wenig gemeinsam hat. Trotzdem konnte durch die Vergangenheitsbewältigung beider Protagonistinnen einiges an Spannung wahrnehmen, welches mich schockiert und auch dazu antrieb weiter in die Psyche beider Frauen einzutauchen. Lange bleibt im Dunkel verborgen, warum Abe in die Tiefe stürzt. Verdachtsmomente gibt es einige, aber die Wahrheit bleibt lange auf Lügen aufgebaut, da sich einfach zu viele Ungereimtheiten häufen. Mags lädt uns ein, ihren Bruder besser kennen zu lernen und es schockiert und fasziniert gleichermaßen.
Die gemeinsame Vergangenheit ist ebenso grausam wie die von Jody. Anders, aber ebenfalls ein Zeichen von Traumata und Eltern, die es nicht wertschätzen Kinder zu haben. Es hat mich mitten ins Herz getroffen und der Ausdruck "Wolf" gleich zu Beginn ist mehr als zutreffend. Mags und auch Abe schaffen es, sich ein Leben fernab der Eltern aufzubauen und dennoch sind diese immer noch präsent. Jody flüchtet sich in Lügen, um ihr Leben zu ertragen. Wer kann es ihr verdenken? Dennoch empfand ich den Titel im Nachhinein wenig passend.
Erzählt wird die Story in drei Perspektiven erzählt und dies verwirrt anfangs sehr, dennoch kann es dem Buch damit eine gewisse Spannung geben, denn die drei Frauen erleben unterschiedliches, was zum Ende hin, dann eine Einheit verleiht. Das gemeinsam Erlebte verleiht den drei Frauen eine gewisse Stärke, um erstens zu verarbeiten und zweitens herauszufinden, was wirklich geschah und letztendlich auch, um zu bestrafen. Der Weg dahin ist unglaublich und hat mich zutiefst erschüttert.
Im Gesamtpaket lässt sich "Ich darf nicht lügen" sehr gut lesen und hat trotz kleiner Schwächen ein gewisses Potential, um seine Leserschar zu fesseln. Ich konnte zwar keinen Psychothriller wahrnehmen, empfand das Buch deshalb aber nicht schlechter. Zum Ende hin fügt sich alles ineinander und konnte mich daher überzeugen. Gerne eine Leseempfehlung!