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Benutzername: 
Frimada
Wohnort: 
Rhein-Sieg-Kreis
Über mich: 
Mutter von 3 Kindern (Mädchen, 15 Jahre und Junge, 11 Jahre. Mädchen, 7 Jahre), Vielleserin!

Bewertungen

Insgesamt 822 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2022
Der Engel von Warschau / Bedeutende Frauen, die die Welt verändern Bd.5
Kampe, Lea

Der Engel von Warschau / Bedeutende Frauen, die die Welt verändern Bd.5


ausgezeichnet

Mir war der Name Irena Sendler schon vor diesem Buch ein Begriff. Ich wusste, dass sie während des Holocaust jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto gerettet hat und ihre ursprünglichen und neuen Namen notierte, um den Familien zu ermöglichen, sich wiederzufinden. Darum hat mich dieses Buch direkt angesprochen.

Es hält sich an die historisch bekannten Fakten, auch andere Persönlichkeiten wie Janusz Korszak, der ein Waisenhaus leitete und mit den Kindern in die Gaskammer ging, kommen vor, so dass ich die Geschichte als gut recherchiert empfunden habe. Natürlich hat die Autorin die Fakten mit Fiktion ausgeschmückt, aber der ganze Roman ist sehr stimmig. Der Schreibstil ist wirklich toll, berührend und klar. Ich konnte das Buch gut lesen und es hat mich gefesselt. Ich fand es unheimlich faszinierend, wie die Protagonistin über ihre Arbeit im Sozialamt und ihre jüdischen Freunde regelrecht in die Rolle eines rettenden Engels hineingewachsen ist.

Das Buch lässt seine Leser betroffen zurück, weil das Geschehen, das dort beschrieben ist, niemanden kaltlassen sollte. Besonders, weil man weiß, dass es eben keine reine Fiktion ist. Ich finde solche Bücher unheimlich wichtig, weil niemals in Vergessenheit geraten ist, was in Deutschland während der Nazizeit geschehen ist. Darum definitiv eine Leseempfehlung von mir.

Bewertung vom 16.08.2022
Das Haus am Rande der Magie Bd.1
Sparkes, Amy

Das Haus am Rande der Magie Bd.1


ausgezeichnet

Dieses Kinderbuch ist wirklich toll, weil es eine unheimlich rasante Geschichte ist. Immer ist irgendwas los, und oft sind es nur kleine Details, die die Geschichte aber total liebenswert machen. Meine Tochter mochte besonders den "Haushälter-Troll" Erik, was kein Wunder ist, denn er hat uns wirklich oft zum Lachen gebracht.

Die Protagonistin Neun hat meiner Tochter auch gut gefallen, weil sie so taff und mutig ist. Nur dass sie "Neun" heißt hat meine Tochter total gestört, auch wenn sie die Erklärung verstanden hat. Sie meint, ein so taffes Mädchen hätte sich bestimmt einen besseren Namen ausgedacht.

Das Buch macht unheimlich viel Spaß, und wir waren traurig, als es zu Ende war. Es hat aber viel Potential für eine Fortsetzung!

Bewertung vom 15.08.2022
Die Buchhändlerin von Paris
Maher, Kerri

Die Buchhändlerin von Paris


ausgezeichnet

Dieses Buch hae ich sehr genossen. Es geht um Sylvia Beach, die Gründerin des berühmten Buchladens "Shakespeare and Company" in Paris, in dem sich zu seiner Zeit viele berühmte Künstler und Schriftsteller getroffen haben. Sylvia lernt diese Menschen kennen und liebt ihre Arbeit.

Privat liebt sie Adrienne und ist froh, ihre Heimat Amerika verlassen zu haben, den dort hätte sie damals keine lesbische Beziehung führen dürfen.

Eines Tages lernt sie den Scriftsteller James Joyce kennen, der gerade an seinem Buch "Ulysses" schreibt. Ein "Skandalbuch", das in Amerika sogar verboten wurde. Sylvia steckt ihre ganze Energie in dieses Buch, indem sie Joyce unterstützt und sein Buch als Verlegerin veröffentlicht. Doch nicht alles bleibt...

Schon vor diesem Buch war "Shakespeare and Company" mir ein Begriff, von James Joyce habe ich allerdings noch nichts gelesen. "Ulysses" werde ich mir aber jetzt auf jeden Fall mal anschauen.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr und habe mich direkt im den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wiedergefunden. Ich mag die Liebesgeschichte zwischen Sylvia und Adrienne und fand es spannend, welche berühmten Menschen Sylvia durch ihre Buchhandlung kennengelernt hat.

Wie es bei solchen Fiktionalisierungen üblich ist, sind die Fakten der Geschichte zu einem Roman ausgeschmückt worden. Das wird aber im Nachwort noch klargestellt.

Ich habe es sehr gerne gelesen und empfehle es weiter.

Bewertung vom 09.08.2022
Die karierten Mädchen / Heimkehr-Trilogie Bd.1
Hennig von Lange, Alexa

Die karierten Mädchen / Heimkehr-Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Ich habe dieses Buch ziemlich zügig durchgelesen, weil es mich einfach direkt gefesselt hat. Ich fand die Rahmenhandlung des Buches - dass eine alte Frau ihre Erinnerungen an ihre Vergangenheit wären der Nazizeit auf Kassetten spricht. Das war für mich sehr stimmig und hat einen sehr guten Rahmen gebildet.

Es geht um eine junge Frau, die in einem Erholungsheim für lungenkranke Kinder als Lehrerin arbeitet und später die Leitung des Heimes übernimmt. Eines Tages nehmen sie in Baby im Heim auf, das bald zur Waise wird. Die junge Frau nimmt sich des Kindes an, und bald wird es zu ihrer Tochter. Doch dann kommen die Nazis in Deutschland an die Macht, und während die junge Frau lange Zeit nicht glauben will und kann, was Schlimmes in Deutschland vorgeht und welche Konsequenzen das für sie und ihre Arbeit hat, erfährt sie, dass das kleine Mädchen, das sie als ihre Tochter ausgibt, Jüdin ist. Und das zwingt sie zum Handeln...

Was mir an diesem Buch wahnsinnig gut gefällt ist die Tatsache, dass es der Autorin gelingt, zu verdeutlichen, in welch schwieriger Situation sich die Deutschen damals befunden haben. In welche Gefahr man geraten ist, wenn man nicht den Befehlen der NSDAP gefolgt ist. Dass man sich entscheiden musste, entweder so zu arbeiten, wie der Staat es verlangt hat oder seinen Job zu verlieren, was zu diesem Zeitpunkt noch schlimmer war als heute. Die junge Protagonistin gerät immer wieder in solche Situationen, die sie zwingen, gegen ihre Moral und ihr Gewissen zu nadeln, um sich selbst und andere zu schützen. Und auch bezüglich ihres kleinen Mädchens kann sie irgendwann nicht mehr nur darauf hoffen, dass es unentdeckt bleibt...

Ich freue mich schon sehr auf die nächsten beiden Bände!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.08.2022
Wird schon schiefgehen, Ente!
Fehr, Daniel

Wird schon schiefgehen, Ente!


ausgezeichnet

Heute möchte ich euch ein ganz zauberhaftes #bilderbuch vorstellen: "Wird schon schiefgehen, Ente!"

Was ich an diesem Buch so liebe? Dass es so unaufgeregt ist! Eigentlich passiert darin nämlich gar nichts. Ente und Maus bekommen einen Brief von Biber, in dem steht, dass er einen neuen Damm gebaut hat. Also gehen sie ihn besuchen. Das wars schon.

Zu etwas besonderem wird das Buch durch die beiden Protagonisten, denn Ente ist ein absoluter Pessimist und furchtbar ängstlich. De ganzen Weg über redet er nur davon, was ihnen alles passieren könnte: verhungern, verdursten, in ein Unwetter geraten, vom Fuchs gefressen werden usw. Ihm zur Seite steht der souveräne Maus, der seinen Freund Ente kennt und akzeptiert.

Maus hat vorsorglich Essen und Trinken dabei, er diskutiert nicht mit Ente, schimpft nicht, lacht nicht über ihn, er versucht nicht mal, ihn zu überzeugen, dass er falsch liegt. Stattdessen führt und begleitet er seinen Freund ganz souverän und sicher zu Biber.

Ich liebe dieses Buch wirklich sehr, denn ich finde seine Botschaft sehr schön. Wir sind halt alle verschieden, manche ängstlicher als andere. Toleranz ist dabei ganz wichtig! Und manchmal ist ruhig bleiben und handeln viel wichtiger als reden, erklären, beruhigen oder überreden.

Ente hat mich sehr an mich selbst erinnert. Und daran, dass ich das Glück habe, auch eine Freundin wie Maus zu haben. Das macht das Leben leichter!

Bewertung vom 07.08.2022
Briefe an mein jüngeres Ich

Briefe an mein jüngeres Ich


ausgezeichnet

Der Titel dieses Buches: "Briefe an mein jüngeres Ich" ist in meinen Augen nicht wirklich passend. Ich hatte tatsächlich Briefe erwartet. Oder zumindest dass die prominenten Menschen, die in diesem Buch versammelt sind, ihre Worte direkt an ihr jüngeres Ich richten würden. Das ist aber nur ein einziges Mal der Fall.

Mich hat das anfangs so gestört, dass ich überlegt habe, das Buch abzubrechen, bin aber froh, dass ich es nicht getan habe.

Es war unheimlich interessant zu lesen, wie die Menschen ihr jüngeres Ich beschrieben haben. Wie sie zurückblicken auf ihre Vergangenheit und reflektieren, wie sie zu dem Menschen geworden sind, der sie heute sind. Und sich überlegen, was dazu nötig war.
Ich finde es sehr inspirierend zu sehen, dass die wenigsten von ihnen den einfachen und geraden Weg gegangen sind. Und da mir die meisten Personen in diesem Buch bekannt waren, konnte ich auch mit allen "Briefen" etwas anfangen.

Ich habe es "nur" als Ebook gelesen, werde es mir aber auch noch als Buch kaufen. Ich habe es mittlerweile noch ein zweites Mal gelesen und empfinde es als Bereicherung. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 29.07.2022
Rapurzel
Jones, Gareth P.

Rapurzel


ausgezeichnet

"Rapurzel" ist ein Bilderbuch, das meine ganze Familie absolut genial findet. Es ist bunt, fröhlich und großflächig illustriert, hat nicht zu viel Text und ist wirklich lustig. Das ganze Buch ist in Reimform geschrieben, was auch in der Übersetzung noch sehr gut gelungen ist. Und zudem vermittelt es eine gleich mehrere Botschaften: Ein Mädchen braucht keinen Mann, der es beschützt und auch keine Eltern, die es zu seiner Sicherheit nicht aus dem Haus lassen.

Rapurzel ist nämlich ein Hasenmädchen mit sehr sehr langen Ohren. Da seine Mutter fürchtet, es könne von Bösewichtern angegriffen werden, weil seine Ohren manchmal irgendwo hängen bleiben, sperrt sie Rapurzel in einen hohen Turm ein und versorgt sie dort. Wenn Rapurzel ihre langen Ohren ausrollt, kann die Mutter daran hochklettern.
Doch eines Tages steigt der rasende Harry, ein Hasenmann, daran hoch, nimmt Rapurzel mit und beschließt, ihr Beschützer zu sein. Und während Harry und Mama noch streiten, wer von ihnen Rapurzel besser beschützen kann, nimmt sie die Sache selbst in die Hand und schlägt alle Feinde mit ihren Ohren in die Flucht....

Einfach eine herrliche Geschichte, die in harmonischen Reimen geschrieben ist und unheimlich viel Spaß macht.

Bewertung vom 27.07.2022
Kinder verändern die Welt
Strömstedt, Jenny

Kinder verändern die Welt


ausgezeichnet

Heute darf ich euch ein Buch vorstellen, dass hier gerne von allen Kindern immer wieder gelesen wird: "Kinder verändern die Welt" von Jenny Strömstedt. Wunderschön illustriert von Beata Boucht.

Bücher über Menschen, die die Welt verändert haben, sind hier unheimlich beliebt. Und vor allem die über Kinder und Jugendliche. Aber bei denen, die wir bisher besitzen, findet man meistens ein Bild und dazu eine Seite Text. Und oft haben die Kinder danach noch so viele Fragen, dass wir googeln müssen.

Bei diesem Buch ist das anders: es gibt auch immer eine einseitige Illustration, die die Besonderheit der jeweiligen Person hervorhebt. Aber darauf folgen dann mehrere Seiten mit Informationen zu dieser Person. Das kommt bei meinen Kindern richtig gut an, weil viel weniger Fragen offenbleiben.

Und am Ende des Buches finden sich auch noch weiterführende Lesetipps und Quellenangaben.

Das Buch ist wirklich klasse! Und es hat echt lange gedauert, bis ich es rezensieren konnte, weil es zuerst durch alle Kinderzimmer gewandert ist. Also eine riesengroße #leseempfehlung von uns allen!

Bewertung vom 20.07.2022
FRAUEN LITERATUR
Seifert, Nicole

FRAUEN LITERATUR


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich nicht in einem Rutsch durchgelesen, sondern mir wirklich viel Zeit genommen. Ich fand es unheimlich interessant, und es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Außerdem führt die Autorin immer wieder Literaturbeispiele an, die ich dann gegoogelt und auf meine Merkliste gesetzt habe, wenn ich sie noch nicht gelesen habe.

Ich muss zugeben, dass mir absolut bewusst war, dass Frauenliteratur früher niemals so viel Zuspruch bekommen hat wie die von Männern. Dass es früher zeitweise nicht mal geduldet wurde, dass Frauen schrieben. Aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich ganz naiv gedacht, dass das heutzutage anders ist und war erschrocken, dass ich mich so geirrt habe.

Nicole Seifert kann z.B. belegen, dass Bücher besser bewertet werden, wenn vorher nicht klar ist, dass eine Frau sie geschrieben hat. Es ist wirklich krass, dass es auch heute immer noch nicht so ist, dass männliche und weibliche Autoren gleichgestellt sind.

Ich habe mal überlegt, ob ich eher Bücher von Männern oder von Frauen lese, muss aber zugeben, dass ich da meistens gar nicht drauf achte. Ich wähle Bücher oft nach Cover und Klappentext aus, oder weil ich eine Rezension darüber gelesen habe, die mich angesprochen hat. Auf den Autor:innen Namen achte ich dabei nicht.

In der Social Media Blase, in der ich mich meistens rumtreibe, sind mehr Autorinnen zu finden. Aber ich glaube, dass das Zufall ist. Oder haben wir Autorinnen es "nötiger", Werbung für uns selbst zu machen? Ihr seht, ich bin wirklich ins Grübeln gekommen.

Auf jeden Fall finde ich dieses Sachbuch wirklich sehr interessant und werde nun mein eigenes Leseverhalten ein wenig mehr beobachten. Bzw. habe ich nun eine Liste mit Autorinnen, die ich unbedingt lesen möchte.