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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 19.09.2017
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr / Zamonien Bd.7
Moers, Walter

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr / Zamonien Bd.7


ausgezeichnet

"Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist wirklich wundervoll, da es einfach eine erfrischende und bunte Story ist. Eine Prinzessin die nicht schlafen kann wird in ihrem Erfindungsreichtum unterstützt, indem sich ihr ein Nachtmahr an die Seite stellt, der vorerst nichts Gutes im Schilde führt. Im weiteren Verlauf der Story ändert er seine Gesinnung, zumindest macht es den Anschein, denn ursprünglich erschien er, um Prinzessin Dylia in den Wahnsinn zu führen. Die Prinzessin erscheint schon vor Erscheinen von Opal wie im Wahn, was der der Ausflug in ihre Träume beweist. Für mich war es das erste Buch von Walter Moers, daher ließ ich mich lediglich vom Cover blenden, welches sobald man den Schutzumschlag entfernt, Schuppen erfühlen lässt, ebenso wie meine Vorstellungskraft mir den Nachtmahr vorgegaukelt hat. Das Cover ist sehr gelungen, mit oder ohne Schutzumschlag und lässt eine wunderbare Story vermuten, die sich um Träume und Alpträume drehen wird. Mehr Inhalt mag ich nicht preisgeben, da ich mir erhoffe, dass das Buch noch mehr Leser/-innen erreicht, die sich gerne überraschen und überzeugen lassen wollen.

Die Prinzessin leidet an einer echten Schlafstörung, was es vielleicht nicht ganz so in krasser Form tatsächlich gibt, auch wenn diese hoffentlich nicht 18 Wochen anhält. Kein Wunder, dass die Phantasie und viele Reize anders ausgeprägt sind als bei mir. Ich fand es faszinierend, denn es lässt die Prinzessin vermehrt in Formen und Farben denken und sehen. Sie entwickelt echte Kreativität, was ihr auf dem Weg ins dunkle Herz selbst bewusst wird. Im Buch sind viele Zeichnungen enthalten, die die Vorstellung der Prinzessin verdeutlichen sollten. Besonders beeindruckt hat mich hierbei das Nachwort des Autors, da er dort kurz auf die Illustratorin eingeht.

Das Buch liest sich angenehm und ich konnte abtauchen in eine einzigartige Welt des Träumens, die mir sehr zusagte. Vielleicht wäre meine Meinung eine andere, wenn ich Vergleiche zu anderen Büchern gehabt hätte? So konnte ich mich komplett auf die Story einlassen und nahm einen regelrechten Wohlfühleffekt wahr. Mich hat das Buch begeistert und daher spreche ich sehr gerne eine Leseempfehlung aus.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.09.2017
Zwischen Schatten und Licht
Rommel, Heike

Zwischen Schatten und Licht


ausgezeichnet

Regionalkrimi Bielefeld Teil 3
Da mir "Nacht aus Eis" und "Das fremde Grab" der Autorin sehr zusagten, freute ich mich auf einen weiteren Krimi, der innerhalb meiner Geburtsstadt spielte. Der Lokalkolorit Bielefelds ist wunderbar hervorgehoben und wären da nicht Morde und Unstimmigkeiten hätte sich außer Erkennen auch ein Wohlfühleffekt bemerkbar machen können. Trotzdem muss ich gestehen, dass mir "Zwischen Licht und Schatten" ein klein wenig Heimat gab. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum ich mich auf eine neue Leserunde mit der Autorin auf Lovelybooks freute? Es war wieder einmal sehr gelungen in den Austausch über ein Buch zu gehen und die unterschiedlichen Wahrnehmungen über Personen und Begebenheiten zu betrachten.
Die Schriftgröße des Krimis ist sehr angenehm und lässt die 370 Seiten wie Nebenbei lesen. Anders als die Cover zuvor ist dieses nicht glänzend und das Taschenbuch auch ein klein wenig kleiner in der Aufmachung, aber es zeigt definitiv Bielefeld und trifft auch bildlich auf den Titel zu. Es hat Licht und Schatten, was auch auf den Inhalt des Krimis zutrifft. Das Leben der Jazz - Sängerin hat sowohl Schattenseiten, als auch Lichtmomente. Warum sie sterben musste, ist lange ungeklärt. Der eine oder andere Verdachtsmoment kam während des Lesens auf, aber wirklich geklärt wird dies erst zum Ende hin, was mir sehr zusagte. Einen Giftmord á la Agatha Christie zu wählen habe ich als sehr gelungen empfunden.
Was mir am meisten gefallen hat, ist, dass sich die Autorin nicht wie in den Krimis davor auf Dominik Domeyer fokussiert, sondern Nina Tschöke und ihrem Bruder Kai fokussiert. Kai hat das Down - Syndrom und scheint während des Konzertes im Bunker Ulmenwall mehr wahrgenommen zu haben, als vorerst angenommen. Wer hat die Sängerin am besagten Abend vergiftet? Es machen sich viele verdächtig und als dann ein zweiter Mord geschieht, stehen die Kommissare des KK11 vor einem Rätsel.
Im Gesamtpaket empfand ich "Zwischen Licht und Schatten" als sehr angenehm. Der Spannungsbogen ist hoch und von Beginn an messbar. Kai Tschöke als einer der Protagonisten wertet den Krimi sichtlich auf und verdient daher eine echte Leseempfehlung. Ich bin sehr daran interessiert in einem weiteren Krimi mehr über ihn zu lesen, um ihn noch näher kennen zu lernen.

Bewertung vom 11.09.2017
Es
King, Stephen

Es


ausgezeichnet

"Es" war das erste Buch, welches ich mir von meinem Taschengeld gekauft hatte. Ich war noch recht jung und definitiv überfordert von der Story, dennoch bleib einiges haften und nachdem ich auf der Seite des Heyne Verlages die Neuerscheinung sah, war es echte Neugier, die mich dazu brachte, "Es" erneut lesen zu wollen. Mit etwas über 1500 Seiten ist "Es" ein echter Wälzer und ich brauchte daher einige Tage, um erneut in Derry und die Kanalisation einzutauchen und das Buch zu beenden. Genauso wie damals als Teenager überkam mich blanker Horror und ich verstehe nun, warum mich der Roman Damals wie Heute so fasziniert hat. Horror wird definitiv niemals mein bevorzugtes Genre sein, aber "Es" konnte mich erneut packen und ich würde das Buch tatsächlich erneut lesen wollen nach ein paar Jahren.

Im Fokus des Covers stehen ein gelbe Regenmantel und ein roter Luftballon. Beides wird mehrfach im Roman erwähnt und ist auch ein Teil dessen, warum sich Eddie, Bill, Ben, Beverly ... in die Kanalisation von Derry / Maine begeben, um dem Grauen ein Ende zu setzen. "Es" hinterlässt viele Spuren und verbreitet Angst, gerade unter den Kindern in Derry. "Es" ist ein Verwandlungskünstler, denn "Es" zeigt sich in vielen beängstigenden Gestalten. Der Clown ist dabei noch die harmlose Variante.

Besonders gut hat mir gefallen, wie Stephen King Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpft. Die Kinder von damals sind Erwachsene und haben vergessen, was geschehen ist und wie sie "Es" bekämpft haben. Als das Grauen in Derry erneut beginnt erinnern sie sich an ihren Schwur und sind bis auf eine Ausnahme bereit erneut zu kämpfen und sich "Es" entgegenzustellen.

"Es" verfügt über einen sehr hohen Spannungsbogen, der sich komplett durch die Seiten zieht. Gleich zu Beginn geschieht etwas äußerst grausames und dieses wiederholt sich mehrfach innerhalb der Story. Stephen King spielt mit meinen Ängsten und tut dies absolut herausragend. Es ist kein Wunder, dass "Es" so erfolgreich ist und nun auch neu verfilmt wurde. Ich werde den Film definitiv nicht sehen, da ich die Bilder nicht aus meinem Kopf bekommen würde. Schon das Buch zu lesen ließ mich an meine Grenzen kommen und ich bin eigentlich kein Angsthase, aber es gab eben auch widerwärtige, eklige Situationen, die mich regelrecht erschauern ließen. Leider kann ich mich nicht daran erinnern, ob "Es" mich als Teenager auch mitunter abgestoßen hat. Die Neugier ist es, die mich während des Lesens vorangebracht hat, denn man wünscht sich einfach einen guten Ausgang. Warum sollte "Es" die Macht behalten und weiter morden?

Im Gesamtpaket ist "Es" wirklich ein Meisterwerk, welches mich erneut begeistern konnte. Die hohe Seitenzahl ist erst einmal beängstigend, aber wer einmal anfängt, "fliegt" regelrecht durch die Seiten. Gerne eine absolute Leseempfehlung!

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.09.2017
Wie Brausepulver im Bauch
Fehér, Christine

Wie Brausepulver im Bauch


ausgezeichnet

Dieses Kribbeln im Bauch, das man niemals vergisst .......

"Wie Brausepulver im Bauch" ist ein herrlich amüsantes Kinderbuch, welches das erste Verliebtsein erläutert und so beschreiben kann, dass es nicht peinlich auf die Zielgruppe wirken wird. Es zeigt, dass sich Menschen manchmal etwas eigentümlich verhalten und dies absolut normal ist, denn wer verliebt ist kann nur noch an die "eine" Person denken und das Kribbeln im Bauch bleibt erst einmal bestehen. Amsel und Frieda sind ganz wunderbare Protagonisten, denn während der eine im Sport ganz schlecht abschneidet, ist die andere in Mathe eine Fünferkandidatin. Manchmal kann man sich in seinen Fehlern und Schwächen so ergänzen, dass die Fahrradprüfung doch geschafft werden kann und mit ein klein wenig Nachhilfe die 5 in Mathe ausgeglichen. Frieda bekommt zwar von außerhalb Nachhilfe in Mathe, aber auch in Liebesdingen den einen oder anderen Tipp. Mir hat sehr gefallen, welche Begebenheiten in die Story einfließen, um ein absolut lesenswertes Kinderbuch zu schaffen. Durch das eher neutrale Cover kann "Wie Brausepulver im Bauch" sowohl von Jungen, als auch von Mädchen gelesen werden. Das Buch ist der Zielgruppe komplett angemessen, da sich Kinder hier und da sicherlich wiederfinden werden. Da ist der coole Junge an der Schule, dem man nacheifern möchte. Da ist die eifersüchtige Freundin, die scheinbar so schön ist, dass man sich selbst als eher hässliches Entlein empfindet. Wie gut, dass einem dann gesagt wird, dass man sich nicht verändern muss, um zu gefallen. Amsel und Frieda sind ein interessantes Pärchen, die aber doch sehr viele Gemeinsamkeiten haben, die erst entdeckt werden müssen.

Im Gesamtpaket kann ich für "Wie Brausepulver im Bauch" eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Das Buch ist selbst für mich als Erwachsene schön zu lesen gewesen. Hier und da hat es mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, denn auch ich erinnere mich gerne an meine Grundschulzeit zurück und an das Kribbeln im Bauch, wenn man an den "einen" Mitschüler gedacht hat, den man immer verstohlen beobachtet hat und sich innerlich sehr freute, wenn er die Blicke erwidert hat. "Wie Brausepulver im Bauch" ist weder albern noch peinlich, denn es ist authentisch. Viele Kinder werden sich in der Story wiederfinden, denn erste Schwärme gibt es schon zu Grundschulzeiten und diese sollten auch ernst genommen werden. Hier geschieht es auf sehr ansprechende Art und Weise und konnte mich dadurch sehr begeistern.

Bewertung vom 07.09.2017
Die Kinder
Dorn, Wulf

Die Kinder


sehr gut

Das Haus am See

"Die Kinder" war mein erster Thriller des Autors Wulf Dorn. Ich hatte zuvor mehrfach einiges positives über ihn gehört, was meine Neugier schüren konnte, als ich in der Verlagsvorschau des Heyne Verlages ein neues Buch entdeckte. Nun ist es gelesen und meine Meinung etwas zweigeteilt, da ich die Story an sich sehr stimmig fand, aber mir die Handlung insgesamt eher in die Genre Horror gepasst hätte. Ich habe mich mitunter sehr gegruselt, denn die Begebenheiten, die sich bis zum Ende hinziehen vermitteln ein leichtes Angstgefühl, stimmen nachdenklich, aber das ungute Gefühl bleibt komplett erhalten. Auf der psychologischen Ebene ist "Die Kinder" definitiv herausragend.

Protagonistin Laura wirkt komplett durchgedreht und dies ändert sich auch bis zum Ende des Buches nicht. Einen echten Zugang zu ihr zu finden, fiel mir schwer. In Verbindung mit Handlung und beschriebenen Personen ist dieses Durcheinander in Lauras Kopf nachvollziehbar, wenn man den Sinn erkannt hat. Zuvor scheint alles nur aus Wahnvorstellungen oder einer Psychose hervorgerufen durch eine Schwangerschaft zu bestehen. Interessant sind hierbei die verschiedenen Einblicke in das Leben anderer Kinder aus Kambodscha oder auch der USA, die hinterher einen Sinn ergeben, wenn sich die Story auflöst. Der Titel des Buches "Die Kinder" ist sehr gut gewählt und komplett passend.

Meine Rezension ist heute eher schlicht und knapp, da es schwer fällt wenig auf die Handlung einzugehen und nicht vorwegzunehmen, was "Die Kinder" beinhaltet. Der Klappentext sagt einiges aus, aber letztendlich ist es viel schlimmer, als ich erwartet hätte. Für mich war das Buch Horror und wenig Thriller, aber dennoch sehr gelungen. Das Lesen geschah fast schon von alleine, da die Spannung von Anfang bis Ende sehr hoch ist. Der Epilog hingegen war schwach und hätte auch weggelassen werden können, denn dadurch wirkte die Story unglaubwürdig. Klar war die Handlung komplett Fiktion, aber durch den Epilog wirkte es auf mich noch mehr wie "An den Haaren Herbeigezogen".

Gerne eine Leseempfehlung an ein insgesamt gelungenes Buch, welches hier und da dafür sorgt, dass sich die Härchen vor Gruseln aufstellen und ein sehr unangenehmes Gefühl breitmacht. Das Haus am See, wie der Titel meiner Rezension lautet, wird hier als Aufhänger genutzt. Was als harmonisch und für Ruhe sorgen soll, bringt Tod und Angst, aber ich greife vor. Lest das Buch und lasst euch überraschen.

Bewertung vom 03.09.2017
The Hate U Give
Thomas, Angie

The Hate U Give


ausgezeichnet

"The Hate U Give" ist ein sehr gelungener Jugendroman, der regelrecht unter die Haut geht. Starr entwickelt sich im Verlauf der Story in eine echte Heldin, denn sie durchbricht ihr Schweigen, um Gerechtigkeit zu erhalten. Besonders eindrücklich empfand ich das Leben in einem Ghetto und den Gefahren die dieses beinhaltet. Für mich war dies mit vielen neuen Erkenntnissen behaftet und vieles davon sehr schmerzlich. Es wird schnell deutlich, dass Schwarze immer noch in Unterdrückung leben. Mir war dies nicht bewusst und es beängstigt auch, da ich wirklich geglaubt habe, ihr Leben hätte sich verbessert. Ich wurde rasch eines Besseren belehrt.
Gefallen hat mir der Familienzusammenhalt und die tiefe Liebe die Starr und ihren Geschwistern entgegen gebracht wird. Egal, welche Entscheidungen Starr trifft, ihre Eltern stehen hinter ihr. Leider ist es nur ein kleiner Funke der entfacht wird, obwohl am Ende dann echte Brände ausgelöst werden.
Der ausgewählte Titel des Jugendbuchs ist gelungen und sehr passend zur Story, denn frei übersetzt heißt es: "Den Hass den du gibst ..."und ist angelehnt an einen Song von 2Pac. Der Song findet immer wieder Platz im Roman und zieht sich regelrecht wie ein roter Faden hindurch. Der Hype um das Buch ist absolut gerechtfertigt und ich bin dankbar, dass ich das Buch gelesen habe. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die vielen Details und Schauplätze sind sehr deutlich und geben ein Leben wieder, welches eben tatsächlich Schwarz / Weiß ist. Starr muss sich entscheiden, was sie wirklich möchte und ihr Leben mehrfach reflektieren. An ihre Schule gehört sie als Schwarze zu einer Minderheit und das Leben in ihrem armen Viertel ein ganz anderes eigenes Thema, welches wunderbar wiedergegeben wurde.
Angie Thomas ist es gelungen mich nachdenklich zu stimmen. "The Hate U Give" muss unbedingt gelesen werden, da es eine Thematik beinhaltet, die auch heute noch große Wertigkeit besitzt. Trotz aller traumatischen Erlebnisse die Starr verarbeiten muss, wächst sie doch aus sich heraus und vollzieht einen Wandel, der zu Beginn nicht gleich offensichtlich war. Die Familie insgesamt kann letztendlich glänzen und ich wünschte mir, dass es mehr Eltern gäbe, die ihren Kindern Wurzeln, aber eben auch Flügel geben.
Sehr wertvoll ist auch ein Glossar am Ende des Buches für alle diejenigen, die sich in dem Slang nicht auskennen und manches vielleicht nachschlagen müssen. Ich fand dies sehr gelungen und auch sehr wichtig, um hier und da vielleicht Verständnisprobleme auszuräumen.
Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 31.08.2017
In der Tiefe
Heathcote, Elizabeth

In der Tiefe


sehr gut

"In der Tiefe" würde ich persönlich nicht in das Genre Psychothriller einordnen, da ein Spannungsaufbau zwar vorhanden ist, aber der Thriller mehr mit dramatischen Ereignissen arbeitet, als wirklich Thrill zu vermitteln. Trotzdem ist es ein Buch, welches sich gelohnt hat zu lesen, denn alle Verdachtsmomente die die Autorin schürt zerschlagen sich am Ende und geben Einblicke in ein echtes Familiendrama. Carmen lässt alte Geschichte nicht ruhen, da sie durch irgendwelche Begebenheiten Zweifel an der Wahrhaftigkeit ihres Mannes bekommt. Ist er der Mörder seiner Liebschaft Zena? Ist es wahr, was die Dorfbewohner vermuten? Tom lügt, bzw. verschweigt die Ereignisse und immer mehr Puzzleteile setzen sich so zusammen, dass es verwirrt und die Neugier der Leser/-innen schürt. Carmen weckt eindeutig schlafende Hunde und begibt sich somit in große Gefahr, denn manchmal wäre es vielleicht sogar klüger nicht in der Vergangenheit zu wühlen. Die Ehe von Carmen und Tom gerät immer mehr ins Wanken und Carmen verliert ihr Vertrauen zu ihrem Mann, wobei dieser sich natürlich zuvor auch nicht mit Ruhm bekleckert hat. Manchmal entdeckt man auf Recherchen Begebenheiten die ängstigen und für Carmen steht irgendwann fest, dass ihr Mann den Tod von Zena verschuldet hat. Es beginnt ein Spießrutenlauf mit der Angst und der Suche nach Wahrheit, die letztendlich überraschen kann.

Im Gesamtpaket ist "In der Tiefe" ein gelungener Roman, der zwar nicht die erhoffte Spannung aufweisen konnte, dennoch eine Story erzählt, die letztendlich mit einem gewaltigen Knall enden konnte und dadurch einiges retten konnte, was meine Meinung betrifft. Gerne eine Leseempfehlung!

★★★★

Bewertung vom 29.08.2017
So klingt dein Herz
Ahern, Cecelia

So klingt dein Herz


sehr gut

"So klingt dein Herz" ist ein sehr gefühlvoller Roman, der das Klischee der CastingShows komplett erfüllen konnte, zudem erzählt er eine sehr berührende Liebesgeschichte, die durch ihre Außergewöhnlichkeit glänzen konnte.
Leider bin ich nicht komplett überzeugt, da der Roman auch über einige Längen verfügte, bis es mich letztendlich zum Ende hin begeistert hat. Ich zäume das Pferd wieder einmal von hinten auf, daher möchte ich ganz kurz auf die Story eingehen, die auch reichlich Informationen über den "Lyrebird" erzählen konnte. Jeder Teil beginnt mit einer kurzen Informationen und ist zudem also auch lehrreich und gibt dem Roman dadurch ein klein wenig Tiefgang. Es ist natürlich ein typischer Roman, der hier und da Einblicke auf eine ganz besondere Fähigkeit: Geräusche und Eindrücke zu imitieren, bereit halten konnte. Laura hat das Talent / die Gabe alles was sie hört wiederzugeben und begeistert dadurch alle Menschen, die sie kennen lernen. Leider wird sie dadurch auch vermarktet und verliert ihr besonnenes Leben, welches sie führte, bevor sie auf Bo, Salomon und Rachel trifft.
Laura ist ein Geheimnis und dieses zu entdecken entwickelte nach und nach eine echte Eigendynamik. Leider schwächelt der Mittelteil des Romans etwas, bis er sich in einem Highlight am Ende in seiner ganzen Schönheit neu präsentieren konnte. Ein Happy End ist vorprogrammiert, aber Cecelia Ahern führt uns als Leser/-innen oftmals an der Nase herum und bedient sich einigen Klischees, um Castingshows regelrecht vorzuführen. Es ist entsetzlich, wie schnell man in den Medien zerrissen wird und sein Leben quasi verliert, da urplötzlich alle Blicke auf dich gerichtet sind. Laura muss diese bittere Erfahrung machen und es bewegt zutiefst, was aus dieser jungen sympathischen Frau gemacht werden soll: Ein Vogel, dem die Flügel gestutzt werden.

Letztendlich hat mir "So klingt dein Herz" sehr zugesagt, obwohl kein Buch der Autorin mit "Ps. Ich liebe dich" vergleichbar sein wird. Diesen wunderbaren Roman zu toppen ist schier unmöglich und diese Erwartungshaltung habe ich erfolgreich verdrängt und konnte mich daher auf "So klingt dein Herz" einlassen. Lauras Geschichte ist sehr interessant und gibt dem Roman vieles an Informationen und Emotionalität. Trotz kleiner Schwächen hier und da lohnt es sich, den Roman zu lesen und daher gibt es natürlich auch eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 24.08.2017
Aventurine - Das Mädchen mit dem Drachenherz
Burgis, Stephanie

Aventurine - Das Mädchen mit dem Drachenherz


ausgezeichnet

"Aventurine - Das Mädchen mit dem Drachenherz" ist eine gelungene Story, die Fantasy, Abenteuer und die Leidenschaft zu Schokolade wunderbar vereinen konnte. Der Autorin ist es gelungen eine wunderbare Story rund um Schokolade und der Suche nach Anerkennung miteinander zu verweben. Aventurine fühlt sich als Drachenmädchen in ihrer Familie missverstanden und ungeliebt. Immer wieder werden ihre Fehler hervorgehoben und daher ist ihr Selbstwertgefühl sehr niedrig gehalten. Um sich Anerkennung zu verschaffen haut Aventurine ab, um selbstständig für ihr Essen zu sorgen. Es wäre auch alles gut gegangen, wenn sie nicht durch ihre Gier nach Schokolade verzaubert worden wäre. Als Mädchen mit einem Drachenherzen macht sie sich auf in die nächstgelegene Stadt. Ihr Scharfsinn rettet sie davor, als Dienstmädchen zu versauern. Eine gewisse Spannung liegt in der Luft, eingehüllt in den Duft nach Schokolade, denn diese entwickelt sich im weiteren Verlauf in eine echte Leidenschaft. Schon alleine der starke Geruchssinn den Aventurine mitbringt hilft ihr sich als Chocolatier zu behaupten und zwar im besten Schokoladenhaus der Stadt. Ihre Sturheit ist eine ganz andere Geschichte, die in mir immer wieder ein Grinsen auslösen konnte. Aventurine ist mir durchweg sympathisch. Sie trifft auf Menschen, die ihr behilflich sind und es entwickelt sich echte Freundschaft. "Aventurine - Das Mädchen mit dem Drachenherz" ist eine abenteuerliche Geschichte, die gepaart durch einige Fantasyelemente herrlich erfrischend ist. Die Story entwickelt nach und nach ihren Sog auf seine Leser/-innen und ich konnte mich dem kaum entziehen. Nach kurzer Zeit konnte ich das Buch beenden und war äußerst zufrieden mit dem Ausgang der Story, denn Aventurine entwickelt sich mehr und mehr als echte Kämpferin. Sie weiß, was sie will und was sie nicht will, obwohl sie eben auch Umwege geht, um ihr Ziel zu erreichen. Als die Drachen der Stadt näher kommen, ist es an Aventurine die Menschen zu retten, denn wer außer ihr selbst könnte sich ihrer Familie entgegenstellen?
Eine Leseempfehlung an ein Kinder - und Jugendbuch, welches nicht nur durch die wunderschöne Aufmachung des Covers glänzen konnte. Junge Leser/-innen werden sich sicherlich sehr angesprochen fühlen, denn ebenso wie Aventurine müssen wir alle uns unseren Platz im Leben erst erkämpfen und unsere Gaben und Talente erst erkennen. Dies geschieht nicht von Heute auf Morgen, sondern dauert seine Zeit. Mir hat es gefallen, dass aus einem verunsicherten Drachenmädchen ein Mädchen wird, dessen Buchtitel wie die Faust aufs Auge passte. Das Drachenherz ist vorhanden und schlägt meisterlich in Aventurines Brust. Es hilft ihr, sich zu entwickeln und nicht unterzugehen, denn sie hätte ja auch verzweifeln können über ihr neues Schicksal. Stattdessen entwickelt sie eine neue Leidenschaft und kann sich darin immer wieder bestätigt sehen. Die Schriftgröße des Romans ist der angegebenen Zielgruppe absolut angemessen.

★★★★★

Bewertung vom 24.08.2017
Der Junge auf dem Berg
Boyne, John

Der Junge auf dem Berg


ausgezeichnet

"Der Junge auf dem Berg" beinhaltet eine recht grausame Geschichte, die mir sehr nah gegangen ist. Es gab Momente im Buch, die es mir erschwerten sorglos und unbeschwert weiterzulesen, da ich meine Vermutungen immer wieder bestätigt sah. Der Einfluss der Nationalsozialisten auf eine Kinderseele sind unglaublich authentisch und geben eine Zeit wieder mit der ich mich immer wieder auseinandersetze, auch wenn es mich regelrecht beängstigt. Ich war in diesem Jahr durch meine Ausbildung in Ausschwitz und die Gräueltaten waren noch relativ präsent, daher hatte ich noch den einen und anderen eigenen inneren Kampf durchzustehen.
"Der Junge auf dem Berg" ist mit "Der Junge im gestreiften Pyjama" nicht gleichzusetzen, auch wenn gewisse Parallelen vorhanden sind. Der Einfluss eines Adolf Hitlers ist so präsent, dass es regelrecht schmerzt. Er erwartet bedingungslosen Gehorsam und durch sein Vorleben und seine Vorlieben nimmt er großen Einfluss auf Pierrot / Peter, der sich dem nicht widersetzen kann. Mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass es schnell geschehen kann, dass ein Mensch Macht über meine Gedanken und Emotionen übernimmt, wenn ich es zulasse. Die Story selbst ist zwar fiktiv, könnte sich aber genauso wie von John Boyne erfunden zugetragen haben. Ist das nicht beängstigend? Pierrot / Peter ist ein Kind, noch völlig ungeformt, daher ist es ein Leichtes ihm einer Gehirnwäsche zu unterziehen und auf seine Seite zu ziehen. Dies geschieht ganz langsam und doch stetig, sodass Pierrot / Peter Eigenarten des Führers übernimmt ohne es zu bemerken. John Boyne nutzt für seinen Roman dazu wieder ein Kind, um uns den Nationalsozialismus zu verdeutlichen. Ich empfinde dies als klugen Schachzug, denn einem Kind kann man seine Fehler leichter vergeben, auch wenn sie genauso schwer wiegen, als wenn Pierrot / Peter erwachsen gewesen wäre.
Aus Pierrot einem Jungen, der zum Waisen wird und zuvor in Frankreich gelebt hat, wird sozusagen eingedeutscht und erhält den Namen Peter. Er ist Adolf Hitler sehr nah und die geistige Veränderung beginnt langsam, schreitet aber schnell voran, sodass Peter einen großen Verrat begeht, der mich fast aus den Schuhen gehauen hat. Obwohl ich einige Vermutungen hatte über den weiteren Verlauf empfand ich jede weitere zu lesende Seite als Grausamkeit, die auch zwischen den Zeilen zu lesen war. John Boyne hat es wieder einmal geschafft mich zu überzeugen. Die Sprache die sich der Autor bedient ist leicht verständlich und dennoch so eindrücklich, dass es wieder einmal ein echtes LeseHighlight wurde. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Roman lesen durfte und auch wenn das Thema wieder einmal schwere Kost war, konnte ich mich komplett darauf einlassen. Ich gestehe, dass ich etwa Mitte des Buches kurz innehalten musste und nicht sofort weiterlesen konnte. Ich spürte förmlich die Obsession eines Adolf Hitlers, die mir regelrecht entgegen sprang. Wie kann ein Mensch soviel Macht erreichen und warum hat es niemand geschafft ihn in seinem Wahnsinn zu stoppen? Das Thema des Romans "Der Junge auf dem Berg" ist aktuell und das ist, was mir schwer im Magen liegt. Der Fremdenhass in Deutschland zieht weite Kreise und es macht wirklich Angst. Mich wieder einmal mit dem zweiten Weltkrieg zu beschäftigen macht nicht wirklich Spaß. Die Vergangenheit zu verleugnen ist aber auch nicht der Sinn des Menschen, daher werde ich immer wieder Romane lesen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich werde weiterhin entsetzt sein und auch immer wieder viel lernen über Geschichtliches und die Psyche eines Menschen. Es gibt sicherlich ganz viele Peters auf der Welt, die sich wie im Buch beschrieben verhalten hätten. Letztendlich war Versöhnung auf die eine oder andere Art und Weise möglich, dies hilft mir "Der Junge auf dem Berg" besser zu verarbeiten. Ebenso wie "Der Junge im gestreiften Pyjama" könnte ich mir "Der Junge auf dem Berg" gut als Schullektüre vorstellen, denn es regt definitiv zum Nachdenken an.