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seschat
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Bewertungen

Insgesamt 955 Bewertungen
Bewertung vom 01.03.2020
Mythos Bildung
El-Mafaalani, Aladin

Mythos Bildung


sehr gut

Wie kann Bildung gerechter werden? Welche Veränderungen muss es geben?

Aladin El-Mafaalani, Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück, hat sich genau diese Fragen gestellt und das derzeitige Bildungssystem über Bundesländergrenzen hinaus untersucht und ist zu einem verheerenden Ergebnis gelangt.

Bildung ist und bleibt ein hohes Gut, weil sie elementar über das spätere Leben entscheidet. In einer Gesellschaft, in der es hipp ist, aufs Gymnasium zu gehen und anschließend ein Studium zu absolvieren, haben es die mittleren und unteren sozialen Schichten schwer. Wer in einem Akademikerhaushalt aufwächst, wird perspektivisch ein besseres Leben führen. Das ist leider Fakt, auch wenn es Ausnahmen gibt. Um die Ungerechtigkeiten aufzubrechen und Ausbildungsberufe im Handwerk attraktiver zu machen, bedarf es viel Arbeit.

Aladin El-Mafaalani führt Wege aus der Krise an, doch wird nicht gehört, weil an alten Bildungssystemen festgehalten wird und dadurch aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nicht berücksichtigt werden. Deutschland hat es in der Hand, doch bleibt in Sachen Bildung auffällig passiv. Erst wenn man bereit für Inklusion und Reform ist, kann etwas geschehen. Doch die Schere zwischen Arm und Reich klafft und die Schule vermag diese momentan nicht zu schließen. Im Gegenteil, die frühe Selektion in der 4. Klasse und die mangelnde Förderung von schwachen Schülern stehen einer positiven Entwicklung im Weg. Noch dazu soll sich in immer kürzerer Zeit Wissen angeeignet werden, wodurch Lehrer und Schüler gleichermaßen unter Druck geraten.

FAZIT
Ein wichtiges Buch, das zeigt, dass in Deutschland Bildung von staatlicher Seite schon lang nicht mehr als hohes Gut betrachtet wird. Die Zweiklassengesellschaft ist immer mehr auf dem Vormarsch. Chancengleichheit ist noch immer mehr Illusion als Wirklichkeit.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.02.2020
Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst
Müller, Albrecht

Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst


ausgezeichnet

Der Publizist und ehemalige Wahlkampfleiter von Willy Brandt Albrecht Müller (*1938) zeigt in seinem Sachbuch, wie Medien, Politik & Co den gemeinen Bürger manipulieren. In luzider Weise stellt er erst die gängigsten 17 Manipulationsmethoden (wie z. B. Wiederholung, Verschweigen oder Einsatz von vermeintl. Experten) vor und führt dann in einem gesonderten Abschnitt unterschiedliche Beispiele aus Politik und Medien an. Zeitlich bewegt sich die versierte Autor dabei von der Ära Brandt bis in die Gegenwart. So beschäftigt er sich u.a. mit der Schuldenkrise, der sog. Riester-Rente oder dem Einfluss der USA auf die deutsche Medienwelt und Politik. Hierbei ist es oftmals die einseitige Berichterstattung, welche freie Wahlen und die eigene Meinung konterkariert. Müllers stichhaltige wie kritische Überlegungen regen zum selbstständigen Denken an. Erst wenn wir uns Bürger vom Irrglauben lösen, dass die Medien uns ein wahrhaftiges Bild der Wirklichkeit vermitteln, sei eine freie Meinungsbildung möglich. Mich hat Müllers Lektüre in meiner kritischen Sicht auf die deutsche Medienlandschaft bestätigt. Teils mit großer Verblüffung habe ich seine im Laufe der Jahre gesammelten Manipulationsbeispiele gelesen. Müllers Quintessenz "Weniger Vielfalt, mehr Einfalt" kann in Hinblick auf die deutschen Fernseh-, Radio- und Printmedien voll und ganz zustimmen. Wir werden bewusst oder unterschwellig getäuscht, was der Meinungsvielfalt entgegenläuft. Daher ist es m. E. wichtig, dass es kritische Stimmen wie Albrecht Müller oder Peter Hahne gibt, die uns wachrütteln und zum kritischen Hinterfragen verführen. Denn die Demokratie lebt von Unterschieden.

FAZIT
Albrecht Müllers brandaktuellen Lagebericht muss man gelesen haben, um in Zukunft mitreden und sich eine eigene unabhängige Meinung bilden zu können. Wer noch mehr Beispiele für Manipulation sucht, dem seien Müllers sog. NachDenkSeiten ans Herz gelegt,

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.02.2020
Die Königin von Berlin
Roth, Charlotte

Die Königin von Berlin


gut

INHALT
Carola Neher zieht es zu Beginn der Zwanziger Jahre von der heimatlichen Tristesse ans Theater. Sie will nicht länger die brave Bankangestellte spielen und endlich ihre unschöne Vergangenheit hinter sich lassen. Durch Hilfe eines Jugendfreundes und mit viel Ehrgeiz wird sie unter dem berühmt berüchtigten Autor Bertolt Brecht zum Star in Berlin. Von ihm, dem erbarmungslosen wie genialen Perfektionisten, lernt sie nicht nur das Bühnenspiel, sondern auch ihre Unabhängigkeit zu schätzen. Schnell wird sie eine seiner Gespielinnen, doch heiratet dann überraschend einen todkranken Gelegenheitsdichter. Er ist das ganze Gegenteil von ihrem nervösen und unbeugsamen Wesen. Während sie sich auf der Bühne die Seele aus dem Leib spielt, wartet er brav zuhause auf ihre Rückkehr oder muss zur Kur. Doch nicht nur sein Zusammenbruch, sondern auch der der Wirtschaft (1929) und der Politik scheint unmittelbar bevor zu stehen.

MEINUNG
Dem vorliegenden Roman von Charlotte Roth geht spürbar viel Recherchearbeit über die Person Carola Neher voraus. Die Vermischung von schriftstellerischer Freiheit und biografischen Fakten ist gut gelungen. Die Handlung an sich ist mir hingegen etwas zu tragödienhaft und zu einseitig ausgefallen. Carola Neher gibt zwar durchaus die Getriebene, wobei das Schicksal ihrer beiden großen Männer - Brecht und Henschke - sie immerfort überstrahlt. Sprich, deren Bedürfnisse nehmen viel zu viel Raum ein. Wenig anfangen konnte ich ebenfalls mit der zeitlich später angesiedelten, einfach blassen Handlung zwischen Nehers Sohn Georg und der Bibliothekarin Annette. Diese Geschichte hätte es m. E. nicht gebraucht, weil sie den Leser immerfort aus der spannenderen Geschichte rund um Carola Neher herausreißt. Insgesamt hat Roth in ihrem Roman die wilde Zeit der Zwanziger und der damaligen kreativen Theaterwelt sehr gut eingefangen und atmosphärisch treffend beschrieben. Ihre Sprache fiel gleichermaßen düster, gehetzt, temporeich sowie iterativ aus.

FAZIT
Carola Neher ist eine spannende, aber leider in Vergessenheit geratene Persönlichkeit der Zwanziger Jahre gewesen, deren Geschichte es zu erzählen lohnt. Hätte Roth sich einzig auf Nehers Geschichte beschränkt und diese bis zum Ende stringent fort erzählt und wäre nicht noch auf ihren Sohn abgehoben, hätte mir das Buch noch besser gefallen.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.02.2020
Dolce Vesuvio
Wallat, Astrida

Dolce Vesuvio


ausgezeichnet

INHALT
Die 23-jährige Carlotta van Veen, genannt Lollo, studiert in Freiburg Klassische Archäologie und bekommt das Angebot, mehrere Monate in Pompeji an einer Ausgrabung teilzunehmen. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass der aufgeblasene und attraktive Dr. phil. Alessandro Mantegna sie begleiten wird. Doch ihre archäologische Neugier obsiegt, ganz zum Missfallen ihres Freundes Christian.

MEINUNG
Astrida Wallats neuester Roman las sich ausgesprochen flott. Das lag zum einen an der interessanten archäologischen Szenerie und zum anderen an dem humorigen Erzählstil.

Lollo ist eine sympathische Hauptfigur, die sich nicht verbiegen lässt und sich gern in die antike Vergangenheit, am liebsten mithilfe von Ovid, zurückträumt. Besonders mochte ich ihre schlagfertige Art, die sich vor allem in den Wortduellen mit Alessandro zeigte. Unentwegt zieht er sie wegen ihrer Frisur und ihrer Unerfahrenheit auf. Doch nicht nur der schöne Konkurrent Alessandro lenkt sie von der spannenden Grabung ab, sondern auch der Ladenbesitzer Natale und natürlich ihre biederer Freund Christian.

Neben der leichten Liebesgeschichte hat mich als studierte Klassische Archäologin vor allem die archäologische Komponente mitreißen können. Wie hier spielerisch archäologisches Fachwissen in den Plot eingeflossen ist, nötigt Respekt ab und hätte ich bei einem belletristischen Werk nicht in dieser Weise erwartet. Allgemeinverständlich entführt Wallat den Leser in die vom Vesuv 79 n. Chr. zerstörte Stadt. Wer schon einmal in Pompeji gewesen ist, wird vieles wiedererkennen. Komplettiert wird das Ganze mit berühmten lateinischen Sentenzen, die jedes Kapitel stimmungsvoll einleiten. Zudem ich es raffiniert gemacht, dass Lollo in einer Domus gräbt, die einst von einer Namensvetterin bewohnt wurde. Diese Rückschau auf die Ereignisse rund um den Vesuvausbruch geriet mir, gerade gegen Ende der Geschichte, etwas zu ausführlich.

Die emotionale, leichtfüßige und ungemein witzige Sprache macht den Roman zu einem wahren Pageturner. Land und Leute von gestern und heute werden derart authentisch beschrieben, dass man sich als Leser stets mittendrin im Geschehen wähnt. Die eingestreuten lateinischen und italienischen Wörter und Redewendungen gefielen mir sehr.

Wer zudem einen Blick aufs Cover wirft, den erwartet die Schönheit des Golfs von Neapel, inklusive Vesuv im Hintergrund.

FAZIT
Ein durchweg lesenswerter Frauenroman, der ganz nebenbei noch archäologisches Wissen vermittelt und von Süditalien träumen lässt.

Bewertung vom 14.02.2020
Merci, Monsieur Dior
Gabriel, Agnès

Merci, Monsieur Dior


ausgezeichnet

INHALT
Célestine ist gerade erst 21, als sie nach dem Tod ihrer Mutter und vor dem kleinbürgerlichen Verlobten aus der normannischen Provinz in die berühmt-berüchtigte Kapitale Paris flüchtet. Hier will sie neu anfangen und kommt erst einmal bei ihrer lebenslustigen Freundin Marie unter. Überraschenderweise findet sie bald beim Modeschöpfer Christian Dior eine Anstellung als Hausdame.

MEINUNG
Der vorliegende Roman erzählt die beeindruckende Geschichte einer mutigen wie unabhängigen jungen Frau im Paris der Nachkriegszeit. Nach dem Tod ihrer Eltern beginnt in Paris für sie ein neues Leben. Hier erlebt sie hautnah an der Seite des scheuen und generösen Modegenies Dior das harte Modegeschäft mit und lernt guten Stil zu schätzen. Während sie Dior kulinarisch verwöhnt und später gar zu seiner Privatsekretärin wird, muss sie privat einige Achterbahnfahrten durchleben. Gabriel zeichnet in ihrem Buch die damalige Zeit stimmungsvoll nach und entführt den Leser in die Anfänge der Pariser Haute Couture. Es bereitet große Freude, Dior und seiner Entourage bei der Kreation neuer Modelinien über die Schulter schauen zu dürfen. Célestine ist zwar eine fiktive Gestalt der Autorin, reiht sich aber würdig in die fesselnde Geschichte über den legendären Modeschöpfer Dior ein. Hierbei kann der Leser einiges über Dior und seine Mode lernen. Nicht nur der plottechnisch, sondern auch sprachlich ist die Lektüre ein Gewinn. Belletristisch leicht und zugleich emotional erzählt Gabriel ihre zu Herzen gehende Geschichte über Mode und Liebe.

FAZIT
Schon die zweite Neuentdeckung aus dem Hause Aufbau, die mich 2020 vollends überzeugen konnte. Ich hoffe, dass noch weitere Romane aus der Feder von Agnès Gabriel erscheinen werden.

Bewertung vom 12.02.2020
Der Pflanzenretter
Feder, Jürgen

Der Pflanzenretter


ausgezeichnet

Ich habe Jürgen Feder vor Jahren das erste Mal in der Sendung "TV Total" von Stefan Raab gesehen. Damals fand ich seine aufgedrehte Art und sein immenses Naturwissen einfach nur klasse.

Der Bremer Landespfleger und Extrembotaniker liebt die Natur über alles und kann dem gegenwärtigen Artensterben nicht weiter tatenlos zusehen. Mit seinem Buch möchte er das Bewusstsein für Pflanzen und deren Bedeutung für unser Sein wieder schärfen. Hierfür hat er 111 Pflanzenarten, die sog. Arche Jürgen, zusammengestellt, die es vor dem Aussterben zu bewahren gilt.

Jürgen Feders Konzept gefällt mir sehr, da man jeder seiner Pflanzenbeschreibungen anmerkt, wie sehr er sich für die Natur begeistern kann. Und diese geradezu kindliche Begeisterung wirkt ansteckend. Sein Buch ist kein Fachbuch im eigentlichen Sinne, sondern eine passionierte Zusammenstellung mit viel Witz und hoher Kennerschaft. Persönliche Anekdoten sowie medizinisches Wissen finden ebenfalls ihren Platz. Natürlich gibt es auch Farbfotos als persönliche Bestimmungshilfe.

FAZIT
Ein Buch für Naturfreunde und solche, die es noch werden wollen. Man braucht nur vor die Tür zu treten, um die botanische Vielfalt der Heimat bestaunen zu können. Feders Mahnruf sollte uns Menschen aufhorchen lassen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.02.2020
Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1
Colgan, Jenny

Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1


ausgezeichnet

INHALT
Die passionierte Buchhändlerin Nina Redmond (29) hat gerade ihren Job in Birmingham verloren und ist sichtlich verzweifelt. Ein Leben ohne Bücher kann sie sich einfach nicht vorstellen. Kurzerhand beschließt sie sich ihren Traum von einer fahrenden Buchhandlung zu erfüllen. Ihre beste Freundin und WG-Mitbewohnerin Surinder ist mehr als skeptisch, weil Nina noch nie durch Wagemut und unüberlegte Taten aufgefallen ist. Inmitten der schottischen Provinz wird sie fündig. Dort entdeckt Nina nicht nur einen alten Transporter, den sie zum Bücherbus umfunktionieren kann, sondern auch eine neue Heimat.

MEINUNG
Jenny Colgans neuester Roman erzählt eine wirklich schöne Geschichte. Die sympatische Hauptfigur Nina ist eine romantischen Tagträumerin, die es schafft, für jeden Kunden das richtige Buch zu finden, aber das Leben auf dem Land nicht kennt. Ihr Umzug nach Schottland ist in vielen Dingen ein Neustart und damit voller Herausforderungen. Doch für Nina lohnt sich dieser Schritt, weil sie erkennt, wie stark und mutig sie sein kann. Ihr attraktiver, jedoch wortkarger Vermieter Lennox bringt sie nur allzu gern mit seiner grummeligen Art auf dem Palme. Doch nicht alle Schotten sind wie er. Denn ihr Bücherbus zählt schon bald zu den beliebtesten Geschäften des Ortes. Wäre da nicht die leidige Romanze mit dem lettischen Lokführer Malek und das seltsames Verhalten ihres Vermieters, Nina könnte ihre Zeit in Schottland viel mehr genießen...

Abgesehen vom emotionalen Plot hat mir Colgans ruhiger sowie bildreicher Erzählstil sehr gefallen. Schnell wird man als Leser mit der Hauptfigur Nina warm und fiebert mit ihr mit. Ein weiteres Plus sind die stimmungsvollen Beschreibungen von Schottlands uriger Landschaft, Kultur und Lebensfreude, die beim Lesen auf der Stelle Fernweh auslösen. Und natürlich geht es im Buch um die Liebe zu Büchern. Man spürt, dass Bücher nicht nur Menschen verbinden, sondern auch neue Welten eröffnen können. Dass auch die Autorin selbst eine leidenschaftliche Leserin ist, erfährt man im Prolog. Mit diesen persönlichen Zeilen hatte mich Colgan sofort am Haken.

FAZIT
Wunderschöne Unterhaltungslektüre für zwischendurch, die dazu aufruft, Träume zu leben. Vor allem die bibliophile weibliche Leserschaft wird die Geschichte mögen.

Bewertung vom 07.02.2020
Dr. Food für Seele, Gehirn & Nerven
Vormann, Jürgen;Hobelsberger, Bernhard;König, Ira

Dr. Food für Seele, Gehirn & Nerven


sehr gut

Wer sich wie ich schon länger mit den Themen gesunde Ernährung und Brainfood beschäftigt, wird in diesem Buch nichts Neues entdecken. Nichtsdestotrotz lernt der geneigte der Leser in "Dr. Food für Seele, Gehirn und Nerven" wie das Gehirn funktioniert und welchen großen Einfluss die Ernährung und der Darm auf unser Seelenleben und auf die Entwicklung von neurologischen Krankheiten, wie z. B. MS, Depression oder Parkinson, haben. Wenn man weiß, dass Fast Food, Transfettsäuren und Zucker Gift für unseren Körper und vor allem für unseren Denkapparat sind, dann überlegt man zweimal, was man isst. Denn die Folgen von falscher Ernährung können fatal sein, denkt man an Adipositas, Diabetes, Schlaganfall oder Alzheimer. Daher lohnt sich ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln auf jeden Fall. Hier wirken unbehandelte, also naturbelassene Nahrungsmittel Wunder. Die berühmte Mittelmeerküche zeigt wie es geht. Neben der im Buch enthaltenen Aufstellung von guten sowie schlechten Lebensmitteln zu jedem Krankheitsbild waren es vor allem die 30 Rezepte im letzten Drittel des Sachbuchs, die mich angesprochen und zum Nachkochen verführt haben.

FAZIT
Ein achtsamer Umgang mit Lebensmitteln ist wichtig, wenn man auf Dauer körperlich gesund und geistig fit durchs Leben gehen will. Die im Buch beschriebenen Ernährungstipps lassen sich leicht umsetzen. Schon eine Hand voll Walnüsse am Tag kann der Anfang sein. Probieren Sie es aus!

Bewertung vom 01.02.2020
Dear Oxbridge
Pollatschek, Nele

Dear Oxbridge


ausgezeichnet

Die Anglistin und Autorin Nele Pollatschek (*1988) hat lange an den renommiertesten Universitäten Englands, Cambridge und Oxford, Englische Literatur studiert. Was sie dort erlebt hat und was sich mit dem Brexit ändern wird, davon berichtet sie im vorliegenden Buch.

Pollatschek hat ihre Erinnerungen und Beobachtungen in Form von kleinen Essays niedergeschrieben. Kurzweilig, unverstellt und anglophil erzählt sie darin von ihrer intellektuellen Reifung in Oxbridge (= Kompositum aus Cambridge und Oxford). Hier in dieser universitären Parallelwelt werden nicht nur die Spitzen der englischen Politik und Wirtschaft (James Cameron, Boris Johnson) herangezogen, sondern auch Standesunterschiede sowie die englische Lebensart deutlich sichtbar. Trotz hoher Studiengebühren (mittlerweile ca. 9000 £ pro Semester) zieht es in den kleinen Studienwohnungen ständig, sind die Toiletten chronisch verstopft und die Behandlung mit Psychopharmaka ist ganz normal. Aber das Mensaessen wird in mehreren Gängen serviert, Reinigung von Wohnung und Wäsche wird von der Universität geregelt und das Verhältnis von Student zu Lehrenden ist enger/persönlicher als in Deutschland. Diese Einblicke, die Pollatschek gewährt, sind gerade für Leser ohne Auslandserfahrung in Cambridge & Co ungemein spannend und aufschlussreich, da sie auch die harten Aufnahmetests sowie üblichen Bewertungsstandards thematisiert.

Abgesehen von der Coming-of-Age-Geschichte Pollatscheks, die es als ostdeutsche Jüdin nach einem gescheiterten Versuch schafft, an den englischen Eliteuniversitäten zu studieren und dort gar zu promovieren, sind es vor allem die Schilderungen über Land und Leute, die dieses Buch so lesenswert machen. So ist nicht nur von elitären Herrenclubs mit rüpelhaften Mitgliedern aus reichem Hause die Rede, sondern auch von englischen Tischsitten, der Liebe zum Smalltalk und vom Duzen zwischen Professor und Student. Auch auf den Brexit geht Pollatschek ausführlich ein, der in ihrem Fall gar dazu geführt hat, dass sie weniger Studiengebühren zurückzahlen muss.

Auch optisch konnte mich Pollatscheks Buch überzeugen. Das Cover in den englischen Nationalfarben samt interessanten Titel wurde m. E. sehr gut auf den Buchinhalt abgestimmt.

FAZIT
Ein rundum lesenswertes Buch, das einmal einen Blick hinter die ehrwürdigen Kulissen der englischen Eliteuniversitäten gewährt und das Phänomen Oxbridge sehr anschaulich und authentisch beschreibt. Good job, Nele Pollatschek!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 29.01.2020
Boost Your Life!
Löchelt, Robert

Boost Your Life!


ausgezeichnet

Robert Löchelt, geb. 1986, hatte keinen guten Start ins Leben und jahrelang mit einer chronischen Rheumaerkrankung zu kämpfen. Doch mit 24 Jahren hat er sein Leben in die Hand genommen und ist in ein Heilzentrum in den Harz gezogen. Dort hat er 5 Jahre gelebt und sich dabei von innen und außen geheilt. Durch Ernährungsumstellung, Heilseminare, bewusste Atemtechniken und Rückbesinnung auf sich und falsche Gewohnheiten etc. ist es Robert Löchelt gelungen, seine gesundheitlichen Beschwerden auszumerzen und schmerzfrei zu leben. Das erworbene Wissen und seine eigenen Erfahrungen nutzt er nun in seiner Arbeit als Gesundheits- und Lebenscoach. Das vom ihm entwickelte 21-Tage-Programm für Körper, Geist und Seele kann jeder Leser selbst ausprobieren, da die entsprechenden Anleitungen im Buch enthalten sind.

Ich finde es erstaunlich, was jenseits der Schulmedizin möglich ist. Anfangs habe ich Energieheilungskonzepte und Meditation noch belächelt, aber an Löchelts Beispiel sieht man, dass es geht, wenn man einen starken Willen zur Veränderung und richtige (Heil-)Lehrer an seiner Seite hat. Besonders interessant an Löchelts sehr ehrlicher Darstellung waren seine Ernährungs- und Lebenshaltungstipps. Denn hier bekommt der Leser auf wenigen Seiten viel Wissenswertes und Informatives geboten. Auch wenn man nicht alle Ansichten und Ratschläge des Autors teilt, so lernt man doch andere Lebens- und Ernährungsweisen (vor allem den Veganismus) besser zu verstehen.

FAZIT
Robert Löchelts Geschichte ist auf jeden Fall eine Lektüre wert, zeigt sie doch, dass jeder seiner Gesundheit mit den richtigen Mitteln (ohne Chemie) und Wegen auf die Sprünge helfen kann.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.