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MaWiOr
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Halle

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Bewertung vom 07.08.2023
Fischland, Darß und Zingst literarisch
Soden, Kristine von

Fischland, Darß und Zingst literarisch


ausgezeichnet

Die Halbinsel Fischland, Darß und Zingst entwickelte sich bereits im 19. Jahrhundert zu einem Treffpunkt von Künstlern – vor allem von MalerInnen, aber auch von SchriftstellerInnen. Zog die einen die reich beschenkte Natur der Ostseeküste an, bot sie den anderen reichhaltig Inspiration zum Schreiben. Ob schroffe Steilküsten, feine Sandstrände oder windzerzauste Bäume – sie finden sich in vielen Texten, Reiseskizzen, Erinnerungen, Gedichten oder historischen Betrachtungen.

Die Autorin und Dozentin Kristine von Soden hat zahlreiche literarische „Bekundungen“ zur Ostsee-Halbinsel zusammengetragen – angefangen von dem Lehrer Christian Johann Friedrich Peters (1822-1889), der eine erste historisch zusammenhängende Darstellung des Fischlandes verfasste, bis zu GegenwartsautorInnen wie Simone Trieder oder Albert Schaefer-Ast. Neben bekannten Namen wie Bertolt Brecht, Marie Luise Kaschnitz, Uwe Johnson oder Ingo Schulze sind auch weniger bekannte Namen vertreten. Selbst bildende Künstler wie Max Schwimmer oder Gerhard Marcks äußerten sich literarisch zu der Halbinsel, die heute ein Touristenmagnet ist. Auch die Herausgeberin hat zwei Texte dazu beigetragen – u.a. über die elegante, faszinierende Schönheit der Kraniche, die hier im Frühjahr und im Herbst zu Abertausenden Station machen. Auch der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck bekennt in seinem Erinnerungstext „Hier bin ich zu Hause“ seine Liebe zur Ostsee.

Betrachtungen der einzigartigen Natur wechseln sich mit Impressionen ab. Zarte Aquarelle von Georg Hülsse (1914-1996), dessen Wirkungsstätte das Ostseebad Ahrenshoop war, bereichern die Neuerscheinung.

Fazit: Eine interessante und äußerst lesenswerte Zusammenstellung, die zum Schwärmen anregt. Übrigens gibt es ähnliche Ausgaben zu „Sylt“ und „Hamburg“.

Bewertung vom 07.08.2023
Hamburg literarisch
Irro, Werner

Hamburg literarisch


ausgezeichnet

Die Neuerscheinung „Hamburg literarisch“ zeigt eindrucksvoll, dass die Hansestadt immer ein Anziehungspunkt für SchriftstellerInnen und JournalistInnen war. Die vorliegende Sammlung von literarischen Hamburg-Texten gewährt nicht nur einen Blick in die wechselvolle Geschichte sondern auch hinter die Fassaden der Stadt an der Elbe. Die Stadt prägte die Menschen, die in ihr lebten. Und umgekehrt.

Der Eimsbütteler Literaturwissenschaftler und Autor Werner Irro hat sich durch viele, viele Hamburg-Veröffentlichungen gelesen und hier einige aussagekräftige Texte zusammengetragen. Die 24 literarischen Kapitel erzählen Geschichten über Hamburg, subjektiv, stimmungsreich und sehr unterschiedlich. Was war los in Hamburg vor zweihundert Jahren oder in dem bewegten 20. Jahrhundert? Der interessierte Leser findet hier Texte z.B. von Heinrich Sieveking, Heinrich Heine, Ilse Frapan, Hans Erich Nossack, Siegfried Lenz oder Uwe Timm. Aber auch unbekanntere Namen kommen zu Wort.

Der Herausgeber hat die chronologisch geordneten Beiträge nach zwei Gesichtspunkten ausgewählt. Sie sollen den Alltag und die Lebensumstände der Hamburger zeigen und zugleich über einen Zeitraum von über zweihundert Jahren erzählen, von 1790 bis heute. Jeder der Texte, der mit einer kurzen Einführung versehen ist, zeichnet ein ganz eigenes Bild von Hamburg und fühlt auf unterschiedliche Weise den Puls der Stadt.

Fazit: Eine interessante und spannende Zusammenstellung, die viel über Hamburg verrät. Übrigens gibt es ähnliche Ausgaben zu „Sylt“ und „Fischland, Darß und Zingst“.