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Mel.E
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Bewertungen

Insgesamt 1270 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2017
ItsColeslaw: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen
Lisa Sophie

ItsColeslaw: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen


ausgezeichnet

"Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen" ist ein sehr wertvoller Leitfaden für junge Mädchen, die sich in der Welt noch zurechtfinden müssen. Mir haben Lisa Sophies Aussagen sehr gefallen, da sie auf Augenhöhe geschehen und nicht von oben herab geschrieben sind. Alles was Lisa Sophie wichtig erscheint ist in blau geschrieben und könnte als Merksatz im jeweiligen Kapitel verstanden werden. Ich empfand "Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen" als sehr authentisch, da es Situationen aus Lisa Sophies Leben schildert, die manchmal auch echt megapeinlich sind, aber dadurch nicht weniger sympatisch machen. Lisa Sophie scheut sich nicht viele Themen ihres Lebens anzusprechen und es wirkt weder aufgesetzt, noch unglaubwürdig. Es ist menschlich und die eine oder andere Situation würde sich sicherlich auch in meinem Leben finden lassen. Manchmal war ich beim Lesen tatsächlich dankbar, dass ich meine Teenager / Jugendzeit schon etwas länger hinter mir gelassen habe. Da ich aber Mutter zweier Töchter bin, ist es umso wertvoller noch einmal abzutauchen, um diverse Unsicherheiten im Erwachsenwerden erneut wahrzunehmen.

Natürlich war ich neugierig auf den YouTube Star "ItsColeslaw" und musste feststellen, dass mir Lisa Sophie nicht unbekannt war, denn eines meiner Mädels hat den Kanal abonniert und daher kannte ich schon einige der Themen. Mir gefällt, dass Lisa wirklich völlig unverblümt über Themen spricht, die besonders junge Mädchen beschäftigen wird, Hier der Link zum You Tube Kanal der Autorin! Klick! Schaut einfach mal rein, es lohnt sich wirklich. Auch für Frauen / Männer, die dem Teenager / -Jugendalter längst entwachsen sind.

Ich wünsche Lisa Sophie ganz viel Erfolg mit ihrem Buch "Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen", da ich es wirklich genossen habe hin und wieder schmunzeln zu dürfen, auf der anderen Seite aber auch das Unperfekte kennenzulernen. Viele der Merksätze lassen sich auch auf mich übertragen. Es gibt einiges zum Nachdenken und Nacheifern, aber am wichtigsten ist, dass man sich selbst wertschätzen lernt und das ist Lisa Sophie gelungen. Ich bin überzeugt, dass dieses Buch durch die Offenheit der Autorin als "besonders wertvoll" eingestuft werden sollte.

Leseempfehlung und ★★★★★

Bewertung vom 13.03.2017
The Sun is also a Star.
Yoon, Nicola

The Sun is also a Star.


ausgezeichnet

Da ich von "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" sehr begeistert war, freute ich mich sehr über einen weiteren Roman der Autorin. Es blieb auch nicht lange im Buchregal ungelesen, da meine Neugier einfach entfacht war. Das Cover von "The Sun is also a Star" ist durch seine bunte Vielfalt sehr ansprechend und passt auch hervorragend zur Story. Eine Story, die sich erst langsam entfaltet, um dann etwa ab der Mitte des Buches seine Schönheit präsentiert. Es ist ein Roman, der nicht nur junge Leser/-innen ansprechen wird, da die verborgene Botschaft und die Liebesgeschichte von Daniel und Natasha auch eine ältere Leserschaft ansprechen wird.
Der Roman beinhaltet einige Themen, die ich als sehr wertvoll erachte und die mir auch als sehr authentisch erschienen. Es könnte eine wahre Geschichte sein, die sich aus den Werten anderer Kulturen zusammensetzt. Der Lerneffekt ist relativ hoch, da wir ein Stück weit in verschiedene Kulturen eingeführt werden. Sklaverei wird kurz angeschnitten und auch ein klein wenig der Aberglaube der Jamaikaner. Es war wirklich interessant zu lesen, was aber ausschlaggebend ist für diesen Roman, ist die eingebundene Liebesgeschichte eines Koreaners und einer Jamaikanerin. Ein Mädchen, gebürtig in Jamaika, die abgeschoben werden soll und ein junger Mann, der sich für eine Elite Uni bewerben soll. Sein Werdegang ist durch seine Familie schon vorgegeben und sich von dieser auferlegten Bürde zu lösen, fällt ihm mehr als schwer. Wichtig hier ist auch der Konkurrenzkampf unter Geschwistern und der Traum eines besseren Lebens. Viele Aspekte, die "The Sun is also a Star" behandelt empfand ich als realistisch. Die eingewobene Liebesgeschichte ist nur das i- Tüpfelchen des Ganzen.
Ich möchte "The Sun is also a Star" sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da es für mich ein weiterer gelungener Roman der Autorin war, Seine Schönheit entwickelt sich nicht sofort, da die Umstände und Begebenheiten eines Zusammentreffens von Natasha und Daniel erst einen Vorlauf brauchten, um dann letztendlich mit einem regelrechten Knall den Leser / die Leserin an das Buch zu binden. Mir hat sehr gefallen, dass das Ende anders war als erwartet und dennoch einem Happy End gleichkam. Unsere Lebensumstände / unsere Familien haben eine großen Anteil an dem, was wir als Erwachsene fühlen oder denken und manchmal prägen sie auch unser Leben mehr, als wir es wollen. Die erste große Liebe ist manchmal tatsächlich auch ausschlaggebend für unseren weiteren Lebensweg. Manchmal wäre es auch besser, man wäre sich nie über den Weg gelaufen, aber in "The Sun is also a Star" ist alles letztendlich so wie es sein sollte und es passt hervorragend. Ich fühlte mich beim Lesen sehr wohl und fand die Andersartigkeit der Protagonisten sehr herausragend. Für mich ein weiteres Lieblingsbuch in meinem Buchregal.

Bewertung vom 12.03.2017
Sweetgirl
Mulhauser, Travis

Sweetgirl


sehr gut

"Sweetgirl" war für mich eine sehr emotionale Story, die sich langsam entwickelt und mich oft verblüffte. Der Klappentext sprach eine recht deutliche Sprache, es nun aber schwarz auf weiß zu lesen, erstaunte mich mehrfach. Besonders schlimm empfand ich die leisen und lauten Untertöne des Drogenmissbrauchs. Es zerstört Leben und macht Menschen teilnahmslos und wenig fähig Empfindungen wahrzunehmen oder eben auch Verantwortung zu übernehmen. Percy handelt meiner Meinung nach richtig, denn ihre Intuition sind absolut passend, Das Baby hätte in diesen Zuständen sicherlich nicht lange überlebt, wäre verhungert oder erfroren. Mich hat es zutiefst betroffen gemacht, denn im Drogenrausch ist man als Mutter nicht fähig sich genügend um sich selbst zu kümmern, wie kann man also die Verantwortung für ein Baby übernehmen?

Das Cover ist anfänglich eher nichtssagend und dennoch ist es passend gewählt. Percy befindet sich im tiefsten Winter in Michigan und scheint von der Welt abgeschnitten. Da Percy bedingt durch ihre eigenen Lebensumstände gezwungen ist für sich selbst zu sorgen, ist sie auch fähig, sich um Jenna zu kümmern. Mir blutete das Herz als sie das Baby zum ersten Mal wickelt, da es ein Hinweis auf Vernachlässigung seitens der Mutter ist. In mir machte sich mehrfach ein ungemütliches Gefühl breit. Immer wieder sind Drogen ein Thema und auch wenn der Roman einige witzige Dialoge und Begebenheiten schildert, ist hier eindeutig Percy eine Heldin, da sie dafür sorgt, dass Jenna ein besseres Leben weit entfernt von ihrer Drogensüchtigen Mutter leben kann. Erstmal muss Jenna in ein Krankenhaus und dieser Weg ist stürmisch und gepflastert von einigen Leichen. Es ist definitiv skurril und oft auch völlig unerwartet für mich als Leserin, welchen Verlauf "Sweetgirl" nimmt. Letztendlich bin ich zufriedengestellt, denn Percy schafft es sich zu lösen und einen anderen guten Weg einzuschlagen, der ganz anders ist, als der ursprüngliche. Niemand erwartet von einer Tochter diese Selbstaufgabe, die Percy anfänglich gezeigt hat. Eine gewisse Charakterstärke ist spürbar und ändert sich auch nicht im weiteren Verlauf der Story.

Ich möchte sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da mich "Sweetgirl" nicht nur in den hohen Norden Michigans mitgenommen hat, sondern auch einen erhobenen Zeigefinger preisgegeben hat. Drogen sind immer präsent und zeigen auf, welch Wesensveränderungen sie mit sich bringen können. Es beängstigt und macht mich als Leserin sehr bestürzt. Ein Roman, der mich einerseits schockierte, andererseits wirklich begeistern konnte. Die Protagonistin ist wirklich wunderbar gezeichnet. Ich mochte ihr mitunter besonnenes Handeln und die Menschen an ihrer Seite, die ihr hilfreich zur Seite standen. ★★★★

Bewertung vom 11.03.2017
Das Jahr der wundersamen Begegnungen
Winman, Sarah

Das Jahr der wundersamen Begegnungen


gut

"Das Jahr der wundersamen Begegnungen" ist leider nicht der Roman, den ich mir erhofft hätte. Der Klappentext spricht eine andere Sprache als die, die ich letztendlich im Roman auffinde. Was passend ist, ist das "wundersam" im Titel des Buches. Leider waren mir die eingeflochtenen Phantasieelemente zu verwirrend, da sie mich davon abhielten der Story aufmerksam folgen zu können. Ich schweifte immer wieder ab und konnte mich leider nicht auf Marvellous und Freddie einlssen, wie sie es vielleicht verdient hätten. Beide Protagonisten sind auf ihre eigene Art und Weise interessant, dennoch springt mir der Autor zu schnell zwischen beiden hin und her, um einen Beziehungsaufbau möglich zu machen. Es blieb für mich leicht oberflächlich, auch wenn die Grundidee des Buches wirklich gelungen ist. Durch die vielen Handlungssprünge verliert die Story ihren Reiz, da es aufmerksames Lesen erfordert und auch zum Ende hin leider nicht alles aufgeklärt ist. Zudem empfand ich den Schreibstil als zu magisch gewollt, auch wenn ich hin und wieder schmunzeln musste oder eben auch eine gewisse Faszination erspürte, komplett mitgerissen wurde ich nicht.
Leider kann ich für "Das Jahr der wundersamen Begegnungen" nur eine eingeschränkte Leseempfehlung vergeben, da ich immer noch das Gefühl habe, dass mir der magische Moment abhanden kam. Vielleicht habe ich auch einfach nicht verstanden, welche Wege die Autorin gehen wollte? Letztendlich ist klar, dass jeder Mensch sein Leben überdenken muss, wenn er am Ende seines Lebens angelangt ist. Diese Botschaft war klar und deutlich, alles andere für mich zu verworren und zu verschwommen, Sehr Schade, denn Cover und Klappentext waren so gelungen, dass ich mir das Buch zu lesen gewünscht hatte.

Bewertung vom 10.03.2017
Good as Gone
Gentry, Amy

Good as Gone


ausgezeichnet

"Good as Gone" ist ein Roman, der sich ganz langsam aufbaut und von Anfang an einen hohen Spannungsaufbau bieten konnte. Es nur als Roman einzuordnen, ist mir ehrlich gesagt zu wenig, da die Spannung einem Psychothriller gleichkommt.Als Mutter ging mir das Schicksal der Familie sehr nah, denn die Entführung von Julie hinterlässt jahrelang eine riesige Lücke, gepaart mit der Hoffnung, herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Für Eltern ist diese Ungewissheit untragbar und selbst der Wunsch, sein Kind endlich begraben zu können nimmt immer mehr Formen an. Als Julie wieder auftaucht, sieht es aus, als wäre sie eine Fremde, eine Lügnerin. Um hinter die Kulisse der Tochter blicken zu können geht Anna eigentümliche Wege, die aber letztendlich darüber Aufschluss geben darüber, wer ihre "Tochter" wirklich ist. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven ist man als Leserin / Leser oftmals verwirrt, aber genau das ist, was dem Buch die gewisse Note verliehen hat, wie gebannt den weiteren Verlauf folgen zu wollen. Ich war fasziniert von dem gekonnten Aufbau der Story, der eine gewisse Suggestion beinhaltet, die sich zwar erst zum Ende hin aufklärt,aber genau dahin zielen konnte. Es zeigt, wie beeinflussbar wir Menschen sind und es beängstigt mich tatsächlich. Viele Menschen tragen Masken und wenn diese fällt, offenbart sich ein Mensch voll von Hässlichkeit. Dieses ist der Aufhänger des Buches und es entsetzte und faszinierte mich gleichermaßen. In meinen Augen war "Good as Gone"ein facettenreicher Roman, der ein Familiendrama beinhaltet und dieses gekonnt ausschlachtet. Die eingeflochtenen psychologischen Elemente sind genial gewählt und zeigen auf, wie schnell wir aus Schutz in andere Rollen schlüpfen können. Der Weg zurück ist hart und dies wird ganz deutlich. Für mich ein sehr gelungenes Buch, welches mich einige Zeit regelrecht gefesselt hat, da ich einige Unklarheiten erst aus dem Weg räumen musste und dies geschah nur durch das Beenden des Romans. Vorerst ist man als Leserin / Leser völlig unvoreingenommen, bis sich das Verwirrspiel einem Ende naht, welches vorher nicht ersichtlich war. Eine ganz klare Leseempfehlung an einen Roman, der mich durch seinen hohen Spannungsbogen wirklich meisterlich gekonnt gefesselt hat.

Bewertung vom 08.03.2017
Wenn nachts der Ozean erzählt
Fraillon, Zana

Wenn nachts der Ozean erzählt


ausgezeichnet

Authentisch - Kein Schönreden von Tatsachen - Nachdenklich stimmend

"Wenn nachts der Ozean erzählt" ist ein sehr realistisches Kinderbuch, dessen wahre Brutalität eventuell junge Leser/-innen ab 12 Jahren überfordern könnte. Mit der Option gelesenes mit den Eltern zu reflektieren, würde ich die Altersangabe belassen.
Der Roman ist definitiv keine leichte Kost und regt sehr zum Nachdenken an. Gewalt, Hunger und Angst sind sehr präsent. Es ist kein Schönreden von Tatsachen, daher tut das Lesen mitunter wirklich weh und es entwickelt sich unbewusst Dankbarkeit in Freiheit leben zu dürfen, Ich empfand "Wenn nachts der Ozean erzählt" als sehr wertvoll für mich, da die Flüchtlingsproblematik anders aufgezäumt wird und der Blick anders geschärft wird. Wer macht sich Gedanken um die Entbehrungen der Menschen hinter dem Stacheldrahtzaun?
Geschrieben ist das Buch aus der Sicht von Subhi, der in etwa dem Alter der Zielgruppe entspricht. Es wirkt daher authentisch, aber nicht kindlich, denn Subhi ist reif, da er schon vieles Befremdliches gesehen und erlebt hat. Subhi ist ein Träumer, der sich in seine Geschichten verliert, die ihm aber Kraft und Trost spenden. Sein Leben ist nicht einfach und durch einen Maschendrahtzaun abgeschnitten. Über seinen Vater ist wenig bekannt und auch der Rest der Familie wird eher oberflächlich behandelt, was ein Hinweis darauf ist, das sich selbst Kinder alleine durchschlagen müssen, um zu überleben. Der Grundton ist mitunter sehr traurig und wird durch die ausgedachten Geschichten, die kursiv geschrieben, bunter und farbenfroher.
Ich möchte gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da ich "Wenn nachts der Ozean erzählt" als einen Roman empfunden habe, der sich nicht mit Floskeln und Schönmalerei abhandeln lässt, sondern das Leben hinter dem Stacheldrahtzaun behandelt. Es ist dennoch ein Buch des Trostes und erzählt von einer ganz besonderen Freundschaft. Eine Freundschaft, die unter solch Umständen tatsächlich nur in Büchern vorhanden sein kann und dennoch ausschlaggebend ist, "Wenn nachts der Ozean erzählt" den Schrecken zu nehmen.
Wichtig empfinde ich hierbei das Gespräch mit Leeser/innen der angegebenen Zielgruppe, da es sicherlich auch Dinge geben wird, die eine gewisse Brutalität ausdrücken. "Wenn nachts der Ozean erzählt" ist kein Buch für mal so gerade eben gelesen, sondern ein Kinderbuch, welches eindrücklich nachwirken wird.
Prädikat: Besonders wertvoll!

Bewertung vom 05.03.2017
Sturmherz
Bomann, Corina

Sturmherz


sehr gut

"Sturmherz" ist der Idee einer Naturkatastrophe entsprungen, die 1962 in Hamburg einige Todesopfer zählte und Existenzen zerstörte. Die Grundidee hat mir wirklich sehr gefallen.
Romane von Corina Bomann sind immer flüssig zu lesen und so verbrachte ich einige Stunden gefesselt in einem echten Drama. Es wird in Rückblenden und Gegenwart berichtet und die Story ist wirklich herzerwärmend. Erstens geht es um Alexa, die sich von ihrer Mutter abgelehnt und ungeliebt fühlt. Ein leichte Annäherung geschieht, als ihre Mutter Cornelia einen Schlaganfall erleidet und völlig hilflos ihr Dasein fristet. Nach und nach entpuppt sich eine schmerzliche Erinnerung an die erste große Liebe, die der Flut von 1962 zum Opfer fiel. Alexa wird mit der Wahrheit konfrontiert und beginnt zu vergeben. Für mich als Mutter ist die Lieblosigkeit nicht zu verstehen, auch wenn die Story die dahinter steht wirklich schmerzhaft ist, ist es kein Grund sein eigenes Fleisch und Blut abzulehnen. Cornelia war mir wirklich unsympathisch bis zum Ende. Mein Mutterherz hat regelrecht geblutet und mir daher die Liebesgeschichte etwas madig gemacht. Natürlich ist es möglich jemanden so sehr zu lieben, das für jemand anderes kein Platz mehr ist, aber es ist definitiv egoistisch und mir unbegreiflich. Rick ist derjenige, der in einem wunderbaren Licht erscheint und deshalb der Story unglaublich viel Schönheit einhaucht. Ansonsten wäre die Grundstimmung eher düster und fast schon depressiv zu nennen. So konnte "Sturmherz" sich doch noch in mein Herz graben und mir ein gutes Lesegefühl vermitteln.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die durch Lebenslügen aufgebaut wurde und einen wahren Hintergrund beinhaltet. Echtes Drama einer verlorenen Liebe, die Menschenleben sehr verändert und der Story eine grandiose Grundlage bietet. Leider war mir das Gefühlschaos etwas zu düster und hat daher den Lesefluss ein klein wenig beeinflusst.

Bewertung vom 05.03.2017
Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
MacMillan, Gilly

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit


sehr gut

In " Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit" wird sich gleich mehrerer Klischees bedient. Alkohol am Steuer ist eine Straftat und da Zoe dadurch mehrere Menschen mit in den Tod gerissen hat, wird sie zu Jugendarrest verknackt. Natürlich kann dadurch niemand von seiner Schuld befreit werden und Zoe wird rasch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Niemand kann sich ein neues Leben aufbauen, ohne damit rechnen zu müssen trotz neuer Umgebung und neuem Namen unerkannt zu bleiben. Es wurmt mich etwas, dass das neue Leben auf Lügen aufgebaut wurde. Lügen haben immer kurze Beine und dies muss auch Zoes Mutter erkennen, die für ihre Lügen mit dem Leben bezahlt.
Besonders gut hat mir der Spannungsbogen gefallen, der sich erst nach und nach aufbaut. Das Drehbuch, welches Lucas schreibt, tut sein übriges, um mich wirklich zu fesseln. Auch er bewahrt ein Geheimnis, welches wiederum ein echtes Klischee beinhaltet. Der geplante Neuanfang geht gewaltig in die Hose und Lucas und Zoe müssen Entscheidungen treffen, die nicht nur ihr Leben betreffen, sondern auch ihre Schwester Grace mit einschließt.
Wer einen blutigen Thriller erwartet, wird maßlos enttäuscht sein. Wer sich aber dennoch auf " Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit" einlässt, wird einen Thriller lesen, der sich von Seite zu Seite mehr und mehr entwickelt. Die unterschiedlichen Eindrücke der Protagonisten sind intensiv und spannend und geben dem Thriller den gewissen Kick. Es fiel mir leicht, mich komplett auf die doch recht komplexe Handlung einzulassen. Es ist keine Schönmalerei, sondern ein echtes Drama letztendlich. Das, was Zoes Mutter mit ihrer Verschwiegenheit erreichen wollte, endet mit ihrem Tod, für den ein Schuldiger / eine Schuldige gefunden werden muss. Es ist ein Ende, mit dem ich nicht rechnete, welches mich aber zufrieden gestellt hat.
Gleich zu Beginn tauchen wir ein in die Geschehnisse von damals, als Zoe den Unfall verursacht hat. Durch die Blume gibt uns der Autor zu verstehen, dass Cola, die komisch schmeckt vielleicht besser nicht getrunken werden sollte, damit junge Mädchen Herr ihrer Sinne bleiben können, denn letztendlich ist Zoe diejenige, die einen Unfall mit Todesfolge zu verantworten hat. Mich macht dies leicht wütend, denn ganz allein hat sie dieses Unglück nicht zu verantwortlichen, aber vor Gericht wird alles so gedreht und gewendet, dass sie als Alleinschuldige angeklagt und verurteilt wird. Mich hat dieser Wink mit dem Zaunpfahl sehr zum Nachdenken gebracht.
Ich möchte gerne eine Leseempfehlung geben, an einen Thriller, der zwar letztendlich eher ein Familiendrama ist, aber dennoch einiges an Spannung bieten konnte. Interessante Protagonisten und eine Tragödie, die untermauert ist mit leisen Zwischentönen, die sich erst nach und nach entwickeln konnten.

Bewertung vom 05.03.2017
Das Mädchen mit dem Löwenherz
Seidel, Jürgen

Das Mädchen mit dem Löwenherz


ausgezeichnet

"Das Mädchen mit dem Löwenherz" ist ein rundum gelungenes Jugendbuch, welches zu Martin Luthers Zeiten spielt und sehr interessant und spannend ist. Es wird in Briefform erzählt und wirkt durch die eigentümliche Ausdrucksweise sehr authentisch. Ich war oftmals darüber schockiert, wie grausam Menschen zu dieser Zeit miteinander umgehen und besondere Gaben gleich als Teufelswerk betitelt werden. Durch ihr Wolkenauge ist Anna immer auf der Flucht, denn sie besitzt ein fotografisches Gedächtnis, welches aber eher gefährlich als hilfreich ist. Für die Menschen um sie herum ist es beängstigend und dient dazu andere zu bespitzeln. Niemand erkennt auf Anhieb wie intelligent Anna ist und daher fällt es ihr leicht sich in die Gesellschaft einzugliedern. Niemand erwartet, dass Anna lesen kann, denn dies ist Mädchen eher selten vorbehalten. Es ist eine Zeit in der auf die Bildung von Mädchen keinen Wert gelegt wird.

Durch die Briefform und die Ich - Erzählung wirkt "Das Mädchen mit dem Löwenherz" sehr lebendig. Der historische Anteil ist sehr hoch und wird komplett durch das Buch gewoben. Martin Luther ist präsent, nimmt aber nicht den größten Teil der Story ein, denn dieser ist Anna vorbehalten, die wirklich ein sehr aufregendes und interessantes Leben führt. Es ist gefährlich und gibt daher der Story einen hohen Spannungsanteil. Thriller wirkt etwas übertrieben, dennoch kann ich eine gewisse Grausamkeit und Brutalität nicht verleugnen. Insgesamt gesehen wurde ich mehrere Stunden an das Buch gefesselt und konnte es sehr genießen mich mit Anna auseinanderzusetzen. Es ist ein Buch, welches ich unbedingt weiterempfehlen möchte, da es Hintergrundinformationen über die Zeiten Martin Luthers erzählte und passend für 500 Jahre Reformation ist. Leseempfehlung!