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Mel.E
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Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 29.04.2017
Nearly Dead
Cosimano, Elle

Nearly Dead


gut

"Nearly Dead - Am Ende stirbst du" ist ein Jugendthriller, der leider einige kleine Mängel aufweisen konnte, was meinen Lesefluss aber nur geringfügig beeinflusst hat. Beworben wird der Thriller vom Verlag wie folgt:

Packender Psycho-Thriller und romantische Liebesgeschichte.
Intelligent, intensiv und psychologisch glaubwürdig.

Meine Neugier war erwacht, da dieses genau mein Beuteschema an Büchern ist und so freute ich mich darüber, den Thriller zur Rezension zur Verfügung gestellt zu bekommen. Was mich letztendlich stutzig macht, sind die Worte "psychologisch glaubwürdig", denn dieses konnte ich keineswegs so empfinden. Nearly wird mit mehreren Morden konfrontiert und reagiert meiner Meinung nach wirklich oberflächlich. Um nicht selbst in den Fokus der Polizei zu rücken, reagiert Nearly mit Flucht und Verdrängung auf der anderen Seite. Ihre Vergangenheit und das Verlassen werden durch ihren Vater, bringt einige Stereotypien an Nearly hervor. Dies geschieht z.B. durch das regelmäßige Lesen der Anzeigentexte am Freitag in einer Zeitung, wobei sie jedesmal die Hoffnung hegt, Nachrichten von ihrem Vater zu bekommen. Durch die Anzeigen bekommt Nearly letztendlich Nachrichten eines Serienmörders zugespielt. Nachrichten, die es schnell zu entschlüsseln gilt, um dem Morden vorzubeugen. Nearly, die sich gerade in der Situation befindet ein Stipendium zu gewinnen, ist gänzlich überfordert. Aus menschlicher Sicht sind ihre Reaktionen etwas unglücklich dargestellt, denn sie wirkt definitiv zu tough. In einigen Situationen wirkt sie regelrecht unglaubwürdig in ihren Reaktionen und Empfindungen. Auch ihre paranormale Fähigkeit wird nur kurz angeschnitten und nimmt kaum Raum ein. Dieses hätte tatsächlich mehr ausgearbeitet werden können, um der Story noch eine andere besondere Note zu geben. Als dann noch Reed - der Bad Boy der Story - hinzugefügt wird, nimmt "Nearly Dead - Am Ende stirbst du" eine andere Wendung, die aber auch nicht wirklich überzeugen konnte.
Die Grundidee des Thrillers ist wirklich gelungen, aber hier und da scheiterte es an der Ausführung. Thrill ist jede Menge vorhanden, welcher aber erst zum Ende des Buches zum Tragen kommt und dann so geballt auftritt, dass es schon fast erschlägt. Ein leichter Spannungsbogen zieht sich komplett durch das Buch, aber durch die Oberflächlichkeit der Protagonisten wirkt es leicht aufgesetzt. Drogen und andere Missstände werden aufgegriffen, aber nur grob angeschnitten.
Mich hat "Nearly Dead - Am Ende stirbst du" nicht komplett überzeugen können, daher würde ich nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. Thriller gepaart mit Liebesgeschichte ist normalerweise genau die Genre die ich lesen möchte und dennoch fehlt mir hier der überspringende Funke.
Positiv zu erwähnen ist, dass sich die etwas über 400 Seiten sehr zügig lesen lassen und ich es auch nicht als Zeitverschwendung angesehen habe. Meine Erwartungshaltung an Cover und Klappentext allerdings eine ganz andere war. Die empfundenen Mängel lassen mich dazu hinreißen, eine ★★★ Rezension zu hinterlassen mit der Anmerkung, dass Bücher einfach immer Geschmackssache sind. Was mir oberflächlich behandelt erscheint, kann für eine andere Leserin genau das Richtige an Buch sein.

Bewertung vom 23.04.2017
Ein Kleid von Bloomingdale's
Rosen, Jane L.

Ein Kleid von Bloomingdale's


ausgezeichnet

"Ein Kleid von Bloomingdales" ist ein wunderbares Debüt. Mir hat imponiert, dass ein Kleid Höhepunkt einer Geschichte sein kann und viele unterschiedliche Protagonisten vereinen kann. Ich gestehe, dass es mir Spaß gemacht hat in eine außergewöhnliche Story abzutauchen und ein Verlangen nach einem eben solchen Kleid wuchs von Seite zu Seite. Leider würde mir das beschriebene Kleid der Saison von Max Hammer in der Größe S nicht passen, aber man kann ja mal träumen. Für die Frauen, die das Kleid der Saison tragen, ist es eine Offenbarung. Nicht jede beschriebene Frau wird Sympathieträgerin sein, dennoch sind es genügend andere, die unser Herz erwärmen und mit denen wir freudig ihren Weg teilen werden. Manche der Frauen werden uns definitiv näher stehen als andere und wir erhoffen uns gerade für sie ein Happy End, bzw. eine Wendung ihrer Lebensumstände.

Das Cover ist einfach gehalten und dennoch sprang mir das kleine Schwarze direkt ins Auge und schürte meine Neugier. Nachdem ich dann den Klappentext las, wusste ich, dass mich die Story hinter dem Kleid faszinieren wird. Zumindest war dies meine Hoffnung und diese wurde voll erfüllt.

"Ein Kleid von Bloomingdales" hat einen echten Zauber, der durch ein Kleid erschaffen wurde mich letztendlich begeistert hat. Die kurzen knackigen Kapitel und die ständigen Perspektivwechsel erfrischen die 288 Seiten und beleben es regelrecht. Der Autorin ist es gelungen mich abzuholen und mich in die Story eines ganz besonderen Kleides mitzunehmen. Es ist tatsächlich etwas ganz Besonderes. Einigen der Frauen wird es helfen, sich zu verändern. Einige rennen in ihr Unglück, obwohl sich da leichte Schadenfreude nicht verhindern lässt und wieder andere werden durch das Kleid echtes Lebensglück finden. Insgesamt gesehen ist die Veränderung der unterschiedlichen Menschen, die wir als Leserin begleiten, dass was "Ein Kleid von Bloomingdales" ausmacht und dem Buch eine würzige, spritzige und auch amüsante Note verleiht. Es verleiht aber auch Hoffnung und hilft Trauer zu überwinden. Außerdem ist es für Morris Siegel die Kreation, die ihm einen großartigen Abschied beschert. Das "kleine Schwarze" welches von Bloomindales an einige doch recht unterschiedliche Frauen verliehen wird, führt fast schon ein Eigenleben und entwickelt eine regelrechte Faszination auf alle ie es tragen oder auch nur sehen.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, denn dem Sog des Kleides konnte ich kaum entgehen und da der Roman angefüllt ist mit Emotionen unterschiedlicher Art, wirkt es belebend und sehr lebendig. Es ist ein Kleid welches in den Vordergrund gerückt wurde und dies ist, was "Ein Kleid von Bloomingdales" so Besonders macht.

Bewertung vom 23.04.2017
Sechzehn Wörter
Ebrahimi, Nava

Sechzehn Wörter


ausgezeichnet

"Sechzehn Wörter" ist ein Roman, der mir die iranische Kultur ein klein wenig näher bringen konnte, In sechzehn Worten, die Monas leben prägen erhalten wir Einblicke in eine Welt, die mir fremd war und je mehr ich las nicht mehr unverständlich blieb, sondern beeindrucken konnte. Nach dem Tod der Großmutter setzt sich Mona mit ihren Wurzeln auseinander und dies geschieht zwar allmählich, wird aber von Seite zu Seite eindrücklicher. Gerade der Schreibstil konnte mich überzeugen, da die Worte fließen und mich mitnehmen konnte in eine sehr interessante Lebensgeschichte und eine Kultur, die mir irgendwann nicht mehr fremd erschien. Für mich war "Sechzehn Wörter" intensiv, da sich die Story hauptsächlich auf Mona konzentrieren konnte und natürlich auch auf Sitten und Gebräuche des besuchten Landes. Es ist ein Roman der nicht überfordert oder eigentümlich auf seine Leserschar wirkt, da es authentisch bleibt und mich dadurch besonders anrühren konnte. Hervorgehoben werden Familienbande, die auch zerbrechen können und dennoch bestehen bleiben, da Familie wertgeschätzt wird. Auch wenn man viele Meilen auseinander lebt bleibt man verbunden. Besonders herrlich sind die Rückblicke auf die Großmutter, die mir äußerst herzlich erschien und deren Lieblingswort "Kos" mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Für mich war "Kos" bisher eine Insel in Griechenland und nun werde ich sicherlich grinsen müssen, sobald jemand "Kos" sagen wird, da ich nun auch eine andere Bedeutung kenne.

"Sechzehn Wörter" ist ein Roman mit dem ich mich gerne auseinandergesetzt habe, denn die mitunter naive analytische Suche nach Wahrheit und Erkenntnis konnten mich überzeugen. Mona steht zwischen zwei Kulturen und auch wenn ich dieser fremden Welt mitunter misstrauisch entgegenblicken konnte, war ich am Ende fasziniert und auch aufgeklärter was Begebenheiten und Traditionen betrifft. "Sechzehn Wörter" hat mich überzeugt und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung. Die knapp 2000 Seiten waren fast schon zu zügig gelesen, denn mein Interesse an Land, Kultur und Tradition war geweckt und ich hätte hier und da gerne mehr Einblicke in Gepflogenheiten erhalten. Dennoch war die Story rund und ich finde nichts, was ich bemängeln müsste. Außergewöhnlich, warmherzig und interessant gestaltete sich jede Buchseite und nahm mich mit auf eine Suche nach Identität.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.04.2017
Gotland
Stavaric, Michael

Gotland


sehr gut

Zwischen Wahn und Wahnsinn?
"Gotland" ist ein Roman, der mich vor eine sehr große Herausforderung gestellt hat, da ich als gläubiger Mensch Gott nie in Frage gestellt habe und nun mit einem Buch konfrontiert werden, indem genau dieses geschieht. Der Fokus liegt tatsächlich darin, sich Vorbilder zu suchen als Vaterersatz sozusagen und Gott als Vater entweder auszuklammern oder einzuladen in den Wahnsinn des Lebens. In einer Ich - Erzählung kommt uns der Protagonist sehr nah und ich habe schwer Zugang zu ihm finden können. Entweder war es sehr sexualisiert oder schwer verdaulich. Immer wieder wird Gott in den Vordergrund gerückt. Die biblischen Geschichten von Kain & Abel, Noah oder Abraham werden regelrecht zerpflückt und in Frage gestellt. Ich konnte es nicht gleich begreifen, obwohl der Anfang des Buches von einer Manie berichtet, die sich letztendlich auch im Roman finden lässt. Die Insel Gotland kommt immer dann zum Vorschein, wenn Gedanken ins Stocken geraten oder der Autor vielleicht auch einfach nur ablenken will?

Auch nach Beenden des Buches stelle ich mir die Frage, wohin der Autor mich führen wollte. Natürlich ist gerade das Ende sinnig und schenkt Begreifen über die Eigentümlichkeit der Story, da sie aber sehr schwankt und oft verwirrt, ist das Lesen mitunter mühsam. Mehr als einmal kam mir der Gedanke, dass ich die Story wirklich schizophren empfand, da der Autor oftmals große Sprünge machte, denen zu folgen wirklich eigentümlich ist. Das Gefühl als Leserin dabei, lässt sich kaum erklären. Um sich eine Meinung bilden zu können, ist meine Empfehlung, das Buch selbst zu lesen ☺ Von mir eine Leseempfehlung an einen Roman, der nicht gänzlich schlecht ist, sondern einfach nur anders, wobei dies ja nicht schlecht sein muss.
Die Grundidee zum Roman ist wirklich gelungen und auch wenn mich der Bezug auf Gott manchmal störte, ist es für das Ende ausschlaggebend, denn es beweist eine gewisse Abhängigkeit mit der jeder Mensch irgendwie und irgendwo zu kämpfen hat. Es entscheidet letztendlich, wie ich damit umgehe und wie weit ich mich darauf einlasse. Auch, auf welche Suche ich mich begebe ist ausschlaggebend dafür, wie ich letztendlich reagiere und vielleicht auch falsches Handeln entschuldigen kann oder eben auch nicht. "Gotland" hat viele interessante Ansätze und Facetten auf die man sich tatsächlich einlassen muss, um zu verstehen, was Prolog und Epilog letztendlich gemeinsam haben.

Bewertung vom 08.04.2017
Wunderworte
Cooper, Abby

Wunderworte


ausgezeichnet

"Wunderworte" ist ein sehr gelungener Jugendroman, der die Macht von Worten liebevoll verpackt in eine Story, die regelrecht unter die Haut ging. So ganz fiktiv empfand ich Elyses Krankheit CAV nicht, denn wenn wir ehrlich sind, gibt es jede Menge Worte, die sich ganz tief einbrennen. Die guten, wunderbaren gehen regelrecht runter wie Öl und erwärmen unser Herz. während andere uns ganz tief innen treffen. Worte lassen sich nicht zurücknehmen und können sowohl verletzen oder eben auch wertschätzend sein. In "Wunderworte" sind es die schlimmen, fiesen Worte, die anfangen zu jucken, während schöne, liebe Worte eher wie ein Kitzeln auf der Haut sind. Die Worte sind auf Elyses Haut zu lesen und das macht es zu etwas ganz Besonderem. Eine sehr ungewöhnliche Erkrankung, die sich aber im Verlauf der Story wandeln kann, denn obwohl Elyse immer irgendwie ein Freak bleiben wird, kann sie sich mit ihrer Krankheit arrangieren und über sich hinaus wachsen. Es imponierte mir letztendlich, denn trotz aller Kränkungen bleibt Elyse sie selbst und verstellt sich nicht. Auf ihrem Weg verliert sie Freunde, gewinnt aber einige hinzu, die letztendlich doch viel wertvoller sind, da sie zu ihr stehen und sie mittragen.

Mobbing ist in "Wunderworte" ein ernst zu nehmendes Thema, daher empfand ich das Buch als sehr wertvoll. Es ist eine Story, die zwischen den Zeilen gelesen werden sollte und für die angegebene Zielgruppe sehr viel bereit hält, was jeder auf sich selbst beziehen konnte. Worte treffen schwer und manchmal zerstören sie auch. Es ist etwas, mit dem man ganz vorsichtig umgehen lernen sollte, um eben nicht zu verletzen, sondern im Umgang miteinander nachzudenken, denn Worte zurücknehmen ist schwer, wenn sie einmal ausgesprochen worden sind. Ich könnte ganze Bücher füllen mit Worten, die mir schmerzlich in meinem Leben über den Weg gelaufen sind und sich tief eingeprägt haben. es fällt schwer sich etwas zuzutrauen, wenn man oft gehört hat: "Das kannst du doch sowieso nicht!" Doch, ich kann es und auch Elyse wächst über sich hinaus und wird diejenige, die am Ende ganz viel Lob wie eine warme Brise auf der Haut bekommt.

Ich empfand "Wunderworte" als einen Buchschatz, der natürlich völlig überspitzt eine außergewöhnliche Story erzählt, dessen Alter ich längst entwachsen bin, dennoch gab es auch viele, viele Weisheiten, die ich auch auf mich beziehen kann. Elyse ist 12 Jahre alt und daher der Zielgruppe junger Leser/-innen um einiges näher als ich, was aber nicht bedeutet, dass ich sie dadurch weniger ernst genommen hätte.

Ich liebe das bunte Cover, welches fröhlich und bunt wirkt. Die Story entpuppt sich nach und nach zu echter Schönheit, da Elyse beginnt sich selbst zu finden und CAV fast schon Nebensache wird. Eine absolute Leseempfehlung für einen Jugendroman, der mich nachdenklich stimmt, aber eben auch sehr fasziniert hat.

Bewertung vom 04.04.2017
Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Basile, Salvatore

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands


ausgezeichnet

"Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands" ist eine Story, die aufzeigt, wie schmerzlich Verlassen werden ist und wie sonderbar sich daher Menschen verhalten, um nicht immer und immer wieder verletzt zu werden. Michele hat sich komplett zurückgezogen und umgibt sich mit Dingen, die andere im Zug vergessen. Vielleicht ist es ein klein wenig so, dass er auch vergessen wurde oder sich zumindest so fühlt? Mich hat es schmerzlich berührt in die Tiefen seiner Seele zu schauen und dort zu verharren. Ihn im Heilungsprozess zu beobachten ist sehr interessant und am meisten traf mich, dass das Verlassen werden einen riesigen Rattenschwanz hinter sich herzog, an dem viele andere Personen beteiligt waren unter anderem auch Micheles Vater, der selbst ein gebrochener Mann war. Zornig, voll Wut und Hass. Wie kann ein solcher Mann ein Kind erziehen? Wer zwischen den Zeilen hört, wird erkennen, wie schmerzlich ein Fortgehen sein kann und wie wichtig es ist, Vergangenes aufzuarbeiten. Durch Elena bekommt Michele einen Anstoss, der ihn aus seiner Lethargie befreit und ihn verändert zurückkommen lässt. Verändert genug, um etwas Neues anzufangen und Altes mit anderen Augen zu sehen. Mir hat es sehr gefallen, dass der eigentümliche Michele eine Wandlung durchmacht, die äußerst positiv ist. Vorher wirkte er regelrecht depressiv, da er wenig Kontakte nach außen hatte und sich tatsächlich auf die Reise begibt seine Mutter und Antworten zu finden. Das Tagebuch seiner Kindheit ist der Schlüssel und auch die Erinnerungen Micheles an seine Kindheit sind aufschlussreich darüber der Wahrheit begegnen zu können.

Gerne vergebe ich eine Hörempfehlung an "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands", da mir die Story einige gelungene Hörstunden beschert hat. Die Stimme von Annina Braunmiller - Jest ist es gelungen den Protagonisten echtes Leben einzuhauchen und die Story sehr einfühlsam wiederzugeben. Für mich war es rundum gelungen, denn es löst sich letztendlich ein Knoten, der platzt und Micheles Leben einen Neuanfang beschert, indem Elena nicht ganz unbeteiligt bleiben wird. Drama, Liebesgeschichte und Familienbande vereinen sich ganz intensiv und berührten mich zutiefst. Gerade das Ende war hervorragend und klärt letztendlich auch, warum Michele sein Tagebuch wieder in Händen halten konnte. "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands" verbirgt einige gelungene Überraschungen, die mich komplett begeistern konnten.

Bewertung vom 29.03.2017
Die letzte Haltestelle
McKay, Sharon E.

Die letzte Haltestelle


ausgezeichnet

"Die letzte Haltestelle" erzählt die Geschichte der kleinen Beatrix, die um das Überleben in Holland kämpfen muss. Der Titel des Buches wird schnell sinnig und mich begeistert, dass Beatrix Menschen an ihre Zeiten gezeichnet bekommen hat, die trotz Besetzung des Landes und der Angst vor Verhaftung Kinder nicht sich selbst überlassen, sondern Schutz und ein Zuhause bieten. Hier sind es drei sehr ungewöhnliche Menschen, denen es völlig egal ist, dass Beatrix Jüdin ist. Völlig schnörkellos und unverblümt bedient sich die Autorin mit Tatsachen, die hinten im Buch noch erläutert werden. So und nicht anders hätte sich Beatrix Schicksal tatsächlich abgespielt haben. Jede Menge Kinder wurden vor den Nazis versteckt und sicherlich lebten die Beschützer/-innen stündlich in Angst und Schrecken, denn Ausschwitz, Birkenau und andere Konzentrationslager waren bekannt. Das Schicksal von Beatrix liegt also in den Händen von ihr doch recht unbekannten Menschen, die im Laufe der Story zu Onkel und Tante werden. Lieve kommt hinzu und zu viert versuchen sie nun das kleine Mädchen zu schützen. Es ist ein Roman, der natürlich auch ganz viel Traurigkeit in sich birgt, aber dieses ist nicht belastend, sondern ideal für kleine Kinderseelen. Auch Kinder sollten sich mit Krieg und dem was sich dahinter verbirgt auseinandersetzten. "Die letzte Haltestelle" überfordert keineswegs, sondern ist absolut für das empfohlene Lesealter geeignet. Ich empfand die angemessene Schriftgröße und die gezeichneten Bilder wunderbar und werde das Buch nun an meine Tochter weitergeben ohne zu befürchten, dass es sie überfordern könnte. Von mir definitiv eine Leseempfehlung, da "Die letzte Haltestelle" sehr lehrreich ist, etwas von unserer Geschichte wiedergibt und dieses auf ganz besonders liebenswerte Art und Weise. Die Protagonisten sind skurril, liebenswert und fühlen sich sofort verantwortlich für Beatrix, obwohl sie ab diesem Zeitpunkt selbst um ihr Leben fürchten müssen. Menschlichkeit nimmt großen Raum ein und bewegte mich sehr.

Bewertung vom 26.03.2017
Ewig dein / Deathline Bd.1
Clark, Janet

Ewig dein / Deathline Bd.1


ausgezeichnet

Genialer Auftakt einer Buchreihe - Ewig Dein von Janet Clark
"Deathline - Ewig Dein" ist der Auftakt einer Buchreihe. Die wunderschöne Aufmachung des Covers und der interessante Klappentext, machte sehr neugierig auf den Jugendroman. Natürlich lag es auch ein klein wenig an der Autorin Janet Clark, dass ich mich freute, das Buch lesen zu dürfen. Einerseits wirkte das Cover düster durch die abendliche Stimmung und dennoch hat es sehr viel Glitzer und bunte Farben, dass es sehr ansprechend wirkte. Es ist der Stimmung im Buch definitiv angepasst. "Deathline - Ewig Dein" erzählt eine Story, die mich mitreißen konnte und meine Hoffnungen auf geniale Lesestunden mehr als erfüllt hat. Eine Liebesgeschichte, die dem Titel "Ewig Dein" mehr als gerecht wird. Was es mit "Deathline" auf sich hat solltet ihr vielleicht selbst herausfinden sollen. Gelungen ist definitiv der Schauplatz der Story, denn eine Pferderanch wird junge Mädchen sicherlich ansprechen können. Für mich hatte es auf jeden Fall sehr viel Charme einem Pferdeflüsterer zu begegnen.
Gelungen ist mysteriöses und Liebesgeschichte miteinander zu verbinden. Janet Clark, die zuvor eher im Bereich Jugenthriller schrieb, hat auch in "Deathline - Ewig Dein" nicht darauf verzichtet Spannung aufzubauen und dies gelang ihr hervorragend, da es dem Roman etwas Leichtigkeit nahm. Es beginnt eher seicht und zeigt Josies Leben auf der Ranch. Einige Seiten später wird dann Ray eingebunden, dessen Geheimnis mysteriöses in einen schnöden Liebesromans einbinden konnte. Die Geschichte der Yokama ist wunderbar gelungen und boten einen faszinierenden Einblick in eine tiefe Verbundenheit, die für immer gilt. Mich hat es sehr angesprochen, da die Protagonisten wunderbar zusammen agieren und ihre Liebe zueinander sich anders entwickelte als erwartet. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, da das Buch in sich zwar abgeschlossen ist, mich aber sehr reizt, Ray und Josie weiterhin zu begleiten.
Eingebunden wurden viele Details, die Liebe, Freundschaft, Familie und auch Trauer miteinander vereinen konnten und somit eine Story schafften, die durch den aussagekräftigen Schreibstil einige Zeit Lesefreuden schaffen konnten. Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung, da mich die Story irgendwann so sehr packte, dass ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte. Rundum gelungen und so ausgewogen in seinen kleinen und großen Details, dass es ein echtes Highlight werden konnte.

★★★★★

Bewertung vom 19.03.2017
Hallo Leben, hörst du mich?
Cheng, Jack

Hallo Leben, hörst du mich?


ausgezeichnet

"Hallo Leben, hörst du mich?" ist ein wirklich interessantes Kinder - und Jugendbuch, welches durch seinen Protagonisten Alex glänzen kann. Alex wirkt älter als 11 und mitunter sehr eigentümlich. Sobald man hinter die Kulissen blickt, möchte man Alex nur noch umarmen und ihm helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen Ein erster Schritt in die richtige Richtung geschieht, als sich Alex auf die Reise zu einer Convention macht. Es ist abenteuerlich und gepflastert von wunderbaren Menschen, die Alex Weg durchkreuzen. Er ist niemals auf sich alleine gestellt. Total begeistern konnte mich, über wie viel Wissen Alex verfügt und dieses auch anwenden konnte. Manchmal wirkt er sehr erwachsen. Manchmal merkt man deutlich wie sehr er noch Kind ist. "Hallo Leben, hörst du mich?" ist herrlich ehrlich und durch seinen Protagonisten ein Buch, welches wirklich wert ist gelesen zu werden. Die Ereignisse sind mitunter schmerzhaft und dennoch zeigen sie auf, wie wertvoll das Miteinander ist. Gerade zum Ende hin überwiegen Freundschaft und Familie trotz aller bisherigen Schwierigkeiten und denen die noch kommen werden. Der Verlauf ändert sich und niemals hätte ich diese Wendungen erwartet. Ein Buch voller schöner Überraschungen und der Kulisse eines Lebens, welches Selbstständigkeit und Handeln erfordert. Die ganze Zeit fragte ich mich, warum Alex einfach verreisen kann und warum seine Mutter auf sein Verschwinden nicht reagiert. Am Ende klärt es sich und ich fand diese Einwürfe sehr gelungen, denn Alex wird sicherlich nicht der Einzige sein, dessen Kindheit derart überschattet ist von Krankheiten. Mehr darauf einzugehen würde einem Spoiler nahe kommen, daher werfe ich nur kleine Häppchen ein, um die Lesefreude nicht zu trüben.

Von mir bekommt "Hallo Leben, hörst du mich?" eine Leseempfehlung, denn Alex hat es wirklich verdient gehört zu werden. Mich begeistert, dass er zuerst für sich alleine stand und im Nachhinein immer mehr Personen hinzukommen, die sich für den kleinen Kerl begeistern können. Alex ist charmant, von Grund auf ehrlich und gibt diesem Roman daher eine ganz besondere Note. Er steht im Mittelpunkt des Geschehens und hat dieses auch wirklich verdient.