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Bookwood
Wohnort: 
Bad Honnef

Bewertungen

Insgesamt 102 Bewertungen
Bewertung vom 22.03.2024
Ein falsches Wort
Hjorth, Vigdis

Ein falsches Wort


sehr gut

Sehr traurige Familiengeschichte
Schwierige Themen, die sich Vigdis Hjorth für ihren Roman „Ein falsches Wort“ ausgesucht hat. Es geht um Inzest, Entfremdung von der Familie, Erbstreitigkeiten und Verdrängung von psychischen Problemen durch Alkoholkonsum. Die Protagonistin Bergljot kämpft schon seit ihrer frühen Kindheit mit dem Ungeheuerlichen, das ihr der Vater angetan hat. Die Mutter verdrängt die Geschehnisse zum Selbstschutz und ihre Schwestern wollen sie nicht wahrhaben, da sie selbst den Vater anders erlebt haben. Als der Patriarch stirbt, kommt es zu Erbstreitigkeiten und Bergljot und ihr Bruder Bard, die sich ungerecht behandelt fühlen, sehen sich zwangsläufig wieder mit den Dämonen ihrer Kindheit konfrontiert. Mir war von Beginn der Lektüre des Buches zwar klar, dass es sich nicht um eine leichte handeln würde, aber ich muss wirklich sagen, dass mir Bergljots Geschichte sehr unter die Haut gegangen ist. Ihr lebenslanges verzweifeltes Bestreben, den Missbrauch durch den Vater zu verarbeiten bzw. zu verdrängen wird von der Autorin so beeindruckend dargestellt, die sehr berührend ist.
Den quälenden Kampf den Bergljot immer wieder führt, weil ihre Familie ihre Sicht der Geschehnisse einfach nicht akzeptiert, führt diese immer wieder neu und kann deshalb ihren inneren Frieden nicht finden. Eine ganz traurige Lebenserinnerung, die letztendlich eine klare finale Entscheidung verlangt.
Der Roman ist sicherlich kein Buch, das man lesen sollte, wenn man etwas Unterhaltendes sucht. Mich hat allerdings der brillante Schreibstil von Vigdis Hjorth sehr beeindruckt, so dass ich ihr Werk nicht aus der Hand legen konnte und es sicher noch einige Zeit in mir nachwirken wird.

Bewertung vom 17.03.2024
James
Everett, Percival

James


ausgezeichnet

Ein Roman, der beeindruckt
„James“ ist der erste Roman, den ich von Percival Everett lese, aber ich bin jetzt schon absolut sicher, dass es nicht der letzte bleiben wird.
Allerdings hatte ich mir zunächst die Story etwas anders vorgestellt. Ich hatte gedacht, dass die Tom-Saywer-und-Huckleberry-Finn-Geschichte in ihrer Gesamtheit vom Verfasser wieder aufgegriffen werden würde. Dies ist zwar nicht der Fall, aber durch die Fokussierung auf die Person des Sklaven Jim, eigentlich James, entwickelt sich das Buch von einem reinen Abenteuerroman zu einem gesellschaftskritischen Werk, das das Thema „Sklaverei“ innerhalb der amerikanischen Geschichte sehr sensibel aber auch schonungslos beleuchtet. Dabei schafft es der Verfasser mit immensem sprachlichen Geschick gleichzeitig zu unterhalten und dabei aber auch nicht unangemessen mit der Ernsthaftigkeit des Themas umzugehen. Betrachtet man z.B. einmal die Szene in der James den Sklavenkindern „Sprachunterricht“ erteilt: die Tatsache, dass die Sklaven sich eine eigene Sprache ausgedacht haben, damit ihre Eigentümer sie für unterlegen und einfältig halten, lässt uns als Leser*innen vielleicht zunächst einmal schmunzeln. Dass die Erfindung dieser Sprache aber eigentlich aus der Not geboren wurde, willkürlichen Strafen zu entgehen und ggf. das eigene Leben zu retten hinterlässt dann doch letztendlich einen bitteren Nachgeschmack. Mich hat das Buch von Percival Everett unheimlich beeindruckt, wenn man einmal realisiert, wieviele Menschen tatsächlich ein solches Schicksal hatten, wie das von Jim. Wie grotesk erscheint einem auch u.B. das Phänomen des „Blackface-Gesangs“. Man kann kaum glauben, dass sich weiße Menschen dadurch unterhalten ließen. Ich hoffe, dass dieser Roman sehr viele Leser*innen findet, denn er setzt sich wirklich auf eine herausragende Art und Weise sehr kritisch mit einem dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte auseinander. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.03.2024
Verborgen / Mörderisches Island Bd.3
Ægisdóttir, Eva Björg

Verborgen / Mörderisches Island Bd.3


ausgezeichnet

Spannender Island-Krimi
Für mich ist Eva Björg Aegisdottir eine der Krimi-Entdeckungen der letzten Zeit.
Mit der Ermittlerin Elma hat sie eine ungemein sympathische Protagonistin geschaffen, die clever ermittelt und ihre ganz eigene Geschichte hat.
Dieses Mal soll sie einen Mord an einem Jugendlichen aufklären, der anscheinend durch ein gelegtes Feuer vertuscht werden soll. Elmas persönliche Situation ist derweil
auch kompliziert. Sie ist unsicher, ob ihr Partner ihre Schwangerschaft mittragen wird.
Die Autorin hat eine tolle Begabung, einzelne Erzählstränge zu schaffen, die sich dann nach und nach zu einem Gesamtbild verweben. Dabei gibt es immer neue Wendungen der Story, die dazu führen, dass man als Leser*in in die Irre geführt wird. Man spürt, dass es der Autorin wichtig ist, Figuren zu schaffen, die gut und tiefgründig gezeichnet sind. Selbst Nebendarsteller*innen werden detailliert beschrieben und bekommen ihre eigene Geschichte. Die bisher erschienenen Bände der Island-Krimis fand ich ausnahmslos alle herausragend. Besonders hervorzuheben ist die gut beschriebene düstere Atmosphäre, die das Land Island immer ein wenig mystisch wirken lässt. Dazu passen auch perfekt die in schwarz-weiß gestalteten Buchcover. Das Bild auf diesem Band finde ich wieder besonders schön. Bleibt nur zu hoffen, dass Elma noch in vielen weiteren Fällen ermitteln wird.

Bewertung vom 12.03.2024
Grenzfall - In den Tiefen der Schuld / Jahn und Krammer ermitteln Bd.4
Schneider, Anna

Grenzfall - In den Tiefen der Schuld / Jahn und Krammer ermitteln Bd.4


ausgezeichnet

Grenzfall - eine Serie mit Suchtpotenzial
Eigentlich war ich mir zu Beginn nicht ganz sicher, ob ich den 4. Band der Serie Grenzfall von Anna Schneider als Print-Ausgabe lesen wollte, habe ich doch die ersten drei Bände als Hörbücher gehört. Letztendlich bin ich aber doch sehr froh, dass ich dieses Mal die Buchausgabe gewählt habe. „In den Tiefen der Schuld“ ist nämlich ein wirklich spannender Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann. Es empfiehlt sich m.E. schon die Vorgängerbände gelesen zu haben, denn so ist man gleich vertraut mit den Figuren und weiß, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht dieses Mal die Kollegin des Innsbrucker Kommissars Bruno Krammer Roza Szabo, die eines Tages völlig überraschend spurlos verschwindet. Zu allem Überfluss findet man in ihrer Wohnung eine Leiche und selbst ihr langjähriger Kollege beginnt zu zweifeln, ob Roza wirklich diejenige ist, für die er sie immer gehalten hat. Da Roza sich anscheinend nach Deutschland an den Walchensee abgesetzt hat, ermittelt auch Krammers Tochter Alexa mit und es knirscht in der Zusammenarbeit wieder ganz schön. Die beiden müssen sich ordentlich zusammenraufen, um aufzuklären, in welche Machenschaften Roza letztendlich verwickelt ist. Spannungsmomente, ein rasantes Finale, ein angemessener Anteil Privatleben der Ermittelnden und ein guter Cliffhänger, das alles trägt dazu bei, dass man sich als Krimifan wirklich gut unterhalten fühlt. Ich freue mich schon auf den Fortsetzungsband auf den uns die Autorin hoffentlich nicht allzu lange warten lässt. Die Covergestaltung ist wie bei Band 1 - 3 sehr passend und stimmungsvoll. Von mir also eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 10.02.2024
Die Burg
Poznanski, Ursula

Die Burg


sehr gut

Die Geister, dievich rief…
Von der äußeren Gestaltung her ist der neue Roman von Ursula Poznanski „Die Burg“ schon ein absoluter Hingucker: hier findet sich genau die richtige Mischung aus futuristischen Elementen und geheimnisvoller Atmosphäre. Auch die gewählte Farbkombination ist sehr gelungen und perfekt abgestimmt.
Fasziniert hat mich aber von Anfang an die Story, die die Autorin in gewohnt gekonnter Art und Weise erzählt: eine Gruppe völlig unterschiedlicher Menschen wird von einem exzentrische Milliardär dazu eingeladen, seinen mit der Hilfe von KI erschaffenen revolutionären Escape-Room zu testen. Und so erahnt man schon zu Beginn der Geschichte, dass dieser Testlauf nicht reibungslos enden wird. Nach und nach wird klar, dass die KI anscheinend ein Eigenleben zu entwickeln beginnt, alle Teilnehmer etwas zu verbergen haben und dass nicht alle Personen das Abenteuer überleben werden.
Allerdings hat das Buch auch die ein oder andere inhaltliche Schwäche. Nicht alles ist zu Ende gedacht und überzeugend. Den Schluss des Romans empfand ich sogar als etwas konstruiert. Die Buchidee ist schon genial und absolut am Puls der Zeit, aber sie hätte durchaus noch mehr Potenzial gehabt. Dafür hätte man sich aber durchaus den ein oder anderen „Ekelmoment“sparen können. Insgesamt fühlte ich mich aber gut unterhalten, auch wenn nicht alles so stimmig war. Spannung ist aber wie immer bei Ursula Poznanski garantiert, deshalb ist sie auch eine meiner Lieblingsautorinnen

Bewertung vom 10.02.2024
Schneesturm
Walsh, Tríona

Schneesturm


sehr gut

Wer lügt und wer sagt die Wahrheit?
Eine kleine irische Insel die durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschlossen ist, was könnte ein besserer Schauplatz für einen nervenaufreibenden Krimi sein? Das hat sich wohl auch Triona Walsh gedacht, als sie ihren Thriller auf Inishmore, eine der Aran-Inseln, in den eisigen Temperaturen des Jahreswechsels Spielen ließ. Die junge Polizistin Cara begeht mit ihren teilweise extra angereisten Freundinnen und Freunden einen traurigen Jahrestag: Vor zehn Jahren verlor sie ihren Ehemann bei einem tragischen Bootsunfall. Doch das Treffen, das eigentlich dazu beitragen sollte, alte Wunden zu heilen, führt bald zu einer erneuten Katastrophe. Caras beste Freundin Maura kommt zu Tode und plötzlich sind alle verdächtig. Wer hat die junge Lehrerin getötet und was hat es mit dem geheimnisvollen Päckchen auf sich, das Maura irgendwo versteckt hat. Cara weiß bald nicht mehr, welchem ihrer Freunde sie noch trauen kann und wer sie anlügt.
Der Autorin gelingt es wirklich gut, die Spannung allmählich immer mehr zu steigern. Die Ermittlerin befindet sich mehr als einmal auf der falschen Fährte und auch in brenzligen Situationen. Das Ende ist nochmal sehr überraschend. Vor allem die toll beschriebene unheimliche Atmosphäre der urigen irischen Cottages ist absolut überzeugend wiedergegeben. Wer schon einmal selbst in Irland war, wird gefühlsmäßig hier perfekt abgeholt. Der Krimi eignet sich meiner Meinung nach besonders für dunkle gemütliche Winterabende an denen man genug Zeit hat sich in die Story zu versenken und mitzufiebern.
Die Covergestaltung gefällt mir und passt auch sehr gut. Ich kann nur sagen, ein rundum gelungenes Krimipaket, das ich gerne weiterempfehle.

Bewertung vom 13.01.2024
Weight Watchers - der neue 4 Wochen Powerplan
Watchers, Weight

Weight Watchers - der neue 4 Wochen Powerplan


ausgezeichnet

Mmh, so macht Abnehmen sogar Spaß
Endlich ist er da: der neue 4 Wochen Powerplan zum Abnehmen von WeightWatchers.
Ich kenne die leckeren Rezepte von WeightWatchers schon aus einigen ihrer Kochbücher und habe auch schon ein paar Mal sehr erfolgreich mit dem früheren 4 Wochenplan abgenommen und mich dabei sehr wohlgefühlt. Neben den vielen neuen Rezepten gibt es in diesem Werk aber auch noch äußerst interessante Informationen rund ums bewusste Essen und die Möglichkeit, seine Ernährung umzustellen, ohne hungern zu müssen, selbst wenn man sich nicht sklavisch an die Punkte-Philosphie von WW halten möchte.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Rezepte wirklich aus einer modernen Küche stammen, die sehr abwechslungsreich ist und einen vielfältigen Speisezettel liefert, auch wenn man vielleicht die ein oder andere Zutat nicht als „gängig“ empfindet.
Ansprechend finde ich die gute Aufteilung des Buches: Es beginnt mit einer relativ kurzen Einführung, die auch Erfahrungsberichte einschließt, bevor der Rezepteteil dann gleich mit Frühstücks- und Snackvariationen startet. Der größte Anteil der Rezepte bezieht sich dann in Teil 2 des Buches auf Vorschläge für Mittag- und Abendessen. Die Fotos sind sehr ansprechend und machen Lust aufs Nachkochen. Erfahrungsgemäß lassen sich die Arbeitsanweisungen leicht umsetzen, da sie klar formuliert und gut verständlich sind. Allerdings ist m.E. die Zubereitungszeit meist doch um einiges höher anzusetzen. Da langt bei mir die angegebene Zeit eher selten und manches muss auch vorher geplant und vorbereitet werden, zumal wenn man berufstätig ist.
Ich freue mich auf jeden Fall über die tolle Zusammenstellung dieser modernen,bunten und kalorienarmen Rezeptevielfalt, die mich sicher zum Beginn des neuen Jahres hervorragend dabei unterstützen wird, wieder mehr auf gesunde Ernährung zu achten und dabei das ein oder andere Pfündchen zu verlieren.

Bewertung vom 13.01.2024
Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11
Neuhaus, Nele

Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11


ausgezeichnet

Spannungsgeladener Krimi mit aktuellen Bezügen
Der heiß ersehnte neue Band der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus hat meine hohen Erwartungen mehr als erfüllt. „Monster“ ist bisher einer der besten Teile dieser Serie und der Autorin gelingt es, einen Mordfall mit aktuellen Bezügen zu verknüpfen, die das Buch noch realistischer erscheinen lassen.
Zwei Fälle gilt es für Pia Sander, Oliver von Bodenstein und ihr Team zu lösen: den Mord an der 16-jährigen Larissa, genannt Lissy, die nach einem Streit mit ihrer Freundin tot aufgefunden wird und den erweiterten Suizid eines Richters, der nach einer Geiselnahme im Gerichtssaal mehrere Menschen durch die Detonation eines Sprenggürtels mit in den Tod nimmt und beinahe auch Oliver Bodenstein umbringt.
Im Mordfall des jungen Mädchen tappen die Ermittler*innen der Mordkommission lange im Dunkeln. Es gibt verschiedene Verdächtige, jedoch verlaufen alle Spuren zunächst im Sande. Wie Lissy letztendlich ums Leben kam überrascht dann tatsächlich am Schluss des Buches etwas. Eigentlich noch mehr Raum im Buch erhält die zweite Geschichte, die erzählt wird. Warum nimmt ein angesehener Richter Geisel im Gerichtssaal und tötet sich dann mit ihnen zusammen? Und warum ist ihm die Anwesenheit von Oliver von Bodenstein vorher so wichtig. Pia und ihr Chef beginnen nur langsam zu erahnen, dass ein Mitglied ihres eigenen Teams eine entscheidende Rolle im Hintergrund gespielt hat und sie jahrelang belogen und betrogen hat.
In „Monster“ geht es inhaltlich viel um Themen wie „Rache“ und „Gerechtigkeit“. Die Frage wird aufgeworfen, ob man Selbstjustiz ausüben darf, wenn man der Meinung ist, dass Gerichte keine gerechten Strafen verhängt haben. Dürfen Opfer selbst zu Tätern werden?
Ich fand, dass die Problematiken glaubhaft dargestellt wurden und auch die Lösung des Mordfalles fand ich spannend dargestellt.
Oliver und Pia kamen wieder sehr menschlich rüber mit ihren privaten Problemen und Sorgen. Bleibt abzuwarten, ob Oliver seine traumatischen Erlebnisse im Gerichtssaal wirklich so leicht abschütteln kann und ob Pia tatsächlich die Entscheidung durchzieht, die sie meint zugunsten ihres Mannes treffen zu müssen. Es gibt also auf jeden Fall noch jede Menge Geschichten zu erzählen und weiteren Stoff für Taunuskrimis. Ich freue mich drauf!
Die Umschlaggestaltung finde ich mega-schön. Mein Cover des Jahres 2023.

Bewertung vom 06.12.2023
Nur eine Lüge - Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
Stehn, Malin

Nur eine Lüge - Zwei Familien, eine tödliche Verbindung


sehr gut

Lebenslügen
„Nur eine Lüge“ ist nach „Happy New Year“ bereits der zweite Kriminalroman den ich von der Autorin Malin Stehn gelesen habe. Wie schon in ihrem ersten Werk geht es in ihrem neuen Buch um tragische Ereignisse, die mehrere befreundete Familien miteinander verbinden.
Im Zentrum des Geschehens stehen die Familien Brandt und Nihlzén, deren beide Söhne Eric und William erst beste Freunde waren, dann aber durch einen Unfall quasi zu Feinden wurden. Doch dann werden William und Erics Schwester Emily Jahre später ein Paar. Auf ihrer Hochzeit kommt es zu einer Katastrophe, die auch die Geschehnisse von damals wieder an die Oberfläche spülen und durch die einige Lebenslügen ans Licht kommen.
Die Autorin spinnt die Story raffiniert von Kapitel zu Kapitel. Dabei wechselt sie immer zwischen zwei Zeitebenen: der Jetztzeit nämlich dem Hochzeitstag und dem Zeitpunkt des Unfalls, der sich vor acht Jahren ereignet hat. Zudem wird relativ häufig die Erzählperspektive gewechselt. Die Ereignisse werden abwechselnd aus der Sicht von Emily, ihrer Mutter Annika, ihres Vaters Mats und ihres Bruders Eric dargestellt. Das sorgt dafür, dass der Spannungsbogen bis zum Schluss gehalten wird. Außerdem wird eindrucksvoll vermittelt, welche Gefühle bei diesen Personen im Vordergrund stehen, was dazu führt, dass man sich als Leser*in gleichsam als Familienmitglied fühlt. Man wird dazu angeregt zu überlegen, wie man selbst in verschiedenen Situationen reagiert hätte und man sich auch die Frage stellt, wie weit die Liebe zur eigenen Familie gehen darf. Die Auflösung der Familiengeheimnisse zum Schluss überrascht durchaus und macht für mich das Buch zu einem gelungenen Krimi. Die Covergestaltung überzeugt mich nicht so ganz. Das ist aber, denke ich, mein persönlicher Geschmack. Sie erfüllt aber durchaus den Zweck, auf das Buch aufmerksam zu machen.

Bewertung vom 27.11.2023
Easy Indien
Wahi, Alex

Easy Indien


sehr gut

So bunt ist die Küche Indiens
Indisches Essen ist schon seit Jahren mein persönliches „Favorite“ und so schaue ich immer mit sehr viel Interesse auf die Neuerscheinungen im Kochbuchsektor aus diesem Bereich.
Das Buch „Easy Indien“ von Alex Wahin hat deshalb sofort mein Interesse geweckt, weil der Koch den Fokus auf Basics und einfache Gerichte gelegt hat, die man auch gut in das alltägliche Kochgeschehen integrieren kann. Dieses Ziel hat er meines Erachtens auch wirklich gut umgesetzt, denn es gibt schon genug Kochbücher, die man nur sehr seltenen die Hand nimmt, weil die Rezepte zu extravagant und kompliziert sind.
Eine übersichtliche Gliederung macht schon zu Beginn klar, was den Leser alles an Köstlichkeiten erwartet. Besonders gefreut hat mich, dass es auch ein eigenes Kapitel zur vegetarischen und veganen Küche gibt.
Unterbrochen werden die Rezeptteile von interessanten Info-Texten, die aber auch nicht so lang sind und kurzweilig geschrieben.
Die Arbeitsanweisungen der einzelnen Rezepte sind übersichtlich und präzise formuliert, die Bilder dazu mehr als ansprechend.
Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen Samosa-Varianten, die ich auf jeden Fall in mein indisches Kochrepertoire aufnehmen werde. Allerdings hätte man hier vielleicht auch noch beschreiben können, wie man Filo-Teig selbst anfertigen kann, wenn man keine Fertigprodukte verwenden möchte. Das gehört aber vielleicht ja auch zum Konzept des „easy“-Kochens.
Ich bin wirklich sehr begeistert von Alex Wahis Buch und werde ganz viel einmal ausprobieren. Von mir also volle Punktzahl und eine klare Weiterempfehlung!