Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Meggie
Wohnort: 
Mertesheim
Über mich: 
Ich lese gerne! Und diese Leidenschaft möchte ich teilen! https://www.meggies-fussnoten.com
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 1205 Bewertungen
Bewertung vom 06.12.2019
Der Ahorn im Sturm
Baites, Mina

Der Ahorn im Sturm


sehr gut

Die Geschwister Breitenbach haben unterschiedliche Lebensweisen entwickelt. Während Rosa in Colorado zusammen mit ihrem Mann Wendelin und Tochter Julia eine Schule leitet und gleichzeitig ihr Überleben mit dem Anbau von Feldfrüchten sichern muss, hat sich Georg ebenfalls in Colorado mit der Pension seiner Tante Funny ein solides Leben aufgebaut. Gleichzeitig versucht Theodor in Berlin die Firma seine Vaters am Laufen zu halten.

Die Entwicklung der Geschwister könnte unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie eines: die Liebe zur Familie. Als ein schreckliches Ereignis den Zusammenhalt überschattet, trifft Georg eine Entscheidung, die er im Nachhinein anzweifelt. Rosa dagegen kämpft mit dem Heimweh und ihren Nachbarn, den Ureinwohnern des Stammes der Ute. Theodor dagegen erkennt viel zu spät etwas, was ihm eigentlich hätte früher auffallen müssen.

Können die Geschwister einen Weg finden, alles wieder ins Reine zu bringen? Oder droht das Familienbündnis zu zerbrechen?

Mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil nimmt uns die Autorin mit ans Ende des 19. Jahrhunderts. Dort erleben wir die Geschichte der Familie Breitenbach, die mit dem ersten Band "Der weiße Ahorn" ihren Anfang nahm.
Zwischenzeitig leben die Geschwister Rosa und Georg in Colorado und haben sich dort ein neues Leben aufgebaut, während ihr Bruder Theodor in Berlin die Firma des Vaters weiterführt.

Während Georg die Pension der Tante weiterführt und auch mit kleinen Klavierkonzerten etwas Geld extra verdient, hat es seine Schwester Rosa schon etwas schwerer. Ihr Traum, in Amerika eine Schule zu eröffnen, hat sich war erfüllt. Doch damit allein ist es nicht getan. Ihr Grundstück muss bewirtschaftet werden, da das Geld knapp ist. So baut sie Feldfrüchte an und verkauft diese.
Der dritte im Bunde, Theodor, lebt für die Firma. Doch fällt ihm sehr spät auf, dass seine Mitarbeiter unzufrieden sind.

Während die Autorin die Geschichte der drei Geschwister erzählt, gibt sie mit einem Nebenstrang noch einiges zum Denken auf. Der Indianerstamm der Ute lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rosa und wird in seinem Handeln und in seinen Bräuchen eingeschränkt, da die Weißen, die den Ute ihr Land genommen haben, Auflagen stellen, die von den Ureinwohnern eingehalten werden müssen.

Dass die Ute dies nicht lange hinnehmen, ist dann wohl klar und so kommt es zu Auseinandersetzungen, die auch Rosa und ihre kleine Familie zu spüren bekommen. Aber ihre Tochter Julia freundet sich mit Chesmu, einem Indianerjungen an und so kommt es natürlich zu vielen Situationen, in denen Rosa sich letztendlich fragen muss, ob wirklich alles mit rechten Dinge zugeht. Sie lernt die Seite der Indianer kennen und bekommt natürlich auch mit, wie sich die Weißen ihnen gegenüber benehmen.

Wie nun alles miteinander verstrickt ist, kann ich hier natürlich nicht erzählen. Deswegen kann ich jedem nur ans Herz legen, auch den zweiten Teil der Breitenbach-Saga zu lesen und Dank des Schreibstils der Autorin in einer Geschichte zu versinken. Es ist alles stimmig und packend und es wirkt auch alles sehr lebendig. Man ist mittendrin und lernt die Sorgen und Nöte von Rosa, die Trauer und Rastlosigkeit von Georg und die Zweifel und Unwissenheit von Theodor kennen.

Gerne hätte ich jedoch mehr über die Gefühle der drei Geschwister erfahren. Hier geht die Autorin etwas sparsam mit Informationen um. Erst gegen Ende wird bei Georg mit einem Schlag klar, was er fühlt, doch über Rosa und Theodor muss man sich selbst schlau machen bzw. sich selbst denken, was in ihnen vorgeht.

Ich freue mich sehr auf den dritten Teil der Reihe, der wahrscheinlich im Sommer 2020 erscheinen wird. Hier wird dann die Geschichte der Breitenbachs weiter erzählt.

Meggies Fussnote:
Ein schöner zweiter Teil, der die Vorfreude auf den dritten anfacht.

Bewertung vom 01.12.2019
Die englische Lady und der Rebell (eBook, ePUB)
Mcabbey, Lisa

Die englische Lady und der Rebell (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Prudence reist von England nach Schottland, um dort an einer Schule Kinder zu unterrichten. Unterwegs erkrankt sie an einem starken Fieber und wird von einer schottischen Bäuerin gesund gepflegt. Deren Mann erklärt sich bereit, Prudence zu ihrem Zielort zu begleiten. Auf dem Ritt nach Kilbrandon lernt Prudence den brummigen Highlander näher kennen und merkt bald, dass er gewisse Reize in ihr auslöst. Doch Prudence hält sich immer vor Augen, dass er verheiratet ist.
Als sie von einem Trupp Rotröcke gefangen genommen werden, erfährt Prudence jedoch Geheimnisse über ihren Begleiter, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen.

Wir befinden uns im Jahr 1747 inmitten der schottischen Highlands und lernen dort die junge Prudence kennen, die aufgrund eines Fiebers ihre Reise nach Kilbranden unterbrechen musste, um von einer Bäuerin gepflegt zu werden. Hier trifft sie auch auf deren Ehemann Lachann McLachainn, der sich bereit erklärt, Prudence zu ihrem Onkeln nach Kilbranden zu bringen.

Und damit nimmt Prudences Leben eine Wendung. Je näher die den Highlander kennenlernt, umso mehr verliebt sie sich in ihn, wohlwissend, dass sie das nicht darf, da er ja verheiratet und Vater von vier Kindern ist.

Die Autorin lässt die schottischen Highlands durch ihre Worte lebendig werden. Prudence ist eine furchtlose junge Lady, die England wegen einer neuen Anstellung in Schottland verlassen hat. Von dem Highlander Lachann McLachainn wird sie für eine englische Spionin gehalten, was zu einigen Spannungen zwischen den beiden führt.

Diese Spannungen werden aber auch deutlich von den Flirt-Versuchen überlagert, die gerade von dem Highlander ausgehen. Prudence wehrt sich zu Anfang dagegen, doch schon bald wird sie ihrer Gefühle nicht mehr Herr und lässt sich darauf ein.

Sehr gut gefallen haben mir die Wortgefechte, die sich die beiden geliefert haben Auf den Mund gefallen sind beide wahrlich nicht. Aber es gab auch sehr gefühlvolle Momente, in denen beide ihr Herz öffnen.

Aber auch die Reise durch die Highlands hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibung der Gegend, insbesondere der verschiedenen Orte, Berge, Seen etc. machen enorme Lust auf einen Besuch dieses rauen, wunderschönen Landes.

Wie immer ist der Schreibstil der Autorin, der mich begeistern konnte. Mit viel Liebe zum Detail und einer sehr flüssigen Art, fliegt man durch die Geschichte und hat Mühe, sich davon zu trennen. Verstärkt wird dies noch durch den Schlagabtausch der beiden Protagonisten und dem Knistern, das in der Luft liegt.

Meggies Fussnote:
Die schottischen Highlands als Kulisse für eine schöne Liebesgeschichte.

Bewertung vom 17.11.2019
Der Tannenbaum des Todes
Heitz, Markus

Der Tannenbaum des Todes


ausgezeichnet

Wer sich auf Weihnachten einstimmen will und dies mal auf andere Weise tun möchte, sollte zu der Kurzgeschichtensammlung von Markus Heitz greifen. Über 24, nämlich (wenn ich mich nicht verzählt habe), 40 Kurzgeschichten warten auf einem. Und diese haben mehrere Sachen gemeinsam.

Es geht um Weihnachten bzw. die Adventszeit und sie sind nicht gerade harmonisch. Skurril und außergewöhnlich geht es zu. Es wird gemordet, intrigiert, gestohlen, gehauen, geraubt, gelogen und gestorben.

Markus Heitz erklärt zu Anfang, dass zusammen mit dem Ehepaar Nancy und Willi Forster in deren Wirtshaus "Zum alten Bahnhof" in Zweibrücken die Veranstaltung "Böser die Glocken" stattfindet. Dort werden die Gäste mit einem Menü verwöhnt, während Markus Heitz drei seiner Kurzgeschichten serviert.

Aus diesen Kurzgeschichten ist nun die vorliegende Anthologie entstanden. Mit viel schwarzem Humor und dem gewissen, bei dem Autor schon bekannten Sarkasmus widmet er sich einer Sache: Weihnachten. Doch besinnlich geht es mal so gar nicht zu.

Ob nun ein Kind, dass es leid ist, immer nur die Kaufhaus-Nikoläuse zu Gesicht zu bekommen, Rache an diesen nimmt oder plötzlich Oleg Josef und Olga Maria (diese natürlich hochschwanger) zusammen mit einem Esel vor der Tür der Familie Lübke stehen, weil sie kein Hotel mehr bekommen oder gar im Kaufhaus AEKI plötzlich statt des beschaulichen Einkaufswahnsinns der Wahnsinn in Form von Erdbeeren ausbricht, nichts bleibt verschont.

Verfluchte Weihnachtskugeln, Nikoläuse in Ausbildung, Weihnachtsfeiern oder Schneeschippen a la Stenkelfeld (Wikipedia), konsumgeile Tombolas, verfluchte Nikolauskostüme oder was passiert, wenn man im Kamin stecken bleibt - für alles gibt es eine Geschichte.

Ich konnte mir bildlich den Spaß vorstellen, den der Autor gehabt haben muss, als er sich die Geschichten ausgedacht hat. Das Blitzen in den Augen, das hämische Lachen und alles abgerundet mit Schwarztee, der heiß in der Tasse dampf.

Ich hatte nämlich dieses Vergnügen und habe mich köstlich amüsiert, ob dieser teuflisch-fiesen Geschichten.

Meggies Fussnote:
Mehr als schwarzhumorig und teilweise auch vor Augen haltend, wie abgestumpft wir teilweise geworden sind.

Bewertung vom 17.11.2019
Wasteland
Vogt, Judith C.;Vogt, Christian

Wasteland


sehr gut

Laylay reist mit ihrem Vater Azmi durch die nicht verseuchten Passagen, die durch die vielen Klimakatastrophen und Kriege auf der Erde entstanden sind. Ihr jetziges Ziel ist der Handgebunden-Markt, um dort eben Handel zu treiben. Laylay freut sich auf den Markt, denn dort sieht sie endlich Zeeto wieder, den sie vor einem Jahr dort kennengelernt hat.
Dort angekommen, ist Zeeto jedoch im sog. Wasteland, im Ödland verschwunden. Nur Laylay kann ihn finden, denn sie ist immun gegen die Wasteland-Krankheit. Zeeto jedoch nicht, wenn er sich dort zu lange aufhält.
Laylay macht sich auf die Suche, findet Zeeto und ein geheimnisvolles Baby, welches - wie Laylay - immun zu sein scheint. Doch Zeeto hat sich infiziert.
Und dann sind da noch die Brokes, die sich ebenfalls für das Baby interessieren und so ihre ganz eigenen Mittel haben, um den Bewohnern des Handgebunden-Marktes das Leben schwer zu machen.

Die Erde in 50 Jahren ist trostlos, verseucht und ein Ödland. Zumindest weite Teile davon. Insekten sind ausgestorben, Menschen rotten sich zu Gangs oder Sekten zusammen und bekämpfen einander.
Mittendrin reisen Laylay und ihr Vater Azmi. Er ist Arzt und sichert sein Überleben sowie das seiner Tochter durch Gefälligkeiten, in dem er seine Heilkunst anwendet.

Die Zukunft, die die Autoren geschaffen haben, verspricht nichts Gutes. Kriege haben die Erde verwüstet und Gifte, die sich in bestimmten Teilen in der Wildnis eingenistet haben, töten jeden, der sich ihnen zu lange aussetzt. Nur Laylay ist dagegen immun. Sie kann in Wasteland umherstreifen und so die nötigen Dinge zum Tauschen finden.

Auf dem Handgebunden-Markt, auf welchem mit allen möglichen Dingen Handel betrieben wird, hofft Laylay Zeeto wiederzusehen. Doch muss sie erfahren, dass er verschwunden ist, gerade im Wasteland. Laylay macht sich sofort auf die Suche und bringt ihn zurück, samt einem Baby, welches - wie Laylay - immun gegen die Krankheit zu sein scheint.

Und dann sind da noch die Brokes, eine Gang, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nur Ärger zu bringen. Sie werden auf das Baby aufmerksam und wollen es mit aller Macht.

Laylay und Zeeto machen sich daran, herauszufinden, wieso plötzlich alles aus den Fugen gerät.

Die Autoren haben mich positiv überrascht, nicht mit der Geschichte, ich weiß, dass die beiden spannende Storys schreiben können. sondern mit der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird Abwechselnd schildern uns Laylay und Zeeto aus ihrer Sicht der Dinge, unregelmäßig unterbrochen von der Erzählung aus Sicht einer dritten Person über einen Broke namens Root.

Das besondere an der neuen Welt ist die gendergerechte Erzählung. Hier ist es egal, wer mit wem und wie er sich fühlt. Es passt alles und ist völlig normal. So, wie es eben auch jetzt schon sein sollte.

Die geschaffene Zukunft ist sehr düster, weist einige Sciencefiction-Elemente auf und verspricht ein stürmisches Ende. Aber auch ein Ende mit vielen offenen Fragen, so dass ich mir sehr sicher bin, dass ein zweiter Teil folgen muss.

Die Schreibweise war flüssig, packend und teilweise sehr - ich drück es mal harmlos aus - forsch. Die Autoren halten nicht hintern Berg und lassen gerade Laylay manches sagen, was für Kinderohren nicht geeignet ist. Dies direkte Art passt jedoch zu der Geschichte und auch zu Laylay, die einiges einstecken muss.

Zeeto ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn sein Schicksal ist nicht gerade leicht. Er hat mit allerhand inneren Dämonen zu kämpfen und ich hatte mehr als einmal das Verlangen, in die Geschichte zu tauchen und ihn in den Arm zu nehmen.

Gegen Ende war ich dann doch überrascht, was die Autoren noch für eine Wendung eingebaut haben. Erst war ich nicht so damit einverstanden, doch je mehr ich gelesen habe, umso mehr konnte ich mich auch damit anfreunden.

Meggies Fussnote:
Eine ungewöhnliche, packende Dystopie mit überraschenden Wendungen und unerwarteten Ereignissen.

Bewertung vom 17.11.2019
Teufelskrone / Waringham Saga Bd.6
Gablé, Rebecca

Teufelskrone / Waringham Saga Bd.6


ausgezeichnet

Yvain of Waringham tritt in den Dienst von Prinz John, der als Bruder des sagenumwobenen König Richards immer nur in dessen Schatten steht. Genauso ergeht es auch Yvain, denn sein Bruder Guillaume, der ein Ritter Richards ist, steht auch höher in der Gunst von Yvains Vater.
Als Richard stirbt, wird John König und schon bald merkt Yvain, dass die Herrschaft der beiden Brüder John und Richard sich gar nicht so unähnlich ist.
Doch John ist unberechenbar. Seine herrschsüchtige Art, der grausame Zug und sein Hang zu jungen Frauen und Alkohol führen zu einigen Schwierigkeiten. Trotz allem bleibt Yvain ihm treu. Bis eine Entscheidung Yvain seinen besten Freund nimmt und Zweifel immer weiter in Yvains Innerem nagen. Yvain stellt sich die Frage: Ist John der König, den England verdient?

Rebecca Gablé schafft auf ihre unvergleichliche Art aus dem in der Geschichte so verhassten König John eine fast sympathische Figur zu machen, der viele Wesenszüge zeigt, die ihn sehr menschlich machen. Auch Yvain von Waringham sieht diese "netten" Gesten und hält John deshalb die Treue.

Mit teilweise großem Staunen las ich, wie die Autorin König John Momente andichtete, in denen er mit Yvain tiefgründige Gespräche führte, kurz darauf aber auch wieder die Grausamkeiten ins Licht rückte, für die er bekannt war.

Fast kam es mir so vor, als wäre nicht Yvain, sondern John die Hauptfigur des Buches. Doch zum Glück ist dem nicht so und so besuchen wir ein Waringham in den Jahren 1193 bis 1216.

Es ist, wenn man die anderen Romane der Waringham-Saga gelesen hat, wie ein nach Hause kommen.

Wir lernen Yvain von Waringham sowie seinem Bruder Guillaume kennen, die genauso unterschiedlich sind wie König Richard und Prinz John.

Doch es verbindet sie auch die Loyalität zu ihren Dienstherren, welche auch über den Tod hinaus Bestand hat. Beiden liegt jedoch auch noch eins am Herzen: Amabel, Guillaumes Ehefrau und Yvains unerfüllte Liebe.

Wer jetzt jedoch denkt, es erwartet einem die typische Liebesgeschichte. Mann liebt Frau von Bruder, Bruder stirbt, Mann kommt mit Frau zusammen - Happy End, den muss ich enttäuschen. Die Autorin überrascht hier mit einigen Dingen.

Wie immer sind die historischen Begebenheiten sehr gut recherchiert und Yvains Geschichte schmiegt sich wunderbar in die vorhandenen Lücken. Ich bewundere solch ein Talent bei Autoren.

Nachdem ich vor Lesen des Buches eher im #TeamRichard war, muss ich nun jedoch sagen, dass auch John seine Reize hatte. An guten Tagen war er sympathisch, lustig und ein angenehmer Zeitgenosse.
Doch seine grausame Seite überwiegt, gerade zum Ende seiner Herrschaft hin.

Yvains Werdegang war spannend zu lesen, gerade die Szenen mit König John oder am Hofe des Königs. Natürlich läuft alles nicht nach Yvains Plänen, vor allem, da er selbst unglücklich in Amabel, die Ehefrau seines Bruders Guillaume verliebt ist. Doch merkt er selbst nicht, dass sein Glück eigentlich vor seinen Füßen liegt.

Insbesondere Beatriz, Yvains von König John bestimmte Ehefrau, hat es mir angetan. Ihre zerstreute Art und ihr Talent, sich um andere zu kümmern, vor allem um Kinder. Ihre Art hat mir sehr imponiert, weil sie im richtigen Moment immer das Richtige zu sagen wusste. Außerdem hat sie eine besondere Gabe, die sich in den anderen Büchern der Saga weiter in der Familie ausprägt.

"Teufelskrone" spielt zeitlich, ca. 230 Jahre vor dem ersten Band "Das Lächeln der Fortuna".

Meggies Fussnote:
König John und Yvain of Waringham, beide stehen im Schatten ihrer Brüder, beide gehen jedoch ihren eigenen Weg.

Bewertung vom 17.11.2019
Die Wege der Liebe / Die Ärztin Bd.3
Sommerfeld, Helene

Die Wege der Liebe / Die Ärztin Bd.3


sehr gut

Ricarda ist unströstlich. Ihre Tochter Henny will weiterhin Victor heiraten, obwohl der Verdacht besteht, dass die beiden Halbgeschwister sind. Henny entgeht dem Konflikt, in dem sie mit Victor in die USA auswandert und dort ein neues Leben aufbauen will. Ricarda hingegen widmet sich - auch um dem Kummer um Henny zu entfliehen - um Patienten in der Charité, dem berühmten Berliner Krankenhaus.
Ihr Sohn Georg ist weiterhin im Krieg verschollen und ihre jüngste Tochter Antonia sucht sich auch ihren Weg in dem von Kriegswirren geplagten Berlin. Sie widmet sich der Tiermedizin und findet ihre erste junge Liebe.
Können die drei Frauen ihrem Schicksal begegnen und das Leben führen, dass sie sich wünschen? Ricarda weiß nicht, dass sie sich dafür ihrer Vergangenheit stellen muss.

Die ersten beiden Teile der großartigen Reihe um die Ärztin Ricarda Thomasius habe ich regelrecht verschlungen und mich auf den dritten sehr gefreut. Umso trauriger bin ich, dass ich - nachdem ich den letzten Teil nun gelesen habe - das Leben von Ricarda, Henny und Antonia nicht mehr weiter verfolgen kann. Ein kleines bisschen Hoffnung bleibt, da das Autorenduo keinen völligen Abschluss der Reihe veröffentlicht hat, sondern ein paar kleine Hintertüren offen geblieben sind.

Auch der letzte Band der Trilogie hat mich begeistern können. Für mich persönlich gab es keine Längen, die Spannung wurde konstant aufrecht erhalten und - da immer abwesend von Ricarda, Henny und Toni erzählt wurde - kam auch keine Langeweile auf.

Während im ersten Band "Das Licht der Welt" Ricardas Weg geschildert wird, kommen im zweiten Band "Stürme des Lebens" ihre Tochter Henny sowie ihr Sohn Georg und das Nesthäkchen Toni zur Familie dazu. Wir bereisen mit ihnen Afrika, China und im letzten Band die USA.

Ricarda kam mir jetzt jedoch etwas kühler vor. Sie kümmert sich zwar um ihre Familie, doch schien sie mir zeitweise seltsam anteillos und ergab sich einfach ihrem Schicksal. Als Frau zur Zeit des ersten Weltkrieges hat man es nicht leicht, aber ihr Kampfwille, der in den Vorbänden so herausragend war, hat hier etwas gefehlt.

Das gleiche Gefühl hatte ich bei Henny. Sie kämpft um ihre Liebe, zieht mit dieser in die unbekannte Weite der USA und baut sich dort ein Leben auf. Bis sie selbst einen Schicksalsschlag erleiden muss und sich nicht mehr nur um sich selbst kümmern muss. Sie erträgt alles und gibt sich teilweise auf. Etwas, dass man von ihr nicht gewohnt ist.

Einzig Antonia ist mir sehr ans Herz gewachsen. Das Nesthäkchen mausert sich zu einer jungen, mutigen Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt und notfalls auch mit Härte etwas durchsetzt, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Ihr Mut und ihr Ehrgeiz sind beispielhaft und habe mich an die junge Ricarda erinnert. Ihr Weg wäre einer, den ich gerne weiterverfolgen würde. Vielleicht hat das Autorenduo ja etwas in der Hinterhand und verfolgt Antonias Leben weiter.

Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben und durch die vielen Wechsel zu den einzelnen Protagonisten abwechslungsreich und interessant.

Auch Georg, Ricardas Sohn bekommt eine neue Rolle zugedacht, die mir aber nicht so sehr gefallen hat. Ich hatte das Gefühl, dass das unter Pseudonym schreibende Autorenduo unbedingt noch etwas einbauen musste, was in der damaligen Zeit unter Strafe gestellt wurde, sollte es an die Öffentlichkeit gelangen. Es passte irgendwie so gar nicht richtig in die Geschichte hinein. Aufgrund dessen habe ich versucht, diesen Strang als nebensächlich zu sehen.

Das Ende war stimmig, ließ jedoch einige Fragen offen. Auch wenn dies der Abschluss der Trilogie war, hoffe ich doch, dass diese Fragen vielleicht doch noch irgendwann geklärt werden.

Meggies Fussnote:
Drei mutige Frauen, drei unterschiedliche Schicksale.

Bewertung vom 17.11.2019
Erebos Bd.2
Poznanski, Ursula

Erebos Bd.2


ausgezeichnet

Ein rotes E auf dem Smartphone von Nick macht diesen nervös. Erebos ist zurück und kann ihn besser kontrollieren denn je. Nick ist jedoch älter und will sich nicht mehr manipulieren lassen. Als Erebos in seinem Namen jedoch mit Nicks Freundin Schluss macht und dessen Wohnung kündigt, weiß Nick, dass er das Spiel wieder nicht auf die leichte Schulter nehmen kann.
Als Emily bei ihm auftaucht und ihm erzählt, dass ihr Halbbruder Derek ebenfalls spielt und anscheinend in Schwierigkeiten steckt, versucht Nick mit seinen alten Freunden herauszufinden, warum Erebos wieder Forderungen stellt. Dabei stoßen sie auf einige Merkwürdigkeiten.

Schon der erste Teil der Erebos-Reihe konnte mich faszinieren. Ein Computer-Spiel, dass seinen Spielern vorgibt, Aufgaben in der realen Welt zu erfüllen und bei Nichtbeachtung Strafen erteilt.

Nun, Jahre später, ist es für Erebos leichter, seine Spieler zu überwachen. In Zeiten der Überwachungskameras, Handys und anderen technischen Errungenschaften hat Nick seine Probleme, unerkannt irgendwelchen Recherchen nachzugehen, ohne das Erebos genau weiß, was Nick treibt.

Nick spürt dies am eigenen Leib. Mittlerweile studiert er und verdient nebenbei mit Fotojobs ein bisschen Geld dazu. Erebos lässt Fotos verschwinden, als Nick nicht auf das Spiel hört. Auch seine Beziehung zu Claire löst sich auf, als Erebos in seinem Namen bei Claire anruft und sie beschimpft. Dass er seine Wohnung räumen muss, weil er angeblich gekündigt hat, kann er gerade noch so verhindern.

Genauso geht es auch Derek, der jedoch Spaß an dem Spiel hat und mit Freuden die Aufgaben erfüllt, die Erebos ihm stellt. Auch wenn ihm Zweifel an dem Tun kommen, macht er, was er aufgetragen bekommt, damit er im Level aufsteigt und bessere Ausrüstung erhält.

Es ist lange her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, aber trotzdem konnte ich mich noch an vieles erinnern. Aufgrund dessen konnte ich zum ersten Teil viele Parallelen ziehen und hatte das Gefühl, dass ich eigentlich eine Wiederholung des ersten Teiles gelesen habe. Nur das Ende, das mir persönlich wiederum gut gefallen hat, war anders.

Nick war mir noch genauso sympathisch wie in Teil 1, Man merkt, dass er erwachsen geworden ist. Er ist zielstrebiger und hinterfragt mehr. Er besteht auf seinen Standpunkt und versucht wieder mit ungewöhnlichen Mitteln herauszufinden, wieso Erebos plötzlich wieder aktiv ist.

Trotz allem hat es Spaß gemacht, sich wieder in der realen Welt und und der Welt von Erebos zu bewegen. Die mittelalterlich anmutende Welt Erebos hat sich auch weiterentwickelt. Nick kämpft dort als Sarius um den Aufstieg. Zusammen mit anderen Spielern, von denen er teilweise weiß, wer sie im realen Leben sind. Denn Erebos hat auch andere ehemalige Spieler rekrutiert.

Der Schreibstil ist spannend und packend, und auch wenn ich viel vom ersten Teil wiedererkannt habe, war es doch interessant zu lesen. Bis zuletzt wurde die Spannung aufrecht erhalten.

Ich empfehle, den ersten Teil vorher zu lesen, da doch viel Bezug auf diesen genommen wird.

Wunderschön finde ich die Aufmachung des Buches. Ich habe mir die Schmuckausgabe geleistet. Mit dem gelben Cover und dem dazu passenden Buchschnitt macht das Buch auch im Bücheregal eine gute Figur. Genauso auch Band 1, der passend zum zweiten Band nochmals in einer Schmuckausgabe aufgelegt wurde.

Meggies Fussnote:
Erebos übernimmt die Führung und stellt damit alles auf den Kopf.

Bewertung vom 17.11.2019
Möge der Witz mit dir sein Bd.1

Möge der Witz mit dir sein Bd.1


ausgezeichnet

Schon bald kommt der letzte Teil der Star Wars-Saga ins Kino und deswegen ist dies ein guter Zeitpunkt, um sich nochmal mit dem Thema zu befassen. Aber eher im komischen Sinne. Mit "Möge der Witz mit Dir sein" gelingt dies auch sehr gut.

Verschiedene Comic-Zeichner haben sich zusammengetan und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. In dem Büchlein werden sämtliche Charaktere durch den Kakao gezogen. Allen voran natürlich die dunkle Seite der Macht, Darth Vader. So wird er gefragt, ob er noch Buntwäsche hat, da gerade Waschtag ist oder ob man ihn je ohne (Fahrrad)Helm gesehen hätte.

Ich liebe den Humor der Zeichner, gepaart mit dem Film Star Wars, der auch meine Jugend geprägt hat. Mit viel schwarzem Humor und Sarkasmus wird der Film durch den Kakao gezogen

Es gibt auch einen zweiten Teil dazu, den ich mir mit Sicherheit auch noch zulegen werde. Denn bei so berühmten Zeichnern wie Ralf Ruthe, Martin Perscheid, Michael Holtschulte, Ari Plikat und vielen anderen, weiß man, dass man nicht verkehrt liegen kann.

Aber nicht nur Star Wars wird aufs Korn genommen. Auch andere Sci-Fi-Klassiker müssen dran glauben. Wenn ihr wissen wollt, was die Schlümpfe mit den Jawas zu tun haben oder warum Wookies nicht alleine im Wald herumstromern sollen, müsst Ihr selbst in das Buch reinlesen.

Meggies Fussnote:
Erfrischend witzig!