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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 22.10.2017
Einhornzähmen leicht gemacht / Pip Bartlett und die magischen Tiere Bd.2
Pearce, Jackson;Stiefvater, Maggie

Einhornzähmen leicht gemacht / Pip Bartlett und die magischen Tiere Bd.2


ausgezeichnet

Da ich selbst gerade im Einhornfieber bin, sprang mir das Cover des Kinderbuches "Pip Barlett und die magischen Tiere 2" sofort ins Auge als ich die Verlagsvorschauen des Heyne Verlages betrachtete. Ebenso liebreizend wie das magische Cover ist auch die Story, die Einhornfansherzen regelrecht höher schlagen lässt. Selbst meiner Tochter, die leider eher Lesemuffel ist, wurde durch das Cover animiert das Buch lesen zu wollen.

Maggie Stiefvater war mir durch die "Nach dem Sommer Trilogie" natürlich bekannt, daher war es auch interessant ihre Begabungen als Illustratorin zu erkunden. die Illustrationen waren wirklich gelungen, aber die Schrift unter den Zeichnungen leider etwas blass und nur bei guter Lichquelle gut zu lesen. Mir hätte es gefallen, wenn es der Schriftfarbe des kompletten Buches angepasst worden wäre, aber das ist jetzt nun wirklich meckern auf hohem Niveau. Letztendlich glänzt das Buch natürlich durch die Vorstellungen der magischen Wesen, wobei der Fokus natürlich auf Einhörnern liegt und uns nur mit verschiedenen anderen Wesen bekannt macht.

Ob Einhorn zähmen wirklich leicht gemacht wird, wird sich im Verlauf der Story zeigen, denn Regent Maximus ist sehr zurückhaltend und für einen Wettbewerb auf den ersten Blick eher ungeeignet. Pip muss sich komplett auf das Einhorn einlassen und nebenbei auch noch eine absolute Gemeinheit aufdecken. Ein Dieb geht um und fügt den teilnehmenden Einhörnern mächtig Schaden zu. Die Spannung die dadurch erzeugt wird, ist einem Kinderbuch komplett angemessen, ebenso Schriftgröße und die Länge der jeweiligen Kapitel. Wie schon erwähnt werden die Kapitel durch die Vielzahl der Illustrationen aufgepeppt und definitiv aufgewertet. Für uns steht fest, dass wir nun auch den ersten Band der Reihe lesen wollen.

"Pip Barlett und die magischen Tiere 2" ist absolut empfehlenswert für große und kleine Einhornfans. Die Story ist wunderbar verpackt und bietet Kindern einen echten Anreiz immer weiter lesen zu wollen. Erst ist es das Cover was ins Auge springt und sobald man sich auf das Lesen einlässt, entwickelt das Buch einen echten magischen Sog, der dazu führte, dass auch Lesemuffel ein Buch beendeten und es für sehr gut befanden, daher eine echte "Leseempfehlung"

Bewertung vom 21.10.2017
Das ist kein Spiel
Jonsberg, Barry

Das ist kein Spiel


ausgezeichnet

"Das Blubbern von Glück" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, daher war ich sehr gespannt auf ein weiteres Werk des Autors, da mich auch "Flieg, so hoch du kannst" sehr begeisterte. Auch in "Das ist kein Spiel" bedient sich Barry Jonsberg eines Protagonisten, der wirklich außergewöhnlich ist und dadurch das Lesen zu etwas ganz Besonderen machen konnte. Die Genre ist zwar anders als in den Romanen zuvor, aber dies schürte lediglich meine Neugier, ob es dem Autor gelingen wird, mich auch in diesem Genre zu überzeugen. Nachdem ich "Das ist kein Spiel" nun beendet habe, hoffe ich, dass ich meine Begeisterung nun in Worte fassen kann, um aufzuzeigen, was für einen Schatz ich gelesen habe.
Dieser Thriller beinhaltet so vieles, was sich erst nach und nach offenbart, um in einem großen Showdown am Ende komplett zu überzeugen. Ich wusste nie, wohin der Autor mich führen wird und genoss die vielen kleinen und großen Überraschungen. Es ist letztendlich tatsächlich kein Spiel, denn die Entführung Phoebes lässt Jamie dazu verleiten die Spielregeln zu ändern. Obwohl die Polizei eingeschaltet ist und auch das Lösegeld vorhanden, geht Jamie eigene Wege. Er ist ein außergewöhnlicher Protagonist, der durch seine Intelligenz letztendlich glänzen kann. Er ist es, der seiner Schwester Summerlee einen riesigen Batzen Geld verschafft hat, denn durch Logik und Ausschließen diverser Lottozahlen gewinnt diese im Lotto und löst sich danach komplett von ihrer Familie. Die Familie selbst hat einiges an Problemen und manches war für mich definitiv nicht nachvollziehbar. Mitunter empfand ich Jamies Eltern als sehr lieblos und uninteressiert am Leben ihrer Kinder. Wäre Summerlee mein Kind hätte ich sie vielleicht auch ziehen lassen, wäre aber vor Sorge um Leib und Seele verrückt geworden, zumal viele Drogen ins Spiel kommen und Summerlee auf dem Weg war, sich selbst zu vernichten.
Jamie ist mir von Beginn an sympathisch gewesen, anstatt einen Teil des Geldes für sich zu fordern, findet er sich mit den gegebenen Umständen ab und gerät erst so richtig in Fahrt, als seine kleine Schwester aus dem Supermarkt verschwindet. Die Schuldgefühle sind so hoch, dass er den Spieß umdreht und sich nicht an die Spielregeln des Entführers / der Entführerin halten kann oder vielleicht auch nicht will, da er sich herausgefordert fühlt. Im wahren Leben wäre es sicherlich nicht so einfach gewesen alle an der Nase herumzuführen und sich selbstständig auf die Suche zu begeben. Mir hat sehr gefallen, dass Jamie ausbricht und eigene Wege und Lösungen sucht. Dies zeigt für mich eine gewisse Stärke und Unabhängigkeit auf, die vielleicht auch damit zu tun haben, dass seine Eltern lediglich präsent sind, aber ihr eigenes Leben führen. Familienleben stelle ich mir ehrlich gesagt anders vor. Vielleicht ist es auch einfach nur Überforderung? Es ist wie es ist und letztendlich ist es Jamies Mut und Intelligenz zu verdanken, dass zum Ende hin alles positiv verläuft.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Kinder - und Jugendthriller, der optimal zur angegebenen Zielgruppe passt. Schreibstil, Schriftgröße und Story sind angemessen. Das Cover wurde meiner Meinung nach sehr gut gewählt und auch wenn es nicht um ein Würfelspiel geht, ist es dennoch ansprechend. Es wirkt geheimnisvoll und hätte mich im Buchladen sicherlich dazu aufgefordert es zumindest in die Hand zu nehmen, näher zu betrachten und mich dem Klappentext zu widmen.

Bewertung vom 21.10.2017
Crimson Lake
Fox, Candice

Crimson Lake


ausgezeichnet

Da mir der Schreibstil der Autorin Candice Fox sehr zusagt, war ich sehr gespannt auf ihr neustes Werk "Crimson Lake" und freute ich sehr darauf, den Thriller lesen zu können. Meine hohen Erwartungen wurden komplett erfüllt, denn der Thriller ist ab der ersten Seite komplett verwirrend und entwickelt nach und nach sein Potential. Die Personen innerhalb der Story sind sehr interessant gezeichnet und verwirrten mich mehrfach, da sie sich mitunter nicht in die Karten schauen lassen. Für mich war offensichtlich, dass Tedd Claire nicht missbraucht hat, aber ist dies wirklich die Wahrheit oder ist es nur ein Verwirrspiel der Autorin mich auf falsche Fährten zu führen? Nachvollziehbar ist die Tatsache, dass die Menschen um Ted herum Angst oder auch Hass spüren für diejenigen, die Kinder missbrauchen. Sich Crimson Lake als Rückzugsort auszusuchen ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, denn Ted wird auch dort geächtet und verfolgt. Amanda Pharell selbst hat ihr Päckchen zu tragen und erst zum Ende der Story wird klar, warum sie zur Mörderin wurde. Oder vielleicht ist auch sie unschuldig? Amanda als Person ist sehr widersprüchlich und gerade dies bietet eine gewisse Faszination. Es werden hier mehrere Fälle hoher Kriminalität aufgerollt und letztendlich auch geklärt, wenn auch anders als erwartet. Die Psyche des Menschen ist immer wieder interessant und Candice Fox ist es gelungen das Verhalten glaubwürdig und authentisch zu beschreiben.

Die Stimmung im Buch ist regelrecht trostlos und düster. Dieses verändert sich auch nicht im Verlauf der Story, dennoch sind hier und Hoffnungsschimmer erspürbar, da Ted nicht locker lässt und den Fall des verschwundenen Schriftstellers unbedingt aufklären will. In seinen Ermittlungen, stößt er auf viele Ungereimtheiten, die ihn letztendlich in große Gefahr bringen werden. Manchmal ist Neugier und Spürsinn nicht immer von Vorteil. Die Story fesselt definitiv, da diese ganzen Ungereimtheiten sehr interessant dargeboten werden.

"Crimson Lake" kommt völlig unblutig daher und dennoch konnte ich mich dem Sog einer wirklich interessant gestrickten Story nicht entziehen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da mich sowohl Schreibstil als auch Ausarbeitung der Charaktere sehr fasziniert hat. Gerade die Einblicke in die Verhandlungen und Ermittlungen in den Missbrauchsfall Claire brachten immer wieder eine spannende Alternative zu dem zu lösenden Fall in Crimson Lake. Auch Amandas Lebensgeschichte war wert erzählt zu werden und gab der Story interessante Wendungen. Im Gesamtpakt ist "Crimson Lake"lesenswert und unbedingt weiter zu empfehlen!

Bewertung vom 18.10.2017
Schwebezustand
Jungwirth, Andreas

Schwebezustand


sehr gut

"Schwebezustand" sprach mich durch das erfrischende Cover und den Klappentext an. Meine Erwartungen wurden zwar nicht komplett erfüllt, aber dennoch ist der Roman lesenswert, denn die Story nimmt interessante Wendungen, die anfangs anders dargestellt wurden. Der Titel des Romans wird sinnig, sobald man sich auf die Story einlässt und bekommt eine Mehrfachbedeutung, die vom Autor großartig verwoben werden konnte. Die Protagonistin Sophie muss mehrfach Entscheidungen treffen und bereitet sich langsam aber stetig darauf vor, erwachsen zu werden. Für die angegebene Zielgruppe ist es meiner Meinung nach nur bedingt geeignet, da sich die wenigsten Kids mit 12 Jahren mit Sophie identifizieren können. Ich persönlich würde das Lesealter auf 16 Jahre hochschrauben.

Die Story an sich ist definitiv gelungen, denn Sophies Probleme sind gelungen dargestellt und auch Paul ist eine wunderbar gezeichnete Person. Einige Tabuthemen werden detailliert ausgeschmückt, denn Paul sich urplötzlich in Obhut seines Großvaters befindet. Dieser verhält sich recht eigentümlich und kann scheinbar nicht aus seiner Haut. Auch zum Ende hin ist dieser nicht sehr offen, aber es wird klar, warum er sich so verhält und sich auch ein wenig abkapselt. Trotzdem ist er derjenige, der zur Hilfe eilt, als es erforderlich wird. Zum Glück für Paul sind es andere Personen, die sich ihm gegenüber liebenswert und wohltuend verhalten. Um Dinge zu verarbeiten beginnt er Tagebuch zu schreiben und es verwundert nicht, dass viele Sätze darin von Sophie handeln. Moritz hingegen ist zwar cool, aber es ist nur Show, denn dahinter steckt ein Typ, der eher beängstigt, als jemand zu sein mit dem man wirklich befreundet sein möchte. Sophie erkennt dieses fast zu spät.

Im Gesamtpaket war "Schwebezustand" ein sehr interessant dargestelltes Kinder - und Jugendbuch, welches ich zwar nicht unbedingt als angemessen empfand für die genannte Zielgruppe, dennoch konnte ich mich gut auf Protagonisten und Story einlassen. Gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 02.10.2017
Das Tagebuch der Callie Snow Bd.1
Chastain, Emma

Das Tagebuch der Callie Snow Bd.1


sehr gut

"Das Tagebuch der Callie Snow" lässt sich locker, leicht und flockig lesen. Für mich war es ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit, in der ich mich damit beschäftigt habe, meinen ersten Kuss zu bekommen oder der morgendliche Blick in den Spiegel, um zu überprüfen, ob ich wirklich angemessen gekleidet bin. Ich habe mich ehrlich gesagt köstlich über Callie amüsieren können und eine gewisse Dankbarkeit darüber empfunden, dass ich dem Teeniealter längst entwachsen bin und die alltäglichen Probleme andere sind, als die eines jungen Mädchens. Das Lesen war spaßig auf er einen Seite, beinhaltet aber auch die eine oder andere ernste Seite. Der Autorin ist es gelungen beide Seiten zu vermischen und dadurch die Oberflächlichkeit zu nehmen. Für das angegebene Lesealter ist "Das Tagebuch der Callie Snow" bestens geeignet, denn ich vermute, dass sich das eine oder andere junge Mädchen sich in Callies Geschichte wiederfinden wird. Durch die Tagebucheinträge und die doch recht große, angenehme Schrift wird man als Leserin dazu verleitet zügig zu lesen, da es immer wieder zu recht witzigen Anekdoten in Callies Leben kommt, die man einfach weiterverfolgen möchte. Wie schon erwähnt, gibt es auch tragische, bzw. dramatische Ereignisse, die vielleicht nicht auf alle Personenkreise zutreffen, aber dem Roman ein wenig Tiefe übermitteln konnten. Familie, Schule, Freundschaft, Verlieben ...., alles Dinge die für die Zielgruppe der Leserinnen zutreffen. Durch die pinke Covergestaltung ist es schon dadurch in meinen Augen ein Buch für Mädchen.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für das Kinder - und Jugendbuch "Das Tagebuch der Callie Snow", da es für mich eine amüsante Zeitreise gewesen ist, die letztendlich auch durch ernstere Themen bestückt war, die wirklich authentisch gezeichnet waren.

Bewertung vom 01.10.2017
Muttertier
Kelle, Birgit

Muttertier


sehr gut

"Muttertier" ist provokant und herausfordernd. In einer Welt lebend, in der jeder seine Sexualität ausleben kann, wie er / sie will und wirklich Alles (Gender, Ehe für Alle ...) akzeptiert wird, sind wir Mütter alleinige Kämpferinnen. Kämpferinnen für das Wohl unserer Kinder. Manchmal wird über uns der Kopf geschüttelt und oft sind wir mit unserem Denken und Handeln auf uns allein gestellt. Mütter sind nicht mehr viel wert, da wir dem Staat lediglich auf der Tasche liegen. Nicht in die Rentenkasse einzahlen? Muss sich wirklich jede Frau rechtfertigen, die es vorzieht lieber selbst die Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen und dies nicht der KiTa zu überlassen? Mutter zu sein ist der tollste Job den es gibt und leider auch der undankbarste, denn er ist unbezahlt. Als Mütter sind wir nicht gleichgestellt mit dem arbeitenden Volk, sondern mitunter auch verachtet dafür, dass wir unsere Zeiten mit Nichtstun verbringen. Wir haben einen Job, der oft auch die Nächte miteinschließt. Wer hätte das gedacht? Vieles im Buch von Birgit Kelle trifft den Nagel auf den Kopf. Trotzdem war mir vieles zu provokant, da es mir wir eine Kampfansage an die Gesellschaft und der Politik erschien. Ich bin in vielem einer Meinung mit der Autorin, aber manche Aussagen waren mir zu wenig Ansage, denn was soll verändert werden? Leben und Leben lassen ist meine Devise, denn jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und ich alleine kann die Welt nicht retten oder verändern. Es würde mich natürlich freien, wenn irgendwann wir Mütter mehr Anerkennung erhalten würden und auch für unser Auskommen gesorgt würde, aber ich vermute tatsächlich, dass dies nie geschehen wird. Bei meinen ersten beiden Kindern bin ich 8 Jahre lang zuhause geblieben, um die Erziehung übernehmen zu können. Finanziell war es durch das Elterngeld möglich. Bei meiner jüngsten Tochter habe ich recht schnell wieder gearbeitet und sie auch mit 2 1/2 schon in die KiTa gegeben. Ich denke, dass die Lebensumstände des Einzelnen immer mit betrachtet werden müssen, bevor man ein Urteil fällt.
Da "Muttertier" in einem christlichen Verlag erschienen ist, hatte ich eine ganz andere Haltung zu dem Buch im Vorfeld. Nach dem Lesen bin ich doch ein klein wenig enttäuscht darüber, dass wenig biblische Lehre vorhanden war und Evolution immer wieder zur Sprache kam. Für mich ist die Schöpfung relevant und gerade wenn man ein vollkommenes Kind im Arm hält, muss einem bewusst werden, dass nichts dem Zufall überlassen worden ist. "Denn du hast meine Nieren bereitet und mich gebildet im Mutterleib. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin." Psalm 139
Natürlich findet sich jede Mutter oder auch Nichtmutter in den geschriebenen Zeilen wieder, denn letztendlich Denken und Fühlen wir gerade als Mütter alle gleich (wir sind um das Wohl unserer Kinder bemüht), während die Nichtmütter immer wieder aufgefordert werden sich ebenso wie wir dafür rechtfertigen zu müssen, warum ihnen der Kinderwunsch fehlt, während uns Müttern die Kinder wichtiger sind als Karriere. Es ist Paradox und dennoch nicht unähnlich von den Gedanken und Emotionen her, oder nicht?
"Muttertier" greift viele Themen an und ist manchmal auch ein echter Angriff auf unsere Gesellschaft. Ich muss gestehen, dass mir vieles gefallen hat, denn es gibt oft Momente, wo ich das Schweigen vorziehe, um nicht als altbacken, konservativ oder intolerant zu gelten. Man muss ja fast in allen Veränderungen mitgehen, auch wenn es mir nicht passt. Egal, es gibt einfach vieles über das sich Streiten lässt, was aber nur spaltet und nicht zur Einigung führt.
Letztendlich vergebe ich eine Leseempfehlung, auch wenn mir nicht alles an "Muttertier" gefallen hat. Es ist nicht die Sprache die ich spreche, obwohl ich selbst Mutter bin und auch einen großen Teil dazu beigetragen habe, dass meine Kinder sich zu wunderbaren Erwachsenen entwickelt haben.

Bewertung vom 28.09.2017
Die Geschichte von Mya und Kol / Ivory & Bone Bd.1
Eshbaugh, Julie

Die Geschichte von Mya und Kol / Ivory & Bone Bd.1


sehr gut

Zwischen Kampf und Liebe angesiedelt
"Ivery and Bone" erzählt wie schon deutlich auf dem Cover zu sehen, die Geschichte von Myra und Kol. Es ist Liebesgeschichte und Kampf ums Überleben in einem. Außergewöhnlich, ausdrucksstark und mit charakterstarken Protagonisten bestückt führt der Roman in eine Welt, in der verschiedene Gruppierungen, sogenannte Clans getrennt voneinander ihr Überleben sichern müssen. Mittlerweile wird eine Vermischung angestrebt, um die Nachkommenschaft zu sichern.

Für das angegebene Lesealter ist "Ivery and Bone"bestens geeignet, da es bedingt durch die Schriftgröße angenehm zu lesen ist und die Story zudem nicht überfordert. Es wird genügend Spannung und Sehnsucht miteinander verknüpft, um gerade junge Leser/-innen faszinieren zu können. Auch Leser/-innen, die das Alter der Zielgruppe weit überschritten haben, werden das Lesen genießen. Die Story ist sehr ausdrucksstark und reißt förmlich mit. Das Drama des Beginns zieht sich komplett durch die Seiten und kann zum Ende hin weiter glänzen, denn trotz Wahnsinn und vielen Lügen und Betrug ist das Ende stimmig.

Der Autorin ist es gelungen einen Roman zu verfassen, der einem anderen Zeitalter angesiedelt wurde und daher auch eine komplett andere Grundstimmung verbreiten kann. Überleben ist das eine, Verlieben das andere. Das ausgewählte Setting ist gelungen und wird bildlich wunderbar wiedergegeben. Die Mammutjagd und die Angst vor Säbelzahntigern nimmt nicht überhand, sondern zeigt auf, wie die Menschen der erschaffenen Zeit lebten. Furcht ist wenig angemessen und ist doch präsent.

Ich hatte ein klein wenig Schwierigkeiten am Anfang mich mit Kols Gedankenwelt auseinanderzusetzen. Im weiteren Verlauf der Story konnte ich mich im besser darauf einlassen und genoss seine inneren Kämpfe sehr. Die äußeren Kämpfe finden im weiteren Verlauf natürlich auch statt, aber letztendlich wird ein Sieg errungen, der für alles andere Drumherum entschädigt hat.

Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der in einer anderen Zeit spielt und sehr authentisch wirkt. Eine Zeit, die ich beängstigen finde und froh bin mir heute im Supermarkt mein Essen kaufen zu können und nicht durch die Wildnis muss, um zu jagen oder Beeren zu sammeln. Mir gefiel, dass die beschriebenen Szenen sehr deutlich und bildlich dargestellt wurden. Das Cover ist eher nichtssagend und recht dunkel. Die Story selbst wirkt mitunter auch sehr düster, hat aber auch viele schöne Momente. Insgesamt ein spannendes Abenteuer, auf das man sich gerne einlassen kann.

Bewertung vom 26.09.2017
Angst sollt ihr haben
Theisen, Manfred

Angst sollt ihr haben


ausgezeichnet

Fremdenhass - Brandaktuelles Thema - super umgesetzt
"Angst sollt ihr haben" wird aus Tätersicht geschildert und es beängstigt sehr, da es absolut authentisch geschrieben wurde. Felix der Protagonist fühlt sehr viel Hass in sich. Hass auf die Politik, Hass auf Fremde und ich vermute, ein klein wenig auch auf sich selbst. So wie er dargestellt wird, bekommt er sein eigenes Leben kaum auf die Kette und hat daher einfach zuviel Freizeit. Freizeit, die er dazu nutzt seinen Fremdenhass zu schüren. Er ist definitiv ab Beginn absolut unsympathisch. Man verbindet ihn gleich mit einigen Menschen denen man am besten aus dem Weg gehen sollte. "Angst sollt ihr haben" steckt voller Gewaltmomente und auch wenn es sehr passend geschrieben ist, weiß ich nicht, ob es eine junge Leserschar ab 14 Jahren nicht überfordern wird.

Das Cover macht schon sehr deutlich, dass es in Felix Welt nicht gewaltfrei bleibt. Die geballten Fäuste zeigen Gewalt durch und durch. Ebenso ist die Story angefüllt mit Wut und Hass gegen Fremde. Fremde die unser Land bewohnen und in den Fokus der rechten Szene rücken. "Mein Kampf" ist Felix Bettlektüre und beängstigt mich sehr, da der Einfluss des Führers auch heute noch aktuell in vielen Köpfen ist.

Der Autor hat sich grandios mit dem Thema "Fremdenhass / Rassismus" auseinandergesetzt. Man merkt dies an vielen kleinen Details und deshalb wirkt "Angst sollt ihr haben" auf mich als Leserin tatsächlich beängstigend. Ich fühlte mich an vielen Stellen sehr unwohl. Die Düsternis und den Hass in Felix war auf vielen Seiten spürbar und ich hätte ihn gerne geschüttelt und zur Vernunft gebracht. Nicht nur durch den neuen Freund der Mutter beginnt sich Felix mit der rechten Szene auseinanderzusetzen, Nein, er ist auch schon vorher sehr sensibilisiert durch seine Wut. Wenn ich ihn mir so betrachte, wie er nicht sesshaft ist, keinerlei wirklichen Arbeit nachgeht und seine Sexpartnerin mit einigen anderen teilt, verstehe ich seine Unzufriedenheit ein klein wenig. Nicht verstehen kann ich, wie seine Mutter die Augen verschließt und warum Felix Raum bekommt seine Wut und seinen Hass immer mehr zu schüren und auf die Fremden zu übertragen. Im Buch werden sie als Kaffer betitelt und dies ist mir ein zu unangenehmes Wort, um es dauerhaft zu verwenden. Zur Story passt es definitiv. Um noch einmal auf Felix zurückzukommen, dem das Gefühl gegeben ist sich auf seinen Hass zu konzentrieren und immer mehr in die rechte Szene einzutauchen. Mir erscheint sein Leben als unstabil und daher muss er sich Dinge suchen, die ihn von seiner eigenen Unfähigkeit ablenken.

Im Gesamtpaket ist "Angst sollt ihr haben" sehr gelungen, auch wenn ich die Altersangabe für junge Leser als zu niedrig angesetzt finde. Der Roman trieft nur so vor Hass und Gewalt, dass es mich selbst als Erwachsene überfordert fühlte.

★★★★★

Bewertung vom 22.09.2017
54 Minuten
Nijkamp, Marieke

54 Minuten


sehr gut

"54 Minuten" erzählt die furchtbaren Ereignisse während eines Amoklaufs. Die emotionalen und psychischen Eindrücke sind teilweise unerträglich für mich als Leserin, da sie sehr authentisch wirken. Was bringt einen doch sehr jungen Menschen dazu, wahllos in der Gegend herumzuschießen oder eben auch ganz bewusst abzudrücken und ein Leben zu nehmen? Tyler erscheint knallhart und es bleibt lange unklar, was er mit dieser Aktion bezweckt. Die Eindrücke während des Amoklaufs werden durch unterschiedliche Personen übermittelt und können dadurch eine hohe Spannung aufbauen. Immer mehr Menschen lassen ihr Leben und man wünscht sich endlich ein Ende oder Gewissheit darüber, was in Tyler vorgeht. Dieser Wunsch hält sich lange aufrecht, denn die Autorin ließ mich lange zappeln, bis endlich ein Eingreifen geschieht, der nicht durch die Polizei geschieht. Die Polizei kann sich einen Erfolg leider nicht auf die Fahne schreiben. Es sind andere, die durch ihren Mut einschreiten und nicht nur zusehen, bzw. zuhören, denn die Schüsse sind in regelmäßigen Abständen zu hören. Für mich als Mutter unerträglich, auch wenn es so weit weg erscheint, sind Amokläufe leider keine Fiktion, sondern geschehen immer wieder und niemand kann das Warum? und Wieso? wirklich beantworten.

"54 Minuten" ist absolut hart und mir fehlt leider jedes Verständnis für solch ein grausames Morden. Mir fehlt das Verständnis, dass niemand gesehen hat, wie sehr Tyler gelitten hat durch Ausgrenzung und Ablehnung. Mir fehlt das Verständnis dafür, dass Kinder regelmäßig durch Eltern misshandelt werden und Alle sehen zu, bzw. tolerieren das Drama innerhalb der Familie. Wenn es dann zu spät ist, dann verteilt sich die Schuld, aber manchmal wäre ein genaues Hinsehen angebracht, denn die blauen Flecken waren vorhanden und nicht zu übersehen. Die Schuld ist ganz klar bei Tyler anzusiedeln, dem jegliche Emotionen fehlen und ohne mit der Wimper zu zucken wild durch die Gegend schießt. Selbst der Tod scheint ihn in seinem Wahn nicht zu beängstigen.

Interessant waren wie schon erwähnt die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Geschehens. Dies erhält die Spannung und verbreitet mitunter ein sehr mulmiges Gefühl. Amokläufe sind leider keine Fiktion und daher leist sich das Buch natürlich auch noch einmal ganz anders. Der Autorin ist es gelungen mich mitzunehmen und Angst, Wahn und Hass zu verdeutlichen. Die Auseinandersetzung die Tyler schlussendlich mit seiner Schwester führt öffnet zwar die Augen, aber lässt mich das Warum? dennoch nicht begreifen.

Ich möchte gerne eine echte Leseempfehlung aussprechen für einen Roman, der sich mitunter wie ein Thriller liest. Manche Emotionen sind so krass wiedergegeben, dass ich ehrlich gesagt froh über den Ausgang der Story war, die mich zwar sehr gebannt, aber auch tief in die menschliche Psyche führen konnte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.09.2017
Die Abenteuer des Ollie Glockenherz
Joyce, William

Die Abenteuer des Ollie Glockenherz


ausgezeichnet

"Die Abenteuer des Ollie Glockenherz" ist ein wunderbares Kinderbuch, welches zwar über eine angenehme Schriftgröße verfügt, aber durch die Masse an Text eher zum Vorlesen geeignet ist. Mir hat die Story sehr zugesagt und habe danach mein Allerliebstes Kuscheltier unbedingt Kuscheln müssen. Manche Bücher bohren sich einfach ins Herz und hinterlassen ein warmes Gefühl, wenn man das Buch beendet. Die beiden Protagonisten Ollie und Billy sind wirklich wunderbar gezeichnet und haben eine ganz besondere Bindung zueinander. Das Abenteuer welches sie miteinander bestreiten ist zwar dick aufgetragen und auch leicht gruselig, wird aber die empfohlenen Leserschar nicht überfordern. Es wird höchstens dafür sorgen das Allerliebste Spielzug / Kuscheltier mit ins Bett zu nehmen. Alpträume wir es nicht bescheren, sondern den kindlichen Wunsch mit seinen Spielsachen zu kommunizieren verstärken. Natürlich gibt es auch das Böse im Buch, welches aber letztendlich besiegt werden kann. Mich verwirrt allerdings der Klappentext, denn Ollie und Billy kämpfen definitiv nicht gegen eine Armee von Kuscheltieren, das sollte auf jeden Fall verändert werden, denn die Gefahr geht von ganz anderen Mächten auf.

Die Story ist sehr lebendig und wird durch zahlreiche Illustrationen aufgewertet. Ein paar mehr Zeichnungen in etwas farbenfroheren Farben hätten mir auch sehr gefallen, aber so passt es natürlich zu der mitunter düsteren Geschichte. Ein verlassener Jahrmarkt und ein Harlekin, dem das Herz gebrochen wurde geben eine Kulisse, die ideal auf die jeweilige Stimmung angepasst wurde. Eine Entführung, ein Ausreißer, der sich auf die Suche nach dem Allerliebsten Spielzeug macht und dabei beweisen muss, dass Erinnerungen lebendig gehalten werden müssen. Ollie dagegen wächst über sich hinaus. Ein stinknormales Kuscheltier wäre niemals in der Lage eine Armee zusammenzustellen, um seinen Menschenfreund zu retten. Im Prinzip sind es zwei Rettungen, die sich aber voneinander sehr unterscheiden können. Für Ollie sieht es fast schon so aus, als wäre er verlassen worden, was ihn aber nicht daran hindert Billy retten zu wollen.

Viele ulkige und ungewöhnliche Gestalten begleiten dieses Buch und geben dem Kinderbuch eine gewisse würzige Note. Mich hat das Gesamtpaket sehr begeistert. Ein außergewöhnlich schönes Buch, welches angespickt ist mit Abenteuer und leichten Grusel. Für das angegebene Lesealter absolut empfehlenswert!