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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 16.08.2017
Liebe zwischen den Zeilen
Henry, Veronica

Liebe zwischen den Zeilen


ausgezeichnet

"Liebe zwischen den Zeilen" - Dieser Buchtitel ist wunderbar gewählt, daher erspare ich mir die Mühe selbst einen Titel für meine Rezension zu diesem Roman zu finden. Er ist ansprechend und passt wunderbar zum Inhalt des Buches. Mich als Vielleserin erwartete eine Buchhandlung, die nicht nur mit Büchern angefüllt ist, sondern die Liebe zu dessen in den Vordergrund tritt. Sei es "Der kleine Prinz" oder "Anna Karenina", die unterschiedlichsten Bücher stellen sich in Nebensätzen vor und beleben die Story ungemein.
Was am Anfang traurig beginnt, entwickelt nach und nach einen gewissen Sog, denn es kristallisiert sich schnell heraus, dass Julius Nightingale ein ganz besonderer Mann gewesen ist. Kurz vor der Pleite seines Unternehmens, aber immer Anlaufstelle für die Menschen aus Peasebrook, die oftmals nicht nur Bücher kauften, sondern ihre Sorgen und Nöte mitbrachten. Sie fanden immer ein offenes Ohr. Julius wird schmerzlich vermisst und es ist nun an Emilia die Buchhandlung neu zu beleben oder aufzugeben. Der Schuldenberg offenbart sich erst nach und nach und vielleicht wäre es sinniger aufzugeben und das Elternhaus zu verkaufen?
Ein klein wenig erinnerte mich die Story vom Ablauf her an einen meiner Lieblingsfilme "Tatsächlich Liebe / Love Actuelly", da immer mehr Menschen eingefügt werden, die am Ende zur Weihnachtszeit ihre Gemeinsamkeiten erkennen und harmonisch miteinander das Fest der Liebe feiern. Klingt kitschig und ist es vielleicht auch ein klein wenig, dennoch war es für mich genau das Buch zur richtigen Zeit. Abschalten können und sich berieseln lassen von dem Duft und der Liebe zu Büchern. Die Liebe steckt tatsächlich auch zwischen den Zeilen, es sei denn sie wird direkt ausgesprochen. Veronica Henry hat einen ganz besonders schönen Roman erschaffen, der mich komplett begeistern konnte. "Liebe zwischen den Zeilen" wird direkt in mein Buchregal einziehen und dort ein Zuhause bekommen. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da "Liebe zwischen den Zeilen" meine hohen Erwartungen noch übertreffen konnte. Ein Roman, dessen Inhalt von Liebe, Sorgen, Trauer und Ängsten berichtet und Protagonisten hinzufügt, deren Geschichten und Leben sehr unterschiedlich genossen werden können, zum Ende hin aber komplett ineinander fließen. Ein echtes Wohlfühlbuch, dessen Hauptrolle eine Buchhandlung spielt. Eine Buchhandlung deren Schönheit immer mehr zum Tragen kommt und mich letztendlich für sich gewinnen konnte.

Bewertung vom 13.08.2017
Das Leuchten einer Sommernacht
Simon, Ella

Das Leuchten einer Sommernacht


ausgezeichnet

Wer "Das Leuchten einer Sommernacht" liest, wird sich in eine Story begeben, die alle Klischees eines Liebesromans wunderbar erfüllen kann. Ich konnte mich komplett auf die Story einlassen, die Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet und alten Schmerz letztendlich verarbeiten kann, um sich wieder neu auf die Liebe einzulassen. Eine Liebe die nicht vergänglich ist, sondern über lange Zeit bestehen bleiben konnte. Es ist fast schon wie ein Märchen, obwohl das Leben sowohl Lynne, als auch Reed viele Stolpersteine in den Weg gelegt hat. Es wäre kein Liebesroman, wenn ein Happy End nicht vorprogrammiert gewesen wäre, aber letztendlich hat "Das Leuchten einer Sommernacht" meine hohen Erwartungen an den Roman noch übertroffen. Mich hat am meisten bewegt, dass nicht nur Lynne und Reed einen Platz im Buch finden. Winnie, die an Mukoviszidose leidet ist trotz ihrer schweren Erkrankung herrlich erfrischend und belebt die Story ungemein.
"Das Leuchten einer Sommernacht" nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt auch die inneren Kämpfe einer Mutter, die dem Leid ihres Kindes hilflos gegenüber steht. Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen und wird oftmals verdrängt, solange bis es uns irgendwann förmlich überrennt und sich in unseren Köpfen die Sorge Tag und Nacht beschäftigt hält. Jen, Winnies Mutter ist eine starke Persönlichkeit und gerade ihre Rolle konnte ich um einiges bewusster wahrnehmen, als die von Reed und Lynne, obwohl auch diese beiden Protagonisten wunderbar gezeichnet sind.
Die Organisation "Gute Fee" erfüllt Herzenswünsche von todkranken Kindern. In Deutschland gibt es auch einen Verein der Herzenswünsche . Als mein Neffe an Leukämie erkrankte, durfte er sich auch einen Wunsch erfüllen, der von Krankheit und Tod ablenken sollte. Vielleicht ging mit deshalb die Arbeit der guten Fee im Buch so nah? Es ist sehr gelungen dahingehend zu sensibilisieren, ein Leben wieder lebenswert zu machen und nicht nur die Krankheit in den Vordergrund zu rücken, die natürlich immer präsent sein wird. Für Winnie ist das Zusammentreffen mit Reed Rivers eine gelungene Abwechslung und es wirkt sich definitiv auf den Lesefluss aus, ein strahlendes Kind zu betrachten und sich von seinen Emotionen hinsichtlich der Erkrankung ablenken zu lassen.
In "Das Leuchten einer Sommernacht" wechseln sich die Emotionen rasend schnell ab. Trauer, Herzschmerz und auch echte Freude sind ein Wechselbad der Gefühle auch für die Leserschar. Mich hat der Roman in vielen Dingen begeistert zurückgelassen und ich kann daher nur eine Leseempfehlung aussprechen, da ich die Story trotz Schmalz und Kitsch als sehr warmherzig und oftmals auch authentisch empfunden habe. Einerseits ein Wohlfühlroman und auf der anderen Seite nachdenklich stimmend und eine gewisse Dankbarkeit der Gesundheit gegenüber zu empfinden.

Bewertung vom 05.08.2017
Northanger Abbey
Austen, Jane

Northanger Abbey


ausgezeichnet

Jane Austen hat durch ihre Romane Kultstatus erreicht und bis auf "Stolz und Vorurteil", eines meiner Lieblingsbücher, hatte ich mich bislang nicht an weitere Bücher der Autorin gewagt.Ein grober Fehler, denn auch "Northanger Abbey" verströmt einen gewissen Charme. Es ist definitiv anders als "Stolz und Vorurteil", erzählt aber ebenso von den Frauen einer anderen Generation, die darauf hoffen gut verheiratet zu werden. Wer nicht standesgemäß ist, muss entweder gut aussehen oder durch Klugheit glänzen können. Wem beides fehlt, hat scheinbar echtes Pech gehabt und muss darauf hoffen nicht als alte Jungfer zu enden, sondern doch noch gefreit zu werden. Wahrscheinlich schwindet dann auch rasch die Anzahl geeigneter Heiratskandidaten. Es ist mitunter doch etwas bitter für eine Frau aus dem heutigen Jahrhundert zu lesen, bzw. zu hören, wie Frauen behandelt werden. Trotzdem ist es wertvoll sich damit auseinanderzusetzen und dadurch vielleicht ein klein wenig dankbarere zu werden. Die Gleichstellung der Frauen ist zwar immer noch nicht überall angekommen, dennoch sind wir im "Heute" doch um einiges freier.
Catherine die Protagonistin war mir sofort sympathisch, da sie anfänglich einfach nur Durchschnitt ist und sich im weiteren Verlauf des Hörbuchs zu einer echten Persönlichkeit entwickeln kann. Vielleicht fällt es dadurch leichter sich als Hörerin mit Catherine zu identifizieren?
Jane Austen beweist durch Ironie, die nur zwischen den Zeilen zu hören ist, dass sie ihrer Zeit weit voraus war. Es macht einfach Spaß in eine andere Zeit zu reisen, wo Hochzeiten, Geld und Adel sehr viel Raum einnehmen. Fritzi Haberland ist es gelungen mich zu überzeugen und Jane Austen noch mehr wertzuschätzen als es schon durch "Stolz und Vorurteil" geschehen war.
Es fällt mir schwer wenig auf den Inhalt des Hörbuchs einzugehen, da ich sonst zu viel von der Story verraten könnte. Für alle Jane Austen Fans ist "Northanger Abbey" ein sehr gelungenes Hörbuch, welches natürlich auch die Oberflächlichkeit der Reichen und Schönen beleuchtet, die oftmals einfach nur gesehen werden wollen. Eine "arme" Person in diese Gesellschaft einzufügen gilt als Skandal und zieht weite Kreise. es lässt sich oftmals wahrnehmen, dass Jane Austen sich dem widersetzen wollte, wenn sie denn gekonnt hätte. Wahrscheinlich wurden ihre Roman unter einem Pseudonym veröffentlicht, damit sie selbst nicht in Schande von ihrer Familie verstoßen worden wäre? Leider wurden Frauen mundtot gemacht und mussten ihre Fähigkeiten und Gedanken im Zaum halten, da es eben nicht der Zeit entsprechend war. "Northanger Abbey" ist lehrreich, authentisch und manchmal durch die feinen kleinen Spitzen einer Satire gleich. Mir hat es sehr gefallen und ich vergebe daher sehr gerne eine Hörempfehlung!

Bewertung vom 31.07.2017
Kieselsommer
Beer, Anika

Kieselsommer


sehr gut

"Kieselsommer" weist ein sehr gemütliches und entspanntes Cover auf, welches aber nur vorgaukelt sich in einen Sommerroman zu begeben, der absolut friedvoll wie auf dem Bild zu sein scheint. Der Jugendroman erfüllt alle Klischees, die ich von einem Roman erwarte und trotz allem Neid, jeglicher Eifersucht und Herzschmerz, ist es einfach nur herrlich sich in den Spreewald zu begeben, um dort aufzuatmen und aufzutanken. "Kieselsommer" hat mir ganz viele schöne Lesemomente geschenkt. Momente, in denen ich die Hände über den Kopf zusammenschlug über das Verhalten der beiden Protagonistinnen Tilda und Ella und Momente, in denen ich mich ganz auf die Story einlassen konnte und ebenfalls Urlaubsfeeling aufkommen konnte. "Kieselsommer" beinhaltet ganz viele magische Momente, die von der ersten Liebe zerren, aber eben auch Horoskope und dem Schicksal in den Vordergrund stellen. Es zeigt ganz klar, dass man nicht alles glauben sollte was man liest und sich definitiv nicht fremdbestimmen lassen sollte. Wer Horoskope um Rat fragt hat schon verloren, aber das ist meine eigene bescheidene Meinung hierzu. Ella hätte sich einigen Herzschmerz erspart, wenn sie nur auf ihr Herz gehört hätte, aber wahrscheinlich wäre der Roman dann zu langweilig geworden?
Tilda, die sich eigentlich nur Urlaub mit ihrer besten Freundin wünscht, fühlt sich durch Mats gestört, was auf der einen Seite verständlich ist, auf der anderen Seite aber Facetten annimmt, die in einer Freundschaft nicht vorherrschen sollte. Niemals kann ein Mensch nur für eine Person da sein, sondern muss seine Fühler auch anderswo hinstrecken können. Natürlich sollte man auch nicht ausgrenzen, sondern einbeziehen, wenn man urplötzlich die Liebe für sich entdeckt. Einiges hätte anders laufen können, wenn beide Mädchen ehrlich zueinander gewesen wären. Nicht engstirnig, bockig oder im siebten Himmel, dennoch ist diese, was den Reiz der Story ausmacht, denn durch das Gefühlschaos beider Mädchen ist Stress quasi vorprogrammiert.
"Kieselsommer" ist definitiv keine sanfte Geschichte, denn es kommt zu Konflikten, die sich komplett zuspitzen und die jahrelange Freundschaft der beiden Mädchen zerstören könnten. Wer also ein Friede - Freude - Eierkuchen - Buch erwartet, liegt komplett falsch. Trotzdem kann ich eine bedingungslose Leseempfehlung vergeben, da sich viele Wohlfühlmomente im Verlauf der Story entwickeln konnten und auch wenn es hier und da krieselte, gab es viele wunderbare Augenblicke und diese überwogen letztendlich. "Kieselsommer" ist ein ideales Buch, um sich hinwegzuträumen und den Alltag hinter sich zu lassen. Es ist nicht perfekt, aber was ist das schon?

Bewertung vom 29.07.2017
Als die Träume in den Himmel stiegen
McVeigh, Laura

Als die Träume in den Himmel stiegen


gut

Leider bleibt vieles ungeklärt und überzeugt daher nicht komplett

"Als die Träume in den Himmel stiegen" erzählt von Flucht, Angst und einer ungewöhnlichen Reise in die Freiheit. Es ist eine Flucht vor dem Krieg, der in Afghanistan Einkehr hielt und vielen Menschen das Leben kosten wird. Die Taliban wird immer nur kurz in einigen Nebensätzen eingefügt, dennoch ist der Fanatismus dieser Gruppierung sehr deutlich und beängstigend. Gerade für uns Frauen denen jegliches recht auf Bildung genommen wird ist dieser Fanatismus schmerzhaft und auch gefährlich, da ihneneine eigene Meinung nicht zugestanden wird.
Samar die Protagonistin des Romans ist diejenige, die die komplette Story lang glänzen kann, wobei ich mir leider auch eingestehen muss, dass meine Erwartungshaltung, die der Klappentext weckte nicht erfüllt sehe. Am Ende bleibt vieles offen und ich fühlte mich nicht genügend informiert über die eine oder andere Begebenheit, die grob angeschnitten, aber nicht erklärt wurde. Samar erscheint zu Anfang an anders, als dann im weiteren Verlauf der Story, bleibt aber präsent, ebenso wie der Schrecken des Krieges. Es stimmt recht nachdenklich, gerade was die Zustände der Flüchtlingslager betrifft. Hunger, Kälte und der Kampf ums Überleben wird oft deutlich. Letztendlich ist sich jeder selbst der Nächste, was nicht utopisch erscheint, sondern jede Menge Wahrheiten beinhaltet. Mich hat es schockiert, obwohl ich natürlich darum weiß, dennoch empfand ich es als unmenschlich.
Das Cover ist durch seine sanften Töne und den leichten Sonnenstrahlen sehr ansprechend und vielleicht auch mutmachend, dennoch ist die Story hart und wenig freundlich. Ein Mädchen, welches vor den Bergen spielt und sich in der untergehenden Sonne scheinbar wohlfühlt, wird uns im Roman wenig begegnen, dafür ist die Story zu grausam. Sie beginnt im Zug und endet im Zug, zwischendrin wird das Leben in Kabul und an anderen Orten beschrieben, während um die Familie herum Krieg herrscht und sie zur Flucht gezwungen werden.
Ein Roman mit vielen lauten und leisen Untertönen, welches nachdenklich stimmt, aber eben nicht alles aufdeckt, sondern nur in den Raum stellt, ohne beantwortet zu werden. Dies führt dazu, dass ich leider nicht gänzlich begeistert bin wie ich es erhofft hatte, sondern eine leichte Unzufriedenheit beim Beenden des Romans entstanden ist. Ich kann daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung vergeben, da ich natürlich die große Not erkannte, aber letztendlich eine doch andere Geschichte erwartet hatte und mich dadurch nicht komplett auf Samar und ihre Familie einlassen konnte. Schade!

»Es gibt Reisen, die wir niemals unternehmen wollten. Und dennoch treten wir sie an, weil es der einzige Weg ist, um zu überleben. Dies ist meine Reise.«

Bewertung vom 28.07.2017
Ambers magischer Augenblick
Cestari, Crystal

Ambers magischer Augenblick


ausgezeichnet

"Ambers magischer Augenblick" ist ein wundervoller Liebesroman, der regelrecht mit vielen magischen Augenblicken glänzen konnte. Nicht nur die Liebe steht im Vordergrund sondern auch viele magische Wesen, die uns im Verlauf der Story begegnen werden. Für junge Leser/-innen ist der Roman unbedingt zu empfehlen, da er in manchen Nebensätzen von Begebenheiten erzählt, die junge Leser/-innen definitiv in ihrem Alltag erleben werden. Selbstzweifel, Stress mit den Eltern, Mobbing und die erste Liebe, die nicht immer einfach ist und erst entdeckt werden will. Dies geschieht auf ganz sanfte Art ohne zu überfordern. Mich begeistert immer, wenn Jugendbücher nur mit zarten Küssen auskommt und sich wirklich nur mit den Schmetterlingen im Bauch beschäftigt.

Amber,die Protagonistin ist keine echte Hexe, da sie nur die Gabe der Liebesfinderin besitzt. In magischen Kreisen ist sie also nicht anerkannt. Sie beherrscht ihre Gabe fast perfekt und kann Suchenden ihre Bestimmung deuten, nur was sie selbst betrifft ist sie überfordert, denn sie gesteht sich nicht ein, dass auch sie das Recht auf die wahre Liebe hat. Dadurch gibt es einige Momente im Buch, die echte Spannung erzeugen, denn als Leser/-in ist die Erwartungshaltung auf ein Happy End sehr hoch. Was würde passieren, wenn sich Amber auf die Liebe einlassen würde? Würde sie das Schicksal herausfordern?

Mir gefiel die Stimmung, die von himmelhochjauchzend bis zum Tode betrübt auf mich einwirken konnte. Es erinnert mich ein klein wenig an meine erste große Liebe, denn diese Momente sind unvergesslich, da man einfach anders tickt und plötzlich eine andere Person zu sein scheint. Amber muss sich mit vielen Dingen / Begebenheiten herumschlagen, die sie immer wieder aus der Bahn werfen und Unsicherheiten schüren. Letztendlich endet das Buch wie gewünscht und gibt der Story die gewünschte Magie zurück.

Das Cover und der Klappentext führte dazu, dass ich mich auf einen magischen Augenblick begeben wollte. Heraus kamen viele kleine magische Augenblicke, denn ich konnte mich komplett auf die zauberhafte Story einlassen. Es gab viele Wohlfühlmomente, die dazu führen, dass ich "Ambers magischer Augenblick" eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen möchte.

Bewertung vom 25.07.2017
Ein Garten voller Sommerkräuter
Leuze, Julie

Ein Garten voller Sommerkräuter


ausgezeichnet

"Ein Garten voller Sommerkräuter" ist ein sehr stimmiger Roman, der ideal ist für Regentage, denn er bringt den Sommer direkt in die Herzen seiner Leser. Für mich war es weiterer Roman der Autorin, er mir sehr zusagen konnte. Ich empfand die wechselnden Stimmungsbilder sehr erfrischend, denn für Miriam ist der Neuanfang sinnig und gewinnbringend. Warum sollte man auch seine Wunden lecken und da stehen bleiben wo man steht? Warum sollte man sich nicht in ein Haus mit einem Garten verlieben können und dieses letztendlich auch kaufen? Ist natürlich nicht unbedingt realistisch, aber hier wie im Buch beschrieben äußerst passend. Faszinierend ist der Sog der Kräuter, die zu Miriam zu sprechen scheinen. Mitunter wirkt es leicht paranormal und gibt der Story dadurch die nötige Würze. Mich konnte die Autorin abholen und mir einige vergnügliche Lesestunden bescheren. Leider gehöre ich nicht zu den Menschen mit grünem Daumen oder der Lust an Gartenarbeit, dennoch wirkte es auf mich authentisch, da Miriam ihre Liebe zu Kräutern und Pflanzen nutzt, um sich ein neues Standbein zu gewährleisten. Ihre Kreativität ist ihr da sehr behilflich, auch wenn ihr mehr als einmal Steine in den Weg gelegt werden. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich nach und nach entwickelt. Anfänglich eine zerbrochene Frau, die lediglich Urlaub machen wollte und schlussendlich eine wesentlich stärkere Frau, die ihren Wert im Leben neu entdecken konnte. Den Titel meiner Rezension empfinde ich als äußerst passend, denn er sagt genau das aus, was mir mehrfach beim Lesen des Romans "Ein Garten voller Sommerkräuter" begegnet ist. Es ist nicht abwertend gemeint, sondern soll lediglich bestärken, was mir immer wieder vor Augen geführt wurde. Kräuter haben echte Macht, denn sie würzen unser essen, können gesund machen oder eben auch Raum für Neuanfänge bieten. Von mir eine echte Leseempfehlung! ★★★★★

Bewertung vom 09.07.2017
Gray
Swann, Leonie

Gray


ausgezeichnet

Sensationell gelungen - Huff und Gray
"Gray" besticht durch seine außergewöhnlichen Protagonisten und begeisterte mich komplett. Auf der einen Seite Krimi und auf der anderen Seite ein amüsanter Lesespaß, da Gray ab der ersten Seite mein Herz erobern konnte. Der Graupapagei ist sehr intelligent und ist letztendlich für die Mörderjagd ausschlaggebend, denn er ist Teil des Rätsels, welchem Dr. August Huff aufzuklären versucht. Am Anfang lässt die Spannung ein klein wenig auf sich warten, um dann irgendwann gnadenlos zuzuschlagen. Mich hat sehr fasziniert, welche Gedankengänge Huff aufweist und dadurch dem Mörder immer näher kommt. War es überhaupt Mord? Oder doch ein Unfall? Elliot der Student, der in den Tod stürzte scheint ein zweites Gesicht zu haben und es erhöht die Spannung, dass er nur als Leiche auftritt und sein Leben nach und nach beleuchtet wird.Als Leserin fühlte ich mich definitiv wohl, was auch an den Fettnäpfchen liegen konnte, in die Huff regelmäßig tritt. Die Ermittlungen sind zwar anfänglich recht lahm und entwickeln sich nur langsam, was aber nicht schadet, sondern dem Krimi einen gewissen Reiz bietet. Ich konnte mich komplett auf Gray und Huff einlassen. Es war fast schon bedauerlich zu nennen, irgendwann Abschied nehmen zu müssen, da mir dieses außergewöhnliche Paar wundervolle Lesestunden beschert hat.
Gray der Graupapagei ist anhänglich und verfügt über einen gewaltigen Wortschatz. Natürlich war mir zuvor bewusst, dass Papageien schlaue Vögel sind, dennoch war es amüsant, dass ein Papagei als Protagonist genutzt wird, um einem Krimi das gewisse Etwas zu verleihen. Es war nicht mein erstes Buch, indem ein Tier den Hauptakteur mimt, dennoch war ich überrascht, wie gelungen ich es empfand. Augustus Huff wird dadurch lediglich zum Nebendarsteller. Augustus wirkt fast schon ein wenig blass.
Die Tagebucheinträge des Luftikus werden hier und da eingefügt und verbreiten eine gewisse Spannung, da sie mich als Leserin immer wieder auf falsche Fährten führen konnten. Ich war bis zum Ende hin nicht eindeutig überzeugt davon, was sich nun letztendlich über den Dächern von Cambridge abgespielt hat und warum Elliot den Tod finden musste. Augustus Huff konnte gemeinsam mit Gray brillieren und es entwickelte sich nach und nach ein Verantwortungsgefühl für den Papagei, der sich seinen neuen Besitzer fast schon selbstständig aussuchte. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Mörder und geraten dadurch selbst in Gefahr. Geheimnisse werden preisgegeben und nicht alles war auf den ersten Blick ersichtlich, sodass Huff immer wieder falschen Spuren nachgeht und sich hier und da auch verzettelt.
Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung an ein für mich doch recht außergewöhnlichen Krimi, der durch einen Graupapagei brillieren konnte. Humor trifft auf Spannung und ist im Gesamtergebnis sehr ausgewogen. Für mich das erste Buch der Autorin, aber sicherlich nicht das Letzte, da ich den Schreibstil sehr ansprechend empfand und mich einige Stunden wirklich hervorragend unterhalten gefühlt habe.

★★★★★

Bewertung vom 03.07.2017
Everland
Hunt, Rebecca

Everland


ausgezeichnet

"Everland" ist eine faszinierende Abenteuergeschichte, die Thrill und psychologisches Drama wie im Klappentext versprochen miteinander vereint. Der Schreibstil ist wirklich gelungen und ich konnte mich schnell darauf einlassen, wobei ich wirklich überrascht war über die Authentizität der beschriebenen Begebenheiten und Personen. Es ist ein Buch, welches mich das Fürchten lehrt, da ich mich selbst hinterfragen muss, ob meine Reaktion ähnlich oder komplett anders ausgefallen wäre. Nachdenklich und aufs Äußerste beeindruckt blicke ich voller Faszination auf eine Story zurück, die aus der Masse herausstechen wird. Die Fragen, die letztendlich bleiben, sind: Wie weit würde ich gehen, um zu überleben? Wem würde ich vertrauen und mein Leben anvertrauen? Ist die Expedition zum Scheitern verurteilt? Es ist eine Sache über die Antarktis zu lesen und eine andere Sache 1912 eine Expedition zu leiten oder zu begleiten. Ich hatte oftmals ein mulmiges Gefühl und entwickelte förmlich schon ab der ersten Seite Sympathie oder Antipathie gegenüber den Protagonisten. Die Entwicklung dieser ist sehr spannend und ich musste meine spontane Meinung hier und da letztendlich verwerfen. "Everland" gehört zu den Romanen, die sich nicht nur gut lesen lassen, sondern auch nachdenklich stimmen. Es ist auf der einen Art mit sehr viel Hoffnung verbunden, aber eben auch damit sich zu verändern und sich verändern zu lassen. Für mich war es ein echtes Abenteuer auf das ich mich gerne einlassen wollte. Das Cover ist auf den ersten Blick eher unscheinbar. Die Story die sich hinter "Everland" verbirgt ist definitiv großartig und nicht sofort ersichtlich. Schönheit, Einzigartigkeit muss sich erst entwickeln und dies gelingt zügig. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.06.2017
Stell dir vor, dass ich dich liebe
Niven, Jennifer

Stell dir vor, dass ich dich liebe


ausgezeichnet

"Stell dir vor, dass ich dich liebe" ist eine sehr entzückende Liebesgeschichte, die sich meiner Meinung nach komplett von der Masse abheben kann. Prosopagnosie trifft auf Adipositas und es kristallisiert sich schnell heraus, dass der Verlauf der Story interessant wird. Interessant dadurch, da zwei junge Menschen sich ihren Platz in dieser Welt auf ganz unterschiedliche Art und Weise erkämpfen müssen. Libby war der fetteste Teenager Amerikas und Jack lernte lange Zeit zu überspielen, dass er Menschen nicht erkennt, auch wenn sie vor ihm stehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich Jennifer Niven wenig Klischees bedient und auch Mobbing und Shitstorm in diversen Medien ihren Platz finden. Heute ist es möglich Menschen fertig zu machen, indem man sich des Internet bedient. Traurig, aber wahr. Die Tatsache, dass Libby dick ist lässt sich nicht leugnen und dies ist für Jack einfach, denn dadurch kann er Libby mehr wahrnehmen als andere. Durch die Prosopagnosie gerät er in einige brenzlige Situationen und durch das Verschweigen und Überspielen dauert es eine ganze Weile bis er den Mut findet sich zu öffnen und seine Erkrankung bekannt zu machen. Libby ist dabei wie ein Fels in der Brandung, denn sie wird seine Vertraute und meine Hoffnung war, dass sie auch mehr wird als lediglich ein seelischer Mülleimer. Für Jack war sie aufgrund ihres Anderssein die erste Anlaufstelle, um sich zu erkennen zu geben. Vielleicht, weil Jack Libby innere Schönheit wahrgenommen hat, während andere nur das sahen, was vor Augen ist?

Ich fand "Stell dir vor, dass ich dich liebe" wirklich großartig. Natürlich ist es fast schon klar durch Titel des Romans und des Klappentextes, dass Libby und Jack sich annähern werden. Trotzdem hält der Roman viele Überraschungen bereit. Ich habe lange kein Buch mehr so genossen, denn trotz einiger kitschig wirkenden Zeilen wirkt "Stell dir vor, dass ich dich liebe" absolut ehrlich. Libby ist sich ihres Gewichts bewusst und auch die Gründe die dazu führten sind einleuchtend, obwohl es unerklärlich ist, wie ein Vater nur zusieht und nicht handelt. Ich vermute einfach, dass er selbst in seiner Trauer so gefangen war, dass er seiner Tochter nicht helfen konnte. Jetzt ist er präsent und es ist nicht zu spät Veränderungen herbei zu führen. Jack muss noch lernen seine Erkrankung zu erkennen, die auch für mich völlig neu war. Ich hatte nie zuvor von Prosopagnosie gehört und musste mich erst in die Thematik einlesen. Es hat mir sehr gefallen, denn ich bin immer bereit neues zu lernen.

Für mich gehört "Stell dir vor, dass ich dich liebe" jetzt schon zu meinen Highlights 2017. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich nichts finden kann, was mir nicht gefallen hat. In meinen Augen eine entzückend andere Liebesgesschichte, dessen Potential sich gleich ab der ersten Seite erkennen ließ.