Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Everett
Wohnort: 
Barsinghausen

Bewertungen

Insgesamt 691 Bewertungen
Bewertung vom 25.03.2014
Wir träumten jeden Sommer
Dominczyk, Dagmara

Wir träumten jeden Sommer


gut

Anna, Kamila und Justyna kommen aus dem selben kleinen Ort in Polen. Wobei Anna mit ihren Eltern in die USA ging und jeden Sommer zu ihrer Oma zu Besuch kommt. Die drei ungleichen Mädchen erleben zusammen die Sommertage, wo es sich überwiegend um Jungs geht, die dann meist zu viel Alkohol getrunken haben. Der Roman erzählt abwechselnd aus Sichtweise der drei Frauen, und auch in entsprechenden Rückblicken, bis sich die Erzählstränge treffen.
Alle drei haben heute so ihre Probleme, Anna Karriere stagniert, ebenso ihre Beziehung. Kamila sieht endlich ein, dass ihr Mann sie zwar liebt, aber sexuell anders orientiert ist, und Justynas Mann wird ermordet. Aufgrund dieses Ereignisses nähern sich die drei alten Freundinnen wieder an.
Die Wahl der Autorin, die Geschichte aus Sicht er einzelnen Frauen zu schreiben und auch Gegenwart und Vergangenheit abwechseln zu schildern ist gut gelungen.
Die immer wieder eingefügten polnischen Wörter, Ausdrücke fand ich ohne entsprechende Übersetzung manchmal störend. Ich denke, dadurch fehlte dieses direkte Verständnis für das Polnische. Ich weiß auch nicht, ob der dauerhafte Konsum von Alkohol typisch ist, auch das ewige Gerauche fand ich nicht so gut.
Das Coverbild finde ich total irreführend, denn einen Roman über eine Freundschaft in der eventuellen Leichtigkeit des Sommers ist das hier definitiv nicht.
Die drei Frauen wurden mit ihren Problemen und ihrer Vergangenheit zwar geschildert, doch ich konnte mit keiner warm werden, für mich blieb es an der Oberfläche, ich konnte ihr Handeln nicht recht verstehen.

Bewertung vom 23.03.2014
Der scharlachrote Pfad
Groeper, Kerstin

Der scharlachrote Pfad


ausgezeichnet

Diesem Roman in einer Rezension gerecht zu werden, finde ich sehr schwierig. Er ist so umfassend geschrieben, bringt die Lebensart der Indianer, insbesondere der Lakota, dem Leser auf sehr gute Art sehr nah.
Die junge Crow-Frau Wah-bo-sehns ist in Trauer als ihr Dorf überfallen wird, und sie vom Lakota Tschetan geraubt wird. Er nimmt sie zur Frau, nimmt auch ihr kleines Kind als seines an. Der Leser begleitet nun Tschetan, seine Frau und seinen ganzen Stamm knapp zehn Jahre lang, durch den Alltag, Überfälle bei anderen Stämmen und dem Krieg gegen die Weißen. Dazu die Veränderungen innerhalb des Stammes, durch Tod, Geburt und das Dazukommen von anderen Stämmen.
Es wird zum Überlebenskampf, Flucht vor den weißen Soldaten, in Richtung Kanada. Die grausame Menschenverachtung der U.S. amerikanischen Regierung in Sachen Indianer wird einem deutlich vor Augen geführt, und die Aussichtslosigkeit der Lage der Indianer. Diese Geschichte um Tschetan habe ich gefesselt weiter gelesen, auch weil das Leben dieser Gruppe so wunderbar geschildert ist. Allein manche Dialoge, die Art und Weise des Umgangs untereinander, die Weltsicht dieser Leute ist sehr gut geschildert. Auch als das bekannte Leben aus den Fugen gerät, der Wille im Verbund frei irgendwie weiter zu leben, die Anpassungsfähigkeit, ist nachvollziehbar dargestellt.
Ein mit viel Herzblut geschriebener historischer Roman über das damalige Leben der Lakota, der einen mit nimmt und bis zum Ende nicht mehr los lässt.

Bewertung vom 03.03.2014
Windstochter
Oltmanns, Jutta

Windstochter


gut

1698. Die junge Frau Franke lebt im ostfriesischen Weener bei ihrem Onkel, sie führt ihm den Haus-halt, übernimmt größtenteils seine Arbeit bei einem benachbarten Friesengestüt und wird von ihm trotzdem nur geduldet. Die Pferde, die Arbeit mit ihnen ist ihre große Leidenschaft, und die Freundschaft zum Tierheiler Jakob gibt ihr Halt. Doch dann verschlechtert sich ihre Lage, und dazu erfährt sie etwas über ihre Herkunft und sie schließt sich einem Tross an, der Friesenhengste nach Italien bringt.
Eine recht typische Geschichte um eine starke, nicht unbedingt für ihre Zeit typische, Frau, die auch ihre Liebe findet. Für mich ein Highlight ist, dass es dabei auch um Pferde und die damalige Reitkunst geht. Auch die Art und Weise, wie die verschiedenen Länder und Gestüte miteinander die Tiere austauschten fand ich sehr interessant. Und wie viel von der Reitkunst auch heute noch zu finden ist.
Der Schreibstil hat mir gefallen, die Geschichte war gut zu lesen. Doch irgendwie war vieles vorher-sehbar. Ein gut durchdachte Geschichte, gute Unterhaltung, doch mir fehlte da noch etwas, was mich so richtig an das Buch fesselt.

Bewertung vom 27.02.2014
Gymnasium
Zimmermann, Irene;Fritz, Klaus

Gymnasium


sehr gut

Ein Ratgeber für Eltern, deren Kinder aufs Gymnasium kommen, oder bereits sind.
Ausgiebig werden Themen wie Elternabend, Elternsprechtag, Hausaufgaben, Klassenarbeiten, Nachhilfe und die Notengebung behandelt. Ebenso geht es um Lehrer, dem wichtigen Thema Mobbing und sogar Formbriefe sind vorhanden. Also sehr umfassende Themen, wo die wichtigsten Dinge, mit denen sich Eltern von schulpflichtigen Kindern auseinander setzen müssen, behandelt werden.
Das alles ist richtig gut geschrieben, für einen Ratgeber fast schon unterhaltsam zu nennen. Es werden Beispiele aus dem "richtigen" Leben angeführt, was Schülern und Eltern so widerfahren kann.
Es sind anschauliche Erklärungen und Vergleiche, die auch mal den Eltern einen Spiegel vorhalten, und einen an die eigene Schulzeit erinnern.
Grundsätzlich sollte man sich kümmern, voll und ganz hinter seinem Kind stehen, aber auch nicht überreagieren und überwiegend entspannt bleiben.
Mir hat dieses Buch gut gefallen, das Lesen war unterhaltsam, lehrreich und hat Spaß gemacht. Sicherlich auch für alle anderen Schulformen anzuwenden. Zudem fand ich die Angabe der Telefonnummer von "nummer gegen kummer" toll. Wer weiß, ob das Kind sie nicht mal gebrauchen kann, nicht mit den Eltern sprechen möchte.
Ein rundum gelungener Schulratgeber.

Bewertung vom 25.02.2014
Vergeltung
Winslow, Don

Vergeltung


weniger gut

Der Elitesoldat Dave Collins ist im Ruhestand und arbeitet als Sicherheitschef des New Yorker Flughafens. Zu Feiertagen fliegen seine Frau und sein Sohn schon ein Mal vor, zu seinen Schwiegereltern, er will nach Dienstende folgen. Doch das Flugzeug, in dem seine Familie sitzt, explodiert. Die Regierung will scheinbar einen Terroranschlag vertuschen und so heuert Dave eine Söldnertruppe an um die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
"Der beste Thrillerautor unserer Tage", mit der Aussage wird das Buch beworben und ich war gespannt. Der Beginn dieses Thrillers war in Ordnung, gut zu lesen und auch gefühlsmäßig gut nachzuvollziehen. Den eher knappen Schreibstil empfand ich recht angenehm, auch gerade bei der Schilderung des Flugzeugabsturzes und das Leid von Dave Collins danach.
Doch je länger die Truppe aus ehemaligen Elitekämpfern zusammen ist, deren Planung und Einsätze beschrieben werden, desto schwieriger war für mich das Weiterlesen. Stellenweise habe ich die Seiten dann nur noch überflogen, zudem das Ende im Groben gut abzusehen war. Leider habe ich nicht sehr viel davon über die Feinheiten und Kurz-, und Langbezeichnugen von diversen Waffen zu lesen. Auch seltsame Buchstabenkombinationen, die dann netterweise doch immer wieder in Langform dahinter stehen haben mich nicht begeistert. Grundsätzlich eine gute Story, von der Idee her, die Umsetzung hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Eine Anreihung militärischer, waffentechnischer Fachausdrücke und Verständigungskürzel. Die anfängliche knappe, eher gefühllose Schilderung wurde mit Fortschreiten des Romans störender. Für mich kein toller Thriller und der Stil des Autors ist nicht für mich.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.02.2014
Der Thron von Melengar / Riyria Bd.1
Sullivan, Michael J.

Der Thron von Melengar / Riyria Bd.1


gut

Zwei hervorragende, besondere Diebe. Doch Hadrian und Royce werden in eine Falle gelockt, sie sollen den König getötet haben, sind Opfer einer Intrige geworden. Natürlich können sie mit etwas Hilfe entkommen und den Erben des Königs so auch wieder zu Diensten sein.
Dies ist der Auftakt einer Serie über den Diebesbund Riyiria. Die Geschichte von Royce und Hadrian liest sich, die Beiden waren mir gleich sympathisch, zu Anfang waren da wirklich herrli-che Dialoge. Ein wenig davon kam im Verlauf der Geschichte wieder hervor. Doch die zwei Hauptcharaktere blieben leider etwas flach, wo doch so viel Potenzial in ihnen steckt! An Fantasy war ein wenig Magie vorhanden, aber trotz allem erinnerte mich das alles eher an Mittelalter als an eine Fanstasywelt. Die vielen verschiedenen, genannten Ländereien von Grafen, Gefolgsleuten waren für die Geschichte eher unbedeutend.
Eine Geschichte, die so jetzt nicht total neu ist, aber durchaus ausbaufähig ist, aus der man noch mehr hätte machen können. Die Abenteuer von Hadrian und Royce lasen sich aber gut und flüssig und das Buch hat mir gefallen. Vielleicht sind die weiteren Bände um die Riyiria etwas ausge-reifter und das Geheimnis um Royce Abstammung wird auch noch gelöst.
Eine gute Geschichte, die durchaus noch ausbaufähig ist, und gut unterhält.

Bewertung vom 05.02.2014
Die vier Liebeszeiten
Rabisch, Birgit

Die vier Liebeszeiten


ausgezeichnet

Die junge Rena lernt auf einer Geburtstagsfeier den älteren Hauke kennen. Zwischen den Beiden entwickeln sich schnell tiefere Gefühle. Rena erzählt Hauke von ihrer Kindheit und Jugend und ihrer Oma Anna, dem nicht guten Verhältnis zu ihrer Mutter.
Beide genießen ihre freie Zeit mit einem kleinen Boot auf der Elbe und im Watt. Hauke wird Schriftsteller, Rena wird Astronomin und sie haben zwei Kinder.
Durch die verschiedenen Lebenszeiten und der Liebe zwischen Rena und Hauke führt die Autorin in einer angenehmen und ergreifenden Sprache, die dem Thema völlig gerecht wird. Gerade, dass man die Geschichte so schnörkellos lesen kann, macht sie lesenswert.
Hauke und Rena stehen zu ihrer Liebe, schaffen gemeinsam Höhen und Tiefen, Schwierigkei-ten mit den Kindern und sprechen dann irgendwann zwangsläufig über das Ende des Lebens. Doch wenn es dann kommt, ist kaum auszuhalten. Auch gerade das, den Winter, hat die Autorin Birgit Rabisch so intensiv beschrieben, dass ich als Leser tief mitfühlen konnte, sehr berührt war, und das Buch noch lange wirkte. Das Zitat am Anfang des Buche "Was ist Liebe? Man erfährt es erst unterwegs", sagt schon so viel aus. Und so eine Liebe wünscht man sich, wünsche ich mir, die bleibt und wichtig ist, trotz des Alltages, und dort nie vergessen wird. Das Verlieren ist leider so schmerzhaft.
Die Einteilung in vier Liebeszeiten, in die vier Jahreszeiten ist so passend. Ein sehr schönes Buch, immer gut zu lesen, was mir sehr gut gefallen hat und auch zum Nachdenken anregt, was überhaupt wichtig ist.

Bewertung vom 28.01.2014
Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung
D'Urbano, Valentina

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung


gut

Vielleicht ein wenig Verarbeitung der eigenen Kindheit, Jugend der Autor? Auf jeden Fall wuchs sie in einem ähnlichen Viertel auf, wie im Roman beschrieben. In einem armen Viertel.
Es wird die Geschichte zwischen Beatrice und Alfredo erzählt, wie sie zusammen kamen, die kurze Zeit ihrer Jugend in der sie zusammen sind, und das Ende. Genannt werden die Beiden die Zwillinge, und es scheint, dass sie eine Art Hassliebe verbindet. Alfredo wird von seinem Vater immer wieder schlimm verprügelt. Doch er kann sich irgendwie nicht von ihm befreien, Beatrice hätte es gekonnt. Und Alfredo hat einen Bruder.
Aber bereits mit zwanzig Jahren steht Beatrice an Alfredos Grab. Ist es eine Chance für sie?
Mit Sicherheit ein wichtige Geschichte, wo sich Arm und Reich immer mehr entfernen und die Jugend aus solchen Vierteln wenig Halt hat.
Die Darstellung der ambivalenten Gefühle der "Zwillinge" zueinander, zur Umgebung und allem.
Das Coverbild, passend und irgendwie schön. Die junge Frau im schwarzen Kleid vor einem alten Treppenaufgang.
Leider konnte ich mit dem Buch nicht richtig warm werden, es konnte mich nicht fesseln, viel-leicht weil das Thema, oder die Art, nicht unbedingt mein Lesestoff ist.
Es ist etwas distanziert geschrieben, ein wenig gefühllos. So, wie es vielleicht wirklich ist, wenn man in so einer Situation wie Bea und Alfredo lebt.
Ich kann dieses Buch von mir aus nicht empfehlen, aber ich kann es auch nicht negativ beurtei-len, nur weil es meinen persönlichen Geschmack nicht richtig getroffen hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.01.2014
Wie ein Funke im Feuer
Groeper, Kerstin

Wie ein Funke im Feuer


sehr gut

Die Black Hills um 1790, wo die Indianerstämme der Plains noch unbehelligt von den Weißen leben. Hier trifft der junge Lakota-Krieger Tanzt-im-Feuer auf einem Erkundungsritt mit seinem Bruder auf die junge Cheyenne Taischee. Mit Mühe kann er verhindern, dass sein Bruder dieses Mädchen erschlägt, und sie lassen sie verletzt zurück. Den ganzen Winter über kann Tanzt-im-Feuer dieses fremde Mädchen nicht vergessen. Dann bringt sein Bruder ihm gerade das Mädchen nach einem Raubzug. Tanzt-im-Feuer bringt Taischee zurück zu ihrem Volk und der Weg dorthin ist voller Gefahren, Überraschungen und neuen Erfahrungen.
Ein guter Roman über die Liebe zwischen zwei Mitgliedern verschiedener Stämme. Historisch, ich weiß nicht, denn im Buch kommt für mir da wenig historisches Hintergrundwissen rüber. Aus Sicht der Indianer vielleicht so richtig. Wobei ich die Behauptung gelesen habe, dass die Arikara und Palani ein und dasselbe Volk sind, das konnte im Buch jetzt so nicht erlesen. Und dass die Lakota bis vor kurzem in dem Roman keine Bisons kannten? Gut. Auf jeden Fall kommt die Liebe, das Engagement der Autorin für diese Völker sehr gut rüber und trägt den Roman. Eine schöne Geschichte, die dem Leser etwas vom damaligen Leben der sog. Prärieindiander zeigt, auch anhand von einzelnen Personen, wie den Freunden, Stammes- und Familienmitgliedern von Tanzt-im-Feuer. Auch die Landschaft, die Jahreszeiten und die Unbillen der Natur sind gut dargestellt.
Wie ein Funke im Feuer ist ein gut lesbarer Roman. Das Ende, ich bin sicher, da scheiden sich die Geister. Für mich hätten es auch gut etwas weniger Seiten sein können. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass nichts aus der Geschichte weg gelassen werden könnte, zog sich das Ganze für mich an manchen Stellen schon. Für das Buch ist das Coverbild sehr ansprechend und passend.